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	<title>AuroraWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13590</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
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		<updated>2026-05-01T13:40:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein.&lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert vom indogermanischen &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; und mittelhochdeutsch &#039;&#039;angest&#039;&#039; entwickelt. Verwandt ist er mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff „Angst“ gibt es ebenfalls als sogenannten [[w: Germanismus|Wortexport]] im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]], was so viel bedeutet wie Existenzangst. Auch spricht man von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde dieser Ausdruck 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren kann man eine situationsbedingt entstehende Angst von der verhältnismäßig stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] werden sie auch als State- und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst gilt als Oberbegriff für eine Vielzahl von emotionalen Regungen, welche als Gemeinsamkeit eine Verunsicherung des Gefühlslebens aufweisen. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem bekannten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ und dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ Persönlichkeitstypus. Damit verbunden beschreibt er die Grundängste „Angst vor Nähe“, „Angst vor Selbstwerdung“, „Angst vor Veränderung“ und „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Fritz Riemann sieht diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht an, sondern bewertet sie sogar als hilfreich für verschiedene Lebensbedürfnisse. Erst eine einseitige Ausprägung dieser beschriebenen Grundstrukturen führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Erscheinungsformen der Angst umfassen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; einfache „Unsicherheiten“ (Scheu, Beklommenheit, Zaghaftigkeit…), „Furchtformen“ (Versagensfurcht, Verletzungsfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Zwänge“ (Kontrollzwang, Esszwang, Reinigungszwang etc.),  „Paniken“ (Angstanfall, Katastrophenlähmung, Schockstarre etc.), „Phobien“ ([[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]], [[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], …)  bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Lebensangst, Verfolgungswahn …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nichtfachlichen Bereich wird Angst auch oftmals mit andersartigen emotionalen Regungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Misstrauen, mit Scham oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als negative, unangenehme Gefühlsregung festlegen. Abhängig vom Grad der persönlichen Risikoerfahrung und der individuellen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als stark lustbetonte Erfahrung gesehen und erlebt werden, etwa in Form des sogenannten [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Spannungserfahrung von aufregender, riskanter Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zum Erleben eines gesteigerten Lebensgefühls. Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angst bildet der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beherrschten, d.h. nicht krankhaften Angstformen stellen dabei Steuerungsinstrumente für  gefahrenträchtiges Verhalten und ihre Funktion als Warnimpulsgeber dar und bilden somit eine überlebensnotwendige Grundausstattung im Rahmen des angelegten Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Sonderform im Angstkomplex ist die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]], [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]]), die eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension? - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell.&#039;&#039; Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0, S.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [[https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet ([[w:Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w:Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w:John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen, konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w:Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w:Phobische Störung|Phobie]] spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation (&#039;&#039;[[w:Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl&lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst&lt;br /&gt;
* Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w:Panikattacke|Panikattacke]] dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w:Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w:periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w:Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w:Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w:Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w:Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039; 2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w:Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w:Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w:Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w:GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w:Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w:Serotonin|Serotonin]] spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w:Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w:soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w:Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt, wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w:Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lernprozesse ==&lt;br /&gt;
Jeder Mensch besitzt als Anlage eine für ihn typische Angstdisposition, die sich aber bereits ab dem Kleinkindalter und weiterhin lebenslang durch Lernprozesse stark verändern lässt. Jegliche Art von Angst kann gelernt, jedoch auch verlernt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Angst vermeiden - Angst suchen - Angst lernen.&#039;&#039; In der Fachzeitschrift: &#039;&#039;Sache-Wort-Zahl. Vol. 112.&#039;&#039; 2010, S. 10–15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sind die Unterschiede zwischen den mannigfaltigen Formen der Angst wesentlich:&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009. ISBN 3-497-00749-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispielsweise ergeben sich sowohl in der Behandlungsmethode als auch in der Zielsetzung von [[w: Generalisierte Angststörung|Neurotischen Ängsten]], Panikattacken, Phobien oder Furcht gravierende Unterschiede. Jeder Lernprozess bezieht sich auf das Erreichen eines möglichst realitätsgetreuen, beherrschten Angstlevels, da einerseits unangemessene Ängste unnötig Energie verbrauchen und zu dominante Ängste das Aktionspotenzial lähmen, andererseits bei zu schwach ausgeprägten Ängsten die lebensnotwendige Warnwirkung und Schutzfunktion fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2., erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 36–37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offensichtlich hat es [[w: Selektion (Evolution)|Selektionsvorteile]], Gefahrensignale im Gedächtnis zu halten. So ist Angst die gelernte Verbindung von signifikanten Hinweisreizen und deren schädlichen Konsequenzen. Das Lernen von Ängsten geschieht beispielsweise durch eigene Erfahrung ([[w: Konditionierung|Konditionierung]]), durch Instruktion (zum Beispiel Warnhinweise) oder durch Beobachtung fremden Verhaltens ([[w: Lernen am Modell|Lernen am Modell]]). &amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer ===&lt;br /&gt;
Ein bekanntes und einflussreiches [[w: Lerntheorie|lerntheoretisches]] Modell der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst ist die [[w: Zwei-Faktoren-Theorie (Lerntheorie)|Zwei-Faktoren-Theorie]]  von [[w: Orval Hobart Mowrer|Mowrer]] (1960), die folgende Faktoren benennt:&lt;br /&gt;
# [[w: Klassische Konditionierung|Klassische Konditionierung]]: Angst entsteht durch klassische Konditionierung, bei welcher ein ursprünglich neutraler Reiz durch das gleichzeitige Auftreten mit einer Angstreaktion zu einem konditionierten Angstreiz wird (siehe das [[w: Little-Albert-Experiment|Little-Albert-Experiment]]).&lt;br /&gt;
# [[w: Operante Konditionierung|Operante Konditionierung]]: Indem der klassisch konditionierte Angstreiz vermieden wird, kommt es zur Reduzierung von Angst und Spannungszuständen und dadurch zu einer  [[w: Negative Verstärkung|negativen Verstärkung]] und einem Aufrechterhalten von Vermeidungsverhaltens und Erwartungsangst.&amp;lt;ref&amp;gt; Adly Rausch: &amp;quot;Problembelastete Schülerinnen und Schüler: Begriffe - Umfeld - Handlungsmöglichkeiten.&amp;quot; Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2006, ISBN 3-7815-1465-X, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Preparedness ===&lt;br /&gt;
Es gibt laut [[w: Martin Seligman|Martin Seligman]] „biologisch vorbereitete Ängste“, wie beispielsweise die Angst vor Spinnen, Schlangen oder wütenden Gesichtern, die sehr viel leichter gelernt werden können als andere. Dieses Phänomen,  als &#039;&#039;Preparedness&#039;&#039; benannt, zeigt sich auch, wenn die Reize [[w: Subliminal (Psychologie)|unterschwellig]] an den Menschen herankommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Seligman: &#039;&#039;Phobias and preparedness.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Behavior Therapy.&#039;&#039; 1971, S. 307–321.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neuzeitliche Gefahrenquellen wie defekte Elektrokabel oder Schusswaffen sind allerdings nicht biologisch vorbereitet.&amp;lt;ref&amp;gt; Arne Öhman und Susan Mineka: &#039;&#039;Fears, phobias, and preparedness: toward an evolved module of fear and fear learning.&#039;&#039; In:  &#039;&#039;Psychological Review. Vol. 108.&#039;&#039; 2001, S. 483–522.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kognitive Sicht ===&lt;br /&gt;
Nach [[w: Aaron T. Beck|Aaron T. Beck]] entsteht Angst, wenn die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Gefahr groß, die Schadenskosten hoch und die eigenen [[w: Copingstrategie|Copingstrategie]]n und die Möglichkeit auf Hilfe von außen niedrig eingeschätzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Randy O. Frost, Gail Steketee: &amp;quot;Cognitive Approaches to Obsessions and Compulsions: Theory, Assessment, and Treatment.&amp;quot; Verlag Elsevier, Boston USA 2002, ISBN: 978-0-08-043410-0, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Quasi-mathematisch ließe sich das folgendermaßen beschreiben:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst=Geschätzte Wahrscheinlichkeit*Geschätzter Schaden/(Copingstrategien+Mögliche Hilfe von außen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Erklärung beschreibt das [[w: Stressmodell von Lazarus|Stressmodell von Lazarus]], nach welchem Angst die Folge einer subjektiven Bedrohungsinterpretation bei gleichzeitig niedriger Bewältigungseinschätzung ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Lydia Suhr-Dachs, Manfred Döpfner: &amp;quot;Leistungsängste: Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ). Band 1.&amp;quot; Verlag Hogrefe, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8409-2695-2, S. 22–24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychoanalytische Sicht ==&lt;br /&gt;
Laut [[w: Sigmund Freud|Sigmund Freud]] existieren drei Ursachen der Angst:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Realangst&#039;&#039; entsteht bei äußerer Bedrohung , entspricht also der Furcht. Ihre Funktion ist es, Gefahren zu signalisieren und daraufhin angepasste Reaktionen auslösen. Die natürlichen Reaktionen sind Flucht, Panik, das Ausweichen vor der Situation und Aggression. Hierzu zählt ebenfalls die Vitalangst, welche bei lebensbedrohlichen Situationen und Erkrankungen wie beispielsweise [[w: Asthma bronchiale|Asthma bronchiale]] oder [[w: auftritt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ziese: &#039;&#039;Leben ohne Angst. Wie Sie Ängste und Neurosen überwinden können.&#039;&#039; Pabel-Moewig Verlag, Rastatt 1999, ISBN 978-3-8118-1339-7, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Ausmaß der Realangst ist außerdem von Faktoren wie der Reaktionsbereitschaft, der psychovegetativen Verfassung (Erschöpfung), der Persönlichkeit, frühkindlichen Angsterfahrungen und der Widerstandskraft abhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Tölle: &#039;&#039;Psychiatrie.&#039;&#039; 7. Auflage, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo 1985, ISBN 9783540158530, S. 72&amp;lt;/ref&amp;gt; Angst führt zu einer erhöhten Anpassungsfähigkeit, da sie das Lernen neuer Reaktionsmuster zur Gefahrenbewältigung motiviert. Jedoch kann sie auch zu unangemessenen Reaktionen und dadurch selbstschädigendem Verhalten führen.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip. G. Zimbardo: &#039;&#039;Psychologie.&#039;&#039; 4. Auflage, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo 1983, ISBN 978-3-5400-8719-9, S. 376&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;neurotische Angst&#039;&#039; liegt laut Freud ihrem Ursprung nach in unserem [[w: Strukturmodell der Psyche#Es|Es]], in unseren unbewussten Instinkten, unerfüllten Wünschen und nicht aufgearbeiteten Traumata. Es handle sich um widersprüchliche Geisteszustände, nicht reale Gedanken, die den Menschen in seinem Ich begrenzen.&amp;lt;ref&amp;gt; Valeria Sabater: [https://gedankenwelt.de/die-drei-arten-von-angst-nach-sigmund-freud/ &#039;&#039;Die drei Arten von Angst nach Sigmund Freud.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gedankenwelt.&#039;&#039; Abgerufen am 21. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;moralische Angst&#039;&#039; tritt auf, wenn das [[w: Über-Ich|Über-Ich]] mit Strafe aufgrund von Verletzungen von Tabus und Regeln droht, und zeigt sich in Schuldgefühlen oder Scham. Diese Form bezieht sich auf die eigene innere sozialen Welt, in der die Moralvorstellungen angelegt sind und beispielsweise die Angst vor Versagen bis hin zu Bestrafung (in Form von Einsamkeit, Verruf, Entlassung etc.) lebt.&amp;lt;ref&amp;gt; Valeria Sabater: [https://gedankenwelt.de/die-drei-arten-von-angst-nach-sigmund-freud/ &#039;&#039;Die drei Arten von Angst nach Sigmund Freud.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gedankenwelt.&#039;&#039; Abgerufen am 21. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychoanalytiker und Psychiater [[w: Stavros Mentzos|Stavros Mentzos]] sieht die Angst als ein „angeborenes und biologisch verankertes Reaktionsmuster“ aufgrund der sie „begleitenden vegetativen Erscheinungen sowie der analogen Erscheinungen bei Tieren“ und vergleicht sie mit der Schmerzreaktion.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;Stavros Mentzos: &#039;&#039;Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven.&#039;&#039; Frankfurt am Main 1990, ISBN 978-3-5964-2239-5, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezogen auf die [[w: Verhaltenstherapie|Verhaltenstherapie]] stellt er die Frage, „ob nicht die Angst ein regelrechter Instinkt ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Angst}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13589</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
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		<updated>2026-05-01T13:13:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein.&lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert vom indogermanischen &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; und mittelhochdeutsch &#039;&#039;angest&#039;&#039; entwickelt. Verwandt ist er mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff „Angst“ gibt es ebenfalls als sogenannten [[w: Germanismus|Wortexport]] im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]], was so viel bedeutet wie Existenzangst. Auch spricht man von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde dieser Ausdruck 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren kann man eine situationsbedingt entstehende Angst von der verhältnismäßig stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] werden sie auch als State- und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst gilt als Oberbegriff für eine Vielzahl von emotionalen Regungen, welche als Gemeinsamkeit eine Verunsicherung des Gefühlslebens aufweisen. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem bekannten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ und dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ Persönlichkeitstypus. Damit verbunden beschreibt er die Grundängste „Angst vor Nähe“, „Angst vor Selbstwerdung“, „Angst vor Veränderung“ und „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Fritz Riemann sieht diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht an, sondern bewertet sie sogar als hilfreich für verschiedene Lebensbedürfnisse. Erst eine einseitige Ausprägung dieser beschriebenen Grundstrukturen führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Erscheinungsformen der Angst umfassen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; einfache „Unsicherheiten“ (Scheu, Beklommenheit, Zaghaftigkeit…), „Furchtformen“ (Versagensfurcht, Verletzungsfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Zwänge“ (Kontrollzwang, Esszwang, Reinigungszwang etc.),  „Paniken“ (Angstanfall, Katastrophenlähmung, Schockstarre etc.), „Phobien“ ([[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]], [[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], …)  bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Lebensangst, Verfolgungswahn …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nichtfachlichen Bereich wird Angst auch oftmals mit andersartigen emotionalen Regungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Misstrauen, mit Scham oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als negative, unangenehme Gefühlsregung festlegen. Abhängig vom Grad der persönlichen Risikoerfahrung und der individuellen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als stark lustbetonte Erfahrung gesehen und erlebt werden, etwa in Form des sogenannten [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Spannungserfahrung von aufregender, riskanter Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zum Erleben eines gesteigerten Lebensgefühls. Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angst bildet der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beherrschten, d.h. nicht krankhaften Angstformen stellen dabei Steuerungsinstrumente für  gefahrenträchtiges Verhalten und ihre Funktion als Warnimpulsgeber dar und bilden somit eine überlebensnotwendige Grundausstattung im Rahmen des angelegten Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Sonderform im Angstkomplex ist die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]], [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]]), die eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension? - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell.&#039;&#039; Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0, S.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [[https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet ([[w:Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w:Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w:John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen, konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w:Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w:Phobische Störung|Phobie]] spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation (&#039;&#039;[[w:Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl&lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst&lt;br /&gt;
* Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w:Panikattacke|Panikattacke]] dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w:Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w:periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w:Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w:Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w:Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w:Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039; 2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w:Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w:Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w:Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w:GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w:Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w:Serotonin|Serotonin]] spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w:Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w:soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w:Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt, wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w:Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lernprozesse ==&lt;br /&gt;
Jeder Mensch besitzt als Anlage eine für ihn typische Angstdisposition, die sich aber bereits ab dem Kleinkindalter und weiterhin lebenslang durch Lernprozesse stark verändern lässt. Jegliche Art von Angst kann gelernt, jedoch auch verlernt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Angst vermeiden - Angst suchen - Angst lernen.&#039;&#039; In der Fachzeitschrift: &#039;&#039;Sache-Wort-Zahl. Vol. 112.&#039;&#039; 2010, S. 10–15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sind die Unterschiede zwischen den mannigfaltigen Formen der Angst wesentlich:&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009. ISBN 3-497-00749-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispielsweise ergeben sich sowohl in der Behandlungsmethode als auch in der Zielsetzung von [[w: Generalisierte Angststörung|Neurotischen Ängsten]], Panikattacken, Phobien oder Furcht gravierende Unterschiede. Jeder Lernprozess bezieht sich auf das Erreichen eines möglichst realitätsgetreuen, beherrschten Angstlevels, da einerseits unangemessene Ängste unnötig Energie verbrauchen und zu dominante Ängste das Aktionspotenzial lähmen, andererseits bei zu schwach ausgeprägten Ängsten die lebensnotwendige Warnwirkung und Schutzfunktion fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2., erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 36–37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offensichtlich hat es [[w: Selektion (Evolution)|Selektionsvorteile]], Gefahrensignale im Gedächtnis zu halten. So ist Angst die gelernte Verbindung von signifikanten Hinweisreizen und deren schädlichen Konsequenzen. Das Lernen von Ängsten geschieht beispielsweise durch eigene Erfahrung ([[w: Konditionierung|Konditionierung]]), durch Instruktion (zum Beispiel Warnhinweise) oder durch Beobachtung fremden Verhaltens ([[w: Lernen am Modell|Lernen am Modell]]). &amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer ===&lt;br /&gt;
Ein bekanntes und einflussreiches [[w: Lerntheorie|lerntheoretisches]] Modell der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst ist die [[w: Zwei-Faktoren-Theorie (Lerntheorie)|Zwei-Faktoren-Theorie]]  von [[w: Orval Hobart Mowrer|Mowrer]] (1960), die folgende Faktoren benennt:&lt;br /&gt;
# [[w: Klassische Konditionierung|Klassische Konditionierung]]: Angst entsteht durch klassische Konditionierung, bei welcher ein ursprünglich neutraler Reiz durch das gleichzeitige Auftreten mit einer Angstreaktion zu einem konditionierten Angstreiz wird (siehe das [[w: Little-Albert-Experiment|Little-Albert-Experiment]]).&lt;br /&gt;
# [[w: Operante Konditionierung|Operante Konditionierung]]: Indem der klassisch konditionierte Angstreiz vermieden wird, kommt es zur Reduzierung von Angst und Spannungszuständen und dadurch zu einer  [[w: Negative Verstärkung|negativen Verstärkung]] und einem Aufrechterhalten von Vermeidungsverhaltens und Erwartungsangst.&amp;lt;ref&amp;gt; Adly Rausch: &amp;quot;Problembelastete Schülerinnen und Schüler: Begriffe - Umfeld - Handlungsmöglichkeiten.&amp;quot; Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2006, ISBN 3-7815-1465-X, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Preparedness ===&lt;br /&gt;
Es gibt laut [[w: Martin Seligman|Martin Seligman]] „biologisch vorbereitete Ängste“, wie beispielsweise die Angst vor Spinnen, Schlangen oder wütenden Gesichtern, die sehr viel leichter gelernt werden können als andere. Dieses Phänomen,  als &#039;&#039;Preparedness&#039;&#039; benannt, zeigt sich auch, wenn die Reize [[w: Subliminal (Psychologie)|unterschwellig]] an den Menschen herankommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Seligman: &#039;&#039;Phobias and preparedness.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Behavior Therapy.&#039;&#039; 1971, S. 307–321.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neuzeitliche Gefahrenquellen wie defekte Elektrokabel oder Schusswaffen sind allerdings nicht biologisch vorbereitet.&amp;lt;ref&amp;gt; Arne Öhman und Susan Mineka: &#039;&#039;Fears, phobias, and preparedness: toward an evolved module of fear and fear learning.&#039;&#039; In:  &#039;&#039;Psychological Review. Vol. 108.&#039;&#039; 2001, S. 483–522.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kognitive Sicht ===&lt;br /&gt;
Nach [[w: Aaron T. Beck|Aaron T. Beck]] entsteht Angst, wenn die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Gefahr groß, die Schadenskosten hoch und die eigenen [[w: Copingstrategie|Copingstrategie]]n und die Möglichkeit auf Hilfe von außen niedrig eingeschätzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;Randy O. Frost, Gail Steketee: &amp;quot;Cognitive Approaches to Obsessions and Compulsions: Theory, Assessment, and Treatment.&amp;quot; Verlag Elsevier, Boston USA 2002, ISBN: 978-0-08-043410-0, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Quasi-mathematisch ließe sich das folgendermaßen beschreiben:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst=Geschätzte Wahrscheinlichkeit*Geschätzter Schaden/(Copingstrategien+Mögliche Hilfe von außen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Erklärung beschreibt das [[w: Stressmodell von Lazarus|Stressmodell von Lazarus]], nach welchem Angst die Folge einer subjektiven Bedrohungsinterpretation bei gleichzeitig niedriger Bewältigungseinschätzung ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Lydia Suhr-Dachs, Manfred Döpfner: &amp;quot;Leistungsängste: Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ). Band 1.&amp;quot; Verlag Hogrefe, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8409-2695-2, S. 22–24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Angst}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13588</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13588"/>
		<updated>2026-05-01T12:50:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein.&lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert vom indogermanischen &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; und mittelhochdeutsch &#039;&#039;angest&#039;&#039; entwickelt. Verwandt ist er mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff „Angst“ gibt es ebenfalls als sogenannten [[w: Germanismus|Wortexport]] im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]], was so viel bedeutet wie Existenzangst. Auch spricht man von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde dieser Ausdruck 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren kann man eine situationsbedingt entstehende Angst von der verhältnismäßig stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] werden sie auch als State- und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst gilt als Oberbegriff für eine Vielzahl von emotionalen Regungen, welche als Gemeinsamkeit eine Verunsicherung des Gefühlslebens aufweisen. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem bekannten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ und dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ Persönlichkeitstypus. Damit verbunden beschreibt er die Grundängste „Angst vor Nähe“, „Angst vor Selbstwerdung“, „Angst vor Veränderung“ und „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Fritz Riemann sieht diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht an, sondern bewertet sie sogar als hilfreich für verschiedene Lebensbedürfnisse. Erst eine einseitige Ausprägung dieser beschriebenen Grundstrukturen führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Erscheinungsformen der Angst umfassen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; einfache „Unsicherheiten“ (Scheu, Beklommenheit, Zaghaftigkeit…), „Furchtformen“ (Versagensfurcht, Verletzungsfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Zwänge“ (Kontrollzwang, Esszwang, Reinigungszwang etc.),  „Paniken“ (Angstanfall, Katastrophenlähmung, Schockstarre etc.), „Phobien“ ([[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]], [[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], …)  bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Lebensangst, Verfolgungswahn …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nichtfachlichen Bereich wird Angst auch oftmals mit andersartigen emotionalen Regungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Misstrauen, mit Scham oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als negative, unangenehme Gefühlsregung festlegen. Abhängig vom Grad der persönlichen Risikoerfahrung und der individuellen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als stark lustbetonte Erfahrung gesehen und erlebt werden, etwa in Form des sogenannten [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Spannungserfahrung von aufregender, riskanter Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zum Erleben eines gesteigerten Lebensgefühls. Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angst bildet der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beherrschten, d.h. nicht krankhaften Angstformen stellen dabei Steuerungsinstrumente für  gefahrenträchtiges Verhalten und ihre Funktion als Warnimpulsgeber dar und bilden somit eine überlebensnotwendige Grundausstattung im Rahmen des angelegten Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Sonderform im Angstkomplex ist die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]], [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]]), die eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension? - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell.&#039;&#039; Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0, S.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [[https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet ([[w:Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w:Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w:John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen, konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w:Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w:Phobische Störung|Phobie]] spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation (&#039;&#039;[[w:Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl&lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst&lt;br /&gt;
* Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w:Panikattacke|Panikattacke]] dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w:Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w:periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w:Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w:Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w:Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w:Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039; 2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w:Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w:Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w:Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w:GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w:Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w:Serotonin|Serotonin]] spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w:Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w:soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w:Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt, wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w:Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lernprozesse ==&lt;br /&gt;
Jeder Mensch besitzt als Anlage eine für ihn typische Angstdisposition, die sich aber bereits ab dem Kleinkindalter und weiterhin lebenslang durch Lernprozesse stark verändern lässt. Jegliche Art von Angst kann gelernt, jedoch auch verlernt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Angst vermeiden - Angst suchen - Angst lernen.&#039;&#039; In der Fachzeitschrift: &#039;&#039;Sache-Wort-Zahl. Vol. 112.&#039;&#039; 2010, S. 10–15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sind die Unterschiede zwischen den mannigfaltigen Formen der Angst wesentlich:&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009. ISBN 3-497-00749-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispielsweise ergeben sich sowohl in der Behandlungsmethode als auch in der Zielsetzung von [[w: Generalisierte Angststörung|Neurotischen Ängsten]], Panikattacken, Phobien oder Furcht gravierende Unterschiede. Jeder Lernprozess bezieht sich auf das Erreichen eines möglichst realitätsgetreuen, beherrschten Angstlevels, da einerseits unangemessene Ängste unnötig Energie verbrauchen und zu dominante Ängste das Aktionspotenzial lähmen, andererseits bei zu schwach ausgeprägten Ängsten die lebensnotwendige Warnwirkung und Schutzfunktion fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2., erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 36–37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offensichtlich hat es [[w: Selektion (Evolution)|Selektionsvorteile]], Gefahrensignale im Gedächtnis zu halten. So ist Angst die gelernte Verbindung von signifikanten Hinweisreizen und deren schädlichen Konsequenzen. Das Lernen von Ängsten geschieht beispielsweise durch eigene Erfahrung ([[w: Konditionierung|Konditionierung]]), durch Instruktion (zum Beispiel Warnhinweise) oder durch Beobachtung fremden Verhaltens ([[w: Lernen am Modell|Lernen am Modell]]). &amp;lt;ref&amp;gt;  Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Angst}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13587</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
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		<updated>2026-05-01T12:27:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Spektrum der Angst */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein.&lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert vom indogermanischen &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; und mittelhochdeutsch &#039;&#039;angest&#039;&#039; entwickelt. Verwandt ist er mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff „Angst“ gibt es ebenfalls als sogenannten [[w: Germanismus|Wortexport]] im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]], was so viel bedeutet wie Existenzangst. Auch spricht man von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde dieser Ausdruck 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren kann man eine situationsbedingt entstehende Angst von der verhältnismäßig stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] werden sie auch als State- und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst gilt als Oberbegriff für eine Vielzahl von emotionalen Regungen, welche als Gemeinsamkeit eine Verunsicherung des Gefühlslebens aufweisen. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem bekannten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ und dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ Persönlichkeitstypus. Damit verbunden beschreibt er die Grundängste „Angst vor Nähe“, „Angst vor Selbstwerdung“, „Angst vor Veränderung“ und „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Fritz Riemann sieht diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht an, sondern bewertet sie sogar als hilfreich für verschiedene Lebensbedürfnisse. Erst eine einseitige Ausprägung dieser beschriebenen Grundstrukturen führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Erscheinungsformen der Angst umfassen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; einfache „Unsicherheiten“ (Scheu, Beklommenheit, Zaghaftigkeit…), „Furchtformen“ (Versagensfurcht, Verletzungsfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Zwänge“ (Kontrollzwang, Esszwang, Reinigungszwang etc.),  „Paniken“ (Angstanfall, Katastrophenlähmung, Schockstarre etc.), „Phobien“ ([[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]], [[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], …)  bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Lebensangst, Verfolgungswahn …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nichtfachlichen Bereich wird Angst auch oftmals mit andersartigen emotionalen Regungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Misstrauen, mit Scham oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als negative, unangenehme Gefühlsregung festlegen. Abhängig vom Grad der persönlichen Risikoerfahrung und der individuellen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als stark lustbetonte Erfahrung gesehen und erlebt werden, etwa in Form des sogenannten [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Spannungserfahrung von aufregender, riskanter Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zum Erleben eines gesteigerten Lebensgefühls. Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angst bildet der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beherrschten, d.h. nicht krankhaften Angstformen stellen dabei Steuerungsinstrumente für  gefahrenträchtiges Verhalten und ihre Funktion als Warnimpulsgeber dar und bilden somit eine überlebensnotwendige Grundausstattung im Rahmen des angelegten Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Sonderform im Angstkomplex ist die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]], [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]]), die eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension? - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell.&#039;&#039; Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0, S.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [[https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet ([[w:Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w:Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w:John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen, konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w:Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w:Phobische Störung|Phobie]] spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation (&#039;&#039;[[w:Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl&lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst&lt;br /&gt;
* Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w:Panikattacke|Panikattacke]] dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w:Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w:periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w:Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w:Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w:Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w:Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039; 2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w:Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w:Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w:Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w:GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w:Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w:Serotonin|Serotonin]] spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w:Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w:soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w:Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt, wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w:Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Angst}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13586</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13586"/>
		<updated>2026-05-01T12:01:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Begriff */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein.&lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert vom indogermanischen &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; und mittelhochdeutsch &#039;&#039;angest&#039;&#039; entwickelt. Verwandt ist er mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff „Angst“ gibt es ebenfalls als sogenannten [[w: Germanismus|Wortexport]] im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]], was so viel bedeutet wie Existenzangst. Auch spricht man von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde dieser Ausdruck 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren kann man eine situationsbedingt entstehende Angst von der verhältnismäßig stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] werden sie auch als State- und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem verbreiteten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[w:Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ und dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ Persönlichkeitstypus. Als damit verbundene „Grundängste“ des Menschen beschreibt er entsprechend die „Angst vor Nähe“, die „Angst vor Selbstwerdung“, die „Angst vor Veränderung“ und die „Angst vor Endgültigkeit“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstrukturen treten nicht in Reinform auf und so bewertet Fritz Riemann diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht, sondern sieht sie als nützlich für verschiedene Lebensbedürfnisse an. Erst eine einseitige Ausprägung führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erscheinungsformen der Angst reichen nach dem von dem [[w:Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; von einfachen „Unsicherheiten“ (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit etc.) über die „Zwänge“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.), die „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), die „Phobien“ ([[w:Akrophobie|Akrophobie]], [[w:Agoraphobie|Agoraphobie]], [[w:Klaustrophobie|Klaustrophobie]] …), die „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre, Katastrophenlähmung etc.) bis zu den „Psychosen“ (z.&amp;amp;nbsp;B Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst wird im nichtfachlichen Bereich auch häufig mit andersartigen Gefühlsregungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Scham, mit Misstrauen oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des [[w:Thrill|Thrill]]s. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte [[w:Kick (Psychologie)|Kick]] kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steuerungsinstrumente gefahrenträchtigen Verhaltens und Warnimpulsgeber stellen die beherrschten nicht krankhaften Angstformen eine unverzichtbare Grundausstattung im Rahmen des funktionierenden Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderphänomen im Angstkomplex stellt die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]]), auch [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]] genannt, dar, eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension?&#039;&#039; - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet ([[w:Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w:Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w:John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w:Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen, konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w:Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w:Phobische Störung|Phobie]] spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation (&#039;&#039;[[w:Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl&lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst&lt;br /&gt;
* Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w:Panikattacke|Panikattacke]] dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w:Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w:periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w:Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w:Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w:Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w:Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039; 2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w:Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w:Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w:Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w:GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w:Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w:Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w:Serotonin|Serotonin]] spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w:Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w:soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w:Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt, wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w:Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Angst}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13362</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13362"/>
		<updated>2026-04-22T17:12:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Psychophysiologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein. &lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert von indogermanisch &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; entwickelt. Er ist verwandt mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Angst“ gibt es als [[w: Germanismus|Wortexport]] auch im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]]. Es bedeutet so viel wie Existenzangst. Man spricht von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde das Wort 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin lässt sich eine situationsbedingt entstehende Emotion &#039;&#039;Angst&#039;&#039; von der relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Sie werden nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] seit 1966 auch als State-Angst und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
Angst ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem verbreiteten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ und dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ Persönlichkeitstypus. Als damit verbundene „Grundängste“ des Menschen beschreibt er entsprechend die „Angst vor Nähe“, die „Angst vor Selbstwerdung“, die „Angst vor Veränderung“ und die „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Diese Grundstrukturen treten nicht in Reinform auf und so bewertet Fritz Riemann diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht, sondern sieht sie als nützlich für verschiedene Lebensbedürfnisse an. Erst eine einseitige Ausprägung führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erscheinungsformen der Angst reichen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; von einfachen „Unsicherheiten“ (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit …) über die „Zwänge“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.), die „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), die „Phobien“ ([[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], [[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]] …), die „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre, Katastrophenlähmung etc.) bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst wird im nichtfachlichen Bereich auch häufig mit andersartigen Gefühlsregungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Scham, mit Misstrauen oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]] kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steuerungsinstrumente gefahrenträchtigen Verhaltens und Warnimpulsgeber stellen die beherrschten nicht krankhaften Angstformen eine unverzichtbare Grundausstattung im Rahmen des funktionierenden Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderphänomen im Angstkomplex stellt die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]]), auch [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]] genannt, dar, eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension?&#039;&#039; - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet  ([[w: Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt; Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w: Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w: John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w: Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w: Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w: Phobische Störung|Phobie]]  spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation  (&#039;&#039;[[w: Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl &lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w: Panikattacke|Panikattacke]]  dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w: Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w: periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w: Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w: Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w: Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w: Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w: Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN: 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;  Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039;  2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant: &amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w: Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w: Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w: Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w: GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w: Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w: Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w: Serotonin|Serotonin]]  spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w: Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w: soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des  serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Reaktionsmuster auf angstauslösende Reize sind Vermeidungsverhalten und [[w: Sympathikus|Sympathikus]]-Erregung. Das Erkennen von Gefahrenanzeichen und die autonome Sympathikusantwort sind [[w: Dissoziation (Neuropsychologie)|doppelt dissoziiert]]: Bei Schädigung der Amygdala kann zwar das Gefahrensignal als solches benannt werden, eine körperliche Angstreaktion jedoch erfolgt nicht. Ist hingegen der Hippocampus geschädigt,  wird die körperliche Angstreaktion ausgelöst, ohne dass der Patient die Ursache erkennt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Bechara et al.: [https://www.science.org/doi/10.1126/science.7652558  &#039;&#039;Double dissociation of conditioning and declarative knowledge relative to the amygdala and hippocampus in humans.&#039;&#039;] In:  &#039;&#039;Science. Vol. 269.&#039;&#039; 1995, S. 1115–1118.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spontane Angstreaktionen bei Säugetieren können von [[w: Neocortex|neokortikalen]] Hirngebieten, insbesondere dem [[w: Präfrontaler Cortex|präfrontalen Kortex]] (PFC), verändert und moduliert werden.&amp;lt;ref =&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;   Andreas Olsson und Elizabeth A. Phelps: &amp;quot;Social learning of fear.&amp;quot; In der Fachzeitschrift: &amp;quot;Nature Neuroscience. Vol.10. Iss. 9.&amp;quot; 2007, S. 1095–1102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispielsweise reagieren Mäuse schmerzempfindlicher, wenn sie vorher eine Schmerzreaktion bei einer anderen Maus beobachteten, jedoch nur, wenn sie ihnen bekannt war.&amp;lt;ref&amp;gt;D. J. Langford: &#039;&#039;Social modulation of pain as evidence for empathy in mice&#039;&#039;. In:  &#039;&#039;Science. Vol. 312.&#039;&#039; 2006, S. 1967–1970.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Menschen erscheint die [[w: Empathie|empathische]] Angstreaktion kontextabhängig. So war im Experiment von Lanzetta und Englis das Ausmaß der Angst eines beobachtenden Probanden davon abhängig, ob das Modell in einem Spiel Mitstreiter oder Gegner war.&amp;lt;ref&amp;gt; John T. Lanzetta und Basil G. Englis: &#039;&#039;Expectations of cooperation and competition and their effects on observers&#039; vicarious emotional responses.&#039;&#039; In:  &#039;&#039;Journal of Personality and Social Psychology. Vol. 56.&#039;&#039; 1989, S. 534–554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13361</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13361"/>
		<updated>2026-04-22T16:48:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein. &lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert von indogermanisch &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; entwickelt. Er ist verwandt mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Angst“ gibt es als [[w: Germanismus|Wortexport]] auch im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]]. Es bedeutet so viel wie Existenzangst. Man spricht von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde das Wort 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin lässt sich eine situationsbedingt entstehende Emotion &#039;&#039;Angst&#039;&#039; von der relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Sie werden nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] seit 1966 auch als State-Angst und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
Angst ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem verbreiteten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ und dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ Persönlichkeitstypus. Als damit verbundene „Grundängste“ des Menschen beschreibt er entsprechend die „Angst vor Nähe“, die „Angst vor Selbstwerdung“, die „Angst vor Veränderung“ und die „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Diese Grundstrukturen treten nicht in Reinform auf und so bewertet Fritz Riemann diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht, sondern sieht sie als nützlich für verschiedene Lebensbedürfnisse an. Erst eine einseitige Ausprägung führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erscheinungsformen der Angst reichen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; von einfachen „Unsicherheiten“ (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit …) über die „Zwänge“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.), die „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), die „Phobien“ ([[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], [[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]] …), die „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre, Katastrophenlähmung etc.) bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst wird im nichtfachlichen Bereich auch häufig mit andersartigen Gefühlsregungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Scham, mit Misstrauen oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]] kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steuerungsinstrumente gefahrenträchtigen Verhaltens und Warnimpulsgeber stellen die beherrschten nicht krankhaften Angstformen eine unverzichtbare Grundausstattung im Rahmen des funktionierenden Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderphänomen im Angstkomplex stellt die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]]), auch [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]] genannt, dar, eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension?&#039;&#039; - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Funktion der Angst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst hat evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als eine Art Alarmsystem, das die Sinne schärft und die Körperkraft aktiviert und dadurch in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes und sinnvolles Verhalten einleitet  ([[w: Fight-or-flight|Fight-or-Flight]]).&amp;lt;ref&amp;gt; Katharina Domschke: [https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-angst-und-koennen-aengste-auch-hilfreich-sein/ &#039;&#039;Der Ursprung von Ängsten. Können uns Ängste auch helfen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AOK. Gesundheitsmagazin.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Aufgabe zu erfüllen, darf weder zu viel Angst das Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Risiken und Gefahren ausblenden. Bereits 1908 formulierten die Verhaltensbiologen und Ethologen [[w: Robert Yerkes|Robert Yerkes]] und [[w: John D. Dodson|John D. Dodson]] in ihrem bekannten Aktivationsmodell ([[w: Yerkes-Dodson-Gesetz|Yerkes-Dodson-Gesetz]] oder „Gesetz der Angst“) [[w: Yerkes-Dodson-Gesetz|gesetzmäßige Zusammenhänge]] zwischen dem nervösen Erregungsniveau der Probanden und deren kognitiver Leistungsfähigkeit, welches sie als „Aktivationsniveaus“ benannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yerkes, R.M. &amp;amp; Dodson, J.D.: &#039;&#039;The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation.&#039;&#039; Journal of Comparative Neurology and Psychology, &#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;, 1908, S. 459–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  damaligen Forschungserkenntnisse, gewonnen aus Tierversuchen konnten inzwischen durch weitere empirische Studien auch bezogen auf menschliches Verhalten bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Die Funktion von Angst und Furcht.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des geringen Energieaufwands bei Fluchtverhalten (wenige hundert Kilokalorien) im Vergleich zu den möglichen folgenschweren Auswirkungen bei übersehenen Bedrohungen, ist das „Alarmsystem“ Angst grundsätzlich sehr empfindlich eingestellt, was bisweilen Fehlalarme zur Folge hat.&amp;lt;ref&amp;gt;R. M. Nesse: &#039;&#039;The smoke detector principle.&#039;&#039; Annals of the New York Academy of Sciences 935, 2001, S. 75–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeigt sich die Angstreaktion bezüglich der tatsächlichen Bedrohungslage als inadäquat, wird dies als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet. Von einer [[w: Phobische Störung|Phobie]]  spricht man, wenn diese Angst an eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gebunden ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Dörner, Ursula Plog: &#039;&#039;Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie.&#039;&#039; Bonn 1996, ISBN 3-88414-183-X, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): &#039;&#039;Philosophie-Lexikon.&#039;&#039; Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55453-4, S. 39–40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Reaktionen ==&lt;br /&gt;
Bei den körperlichen Symptomen der Angst handelt es sich um normale (nicht krankhafte) körperliche Reaktionen, welche bei (realer oder irrealer) Gefahr die physische oder seelische Unversehrtheit sichern sollen. Durch diese wird ein Lebewesen auf eine Flucht- oder Kampfsituation  (&#039;&#039;[[w: Fight-or-flight|fight or flight]]&#039;&#039;) vorbereitet:&lt;br /&gt;
* Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, Pupillen weiten sich&lt;br /&gt;
* Ein größerer Teil des weißen Augapfels wird sichtbar&lt;br /&gt;
* Erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Muskelanspannung&lt;br /&gt;
* Erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz&lt;br /&gt;
* Schnellere und flachere Atmung&lt;br /&gt;
* Energie in Muskeln wird bereitgestellt&lt;br /&gt;
* Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl &lt;br /&gt;
* Hitze- oder Kälteschauer&lt;br /&gt;
* Darm-, Magen- und Blasentätigkeit werden während der Angstreaktion gehemmt&lt;br /&gt;
* Atemnot und Übelkeit können auftreten&lt;br /&gt;
* Absonderung von Geruchs-Molekülen im Schweiß, durch die bei anderen Menschen ebenfalls unterbewusst Alarmbereitschaft ausgelöst werden kann&amp;lt;ref&amp;gt;Mujica-Parodi et al.: [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2713432/ &#039;&#039;Chemosensory Cues to Conspecific Emotional Stress Activate Amygdala in Humans.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;National Library of medicine.&#039;&#039; Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die körperlichen Symptome der Angst sind sowohl bei realer Bedrohung als auch bei einer [[w: Panikattacke|Panikattacke]]  dieselben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jedem vierten Patienten geht die Angststörung mit chronischen Schmerzen einher.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Angststoerung-kann-Schmerzen-bereiten-390771.html &#039;&#039;Angststörung kann Schmerzen bereiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ärzte Zeitung.&#039;&#039; 18. Januar 2007, Abgerufen am 27. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychophysiologie ==&lt;br /&gt;
Für das Überleben von vielen Tieren ist der Wechsel zwischen dem Entstehen von Angst im Verteidigungsfall und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten lebensnotwendig. Wie allerdings dieser Übergang durch neuronale Schaltungen entsteht, ist noch nicht ausreichend erforscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neurophysiologie wird angenommen, dass „bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler [[w: Amygdala|Amygdala]]-Neuronen ausgelöst werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.psychologen.at/lexikon/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;PsychologInnen.at. Lexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 31. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Amygdala werden folgende Regionen erregt: [[w: periaquäduktales Grau|periaquäduktales Grau]], [[w: Locus caeruleus|Locus caeruleus]], [[w: Nucleus parabrachialis|Nucleus parabrachialis]], das [[w: vegetatives Nervensystem|vegetative Nervensystem]] über den [[w: Hypothalamus|Hypothalamus]] und die so genannte [[w: Stressreaktion|Stressachse]] ([[w: Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse|Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse]]). Dabei kommt es bei einer akuten Stress-/Angstreaktion zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin aus dem [[w: Nebennierenmark|Nebennierenmark]]. Bei lang anhaltendem, chronischem Stress dominiert die Ausschüttung von [[w: Cortisol|Cortisol]] aus der [[w:Nebennierenrinde|Nebennierenrinde]].&amp;lt;ref&amp;gt; Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): &#039;&#039;Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie.&#039;&#039; Springer- Verlag , Berlin Heidelberg 2017, ISBN: 978-3-662-54121-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der Reaktion ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Frühe Erfahrungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stress der Mutter in der Schwangerschaft, perinatale Ereignisse, Mutter-Kind-Beziehung, Dauer der Stillzeit und anderes) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.&amp;lt;ref =&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;  Rudolf Marx: &#039;&#039;Angststörungen - eine Einführung.&#039;&#039; In: Beiglböck u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung.&#039;&#039;  2. Auflage. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-23602-3, S. 197–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bisherigem Wissensstand sind bei Ängsten vor allem drei [[w: Neurotransmitter|Neurotransmitter]]systeme relevant: &amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;GABAerges System&#039;&#039;: [[w: Gamma-Aminobuttersäure|GABA]] wird als der wichtigste hemmende Neurotransmitter im [[w: Zentralnervensystem|ZNS]] bezeichnet. Bei einer herabgesetzten GABA-Funktion kommt es zu Überreizung und einer Generalisierung der Erregung. So scheinen [[w: Generalisierte Angststörung|generalisierte Ängste]] mit einer mangelhaften Funktion des hemmenden Neurotransmitters in Beziehung zu stehen. Von Bedeutung scheinen hierbei ausschließlich GABA-A-Benzodiazepin(BDZ)-[[w: GABA-Rezeptor|Rezeptoren]] zu sein. [[w: Benzodiazepine|Benzodiazepine]] stimulieren den GABA-BDZ-Rezeptorkomplex, was u.&amp;amp;nbsp;a. ihre beruhigende und angstlösende Wirkung erklärt. Zudem ist das GABA-System mit dem noradrenergen und dem serotonergen Neurotransmittersystem verbunden.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;noradrenerges System&#039;&#039;: [[w: Noradrenalin|Noradrenerge]] Bahnen (ausgehend vom [[w: Locus caeruleus|Locus caeruleus]]) scheinen bei Angstsymptomen eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine durch elektrische Reize gesteigerte Aktivität des Noradrenalin führte in Tierversuchen zu einem Vollbild einer Panikattacke, daher wird über eine mögliche fehlerhafte Regulation des Locus caeroleus gesprochen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;serotonerges System&#039;&#039;: Der Neurotransmitter [[w: Serotonin|Serotonin]]  spielt bei unterschiedlichen Formen der Angst eine bedeutende Rolle, jedoch sind die genauen Mechanismen noch nicht bekannt. Allgemein scheint eine verminderte Funktion des serotonergen Systems mit [[w: Zwangsstörung|Zwangsneurosen]], Phobien und [[w: soziale Phobie|sozialen Phobien]] im Zusammenhang zu stehen. Menschen mit einer Unterfunktion des  serotonergen Systems reagieren ängstlich und gehemmt bis aggressiv. Auch bei Suizid-gefährdeten Patienten zeigte sich ein erniedrigter Serotoningehalt. Jedoch wurde auch schon eine Erhöhung des Serotonins bei Ängsten gefunden, sodass von einer wahrscheinlich modulatorischen und strukturspezifischen Wirkung ausgegangen wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Lunita/Angst&amp;diff=13351</id>
		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
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		<updated>2026-04-22T11:49:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein. &lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert von indogermanisch &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; entwickelt. Er ist verwandt mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Angst“ gibt es als [[w: Germanismus|Wortexport]] auch im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]]. Es bedeutet so viel wie Existenzangst. Man spricht von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde das Wort 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin lässt sich eine situationsbedingt entstehende Emotion &#039;&#039;Angst&#039;&#039; von der relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Sie werden nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] seit 1966 auch als State-Angst und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Spektrum der Angst ==&lt;br /&gt;
Angst ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker [[w: Fritz Riemann (Psychoanalytiker)|Fritz Riemann]] unterscheidet in seinem verbreiteten Hauptwerk [[w: Grundformen der Angst|Grundformen der Angst]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Riemann: &#039;&#039;Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie.&#039;&#039; 39. Auflage. Reinhardt, München 2009, ISBN 3-497-00749-8&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Christian Philipp Nixdorf: [https://www.pedocs.de/volltexte/2020/19279/pdf/Nixdorf_2008_Die_vier_Grundformen_der_Angst.pdf &#039;&#039;Die vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.&#039;&#039;] Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Hannover 2008. Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem „[[w: Schizoide Persönlichkeitsstörung|schizoiden]]“, dem „[[Depression|depressiven]]“, dem „[[w:zwanghaft|zwanghaft]]en“ und dem „[[w:hysterisch|hysterisch]]en“ Persönlichkeitstypus. Als damit verbundene „Grundängste“ des Menschen beschreibt er entsprechend die „Angst vor Nähe“, die „Angst vor Selbstwerdung“, die „Angst vor Veränderung“ und die „Angst vor Endgültigkeit“. &lt;br /&gt;
Diese Grundstrukturen treten nicht in Reinform auf und so bewertet Fritz Riemann diese Tendenzen nicht als grundsätzlich schlecht, sondern sieht sie als nützlich für verschiedene Lebensbedürfnisse an. Erst eine einseitige Ausprägung führt zu entsprechenden Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Sponsel: [http://www.sgipt.org/gipt/diffpsy/cst/cst0.htm &#039;&#039;Die vier Grundstrukturen nach Riemann´s Grundformen der Angst.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.&#039;&#039; Abgerufen am 26. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erscheinungsformen der Angst reichen nach dem von dem [[w: Experimentelle Psychologie|Experimentalpsychologen]] [[w: Siegbert A. Warwitz|Siegbert A. Warwitz]] aufgestellten Angst-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Das Feld der Angstgefühle.&#039;&#039; In: Ders.: &#039;&#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen.&#039;&#039; 2. erw. Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1&amp;lt;/ref&amp;gt; von einfachen „Unsicherheiten“ (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit …) über die „Zwänge“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.), die „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), die „Phobien“ ([[w: Akrophobie|Akrophobie]], [[w: Agoraphobie|Agoraphobie]], [[w: Klaustrophobie|Klaustrophobie]] …), die „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre, Katastrophenlähmung etc.) bis zu den „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst …). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst wird im nichtfachlichen Bereich auch häufig mit andersartigen Gefühlsregungen verwechselt oder vermischt, etwa mit Scham, mit Misstrauen oder Sinnzweifeln.&amp;lt;ref&amp;gt; Siegbert Warwitz: [https://www.focus.de/gesundheit/wagnisforscher-siegbert-warwitz-angst-ist-kein-zeichen-von-schwaeche-sondern-bietet-ihnen-versteckte-vorteile_id_260753219.html &#039;&#039;Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sondern bietet Ihnen versteckte Vorteile.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Focus online.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des [[w: Thrill|Thrill]]s. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte [[w: Kick (Psychologie)|Kick]] kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &#039;&#039;Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen.&#039;&#039; In: DAV (Hrsg.) &#039;&#039;Berg 2006.&#039;&#039; München-Innsbruck-Bozen 2005, ISBN 3-937530-10-X, S. 96–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steuerungsinstrumente gefahrenträchtigen Verhaltens und Warnimpulsgeber stellen die beherrschten nicht krankhaften Angstformen eine unverzichtbare Grundausstattung im Rahmen des funktionierenden Selbsterhaltungstriebs dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Goltschnigg (Hrsg.): &#039;&#039;Angst. Lähmender Stillstand und Motor des Fortschritts.&#039;&#039; Stauffenburg, Tübingen 2012, ISBN 978-3860570258, S. 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderphänomen im Angstkomplex stellt die sogenannte „Angst vor der Angst“ ([[w: Phobophobie|Phobophobie]]), auch [[w: Angstsensitivität|Angstsensitivität]] genannt, dar, eine objektlose Angst vor den eigenen Angstsymptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Kemper: &#039;&#039;Das Persönlichkeitsmerkmal Angstsensitivität: Taxon oder Dimension?&#039;&#039; - Eine Analyse mit dem Mischverteilungs-Raschmodell, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5119-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Christoph J. Kemper und Marina Finnern: [https://www.researchgate.net/publication/280085281_Angstsensitivitatsindex-3_ASI-3 &#039;&#039;Die deutsche Version des Angstsensitivitätsindex-3 (ASI-3).&#039;&#039;]8. Dezember 2011, In: &#039;&#039;researchgate.net.&#039;&#039; Abgerufen am 22. April 2026, S.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
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		<title>Benutzer:Lunita/Angst</title>
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		<updated>2026-04-22T11:18:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Angst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.  Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet. == Begriff == Der Begriff Angst…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angst&#039;&#039;&#039; ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des [[Selbst|Selbstbildes]] sein. &lt;br /&gt;
Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als [[w: Angststörung|Angststörung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert von indogermanisch &#039;&#039;anghu&#039;&#039; „beengend“ über althochdeutsch &#039;&#039;angust&#039;&#039; entwickelt. Er ist verwandt mit dem lateinischen &#039;&#039;angustus&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;angustia&#039;&#039; für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch [[w: Angina|Angina]]) und &#039;&#039;angor&#039;&#039; „Würgen“.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Angst“ gibt es als [[w: Germanismus|Wortexport]] auch im Englischen, siehe [[w: German Angst|German Angst]]. Es bedeutet so viel wie Existenzangst. Man spricht von „angst-ridden“ (von Angst geritten). Vermutlich wurde das Wort 1849 von [[w: George Eliot|George Eliot]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.etymonline.com/search?q=angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;etymonline.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie gilt Angst als emotionaler Zustand, der durch Anspannung, Nervosität und die Furcht vor der Zukunft gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen einer objektunbestimmten und einer objektbezogenen Angst (auch Furcht genannt).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/angst &#039;&#039;Angst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin lässt sich eine situationsbedingt entstehende Emotion &#039;&#039;Angst&#039;&#039; von der relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaft [[w: Ängstlichkeit|&#039;&#039;Ängstlichkeit&#039;&#039;]] unterscheiden. Sie werden nach dem Angstmodell von [[w: Charles Spielberger|Charles Spielberger]] seit 1966 auch als State-Angst und Trait-Angst bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/state-trait-anxiety-inventory-stai  &#039;&#039;State Trait Anxiety Inventory (STAI).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 21. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
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		<title>Benutzer:Lunita</title>
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		<updated>2026-04-22T11:06:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Werkstatt neue Artikel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Werkstatt neue Artikel ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lunita/Angst|Angst]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lunita/Selbst|Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lunita/Freiheit|Freiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Benutzerseite]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12961</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12961"/>
		<updated>2026-04-01T13:14:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: zukunftsweisende Hypothese hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Freier Mensch Zitat Steiner.png|mini|400px|Zitat von [[Rudolf Steiner]] aus [[a:GA 4|&#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039;]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:6&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen aus&amp;amp;shy;zuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Der reine Gedanke gleicht einer Sonne, die aus sich selbst heraus strahlt und Licht und Wärme aussendet. Durch Meditation erhebt der Mensch den Gedankeninhalt „zur reinen, frei verfügbaren und wirksamen Strahlkraft.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/meditation-bewusstsein-corona/ &#039;&#039;Die gegenwärtige Zeit benötigt eine spezifische Meditation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Wesen zu gelangen, das hinter der physisch-sinnlichen Realität steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;7. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1987, ISBN 3-7274-0070-6, S.&amp;amp;nbsp;43. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_007.pdf#page=43&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:6&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit. Das Sanskritwort für Freiheit lautet Moksha ([[w:Devanagari|Devanagari]] मोक्ष, [[w:IAST|IAST]] &#039;&#039;mokṣa&#039;&#039;, „Befreiung, Freiheit, Erlösung“):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ (Svarajya). Das Sanskritwort Svarajya (Devanagari स्वराज्य , [[w:IAST|IAST]] &#039;&#039;svarājya&#039;&#039;) setzt sich aus den Wörtern &#039;&#039;sva&#039;&#039; („eigen“)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://kosha.sanskrit.today/word/sa/sva स्व (sva).]&#039;&#039; In: &#039;&#039;kosha.sanskrit.today.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;rājya&#039;&#039; („Regierung, Reich, Herrschaft, Souveränität“)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://kosha.sanskrit.today/word/sa/%E0%A4%B0%E0%A4%BE%E0%A4%9C%E0%A5%8D%E0%A4%AF राज्य (rAjya).]&#039;&#039; In: &#039;&#039;kosha.sanskrit.today.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammen. Savarajya ist nach Sivananda nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte bereitet, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ entwickelt der Mensch Unterscheidungskraft, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
sondern eben, daß wir etwas verehren, das über uns ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und legen durch unsere Anerkennung an den Tag,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Goethes Gespräche mit Eckermann.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Goethes Gespräche mit Eckermann.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Wien 1955, S.&amp;amp;nbsp;267. ([https://imwerden.de/pdf/eckermann_gespraeche_mit_goethe_1955__ocr.pdf#page=268&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
Das Streben nach Freiheit ist im Menschsein grundgelegt. Die physischen Bedingungen und materiellen Voraussetzungen erlebt der Mensch oftmals als beengend und er möchte sich aus diesen befreien. Damit er nicht Gefahr läuft, sich kompensatorisch in illusionäre Welten zu flüchten oder ungünstig mit der Materie zu verausgaben, benötigt es die Hinwendung zu Idealen, die über das rein Persönliche hinausgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Streben nach wahren und moralisch hohen Werten und deren selbst entschiedene Umsetzung lässt jeglichen Zwang zurückweichen und die zunächst engen, begrenzten Räume weiten sich mit den neu erwachenden Möglichkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Freiheit im idealen Sinne ohne die Verpflichtung gegenüber einer höheren Moral nicht denkbar. Weltliche Verpflichtungen und Erwartungen von Seiten der Gesellschaft, der Familie etc., die den Menschen an sich binden und beanspruchen, stehen der geistigen Verpflichtung in der Regel konträr gegenüber und verhindern ein gesundes Streben nach fortschrittlichen Zielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfordert Mut und Opferbereitschaft, die weltlichen Ansprüche relativ zu nehmen und auch auf die Gefahr hin, gesellschaftlich verworfen zu werden, den eigenen Zielen und Idealen treu zu bleiben. Erfährt der Einzelne die Ausgrenzung aus Gruppen oder generell aus der Gesellschaft, kann dies sogar seine Unabhängigkeit fördern, da er weniger eingebunden ist und dadurch freier auf das Gesamte blicken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese selbst errungene Freiheit eröffnet neue und freudige Perspektiven und stellt eine Liebestat für die Mitmenschen und für die gesamte Weltenschöpfung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[a:Freiheit|Freiheit]] – Artikel in AnthroWiki mit Zitaten von Schiller, Rilke und Goethe sowie geistigen Forschungsergebnissen von Rudolf Steiner&lt;br /&gt;
* [[Jakob_Böhme#Der_Gedanke_der_Freiheit_bei_Böhme|Gedanke der Freiheit bei Jakob Böhme]]&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12960</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12960"/>
		<updated>2026-04-01T13:04:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Positive und negative Freiheit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Freier Mensch Zitat Steiner.png|mini|400px|Zitat von [[Rudolf Steiner]] aus [[a:GA 4|&#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039;]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:6&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen aus&amp;amp;shy;zuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Der reine Gedanke gleicht einer Sonne, die aus sich selbst heraus strahlt und Licht und Wärme aussendet. Durch Meditation erhebt der Mensch den Gedankeninhalt „zur reinen, frei verfügbaren und wirksamen Strahlkraft.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/meditation-bewusstsein-corona/ &#039;&#039;Die gegenwärtige Zeit benötigt eine spezifische Meditation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Wesen zu gelangen, das hinter der physisch-sinnlichen Realität steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;7. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1987, ISBN 3-7274-0070-6, S.&amp;amp;nbsp;43. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_007.pdf#page=43&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:6&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit. Das Sanskritwort für Freiheit lautet Moksha ([[w:Devanagari|Devanagari]] मोक्ष, [[w:IAST|IAST]] &#039;&#039;mokṣa&#039;&#039;, „Befreiung, Freiheit, Erlösung“):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ (Svarajya). Das Sanskritwort Svarajya (Devanagari स्वराज्य , [[w:IAST|IAST]] &#039;&#039;svarājya&#039;&#039;) setzt sich aus den Wörtern &#039;&#039;sva&#039;&#039; („eigen“)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://kosha.sanskrit.today/word/sa/sva स्व (sva).]&#039;&#039; In: &#039;&#039;kosha.sanskrit.today.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;rājya&#039;&#039; („Regierung, Reich, Herrschaft, Souveränität“)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://kosha.sanskrit.today/word/sa/%E0%A4%B0%E0%A4%BE%E0%A4%9C%E0%A5%8D%E0%A4%AF राज्य (rAjya).]&#039;&#039; In: &#039;&#039;kosha.sanskrit.today.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammen. Savarajya ist nach Sivananda nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte bereitet, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ entwickelt der Mensch Unterscheidungskraft, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
sondern eben, daß wir etwas verehren, das über uns ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und legen durch unsere Anerkennung an den Tag,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Goethes Gespräche mit Eckermann.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Goethes Gespräche mit Eckermann.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Wien 1955, S.&amp;amp;nbsp;267. ([https://imwerden.de/pdf/eckermann_gespraeche_mit_goethe_1955__ocr.pdf#page=268&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[a:Freiheit|Freiheit]] – Artikel in AnthroWiki mit Zitaten von Schiller, Rilke und Goethe sowie geistigen Forschungsergebnissen von Rudolf Steiner&lt;br /&gt;
* [[Jakob_Böhme#Der_Gedanke_der_Freiheit_bei_Böhme|Gedanke der Freiheit bei Jakob Böhme]]&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Selbst&amp;diff=12902</id>
		<title>Selbst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Selbst&amp;diff=12902"/>
		<updated>2026-03-26T20:21:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Zukunftsweisende Perspektive */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes&lt;br /&gt;
Erkennen. Denn er mißt nach eignem Maß&lt;br /&gt;
Sich bald zu klein und leider oft zu groß.&lt;br /&gt;
Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur&lt;br /&gt;
