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Oftmals wird ein Bezug zu den drei (oder vier) Säulen der Nachhaltigkeit gesetzt. Somit sind soziale und ökonomische Fragestellungen oder Zielsetzungen integriert. Mit der vierten Säule wird die politische Dimension einbezogen. | Oftmals wird ein Bezug zu den drei (oder vier) Säulen der Nachhaltigkeit gesetzt. Somit sind soziale und ökonomische Fragestellungen oder Zielsetzungen integriert. Mit der vierten Säule wird die politische Dimension einbezogen. | ||
Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 19:50 Uhr
Der Begriff ökologisches Projekt wird für eine Vielzahl von Vorhaben verwendet, die sich mit einem oder mit mehreren Fragestellungen der Ökologie befassen. Der Begriff wird dabei nicht nur in der naturwissenschaftlichen Definition d.h. die Wissenschaft der Beziehung der Lebewesen untereinander und zu ihrer unbelebten Umwelt verstanden, sondern in Verbindung mit Arten- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, oder auch Spiritualität gebracht.
Oftmals wird ein Bezug zu den drei (oder vier) Säulen der Nachhaltigkeit gesetzt. Somit sind soziale und ökonomische Fragestellungen oder Zielsetzungen integriert. Mit der vierten Säule wird die politische Dimension einbezogen.
Ökologische Projekte werden u.a. innerhalb eines Unternehmens, von einzelnen Privatpersonen oder von Gemeinschaften durchgeführt. Gefördert, unterstützt oder auch initiiert werden Projekte außerdem von öffentlichen Institutionen oder Nicht-Regierungs-Organisationen wie auf internationaler Ebene der UNEP, dem deutschen Bundesumweltministerium oder dem WWF. Weiterhin gibt es verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen, die ökologische Projekte durchführen oder begleiten.
Ökodörfer und das Global-Ecovillage-Network
Ökologische Dörfer kennzeichnen sich meistens aus Zielen der naturnahen Gestaltung von Energieversorgung, Architektur, Landwirtschaft und einem ökonomischen Konzept, dass regionale und biologische Produkte bevorzugt oder auch eine gewisse Unabhängigkeit von größeren Firmen mit Profitgedanken anstrebt. Weitere Schwerpunkte sind im Regelfall ein wertschätzendes und wohlwollendes Miteinander und teilweise auch eine Einbeziehung spezifischer politischer Konzepte. [1]
Einige Ökodörfer beziehen sich in ihrer Grundvision auch auf spirituelle Lehrer oder Lehren wie beispielsweise Naone, Auroville oder Tamera.
Die deutsche Satzung des Global-Ecovillage Networks beschreibt das Selbstverständnis der Ökodörfer wie folgt:
„Unsere Mitglieder – Ökodörfer, Kommunen sowie Wohn- und Lebensprojekte – verstehen sich im Sinne des Global Ecovillage Networks als Forschungs- und Trainingsorte mit Modellcharakter für die Gesellschaft als Ganzes. Wir sind Teil einer Familie, Teil einer Bewegung mit gemeinsamer Entwicklungsrichtung….unsere Gemeinschaften werden durch selbstbestimmte, werteorientierte, partizipatorische Prozesse gestaltet, um die langfristige Nachhaltigkeit auf ökonomischer, ökologischer, sozialer und kultureller Ebene zu sichern. Diese vier grundlegenden Dimensionen der Nachhaltigkeit verstärken und ergänzen sich gegenseitig zu einer ganzheitlichen Lebensweise und Weltsicht.“[2]
Es wird also der Modellcharakter für die Umsetzung in einem größeren gesellschaftlichen Rahmen betont und das Ziel der Sicherung der vier Säulen der Nachhaltigkeit.