Das Leben lehret jedem was er sey.&amp;lt;/poem&amp;gt;|aus dem Schauspiel &#039;&#039;Torquato Tasso.&#039;&#039; von [[w:Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;Torquato Tasso&#039;&#039;, [https://projekt-gutenberg.org/authors/johann-wolfgang-von-goethe/books/torquato-tasso/chapter/4/ &#039;&#039;Torquato Tasso. Dritter Auftritt.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Deutscher Taschenbuch Verlag 1998, Abgerufen am 14. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Selbst&#039;&#039;&#039; ist ein Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen zwischen den und innerhalb der Anschauungen der [[w: Psychologie|Psychologie]], [[w:Philosophie|Philosophie]], [[w:Theologie|Theologie]], [[w:Soziologie|Soziologie]] und [[w:Pädagogik|Pädagogik]]. An ein allgemeinsprachliches Verständnis von „selbst-“ als rückbezüglich, [[w:Reflexion (Philosophie)|reflektierend]] oder selbstbezogen anknüpfend, bezeichnet man das zur [[w:Selbstbeobachtung|Selbstbeobachtung]] fähige, scheinbar konsistent fühlende, denkende und handelnde [[w:Wesen (Philosophie)|Wesen]] des [[a:Ich|Ich]]s als Selbst. In der Psychologie und zum Teil der [[w:Religionswissenschaft|Religionswissenschaft]] und Theologie wird das Selbst oft substanziell oder funktional als Zentrum der menschlichen Persönlichkeit verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Asanger, Thomas Bliesener, F. A. Brockhaus: &#039;&#039;Der Brockhaus Psychologie. Fühlen, Denken und Verhalten verstehen&#039;&#039; (= &#039;&#039;Brockhaus-Sachlexika.&#039;&#039;) 2., vollständig überarbeitete Auflage, Brockhaus, Mannheim/Leipzig 2009, ISBN 978-3-7653-0592-4, S.&amp;amp;nbsp;541.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ansichten über den Begriff „Selbst” unterscheiden sich zum Teil stark. Beispielsweise wird oftmals in der modernen Esoterik das höhere Selbst als im Menschen inne liegend bezeichnet und dementsprechend wird unter der Selbstverwirklichung ein „Re-Aktivieren“ des bereits vorhandenen Potentials verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer geisteswissenschaftlichen Sichtweise hingegen ist das Selbst des Menschen zwar in diesem keimhaft angelegt, jedoch im Werden begriffen und muss durch aktive Entwicklungsschritte zur Entfaltung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Selbst“ hat sich aus dem althochdeutschen „selb“ entwickelt, welches in der Funktion eines [[w:Pronomen|Pronomen]]s einen Bezug auf ein Individuum herstellte. Das substantivierte und auch psychologisch und ethisch verstandene „Selbst“ hat sich zunächst im Englischen als “the self“ im Sinne von “a person’s essential being” und “object of introspection“ (New Oxford Dictionary) entwickelt. Daran angelehnt entstanden dann wiederum im Deutschen im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das Substantiv „Selbst“ und in der Folge dessen zahlreiche Ableitungen und Komposita.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden: &#039;&#039;Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Ausgabe 1989; &#039;&#039;The New Oxford Dictionary of English&#039;&#039;, 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem Wörterbuch der deutschen Mundart stammt der Begriff „Selbst“ von der Ableitungssilbe „sal“ ab, ebenso wie der Begriff „Seele“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&amp;amp;lemid=S03981 &#039;&#039;Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (Ausgabe letzter Hand, Leipzig 1793–1801).&#039;&#039;] In&#039;&#039;: woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Selbst, Ich und Ego ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sehr umfassende Bezeichnung des Selbst beinhaltet verschiedene Stufen des menschlichen Individuums und wird  oftmals synonym mit dem Begriff des „Ich“ benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ego (lateinisch „Ich“) wird meist der niedere Anteil des Ich bezeichnet, der aus spiritueller Sicht zu überwinden ist. Der Egoismus wird als die Wurzel allen Leidens gesehen und erst wenn dieser beseitigt ist, strahlt das höchste Selbst, das Göttliche im und durch den Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=yLvG5PUTb6Q&amp;amp;t=52s &#039;&#039;Die Überwindung des Ego.&#039;&#039;] (0:52–1:35). Sukadev Bretz zitiert Swami Chidananda. In: &#039;&#039;Yogavortrag – Yoga Vidya.&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 25. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner verwendet für das Ich das Bild des zweischneidigen Schwertes. Zum Einen ist es Ursache für die Ich-Bezogenheit (Egoismus), die sich auf die Befriedigung aller persönlichen Wünsche ausrichtet und den Menschen von seinen Mitmenschen trennt. Zum Anderen kann der Mensch durch sein Ich zu einer Unabhängigkeit und inneren Freiheit gelangen, was ihn in seinem Menschsein erhöht. Es liegt in ihm die Anlage zum Göttlichen, die es zu entfalten gilt und die mit einer wachsenden Liebesfähigkeit einhergeht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;104. 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-1040-X, S.&amp;amp;nbsp;156–157. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_104.pdf#page=156&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill spricht von einem werdenden Ich oder Selbst, das nichts mit physischen oder psychischen Bedingungen zu tun hat und sich unabhängig von diesen in jedem Augenblick auf souveräne Weise im geistigen Sein des Menschen bildet. Es ist im Geistigen tätig und zugleich ist es reine Geistigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag, Vaihingen/Enz 2012, ISBN 978-3-935925-38-9, S. 52&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne beschreiben sowohl der Begriff Ich als auch der Begriff Selbst eine höhere Instanz des Menschen, die es ihm ermöglicht, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Ego kann hierbei als Motivator gesehen werden, wenn es durch Selbstreflexion die persönlichen Schwächen offenbart und dazu anregt, eine bewusste Führungskraft zu entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Asim Bayrak: [https://www.az-human-mastery.com/inspiration/blog-post-title-one-z9ene &#039;&#039;Das Ego – Der Weg von der Illusion zur wahren Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AZ Human Mastery.&#039;&#039; Abgerufen am 25. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene Aspekte des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das biologische Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fingerprint detail on male finger in Třebíč, Třebíč District.jpg|mini|334px|Jeder Mensch besitzt einen individuellen Fingerabdruck, der beispielsweise in der Spurensicherung der Kriminalistik eine wichtige Rolle spielt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Biologie definiert aus naturwissenschaftlicher Sicht das Ich oder Selbst mit drei Erklärungsansätzen, durch die sich der individuelle Mensch in seiner Einzigartigkeit von seiner Umgebung abgrenzen lässt: sein Gehirn, sein Immunsystem und seine Erbinformationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise bildet sich durch Immunreaktionen in ständiger Auseinandersetzung und Unterscheidungsbildung von Körperfremdem und Körpereigenem ein sogenanntes „biologisches Selbst“ heraus.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/identifizierung &#039;&#039;Identifizierung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch: Lexikon der Psychologie&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dadurch entstehende Bild eines klar abgrenzbaren und individuellen Ichs wird jedoch durch das relativ neue wissenschaftliche Forschungsfeld zu Metaorganismen, das das Zusammenwirken des menschlichen Organismus mit [[w:Mikroorganismus|Mikroorganismen]] erforscht, in Frage gestellt. Der menschliche Organismus besteht ca. 50&amp;amp;nbsp;% aus bakteriellen Zellen, sodass das, was ursprünglich als ein Teil des menschlichen Selbst angesehen wurde, größtenteils „Nicht-Selbst“, also bakteriellen Ursprungs ist. Dies gilt sowohl für das Immunsystem, als auch für Prozesse im Gehirn und die menschlichen Erbinformationen, auf welche Mikroorganismen direkt oder indirekt Einfluss nehmen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://idw-online.de/de/news689748 &#039;&#039;Selbst oder Nicht-Selbst?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Informationsdienst Wissenschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das zerebrale Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Color Brain MRI 0284 13.jpg|mini|250px|Gehirnscans als „moderne Ikonen des Menschseins“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;, Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
In der Neurowissenschaft existiert die Vorstellung, dass das Gehirn das einzige körperliche Organ wäre, das der Mensch benötigt, um er selbst zu sein. Lange Zeit ging man davon aus, dass bei einer Hirntransplantation nicht Person A ein neues Gehirn von Person B bekäme, sondern das Gehirn von Person B mit Person A einen neuen Körper.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Möglichkeit, das Gehirn und seine Aktivitäten im Zusammenhang mit Denk-, Gefühls- und Handlungsprozessen detailliert zu beobachten, wird das Bewusstsein und die Persönlichkeit des Menschen zunehmend neurobiologisch erklärt. Psychische Erkrankungen werden beispielsweise damit vermehrt zu Gehirnfunktionsstörungen und können, so die Annahme, wirksam pharmakologisch behandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/fuchs/oekologie.pdf &#039;&#039;Ökologie des Gehirns. Eine systemische Sichtweise für Psychiatrie und Psychotherapie&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;klinikum.uni-heidelberg.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Abrufen von Selbsterkenntnis erscheinen zwei Bereiche im Gehirn wichtig: der mediale präfrontale Kortex und der mediale hintere parietale Kortex.&amp;lt;ref&amp;gt;J. H. Pfeifer, M. D. Lieberman, M Dapretto: &#039;&#039;I know you are but what am I?!&#039;&#039;: Neural bases of self and social knowledge retrieval in children and adults. Journal of Cognitive Neuroscience, 2007, 19(8), 1323–1337.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird angenommen, dass der hintere cinguläre Kortex, der vordere cinguläre Kortex und der mediale präfrontale Kortex zusammenwirken, um dem Menschen die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu verleihen. Auch der insuläre Kortex soll an diesem Prozess der Selbstreferenz beteiligt sein.&amp;lt;ref&amp;gt; G. Modinos, R. Renken, J. Ormel, A. Aleman: &#039;&#039;Self-reflection and the psychosis-prone brain: an fMRI study. Neuropsychology&#039;&#039; [serial online]. May 2011;25(3):295-305. Available from: MEDLINE with Full Text, Ipswich, MA. Accessed November 7, 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee eines „zerebralen Subjekts“ besitzt derzeit eine große Wirkungsmacht, sodass Behauptungen aus den Neurowissenschaften, sie könnten unsere Auffassung vom menschlichen Selbst neu definieren, widerspruchslos hingenommen werden, obwohl nur wenige, meist zweifelhafte Belege hierfür vorliegen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das äußere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Leo Reise Jr in 1951.jpg|mini|207x207px| In der Kindheit identifiziert sich das Kind mit den Eltern und anderen primären Bezugspersonen.|links]]&lt;br /&gt;
Das Selbst, mit dem der Mensch sich gewöhnlich identifiziert, wird geprägt durch gesellschaftliche, kulturelle, epochale, familiäre u.&amp;amp;nbsp;a. Elemente. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Adoleszenz, in der die Identitätsentwicklung eine zentrale Rolle spielt, ist aus medizinisch-psychiatrischer Sicht dieser [[w:Identifikation (Psychologie|Identifikation]]s-Mechanismus sehr wichtig. Er beschreibt eine Art Rollenübernahme als Resultat einer Suche nach „psychosozialen Experimentierfeldern, Handlungsanleitungen und Idealen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt; [https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie/warnzeichen/adoleszenz-adoleszenzkrisen/identitaetsentwicklung-und-identitaetskrisen/ &#039;&#039;Adoleszenz: Identitätsentwicklung und Identitätskrisen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DIRECTV NOW Super Saturday Night featuring Taylor Swift (32314205674).jpg|mini|334px|Die US-amerikanische Sängerin Taylor Swift hat eine beeindruckende Fangemeinde, die sich selbst als „Swifties“ bezeichnen und eine ganz eigene Fankultur pflegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/meinung/lexikon-swiftie-taylor-swift-fans-lux.FBwYMJ4CcfNBNvq9rimkD6 &#039;&#039;Swifties.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Süddeutsche Zeitung&#039;&#039;. Abgerufen am 11. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Jugendliche von einer bestimmten Person fasziniert, so verbindet er sich emotional mit dieser und möchte die gleiche Rolle, das gleiche Verhalten oder Ähnliches annehmen. Die meisten wichtigen Lebensentscheidungen werden aufgrund solcher Identifikationen vorbereitet und weniger durch ein abwägendes, rationales Planen getroffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identifikationsprozesse dienen also einem Entwicklungsprozess des Selbst, bei welchem externe Normen, Verhaltensweisen und Werte in das eigene Selbstbild integriert werden ([[w:Internalisierung (Sozialwissenschaften|Internalisierung]]).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.awork.com/de/glossary/identifikation &#039;&#039;Identifikation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das niedere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niedere Selbst, auch Ego oder niedere Natur des Menschen genannt, bezeichnet die Ebene im Menschen, in der das Streben nach Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und nach weltlichem Genuss eine zentrale Stellung einnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Instanzenmodell.svg|mini|334px|Der psychische Apparat nach Freuds Strukturmodell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Sigmund Freud|Sigmund Freud]] benennt diese Instanz in seinem [[w:Strukturmodell der Psyche|Strukturmodell der Psyche]] als „Es“. Dieses sei das archaische Erbe jedes Menschen, das einen unzugänglichen Teil seiner Persönlichkeit darstellt, der nur indirekt, beispielsweise über das Studieren der Traumarbeit erschlossen werden kann. Es handelt sich dabei um eine Instanz, die dem eigentlichen Ich fremd ist und daher von Freud als „Es“ bezeichnet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nitzschke&amp;quot;&amp;gt;Bernd Nitzschke: &#039;&#039;Es&#039;&#039;. In: Wolfgang Mertens; Bruno Waldvogel: &#039;&#039;Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe.&#039;&#039; 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2008, S.&amp;amp;nbsp;181–186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser fremde Anteil gilt in der indischen Yoga-Lehre als der größte Feind des Menschen. So beschreibt [[Swami Sivananda]] in seinem Werk &#039;&#039;Sadhana&#039;&#039; den Egoismus als verhängnisvolle Illusion, der aus Unwissenheit entsteht und allerlei Ängste und Sorgen produziert. Durch ihn entstehen falsche Handlungen, die wiederum Leid verursachen. Der Egoismus erniedrige den Menschen auf die Stufe des Tieres. Diese niedere Natur gilt es, durch spirituelle Übungen zu überwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_Sadhana_zur_Bezwingung_der_niederen_Natur.html#Sadhana%20zur%20Beseitigung%20von%20Egoismus &#039;&#039;Sadhana zur Bezwingung der niederen Natur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt, ähnlich wie Freud, dass der Mensch gewöhnlich seine niedere Natur nicht wahrnehmen kann, da er in dieser „drinnensteckt“. Erst wenn er durch Entwicklungsschritte in seine höhere Natur hinaufsteigt, tritt er aus der niederen Natur heraus und diese löst sich als eigenständige Wesenheit von ihm. Dieses vom Menschen selbst geschaffene Wesen nennt er den [[Hüter der Schwelle]], der ab diesem Zeitpunkt der Entwicklung einer aktiven Verwandlung bedarf.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;54. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7274-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;377. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_054.pdf#page=379&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das falsche Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Donald Winnicott|Donald Winnicott]] (1960) prägte den Ausdruck „[[w:falsches Selbst|falsches Selbst]]“ und beschreibt damit eine innerpsychische Konstellation, die das Ziel hat, das „wahre Selbst” zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Donald Winnicott: &#039;&#039;Ego Distorsion in Terms of True and false Self.&#039;&#039; In: &#039;&#039;The Maturational Processes and th Facilitating Enviroment. Studies in the Theory of emotional Development.&#039;&#039; In: &#039;&#039;The International Psycho-Analytical Library.&#039;&#039; Band 64. The Hogarth Press and the Institute of Psycho-Analysis, London 1965, S.&amp;amp;nbsp;1–276. ([http://doctorabedin.org/wp-content/uploads/2015/07/Donald-Winnicott-The-Maturational-Process-and-the-Facilitating-Environment-1965.pdf Volltext als PDF])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich um das Ergebnis einer erhöhten Anpassungsbereitschaft, die unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann. Dies kann bis zu einer Persönlichkeitsstörung führen, die die Betroffenen schon in ihrer frühen Kindheitsphase als Abwehr und Schutz ihres „wahren Selbst“ entwickeln und nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Roudinesco, Michel Plon: &#039;&#039;Wörterbuch der Psychoanalyse. Namen, Länder, Werke, Begriffe.&#039;&#039; Springer, Wien / New York 2004, ISBN 3-211-83748-5, S.&amp;amp;nbsp;918–919.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winnicott beschrieb die Folgen einer überstarken Wirkung dieses Abwehrkonzeptes anhand einer Fallgeschichte. Ein „falsches Selbst“ werde vom „wahren Selbst“ gebildet, um sich zu tarnen und zu schützen. Jedoch werde das „falsche Selbst“ zu der die (psychische) Realität beherrschenden Form. Auf diese Weise sei das „wahre Selbst“ nicht mehr an den Interaktionen mit der Realität beteiligt und könnte gerade deshalb die Kontinuität des seelischen Seins (seinen Ist-Zustand) bewahren. Ein verborgenes wahres Selbst litte jedoch unter einer Verarmung, die auf mangelnder Erfahrung beruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark gesellschaftliche Normen an einer Entfremdung beteiligt sind, zeigt [[a:Erich Fromm |Erich Fromm]] auf, indem er feststellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Normalsten sind die Kränkesten. Und die Kranken sind die Gesündesten. […] Der Mensch, der krank ist, zeigt, daß bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, daß sie nicht in Konflikt kommen können mit den Mustern der Kultur[.] […] Aber sehr viele Menschen, das heißt: die Normalen, sind so angepaßt, die haben so alles, was ihnen eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, sind so zum Instrument, sind so roboterhaft geworden, daß sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=sVd4dKH3vng&amp;amp;t=1305s Erich Fromm – Ein Gespräch 1977.]&#039;&#039; (21:45–23:05). In: &#039;&#039;PhilosophieKanal&#039;&#039; (YouTube). Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das exekutive Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran|Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran]] und Sandra Blakeslee sprechen von einem &#039;&#039;exekutiven Selbst&#039;&#039; (entsprechend dem englischen Wort &#039;&#039;executive&#039;&#039; = ausführend), das die Handlungsplanung und Differenzierung der [[w:Interaktion|Interaktion]] mit der Welt je nach [[w:Realität|Realitätskonstellation]] verantworte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran, Sandra Blakesleein: &#039;&#039;Die blinde Frau, die sehen kann. Rätselhafte Phänomene unseres Bewusstseins.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage, Rowohlt, Reinbek 2001, ISBN 3-498-05750-2, S.&amp;amp;nbsp;397&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es zeichne sich durch eine gewisse [[w:Souveränität|Souveränität]] aus, denn ein Selbst, das von Trieben gedrängt werde, sei kein Selbst (also kein souveränes Ich). Es müsse so etwas wie einen freien [[a:Wollen|Willen]] besitzen. Um diese Koordination leisten zu können, müsse das Selbst nach Ramachandran sowohl eine Repräsentation der Welt als auch eigener Strukturen (also ein Selbst- und Weltbild) besitzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran, Sandra Blakesleein: &#039;&#039;Die blinde Frau, die sehen kann.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;398.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Jaques Lusseyran|Jaques Lusseyran]] beschreibt das Tätigsein als grundlegend und sogar existenziell für das menschliche Selbst (bzw. Ich) das bei fehlender Aktivität eine Schwächung erlebt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Unser Ich ist leicht vergänglich, weil es jedesmal abnimmt, wenn es nicht tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Jacques Lusseyran: &#039;&#039;Gegen die Verschmutzung des Ich.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1987, ISBN 3-7725-0617-8, S.&amp;amp;nbsp;25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das soziale Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Johari2.svg|mini|270px|Das Johari-Fenster&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Darstellung und Bezeichnung der Felder weichen je nach Literatur ab)&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe [[w:Charles Cooley |Charles Cooley]] entwickelte um 1900 herum das &#039;&#039;[[w:Looking-glass self|Looking-glass self]]&#039;&#039;: Der Mensch erkenne sich selbst „im Spiegel seines Gegenübers“, also durch soziale Reaktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;George Herbert Mead: &#039;&#039;Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968, ISBN 0-226-51668-7, S.&amp;amp;nbsp;218&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in der Sozialpsychologie bekannte, gruppendynamische Methode ist das sogenannte [[w:Johari-Fenster|Johari-Fenster]]. Dieses Verfahren veranschaulicht die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung und zeigt insbesondere den „blinden Fleck“ auf. Es geht davon aus, dass durch das Lernen innerhalb gruppendynamischer Prozesse sich der Handlungs&amp;amp;shy;spielraum einer Person vergrößert, je mehr sie einerseits Erkenntnisse über sich durch das Feedback Anderer gewinnt und andererseits sich den Anderen öffnet. Bisher Unbewusstes wird dadurch bewusst und handhabbar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://human-factors-hamburg.de/lexikon/johari-fenster/ &#039;&#039;Johari-Fenster.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Human Factors Hamburg&#039;&#039;. Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Völkerverständigung hat dieser Bewusstmachungsprozess eine große Bedeutung. So besitzt jeder Mensch ein meist unbewusstes, nicht hinterfragtes Selbstverständnis, das die eigene Lebenseinstellung und kollektive Haltung zur Kultur umfasst und in jedem Handlungs&amp;amp;shy;zusammenhang zum Ausdruck kommt. Laut [[w:Hans Köchler|Hans Köchler]] wächst das Bewusstsein gerade auch im Vergleich und in der Abhebung von Anderem und je vielfältiger die Bezüge gesetzt werden, desto reifer und differenzierter wird das Selbstverständnis. Davon ausgehend plädiert Köchler dafür, das Konzept der humanistischen Bildung ganz neu zu überdenken und auch im Bereich der Außenpolitik eine „Kulturdiplomatie“ zu entwickeln, die dabei hilft, durch eine Position der Vermittlung zwischen ideologischen Blöcken einzunehmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Indem das kulturelle Selbstverständnis einer Nation sich in Wechselwirkung mit den „transzendenten“ kulturellen Traditionen herausbildet, ist die Bemühung um die Standortbestimmung einer Kultur immer schon ein Beitrag zu einem globalen Dialog. Die Verschiedenheiten sind dann nicht mehr Grund zu chauvinistischer Profilierung (Selbstdarstellung), sondern Voraussetzung für ein vertieftes Verständnis der eigenen Position und somit Hinweis auf die Möglichkeit der Begegnung mit einem neuen Aspekt kultureller Selbstverwirklichung. Dies schließt den Abbau einer aggressiven Haltung ein. Es ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zu einer universalen Friedenspolitik.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Köchler: &#039;&#039;Kulturelles Selbstverständnis und Koexistenz. Voraussetzungen für einen fundamentalen Dialog,&#039;&#039; 1972. Abgerufen am 14. Februar 2026. ([http://hanskoechler.com/koechler_online-papers-subjects.htm Online papers])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Buber portrait.jpg|mini|Martin Buber]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Religionsphilosoph [[w:Martin Buber|Martin Buber]] beschreibt das Gegenüber als grundlegend für die Ich-Entwicklung. Das Ich wird erst am Du wirklich zum Ich. Für diese Begegnung ist es notwendig, jegliches zweckmäßige Denken zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. Zwischen Ich und Du steht keine Begrifflichkeit, kein Vorwissen und keine Phantasie; und das Gedächtnis selber verwandelt sich, da es aus der Ein-zelung in die Ganzheit stürzt. Zwischen Ich und Du steht kein Zweck, keine Gier und keine Vorwegnahme; und die Sehnsucht selber verwandelt sich, da sie aus dem Traum in die Erscheinung stürzt. Alles Mittel ist Hindernis. Nur wo alles Mittel zerfallen ist, geschieht die Begegnung.”&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Buber: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/wp-content/uploads/2022/10/buber-ich-und-du.pdfpdf#page=5&amp;amp;view=fit Ich und Du.]&#039;&#039; (PDF; 343&amp;amp;nbsp;KB), 2022, S.&amp;amp;nbsp;5. Abgerufen am 21. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Überwindung der egoistischen Gier, des vereinnahmenden, zweckgebundenen Denkens überwindet der Mensch gewissermaßen sich selbst, wie es in der Bhagavadgita III,43 heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;evaṁ buddheḥ paraṁ buddhvā saṁstabhyātmānam ātmanā jahi śatruṁ mahā-bāho kāma-rūpaṁ durāsadam&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:„Indem du zu dem Höchsten erwachst durch jenes Verstehen, das noch über dem urteilenden Verstand steht, und Macht ausübst auf das Ich durch das Selbst, um es fest und still zu machen, erschlage, o Starkarmiger, diesen Feind in Gestalt des Begehrens, den man so schwer zu fassen bekommt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S.&amp;amp;nbsp;29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelingt die Selbstüberwindung, so wird es laut [[Rudolf Steiner]] möglich, in das Wesen des anderen „unterzutauchen“ und dabei nicht sich selbst mit den eigenen Interessen zu suchen, sondern den Anderen bedeutungsvoller als sich selbst zu finden. Es ist wie eine Art erweiterter Egoismus, bei dem die Weltinteressen zu den eigenen Interessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen und für sein Selbst?&#039;&#039; GA 145. 5.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1976, ISBN 3-7274-1450-2, S.&amp;amp;nbsp;149–150. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_145.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das höhere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „Höheres Selbst“ (auch „höheres Bewusstsein“ genannt) wird meist verwendet, um einen Zustand der Befreiung von den Beschränkungen des Egos zu beschreiben sowie einen Zustand mystischer Erfahrung, in dem die empfundene Trennung zwischen dem isolierten Selbst und der Welt oder Gott überwunden wird. Er kann sich auch auf einen Zustand erhöhter Wachsamkeit oder des Eröffnens einer neuen Perspektive beziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Harold L. Miller: &#039;&#039;The SAGE Encyclopedia of Theory in Psychology.&#039;&#039; 1. Auflage. Sage Publications, Thousand Oaks, California 2016, ISBN 978-1452256719, S.&amp;amp;nbsp;409–411.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl der Ursprung des Konzeptes und seiner verschiedenen Praktiken weit in der Zeit zurückliegt, wurde es als zentraler Begriff in der zeitgenössischen populären Spiritualität, einschließlich der New-Age-Bewegung, erheblich weiterentwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schleiermacher|Friedrich Schleiermacher]] (1768–1834) unterschied zwischen einem niedrigen und einem höheren Selbstbewusstsein. Das niedere Selbstbewusstsein ist für ihn „der tierische Teil des Menschen“, der grundlegende Empfindungen wie Hunger, Durst, Schmerz und Lust sowie basale Triebe umfasst, während das höhere Selbstbewusstsein nach den Worten der Theologin Dawn DeVries „der Teil des Menschen ist, der in der Lage ist, tierische Instinkte zu überwinden“ und als „Berührungspunkt mit Gott“ bezeichnet werden kann. Bunge beschreibt dies als „das Wesen des Menschseins”.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcia JoAnn Bunge (Hrsg.): &#039;&#039;The Child in Christian Thought.&#039;&#039; Eerdmans Publishing Company 2001, ISBN 978-0802846938, S.&amp;amp;nbsp;341.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn dieses Bewusstsein vorhanden ist, „sind die Menschen nicht durch ihre Instinkte von Gott entfremdet”. Die Beziehung zwischen dem niederen und dem höheren Bewusstsein ähnelt „Paulus&#039; Kampf des Geistes, das Fleisch zu überwinden” oder der Unterscheidung zwischen der natürlichen und der spirituellen Seite des Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip M. Merklinger: &#039;&#039;Philosophy, Theology, and Hegel&#039;s Berlin Philosophy of Religion, 1821-1827.&#039;&#039; State University of New York Press 1993, ISBN 0-7914-1492-2, S.&amp;amp;nbsp;65–68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Helena_Petrovna_Blavatsky|Helena Petrovna Blavatsky]], die Begründerin der theosophischen Bewegung, definierte das höhere Selbst offiziell als „Atma, den untrennbaren Strahl des Universums und das eine Selbst. Es ist der Gott über uns, mehr als in uns“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Durch diese höhere Intuition, die durch Theosophia – oder Gotteserkenntnis – erworben wurde und den Geist von der Welt der Formen in die Welt des formlosen Geistes führte, war der Mensch in jedem Zeitalter und in jedem Land manchmal in der Lage, Dinge in der inneren oder unsichtbaren Welt wahrzunehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helena Petrovna Blavatsky: &#039;&#039;The key to theosophy, section 9&#039;&#039;. Quest Books 1972, ISBN 0-8356-0427-6, S.&amp;amp;nbsp;175. ([https://www.theosociety.org/pasadena/key/key-9.htm Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Hellseher [[w:Edgar Cayce|Edgar Cayce]] bezeichnete das höhere Bewusstsein als „das Christus-Muster”. Es beschreibt die Überzeugung, dass ein gewöhnlicher Mensch sich darauf einstimmen kann, das gleiche spirituelle Niveau zu erreichen wie der historische Jesus.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Rapsas: [https://idw-online.de/de/news689748 &#039;&#039;6 Steps to Realizing the Christ Consciousness Within You.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;patheos.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee des „niederen“ und „höheren“ Bewusstseins hat in der modernen Spiritualität an Popularität gewonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wouter J. Hanegraaff: &#039;&#039;New Age Religion and Western Culture. Esotericism in the mirror of Secular Thought.&#039;&#039; E.J. Brill, Leiden/New York/Koln 1996, ISBN 90-04-10696-0, S.&amp;amp;nbsp;59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei gilt das Höhere Selbst oftmals als etwas, das tief im einzelnen Menschen ruht und mit dem man sich durch Versenkung in die eigene Innenwelt verbinden kann. Das rationale Denken gilt als störend für diesen Prozess und soll zum Schweigen gelangen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=rJtYSLOSr2o &#039;&#039;Verbindung zum Höheren Selbst | Einschlafmeditation &amp;amp; Traumreise.&#039;&#039;] Siehe Videobeschreibung. In: &#039;&#039;ChakraTunes – Raphael Kempermann&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 7. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz anders beschreibt [[Rudolf Steiner]] die Entwicklung zum Höheren Selbst. Dies habe nichts mit einem „In-sich-Hineinbrüten“ zu tun, denn da würde man nur den „kleinen Menschen finden, den Sie selbst zum Gott aufbauschen“. Vielmehr ginge es darum, sich in die Welt und ihre Erscheinungen zu vertiefen, was ein zunächst unbequemes und konkretes Arbeiten erfordere.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Theosophie des Rosenkreuzers.&#039;&#039; GA 99. 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0990-8, S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_099.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach [[a:Sri_Aurobindo|Sri Aurobindo]] ist es nur durch die Überwindung des Ego und durch das Streben nach tieferer Erkenntnis möglich, zu einer neuen Einheit mit dem Göttlichen zu gelangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jenes neue Leben und jene neue Macht des integralen menschlichen Selbsts muß notwendigerweise auf wirklicher Einsicht in die großen Wahrheiten beruhen, die eine Übersetzung der Natur des göttlichen Seins in unsere Art des Erfassens der Dinge sind. Das muß dadurch geschehen, daß das Ich auf seinen falschen Standpunkt und seine falschen Gewißheiten verzichtet, in die richtige Beziehung und Harmonie zu den Totalitäten eintritt, deren Teil es bildet, und zu den Transzendenzen, denen es entstammt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/18-19/0007_g.htm &#039;&#039;Das Göttliche Leben. Buch 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Site of Sri Aurobindo and the mother&#039;&#039;. Abgerufen am 6. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hugo van der Goes - The Fall of Man and The Lamentation - Google Art Project.jpg|mini|334px|&#039;&#039;Der Sündenfall und die Klage&#039;&#039; von [[w:Hugo van der Goes|Hugo van der Goes]]. Mit dem Sündenfall&lt;br /&gt;
ist der Mensch aus der ursprünglichen Einheit mit Gott herausgefallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sri Aurobindo spricht davon, dass wir eine „falsche Buchhaltung“ führen. Einen ersten Schritt, die Abrechnung zu korrigieren, sieht er darin, dass der Ich-Anspruch des Menschen zurückweicht, er selbst seine Unwissenheit akzeptiert und anerkennt, dass er nur eine Teilbewegung einer unendlichen Bewegung ist. Gleichzeitig jedoch ist es notwendig einzusehen, dass er in seinem wahren Selbst eins ist mit dieser Gesamtbewegung und keinen untergeordneten Wert ihr gegenüber darstellt. Überall, wo der Mensch eine abgesonderte Stellung einnimmt und versucht, zu unabhängigen Harmonien zu kommen, entstehe Disharmonie. Jedes Instrument müsse sich von selbst in die Gesamtheit des Orchesters einfügen, so Aurobindo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese aktiven Entwicklungsschritte, die der Mensch für die Entwicklung seines höheren Selbst leisten muss, gliedert [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] gemäß der indischen Lehre in drei Stufen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# [[a:Geistselbst|Manas]] beschreibt die Entwicklung eines erweiterten logischen Denkens gemäß geistiger Gesetzmäßigkeiten. In dieser Art des Denkens erbaut der Mensch bewusste Vorstellungsbilder, die in einem logischen Zusammenhang stehen. Dieses Denken unterscheidet sich von dem rein intellektuellen Denken, das sich noch in einem reflektierenden, gewohnten Ablauf befindet. Manas bedeutet einen schöpferisch-aktiven Denkprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. Ein praktischer Weg zur übersinnlichen Erkenntnisentwicklung.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage. Synergia Verlag, Basel / Zürich / Roßdorf 2019, ISBN 978-3-907246-05-4, S.&amp;amp;nbsp;191.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Mit [[a:Lebensgeist|Buddhi]] ist ein fundiertes Urteilsvermögen gemeint, für das der Mensch nicht nur den Intellekt gebraucht, sondern durch ein unterscheidendes Denken ein tieferes Wahrheitsempfinden ausprägen muss. Dieses Wahrheitsfühlen bezieht sich nicht nur auf spirituelle Themen, sondern ist in jeder Berufsfachkunde ein Ideal, das der Mensch anstreben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# [[a:Atma|Atman]] beschreibt die höchste Stufe der Selbstverwirklichung, das realisierte Selbst. In den frühen indischen Schriften der Upanishaden meint Atman die einzelne Seele, die jedoch nicht getrennt ist von der Weltenseele (Brahman). Der individuelle Wille wird zum Weltenwille, wenn der Mensch nicht mehr in kleinlichem Egoismus tätig ist, sondern mutig höchste Moralität erstrebt und nach dieser handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Selbst in der Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Buddhismus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Buddhismus|Buddhismus]]gilt die [[w:Anatta|Anatta]]-Lehre – die Lehre vom Nicht-Selbst – als unverzichtbare Grundlage und wird als eines der [[w:drei Daseinsmerkmale|drei Daseinsmerkmale]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Thích Nhất Hạnh: &#039;&#039;Das Herz von Buddhas Lehre. Leiden verwandeln – die Praxis des glücklichen Lebens.&#039;&#039; Verlag Herder, Freiburg im Breisgau u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, ISBN 3-451-26739-X, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der Begriff «Selbst» bezeichnet eine beständige, unwandelbare Identität, doch da es, wie der Buddhismus sagt, nichts gibt, das beständig ist, und da das, was wir üblicherweise als Selbst bezeichnen, vollkommen aus Nicht-Selbst-Elementen besteht, gibt es in Wirklichkeit keine [[w:Entität|Entität]], die Selbst genannt werden könnte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thích Nhất Hạnh: &#039;&#039;Das Diamant Sutra. Kommentare zum Prajnaparamita-Diamant-Sutra.&#039;&#039; Theseus-Verlag, München/Zürich 1993, ISBN 3-89620-066-6, S.&amp;amp;nbsp;48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Glaube an eine beständige Ich- oder Selbstheit gilt im Buddhismus als eines der [[w:Drei Geistesgifte|Geistesgifte]], unter dessen Einfluss das menschliche Bewusstsein einer grundlegenden Täuschung unterliege.&amp;lt;ref&amp;gt;Raoul von Muralt (Hrsg.): &#039;&#039;Meditations-Sutras des Mahâyâna-Buddhismus.&#039;&#039; Band 1, 3. Auflage. Origo-Verlag, Bern 1988, ISBN 3-282-00075-8, S.&amp;amp;nbsp;31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ziel der buddhistischen [[w:Meditation#Meditation in religiösen Traditionen|Meditation]] ist es, diese Täuschung zu durchschauen und dadurch zur [[w:Kensho|Erfahrung der wahren menschlichen Natur]] zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinduismus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:An Oberoi Hotel employee doing Namaste, New Delhi.jpg|mini|Beim indischen Gruß Namasté werden die Hände vor dem Herzen zusammengeführt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Namasté „Der Gott in mir grüßt den Gott in dir.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.exoticindiaart.com/article/namaste/ &#039;&#039;Philosophy of Namaste and Comparison with the Handshake.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;exotic india&#039;&#039;. Abgerufen am 11. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach hinduistischer Auffassung gibt es einen Makrokosmos und einen Mikrokosmos, die nach dem gleichen Plan aufgebaut sind. Der Urgrund, [[y:Brahman|Brahman]], gilt als das höchste Wesen und wird oftmals auch als Seele von Mikro- und Makrokosmos bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Upanishaden sprechen von zwei Seelen, die im Menschen leben: [[a:Atma|Atman]] (auch Paramatman genannt), die „wirkliche Seele“, die Brahman entspricht und die „scheinbare Seele“, [[y:Jivatman|Jivatman]]. Jivatman ist die verkörperte Seele, das Ego-Selbst, auch beschrieben als Nicht-Selbst, während Atman als wahres Selbst gilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hinduismus wird der Mensch anhand von drei Körpern charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der sterblichen, physischen Hülle (auch genannt [[y:Sthula Sharira|Sthula Sharira]]),&lt;br /&gt;
* dem feinstofflichen Körper ([[y:Sukshma Sharira|Sukshma Sharira]]), in dem auch alle Erinnerungen gespeichert sind und der nach dem Tod weiterexistiert,&lt;br /&gt;
* dem Kausalkörper ([[y:Karana Sharira|Karana Sharira]]), der durch das Ego-Bewusstsein gekennzeichnet ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Körper dienen der Erfüllung von grobstofflichen und feinstofflichen Wünschen. Atman als das ewige, unzerstörbare Selbst unterscheidet sich von diesen drei Körpern. Die hinduistische Reinkarnationslehre besagt, dass beim Tode lediglich der Atman, gemeinsam mit der feinstofflichen Hülle, den physischen Körper verlässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; [https://ramakrishna.org/humanindividual.html &#039;&#039;Hinduism: The Human Individual.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ramakrishna-Vivekananda Center of New York.&#039;&#039; Abgerufen am 21. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] wird mit dem Kampffeld bildhaft geschildert, wie der Mensch an eine Schwelle herankommt, bei der es nun um die Realisierung einer höheren Verpflichtung geht, die mit der irdischen Welt scheinbar im Widerspruch steht. Diese Schwellensituation ist oftmals verbunden mit einem Aufwallen von Emotionen und Zweifeln, die das Gemüt des Menschen vereinnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;84–85.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das, was dem Menschen gefühlsmäßig nahe ist, offenbart sich als Feind und dasjenige, was seinem Gemüt am Schwersten anmutet, im Sinne seines höheren Selbst zu handeln, ist sein Freund, wie es im 6. Vers des 6. Kapitels heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna and His Charioteer Krishna Confront Karna.jpg|mini|350px|Arjuna und sein Wagenlenker Krishna auf dem Schlachtfeld [[w:Schlacht zu kurukshetra|Kurukshetra]]]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;bandhur ātmātmanas tasya yenātmaivātmanā jitaḥ anātmanas tu śatrutve vartetātmaiva śatruvat&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:„Sein Selbst ist für den Menschen sein Freund, indem das Selbst durch das Selbst bezwungen worden ist. Wenn aber jemand nicht in Besitz seines (höheren) Selbstes ist, dann ist das (niedere) Selbst gleichsam ein Feind und handelt wie dieser.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;176.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Kapitel, Vers 29 beschreibt die Bhagavad Gita, wie das Selbst in allen Wesen vorhanden ist und der Mensch, wenn er in seinem höheren Selbst gegründet ist, dies erkennen kann:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarva-bhūta-stham ātmānaṁ sarva-bhūtāni cātmani īkṣate yoga-yukta-ātmā sarvatra sama-darśanaḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Der Mensch, dessen Selbst im Yoga gegründet ist, erkennt das Selbst in allen Wesen und alle Wesen im Selbst. Er erkennt überall mit gleichgeartetem Blick.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christentum ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Christentum gilt Christus als großes Vorbild ([[w:Nachfolge Jesu|Nachfolge Jesu]]). Gläubige beziehen sich auf verschiedene Aussagen Jesu, die eine entsprechende Aufforderung enthalten, ihm nachzufolgen. Damit verbunden ist immer eine Art Aufgabe des bisherigen Selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte?“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us16 Mt 16,24–26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Nachahmung der Lebensweise Jesu Christi bis in die äußeren Umstände wurde im Besonderen im Mittelalter gepflegt. Ein bekanntes Beispiel ist [[a:Franz von Assisi|Franz von Assisi]], der sein Erbe ausschlug und ein Leben als Bettelmönch wählte. Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte Werk [[w:Nachfolge Christi|Nachfolge Christi]] des Augustinermönches [[w:Thomas von Kempen|Thomas von Kempen]] (1380–1471), das nach der Bibel als meist verbreitetes und übersetztes Buch des Christentums gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://intellectualtakeout.org/2018/04/the-imitation-of-christ-the-most-influential-book-after-the-bible/ &#039;&#039;The Imitation of Christ: The Most Influential Book After the Bible.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;intellectualtakeout.org.&#039;&#039; Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Caravaggio-The Conversion on the Way to Damascus.jpg|mini|330px|&#039;&#039;Die Bekehrung des Paulus&#039;&#039;, [[w:Michelangelo Merisi da Caravaggio|Caravaggio]] (1600)]]&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner unterscheidet hierbei die Nachfolge Jesu von der Nachfolge Christi. Man könne in seinen menschlichen Eigenschaften dem Jesus ähnlich werden; will man jedoch dem Christus ähnlich werden, so gehe das nur im Sinne des paulinischen Ausspruches „[[a:Christus in mir|Christus in mir]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken II.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;343a. 1. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1993, ISBN 3-7274-3430-9, S.&amp;amp;nbsp;450–451. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_343.pdf#page=450&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Übersetzung [[a:Martin Luther|Martin Luthers]] lautet dieser Bibelvers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/LUT/Galater2%2C20 Gal 2,20.] Lutherbibel 2017. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christus wird hier laut Rudolf Steiner als das wirkliche Ich des Menschen charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Kein äußerer Name kann «mich», dieses Wesen, benennen; ein ganz anderer Name nur kann das ausdrücken: «Ich bin der Ich-bin!» Es gibt keine Möglichkeit, woanders den Namen zu finden des Sonnengeistes als in dem Menschen. Das, was als Ich im Menschen lebt, das ist das Christus-Wesen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;109. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2000, ISBN 3-7274-1090-6, S.&amp;amp;nbsp;154 ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_109.pdf#page=154&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Neugeburt, für die der Mensch alles, was ihn bisher in seiner Persönlichkeit geprägt hat (genetische Anlagen, sozial-gesellschaftliche Einflüsse und daraus resultierende Denk- und Verhaltensweisen etc.) überwinden muss, ist nach Heinz Grill in folgendem biblischen Ausspruch beschrieben:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“ &amp;lt;br&amp;gt;(Joh 3,5–6)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.csv-bibel.de/bibel/johannes-3 &#039;&#039;Joh 3.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Elberfelder Übersetzung. Edition CSV.&#039;&#039; Abgerufen am 21. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Psychologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existieren innerhalb der Psychologie zahlreiche Modelle und Ansichten zum Thema der Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung, diese zu beschreiben in diesem Rahmen nicht gerecht werden kann. Generell wird das Selbst in der Psychologie als flexibles und dynamisches System aufgefasst, das sich sowohl aktualgenetisch, also beeinflusst vom situativen Kontext entwickelt als auch ontogenetisch über den gesamten Lebenslauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein markanter Punkt in der Selbstentwicklung stellt für die Psychologie die Selbstwahrnehmung im Sinne eines physischen Selbstkonzepts dar, beispielsweise das sich selbst Erkennen im Spiegel ([[w:Spiegeltest|Spiegeltest]]). Mit der Sprachentwicklung erfolgen vermehrt sprachliche Selbstbeschreibungen. Im Übergang zur Adoleszenz wird der Mensch fähig, abstrakte selbstbezogene Konzepte zu bilden, die sich in den Folgejahren kontextbedingt und rollenspezifisch ausdifferenzieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/selbst &#039;&#039;Selbst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Jung, Carl Gustav (1875-1961)-Portrait-Portr 14163 (cropped).tif|mini|Carl Gustav Jung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Analytische Psychologie|Analytischen Psychologie]] nach [[w:Carl Gustav Jung|Carl Gustav Jung]] (1875–1961) stellt das Selbst das Zentrum der menschlichen [[w:Psyche|Psyche]] dar, die das menschliche [[a:Bewusstsein|Bewusstsein]] und [[w:Das Unbewusste|Unbewusstes]] umfasst. Die Selbst-Erkenntnis des Ichs war für Jung die [[w:Selbstverwirklichung|Selbstverwirklichung]]&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 7: § 266; Band 11: § 233.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Laufe der [[w:Individuation|Individuation]] des einzelnen Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 7: § 266; Band 9/1: § 78, §&amp;amp;nbsp;689; Band 9/2: § 418; Band 11: § 401; Band 14/1: §211; Band 15: § 531.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt hingegen das Selbst dem Ich ganz unbewusst, so hält sich dieses bereits selbst für das Ganze, was Jung als Gefahr für die psychische Gesundheit ansieht.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 10: § 721&#039;&#039;f.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Gefahr in der Beziehung zwischen Ich und Selbst bestehe darin, dass „das Ich vom Selbst assimiliert wird“ und somit das Bewusstsein wieder unbewusst, von unbewussten Kräften der Psyche verschlungen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 9/2: § 44; vergleiche Band 13 § 422.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen diesen beiden Gefahren von Abgeschnittenheit von und Überwältigtsein durch das Selbst müsse das Ich balancieren, denn „es ist in Wirklichkeit immer beides vorhanden: die Übermacht des Selbst und die Hybris des Bewußtseins.“&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 11: § 391.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Drang des Selbst, sich im Menschen zu verwirklichen, wird von Jung auch als dessen „[[w:Entelechie|Entelechie]] im Individuationsprozess“ bezeichnet:&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 9/1: § 278; vergleiche Band 11: § 755.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch „jenseits der Wünsche und Befürchtungen des Bewußtseins“&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 11: § 745; vergleiche ebenda § 960.&amp;lt;/ref&amp;gt; und mit großer Durchsetzungskraft, der zu folgen dem Bewusstsein größte Anstrengungen abverlange,&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 12: § 248.&amp;lt;/ref&amp;gt; einschließlich moralischer Konflikte.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 14/2: § 433.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jung betonte, dass Selbsterkenntnis notwendigerweise auch eine zutiefst soziale Angelegenheit sei: Im Gegensatz zur „Verhärtung des Massenmenschen“ schließe bewusste Individuation „den Mitmenschen ein“.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 16: § 444.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem sei das Selbst aufgrund seiner zugleich persönlichen und überpersönlichen Eigenschaften „paradoxerweise Quintessenz des Individuums und doch zugleich ein Kollektivum“.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 13: § 226, vergleiche ebenda § 287 und Band 15: § 474.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezüglich dieser paradoxen Eigenschaft des Selbst zog Jung oft Parallelen zu dem indischen [[w:Atman|Atman]].&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 5: § 550; Band 18/2: §&amp;amp;nbsp;1567; vergleiche Band 10: § 873; Band 6: § 189; Band 11: § 433.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem (eigenen) Unbewussten hat sich laut Erich Fromm mit Freud und seinen diesbezüglichen Forschungen verändert. Der Mensch werde nun damit konfrontiert, dass er selbst für sein Unbewusstes verantwortlich sei. Was zähle, seien die Handlungen, die für sich sprechen und etwas über die tiefer liegenden, wirklichen Motive aussagen und weniger die Worte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=300s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (5:00–6:27). In: &#039;&#039;Erich Fromm Study Center Berlin – EFSC&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Generell sieht Fromm eine große Gefahr im Passivsein des Menschen. Dieses werde durch die Konsumgesellschaft maßgeblich gefördert, indem Bedürfnisse produziert werden, die die Gier im Menschen nähren. Er beschreibt die Notwendigkeit, Arbeit und Freizeit so zu organisieren, dass es dem menschlichen Wachstum zugutekommt und nicht der Mensch der Industrie hin dient und im Ausgleich dazu in der Freizeit seinen egoistischen Neigungen nachgeht. Es müssten die Bedürfnisse gesteigert werden, die den Menschen freier machen, ihn zur Selbstaktivität anregen und ihn lebendig halten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=825s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (13:45–19:57).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztendlich stelle sich die Frage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Welche Entscheidung trifft der Mensch? Trifft er die Entscheidung, wenn Sie biblisch reden wollen, für Gott oder für Cäsar? Das klingt vielleicht sehr dramatisch, aber […] wenn man ernsthaft über das Leben spricht, wenn man damit sich ernsthaft beschäftigt, dann sind die Dinge sehr dramatisch. Nicht nur Tod und Leben im physischen Sinn; das nehmen wir alles als Drama auf, sondern das Lebendiger werden oder das Toter werden des Menschen in seinem Leben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=1199s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (19:59–20:32).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Pädagogik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den verschiedenen pädagogischen Ansätzen spielt das zu entwickelnde Selbst des Menschen eine zentrale Rolle. Der Staatsmann und Bildungsreformer [[w:Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]] (1767–1835) benennt das Einlassen auf etwas Fremdes als eine Voraussetzung, möchte der Mensch seine Individualität in eine wachsende Vollendung führen. Hierfür sei es notwendig, dass der Mensch die ganze äußere Welt auf sich als wahrnehmenden Mittelpunkt bezieht, wodurch sich die „Betrachtung aus der Unendlichkeit der Gegenstände in den engeren Kreis unsrer Fähigkeiten und ihres mannigfaltigen Zusammenwirkens“ flüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;[http://www.marcus-steinbrenner.info/docs/texte/Humboldt%20-%20Theorie%20der%20Bildung%20des%20Menschen.pdf#page=4&amp;amp;view=fit Theorie der Bildung des Menschen.]&#039;&#039; (PDF, S.&amp;amp;nbsp;4.) In: &#039;&#039;marcus-steinbrenner.info.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung ist nach Humboldt eine rege und freie Wechselwirkung des Individuums mit der Welt, die niemals bewirkt, sondern nur angestoßen werden kann und die immer eine freie Eigenleistung darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;[https://www.mises.ch/library/Humboldt_Grenzen_des_Staates.pdf#page=11&amp;amp;view=fit Ideen zu einem Versuchs, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen.]&#039;&#039; (PDF, S.&amp;amp;nbsp;11–12). In: &#039;&#039;mises.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Novalis|Novalis]] äußerte sich in wenigen Zeilen zum Thema Bildung und spricht von einer indirekten Erziehung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Erziehung von Kindern, wie Bildung eines Lehrlings – nicht durch directe Erziehung – sondern durch allmäliches Theilnehmen lassen an Beschäftigungen etc. der Erwachsenen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Novalis: [https://www.projekt-gutenberg.org/novalis/fragmen1/chap013.html &#039;&#039;Fragmente über den Menschen. Kosmologische Menschenlehre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Aus seinem Werk: &#039;&#039;Fragmente I.&#039;&#039; Jess Verlag, 1929. Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Maria Montessori |Maria Montessori]] prägte den in verschiedenen Versionen bekannt gewordenen Leitsatz an den Erziehenden: „Hilf mir, es selbst zu tun.“&amp;lt;ref&amp;gt;P. Oswald, G. Schulz-Bennesch (Hrsg.): &#039;&#039;Maria Montessori. Die Entdeckung des Kindes. Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter.&#039;&#039; 11. Auflage. Freiburg i. Br. 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik spricht davon, dass jede Erziehung Selbsterziehung sei. So ist der Erziehende gefordert, sich selbst so zu erziehen, dass er im günstigsten Maße auf das Kind wirke, denn „Sie glauben gar nicht, wie gleichgültig es im Grunde genommen ist, was man als Erzieher oberflächlich redet oder nicht redet, und wie stark es von Belang ist, wie man als Erzieher selbst ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;317. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-3171-7, S.&amp;amp;nbsp;35. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_317.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gehe darum, eine möglichst adäquate Umgebung für das sich selbst erziehende Kind zu schaffen und zu dieser Umgebung gehören in erster Linie die Menschen um das Kind herum:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes. Wir müssen die günstigste Umgebung abgeben, damit an uns das Kind sich so erzieht, wie es sich durch sein inneres Schicksal erziehen muß.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die pädagogische Praxis vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Menschenerkenntnis.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;306. 4. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3060-5, S.&amp;amp;nbsp;131. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_306.pdf#page=131&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Philosophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gnothi sauton.jpg|mini|334px|&#039;&#039;Gnothi sautón&#039;&#039; (deutsch: „Erkenne dich selbst“) als Gravur mit einem stilisierten Auge auf Schloss Buonconsiglio in Trient]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der Antike setzten sich Menschen intensiv mit Fragestellungen zur Selbsterkenntnis auseinander, die als Grundlage für die Entwicklung des Selbst gilt. Davon zeugt die Inschrift am Apollontempel von Delphi: &#039;&#039;Gnothi Seautón&#039;&#039;, deutsch „Erkenne dich selbst“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[w:Sokrates|Sokrates]] (469 v. Chr. – 399 v. Chr.) ist Selbsterkenntnis die Bedingung für Sittlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;  Rudolf Eisler: [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Selbsterkenntnis?hl=sokrates+selbsterkenntnis &#039;&#039;Wörterbuch der philosophischen Begriffe.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeno.org.&#039;&#039; Band 2. Berlin 1904, S.&amp;amp;nbsp;354. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; So fordert er dazu auf, nicht den Fehler zu begehen, vor den Türen Anderer zu kehren und das Kehren vor der eigenen Tür zu vernachlässigen, wie es die meisten Menschen tun. Sowohl auf sich selbst als auch auf den Staat solle man achten und, wo möglich, etwas zu seiner Besserung beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://projekt-gutenberg.org/authors/xenophon/books/xenophons-erinnerungen-an-sokrates/chapter/26/ &#039;&#039;Xenophons Erinnerungen an Sokrates. Buch 3, Kapitel 7.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Verlag von Philipp Reclam jun. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Immanuel Kant|Immanuael Kant]] sieht die moralische Selbsterkenntnis als oberste Pflicht gegenüber sich selbst, die er wegen der erforderlichen Anstrengungen auch als „Höllenfahrt“ bezeichnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nur die Höllenfahrt des Selbsterkenntnisses bahnt den Weg zur Vergötterung.“&amp;lt;ref&amp;gt; Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Die+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Teil.+Metaphysische+Anfangsgr%C3%BCnde+der+Tugendlehre/I.+Ethische+Elementarlehre/I.+Teil.+Von+den+Pflichten+gegen+sich+selbst+%C3%BCberhaupt/Erstes+Buch.+Von+den+vollkommenen+Pflichten+gegen+sich+selbst/Zweites+Hauptst%C3%BCck.+Die+Pflicht+des+Menschen+gegen+sich+selbst,+blo%C3%9F+als+einem+moralischen+Wesen/2.+Abschnitt.+Von+dem+ersten+Gebot+aller+Pflichten+gegen+sich+selbst &#039;&#039;Die Metaphysik der Sitten. Zweiter Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeno.org.&#039;&#039; Band 8. Frankfurt am Main 1977, S.&amp;amp;nbsp;576–577. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Entwicklung der Mitmenschen beschreibt Goethe, wie essentiell die Haltung ist, die der Mensch zu seinem Gegenüber einnimmt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: „Wenn wir […] die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: [https://projekt-gutenberg.org/authors/johann-wolfgang-von-goethe/books/johann-wolfgang-von-goethe-wilhelm-meisters-lehrjahre/chapter/108/ &#039;&#039;Wilhelm Meisters Lehrjahre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Kapitel 108, 4. Goldmann Verlag 1990. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstheilungskräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Satz „[[w:Medicus curat, natura sanat|Medicus curat, natura sanat]]“ (Der Arzt behandelt, die Natur heilt), der [[a:Hippokrates|Hippokrates]] zugeschrieben wird, wurde noch im Mittelalter als wichtiger Grundsatz gesehen. Laut [[a:Rüdiger Dahlke|Rüdiger Dahlke]] habe sich an dieser Wahrheit auch bis heute nichts geändert, auch wenn die moderne Medizin häufig meine, dass sie diejenige sei, die den Menschen heilen könne. Hingegen wäre die richtige Aufgabe der Ärzte, „die Weichen zu stellen“ durch die verschiedenen medizinischen Maßnahmen und den Patienten Mut zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=96s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (1:36–3:00). In: &#039;&#039;tvberlin&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er plädiert dafür, den für seine große Wirkung bekannten Placebo-Effekt viel mehr einzusetzen, so gäbe es auch größere Heilserfolge.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=215s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (3:35-4:26).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der menschliche Organismus nicht definitiv bestimmt ist von Seiten der genetischen Anlagen, zeigt der Fachbereich der [[w:Epigenetik|Epigenetik]] auf und eröffnet damit ein großes Feld der Möglichkeiten, wie der Mensch beispielsweise durch Veränderung seines Lebensstiles Einfluss auf seine Genetik nehmen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=960s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (16:00–16:20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neustrukturierung der Persönlichkeit durch Perspektivwechsel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreis und Mittelpunkt (2).png|mini|290px|Es ist nicht unbedeutend, aus welcher Perspektive der Betrachter den Kreis wahrnimmt: ausgehend vom Mittelpunkt zur Peripherie oder von außen nach innen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill beschreibt, wie die Persönlichkeitsstruktur bei einem Großteil der Menschen geschwächt ist und er gewissermaßen sein Zentrum, seine gesunde Mitte verloren hat. Um diese wieder zu gewinnen, bzw. neu auszuformen, ist es laut Grill notwendig, nicht bei sich selbst, sondern in einer größeren, außenstehenden Perspektive anzusetzen. Durch Traumen fixiert sich der Mensch wie automatisch ängstlich an sein bisheriges Selbst. Jedoch könne die Mitte nicht „durch ein Suchen nach dem eigenen Vorteil und einer sicheren Stellung wiederentdeckt werden. Sie ist fast für alle Menschen verloren, so verloren wie noch nie in einer Zeitenperiode zuvor. Deshalb braucht die Menschheit durch geistige Disziplin eine Neuorientierung. Die geistige Aufrichtekraft, unabhängig von der traumatischen Situation, frei gewählt und ohne Beeinflussung durch Druckbelastungen von außen, wäre das Heilmittel der Zeit.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;[https://heinz-grill.de/willen-geist-gesundheit/ Geistschulung kann den Willen und die Gesundheit erbauen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So empfiehlt Heinz Grill als Grundlage für einen wirklichen Neubeginn eine fundierte Meditations- und Konzentrationsarbeit, die nicht in einer persönlichen Innenversenkung haften bleibt, sondern geistig wertvolle Gedanken bis in eine konkrete Umsetzung führen lernt und damit maßgeblich zu einer Kulturerkraftung in der Zukunft beiträgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwächung des Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Depersonalisation ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die normalen Identifikationsprozesse beispielsweise durch Traumata gestört, kann es zu [[w:Identität|Identität]]skrisen kommen. Der Begriff [[w:Depersonalisation|Depersonalisation]] beschreibt das sich fremd Fühlen gegenüber der eigenen Person. Gedanken, Gefühle, Handlungen, Wahrnehmung, Erinnerung und der Körper oder Körperteile werden subjektiv als unwirklich und fremd erlebt. Die eigene Person nimmt man nicht als Einheit wahr. Damit verbunden ist meist die [[w:Derealisation|Derealisation]], ein Fremd- und Unwirklichkeitserleben gegenüber der äußeren Welt.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/glossar/?tx_dpnglossary_glossary%5Baction%5D=show&amp;amp;tx_dpnglossary_glossary%5Bcontroller%5D=Term&amp;amp;tx_dpnglossary_glossary%5Bterm%5D=24&amp;amp;cHash=e593305eda8944c8f1a17943d05d7069 &#039;&#039;Glossar: Detailansicht für den Begriff Depersonalisation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entselbstung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine systematische Vernichtung des Selbstes wurde beispielsweise während des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern betrieben. Die schrittweise stattfindende Dehumanisierung begann mit der Ankunft im Lager: den Einzelnen wurde ihre letzte Habe und Bekleidung genommen, sie wurden enthaart, ihres Namens beraubt und bekamen stattdessen eine Nummer eintätowiert. Viele der auszuführenden Arbeiten waren sinnlos und dienten somit ebenfalls der Selbstzerstörung. Dabei wird beschrieben, wie nicht nur von außen die selbstvernichtenden Maßnahmen auf die Gefangenen einwirkten, sondern in vielen Fällen die Vernichtung die Einzelnen auch von innen ergriff. Wie ausgehöhlt, apathisch, weder lebendig noch tot hatte der sogenannte „[[w:Muselmann (KZ)|Muselmann]]“ sein Mensch-sein aufgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt; Kathrin Solhdju, Ulrike Vedder (Hrsg.): &#039;&#039;Das Leben vom Tode her. Zur Kulturgeschichte einer Grenzziehung.&#039;&#039; Wilhelm Fink, Paderborn 2015, ISBN 978-3-7705-5746-2, S.&amp;amp;nbsp;64–67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Perspektive ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des höheren Selbst stellt sich als Aufgabe für jeden Menschen. Das gewordene Selbst steht dem werdenden Selbst oftmals als Hindernis im Weg, da sich der Mensch mit seinen bisherigen Prägungen, Charaktereigenschaften und angeeignetem Wissen identifiziert und diese immer wieder neu hinterfragen und zugunsten neuer Lernschritte überwinden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel besitzt der Mensch ein Selbstbild, das entweder sehr kleinlich angesetzt ist oder zu einer Hybris tendiert. Dementsprechend existiert ein häufig zu beobachtendes Phänomen der Polarisierung, dass ein Mensch auf Kosten Anderer aufbaut oder aber von Anderen unterdrückt wird und Kräfte an diese abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt der Mensch eine gute berufliche Fachkunde oder gründet sich in einem Thema, stärkt dies sein gesundes Selbstgefühl. Kompensationen, wie beispielsweise die Suche nach Bestätigung oder emotionaler Verbindung aufgrund von Unsicherheiten weichen zurück und es können die Beziehungen über den Themenbezug sachlich und bewusst geführt werden. Konflikte in ihrer polaren und spaltenden Charakteristik verlieren an Schärfe und es eröffnet sich ein Raum für neue Perspektiven. So wird ein inhaltlich gut gegründeter Mensch zum Friedensstifter, der in seinem Umfeld und darüber hinaus verbindend wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft.&#039;&#039; 44. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-34234-6.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik.&#039;&#039; 1. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Radolfzell/Bodensee 2012, ISBN 978-3-935925-38-9.&lt;br /&gt;
* Hubertus Mynarek: &#039;&#039;Werte und Humanität. Ihre Bedeutung für das Werden der Persönlichkeit.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2021, ISBN: 978-9-488030-4-9. &lt;br /&gt;
* Ludwig Meindl: &#039;&#039;Der Mensch am Scheideweg.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2018, ISBN 978-3-9819041-4-7. &lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Die Kultur der Selbstlosigkeit.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, ISBN 978-3-7235-1419-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen|&#039;&#039;An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[a:Ich|Ich]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf den Artikeln [https://de.wikipedia.org/wiki/Selbst Selbst] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia DE] sowie [https://en.wikipedia.org/wiki/Self Self] aus [https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page Wikipedia EN] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Selbst&amp;amp;action=history Wikipedia DE] und [https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Self&amp;amp;action=history Wikipedia EN] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11886114X|LCCN=n/87/150769|VIAF=97867670}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Selbst&amp;diff=12901</id>
		<title>Selbst</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Selbst&amp;diff=12901"/>
		<updated>2026-03-26T20:19:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: Kapitel Selbst, Ich und Ego und zukunftsweisende Hypothese hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes&lt;br /&gt;
Erkennen. Denn er mißt nach eignem Maß&lt;br /&gt;
Sich bald zu klein und leider oft zu groß.&lt;br /&gt;
Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur&lt;br /&gt;
Das Leben lehret jedem was er sey.&amp;lt;/poem&amp;gt;|aus dem Schauspiel &#039;&#039;Torquato Tasso.&#039;&#039; von [[w:Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;Torquato Tasso&#039;&#039;, [https://projekt-gutenberg.org/authors/johann-wolfgang-von-goethe/books/torquato-tasso/chapter/4/ &#039;&#039;Torquato Tasso. Dritter Auftritt.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Deutscher Taschenbuch Verlag 1998, Abgerufen am 14. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Selbst&#039;&#039;&#039; ist ein Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen zwischen den und innerhalb der Anschauungen der [[w: Psychologie|Psychologie]], [[w:Philosophie|Philosophie]], [[w:Theologie|Theologie]], [[w:Soziologie|Soziologie]] und [[w:Pädagogik|Pädagogik]]. An ein allgemeinsprachliches Verständnis von „selbst-“ als rückbezüglich, [[w:Reflexion (Philosophie)|reflektierend]] oder selbstbezogen anknüpfend, bezeichnet man das zur [[w:Selbstbeobachtung|Selbstbeobachtung]] fähige, scheinbar konsistent fühlende, denkende und handelnde [[w:Wesen (Philosophie)|Wesen]] des [[a:Ich|Ich]]s als Selbst. In der Psychologie und zum Teil der [[w:Religionswissenschaft|Religionswissenschaft]] und Theologie wird das Selbst oft substanziell oder funktional als Zentrum der menschlichen Persönlichkeit verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Asanger, Thomas Bliesener, F. A. Brockhaus: &#039;&#039;Der Brockhaus Psychologie. Fühlen, Denken und Verhalten verstehen&#039;&#039; (= &#039;&#039;Brockhaus-Sachlexika.&#039;&#039;) 2., vollständig überarbeitete Auflage, Brockhaus, Mannheim/Leipzig 2009, ISBN 978-3-7653-0592-4, S.&amp;amp;nbsp;541.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ansichten über den Begriff „Selbst” unterscheiden sich zum Teil stark. Beispielsweise wird oftmals in der modernen Esoterik das höhere Selbst als im Menschen inne liegend bezeichnet und dementsprechend wird unter der Selbstverwirklichung ein „Re-Aktivieren“ des bereits vorhandenen Potentials verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer geisteswissenschaftlichen Sichtweise hingegen ist das Selbst des Menschen zwar in diesem keimhaft angelegt, jedoch im Werden begriffen und muss durch aktive Entwicklungsschritte zur Entfaltung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Selbst“ hat sich aus dem althochdeutschen „selb“ entwickelt, welches in der Funktion eines [[w:Pronomen|Pronomen]]s einen Bezug auf ein Individuum herstellte. Das substantivierte und auch psychologisch und ethisch verstandene „Selbst“ hat sich zunächst im Englischen als “the self“ im Sinne von “a person’s essential being” und “object of introspection“ (New Oxford Dictionary) entwickelt. Daran angelehnt entstanden dann wiederum im Deutschen im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das Substantiv „Selbst“ und in der Folge dessen zahlreiche Ableitungen und Komposita.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden: &#039;&#039;Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Ausgabe 1989; &#039;&#039;The New Oxford Dictionary of English&#039;&#039;, 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem Wörterbuch der deutschen Mundart stammt der Begriff „Selbst“ von der Ableitungssilbe „sal“ ab, ebenso wie der Begriff „Seele“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&amp;amp;lemid=S03981 &#039;&#039;Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (Ausgabe letzter Hand, Leipzig 1793–1801).&#039;&#039;] In&#039;&#039;: woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Selbst, Ich und Ego ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sehr umfassende Bezeichnung des Selbst beinhaltet verschiedene Stufen des menschlichen Individuums und wird  oftmals synonym mit dem Begriff des „Ich“ benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ego (lateinisch „Ich“) wird meist der niedere Anteil des Ich bezeichnet, der aus spiritueller Sicht zu überwinden ist. Der Egoismus wird als die Wurzel allen Leidens gesehen und erst wenn dieser beseitigt ist, strahlt das höchste Selbst, das Göttliche im und durch den Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=yLvG5PUTb6Q&amp;amp;t=52s &#039;&#039;Die Überwindung des Ego.&#039;&#039;] (0:52–1:35). Sukadev Bretz zitiert Swami Chidananda. In: &#039;&#039;Yogavortrag – Yoga Vidya.&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 25. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner verwendet für das Ich das Bild des zweischneidigen Schwertes. Zum Einen ist es Ursache für die Ich-Bezogenheit (Egoismus), die sich auf die Befriedigung aller persönlichen Wünsche ausrichtet und den Menschen von seinen Mitmenschen trennt. Zum Anderen kann der Mensch durch sein Ich zu einer Unabhängigkeit und inneren Freiheit gelangen, was ihn in seinem Menschsein erhöht. Es liegt in ihm die Anlage zum Göttlichen, die es zu entfalten gilt und die mit einer wachsenden Liebesfähigkeit einhergeht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;104. 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-1040-X, S.&amp;amp;nbsp;156–157. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_104.pdf#page=156&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill spricht von einem werdenden Ich oder Selbst, das nichts mit physischen oder psychischen Bedingungen zu tun hat und sich unabhängig von diesen in jedem Augenblick auf souveräne Weise im geistigen Sein des Menschen bildet. Es ist im Geistigen tätig und zugleich ist es reine Geistigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag, Vaihingen/Enz 2012, ISBN 978-3-935925-38-9, S. 52&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne beschreiben sowohl der Begriff Ich als auch der Begriff Selbst eine höhere Instanz des Menschen, die es ihm ermöglicht, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Ego kann hierbei als Motivator gesehen werden, wenn es durch Selbstreflexion die persönlichen Schwächen offenbart und dazu anregt, eine bewusste Führungskraft zu entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Asim Bayrak: [https://www.az-human-mastery.com/inspiration/blog-post-title-one-z9ene &#039;&#039;Das Ego – Der Weg von der Illusion zur wahren Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AZ Human Mastery.&#039;&#039; Abgerufen am 25. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene Aspekte des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das biologische Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fingerprint detail on male finger in Třebíč, Třebíč District.jpg|mini|334px|Jeder Mensch besitzt einen individuellen Fingerabdruck, der beispielsweise in der Spurensicherung der Kriminalistik eine wichtige Rolle spielt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Biologie definiert aus naturwissenschaftlicher Sicht das Ich oder Selbst mit drei Erklärungsansätzen, durch die sich der individuelle Mensch in seiner Einzigartigkeit von seiner Umgebung abgrenzen lässt: sein Gehirn, sein Immunsystem und seine Erbinformationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise bildet sich durch Immunreaktionen in ständiger Auseinandersetzung und Unterscheidungsbildung von Körperfremdem und Körpereigenem ein sogenanntes „biologisches Selbst“ heraus.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/identifizierung &#039;&#039;Identifizierung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch: Lexikon der Psychologie&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dadurch entstehende Bild eines klar abgrenzbaren und individuellen Ichs wird jedoch durch das relativ neue wissenschaftliche Forschungsfeld zu Metaorganismen, das das Zusammenwirken des menschlichen Organismus mit [[w:Mikroorganismus|Mikroorganismen]] erforscht, in Frage gestellt. Der menschliche Organismus besteht ca. 50&amp;amp;nbsp;% aus bakteriellen Zellen, sodass das, was ursprünglich als ein Teil des menschlichen Selbst angesehen wurde, größtenteils „Nicht-Selbst“, also bakteriellen Ursprungs ist. Dies gilt sowohl für das Immunsystem, als auch für Prozesse im Gehirn und die menschlichen Erbinformationen, auf welche Mikroorganismen direkt oder indirekt Einfluss nehmen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://idw-online.de/de/news689748 &#039;&#039;Selbst oder Nicht-Selbst?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Informationsdienst Wissenschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das zerebrale Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Color Brain MRI 0284 13.jpg|mini|250px|Gehirnscans als „moderne Ikonen des Menschseins“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;, Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
In der Neurowissenschaft existiert die Vorstellung, dass das Gehirn das einzige körperliche Organ wäre, das der Mensch benötigt, um er selbst zu sein. Lange Zeit ging man davon aus, dass bei einer Hirntransplantation nicht Person A ein neues Gehirn von Person B bekäme, sondern das Gehirn von Person B mit Person A einen neuen Körper.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Möglichkeit, das Gehirn und seine Aktivitäten im Zusammenhang mit Denk-, Gefühls- und Handlungsprozessen detailliert zu beobachten, wird das Bewusstsein und die Persönlichkeit des Menschen zunehmend neurobiologisch erklärt. Psychische Erkrankungen werden beispielsweise damit vermehrt zu Gehirnfunktionsstörungen und können, so die Annahme, wirksam pharmakologisch behandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/fuchs/oekologie.pdf &#039;&#039;Ökologie des Gehirns. Eine systemische Sichtweise für Psychiatrie und Psychotherapie&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;klinikum.uni-heidelberg.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Abrufen von Selbsterkenntnis erscheinen zwei Bereiche im Gehirn wichtig: der mediale präfrontale Kortex und der mediale hintere parietale Kortex.&amp;lt;ref&amp;gt;J. H. Pfeifer, M. D. Lieberman, M Dapretto: &#039;&#039;I know you are but what am I?!&#039;&#039;: Neural bases of self and social knowledge retrieval in children and adults. Journal of Cognitive Neuroscience, 2007, 19(8), 1323–1337.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird angenommen, dass der hintere cinguläre Kortex, der vordere cinguläre Kortex und der mediale präfrontale Kortex zusammenwirken, um dem Menschen die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu verleihen. Auch der insuläre Kortex soll an diesem Prozess der Selbstreferenz beteiligt sein.&amp;lt;ref&amp;gt; G. Modinos, R. Renken, J. Ormel, A. Aleman: &#039;&#039;Self-reflection and the psychosis-prone brain: an fMRI study. Neuropsychology&#039;&#039; [serial online]. May 2011;25(3):295-305. Available from: MEDLINE with Full Text, Ipswich, MA. Accessed November 7, 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee eines „zerebralen Subjekts“ besitzt derzeit eine große Wirkungsmacht, sodass Behauptungen aus den Neurowissenschaften, sie könnten unsere Auffassung vom menschlichen Selbst neu definieren, widerspruchslos hingenommen werden, obwohl nur wenige, meist zweifelhafte Belege hierfür vorliegen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.mpg.de/319972/forschungsSchwerpunkt &#039;&#039;Das zerebrale Subjekt: Gehirn und Selbst in Geschichte und zeitgenössischer Kultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Max-Planck-Gesellschaft&#039;&#039;. Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das äußere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Leo Reise Jr in 1951.jpg|mini|207x207px| In der Kindheit identifiziert sich das Kind mit den Eltern und anderen primären Bezugspersonen.|links]]&lt;br /&gt;