Bioenergiedörfer und Energiewendedörfer
In Deutschland wird über die Fachagentur nachwachsende Rohstoffe (FNR) - ein Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums - das Konzept des Bioenergiedorfs gefördert. Ziel eines Bioenergiedorfs ist es, die Wärme- und Stromversorgung überwiegend auf den Energieträger Biomasse umzustellen. Der Energiebedarf des Dorfes wird dann mindestens zu 50% aus regional erzeugter Bioenergie abgedeckt. Zum Prozess gehört dazu, dass die Bürger in die Entscheidungsprozesse aktiv eingebunden werden und den Gedanken des Bioenergiedorfs aktiv mittragen. Außerdem sind siezumindest teilweise Eigentümer der Energieanlagen. [3]
- „Ein erweitertes Konzept des Bioenergiedorfs ist das Energiewendedorf. Es basiert auf dem Konzept der Bionenergiedörfer und erweitert dies um die Nutzung anderer erneuerbarer Energien wie z.B. Solarthermie, aber auch PV und Windkraft.“ [4]
Ökologische Unternehmen
Eine einheitliche Definition für ökologische Unternehmen gibt es nicht. Die EU hat in ihrer Gesetzgebung seit wenigen Jahren bestimmte Berichtspflichten festgesetzt. Seit 2022 bzw. 2024 müssen Unternehmen berichten, inwiefern ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten zu den folgenden Umweltzielen beitragen:[5]
- Klimaschutz
- Anpassung an den Klimawandel
- nachhaltige Nutzung von Wasser- und Meeresressourcen
- Kreislaufwirtschaft
- Vermeidung von Umweltverschmutzung
- Schutz der Biodiversität
Dazu werden häufig die sogenannten ESG Kriterien genutzt:
Der Begriff ESG stammt aus dem Englischen und beinhaltet die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).
Für diese drei Bereiche werden messbare Kriterien erstellt und mithilfe dieser Kriterien kann die Nachhaltigkeit eines Unternehmens bewertet werden. Ziel ist, dass auf dem Kapitalmarkt mehr Transparenz geschaffen wird und den Investierenden ein besserer Einblick gegeben werden soll, wie ihr Geld für die drei Säulen der Nachhaltigkeit verwendet wird. [6] Seit 20 Jahren existiert außerdem ein weltweites Ranking , dass vom kanadisch u.s.-amerikanischen Unternehmen „corporate knights“ durchgeführt wird. Im diesjährigen Ranking hat dabei das Schneider Electric SE aus Frankreich gewonnen. Das Unternehmen stellt Technologien für den grünen Wandel von Industrie, Gebäuden, Verkehr, Energiesystem und vielem mehr her. Kriterien für den Sieg waren u.a. hohe nachhaltige Investitionen und Erträge, eine geringe CO2-Intensität und die große Geschlechtervielfalt in Führungspositionen. [7][8]
Neben den Nachhaltigkeitsprinzipien des Säulenmodells werden von vielen, auch von kleineren, ökologischen Unternehmen und auch Ökodörfern die Prinzipien der Gemeinwohl Ökonomie betont und verfolgt. Die Bilanz wird anhand von 5 Werten bzw. Wertebereichen aufgestellt: Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit sowie demokratische Mitbestimmung und Transparenz. [9] [10]
10 Beispiele für kleinere und größere ökologische Projekte (eine Auswahl)
Im Folgenden sind 10 verschiedene Unternehmen, Initiativen und Dörfer portraitiert, die aus ökologischen Grundideen entstanden sind und diese in eine weitere Entwicklung gebracht haben.