Das Selbst, mit dem der Mensch sich gewöhnlich identifiziert, wird geprägt durch gesellschaftliche, kulturelle, epochale, familiäre u.&amp;amp;nbsp;a. Elemente. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Adoleszenz, in der die Identitätsentwicklung eine zentrale Rolle spielt, ist aus medizinisch-psychiatrischer Sicht dieser [[w:Identifikation (Psychologie|Identifikation]]s-Mechanismus sehr wichtig. Er beschreibt eine Art Rollenübernahme als Resultat einer Suche nach „psychosozialen Experimentierfeldern, Handlungsanleitungen und Idealen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt; [https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie/warnzeichen/adoleszenz-adoleszenzkrisen/identitaetsentwicklung-und-identitaetskrisen/ &#039;&#039;Adoleszenz: Identitätsentwicklung und Identitätskrisen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DIRECTV NOW Super Saturday Night featuring Taylor Swift (32314205674).jpg|mini|334px|Die US-amerikanische Sängerin Taylor Swift hat eine beeindruckende Fangemeinde, die sich selbst als „Swifties“ bezeichnen und eine ganz eigene Fankultur pflegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/meinung/lexikon-swiftie-taylor-swift-fans-lux.FBwYMJ4CcfNBNvq9rimkD6 &#039;&#039;Swifties.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Süddeutsche Zeitung&#039;&#039;. Abgerufen am 11. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Jugendliche von einer bestimmten Person fasziniert, so verbindet er sich emotional mit dieser und möchte die gleiche Rolle, das gleiche Verhalten oder Ähnliches annehmen. Die meisten wichtigen Lebensentscheidungen werden aufgrund solcher Identifikationen vorbereitet und weniger durch ein abwägendes, rationales Planen getroffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identifikationsprozesse dienen also einem Entwicklungsprozess des Selbst, bei welchem externe Normen, Verhaltensweisen und Werte in das eigene Selbstbild integriert werden ([[w:Internalisierung (Sozialwissenschaften|Internalisierung]]).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.awork.com/de/glossary/identifikation &#039;&#039;Identifikation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das niedere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niedere Selbst, auch Ego oder niedere Natur des Menschen genannt, bezeichnet die Ebene im Menschen, in der das Streben nach Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und nach weltlichem Genuss eine zentrale Stellung einnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Instanzenmodell.svg|mini|334px|Der psychische Apparat nach Freuds Strukturmodell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Sigmund Freud|Sigmund Freud]] benennt diese Instanz in seinem [[w:Strukturmodell der Psyche|Strukturmodell der Psyche]] als „Es“. Dieses sei das archaische Erbe jedes Menschen, das einen unzugänglichen Teil seiner Persönlichkeit darstellt, der nur indirekt, beispielsweise über das Studieren der Traumarbeit erschlossen werden kann. Es handelt sich dabei um eine Instanz, die dem eigentlichen Ich fremd ist und daher von Freud als „Es“ bezeichnet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nitzschke&amp;quot;&amp;gt;Bernd Nitzschke: &#039;&#039;Es&#039;&#039;. In: Wolfgang Mertens; Bruno Waldvogel: &#039;&#039;Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe.&#039;&#039; 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2008, S.&amp;amp;nbsp;181–186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser fremde Anteil gilt in der indischen Yoga-Lehre als der größte Feind des Menschen. So beschreibt [[Swami Sivananda]] in seinem Werk &#039;&#039;Sadhana&#039;&#039; den Egoismus als verhängnisvolle Illusion, der aus Unwissenheit entsteht und allerlei Ängste und Sorgen produziert. Durch ihn entstehen falsche Handlungen, die wiederum Leid verursachen. Der Egoismus erniedrige den Menschen auf die Stufe des Tieres. Diese niedere Natur gilt es, durch spirituelle Übungen zu überwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Art-Artikel/art_Sadhana_zur_Bezwingung_der_niederen_Natur.html#Sadhana%20zur%20Beseitigung%20von%20Egoismus &#039;&#039;Sadhana zur Bezwingung der niederen Natur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt, ähnlich wie Freud, dass der Mensch gewöhnlich seine niedere Natur nicht wahrnehmen kann, da er in dieser „drinnensteckt“. Erst wenn er durch Entwicklungsschritte in seine höhere Natur hinaufsteigt, tritt er aus der niederen Natur heraus und diese löst sich als eigenständige Wesenheit von ihm. Dieses vom Menschen selbst geschaffene Wesen nennt er den [[Hüter der Schwelle]], der ab diesem Zeitpunkt der Entwicklung einer aktiven Verwandlung bedarf.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;54. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7274-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;377. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_054.pdf#page=379&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das falsche Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Donald Winnicott|Donald Winnicott]] (1960) prägte den Ausdruck „[[w:falsches Selbst|falsches Selbst]]“ und beschreibt damit eine innerpsychische Konstellation, die das Ziel hat, das „wahre Selbst” zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Donald Winnicott: &#039;&#039;Ego Distorsion in Terms of True and false Self.&#039;&#039; In: &#039;&#039;The Maturational Processes and th Facilitating Enviroment. Studies in the Theory of emotional Development.&#039;&#039; In: &#039;&#039;The International Psycho-Analytical Library.&#039;&#039; Band 64. The Hogarth Press and the Institute of Psycho-Analysis, London 1965, S.&amp;amp;nbsp;1–276. ([http://doctorabedin.org/wp-content/uploads/2015/07/Donald-Winnicott-The-Maturational-Process-and-the-Facilitating-Environment-1965.pdf Volltext als PDF])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich um das Ergebnis einer erhöhten Anpassungsbereitschaft, die unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann. Dies kann bis zu einer Persönlichkeitsstörung führen, die die Betroffenen schon in ihrer frühen Kindheitsphase als Abwehr und Schutz ihres „wahren Selbst“ entwickeln und nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Roudinesco, Michel Plon: &#039;&#039;Wörterbuch der Psychoanalyse. Namen, Länder, Werke, Begriffe.&#039;&#039; Springer, Wien / New York 2004, ISBN 3-211-83748-5, S.&amp;amp;nbsp;918–919.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winnicott beschrieb die Folgen einer überstarken Wirkung dieses Abwehrkonzeptes anhand einer Fallgeschichte. Ein „falsches Selbst“ werde vom „wahren Selbst“ gebildet, um sich zu tarnen und zu schützen. Jedoch werde das „falsche Selbst“ zu der die (psychische) Realität beherrschenden Form. Auf diese Weise sei das „wahre Selbst“ nicht mehr an den Interaktionen mit der Realität beteiligt und könnte gerade deshalb die Kontinuität des seelischen Seins (seinen Ist-Zustand) bewahren. Ein verborgenes wahres Selbst litte jedoch unter einer Verarmung, die auf mangelnder Erfahrung beruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark gesellschaftliche Normen an einer Entfremdung beteiligt sind, zeigt [[a:Erich Fromm |Erich Fromm]] auf, indem er feststellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Normalsten sind die Kränkesten. Und die Kranken sind die Gesündesten. […] Der Mensch, der krank ist, zeigt, daß bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, daß sie nicht in Konflikt kommen können mit den Mustern der Kultur[.] […] Aber sehr viele Menschen, das heißt: die Normalen, sind so angepaßt, die haben so alles, was ihnen eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, sind so zum Instrument, sind so roboterhaft geworden, daß sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=sVd4dKH3vng&amp;amp;t=1305s Erich Fromm – Ein Gespräch 1977.]&#039;&#039; (21:45–23:05). In: &#039;&#039;PhilosophieKanal&#039;&#039; (YouTube). Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das exekutive Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran|Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran]] und Sandra Blakeslee sprechen von einem &#039;&#039;exekutiven Selbst&#039;&#039; (entsprechend dem englischen Wort &#039;&#039;executive&#039;&#039; = ausführend), das die Handlungsplanung und Differenzierung der [[w:Interaktion|Interaktion]] mit der Welt je nach [[w:Realität|Realitätskonstellation]] verantworte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran, Sandra Blakesleein: &#039;&#039;Die blinde Frau, die sehen kann. Rätselhafte Phänomene unseres Bewusstseins.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage, Rowohlt, Reinbek 2001, ISBN 3-498-05750-2, S.&amp;amp;nbsp;397&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es zeichne sich durch eine gewisse [[w:Souveränität|Souveränität]] aus, denn ein Selbst, das von Trieben gedrängt werde, sei kein Selbst (also kein souveränes Ich). Es müsse so etwas wie einen freien [[a:Wollen|Willen]] besitzen. Um diese Koordination leisten zu können, müsse das Selbst nach Ramachandran sowohl eine Repräsentation der Welt als auch eigener Strukturen (also ein Selbst- und Weltbild) besitzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilaynur S.&amp;amp;nbsp;Ramachandran, Sandra Blakesleein: &#039;&#039;Die blinde Frau, die sehen kann.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;398.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Jaques Lusseyran|Jaques Lusseyran]] beschreibt das Tätigsein als grundlegend und sogar existenziell für das menschliche Selbst (bzw. Ich) das bei fehlender Aktivität eine Schwächung erlebt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Unser Ich ist leicht vergänglich, weil es jedesmal abnimmt, wenn es nicht tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Jacques Lusseyran: &#039;&#039;Gegen die Verschmutzung des Ich.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1987, ISBN 3-7725-0617-8, S.&amp;amp;nbsp;25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das soziale Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Johari2.svg|mini|270px|Das Johari-Fenster&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Darstellung und Bezeichnung der Felder weichen je nach Literatur ab)&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe [[w:Charles Cooley |Charles Cooley]] entwickelte um 1900 herum das &#039;&#039;[[w:Looking-glass self|Looking-glass self]]&#039;&#039;: Der Mensch erkenne sich selbst „im Spiegel seines Gegenübers“, also durch soziale Reaktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;George Herbert Mead: &#039;&#039;Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968, ISBN 0-226-51668-7, S.&amp;amp;nbsp;218&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in der Sozialpsychologie bekannte, gruppendynamische Methode ist das sogenannte [[w:Johari-Fenster|Johari-Fenster]]. Dieses Verfahren veranschaulicht die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung und zeigt insbesondere den „blinden Fleck“ auf. Es geht davon aus, dass durch das Lernen innerhalb gruppendynamischer Prozesse sich der Handlungs&amp;amp;shy;spielraum einer Person vergrößert, je mehr sie einerseits Erkenntnisse über sich durch das Feedback Anderer gewinnt und andererseits sich den Anderen öffnet. Bisher Unbewusstes wird dadurch bewusst und handhabbar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://human-factors-hamburg.de/lexikon/johari-fenster/ &#039;&#039;Johari-Fenster.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Human Factors Hamburg&#039;&#039;. Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Völkerverständigung hat dieser Bewusstmachungsprozess eine große Bedeutung. So besitzt jeder Mensch ein meist unbewusstes, nicht hinterfragtes Selbstverständnis, das die eigene Lebenseinstellung und kollektive Haltung zur Kultur umfasst und in jedem Handlungs&amp;amp;shy;zusammenhang zum Ausdruck kommt. Laut [[w:Hans Köchler|Hans Köchler]] wächst das Bewusstsein gerade auch im Vergleich und in der Abhebung von Anderem und je vielfältiger die Bezüge gesetzt werden, desto reifer und differenzierter wird das Selbstverständnis. Davon ausgehend plädiert Köchler dafür, das Konzept der humanistischen Bildung ganz neu zu überdenken und auch im Bereich der Außenpolitik eine „Kulturdiplomatie“ zu entwickeln, die dabei hilft, durch eine Position der Vermittlung zwischen ideologischen Blöcken einzunehmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Indem das kulturelle Selbstverständnis einer Nation sich in Wechselwirkung mit den „transzendenten“ kulturellen Traditionen herausbildet, ist die Bemühung um die Standortbestimmung einer Kultur immer schon ein Beitrag zu einem globalen Dialog. Die Verschiedenheiten sind dann nicht mehr Grund zu chauvinistischer Profilierung (Selbstdarstellung), sondern Voraussetzung für ein vertieftes Verständnis der eigenen Position und somit Hinweis auf die Möglichkeit der Begegnung mit einem neuen Aspekt kultureller Selbstverwirklichung. Dies schließt den Abbau einer aggressiven Haltung ein. Es ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zu einer universalen Friedenspolitik.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Köchler: &#039;&#039;Kulturelles Selbstverständnis und Koexistenz. Voraussetzungen für einen fundamentalen Dialog,&#039;&#039; 1972. Abgerufen am 14. Februar 2026. ([http://hanskoechler.com/koechler_online-papers-subjects.htm Online papers])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Buber portrait.jpg|mini|Martin Buber]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Religionsphilosoph [[w:Martin Buber|Martin Buber]] beschreibt das Gegenüber als grundlegend für die Ich-Entwicklung. Das Ich wird erst am Du wirklich zum Ich. Für diese Begegnung ist es notwendig, jegliches zweckmäßige Denken zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. Zwischen Ich und Du steht keine Begrifflichkeit, kein Vorwissen und keine Phantasie; und das Gedächtnis selber verwandelt sich, da es aus der Ein-zelung in die Ganzheit stürzt. Zwischen Ich und Du steht kein Zweck, keine Gier und keine Vorwegnahme; und die Sehnsucht selber verwandelt sich, da sie aus dem Traum in die Erscheinung stürzt. Alles Mittel ist Hindernis. Nur wo alles Mittel zerfallen ist, geschieht die Begegnung.”&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Buber: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/wp-content/uploads/2022/10/buber-ich-und-du.pdfpdf#page=5&amp;amp;view=fit Ich und Du.]&#039;&#039; (PDF; 343&amp;amp;nbsp;KB), 2022, S.&amp;amp;nbsp;5. Abgerufen am 21. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Überwindung der egoistischen Gier, des vereinnahmenden, zweckgebundenen Denkens überwindet der Mensch gewissermaßen sich selbst, wie es in der Bhagavadgita III,43 heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;evaṁ buddheḥ paraṁ buddhvā saṁstabhyātmānam ātmanā jahi śatruṁ mahā-bāho kāma-rūpaṁ durāsadam&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:„Indem du zu dem Höchsten erwachst durch jenes Verstehen, das noch über dem urteilenden Verstand steht, und Macht ausübst auf das Ich durch das Selbst, um es fest und still zu machen, erschlage, o Starkarmiger, diesen Feind in Gestalt des Begehrens, den man so schwer zu fassen bekommt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S.&amp;amp;nbsp;29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelingt die Selbstüberwindung, so wird es laut [[Rudolf Steiner]] möglich, in das Wesen des anderen „unterzutauchen“ und dabei nicht sich selbst mit den eigenen Interessen zu suchen, sondern den Anderen bedeutungsvoller als sich selbst zu finden. Es ist wie eine Art erweiterter Egoismus, bei dem die Weltinteressen zu den eigenen Interessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen und für sein Selbst?&#039;&#039; GA 145. 5.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1976, ISBN 3-7274-1450-2, S.&amp;amp;nbsp;149–150. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_145.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das höhere Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „Höheres Selbst“ (auch „höheres Bewusstsein“ genannt) wird meist verwendet, um einen Zustand der Befreiung von den Beschränkungen des Egos zu beschreiben sowie einen Zustand mystischer Erfahrung, in dem die empfundene Trennung zwischen dem isolierten Selbst und der Welt oder Gott überwunden wird. Er kann sich auch auf einen Zustand erhöhter Wachsamkeit oder des Eröffnens einer neuen Perspektive beziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Harold L. Miller: &#039;&#039;The SAGE Encyclopedia of Theory in Psychology.&#039;&#039; 1. Auflage. Sage Publications, Thousand Oaks, California 2016, ISBN 978-1452256719, S.&amp;amp;nbsp;409–411.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl der Ursprung des Konzeptes und seiner verschiedenen Praktiken weit in der Zeit zurückliegt, wurde es als zentraler Begriff in der zeitgenössischen populären Spiritualität, einschließlich der New-Age-Bewegung, erheblich weiterentwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schleiermacher|Friedrich Schleiermacher]] (1768–1834) unterschied zwischen einem niedrigen und einem höheren Selbstbewusstsein. Das niedere Selbstbewusstsein ist für ihn „der tierische Teil des Menschen“, der grundlegende Empfindungen wie Hunger, Durst, Schmerz und Lust sowie basale Triebe umfasst, während das höhere Selbstbewusstsein nach den Worten der Theologin Dawn DeVries „der Teil des Menschen ist, der in der Lage ist, tierische Instinkte zu überwinden“ und als „Berührungspunkt mit Gott“ bezeichnet werden kann. Bunge beschreibt dies als „das Wesen des Menschseins”.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcia JoAnn Bunge (Hrsg.): &#039;&#039;The Child in Christian Thought.&#039;&#039; Eerdmans Publishing Company 2001, ISBN 978-0802846938, S.&amp;amp;nbsp;341.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn dieses Bewusstsein vorhanden ist, „sind die Menschen nicht durch ihre Instinkte von Gott entfremdet”. Die Beziehung zwischen dem niederen und dem höheren Bewusstsein ähnelt „Paulus&#039; Kampf des Geistes, das Fleisch zu überwinden” oder der Unterscheidung zwischen der natürlichen und der spirituellen Seite des Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip M. Merklinger: &#039;&#039;Philosophy, Theology, and Hegel&#039;s Berlin Philosophy of Religion, 1821-1827.&#039;&#039; State University of New York Press 1993, ISBN 0-7914-1492-2, S.&amp;amp;nbsp;65–68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Helena_Petrovna_Blavatsky|Helena Petrovna Blavatsky]], die Begründerin der theosophischen Bewegung, definierte das höhere Selbst offiziell als „Atma, den untrennbaren Strahl des Universums und das eine Selbst. Es ist der Gott über uns, mehr als in uns“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Durch diese höhere Intuition, die durch Theosophia – oder Gotteserkenntnis – erworben wurde und den Geist von der Welt der Formen in die Welt des formlosen Geistes führte, war der Mensch in jedem Zeitalter und in jedem Land manchmal in der Lage, Dinge in der inneren oder unsichtbaren Welt wahrzunehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helena Petrovna Blavatsky: &#039;&#039;The key to theosophy, section 9&#039;&#039;. Quest Books 1972, ISBN 0-8356-0427-6, S.&amp;amp;nbsp;175. ([https://www.theosociety.org/pasadena/key/key-9.htm Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Hellseher [[w:Edgar Cayce|Edgar Cayce]] bezeichnete das höhere Bewusstsein als „das Christus-Muster”. Es beschreibt die Überzeugung, dass ein gewöhnlicher Mensch sich darauf einstimmen kann, das gleiche spirituelle Niveau zu erreichen wie der historische Jesus.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Rapsas: [https://idw-online.de/de/news689748 &#039;&#039;6 Steps to Realizing the Christ Consciousness Within You.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;patheos.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee des „niederen“ und „höheren“ Bewusstseins hat in der modernen Spiritualität an Popularität gewonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wouter J. Hanegraaff: &#039;&#039;New Age Religion and Western Culture. Esotericism in the mirror of Secular Thought.&#039;&#039; E.J. Brill, Leiden/New York/Koln 1996, ISBN 90-04-10696-0, S.&amp;amp;nbsp;59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei gilt das Höhere Selbst oftmals als etwas, das tief im einzelnen Menschen ruht und mit dem man sich durch Versenkung in die eigene Innenwelt verbinden kann. Das rationale Denken gilt als störend für diesen Prozess und soll zum Schweigen gelangen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=rJtYSLOSr2o &#039;&#039;Verbindung zum Höheren Selbst | Einschlafmeditation &amp;amp; Traumreise.&#039;&#039;] Siehe Videobeschreibung. In: &#039;&#039;ChakraTunes – Raphael Kempermann&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 7. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz anders beschreibt [[Rudolf Steiner]] die Entwicklung zum Höheren Selbst. Dies habe nichts mit einem „In-sich-Hineinbrüten“ zu tun, denn da würde man nur den „kleinen Menschen finden, den Sie selbst zum Gott aufbauschen“. Vielmehr ginge es darum, sich in die Welt und ihre Erscheinungen zu vertiefen, was ein zunächst unbequemes und konkretes Arbeiten erfordere.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Theosophie des Rosenkreuzers.&#039;&#039; GA 99. 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0990-8, S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_099.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach [[a:Sri_Aurobindo|Sri Aurobindo]] ist es nur durch die Überwindung des Ego und durch das Streben nach tieferer Erkenntnis möglich, zu einer neuen Einheit mit dem Göttlichen zu gelangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jenes neue Leben und jene neue Macht des integralen menschlichen Selbsts muß notwendigerweise auf wirklicher Einsicht in die großen Wahrheiten beruhen, die eine Übersetzung der Natur des göttlichen Seins in unsere Art des Erfassens der Dinge sind. Das muß dadurch geschehen, daß das Ich auf seinen falschen Standpunkt und seine falschen Gewißheiten verzichtet, in die richtige Beziehung und Harmonie zu den Totalitäten eintritt, deren Teil es bildet, und zu den Transzendenzen, denen es entstammt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/18-19/0007_g.htm &#039;&#039;Das Göttliche Leben. Buch 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Site of Sri Aurobindo and the mother&#039;&#039;. Abgerufen am 6. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hugo van der Goes - The Fall of Man and The Lamentation - Google Art Project.jpg|mini|334px|&#039;&#039;Der Sündenfall und die Klage&#039;&#039; von [[w:Hugo van der Goes|Hugo van der Goes]]. Mit dem Sündenfall&lt;br /&gt;
ist der Mensch aus der ursprünglichen Einheit mit Gott herausgefallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sri Aurobindo spricht davon, dass wir eine „falsche Buchhaltung“ führen. Einen ersten Schritt, die Abrechnung zu korrigieren, sieht er darin, dass der Ich-Anspruch des Menschen zurückweicht, er selbst seine Unwissenheit akzeptiert und anerkennt, dass er nur eine Teilbewegung einer unendlichen Bewegung ist. Gleichzeitig jedoch ist es notwendig einzusehen, dass er in seinem wahren Selbst eins ist mit dieser Gesamtbewegung und keinen untergeordneten Wert ihr gegenüber darstellt. Überall, wo der Mensch eine abgesonderte Stellung einnimmt und versucht, zu unabhängigen Harmonien zu kommen, entstehe Disharmonie. Jedes Instrument müsse sich von selbst in die Gesamtheit des Orchesters einfügen, so Aurobindo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GöLeben&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese aktiven Entwicklungsschritte, die der Mensch für die Entwicklung seines höheren Selbst leisten muss, gliedert [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] gemäß der indischen Lehre in drei Stufen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# [[a:Geistselbst|Manas]] beschreibt die Entwicklung eines erweiterten logischen Denkens gemäß geistiger Gesetzmäßigkeiten. In dieser Art des Denkens erbaut der Mensch bewusste Vorstellungsbilder, die in einem logischen Zusammenhang stehen. Dieses Denken unterscheidet sich von dem rein intellektuellen Denken, das sich noch in einem reflektierenden, gewohnten Ablauf befindet. Manas bedeutet einen schöpferisch-aktiven Denkprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. Ein praktischer Weg zur übersinnlichen Erkenntnisentwicklung.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage. Synergia Verlag, Basel / Zürich / Roßdorf 2019, ISBN 978-3-907246-05-4, S.&amp;amp;nbsp;191.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Mit [[a:Lebensgeist|Buddhi]] ist ein fundiertes Urteilsvermögen gemeint, für das der Mensch nicht nur den Intellekt gebraucht, sondern durch ein unterscheidendes Denken ein tieferes Wahrheitsempfinden ausprägen muss. Dieses Wahrheitsfühlen bezieht sich nicht nur auf spirituelle Themen, sondern ist in jeder Berufsfachkunde ein Ideal, das der Mensch anstreben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# [[a:Atma|Atman]] beschreibt die höchste Stufe der Selbstverwirklichung, das realisierte Selbst. In den frühen indischen Schriften der Upanishaden meint Atman die einzelne Seele, die jedoch nicht getrennt ist von der Weltenseele (Brahman). Der individuelle Wille wird zum Weltenwille, wenn der Mensch nicht mehr in kleinlichem Egoismus tätig ist, sondern mutig höchste Moralität erstrebt und nach dieser handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Selbst in der Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Buddhismus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Buddhismus|Buddhismus]]gilt die [[w:Anatta|Anatta]]-Lehre – die Lehre vom Nicht-Selbst – als unverzichtbare Grundlage und wird als eines der [[w:drei Daseinsmerkmale|drei Daseinsmerkmale]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Thích Nhất Hạnh: &#039;&#039;Das Herz von Buddhas Lehre. Leiden verwandeln – die Praxis des glücklichen Lebens.&#039;&#039; Verlag Herder, Freiburg im Breisgau u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, ISBN 3-451-26739-X, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der Begriff «Selbst» bezeichnet eine beständige, unwandelbare Identität, doch da es, wie der Buddhismus sagt, nichts gibt, das beständig ist, und da das, was wir üblicherweise als Selbst bezeichnen, vollkommen aus Nicht-Selbst-Elementen besteht, gibt es in Wirklichkeit keine [[w:Entität|Entität]], die Selbst genannt werden könnte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thích Nhất Hạnh: &#039;&#039;Das Diamant Sutra. Kommentare zum Prajnaparamita-Diamant-Sutra.&#039;&#039; Theseus-Verlag, München/Zürich 1993, ISBN 3-89620-066-6, S.&amp;amp;nbsp;48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Glaube an eine beständige Ich- oder Selbstheit gilt im Buddhismus als eines der [[w:Drei Geistesgifte|Geistesgifte]], unter dessen Einfluss das menschliche Bewusstsein einer grundlegenden Täuschung unterliege.&amp;lt;ref&amp;gt;Raoul von Muralt (Hrsg.): &#039;&#039;Meditations-Sutras des Mahâyâna-Buddhismus.&#039;&#039; Band 1, 3. Auflage. Origo-Verlag, Bern 1988, ISBN 3-282-00075-8, S.&amp;amp;nbsp;31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ziel der buddhistischen [[w:Meditation#Meditation in religiösen Traditionen|Meditation]] ist es, diese Täuschung zu durchschauen und dadurch zur [[w:Kensho|Erfahrung der wahren menschlichen Natur]] zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hinduismus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:An Oberoi Hotel employee doing Namaste, New Delhi.jpg|mini|Beim indischen Gruß Namasté werden die Hände vor dem Herzen zusammengeführt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Namasté „Der Gott in mir grüßt den Gott in dir.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.exoticindiaart.com/article/namaste/ &#039;&#039;Philosophy of Namaste and Comparison with the Handshake.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;exotic india&#039;&#039;. Abgerufen am 11. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach hinduistischer Auffassung gibt es einen Makrokosmos und einen Mikrokosmos, die nach dem gleichen Plan aufgebaut sind. Der Urgrund, [[y:Brahman|Brahman]], gilt als das höchste Wesen und wird oftmals auch als Seele von Mikro- und Makrokosmos bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Upanishaden sprechen von zwei Seelen, die im Menschen leben: [[a:Atma|Atman]] (auch Paramatman genannt), die „wirkliche Seele“, die Brahman entspricht und die „scheinbare Seele“, [[y:Jivatman|Jivatman]]. Jivatman ist die verkörperte Seele, das Ego-Selbst, auch beschrieben als Nicht-Selbst, während Atman als wahres Selbst gilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hinduismus wird der Mensch anhand von drei Körpern charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der sterblichen, physischen Hülle (auch genannt [[y:Sthula Sharira|Sthula Sharira]]),&lt;br /&gt;
* dem feinstofflichen Körper ([[y:Sukshma Sharira|Sukshma Sharira]]), in dem auch alle Erinnerungen gespeichert sind und der nach dem Tod weiterexistiert,&lt;br /&gt;
* dem Kausalkörper ([[y:Karana Sharira|Karana Sharira]]), der durch das Ego-Bewusstsein gekennzeichnet ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Körper dienen der Erfüllung von grobstofflichen und feinstofflichen Wünschen. Atman als das ewige, unzerstörbare Selbst unterscheidet sich von diesen drei Körpern. Die hinduistische Reinkarnationslehre besagt, dass beim Tode lediglich der Atman, gemeinsam mit der feinstofflichen Hülle, den physischen Körper verlässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; [https://ramakrishna.org/humanindividual.html &#039;&#039;Hinduism: The Human Individual.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ramakrishna-Vivekananda Center of New York.&#039;&#039; Abgerufen am 21. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] wird mit dem Kampffeld bildhaft geschildert, wie der Mensch an eine Schwelle herankommt, bei der es nun um die Realisierung einer höheren Verpflichtung geht, die mit der irdischen Welt scheinbar im Widerspruch steht. Diese Schwellensituation ist oftmals verbunden mit einem Aufwallen von Emotionen und Zweifeln, die das Gemüt des Menschen vereinnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;84–85.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das, was dem Menschen gefühlsmäßig nahe ist, offenbart sich als Feind und dasjenige, was seinem Gemüt am Schwersten anmutet, im Sinne seines höheren Selbst zu handeln, ist sein Freund, wie es im 6. Vers des 6. Kapitels heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna and His Charioteer Krishna Confront Karna.jpg|mini|350px|Arjuna und sein Wagenlenker Krishna auf dem Schlachtfeld [[w:Schlacht zu kurukshetra|Kurukshetra]]]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;bandhur ātmātmanas tasya yenātmaivātmanā jitaḥ anātmanas tu śatrutve vartetātmaiva śatruvat&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:„Sein Selbst ist für den Menschen sein Freund, indem das Selbst durch das Selbst bezwungen worden ist. Wenn aber jemand nicht in Besitz seines (höheren) Selbstes ist, dann ist das (niedere) Selbst gleichsam ein Feind und handelt wie dieser.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;176.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Kapitel, Vers 29 beschreibt die Bhagavad Gita, wie das Selbst in allen Wesen vorhanden ist und der Mensch, wenn er in seinem höheren Selbst gegründet ist, dies erkennen kann:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarva-bhūta-stham ātmānaṁ sarva-bhūtāni cātmani īkṣate yoga-yukta-ātmā sarvatra sama-darśanaḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Der Mensch, dessen Selbst im Yoga gegründet ist, erkennt das Selbst in allen Wesen und alle Wesen im Selbst. Er erkennt überall mit gleichgeartetem Blick.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christentum ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Christentum gilt Christus als großes Vorbild ([[w:Nachfolge Jesu|Nachfolge Jesu]]). Gläubige beziehen sich auf verschiedene Aussagen Jesu, die eine entsprechende Aufforderung enthalten, ihm nachzufolgen. Damit verbunden ist immer eine Art Aufgabe des bisherigen Selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte?“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us16 Mt 16,24–26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Nachahmung der Lebensweise Jesu Christi bis in die äußeren Umstände wurde im Besonderen im Mittelalter gepflegt. Ein bekanntes Beispiel ist [[a:Franz von Assisi|Franz von Assisi]], der sein Erbe ausschlug und ein Leben als Bettelmönch wählte. Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte Werk [[w:Nachfolge Christi|Nachfolge Christi]] des Augustinermönches [[w:Thomas von Kempen|Thomas von Kempen]] (1380–1471), das nach der Bibel als meist verbreitetes und übersetztes Buch des Christentums gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://intellectualtakeout.org/2018/04/the-imitation-of-christ-the-most-influential-book-after-the-bible/ &#039;&#039;The Imitation of Christ: The Most Influential Book After the Bible.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;intellectualtakeout.org.&#039;&#039; Abgerufen am 13. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Caravaggio-The Conversion on the Way to Damascus.jpg|mini|330px|&#039;&#039;Die Bekehrung des Paulus&#039;&#039;, [[w:Michelangelo Merisi da Caravaggio|Caravaggio]] (1600)]]&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner unterscheidet hierbei die Nachfolge Jesu von der Nachfolge Christi. Man könne in seinen menschlichen Eigenschaften dem Jesus ähnlich werden; will man jedoch dem Christus ähnlich werden, so gehe das nur im Sinne des paulinischen Ausspruches „[[a:Christus in mir|Christus in mir]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken II.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;343a. 1. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1993, ISBN 3-7274-3430-9, S.&amp;amp;nbsp;450–451. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_343.pdf#page=450&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Übersetzung [[a:Martin Luther|Martin Luthers]] lautet dieser Bibelvers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/LUT/Galater2%2C20 Gal 2,20.] Lutherbibel 2017. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christus wird hier laut Rudolf Steiner als das wirkliche Ich des Menschen charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Kein äußerer Name kann «mich», dieses Wesen, benennen; ein ganz anderer Name nur kann das ausdrücken: «Ich bin der Ich-bin!» Es gibt keine Möglichkeit, woanders den Namen zu finden des Sonnengeistes als in dem Menschen. Das, was als Ich im Menschen lebt, das ist das Christus-Wesen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;109. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2000, ISBN 3-7274-1090-6, S.&amp;amp;nbsp;154 ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_109.pdf#page=154&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Neugeburt, für die der Mensch alles, was ihn bisher in seiner Persönlichkeit geprägt hat (genetische Anlagen, sozial-gesellschaftliche Einflüsse und daraus resultierende Denk- und Verhaltensweisen etc.) überwinden muss, ist nach Heinz Grill in folgendem biblischen Ausspruch beschrieben:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“ &amp;lt;br&amp;gt;(Joh 3,5–6)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.csv-bibel.de/bibel/johannes-3 &#039;&#039;Joh 3.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Elberfelder Übersetzung. Edition CSV.&#039;&#039; Abgerufen am 21. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Psychologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existieren innerhalb der Psychologie zahlreiche Modelle und Ansichten zum Thema der Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung, diese zu beschreiben in diesem Rahmen nicht gerecht werden kann. Generell wird das Selbst in der Psychologie als flexibles und dynamisches System aufgefasst, das sich sowohl aktualgenetisch, also beeinflusst vom situativen Kontext entwickelt als auch ontogenetisch über den gesamten Lebenslauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein markanter Punkt in der Selbstentwicklung stellt für die Psychologie die Selbstwahrnehmung im Sinne eines physischen Selbstkonzepts dar, beispielsweise das sich selbst Erkennen im Spiegel ([[w:Spiegeltest|Spiegeltest]]). Mit der Sprachentwicklung erfolgen vermehrt sprachliche Selbstbeschreibungen. Im Übergang zur Adoleszenz wird der Mensch fähig, abstrakte selbstbezogene Konzepte zu bilden, die sich in den Folgejahren kontextbedingt und rollenspezifisch ausdifferenzieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/selbst &#039;&#039;Selbst.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Dorsch. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Jung, Carl Gustav (1875-1961)-Portrait-Portr 14163 (cropped).tif|mini|Carl Gustav Jung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Analytische Psychologie|Analytischen Psychologie]] nach [[w:Carl Gustav Jung|Carl Gustav Jung]] (1875–1961) stellt das Selbst das Zentrum der menschlichen [[w:Psyche|Psyche]] dar, die das menschliche [[a:Bewusstsein|Bewusstsein]] und [[w:Das Unbewusste|Unbewusstes]] umfasst. Die Selbst-Erkenntnis des Ichs war für Jung die [[w:Selbstverwirklichung|Selbstverwirklichung]]&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 7: § 266; Band 11: § 233.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Laufe der [[w:Individuation|Individuation]] des einzelnen Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 7: § 266; Band 9/1: § 78, §&amp;amp;nbsp;689; Band 9/2: § 418; Band 11: § 401; Band 14/1: §211; Band 15: § 531.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt hingegen das Selbst dem Ich ganz unbewusst, so hält sich dieses bereits selbst für das Ganze, was Jung als Gefahr für die psychische Gesundheit ansieht.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 10: § 721&#039;&#039;f.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Gefahr in der Beziehung zwischen Ich und Selbst bestehe darin, dass „das Ich vom Selbst assimiliert wird“ und somit das Bewusstsein wieder unbewusst, von unbewussten Kräften der Psyche verschlungen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 9/2: § 44; vergleiche Band 13 § 422.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen diesen beiden Gefahren von Abgeschnittenheit von und Überwältigtsein durch das Selbst müsse das Ich balancieren, denn „es ist in Wirklichkeit immer beides vorhanden: die Übermacht des Selbst und die Hybris des Bewußtseins.“&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 11: § 391.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Drang des Selbst, sich im Menschen zu verwirklichen, wird von Jung auch als dessen „[[w:Entelechie|Entelechie]] im Individuationsprozess“ bezeichnet:&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 9/1: § 278; vergleiche Band 11: § 755.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch „jenseits der Wünsche und Befürchtungen des Bewußtseins“&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 11: § 745; vergleiche ebenda § 960.&amp;lt;/ref&amp;gt; und mit großer Durchsetzungskraft, der zu folgen dem Bewusstsein größte Anstrengungen abverlange,&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 12: § 248.&amp;lt;/ref&amp;gt; einschließlich moralischer Konflikte.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 14/2: § 433.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jung betonte, dass Selbsterkenntnis notwendigerweise auch eine zutiefst soziale Angelegenheit sei: Im Gegensatz zur „Verhärtung des Massenmenschen“ schließe bewusste Individuation „den Mitmenschen ein“.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 16: § 444.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem sei das Selbst aufgrund seiner zugleich persönlichen und überpersönlichen Eigenschaften „paradoxerweise Quintessenz des Individuums und doch zugleich ein Kollektivum“.&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 13: § 226, vergleiche ebenda § 287 und Band 15: § 474.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezüglich dieser paradoxen Eigenschaft des Selbst zog Jung oft Parallelen zu dem indischen [[w:Atman|Atman]].&amp;lt;ref&amp;gt;C. G. Jung: &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; Band 5: § 550; Band 18/2: §&amp;amp;nbsp;1567; vergleiche Band 10: § 873; Band 6: § 189; Band 11: § 433.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem (eigenen) Unbewussten hat sich laut Erich Fromm mit Freud und seinen diesbezüglichen Forschungen verändert. Der Mensch werde nun damit konfrontiert, dass er selbst für sein Unbewusstes verantwortlich sei. Was zähle, seien die Handlungen, die für sich sprechen und etwas über die tiefer liegenden, wirklichen Motive aussagen und weniger die Worte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=300s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (5:00–6:27). In: &#039;&#039;Erich Fromm Study Center Berlin – EFSC&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Generell sieht Fromm eine große Gefahr im Passivsein des Menschen. Dieses werde durch die Konsumgesellschaft maßgeblich gefördert, indem Bedürfnisse produziert werden, die die Gier im Menschen nähren. Er beschreibt die Notwendigkeit, Arbeit und Freizeit so zu organisieren, dass es dem menschlichen Wachstum zugutekommt und nicht der Mensch der Industrie hin dient und im Ausgleich dazu in der Freizeit seinen egoistischen Neigungen nachgeht. Es müssten die Bedürfnisse gesteigert werden, die den Menschen freier machen, ihn zur Selbstaktivität anregen und ihn lebendig halten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=825s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (13:45–19:57).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztendlich stelle sich die Frage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Welche Entscheidung trifft der Mensch? Trifft er die Entscheidung, wenn Sie biblisch reden wollen, für Gott oder für Cäsar? Das klingt vielleicht sehr dramatisch, aber […] wenn man ernsthaft über das Leben spricht, wenn man damit sich ernsthaft beschäftigt, dann sind die Dinge sehr dramatisch. Nicht nur Tod und Leben im physischen Sinn; das nehmen wir alles als Drama auf, sondern das Lebendiger werden oder das Toter werden des Menschen in seinem Leben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=E38YE7aXZ1o&amp;amp;t=1199s Erich Fromm – Menschliches Wachstum.]&#039;&#039; (19:59–20:32).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Pädagogik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den verschiedenen pädagogischen Ansätzen spielt das zu entwickelnde Selbst des Menschen eine zentrale Rolle. Der Staatsmann und Bildungsreformer [[w:Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]] (1767–1835) benennt das Einlassen auf etwas Fremdes als eine Voraussetzung, möchte der Mensch seine Individualität in eine wachsende Vollendung führen. Hierfür sei es notwendig, dass der Mensch die ganze äußere Welt auf sich als wahrnehmenden Mittelpunkt bezieht, wodurch sich die „Betrachtung aus der Unendlichkeit der Gegenstände in den engeren Kreis unsrer Fähigkeiten und ihres mannigfaltigen Zusammenwirkens“ flüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;[http://www.marcus-steinbrenner.info/docs/texte/Humboldt%20-%20Theorie%20der%20Bildung%20des%20Menschen.pdf#page=4&amp;amp;view=fit Theorie der Bildung des Menschen.]&#039;&#039; (PDF, S.&amp;amp;nbsp;4.) In: &#039;&#039;marcus-steinbrenner.info.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung ist nach Humboldt eine rege und freie Wechselwirkung des Individuums mit der Welt, die niemals bewirkt, sondern nur angestoßen werden kann und die immer eine freie Eigenleistung darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;[https://www.mises.ch/library/Humboldt_Grenzen_des_Staates.pdf#page=11&amp;amp;view=fit Ideen zu einem Versuchs, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen.]&#039;&#039; (PDF, S.&amp;amp;nbsp;11–12). In: &#039;&#039;mises.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Novalis|Novalis]] äußerte sich in wenigen Zeilen zum Thema Bildung und spricht von einer indirekten Erziehung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Erziehung von Kindern, wie Bildung eines Lehrlings – nicht durch directe Erziehung – sondern durch allmäliches Theilnehmen lassen an Beschäftigungen etc. der Erwachsenen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Novalis: [https://www.projekt-gutenberg.org/novalis/fragmen1/chap013.html &#039;&#039;Fragmente über den Menschen. Kosmologische Menschenlehre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Aus seinem Werk: &#039;&#039;Fragmente I.&#039;&#039; Jess Verlag, 1929. Abgerufen am 24. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Maria Montessori |Maria Montessori]] prägte den in verschiedenen Versionen bekannt gewordenen Leitsatz an den Erziehenden: „Hilf mir, es selbst zu tun.“&amp;lt;ref&amp;gt;P. Oswald, G. Schulz-Bennesch (Hrsg.): &#039;&#039;Maria Montessori. Die Entdeckung des Kindes. Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter.&#039;&#039; 11. Auflage. Freiburg i. Br. 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik spricht davon, dass jede Erziehung Selbsterziehung sei. So ist der Erziehende gefordert, sich selbst so zu erziehen, dass er im günstigsten Maße auf das Kind wirke, denn „Sie glauben gar nicht, wie gleichgültig es im Grunde genommen ist, was man als Erzieher oberflächlich redet oder nicht redet, und wie stark es von Belang ist, wie man als Erzieher selbst ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;317. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-3171-7, S.&amp;amp;nbsp;35. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_317.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gehe darum, eine möglichst adäquate Umgebung für das sich selbst erziehende Kind zu schaffen und zu dieser Umgebung gehören in erster Linie die Menschen um das Kind herum:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes. Wir müssen die günstigste Umgebung abgeben, damit an uns das Kind sich so erzieht, wie es sich durch sein inneres Schicksal erziehen muß.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die pädagogische Praxis vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Menschenerkenntnis.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;306. 4. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3060-5, S.&amp;amp;nbsp;131. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_306.pdf#page=131&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Philosophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gnothi sauton.jpg|mini|334px|&#039;&#039;Gnothi sautón&#039;&#039; (deutsch: „Erkenne dich selbst“) als Gravur mit einem stilisierten Auge auf Schloss Buonconsiglio in Trient]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der Antike setzten sich Menschen intensiv mit Fragestellungen zur Selbsterkenntnis auseinander, die als Grundlage für die Entwicklung des Selbst gilt. Davon zeugt die Inschrift am Apollontempel von Delphi: &#039;&#039;Gnothi Seautón&#039;&#039;, deutsch „Erkenne dich selbst“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[w:Sokrates|Sokrates]] (469 v. Chr. – 399 v. Chr.) ist Selbsterkenntnis die Bedingung für Sittlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;  Rudolf Eisler: [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Selbsterkenntnis?hl=sokrates+selbsterkenntnis &#039;&#039;Wörterbuch der philosophischen Begriffe.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeno.org.&#039;&#039; Band 2. Berlin 1904, S.&amp;amp;nbsp;354. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; So fordert er dazu auf, nicht den Fehler zu begehen, vor den Türen Anderer zu kehren und das Kehren vor der eigenen Tür zu vernachlässigen, wie es die meisten Menschen tun. Sowohl auf sich selbst als auch auf den Staat solle man achten und, wo möglich, etwas zu seiner Besserung beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://projekt-gutenberg.org/authors/xenophon/books/xenophons-erinnerungen-an-sokrates/chapter/26/ &#039;&#039;Xenophons Erinnerungen an Sokrates. Buch 3, Kapitel 7.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Verlag von Philipp Reclam jun. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Immanuel Kant|Immanuael Kant]] sieht die moralische Selbsterkenntnis als oberste Pflicht gegenüber sich selbst, die er wegen der erforderlichen Anstrengungen auch als „Höllenfahrt“ bezeichnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nur die Höllenfahrt des Selbsterkenntnisses bahnt den Weg zur Vergötterung.“&amp;lt;ref&amp;gt; Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Die+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Teil.+Metaphysische+Anfangsgr%C3%BCnde+der+Tugendlehre/I.+Ethische+Elementarlehre/I.+Teil.+Von+den+Pflichten+gegen+sich+selbst+%C3%BCberhaupt/Erstes+Buch.+Von+den+vollkommenen+Pflichten+gegen+sich+selbst/Zweites+Hauptst%C3%BCck.+Die+Pflicht+des+Menschen+gegen+sich+selbst,+blo%C3%9F+als+einem+moralischen+Wesen/2.+Abschnitt.+Von+dem+ersten+Gebot+aller+Pflichten+gegen+sich+selbst &#039;&#039;Die Metaphysik der Sitten. Zweiter Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeno.org.&#039;&#039; Band 8. Frankfurt am Main 1977, S.&amp;amp;nbsp;576–577. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Entwicklung der Mitmenschen beschreibt Goethe, wie essentiell die Haltung ist, die der Mensch zu seinem Gegenüber einnimmt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: „Wenn wir […] die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: [https://projekt-gutenberg.org/authors/johann-wolfgang-von-goethe/books/johann-wolfgang-von-goethe-wilhelm-meisters-lehrjahre/chapter/108/ &#039;&#039;Wilhelm Meisters Lehrjahre.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Kapitel 108, 4. Goldmann Verlag 1990. Abgerufen am 15. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte des Selbst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstheilungskräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Satz „[[w:Medicus curat, natura sanat|Medicus curat, natura sanat]]“ (Der Arzt behandelt, die Natur heilt), der [[a:Hippokrates|Hippokrates]] zugeschrieben wird, wurde noch im Mittelalter als wichtiger Grundsatz gesehen. Laut [[a:Rüdiger Dahlke|Rüdiger Dahlke]] habe sich an dieser Wahrheit auch bis heute nichts geändert, auch wenn die moderne Medizin häufig meine, dass sie diejenige sei, die den Menschen heilen könne. Hingegen wäre die richtige Aufgabe der Ärzte, „die Weichen zu stellen“ durch die verschiedenen medizinischen Maßnahmen und den Patienten Mut zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=96s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (1:36–3:00). In: &#039;&#039;tvberlin&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er plädiert dafür, den für seine große Wirkung bekannten Placebo-Effekt viel mehr einzusetzen, so gäbe es auch größere Heilserfolge.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=215s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (3:35-4:26).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der menschliche Organismus nicht definitiv bestimmt ist von Seiten der genetischen Anlagen, zeigt der Fachbereich der [[w:Epigenetik|Epigenetik]] auf und eröffnet damit ein großes Feld der Möglichkeiten, wie der Mensch beispielsweise durch Veränderung seines Lebensstiles Einfluss auf seine Genetik nehmen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=C200d_IMkc0&amp;amp;t=960s Heilung ist immer Selbstheilung.]&#039;&#039; (16:00–16:20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neustrukturierung der Persönlichkeit durch Perspektivwechsel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreis und Mittelpunkt (2).png|mini|290px|Es ist nicht unbedeutend, aus welcher Perspektive der Betrachter den Kreis wahrnimmt: ausgehend vom Mittelpunkt zur Peripherie oder von außen nach innen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill beschreibt, wie die Persönlichkeitsstruktur bei einem Großteil der Menschen geschwächt ist und er gewissermaßen sein Zentrum, seine gesunde Mitte verloren hat. Um diese wieder zu gewinnen, bzw. neu auszuformen, ist es laut Grill notwendig, nicht bei sich selbst, sondern in einer größeren, außenstehenden Perspektive anzusetzen. Durch Traumen fixiert sich der Mensch wie automatisch ängstlich an sein bisheriges Selbst. Jedoch könne die Mitte nicht „durch ein Suchen nach dem eigenen Vorteil und einer sicheren Stellung wiederentdeckt werden. Sie ist fast für alle Menschen verloren, so verloren wie noch nie in einer Zeitenperiode zuvor. Deshalb braucht die Menschheit durch geistige Disziplin eine Neuorientierung. Die geistige Aufrichtekraft, unabhängig von der traumatischen Situation, frei gewählt und ohne Beeinflussung durch Druckbelastungen von außen, wäre das Heilmittel der Zeit.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;[https://heinz-grill.de/willen-geist-gesundheit/ Geistschulung kann den Willen und die Gesundheit erbauen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So empfiehlt Heinz Grill als Grundlage für einen wirklichen Neubeginn eine fundierte Meditations- und Konzentrationsarbeit, die nicht in einer persönlichen Innenversenkung haften bleibt, sondern geistig wertvolle Gedanken bis in eine konkrete Umsetzung führen lernt und damit maßgeblich zu einer Kulturerkraftung in der Zukunft beiträgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwächung des Selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Depersonalisation ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die normalen Identifikationsprozesse beispielsweise durch Traumata gestört, kann es zu [[w:Identität|Identität]]skrisen kommen. Der Begriff [[w:Depersonalisation|Depersonalisation]] beschreibt das sich fremd Fühlen gegenüber der eigenen Person. Gedanken, Gefühle, Handlungen, Wahrnehmung, Erinnerung und der Körper oder Körperteile werden subjektiv als unwirklich und fremd erlebt. Die eigene Person nimmt man nicht als Einheit wahr. Damit verbunden ist meist die [[w:Derealisation|Derealisation]], ein Fremd- und Unwirklichkeitserleben gegenüber der äußeren Welt.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/glossar/?tx_dpnglossary_glossary%5Baction%5D=show&amp;amp;tx_dpnglossary_glossary%5Bcontroller%5D=Term&amp;amp;tx_dpnglossary_glossary%5Bterm%5D=24&amp;amp;cHash=e593305eda8944c8f1a17943d05d7069 &#039;&#039;Glossar: Detailansicht für den Begriff Depersonalisation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Neurologen und Psychiater im Netz&#039;&#039;. Abgerufen am 27. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entselbstung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine systematische Vernichtung des Selbstes wurde beispielsweise während des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern betrieben. Die schrittweise stattfindende Dehumanisierung begann mit der Ankunft im Lager: den Einzelnen wurde ihre letzte Habe und Bekleidung genommen, sie wurden enthaart, ihres Namens beraubt und bekamen stattdessen eine Nummer eintätowiert. Viele der auszuführenden Arbeiten waren sinnlos und dienten somit ebenfalls der Selbstzerstörung. Dabei wird beschrieben, wie nicht nur von außen die selbstvernichtenden Maßnahmen auf die Gefangenen einwirkten, sondern in vielen Fällen die Vernichtung die Einzelnen auch von innen ergriff. Wie ausgehöhlt, apathisch, weder lebendig noch tot hatte der sogenannte „[[w:Muselmann (KZ)|Muselmann]]“ sein Mensch-sein aufgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt; Kathrin Solhdju, Ulrike Vedder (Hrsg.): &#039;&#039;Das Leben vom Tode her. Zur Kulturgeschichte einer Grenzziehung.&#039;&#039; Wilhelm Fink, Paderborn 2015, ISBN 978-3-7705-5746-2, S.&amp;amp;nbsp;64–67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Perspektive ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des höheren Selbst stellt sich als Aufgabe für jeden Menschen. Das gewordene Selbst steht dem werdenden Selbst oftmals als Hindernis im Weg, da sich der Mensch mit seinen bisherigen Prägungen, Charaktereigenschaften und angeeignetem Wissen identifiziert und diese immer wieder neu hinterfragen und zugunsten neuer Lernschritte überwinden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel besitzt der Mensch ein Selbstbild, das entweder sehr kleinlich angesetzt ist oder zu einer Hybris tendiert. Dementsprechend existiert ein häufig zu beobachtendes Phänomen der Polarisierung, dass ein Mensch auf Kosten Anderer aufbaut oder aber von Anderen unterdrückt wird und Kräfte an diese abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt der Mensch eine gute berufliche Fachkunde oder gründet sich in einem Thema, stärkt dies sein gesundes Selbstgefühl. Kompensationen, wie beispielsweise die Suche nach Bestätigung oder emotionaler Verbindung aufgrund von Unsicherheiten weichen zurück und es können die Beziehungen über den Themenbezug sachlich und bewusst geführt werden. Konflikte in ihrer polaren und spaltenden Charakteristik weichen zurück und es eröffnet sich ein Raum für neue Perspektiven. So wird ein inhaltlich gut gegründeter Mensch zum Friedensstifter, der in seinem Umfeld und darüber hinaus verbindend wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft.&#039;&#039; 44. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-34234-6.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik.&#039;&#039; 1. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Radolfzell/Bodensee 2012, ISBN 978-3-935925-38-9.&lt;br /&gt;
* Hubertus Mynarek: &#039;&#039;Werte und Humanität. Ihre Bedeutung für das Werden der Persönlichkeit.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2021, ISBN: 978-9-488030-4-9. &lt;br /&gt;
* Ludwig Meindl: &#039;&#039;Der Mensch am Scheideweg.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2018, ISBN 978-3-9819041-4-7. &lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Die Kultur der Selbstlosigkeit.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, ISBN 978-3-7235-1419-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen|&#039;&#039;An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[a:Ich|Ich]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf den Artikeln [https://de.wikipedia.org/wiki/Selbst Selbst] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia DE] sowie [https://en.wikipedia.org/wiki/Self Self] aus [https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page Wikipedia EN] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Selbst&amp;amp;action=history Wikipedia DE] und [https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Self&amp;amp;action=history Wikipedia EN] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11886114X|LCCN=n/87/150769|VIAF=97867670}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12734</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-17T13:51:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|mini|340px|&#039;&#039;[[w:Odysseus|Odysseus]] und die [[a:Sirenen|Sirenen]]&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[w:John William Waterhouse|John William Waterhouse]], 1891)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; [[w:Odysseus|Odysseus]] ist auf seiner langen Reise durch das Leiden mündig geworden und widersteht, gefesselt an den Schiffsmast, der Verführung der Sirenen, die ihm Allwissenheit versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna-Lena Soller: [https://www.fachdidaktik.klassphil.uni-muenchen.de/forschung/exkursionen/ex-camp/ex-camp-ref/soller---die-sirenen-.pdf &#039;&#039;Die Sirenen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LMU München, Department für Klassische Philologie 2017,&#039;&#039; Seite 1. Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 112–113. Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die griechische Heldenfigur gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines klugen, aufgeklärten Menschen, dem es durch allerlei List gelingt, durch zahlreiche Gefahren durchzugehen, um schließlich sein Ziel zu erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] S. 117&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt am Maina.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Der reine Gedanke gleicht einer Sonne, die aus sich selbst heraus strahlt und Licht und Wärme aussendet. Durch Meditation erhebt der Mensch den Gedankeninhalt „zur reinen, frei verfügbaren und wirksamen Strahlkraft.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/meditation-bewusstsein-corona/ &#039;&#039;Die gegenwärtige Zeit benötigt eine spezifische Meditation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Wesen zu gelangen, das hinter der physisch-sinnlichen Realität steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;7. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1987, ISBN 3-7274-0070-6, S.&amp;amp;nbsp;43. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_007.pdf#page=43&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“).&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;145–146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12733</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12733"/>
		<updated>2026-03-17T13:47:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|mini|340px|&#039;&#039;[[w:Odysseus|Odysseus]] und die [[a:Sirenen|Sirenen]]&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[w:John William Waterhouse|John William Waterhouse]], 1891)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; [[w:Odysseus|Odysseus]] ist auf seiner langen Reise durch das Leiden mündig geworden und widersteht, gefesselt an den Schiffsmast, der Verführung der Sirenen, die ihm Allwissenheit versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna-Lena Soller: [https://www.fachdidaktik.klassphil.uni-muenchen.de/forschung/exkursionen/ex-camp/ex-camp-ref/soller---die-sirenen-.pdf &#039;&#039;Die Sirenen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LMU München, Department für Klassische Philologie 2017,&#039;&#039; Seite 1. Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 112–113. Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die griechische Heldenfigur gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines klugen, aufgeklärten Menschen, dem es durch allerlei List gelingt, nach langer Reise sein Ziel zu erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] S. 117&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt am Maina.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Der reine Gedanke gleicht einer Sonne, die aus sich selbst heraus strahlt und Licht und Wärme aussendet. Durch Meditation erhebt der Mensch den Gedankeninhalt „zur reinen, frei verfügbaren und wirksamen Strahlkraft.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/meditation-bewusstsein-corona/ &#039;&#039;Die gegenwärtige Zeit benötigt eine spezifische Meditation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Wesen zu gelangen, das hinter der physisch-sinnlichen Realität steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;7. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 1987, ISBN 3-7274-0070-6, S.&amp;amp;nbsp;43. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_007.pdf#page=43&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“).&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;145–146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12732</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12732"/>
		<updated>2026-03-17T13:32:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|mini|340px|&#039;&#039;[[w:Odysseus|Odysseus]] und die [[a:Sirenen|Sirenen]]&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[w:John William Waterhouse|John William Waterhouse]], 1891)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; [[w:Odysseus|Odysseus]] ist auf seiner langen Reise durch das Leiden mündig geworden und widersteht, gefesselt an den Schiffsmast, der Verführung der Sirenen, die ihm Allwissenheit versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna-Lena Soller: [https://www.fachdidaktik.klassphil.uni-muenchen.de/forschung/exkursionen/ex-camp/ex-camp-ref/soller---die-sirenen-.pdf &#039;&#039;Die Sirenen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LMU München, Department für Klassische Philologie 2017,&#039;&#039; Seite 1. Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 112–113. Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die griechische Heldenfigur gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines klugen, aufgeklärten Menschen, dem es durch allerlei List gelingt, nach langer Reise sein Ziel zu erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] S. 117&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt am Maina.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Der reine Gedanke gleicht einer Sonne, die aus sich selbst heraus strahlt und Licht und Wärme aussendet. Durch Meditation erhebt der Mensch den Gedankeninhalt „zur reinen, frei verfügbaren und wirksamen Strahlkraft.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/meditation-bewusstsein-corona/ &#039;&#039;Die gegenwärtige Zeit benötigt eine spezifische Meditation.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12731</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12731"/>
		<updated>2026-03-17T13:12:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|mini|340px|&#039;&#039;[[w:Odysseus|Odysseus]] und die [[a:Sirenen|Sirenen]]&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[w:John William Waterhouse|John William Waterhouse]], 1891)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; [[w:Odysseus|Odysseus]] ist auf seiner langen Reise durch das Leiden mündig geworden und widersteht, gefesselt an den Schiffsmast, der Verführung der Sirenen, die ihm Allwissenheit versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna-Lena Soller: [https://www.fachdidaktik.klassphil.uni-muenchen.de/forschung/exkursionen/ex-camp/ex-camp-ref/soller---die-sirenen-.pdf &#039;&#039;Die Sirenen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LMU München, Department für Klassische Philologie 2017,&#039;&#039; Seite 1. Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 112–113. Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die griechische Heldenfigur gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines klugen, aufgeklärten Menschen, dem es durch allerlei List gelingt, nach langer Reise sein Ziel zu erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] S. 117&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt am Maina.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt nach Rudolf Steiner die Objekte der Außenwelt ebenfalls in einem „neuen Licht“ erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12730</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12730"/>
		<updated>2026-03-17T12:21:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|mini|340px|&#039;&#039;[[w:Odysseus|Odysseus]] und die [[a:Sirenen|Sirenen]]&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[w:John William Waterhouse|John William Waterhouse]], 1891)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Odysseus ist auf seiner langen Reise durch das Leiden mündig geworden und widersteht, gefesselt an den Schiffsmast, der Verführung der Sirenen, die ihm Allwissenheit versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna-Lena Soller: [https://www.fachdidaktik.klassphil.uni-muenchen.de/forschung/exkursionen/ex-camp/ex-camp-ref/soller---die-sirenen-.pdf &#039;&#039;Die Sirenen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LMU München, Department für Klassische Philologie 2017,&#039;&#039; Seite 1. Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.genderopen.de/server/api/core/bitstreams/4a4857d0-36c3-4d8a-857e-603ee5849f01/content#:~:text=Menschen%20zu%20nennen%20wage%2C%20der%20frei%2C%20sich,sondern%20dieser%20hat%20sich%20quasi%20als%20%2CSelbstgeburt &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 112–113. Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politik&amp;amp;shy;wissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;&#039;priyá&#039;&#039; „Freund“ sowie vom gleichen Wortstamm: „freien“ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und „Frieden“, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F.&amp;amp;nbsp;Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24.&amp;amp;nbsp;Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Band 2. Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierer&#039;s Universal-Lexikon: [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der [[w:Handlungsfreiheit|Handlungsfreiheit]] zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem [[a:Willen|Willen]] dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „[[w:Natürlicher Wille|natürlichen Willen]]“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit [[w:Heteronomie|heteronom]] oder ob sie spontan und/oder [[w:Autonomie|autonom]] sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.&amp;amp;nbsp;h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminismus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben, nicht kennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue of Liberty 7.jpg|mini|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuums]] und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/#TwoConLib &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] Kapitel 1: &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w:Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, z.&amp;amp;nbsp;B. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: &#039;&#039;Schriften,&#039;&#039; Band 1, hrsg. von Hennig Ritter. Fischer Verlag, Frankfurt am Maina.&amp;amp;nbsp;M. 1988, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung.&#039;&#039; JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Individuelle und kollektive Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Innere und äußere Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt ([[w:Souveränität|Souveränität]]). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138); der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit.&#039;&#039; Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024, ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002. ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in seinem Werk &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein. […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessachfest]] der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit, griechisch Éleutheria (ἐλευθερία), beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat, das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend, christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal 5,1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8,32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (1 Kor 7,21–24).&amp;lt;ref&amp;gt;Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039;, Schweizer Freiheitskämpfer&amp;lt;br&amp;gt;(Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also als Abwesenheit von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft, oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt;Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf#page=18&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16–18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621. In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (†&amp;amp;nbsp;1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute. […] Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eike von Repgow: &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer: &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn. 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. ([https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/16058/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[a:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w:Von der Freiheit eines Christenmenschen|&#039;&#039;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#039;&#039;]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|&#039;&#039;Wilhelm Tell&#039;&#039;]] und [[w:Die Räuber|&#039;&#039;Die Räuber&#039;&#039;]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Bildnis des Philosophen [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&amp;lt;br&amp;gt;(Christoph Bernhard Francke, ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk &#039;&#039;[[w:Theodizee|Theodizee]] – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels&#039;&#039; auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayles]], Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee – Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass bedeutet, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kant-KdrV-1781.png|mini|Titelseite von &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039; (1781)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft&#039;&#039;, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kommt zu der Aussage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammen&amp;amp;shy;hänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146–147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#page= Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über die Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten. Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einſchmeichelung bey ſich fuͤhrt, in dir faſſeſt, ſondern Unterwerfung verlangſt, […] ſondern blos ein Geſetz aufſtellſt, welches von ſelbſt im Gemuͤthe Eingang findet, und doch ſich ſelbſt wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verſtummen, wenn ſie gleich in Geheim ihm entgegen wirken, […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Immuneul Kant: [https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/kant_pvernunft_1788?p=162 &#039;&#039;Critik der practischen Vernunft.&#039;&#039;] Riga 1788. In: &#039;&#039;DTA.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikationen]] des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.|Kant&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039;]  S. 290. In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:DPAG 2009 Friedrich von Schiller.jpg|mini|Briefmarke mit Zitat von Friedrich Schiller aus dem 2. Brief von &#039;&#039;Über die ästhetische Erziehung des Menschen&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern [[Selbst]] zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schiller: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Schrift &#039;&#039;[[w:Über die ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]]&#039;&#039; entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel#Das_Spiel_zwischen_Freiheit_und_Determinismus|Spiels]], durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-)Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit &#039;&#039;nur spielen&#039;&#039;, und er soll &#039;&#039;nur mit der Schönheit&#039;&#039; spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und &#039;&#039;er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-schiller/books/friedrich-schiller-ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/chapter/3/ &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgenden Epigrammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Friedrich Schiller Archiv.&#039;&#039; Abgerufen am 16. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gewissensskrupel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Decisum&#039;&#039;&lt;br /&gt;
„Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei von einer göttlichen Führung zu denken, bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk [[a:Also sprach Zarathustra|&#039;&#039;Also sprach Zarathustra&#039;&#039;]] in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/3/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, ISBN 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#page=45&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt, das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind, und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
:„[…] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/5/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra. Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Nietzsche: &#039;&#039;[https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/8/ Also sprach Zarathustra. Vom bleichen Verbrecher.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://projekt-gutenberg.org/authors/friedrich-wilhelm-nietzsche/books/also-sprach-zarathustra-ein-buch-fuer-alle-und-keinen/chapter/24/ &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch, soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. Und weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|mini|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II&#039;&#039; (= Gesammelte Werke Band 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Band 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|375px|&#039;&#039;Sündenfall&#039;&#039; von [[w:Michelangelo|Michelangelo]]&amp;lt;br&amp;gt;Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffent&amp;amp;shy;lichte [[w:Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen [[Selbst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch der Welt gegenüber getrennt erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (lateinisch &#039;&#039;sponte&#039;&#039; „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann. „Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt nach Rudolf Steiner die Objekte der Außenwelt ebenfalls in einem „neuen Licht“ erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in seiner [[a:GA 4|&#039;&#039;Philosophie der Freiheit&#039;&#039;]], wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist kein „schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=146&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht, kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt,&lt;br /&gt;
* die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit der Anlage seines Charakters kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, jedoch dieser Vorsatz immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder, zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage  noch äußere bestimmte, normative Prinzipien – beispielsweise Gesetze oder das Gewissen – beeinflussen den Willen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=158&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt ([[Platon]]) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht, nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;160. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=160&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Rudolf Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Leben&#039;&#039; in der Liebe zum Handeln und &#039;&#039;Lebenlassen&#039;&#039; im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der &#039;&#039;freien Menschen&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=166&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=164&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-)Vorstellungen und Instinkten folgt als er. Äußere Gesetze stellen für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat; aber er handelt nicht, damit Sittlichkeit entstehe. Die menschlichen Individuen mit ihren zu ihrem Wesen gehörigen sittlichen Ideen sind die Voraussetzung der sittlichen Weltordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als einem „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis. Freiheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. In der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] ist eine Grundregel für das Handeln beschrieben, die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Wenn der Mensch seine Werke nicht als Opfer vollzieht, bleibt er in der Gebundenheit an die Werke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ&amp;lt;br&amp;gt;tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039; (BG 3,9)&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke.&amp;lt;br&amp;gt;Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich. Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=119&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage. Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=210&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/20-21/the_synthesis_of_yoga_g.pdf#page=32&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, Erzengel und Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Lammers-Koll-Verlag, 2007, ISBN 978-3-935925-73-0, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstasezustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein Selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte – Denken, Fühlen und Wille – gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit entsteht die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 5. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele.&#039;&#039; S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;“Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.”&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5&amp;amp;nbsp;June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&#039;&#039;]&#039;&#039; In&#039;&#039;: Zeitschrift für das Juristische Studium ZJ&#039;&#039;S. 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 202&#039;&#039;6.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willens&amp;amp;shy;bildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 (Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 (Versammlungsfreiheit).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#page=173&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus]] (siehe dazu Kapitel 4.6 [[Freiheit#Freiheit_und_Soziale_Dreigliederung|Freiheit und Soziale Dreigliederung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/ &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft// &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht.[[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br /&amp;gt;“Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”&amp;lt;br /&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755–1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/ &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt, befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt.&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist,&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: &#039;&#039;[https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,verschwindet Ideologie und Terror.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Januar 2020. Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JohnStuartMill.JPG|mini|John Stuart Mill]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetz&amp;amp;shy;gebungsverfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. 1915–1921.&#039;&#039; GA 24. 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982, ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp;473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31. 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|&#039;&#039;Faust und Mephisto,&#039;&#039; Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: [https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[[a:Faust II|Faust II.]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts &#039;&#039;Faust II. Großer Vorhof des Palasts.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.&lt;br /&gt;
    – {{Kapitälchen|[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]: &#039;&#039;Gedicht&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3.,&amp;amp;nbsp;erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN 978-3-9341045-1-8.&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School&#039;&#039; (YouTube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;query=4018326-9 Literatur über Freiheit] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in AnthroWiki&lt;br /&gt;
* [[Selbst]]&lt;br /&gt;
* [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12669</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12669"/>
		<updated>2026-03-15T17:40:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Politische Freiheit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|Odysseus and the Sirens (1867). Oil on canvas, 363 x 300 cm (11.9 ft x 118.1 in). Musée de l&#039;hôtel Sandelin, Saint-Omer|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12668</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12668"/>
		<updated>2026-03-15T17:30:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Ulysses And The Sirens by Léon Belly.jpg|Odysseus and the Sirens (1867). Oil on canvas, 363 x 300 cm (11.9 ft x 118.1 in). Musée de l&#039;hôtel Sandelin, Saint-Omer|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12667</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12667"/>
		<updated>2026-03-15T17:25:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Schiller */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Spiel als Weg zur Freiheit ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unabhängigkeit von Autoritäten ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der ethische Individualismus und die Liebe zum Handeln ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12666</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12666"/>
		<updated>2026-03-15T17:20:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Der Pflichtbegriff bei Kant */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiheit und Pflicht ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12665</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12665"/>
		<updated>2026-03-15T17:13:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Antike */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zentralratderjuden.de/judentum/feiertage/#accordion-306-69 &#039;&#039;Jüdischer Kalender – jüdisches Jahr, jüdische Feier- und Gedenktage: Pessach.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zentralrat der Juden in Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.die-bibel.de/ressourcen/basisbibel/politik-und-gesellschaft/sklaven &#039;&#039;Sklaven.&#039;&#039;] In: Deutsche Bibel-Gesellschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 15. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12546</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12546"/>
		<updated>2026-03-12T22:04:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Antike */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im [[w:Pessach|Pessach]]fest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes. Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das junge Christentum hat die Vorstellungen des Judentums zum Thema Freiheit zwar übernommen, aber eschatologisiert, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einer Kategorie der „zukünftigen Welt“ gemacht. Der Begriff Freiheit beschreibt im Neues Testament vor allem eine religiöse Qualität. Angesichts der bevorstehenden [[w:Parusie|Parusie]] (Wiederkehr) ihres auferstandenen Herrn [[a:Christus|Jesus Christus]] schien jede politische Veränderung der Welt zunächst sinnlos. Es ging jetzt eher darum, im stoisch-hellenistischen Sinne „innerlich“ frei zu werden von den Zwängen der untergehenden Welt. Der Apostel [[a:Paulus von Tarsus|Paulus]] hat das stoische Freiheitsverständnis aufgreifend christlich formuliert, der Christ sei im religiösen Sinne frei von Gesetz, Sünde und Tod (Römerbrief, Kapitel 6–8). In diesem „inneren“ Sinne ist auch der Satz aus dem [[w:Brief des Paulus an die Galater|Galaterbrief]] des Paulus zu verstehen, dass alle Menschen in Christus gleich und damit frei seien (Gal 3, 26–28): &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36), riet Paulus christlichen Sklaven, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Henneke Gülzow: &#039;&#039;Christentum und Sklaverei in den ersten drei Jahrhunderten.&#039;&#039; Bonn 1969, S. 177ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Brief des Paulus an Philemon|Philemonbrief]] bat Paulus allerdings einen christlichen Sklavenhalter, seinen Sklaven Onesimus christlich zu taufen und ihn als Glaubensbruder in die Freiheit zu entlassen (Phlm 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12496</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-10T11:39:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Unterscheidungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Versuchung_des_heiligen_Antonius1.jpg&amp;diff=12379</id>
		<title>Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Versuchung_des_heiligen_Antonius1.jpg&amp;diff=12379"/>
		<updated>2026-03-06T09:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Versuchung des heiligen Antonius von Matthias Grünewald&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urheber ==&lt;br /&gt;
Eigenes Werk von [[:Benutzer: Lunita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12378</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12378"/>
		<updated>2026-03-06T09:10:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Versuchung_des_heiligen_Antonius1.jpg&amp;diff=12377</id>
		<title>Datei:Versuchung des heiligen Antonius1.jpg</title>
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		<updated>2026-03-06T09:10:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Versuchung des heiligen Antonius von Matthias Grünewald&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12375</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12375"/>
		<updated>2026-03-06T08:59:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchung des heiligen Antonius.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12367</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12367"/>
		<updated>2026-03-05T20:44:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lukas-Evangelium ist dieser Weg mit folgenden Worten beschrieben:&lt;br /&gt;
:„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas14 Lk 14,26.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 05. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle Beziehungen, die den Menschen bisher leiteten, müssen nun neu im Sinne eines größeren Lebensauftrages gesteuert werden. Dies benennt Heinz Grill auch als die Auflösung der Erbsünde.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 130–131&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12366</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12366"/>
		<updated>2026-03-05T20:27:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Unterscheidungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Aspekte ===&lt;br /&gt;
; Individuelle und kollektive Freiheit: Freiheiten von Individuen (zum Beispiel Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) und die Freiheit eines Kollektivs (zum Beispiel eines Landes von einer Besatzungsmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Innere und äußere Freiheit: Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnliches frei ist und stattdessen rational auswählt (Souveränität). Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm von Humboldt: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Persönliche Freiheit, souveräne Freiheit und bürgerliche Freiheit: Persönliche (negative) Freiheit bedeutet, dass jemand nicht unter Zwang steht, in seinen Handlungen nicht durch andere eingeschränkt oder bestimmt ist; souveräne (positive) Freiheit heißt, nach freiem Willen handeln und somit über sich selbst und über andere Macht ausüben zu können; mit bürgerlicher Freiheit ist die Teilhabe an gesellschaftlich-politischer Macht gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando Patterson: &#039;&#039;Freiheit, Sklaverei und die moderne Konstruktion der Rechte.&#039;&#039; In: Hans Joas, Klaus Wiegand (Hrsg.): &#039;&#039;Die kulturellen Werte Europas.&#039;&#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2005, ISBN 3-596-16402-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12365</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12365"/>