1. Auroville
w:Auroville ist eine„universelle“ Planstadt, die sich in Südindien befindet. Gegründet wurde die Stadt 1968 von Mirra Alfassa, die auch „die Mutter“ genannt wird. Die Idee basiert auf der Lehre des spirituellen Lehrers Sri Aurobindo. In der Stadt soll eine Verbundenheit zwischen den Menschen ganz unabhängig von deren Herkunft geschaffen werden. Derzeit leben 3300 Menschen aus 60 Nationen in Auroville. Geplant ist die Stadt für 50.000 EinwohnerInnen. Die Errichtung der Stadt wurde von der indischen Regierung und von der UNESCO unterstützt und als Projekt von internationaler Bedeutung für die Zukunft der Menschheit angesehen.[11][12]
Auf der Internetpräsenz werden u.a. drei Ebenen der Vision genannt: Seelenfreundlich - Eine Stadt für die Entwicklung der Seele; Umweltfreundlich - Eine Stadt in Harmonie mit der Natur, Menschenfreundlich - Eine Stadt als Gemeinschaft [13]
Eine Besonderheit der Stadt ist die Idee, dass die Stadt niemandem speziell gehört:
„Auroville gehört niemandem im Besonderen. Auroville gehört der gesamten Menschheit. Aber um in Auroville zu leben, muss man bereit sein, dem göttlichen Bewusstsein zu dienen.“ [14]
Ökologische Projekte und Arbeiten
In Auroville wird in Zusammenarbeit mit staatlichen, nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen und Behörden in den Bereichen Wassermanagement, Bodenschutz, ökologischer Landbau und Saatgutsammlung gearbeitet und geforscht. Ziel ist unter anderem die Ernährungssicherheit und die Optimierung des agroökonomischen Potenzials sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene zu fördern [15] [16]
Ein Abschnitt der Planstadt ist der sogenannte „Green Belt - Grüner Gürtel“, der kreisförmig um die Stadt herum verläuft. Er dient neben der Landwirtschaft und zu Forschungsprojekten auch als Barriere gegen zyklonartige Winde von der Küste, die bis vor kurzem die Hauptursache für Bodenerosion und Bodendegradation waren. [17]
2. Gemeinschaft Schloss Tempelhof
Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof befindet sich im nordöstlichen Baden-Württemberg zugehörig zur Gemeinde Kreßberg. Die Gemeinschaft ist Mitglied des Global-Ecovillage-Network Deutschland. [18]
Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof befindet sich im nordöstlichen Baden-Württemberg zugehörig zur Gemeinde Kreßberg. Die Gemeinschaft ist Mitglied des Global-Ecovillage-Network Deutschland. [19]
Die Initiatoren Wolfgang Sechser, Agnes Schuster und Roman Huber verband gemeinsam mit weiteren Menschen die Grundidee einer Gemeinschaftsgründung und einem gemeinsamen Leben und einer ökologisch nachhaltigen, sozial gerechten und sinnerfüllten menschliche Daseinsform. Das kleine Dorf Tempelhof wurde 2010 als geeigneter Standort gefunden und ab 2011 bezogen. Mittlerweile leben rund 180 Menschen vor Ort. [20]
Architektur/Wohnkonzepte
Im Ökodorf Tempelhof wird hohen Wert auf ökologisches und energieeffizientes Bauen und Sanieren gelegt. Weiterhin wird mit verschiedene Wohnkonzepten experimentiert. Ein für die deutsche klimatische Situation außergewöhnliches Projekt ist die Realisierung eines earthships.[21]
Landwirtschaft
Die Gemeinschaft verfügt über 28ha Agrarland, ein Waldstück und eine Quelle. Sie ist unter anderem inspiriert von der Permakultur mit ihren ethischen Grundsäulen sowie den Prinzipien des bio-dynamischen Anbaus nach Rudolf Steiner.
Die Vision der Gemeinschaft wird als ökologische, Ressourcen aufbauende Landwirtschaft beschrieben. Ziel ist „ein System mit einer hohen Resilienz; ein System mit einem lebendigen Boden, der sich in Zusammenarbeit mit den Pflanzen und Menschen selber weiter aufbauen kann und der Pflanzen ernähren und schützen kann; ein System, das in der Lage ist, eine vielseitige Pflanzenvielfalt mit möglichst geringem Input von “Außen” vollständig zu tragen und zu versorgen, damit auch die Menschen und Tiere gesund ernährt werden können.“ Darüber hinaus wird Landwirtschaft auch als Landschaftsgestaltung verstanden.