		<updated>2026-03-05T20:24:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Innere und äußere Freiheit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12364</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12364"/>
		<updated>2026-03-05T20:20:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Freiheit des Willens */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wollen und Handeln ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12363</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12363"/>
		<updated>2026-03-05T20:20:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Freiheit des Willens */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
In der abendländischen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. Die Handlungsfreiheit kann von äußeren Umständen (wie Zwang durch Andere) beschränkt oder aufgehoben werden. Sie kann aber auch von inneren – in der handelnden Person selbst liegenden – Umständen wie etwa einer körperlichen Lähmung oder einer psychischen Erkrankung beeinträchtigt werden. Rechtliche Probleme ergeben sich, wenn eine Person zwar einen „natürlichen Willen“ hat, aber Grund zur Annahme besteht, dass sich dieser zum Beispiel wegen einer psychischen Störung, von dem mutmaßlichen „freien“ Willen unterscheidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob der Wille des Menschen im Grunde frei oder determiniert ist, sich also automatisch in der Kette von Kausalereignissen ergibt, ist Gegenstand lang andauernder philosophischen Debatten über die Willensfreiheit. In der Diskussion werden die äußere Natur, die naturgegebenen Interessen der Handelnden und ihre Wünsche und Absichten, die auch durch gezielte oder ungezielte Beeinflussung hervorgerufene sein können, in verschiedene Verhältnisse zum tatsächlichen Handeln gestellt. Zum einen wird die Frage untersucht, ob menschliches Wollen und Handeln ganz oder zum Teil naturgesetzlich vorherbestimmt sind, und also damit heteronom, oder ob sie spontan und/oder autonom sind. Zum anderen ist vor allem die Frage der Verantwortlichkeit bedeutend. Diese beiden Fragen, ob der Wille das Handeln bestimmt oder auch nur bestimmen kann, und unter welchen Voraussetzungen eine Person ethisch verantwortlich ist, werden zunehmend unabhängig voneinander behandelt. &amp;lt;ref&amp;gt;Geert Keil: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus.&#039;&#039; Reclam: Stuttgart 2009, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12362</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12362"/>
		<updated>2026-03-05T20:10:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Unterscheidungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Für philosophische und politische Debatten stellt die Unterscheidung oder Nichtunterscheidung oft ein Problem oder eine bewusst eingesetzte Strategie dar. Die Freiheit, sich für oder gegen eine Handlung entscheiden zu können, und ihre Beschränkung durch Regeln sowie durch Entscheidungen, Ansprüche, Interessen oder Handlungen anderer sind eng mit der Frage der Legitimität des eigenen Handelns und des Beschränkens fremden Handelns verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12361</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12361"/>
		<updated>2026-03-05T20:01:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Laut [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12360</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12360"/>
		<updated>2026-03-05T19:58:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Herrschaft über sich selbst */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Laut Heinz Grill handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12359</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12359"/>
		<updated>2026-03-05T19:54:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* 19. und 20. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herrschaft über sich selbst ====&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] spricht von der Freiheit als ein „Geburtsrecht“ des Menschen. Jeder Mensch strebt, bewusst oder unbewusst nach Freiheit und Unabhängigkeit:&lt;br /&gt;
:„[...] Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.“&amp;lt;ref&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkliche Freiheit (Svarajya) definiert Sivananda als die „Herrschaft über sich selbst“ und ist nur durch langsame und schmerzvolle Schritte erreichbar. Dadurch verbindet sich der Mensch mit dem höchsten Selbst. &lt;br /&gt;
Die Ursache der Bindung, die der Freiheit entgegensteht, hat sich der Mensch selbst geschaffen, indem er sich mit seinem Körper, seiner Familie, seinem Besitz etc. identifiziert und dadurch sich selbst Sorgen und Nöte schafft, die ins Unendliche reichen. Er hat seine wahre, göttliche Natur vergessen.&lt;br /&gt;
Sivananda spricht von zwei Aspekten des Geistes: der „ichdenkende Geist“ nimmt sich selbst als gebunden im Körper wahr. Durch den „nichtichdenkenden Geist“ kann der Mensch Unterscheidungskraft entwickeln, mit deren Hilfe er seine eigenen Täuschungen zerstören kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Swami Sivananda: &#039;&#039;[https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/freiheit/ Göttliche Erkenntnis: Freiheit.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Laut Heinz Grill handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12358</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-05T19:46:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Laut Heinz Grill handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 3. erweiterte Auflage, Synergia Verlag, Roßdorf 2022, ISBN: 978-3-9068733-3-6.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12357</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12357"/>
		<updated>2026-03-05T19:38:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Laut Heinz Grill handelt es sich beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten [...] zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu gliedern und zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Differenzierung der Seelenkräfte löst sich das Bewusstsein schrittweise von der Körperlichkeit und steht dem Menschen freier  zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12347</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-04T19:36:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): &#039;&#039;Die Versuchungen des heiligen Antonius.&#039;&#039; Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Es handelt sich laut Heinz Grill beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten inmitten eines unendlichen Dickichtes von verschiedentlichen Erfahrungen zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille nicht mehr durch Zugreifen irritiert, sondern in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine kontinuierliche und gezielte Schulung der Seelenkräfte gliedern sich diese und stehen dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12346</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12346"/>
		<updated>2026-03-04T19:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): Die Versuchung des heiligen Antonius. Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]Es handelt sich laut Heinz Grill beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten inmitten eines unendlichen Dickichtes von verschiedentlichen Erfahrungen zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille nicht mehr durch Zugreifen irritiert, sondern in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine kontinuierliche und gezielte Schulung der Seelenkräfte gliedern sich diese und stehen dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12345</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12345"/>
		<updated>2026-03-04T19:30:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
Es handelt sich laut Heinz Grill beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten inmitten eines unendlichen Dickichtes von verschiedentlichen Erfahrungen zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille nicht mehr durch Zugreifen irritiert, sondern in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): Die Versuchung des heiligen Antonius. Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine kontinuierliche und gezielte Schulung der Seelenkräfte gliedern sich diese und stehen dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12344</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-04T19:29:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* 19. und 20. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebensauftrag und Befreiung aus der Erbsünde ====&lt;br /&gt;
Es handelt sich laut Heinz Grill beim Weg der Befreiung um die Realisierung des eigenen innersten Lebensauftrages. Dieser schmale Pfad des Bewusstseins führt erst einmal „über viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens hinaus und zu einer Inkenntnisnahme des schöpferischen Geistes, der dann in langsamen Schritten inmitten eines unendlichen Dickichtes von verschiedentlichen Erfahrungen zu einem einsamen Werk in der Welt ausgearbeitet wird.“&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; 2. Auflage, Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2007, ISBN: 978-3-935925-73-0, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befreiung beschreibt Heinz Grill dabei nicht als eine Art Trance- oder Ekstase- Zustand, kein Erlöschen des Bewusstseins oder ein selig-Sein, sondern vielmehr, dass das Denken in einer besseren Konzentration erlebbar wird, das Fühlen zu einem Wahrheitsempfinden wird und der Wille nicht mehr durch Zugreifen irritiert, sondern in seiner reinen Kraft zur Verfügung steht. Diese sogenannten drei Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und den Willen gilt es als erste und notwendige Voraussetzung zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine kontinuierliche und gezielte Schulung der Seelenkräfte gliedern sich diese und stehen dem Menschen freier zur Verfügung. Mit dieser Loslösung treten positive und negative Strukturen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Erblasten (auch als „Erbsünde“ benannt) klarer hervor und damit die Notwendigkeit, Mangelhaftes zu verwandeln, sowohl bei sich selbst als auch im Umfeld. &lt;br /&gt;
So vergleicht Heinz Grill die Befreiung auch mit einer Erlösungsarbeit, die im christlichen Kontext mit der Nachfolge Christi beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 124–127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die Bewusstseinsloslösung auf dem geistigen Schulungsweg nicht richtig verarbeitet, besteht die Gefahr, dass die entstehenden Ängste mit Projektionen und Aggressionen auf den Lehrer gerichtet werden. Die Gefühle, die durch das Ich geordnet und gelenkt werden sollten, beherrschen den Menschen und führen ihn in noch tiefere Abhängigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Colmar - Unterlinden Museum - The Isenheim Altarpiece 1512-16 by Matthias Grünewald (ca 1470-1528) - Temptation of Saint Anthony the Great 02.jpg|mini|Ausschnitt des [[a:Isenheimer Altar|Isenheimer Altars]] von [[a:Matthias Grünewald|Matthias Grünewald]] (ca. 1480-1530): Die Versuchung des heiligen Antonius. Mit dem Freiwerden des Bewusstseins treten auch negative Charaktereigenschaften und bisher unerkannte Bindungen stärker hervor, die sich in aggressiven, raubtierähnlichen Bildern zeigen können und eine ruhige Beobachtung und mutige Haltung erfordern.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinz Grill: &#039;&#039;Verborgene Konstellationen der Seele. Wie wirken das Ich, der Engel, der Erzengel und der Archai im Werden der Seele?&#039;&#039; S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12230</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12230"/>
		<updated>2026-02-27T15:43:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Opfer und Freiheit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der [[a:Bhagavad Gita|Bhagavad Gita]] eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12229</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-02-27T15:40:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* 19. und 20. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Opfer und Freiheit ====&lt;br /&gt;
Nach [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] bleibt der Mensch in den Polaritäten und der Unwissenheit gebunden, solange er nur im äußeren Anschein lebt. Das, was er in diesem Zustand als seinen „freien Willen“ bezeichnet, unterliegt einer Illusion, da es die Naturkräfte sind, die sich über den persönlichen Willen offenbaren und Macht über den Menschen ausüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielmehr kann Freiheit nur entstehen, wenn der Mensch lernt, seinen persönlichen Willen zurückzunehmen. So ist in der Bhagavadgita eine Grundregel für das Handeln beschrieben die besagt, dass der Mensch nur das Recht auf das Handeln an sich hat, jedoch nicht auf dessen Früchte. Denn:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;yajñārthātkarmaṇo ’nyatra loko ’yaṃ karmabandhanaḥ tadarthaṃ karma kaunteya muktasaṅgaḥ samācara&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:„Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen, denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint das Opfer schmerzvoll, es bildet jedoch eine unentbehrliche Disziplin für den Untergang des unvollkommenen Ich.&lt;br /&gt;
Als wahres Wesen des Opfers beschreibt Sri Aurobindo die Selbst-Hingabe, die nicht die Auslöschung des eigenen Selbstes zum Ziel hat, sondern dessen Erfüllung. Es handle sich um eine „Transformation unserer natürlichen menschlichen Seiten in solche göttlichen Wesens.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] 2. Auflage, Verlag Hinder und Deelmann, Bellnhausen über Gladenbach 1976, ISBN 3-87348-082-4, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entwicklung von Vollkommenheit sieht Sri Aurobindo den Individualismus als ebenso notwendig an wie die Gesamtheit einer Gesellschaft. Im heute vorherrschenden Kräfteverhältnis in der Menschheit bestehe selten die Gefahr, dass übertriebener Individualismus der Gesellschaft ernsthaft schade. Vielmehr drohe die gesellschaftliche Masse mit ihrem schweren, mechanischen und dunklen Gewicht unverhältnismäßigen Druck auf die individuelle Entwicklung auszuüben und dadurch diese zu unterdrücken und zu behindern. „Der Mensch in der Masse ist noch verfinstert, halbbewußt und wird von universalen Kräften regiert, die sich seiner Beherrschung und Erkenntnis entziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;] S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Löst sich der Mensch aus der Masse heraus und begeht einen individuellen spirituellen Entwicklungsweg, wird er meist von den materiellen Menschen für einen Träumer oder Verrückten gehalten. Je weiter der sich Übende auf seinem Entwicklungsweg voranschreitet, umso mehr kann er als eine Gefahr erlebt werden und es geschieht nicht selten, dass er aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird und als eine Art „Blitzableiter“ dient, „der die elektrischen Schläge des Geistes auffängt und vom Gebäude der Gesellschaft wegleitet.“&amp;lt;ref&amp;gt; Sri Aurobindo: [https://aurobindoru.auromaa.org/workings/sa/00/otto_wolff-der_integrale_yoga.pdf  &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
S. 32. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12227</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12227"/>
		<updated>2026-02-26T20:41:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Steiner und der ethische Individualismus */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, das nun weiß-silbrig erscheint und symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sun through wildfire smoke Seattle.jpg|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12226</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-02-26T20:32:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Steiner und der ethische Individualismus */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Moon_clouds.JPG|mini|Der Mond mit seinem weißlich-silbrigen Licht symbolisiert das reflektierende Denken.]]  &lt;br /&gt;
[[File:Sonne mit mit Lichtstrahlen 20230906 HOF08127 RAW-Export.png|mini|Die Sonne strahlt aus sich  heraus und beleuchtet mit ihrem warmen goldenen Schein die verschiedenen Erscheinungen. Das lebendige Denken lässt ebenfalls die Objekte der Außenwelt in einem &amp;quot;neuen Licht&amp;quot; erstrahlen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wesenhaften und lebendigen Denkprozess, der über das intellektuelle Denken hinausgeht kann der Mensch nun beobachten und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Freiheit&amp;diff=12225</id>
		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-02-26T20:05:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lunita: /* Steiner und der ethische Individualismus */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[a:Sirenen|Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891). [[w:Odysseus|Odysseus]] gilt spätestens seit [[w:Dialektik der Aufklärung#Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung|Horkheimer und Adorno]] als Archetyp eines im bürgerlichen Sinne freien Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt; Inge Stephan: [https://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/ds_odysseus.pdf &#039;&#039;Musen und Medusen. Mythos und Geschlecht in der Literatur des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039;] Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1997 S. 109–112. In: &#039;&#039;Mythos. Journal für Ästhetik.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; (lateinisch &#039;&#039;[[w:Libertas|libertas]]&#039;&#039;) wird in einem weiten Sinn als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Politikwissenschaft, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Freiheitsbegriffe befinden sich ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel und umfassen jeweils gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen. &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; gehört zu den zentralen Begriffen der Ideengeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spirituelle Sichtweise unterscheidet bezogen auf das menschliche Individuum eine weltliche Freiheit und eine sich entwickelnde geistige Freiheit. Im irdischen Dasein ist dem Menschen ein mehr oder weniger großer Handlungsspielraum gegeben, der ihm scheinbar eine Art Freiheit gewährt. Geistig gesehen jedoch unterliegt die Wahl einer Handlung einer höheren, moralischen Verpflichtung. Erst wenn sich der Mensch zu moralisch hochstehenden Handlungen durchringt, die in einem größeren Zusammenhang stehen, entwickelt sich als Ergebnis eine Freiheit, die geistiger Natur ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;Vedisch &#039;priyá&#039; = &#039;Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: &#039;freien’ (i.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;v. heiraten) und &#039;Frieden’, vgl. Eintrag &#039;&#039;frei&#039;&#039; in: F. Kluge:  &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&#039;&#039; 24. Auflage und Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe&#039;&#039; Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.&amp;lt;/ref&amp;gt;  zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, Eintrag &#039;&#039;Freiheit I, Einleitung.&#039;&#039; in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: &#039;&#039;Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2.&#039;&#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=F01207 &#039;&#039; Herders Conversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;woerterbuchnetz.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Die politische Freiheit beschreibt die Idee, dass die Führung eines Volkes nicht von der Willkür Einzelner ausgeht, sondern durch einen Gesamtwillen geschieht, der durch Gesetze festgelegt ist. In diesem Sinne bedeutet politische Freiheit, den eigenen Willen dem Gesamtwillen des Staates unterzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit des Willens ===&lt;br /&gt;
Der Begriff des freien Willens ist recht umstritten. In psychologischem Sinne kann der Mensch im Unterschied zu leblosen Naturkörpern sich von innen heraus zu Handlungen motivieren, die frei von äußeren Zwängen sind, d.h. dass seine Handlungen willkürlich sind. Diese Freiheit ist gegeben, sobald und solange Bewusstsein besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Einwand hierbei ist, dass der Mensch ebenso ein Naturwesen ist und daher von dieser abhängig, auch wenn er sich teilweise durch seine ihm gegebene Vernunft ihr erkennend gegenüberstellen und so eine gewisse Freiheit erlangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem metaphysischen Sinn hingegen versteht man unter Freiheit die Unabhängigkeit menschlicher Handlungen von jeglicher bestimmenden Ursache, also die Fähigkeit, in demselben Moment das Gleiche wollen oder nicht wollen zu können (Indeterminsmus). Hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass der Mensch durch sein Bewusstsein zwar sich selbst beobachten und in gewissem Sinne Entscheidungen bewusst treffen kann, jedoch die Ursachen, die ihn zu seinem Wollen antreiben nicht kennt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] sitzt der Wille tief im Unbewussten und es wäre „ein Unsinn“, nach einer Freiheit des Willens zu fragen. Vielmehr könne man nur von der Freiheit der Gedanken sprechen, die wiederum den Willen impulsieren müssen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band.&#039;&#039; GA 235. 8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994, ISBN 3-7274-2350-1, S.&amp;amp;nbsp;46–47. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_235.pdf#page=46&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Neue Testament ===&lt;br /&gt;
Im Sinne des Neuen Testaments bezeichnet Freiheit die Unabhängigkeit von irgendeiner Fessel, beispielsweise der Sünde, den zehn Geboten Moses etc. Unfrei, ein sogenannter „Knecht des Fleisches oder der Sünde“ ist, der durch äußere sinnliche Dinge bestimmt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freier Mensch hingegen ist, wer sein Wollen und Handeln durch die christliche Wahrheit bestimmen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit &#039;&#039;Pierer&#039;s Universal-Lexikon.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/R%C3%B6mer6 Röm. 6, 18.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/ELB/Galater5 Gal. 5, 1.] Elberfelder Übersetzung. In: &#039;&#039;bibleserver.com.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere und äußere Freiheit ===&lt;br /&gt;
Während äußere Freiheit eine soziale Größe ist und rechtliche, soziale und politische Umstände umfasst, beschreibt innere Freiheit einen Zustand, in dem der Mensch seine eigenen „inneren“ ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Anlagen nutzt und dabei auch von inneren Zwängen wie Trieben, Erwartungen, Gewohnheiten, Rollenmustern, Konventionen, Moralvorstellungen und Ähnlichem frei ist und stattdessen rational auswählt. Als Schlüssel zur inneren Freiheit versteht man heute vor allem Erziehung und Bildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w: Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]: &#039;&#039;Rechenschaftsbericht an den König&#039;&#039;. 1809. In: A. Flitner, K. Giel (Hrsg.): &#039;&#039;Wilhelm von Humboldt. Werke in fünf Bänden&#039;&#039;. Darmstadt/Stuttgart 1960–1981, Bd. IV, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positive und negative Freiheit ===&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die römische Göttin [[w:Libertas|Libertas]] dar.]]&lt;br /&gt;
Ebenfalls von rechtlicher, politischer und philosophischer Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen [[w:Negative und positive Freiheit|positiver und negativer Freiheit]], die sich nur zum Teil mit der Unterscheidung von inneren und äußeren Beschränkungen der Handlungsfreiheit deckt. Sie ist vor allem sozialphilosophisch aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative/ &#039;&#039;Positive and Negative Liberty.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung findet sich schon bei [[w:Aristoteles|Aristoteles]], sie ist aber über die Tradition von [[w:Thomas Hobbes|Thomas Hobbes]] und [[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]] zentrales Element des [[w:Liberalismus|Liberalismus]] auch im 20. Jahrhundert geworden, dessen Hauptanliegen politische Selbstbestimmung, Schutz des [[w:Individuum|Individuum]]s und Freiheit des Wirtschaftshandelns (als Voraussetzung eines allgemeinen Wohlstandszuwachses und einer daraus resultierenden erweiterten Handlungsfähigkeit) sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Negative Freiheit&#039;&#039; (Freiheit von etwas) bezeichnet einen Zustand, in dem keine von der Regierung, der Gesellschaft oder anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche nach Berlin die Schriften von: Hayek, J.P. Day, F.E. Oppenheim, D. Miller und H. Steiner.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Two Concepts of Liberty&amp;quot;&amp;gt;Ian Carter in Kapitel 1. [http://plato.stanford.edu/entries/liberty-positive-negative &#039;&#039;Two Concepts of Liberty.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Positive Freiheit&#039;&#039; (Freiheit zu etwas) bezeichnet die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, insbesondere der demokratischen Selbstregierung einer Gemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raymond Geuss 1997&amp;quot;&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx&#039;&#039;. In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl: &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014271-6, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Sozialwissenstheoretiker wie [[w: Ralf Dahrendorf|Ralf Dahrendorf]] lehnen diese Begriffe von Freiheit ab und vertreten stattdessen das Konzept einer einzigen &#039;&#039;sozialen Freiheit&#039;&#039;. Diese wird definiert als Abwesenheit externer sozialer Beschränkungen und dem Vorhandensein zumindest eines notwendigen Minimums an sozialen Handlungsressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Geuss: &#039;&#039;Freiheit im Liberalismus und bei Marx.&#039;&#039; In: Julian Nida-Rümelin, Wilhelm Vossenkuhl, &#039;&#039;Ethische und politische Freiheit.&#039;&#039; De Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014271-6, S.&amp;amp;nbsp;486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen wird auch bürgerlich-rechtlich die positive Freiheit von der negativen unterschieden. Die positive Freiheit (nicht zu verwechseln mit dem [[w:Positivismus|Positivismus]]) meint die Freiheit &#039;&#039;zu&#039;&#039; etwas, bspw. das Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit oder Meinungsfreiheit. Negative Freiheit hingegen bezeichnet die Freiheit &#039;&#039;von&#039;&#039; etwas, bspw. von staatlicher Intervention im persönlichen oder künstlerischen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Jacques Rousseau: &#039;&#039;Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen.&#039;&#039; In: ders.: Schriften, hrsg. v. Hennig Ritter, Fischer Verlag, Frankfurt M. 1988, Bd. 1, S. 203 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[w:Jan Schapp|Jan Schapp]] gibt der „populären“ Unterscheidung von positiver und negativer Freiheit angesichts einer bis dahin strittigen Diskussion einen juristisch handhabbaren Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Über die Freiheit im Recht.&#039;&#039; ACP 1992, S. 355 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Schapp: &#039;&#039;Grundrechte als Wertordnung&#039;&#039;, JZ 1998, S. 913 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Freiheitsbegriffes ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pnyx, 2019 (02).jpg|mini|Der Versammlungsplatz der [[w:Attische Demokratie|Attischen Demokratie]], der [[w:Pnyx|Pnyx]] in Athen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die griechisch-römische [[w:Antike|Antike]] war politisch-rechtliche Freiheit ([[w:Libertas|Libertas]]) kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die [[w:Stoa|Stoa]] entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, dies aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[w:Epiktet|Epiktet]] (um 50–138 u. Z.), der Philosoph hatte als Sklave selbst über längere Zeit erzwungene Arbeit leisten müssen und dabei nach eigenem Bekunden seine &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039; behauptet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen, aber auch ideellen Entwicklung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub, &#039;&#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik&#039;&#039; &#039;&#039;und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen.&#039;&#039; München 1985, ISBN 978-3-406-30552-8, und Andreas Grüner, Julian Schreyer (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit&#039;&#039; (Themenheft der &#039;&#039;Zeitschrift für archäologische Aufklärung. Band 1.&#039;&#039; 2024) ISSN 2940-9993, eISSN 2941-0002 ([https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6944-2/zeitschrift-fuer-archaeologische-aufklaerung/?c=312030607 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Aristoteles|Aristoteles]] brachte es in &#039;&#039;[[w:Politik (Aristoteles)|Politik]]&#039;&#039; auf den Punkt: Freiheit sei dass „Jeder leben könne, wie es ihm gefällt; dies soll die Ausübung der Freiheit sein […] Bei solchen Unterlagen und einer solchen Herrschaft ist es demokratisch, dass alle Staatsbeamten aus allen Bürgern gewählt werden, und dass Alle über jeden herrschen, und jeder zum Theil über Alle, dass alle Aemter, höchstens mit Ausnahme derer, wo bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse nöthig sind, durch das Loos besetzt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Aristoteles: [https://projekt-gutenberg.org/authors/aristoteles/books/aristoteles-politik/chapter/9/ &#039;&#039;Politik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Wie im Altertum standen auch im Mittelalter große Teile der Bevölkerung als [[w:Sklaverei|Sklaven]] oder [[w:Leibeigenschaft|Leibeigene]] im Eigentum anderer Menschen. Eigentümer waren entsprechend dem hohen Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft zumeist große Landbesitzer und somit regelmäßig Aristokraten. Von dieser sozialen Wirklichkeit ausgehend wurde Freiheit somit entweder als die Freiheit von einem Herrn verstanden, also die Abwesenheit von Sklaverei oder Leibeigenschaft oder als Freiheit des Herren, als die Freiheit, Sklaven oder Leibeigene besitzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Pecht gez, Schiller-Galerie, Friedrich von Schiller, Sammelbild, Stahlstich um 1859, Wilhelm Tell aus Wilhelm Tell, Johann Leonhard Raab.jpg|mini|&#039;&#039;[[w:Wilhelm Tell|Wilhelm Tell]]&#039;&#039; aus der Schiller-Galerie Stahlstich von [[w:Johann Leonhard Raab|Raab]] nach [[w:Friedrich Pecht|Pecht]], um 1859]]&lt;br /&gt;
Jedoch sind die Grenzen zwischen ständischer Freiheit und Unfreiheit fließend. Bereits im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Vorstellungen davon, wessen Freiheiten wie weit gehen könnten. Zentrales Dokument ist die [[w:Magna Carta|Magna Carta]] Libertatum.&amp;lt;ref&amp;gt; Laetitia Boehm, Odilo Engels, Erwin Iserloh, Rudolf Morsey, Konrad Repgen (Hrsg.): [https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2a030931.pdf &#039;&#039;Historisches Jahrbuch.&#039;&#039;] (PDF, S. 16-18) Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1984, ISSN 0081-2621 In: &#039;&#039;MGH Bibliothek.&#039;&#039;  Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sklaverei und mit Bezug auf seinen Verstand protestiert [[w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]] (gest. 1233) in seinem [[w:Sachsenspiegel|Sachsenspiegel]] mit den Worten:&lt;br /&gt;
:„Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute… Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ w:Eike von Repgow|Eike von Repgow]], &#039;&#039;Sachsenspiegel.&#039;&#039; Landrecht III, 42; dazu Hans Hattenhauer, &#039;&#039;Europäische Rechtsgeschichte.&#039;&#039; 4. Auflage. 2004, Rn 1462; zudem: Axel Montenbruck: &#039;&#039;Zivilisation. Eine Rechtsanthropologie. Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur.&#039;&#039; 2. Auflage. 2010, S. 85, S. 107&amp;amp;nbsp;ff. Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin [http://edocs.fu-berlin.de/docs/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDOCS_derivate_000000001228/Zivilisation_2__Aufl__ORIGINAL_21_9.pdf?hosts= (open access).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[w:Martin Luther|Martin Luther]] stammt an der Grenze zwischen ausgehendem Mittelalter und Neuzeit die Denkschrift [[w: Von der Freiheit eines Christenmenschen|Von der Freiheit eines Christenmenschen]], die dem Christen eine Stellung zwischen Knecht und Herrn zuweist: In Christus sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]] ließ die Idee der Freiheit auch in seinen Werken über Freiheitskämpfer des ausgehenden Mittelalters, wie zum Beispiel in [[w:Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]] und [[w:Die Räuber|Die Räuber]] zu Worte kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufklärung ===&lt;br /&gt;
==== Theodizee ====&lt;br /&gt;
[[File:Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen Leibniz (ca. 1695).jpg|mini|Christoph Bernhard Francke - Bildnis des Philosophen &#039;&#039;[[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]&#039;&#039; (ca. 1695)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild eines allmächtigen Gottes wirft unterschiedlichste Fragen bezüglich der Freiheit des Menschen auf. Beispielsweise bewegen verschiedene Philosophen die Frage nach der Existenz des Bösen in der Welt und warum ein allmächtiger Gott dieses Übel nicht beseitigt. So antwortet [[w:Gottfried Wilhelm Leibniz|Gottfried Wilhelm Leibniz]] mit seinem Werk „[[w:Theodizee|Theodizee]] - von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels“ auf die Annahme [[w:Pierre Bayle|Pierre Bayle]]s, Glaube und Vernunft seien unvereinbar. Leibniz geht von einem allmächtigen Gott aus, einem Schöpfer und Wissenden, der die Welt in ihrer bestmöglichen Form erschaffen hat. Er hätte sie nicht erschaffen, „wenn es keine beste (optimum) unter allen möglichen Welten gäbe.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-4581452-9-5, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dass heißt, Gott hätte die Welt ohne Sünde und Leid erschaffen können, sie wäre dadurch aber nicht besser gewesen.&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass er das Böse neben dem Guten in die Welt setzt, sogar auf die Gefahr, dass der Mensch der Sünde verfällt. Dem Menschen ist nun laut Leibniz die Freiheit durch die Vernunft gegeben. Gott ist zwar allwissend und die Zukunft ist vorbestimmt. Da wir Menschen aber nicht wissen, wie diese Zukunft aussieht, müssen wir unsere Pflicht tun „nach der uns von Gott gegebenen Vernunft und den uns von ihm vorgeschriebenen Regeln. Danach dürfen wir ruhigen Gemütes sein und Gott selbst die Sorge für den Erfolg überlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bezüglich der Handlungsfreiheit Gottes zitiert Leibniz Bayle, der meint, Gott würde unfrei handeln, da er durch seine Weisheit gezwungen wäre, ein genau bestimmtes Werk zu erschaffen. Leibniz stellt in Frage, ob dies Unfreiheit sei, da Gott durch keine fremde Macht oder durch eine innere Leidenschaft zum Handeln bewegt wird. Allein die Weisheit bewirkt, dass der Wille ihr entsprechend Folge leistet. Zwar konnte Gott in einem metaphysischen Sinn zwischen verschiedenen Entschlüssen wählen, im moralischen Sinn jedoch konnte er es nicht. &amp;lt;ref&amp;gt; Gottfried Wilhelm Leibniz: &#039;&#039;Die Theodizee - Von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels. Erster und zweiter Teil.&#039;&#039; S. 603 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt die Freiheit in der Tätigkeit des Denkens und der Erkenntnis, welcher der Wille folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Pflichtbegriff bei Kant ====&lt;br /&gt;
Auch [[w: Immanuel Kant|Immanuel Kant]] steht vor der Herausforderung, wie er sich zu der Frage „[[Glauben|Glaube]] oder Wissen“ stellt. &lt;br /&gt;
So schreibt er im Vorwort der zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“, dass der Mensch zwar über die Vernunft moralische Grundsätze aufstellen kann, er auch über eine „spekulative Vernunft“ versuchen kann, weitere Einsichten in höhere Gesetzmäßigkeiten wie beispielsweise in die Freiheit zu erlangen, diese aber eben spekulativ seien. Letztendlich brauche man zur Moral jedoch nichts weiter, „als daß Freiheit sich nur nicht selbst widerspreche und sich also doch wenigstens denken lasse, ohne nötig zu haben, sie weiter einzusehen (…)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+reinen+Vernunft/Vorrede+zur+zweiten+Auflage &#039;&#039;Kritik der reinen Vernunft. Vorrede zur zweiten Auflage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Er kommt zu der Aussage: &lt;br /&gt;
:„Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kant beschäftigte sich viel mit der Philosophie Humes, welcher davon ausgeht, dass der Mensch nichts über die Außenwelt an sich erfahren kann. Er stellt sich die Zusammenhänge und Erkenntnisse in seinem Inneren vor und kann dadurch jedoch nur Aufschluss über die Welt in sich bekommen. Eine Erkenntnis über die Welt außer sich ist nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt.&#039;&#039; GA 18. 9. Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1985, ISBN 3-7274-0180-X, S.&amp;amp;nbsp;146-147. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_018.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei Kant findet der Mensch nicht über die Erkenntnis zu einer Moral, sondern über Einhaltung des [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]]s:&lt;br /&gt;
:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Grundlegung+zur+Metaphysik+der+Sitten/Zweiter+Abschnitt%3A+%C3%9Cbergang+von+der+popul%C3%A4ren+sittlichen+Weltweisheit+zur+Metaphysik+der+Sitten?hl=handle+nur+nach+derjenigen+maxime &#039;&#039;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Zweiter Abschnitt: Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Der Mensch ist in dem Sinne frei, dass er sich mithilfe seiner Vernunft über seine Triebe erheben kann und dadurch das „Naturreich“ in sich beherrscht. Kraft seiner Vernunft ist der Mensch in der Lage, das Gute zu erkennen und sein eigenes Verhalten daran pflichtgemäß auszurichten.&lt;br /&gt;
Durch den Kategorischen Imperativ soll das eigene Handeln so erweitert werden, dass daraus ein allgemeines Gesetz entstehen kann. Kant geht also davon aus, dass Moral entsteht, wenn Gesetze eingehalten werden, bzw. wenn das Handeln von neu zu schaffenden Gesetzen ausgeht. An dieser Stelle muss der Mensch seine Freiheit aufgeben, um zur Moral zu kommen. Die Freiheit wird hier durch den Pflichtbegriff ersetzt, welchem Kant als das Höchste gilt:&lt;br /&gt;
:„Pflicht! Du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst…“, der du „ein Gesetz aufstellst…, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich im Geheim ihm entgegenwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/kant/kritikpr/krt11313.html &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freiheitsbegriff Kants macht Freiheit und Pflicht zu Synonymen. Nur die pflichtgemäße Entscheidung ist auch eine freie Entscheidung und umgekehrt. Damit schließt Kants Freiheitsbegriff reine „Lustentscheidungen“ vollständig aus dem Freiheitsbegriff aus. Die Freiheit zu tun, was man will, ist genau das Gegenteil davon, zu tun, wozu man Lust verspürt, weil die Lust den Menschen genau von der eigenen Freiheitsentfaltung abhält. Zudem benötigt der Freiheitsbegriff nach Kant keine Wahlfreiheit, weil es nicht darauf ankommt, dass verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch wenn nur eine Handlungsoption besteht, ist der Mensch frei, solange er die Wahrnehmung dieser Option Kraft seiner Vernunft als richtig (gut) erkannt hat. Trotz dieser Radikalität, die insbesondere von Zeitgenossen Kants als intuitiv nicht gut nachvollziehbar empfunden wurde, dürfte die kantsche Freiheitsdefinition die ideengeschichtlich erfolgreichste, weil wirkungsmächtigste Festlegung des Freiheitsbegriffs sein. Sie hat unter anderem Eingang in sämtliche großen [[w: Kodifikation|Kodifikation]]en des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gefunden. Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum entscheiden kann, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt. &lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.&lt;br /&gt;
 |Autor=Kant&amp;lt;ref&amp;gt; Immanel Kant: [https://korpora.org/kant/aa08/290.html &#039;&#039;Abhandlungen nach 1781.&#039;&#039; S. 290] In: &#039;&#039;Korpora.org.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiller ====&lt;br /&gt;
Wo Kant bezüglich der Neigungen des Menschen davon spricht, dass diese überwunden werden müssen, sieht [[w: Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]  diese durchaus als etwas Notwendiges an, durch das der Mensch erst wirklich zu einem sittlichen Wesen wird:&lt;br /&gt;
: „Der Mensch nämlich ist nicht dazu bestimmt, einzelne sittliche Handlungen zu verrichten, sondern ein sittliches Wesen zu sein. Nicht Tugenden, sondern die Tugend ist seine Vorschrift, und Tugend ist nichts anders „als eine Neigung zu der Pflicht“. Wie sehr also auch Handlungen aus Neigung und Handlungen aus Pflicht in objektivem Sinne einander entgegenstehen, so ist dies doch in subjektivem Sinn nicht also, und der Mensch darf nicht nur, sondern soll Lust und Pflicht in Verbindung bringen; er soll seiner Vernunft mit Freuden gehorchen. Nicht um sie wie eine Last wegzuwerfen oder wie eine grobe Hülle von sich abzustreifen, nein, um sie aufs innigste mit seinem höhern Selbst zu vereinbaren, ist seiner reinen Geisternatur eine sinnliche beigesellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Theoretische+Schriften/%C3%9Cber+Anmut+und+W%C3%BCrde &#039;&#039;Friedrich Schiller: Über Anmut und Würde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In seiner Schrift „[[w:Über die Ästhetische Erziehung des Menschen|Über die Ästhetische Erziehung des Menschen]] in einer Reihe von Briefen.“ entwickelt Schiller die Idee des [[a:Spiel|Spiel]]s, durch welches allein der Mensch zu Freiheit und in diesem Sinne zu seiner eigentlichen Bestimmung gelange. Im Spiel wird das Paradox von Regel oder zwingendem (Natur-) Gesetz und Freiheit (Ideen etc.) durch die Gestaltungskraft des Menschen aufgehoben. So formuliert Schiller folgendes Ideal:&lt;br /&gt;