Zu Land- und Forstwirtschaftlichen Themen finden regelmäßig Fachsymposien vor Ort statt. Es existieren Zusammenarbeiten im Rahmen von Forschungsprojekten wie der Agroforst oder die Forschungen zur aufbauenden Landwirtschaft. [22] [23]
3. Kommunale Nahwärmeversorgung mittels solarbeheiztem Grubenspeicher - Solardorf Bracht in Hessen
Die Umsetzung einer in Deutschland wenig verbreiteten, ökologischen Technologie zur Wärmeversorgung hat das Solardorf Bracht erreicht. Es ist außerdem bei den oben erwähnten Bioenergiedörfern aufgelistet. [24]
Das Dorf hat ein Konzept umgesetzt, welches mittels Solarthermie-Kollektorfeld in der warmen Jahreszeit einen Wasserspeicher aufwärmt und die im Wasser gespeicherte Wärme in der kalten Jahreszeit über ein Nahwärmenetz zum Heizen von ca. 200 Haushalten nutzt. [25]
Die Technologie funktioniert im Vergleich zu Brennstoff-Technologien emissionsfrei. Außerdem ist sie vergleichsweise wartungsarm, sehr sicher und auch aus ökonomischer Sicht sehr nachhaltig. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Strompreise dieser Technologie weitaus stabiler sind als schwankende Ölpreise. Vor allem kommen die Kosten hauptsächlich durch die Inbetriebnahme zustande. Wartung und Instandhaltung ist niedriger als bei anderen Technologien. [26]
Ortschaften können durch eine eigene Nahwärmeversorgung unabhängig von großen Versorgern und größeren Versorgungsnetzen agieren. In Bracht wurde dafür eine Genossenschaft gegründet.
Zur Technologie
Die Technologie besteht aus einem mit Wasser gefüllten Grubenspeicher, der ins Erdreich eingelassen ist und an der Oberfläche mit einem aus mehreren Schichten bestehenden Isolierdeckel versehen ist. Das Wasser wird über Solarthermiekollektoren aufgewärmt und kann so Temperaturen von bis zu 85°C erreichen. [27] Der Wärmeverlust ist verhältnismäßig gering. Die Wärme wird daraufhin im Winter über eine Wärmepumpe und einen Pufferspeicher in das Nahwärmenetz verteilt. Weitere Technologien wie Biogasanlagen in Kombination mit Blockheizkraftwerken oder Holzkesseln sowie Photovoltaik können fehlende Wärmeleistungen abdecken und den Bedarf von Großversorgern weiter reduzieren.
Besonderheiten in Bracht
Der solare Deckungsanteil von 70% in der Wärmebereitstellung ist bei der Brachter Anlage höher als bei allen bislang bestehenden Anlagen in Deutschland und Dänemark (bis zu 50%). In Bracht hat man sich zur Abdeckung des restlichen Bedarfs für einen Holzkessel entschieden.
Die Umsetzung der innovativen Technologie ist durch einen Arbeitskreis des Ortes in Zusammenarbeit mit Behörden, Politik, Bürgerinnen und Bürgern, der Universität Kassel und verschiedener Ingenieurbüros entstanden. Durch fortlaufende Abklärung der verschiedenen Belange und Entwicklung neuer Erkenntnisse ist die Idee immer wieder modifiziert worden. Der Auftrag der ersten Machbarkeitsstudie wurde 2013 erteilt. Die Inbetriebnahme der Anlage fand am 20. September 2025 statt. [28] Die Genossenschaft besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. [29]
4. L’école du sens
L’école du sens ist ein ökologisches, therapeutisches und spirituell orientiertes Projekt in Marokko. Es befindet sich in Ben Slimane, ca. eine Stunde von Casablanca entfernt und wurde während der Coronalockdowns aufgebaut. Gründer ist Younes Lahiaoui, der u.a. als ganzheitlicher Coach vor Ort Retreats und Fortbildungen für Therapeuten und Pädagogen durchführt. Das Projekt verfügt über (etwa) 1ha Fläche und es gibt verschiedene ästhetisch gestaltete Gebäude, Zelte, Gärten sowie weitere Anbauflächen und Tierhaltung. Die Gebäude und Zelte sind zum Teil Veranstaltungsräume und zum Teil dienen sie als Unterkünfte. Das Gelände und die Räumlichkeiten können außerdem für Seminare und Veranstaltungen gebucht werden.
Das ökologische Element ist der hochwertige Anbau von Obst, Gemüse, Oliven sowie Hühner- und Ziegenhaltung. Die erzeugten Produkte dienen zur Selbstversorgung. Außerdem wird vor Ort in einem einfachen Lehmofen Brot gebacken. Sowohl bei eigenen als auch bei Veranstaltungen externer Personen steht dadurch eine biologische, gesunde, einfache und gute vegetarische Ernährung zur Verfügung. [30] [31] [32]
5. Naone
Eine spirituelle Ökologie
Im Projekt Naone besteht seit 2020. Der Begriff der Ökologie wird hier sehr weit gefasst und basiert auf einem spirituellen Ansatz. Die Grundidee stammt vom spirituellen Lehrer und Geistforscher Heinz Grill, der die gedankliche Auseinandersetzung mit universalgültigen Inhalten in Verbindung mit dem ökologischen Wirken des Menschen bringt. „Es ist eine Ökologie, wenn man es so bezeichnet, der Gedankenbildung durch gegenseitige konstruktive Aufbautätigkeit. Diese wertvolle Disziplin des rhythmischen sich miteinander zu Ideen und Idealen Weiterentwickelns besitzt die größte Ausstrahlungskraft und kann sehr schnell einzelne Menschen heilen oder transformieren.“ [33]
Das Projekt befindet sich auf einer Waldlichtung oberhalb von Lundo im Trentino. Diese Region im Wald wird auch Naone genannt. Es ist ein großräumiges Wiesengrundstück und bildet zusammen mit dem Haus, der ‚Casa artistica di Barbara‘ und mehreren gestalteten Plätzen den zentralen Teil des Ökologieprojektes. Das ‚Casa artistica di Barbara‘ wurde im Rahmen des Projekts aus den Resten einer alten Ruine wieder aufgebaut. Es wird jetzt als Seminarhaus und Meditationsort genutzt. [34]
Ein zentrales Ideal von Heinz Grill ist, dass „Ökologie im Menschen beginnen kann“. Die oben erwähnte sehr weit gefasste Begrifflichkeit der Ökologie beinhaltet das schöpferische Wirken des Menschen. Je nachdem mit welchen Gedanken und Ideen sich ein Mensch auseinandersetzt und sich damit in Beziehung bringt, kann er die Umgebung aufbauen. Der Mensch soll nicht aus der Natur herausgedacht werden um sie zu schützen, sondern im spirituellen Sinne richtig integriert sein. Der Mensch kann die Umgebung dadurch aufbauen, indem er sich mit Ideen auseinandersetzt, die einen Wert für die Allgemeinheit haben. Im Projekt werden vielfältige wertvolle Ideen für einer kulturelle Weiterentwicklung bewegt, die jeder Einzelne mit seinem schöpferischen und geistigen Potential ergreifen kann und in eine individuelle Ausarbeitung bringen kann. Das schöpferische Prinzip ist eine Grundlage für den Ökologen.
Das schöpferische Prinzip liegt aus spiritueller Sicht auch in den Wahrnehmungs- und Beobachtungsprozessen zur Natur. Durch bewusst geführte Wahrnehmungen und Beobachtungen von Naturerscheinungen entsteht eine lebendige Beziehung zur Umwelt.
Gestaltungselemente, Gemüsebau und Energieversorgung
Die Gestaltungselemente wurden nach zuvor berechneten Geometrien und mit vor Ort verfügbaren Materialien gebaut. Durch die geometrisch in Beziehung stehenden Plätze entsteht ein Zusammenhang über das gesamte Gelände. Weiterhin wurden bereits vorhandene herausragende Elemente wie beispielsweise ein großer Fels integriert und sogar besonders hervorgehoben. [35] Das Gelände ist durch die Lage gut vor Strahlungsbelastung geschützt. Die Anbaufläche und auch die Plätze werden durch die Bäume vor Witterungseinflüssen geschützt. Die Energieversorgung ist durch Photovoltaik und einer effizienten Nutzung des vorhandenen Holzes autark.