: „der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit Schönheit spielen. Denn um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/aesterz/aesterz3.html &#039;&#039;Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Dreizehnter Brief.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dem Pflichtbegriff bei Kant begegnet Schiller mit folgendem Epigramm:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewissensskrupel.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gern dien´ ich den Freunden, doch tu´ ich es leider mit Neigung,&lt;br /&gt;
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&lt;br /&gt;
Entscheidung.&lt;br /&gt;
Da ist kein andrer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten,&lt;br /&gt;
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.“&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Friedrich Schiller&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/xenien/die-philosophen/page/2/ &#039;&#039;Die Philosophen – Xenien – Gedichte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;www.friedrich-schiller-archiv.de.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nietzsche und der Übermensch ====&lt;br /&gt;
[[File:Friedrich Nietzsche.jpg|mini|[[w:Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsche]]]]&lt;br /&gt;
[[w: Friedrich Wilhelm Nietzsche|Friedrich Wilhelm Nietzsche]] führt die Bewegung, den Menschen frei gedacht von einer göttlichen Führung bis in die letzte Konsequenz fort. Nicht nur frei von der Autorität Gottes soll der Mensch sein, sondern auch frei von irdischen Autoritäten, der Gesellschaft, dem Staat, dem eigenen Gewissen. Der Pflichtbegriff wird bei Nietzsche durch das „Spiel des Schaffens“ überwunden. Er entwirft das Bild des Übermenschen, das in seinem Werk „[[a:Also sprach Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]“ in der Figur von Zarathustra seinen Ausdruck bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich zu Beginn spricht er von den drei Verwandlungen des Geistes: &lt;br /&gt;
:„[...] wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ &amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap002.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von den drei Verwandlungen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;projekt-gutenberg.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schildert Nietzsche, wie der starke Geist zunächst danach verlangt, mit dem Schwersten, dem Kamele gleich, beladen zu werden. Das Schwerste kann beispielsweise sein, diejenigen zu lieben, die einen verachten oder sich zu erniedrigen, um seinem Hochmut zu schaden. Der Geist erniedrigt sich also, indem er diese Tugenden höher schätzt als sich selbst. &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.&#039;&#039; GA 5. 4. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach 2000, 3-7274-0050-1, S.&amp;amp;nbsp;45. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_005.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So beladen eilt der Geist in seine Wüste, in der nun die zweite Verwandlung geschieht: der Geist wird zum Löwen, der in der Wüste sein eigener Herr sein möchte. Hier findet ein Ringen statt: das Ringen des Löwen mit dem Drachen, der den Namen „Du-sollst“ trägt. Das goldfunkelnde Schuppentier erzählt von tausendjährigen Werten, die alle schon geschaffen sind und die das „ich will“ des Löwen nicht brauchen. Der Löwe kann zwar noch keine neuen Werte schaffen, aber sich die Freiheit zu neuem Schaffen erringen, dessen ist er mächtig. Durch die dritte Verwandlung erscheint das Kind, das Ausdruck von Unschuld, Vergessen und Neubeginn ist. Spricht der Löwe noch das „heilige Nein“ gegenüber der Pflicht, so bedarf es zum Spiel des Schaffens das „heilige Ja“ des Kindes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Loslösung von allem Göttlichen denkt Nietzsche bis in die letzte Konsequenz und spricht von einem „neuen Stolz“, den Zarathustra die Menschen lehrt:  &lt;br /&gt;
:„[...] nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!“&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap004.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra: Von den Hinterweltlern.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Wegweiser aus dem Göttlichen möchte er mehr akzeptieren. An die Stelle der göttlichen Führung soll nun aber keine irdische Führung in Form von Autoritäten, Staat und Gesellschaft treten. Selbst die innere Autorität, das Gewissen soll überwunden werden. Das Handeln aus Mitleid beispielsweise entspringt nicht aus der eigenen Kraft, aus dem Antrieb des Schaffenden, sondern aus dem fremden Leid. So ist die Gefahr, dass durch solches Handeln die Schwäche im Menschen erhalten bleibt. &amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap007.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Vom bleichen Verbrecher.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
:„Tot sind alle Götter, nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Nietzsche: [https://www.projekt-gutenberg.org/nietzsch/zara/chap023.html &#039;&#039;Also sprach Zarathustra : Von der schenkenden Tugend.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Projekt Gutenberg.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
so beschreibt Nietzsche die Befreiung von einer göttlichen oder insgesamt einer autoritären Führung. Zarathustra, der Übermensch soll nun aber keinesfalls neue Autorität, neues Idol für den Menschen werden. &lt;br /&gt;
:„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen? Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, daß euch nicht eine Bildsäule erschlage!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg|thumb|220px|[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Porträt von [[w:Jakob Schlesinger|Jakob Schlesinger]], 1831) [[Datei:Hegel Unterschrift.svg|rahmenlos|zentriert|150px]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]] (französisch: liberté, égalité, fraternité) waren die Ideale der [[w:Französische Revolution|Französischen Revolution]]. In der [[w:Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] von 1789 wurde das [[w:Gottesgnadentum|Gottesgnadentum]] abgeschafft, und die Souveränität im Staat ging auf das Volk über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] hat „Freiheit“ beschrieben als eine Phase ohne Zwang (insoweit etwa entsprechend dem Begriff negativer Freiheit), aber unter „Einsicht in die Notwendigkeit“. Die von Hegel geforderte Einsicht in die Notwendigkeit bedeutet nicht die Unterordnung unter eine fremd definierte, insbesondere obrigkeitsstaatliche Notwendigkeit, die man nur einzusehen brauche. Die geforderte Einsicht in die Notwendigkeit hat eine innere und eine äußere Perspektive. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Perspektive besagt, dass Freiheit nicht bedeutet, als Person naturwissenschaftlich undeterminiert zu sein, sondern sich über die Art der Determiniertheit mit Vernunft auch im Sinne Kants bewusst zu werden. Je mehr ein Mensch versteht, wie er selbst denkt und handelt, letztlich funktioniert, umso eher kann er sich von den ungewünschten Arten der Determiniertheit befreien und die gewünschten dann aufgrund einer freien Entscheidung bestehen lassen. In dieser inneren Perspektive ähnelt Hegel den Deterministen, für welche die Determiniertheit des Menschen nicht Grenze, sondern Voraussetzung von Freiheit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt bei Hegel aber auch die viel kritisierte und gerade von autoritären Regimen oft missbrauchte äußere Perspektive, wonach die Beschränktheit der weltlichen Möglichkeiten keine Freiheitseinschränkung darstelle. Vielmehr seien die weltlichen Notwendigkeiten gegeben und die Freiheit entfalte sich von vornherein nur innerhalb dieser Gegebenheiten. In dieser äußeren Perspektive ähnelt Hegels Ansatz demjenigen der Existentialisten, auch wenn diese gerade das geistige Überwinden der Gegebenheiten als Ausdruck der Freiheit verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der von [[w:Karl Marx|Karl Marx]] und [[w:Friedrich Engels|Friedrich Engels]] begründeten Philosophie des [[w:Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]] wird der Hegelsche Freiheitsbegriff im Sinne der &#039;&#039;Einsicht in die Notwendigkeit&#039;&#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. G. W. F. Hegel: &#039;&#039;Wissenschaft der Logik II.&#039;&#039; (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; Friedrich Engels: &#039;&#039;Herrn [[w:Eugen Dühring|Eugen Dühring]]`s Umwälzung der Wissenschaft.&#039;&#039; Marx/Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039;, das nach Marx auch die menschliche [[w:Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] beinhaltet, soll seine dialektische Aufhebung in einer kommunistischen [[w:Utopie|Utopie]], dem erstrebenswerten &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; erfahren.&lt;br /&gt;
==== Fromm und die Furcht vor der Freiheit ====&lt;br /&gt;
[[File:Michelangelo Sündenfall.jpg|mini|[[w:Michelangelo|Michelangelo]]: Sündenfall. Im Sündenfall handelt der Mensch zum ersten Mal gegen Gottes Gebot und begeht damit einen ersten Freiheitsakt, der Leid zur Folge hat: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben und beginnen, aus dem Einssein mit der Welt zu fallen.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit.&#039;&#039; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Nach den Schrecken des ersten und vor allem auch zweiten Weltkrieges und der Dimension des Bösen, die durch den Menschen entstehen kann, veröffentlicht [[w: Erich Fromm|Erich Fromm]] 1946 sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Darin spricht er von der Freiheit als „zwiespältigem Geschenk“, das dem Menschen gemacht wurde. Diese befreit den Menschen einerseits von Bindungen, jedoch kann der Mensch aufgrund der dadurch entstehenenden Unsicherheit neue Bindungen mit der Welt eingehen. Diese führen zum Verlust und zur Zerstörung seiner Freiheit und damit seines individuellen Selbst.&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1980, ISBN 978-3-434004-2-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Mensch die primären, ihm Sicherheit vermittelnden Bindungen durchtrennt hat und er sich dadurch getrennt der Welt gegenüber erlebt, bleiben ihm laut Fromm zwei Möglichkeiten, diesen unerträglichen Zustand seiner Einsamkeit und Ohnmacht zu überwinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die „positive Freiheit“ zu ergreifen. Dabei sind zwei Faktoren relevant: die Liebe als spontane Bejahung (sponte: lat. Für „aus freien Stücken“) und die Arbeit, die auch als Schöpfung verstanden werden kann:&lt;br /&gt;
:„Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei wird sein Selbst stärker und gefestigter. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv-tätig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch tritt in Verbindung mit der Welt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu regredieren und die eigene Freiheit aufzugeben. Auf diese Weise kann er versuchen, zu einer ursprünglichen Einheit mit der Welt zurückzufinden, zu einem Zustand, bevor der Mensch ein „Individuum“ wurde, was jedoch niemals gelingen wird, da sich seine Loslösung von der Welt nicht rückgängig machen lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt; Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039;. S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Steiner und der ethische Individualismus ====&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“, wie das Denken mit dem Willen in Harmonie gebracht werden kann, ohne dass es beim Kampf zwischen zwei Polaritäten (Pflicht und Gemüt) stehen bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken wird vom Menschen oftmals als ein Nachbild zur eigentlichen Wirklichkeit verstanden. Die physische Welt mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen erscheint als die wahre Realität, während die durch das Denken gebildeten Begriffe dieser Erscheinungen nur als schattenhafte Nachbildungen des Wahrgenommenen erlebt werden. In diesem Fall baut sich der Mensch eine metaphysische Welt mit seinen Hypothesen auf, nach dem Muster der eigenen Wahrnehmungswelt. Dies führt dazu, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit erbaut, die meist nicht mit der Wirklichkeit des Anderen übereinstimmt.  Dieses intellektuelle, reflektierende und abstrakt bleibende Denken trennt den Menschen von seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner führt nun eine zweite Art des Denkens herein und spricht davon, dass im Wahrnehmen der Welt nur ein Teil der Wirklichkeit gegeben ist und erst mit der Durchsetzung dieser Wahrnehmung durch das Denken die ganze Wirklichkeit erlebt werden kann. Denken ist „kein schattenhaftes Nachbild einer Wirklichkeit“, sondern eine „auf sich ruhende geistige Wesenhaftigkeit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;146. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irdische Materie ist die Manifestation des Gedankens, das Endprodukt eines Prozesses. Durch eine gedanklich geführte Wahrnehmung (siehe [[Pratyahara]]) ist es dem Menschen möglich, zum Ursprung, zum Gedanken zu kommen, der hinter der physischen Realität steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Denkprozess als solchen beschreibt Steiner als wesenhaft, lebendig, wenn er nicht beim reinen Reflektieren stehen bleibt. Diesen Denkprozess kann der Mensch nun beobachten und erleben und dadurch über sein eigenes Denken hinauswachsen (Steiner nennt dies „[[a:Intuition|Intuition]]“). Die Logik, die immer etwas Zwingendes hat, wird durch dieses lebendige Denken überwunden und das Denken wird frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Entstehung der Willenshandlungen beschreibt Steiner zwei Faktoren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# das Motiv, das einen begrifflichen, vorstellungsgemäßen Faktor darstellt und das augenblickliche Handeln bestimmt&lt;br /&gt;
# die Triebfeder als bleibender Faktor in der menschlichen Organisation, seine charakterologische Anlage. &lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren können zunächst als sehr gegensätzlich erlebt werden. Hat der Mensch ein Motiv, eine Vorstellung, nach der er handeln möchte, kann diese in einen Konflikt mit seiner charakterologischen Anlage kommen. Ein Beispiel kann ein Mensch sein, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, dieser Vorsatz jedoch immer wieder durch seine Sucht, die Gewohnheit torpediert wird. Steiner beschreibt nun, wie diese beiden Faktoren, das Motiv und die Triebfeder zu einem verschmelzen, wenn man sie immer weiter veredelt. Das bedeutet, weder eine den Menschen bestimmende charakterologische Anlage beeinflusst den Willen, noch äußere bestimmte, normative Prinzipien, beispielsweise Gesetze oder das Gewissen:&lt;br /&gt;
:„Die Handlung ist also keine schablonenmäßige, die nach irgendwelchen Regeln ausgeführt wird, und auch keine solche, die der Mensch auf äußeren Anstoß hin automatenhaft vollzieht, sondern eine schlechthin durch ihren idealen Gehalt bestimmte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;158. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist möglich, wenn der Mensch nicht bei bereits geschaffenen Vorstellungen stehen bleibt, sondern sich dem Geistigen, der Ideenwelt (Platon) hinwendet und daraus wahre Vorstellungen bildet. Auf die Allgemeingültigkeit dieser Ideenwelt trifft nun das Individuelle des Menschen. Das Handeln, das daraus entsteht nennt Steiner den „Ethischen Individualismus“. Der freie Mensch gibt sich also die Grundlage seines Handelns selbst und lebt nicht mehr aus den Gesetzen und (moralischen) Vorstellungen Anderer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Erich Fromm nennt Steiner den Begriff der Liebe als Grundbedingung für die Freiheit:&lt;br /&gt;
:„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nur wenn der Mensch seiner Liebe zu einem Objekt folgt, ist er es selbst, der handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;162. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist das Individuelle des Menschen nicht in seinen Trieben und Begierden, in seinem Organismus zu finden, sondern in der allgemeingültigen Ideenwelt, die durch die Denktätigkeit in seinem Organismus aufleuchtet. Das bedeutet, dass die freien Menschen durchaus verschieden handeln aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung und Intuitionsfähigkeit, sie aber in der gleichen Ideenwelt leben und dadurch ein gegenseitiges Verständnis erleichtert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;164. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der noch unfreie Mensch lebt in der Welt seiner eigenen Vorstellungen und muss jeden zurückstoßen, der anderen (Moral-) Vorstellungen und Instinkten folgt als er. So stellen äußere Gesetze für den unfreien Menschen eine Hilfe zum Zusammenleben dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was zeichnet den freien Menschen bei Steiner aus? Im Grunde dreht er Kant einmal herum: &lt;br /&gt;
:„Der Mensch ist nicht wegen der Sittlichkeit da, sondern die Sittlichkeit durch den Menschen, d.h. der freie Mensch handelt sittlich, weil er eine sittliche Idee hat und nicht, damit Sittlichkeit entstehe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit in Politik und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
=== Konstitutionelle Gesellschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
:„Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.“– {{Kapitälchen|[[w:Thomas Jefferson|Thomas Jefferson]]&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Nothing then is unchangeable but the inherent and unalienable rights of man.“&amp;lt;br&amp;gt;Thomas Jefferson: [https://founders.archives.gov/documents/Jefferson/98-01-02-4313 &#039;&#039;From Thomas Jefferson to John Cartwright, 5 June 1824.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Founders Online.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Magna Carta (British Library Cotton MS Augustus II.106).jpg|mini|[[w:Magna Carta|Magna Carta]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[w:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]]]]&lt;br /&gt;
Verschiedene Ausprägungen der Freiheit genießen in vielen Staaten den rechtlichen Status von Grundrechten, insbesondere in Form von Freiheitsrechten. Diese sollen ein Ausufern staatlicher Gewalt verhindern. So sind Freiheitsrechte in erster Linie Abwehrrechte, die das Leben, die persönliche Freiheit oder das Eigentum schützen vor unbefugten Eingriffen in diese durch staatliche Maßnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Gusy: &#039;&#039;[http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2008_3_57.pdf Freiheitsrechte als subjektive Rechte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Zeitschrift für das Juristische Studium ZJS.&#039;&#039; 2008, S. 233–234. Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufigste Verwendung findet der Freiheitsbegriff heute im Bereich der politischen Freiheit. Diese bezeichnet die Rechte des Bürgers, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und seinen Willen in demokratischer Weise in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Die politische Freiheit umfasst das aktive und das passive Wahlrecht&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.wahlrecht.de/lexikon/aktives-passives-wahlrecht.html &#039;&#039;Aktives und passives Wahlrecht.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wahlrechtslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, d. h. die Rechte, als Wähler und Wählbarer an freien Wahlen teilzunehmen, darüber hinaus auch „politische“ Grundrechte, insbesondere durch Meinungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-5.html &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Versammlungsfreiheit&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-8.html  &#039;&#039;Die Grundrechte. Artikel 8 [Versammlungsfreiheit].&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Grundgesetz für jede(n).&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; an der „Vorformung“ der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfasstheit eines Staates durch eine freiheitliche demokratische Grundordnung bedeutet, dass er, insbesondere die Staatsgewalt, auf die politische Freiheit der Staatsbürger zurückgeführt wird. Darüber hinaus steht die freiheitliche demokratische Grundordnung für eine Gesellschaft, in der bestimmte Freiheiten, wie die Menschenwürde und das Recht auf Leben, auch freiwillig unter Privaten nicht aufgegeben werden können.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202025/freiheitliche-demokratische-grundordnung/  &#039;&#039;Freiheitliche demokratische Grundordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Lexika.&#039;&#039; Abgerufen am 17. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel wird eine freiheitliche Staatsordnung durch Rechtsstaatlichkeit (insbesondere durch Grundrechte), durch Demokratie und Marktwirtschaft definiert. In der Verwirklichung einer solchen freiheitlichen demokratischen Grundordnung wird vielfach auch die Schaffung einer [[w:Zivilgesellschaft|Zivilgesellschaft]] gesehen. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976 &#039;&#039;Zivilgesellschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Lexikon der Entwicklungspolitik.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner, der den Menschen als „Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt des Erdenlebens“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; GA 4. 16. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach1995, ISBN 3-7274-0040-3, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;  definiert, bezeichnet den Staat als etwas, das für den Menschen, für das Zusammenleben gegeben ist. Das Individuum braucht das menschliche Zusammenleben, da es ohne dieses verkümmern würde. Es ist aufgefordert, sich immer wieder an Gesetzen zu „stoßen“, sie zu hinterfragen, um aus eigener Erkenntnis heraus neue zu formen. So kann die gesellschaftliche Ordnung wieder günstig auf das Individuum zurückwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;173. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_004.pdf#view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;Ausgehend von der Entwicklung des Menschen begründete er die Idee der sogenannten „[[Dreigliederung des sozialen Organismus]]“ (s. Kapitel 4.6 „Freiheit und Soziale Dreigliederung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsordnung ===&lt;br /&gt;
Wenn wirtschaftliche Freiheit das einer Wirtschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip ist, wird jene als freie [[w:Marktwirtschaft|Marktwirtschaft]] bezeichnet. In einer Marktwirtschaft treffen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ohne staatliche Lenkung „frei“ aufeinander. Als steuerndes Element für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wirkt der Preis, welcher sich seinerseits entsprechend dem bestehenden Angebot und der bestehenden Nachfrage bildet. Merkmale der freien Marktwirtschaft sind Privateigentum, Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, freie Berufswahl, freier Marktzugang und freier Wettbewerb.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19325/freie-marktwirtschaft/  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Freie Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktfreiheit des Marktteilnehmers entspricht in der freien Marktwirtschaft seine Verantwortlichkeit. Verantwortlichkeit bedeutet, dass dem Marktteilnehmer einerseits im Erfolgsfall der aus der Handlung entstehende Gewinn als persönlicher Profit und andererseits im Falle des Misserfolgs die Haftung für die durch das freie Verhalten verursachten Schäden zugeordnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=15445 &#039;&#039;Selbstverantwortung – Voraussetzung der freiheitlichen Ordnung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade im Bereich der Marktfreiheit wird erkennbar, dass einmal bestehende Freiheit kein Zustand ist, der sich ohne Weiteres selbst erhält. So können in einem freien Markt im Sinne völliger staatlicher Zurückhaltung, Unternehmen aus dem freien Wettbewerb heraus auch nach einer marktbeherrschenden Stellung bis hin zu einem Monopol streben. Ziel einer solchen marktbeherrschenden Stellung ist es regelmäßig, den freien Markt im Sinne von Wettbewerb zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu begrenzen oder sogar auszuschalten. Kernelement der [[w:Soziale Marktwirtschaft|Sozialen Marktwirtschaft]]  ist daher der Schutz des Marktes vor seinen eigenen Ergebnissen insbesondere durch staatliches Kartellrecht. Außerdem gehört es zur sozialen Marktwirtschaft, dass der Staat dort regulativ eingreift, wo einem freien Marktverhalten im Falle des Misserfolgs keine ausreichende Haftung gegenüber stünde. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18224/soziale-marktwirtschaft//  &#039;&#039;Das Lexikon der Wirtschaft. Soziale Marktwirtschaft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-marktwirtschaft-42184 &#039;&#039;Definition: Was ist „soziale Marktwirtschaft“?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon.&#039;&#039; Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit versus Sicherheit ===&lt;br /&gt;
Es besteht ein klassisches Spannungsverhältnis zwischen Freiheit einerseits und Sicherheit bzw. öffentlicher Ordnung andererseits. Einerseits bedingen Freiheit und Sicherheit einander. Nur ein Mensch, der über ein ausreichendes Maß an Sicherheit verfügt, kann sich auch frei verhalten. Umgekehrt kann auch nur ein freier Mensch die ihm notwendig und wichtig erscheinenden Lebensumstände, zu denen auch die Sicherheit gehört, frei erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits aber können Freiheit und Sicherheit auch in Konflikt zueinander geraten, wenn zum Beispiel die gewährte Freiheit des Einen zur Gefährdung der Sicherheit des Anderen führt. Eine stabile öffentliche Ordnung ist der Freiheit grundsätzlich dienlich. Die dafür notwendigen Maßnahmen können aber wiederum eine empfindliche Einschränkung der Freiheit (Überwachung, Zensur) zur Folge haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Udo Di Fabio: &#039;&#039;Die Kultur der Freiheit.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53745-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt daher darauf an, die Eingriffe in die Freiheit auf das notwendige Maß zu begrenzen und die Notwendigkeit daran zu bemessen, ob im Ergebnis ein allgemeiner Freiheitsgewinn steht. [[w: Benjamin Franklin| Benjamin Franklin]] hat als politische Maxime zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis erklärt: „Wer die wesentliche Freiheit aufgibt, um ein wenig vorübergehende Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Originalzitat:&amp;lt;br&amp;gt;„Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.“&amp;lt;br&amp;gt;[https://franklinpapers.org/framedVolumes.jsp?vol=6&amp;amp;page=238a &#039;&#039;Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor.&#039;&#039;] Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), S. 19–21. In: &#039;&#039;franklinpapers.org&#039;&#039;. Abgerufen am 19. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konzepte ===&lt;br /&gt;
Der [[w:Liberalismus|Liberalismus]] betont besonders die individuelle Freiheit. Klassische Themenfelder des Liberalismus sind daher Menschenrechte, die in Form von verfassungsmäßigen Grundrechten gefordert und verteidigt werden. Kollektive Freiheit wird im Liberalismus regelmäßig auch auf das Individuum zurückgeführt und findet ihren Ursprung in der [[w:Vertragsfreiheit|Vertragsfreiheit]].&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17794/liberalismus/  &#039;&#039;Liberalismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzt die Freiheit somit in Gegensatz zum [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]]. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Anarchismus|Anarchismus]] beklagt einen Mangel an Freiheit aufgrund bestehender Macht- und Herrschaftsstrukturen. Er lehnt jedwede Herrschaftsform, also auch solche, die demokratisch oder wohlfahrtsorientiert begründet sind, kategorisch ab. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die im Anarchismus erstrebt werden, sollen Freiheit gerade ohne herrschaftsgebundenen Ordnungsrahmen ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17071/anarchie-anarchismus/ &#039;&#039;Anarchismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrale für politische Bildung. Kurz und knapp.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassische [[w:Konservatismus|Konservatismus]] sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Einzelne moderne Ausprägungen des Konservatismus halten hingegen oftmals gerade an traditionellen liberalen Grundüberzeugungen fest, sodass sich im Bereich des modernen Konservatismus ein weites Spektrum zwischen Freiheitsbefürwortung und Freiheitsskeptizismus entwickelt hat. Insbesondere werden hierbei von den einzelnen Strömungen unterschiedliche Gewichtungen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität aus konservativer Sicht vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/konservatismus/8074 &#039;&#039;Konservatismus.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Spektrum. Lexikon der Psychologie.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wen:Libertarian conservatism|libertäre Konservatismus]], auch konservativer Libertarismus genannt befürwortet größtmögliche wirtschaftliche Freiheit und eine möglichst geringe staatliche Regulierung des gesellschaftlichen Lebens, dies jedoch mit einer sozialkonservativen Philosophie, die Autorität, Pflicht und Moral betont. Als vorwiegend amerikanische Ideologie stellt der libertäre Konservatismus die Freiheit in den Vordergrund und fördert Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit und den freien Marktkapitalismus, während er liberale Sozialpolitik ablehnt .&amp;lt;ref&amp;gt; J. Richard Piper: &#039;&#039;Ideologien und Institutionen: Amerikanische konservative und liberale Regierungsrezepte seit 1933.&#039;&#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 1997, ISBN 9780847684595, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Sozialismus|Sozialismus]] und [[w:Kommunismus|Kommunismus]] strebt die Freiheit der Arbeiterklasse von den Mechanismen und Folgen, vor allem Ausbeutung und Unterdrückung, der kapitalistischen Produktionsweise an. [[w:Karl Marx|Marx]] sah in der kapitalistischen Produktionsweise die Ersetzung persönlicher Freiheiten durch die Freiheit des Handels, der Tauschwert tritt an die Stelle der persönlichen Würde.&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 465. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ‚forces propres‘ als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.“&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx: [https://web.archive.org/web/20160810054625/http://dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW001&amp;amp;fn=347-377.1&amp;amp;menu=mewinh &#039;&#039;Zur Judenfrage.&#039;&#039;] S. 370. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Marxsche Grundsatz, dass die „freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die Entwicklung aller“ ist, &amp;lt;ref&amp;gt; Karl Marx, Friedrich Engels: [https://web.archive.org/web/20160305135349/http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=mew&amp;amp;brett=MEW004&amp;amp;fn=459-493.4&amp;amp;menu=mewinh  &#039;&#039;Manifest der kommunistischen Partei.&#039;&#039;] S. 482. In: &#039;&#039;Marx Engels Werke.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfuhr in den realsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas oftmals sein Gegenteil. Freiheiten wurden dann gewährt, wenn sie den Diskurs des vorgegebenen politisch-gesellschaftlichen Systems nicht verließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[w:Nationalismus|Nationalismus]] kennt vor allem die Freiheit des eigenen Volkes, etwa von Fremdherrschaft oder als Selbstbestimmungsrecht der Völker. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Totalitarismus|Totalitarismus]] (dazu zählen [[w:Faschismus|Faschismus]], [[w:Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]], [[w:Stalinismus|Stalinismus]]), hat sich das Individuum dem Volksganzen oder dem Willen des „Führers“ unterzuordnen. Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie individuelle Freiheit grundsätzlich ablehnen bzw. nur im Rahmen einer dem totalitären Ziel dienenden Funktion zugestehen. Sie nehmen dem Menschen den „Raum des Handelns“, der laut Hannah Arendt die „Wirklichkeit der Freiheit darstellt“.&amp;lt;ref&amp;gt; Hannah Arendt: [https://jochenteuffel.com/2020/01/02/hannah-arendt-ideologie-und-terror-1952-totalitare-herrschaft-gleich-der-tyrannis-tragt-den-kern-ihres-verderbens-in-sich/#:~:text=Terror%2C%20als%20der%20folgsame%20Vollstrecker%20nat%C3%BCrlicher%20oder,liegt%20also%20nicht%20darin%2C%20da%C3%9F%20sie%20bestimmte &#039;&#039;Ideologie und Terror.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;NAMENSgedächtnis. 02. Januar 2020.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bestimmung von Grenzen der Freiheit ===&lt;br /&gt;
Das sogenannte Mill-Limit, benannt nach [[w:John Stuart Mill|John Stuart Mill]], beschreibt, dass der Freiheitsgebrauch dort zu limitieren ist, wo eine Schädigung Dritter erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt; John Stuart Mill: [http://www.ethikseite.de/prinzipien/zfreiheit.html &#039;&#039;Freiheitsprinzip.&#039;&#039;]  In: &#039;&#039;Texte und Materialien zur Ethik.&#039;&#039; Abgerufen am 20. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt besonders in angloamerikanischen Ländern bis heute als Grundlage des Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schädigung muss wiederum drei Kriterien erfüllen, um eine Einschränkung des zugrundeliegenden Freiheitsgebrauchs zu rechtfertigen. Erstens muss die Schädigung über eine gewisse Lästigkeit hinausgehen, zweitens darf es für die Schädigung keine überwiegenden rechtfertigenden Gründe geben und drittens muss die Schädigung auch mit einer die konkrete Einschränkung rechtfertigenden ausreichenden Wahrscheinlichkeit eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die normativen Setzungen für die Rechtfertigung von Freiheitseinschränkungen können nicht abstrakt-absolut definiert werden, sondern müssen konkret im Einzelfall bestimmt werden. Diese Bestimmung unterliegt in Demokratien wiederum bestimmten Gesetzgebungs-verfahren. Das theoretische Problem der Bestimmung von Freiheitsgrenzen durch demokratische Verfahren besteht darin, dass individuelle Freiheit nach dem Mill-Limit gerade aus sich heraus schützenswert ist und also nicht abhängig von einer Gewährung durch eine demokratische Mehrheit sein soll. Die Begründungspflicht verbleibt somit auch bei demokratischer Legitimation bei denjenigen, die einen bestimmten Freiheitsgebrauch einschränken wollen. &lt;br /&gt;
Diese Sichtweise hat sich in der Verfassungswirklichkeit der westlichen Demokratien weitgehend durchgesetzt und dazu geführt, dass auch Mehrheitsentscheidungen einer an den Freiheitsrechten ausgerichteten (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit (etwa dem Obersten Gericht oder dem Europäischen Gerichtshof) unterworfen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell unterliegt das Mill-Limit einem weiten Interpretationsspielraum. So erklärte beispielsweise John Stuart Mill selbst, dass es Individuen oder Völker (er verwendet den Begriff „Barbaren“) gibt, die noch nicht die nötige Reife entwickelt haben, mit der Freiheit umzugehen. Um ihre mangelhaften Fähigkeiten weiterzuentwickeln, benötige es eine entsprechende Führung, verbunden mit einer Einschränkung ihrer Freiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.texttexturen.de/mill-freiheit-individuum-mehrheit/  &#039;&#039;Überlegungen zur Tyrannei der Mehrheit. John Stuart Mills Konzeption der Freiheit des Individuums.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;texttexturen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Soziale Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum zentral verwalteten [[a:Einheitsstaat|Einheitsstaat]] entwickelte Rudolf Steiner die Idee der [[Dreigliederung des sozialen Organismus|sozialen Dreigliederung]], in der die drei Bereiche des Geistes-, Rechts- und Wirtschaftslebens ein selbstständiges Dasein führen und daraus erst ein lebendiges Zusammenwirken möglich wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er für die Wirtschaft das Ideal der Brüderlichkeit und für das Rechtsleben die Gleichheit als grundlegend annimmt, soll das Geistesleben (Bildung, Kunst, Religion, Wissenschaft etc.) auf Freiheit gegründet sein. Dies bedeutet, dass keine staatlichen Maßnahmen einerseits oder wirtschaftliche Zwänge und Beeinflussungen andererseits auf diesen Bereich einwirken sollen.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915 – 1921.&#039;&#039; GA 24, 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1982 ISBN 3-7274-0240-7, S.&amp;amp;nbsp; 473. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_024.pdf#page=473&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate und Gedicht ==&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Rudolf Steiner}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901.&#039;&#039; GA 31, 3. &amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 ISBN 3-7274-0310-1, S.&amp;amp;nbsp;192. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_031.pdf#page=192&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Anton Kaulbach Faust und MephistoFXD.jpg|mini|Gemälde von [[w:Anton Kaulbach|Anton Kaulbach]]: Faust und Mephisto]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Friedrich Schiller}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.|[[a:Friedrich Schiller|Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Friedrich Schiller: &#039;&#039;Die Worte des Glaubens.&#039;&#039;  In: &#039;&#039;Gesprochene deutsche Lyrik.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Johann Wolfgang von Goethe}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!|[[a:Johann Wolfgang von Goethe|Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts [[a:Faust II|Faust II]].]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Johann Wolfgang von Goethe: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Pico della Mirandola}}&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht himmlisch, nicht irdisch, nicht sterblich und nicht unsterblich&lt;br /&gt;
haben wir dich erschaffen, auf dass du mögest frei sein,&lt;br /&gt;
deinem eigenen Willen und deiner Ehre gemäß,&lt;br /&gt;
auf dass du mögest dein eigner Schöpfer und Bildner sein.&lt;br /&gt;
Dir allein gab ich die Fähigkeit zu wachsen&lt;br /&gt;
und dich nach deinem eigenen freien Willen zu entfalten.&lt;br /&gt;
Du trägst in dir den Keim eines allumfassenden Lebens.|[[w:Pico della Mirandola|Pico della Mirandola]]: &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Gerd von der Gönna (Hrsg.): &#039;&#039;Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen.&#039;&#039; Reclam, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-15-009658-1 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Gedicht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verpflichtung führt zu Freiheit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der Welt bin ich scheinbar ganz frei&lt;br /&gt;
für Arbeit, Spiel und allerlei.&lt;br /&gt;
Im geistigen Reiche aber herrscht verpflichtende Bürde,&lt;br /&gt;
in ungestörter Ruhe, mit erhabener Würde.&lt;br /&gt;
Freiheit und Verpflichtung – ein Geisteskeim,&lt;br /&gt;
wer wird der wahre Herr von beiden sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verpflichte ich mich zur geistigen Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
werden meine Sinne und Glieder inniglich.&lt;br /&gt;
Die Augen öffnen sich im sensiblen Licht,&lt;br /&gt;
Lebe ich aber begehrliche Ambition,&lt;br /&gt;
flüsternd im Zeitgeist anmaßender Intention,&lt;br /&gt;
hinab geht meine Seele in den Kerker der Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Reich herrscht die Herrentugend Pflicht,&lt;br /&gt;
mit einem unendlich freien Angesicht.&lt;br /&gt;
Notwendig ist die Pflicht, die jene Mitte schafft,&lt;br /&gt;
mit großer Liebe und einzigartiger Freiheitskraft.&lt;br /&gt;
Denn es herrschen Magie und Souveränität&lt;br /&gt;
im Entschiedensein zur Moralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb, wenn ich einmal sterbe,&lt;br /&gt;
erkenne ich, wie meine Freiheit werde.&lt;br /&gt;
Die Verpflichtungen sind es, ich habe sie geleistet,&lt;br /&gt;
sie zu einem runden Ergebnis gemeistert.&lt;br /&gt;
Freiheit ist die Essenz, der Lohn,&lt;br /&gt;
Verpflichtung und Freiheit bilden eine souveräne Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl der Handlung, zunächst auferlegte Qual,&lt;br /&gt;
über sie waltet die Pflicht, es ist der heilige Gral.&lt;br /&gt;
Im Erdendasein sind die Glieder frei und bewegt,&lt;br /&gt;
unbescholten, jedoch ohne Ziel und Weg.&lt;br /&gt;
Im Nachtodlichen sind sie nur frei im Licht,&lt;br /&gt;
wenn sie sich ergaben der moralischen Pflicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– {{Kapitälchen|Heinz Grill&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/freiheit-pflicht-michael-birnthaler/ &#039;&#039;Gibt es Freiheit ohne Verpflichtung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 23. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Rosslenbroich: &#039;&#039;Perspektiven zur Biologie der Freiheit.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-7725-2895-8. &lt;br /&gt;
* Erich Fromm: &#039;&#039;Die Furcht vor der Freiheit&#039;&#039; (englischer Originaltitel: &#039;&#039;Escape from Freedom&#039;&#039; ins deutsche übersetzt von Liselotte und Ernst Mickel). Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-35024-5.&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Ästhetik der Freiheit. Schillers »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« und andere Essays.&#039;&#039; Amthor Verlag, Heidenheim 2016, ISBN: 978-3-9341045-1-8. &lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Böse, die Freiheit und der Mensch.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7725-2119-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/corona-freiheit-empfinden-logik/ &#039;&#039;Die Logik der Freiheitsempfindung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA &#039;&#039;Markus Gabriel zum Thema &amp;quot;Freiheit als Lebensmodell&amp;quot;.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bucerius Law School.&#039;&#039; (YouTube)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Artikel [[a:Freiheit|Freiheit]] in anthrowiki&lt;br /&gt;
* [[:Kategorie: Entwicklung des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Freiheit}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033229-9}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklung des Menschen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Lunita</name></author>
	</entry>
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