Das Projekt ist außerdem ein möglicher Ausdruck einer „Sonnenoase“ und dient als Veranstaltungsort Seminarraum der spirituellen Hochschule Lundo. Im Ort befinden sich einige weitere ästhetisch und ökologisch gestaltete Räume und Gebäude, die als Veranstaltungsraum oder Unterkunft im Rahmen des Hochschulbetriebs dienen.
6. Sekem
Die SEKEM-Initiative verfolgt die Vision einer nachhaltigen Entwicklung und betrachtet dabei Ökologie, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur gleichrangig. Sie wurde 1977 von Dr. Ibrahim Abouleish gegründet. Die Initiative befindet sich ca. 60 Kilometer nordöstlich von Kairo. Das Gelände war zum Gründungszeitpunkt eine Fläche von 70 Hektar Wüste.<ref>Über uns In: sekem.com. abgerufen am 31. Januar 2026 In Bezug auf die Ökologie wird auf der Webseite das Ziel formuliert „nicht nur den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren sondern das Leben zu verbreiten und zu einem besseren und gesünderen Zustand des Landes und der Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, beizutragen.“ Die Sekem Initiative verpflichtet sich alle ökologischen Sphären zu erhalten und weiterzuentwickeln und bezieht sich dabei auch darauf, dass in allen großen Religionen die Idee existiert, dass der Mensch zum Aufseher der Erde ernannt wurde und diese erhalten und entwickeln soll.
Ein Kern der Arbeit ist der Beweis der Urbarmachung von Wüstenland anhand biodynamischer Agrarmethoden. Dafür wurden in den Jahren 2007 bis 2009 drei neue Flächen Wüstenland (Gesamtfläche von 6000 Feddan) erworben. Vom ersten Jahr bis zum Jahr 2013 hat SEKEM rund 1600 Feddan urbar gemacht und entwickelt.[36] Aus Sekem können in Deutschland beispielsweise biodynamisch angebauter Sesam und Textilien aus biologisch dynamisch angebauter Baumwolle erworben werden. Im Rahmen der Entwicklungsinitiative wurde u.a. auch die Heliopolis Universität für nachhaltige Entwicklung gegründet, die eine bewusste nachhaltige Entwicklung, wirtschaftliche Solidarität, soziale Verantwortung und eine Balance der Umwelt in Ägypten und der Welt anstrebt. [37]
7. Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft
In einer solidarischen Landwirtschaft (in Deutschland abgekürzt Solawi) schließen sich Verbraucher mit einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammen. Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie für Produkte anhand eines vorab abgestimmten Jahresbeitrags. Dafür erhalten Sie die gesamte Ernte und je nach Arbeitsweise des Betriebs auch weitere Erzeugnisse wie Brot oder Eier. Normalerweise arbeiten die Betriebe darüber hinaus biologisch oder auch biodynamisch. Die Struktur ist genossenschaftlich organisiert.
Das Solidaritätsprinzip wird zum einen gegenüber den Landwirten durch die Abnahmegarantie als auch untereinander durch die Möglichkeit eines Beitragsgebots angewandt. Die Idee ist, dass der Beitrag angemessen zum verfügbaren Einkommen angesetzt wird.
Durch die sehr direkte Vermarktung und Teilhabe entsteht üblicherweise ein intensiverer Bezug und auch eine Wertschätzung zu den Produkten und den Anforderungen in der Erzeugung. Die meist kurzen Wege und Lagerzeiten reduzieren logistischen Aufwand wie Transport- und Kühlkosten. Die Produkte stehen so außerdem sehr frisch nach der Ernte zur Verfügung.[38]
8. Tamera
Tamera ist eine im Jahr 1995 gegründete Arbeits- und Lebensgemeinschaft in der portugiesischen Region Alentejo.Derzeit leben etwa 160 Menschen vor Ort. Zentrales Thema ist die Friedensforschung und damit verbunden auch das ökologische Konzept der Heilungsbiotope. Zu den Gründern Tameras gehören u.a. Dieter Duhm, Sabine Lichtenfels und Charly Rainer Ehrenpreis.[39]
Das ökologische Konzept der Heilungsbiotope
Das Siedlungskonzept der Heilungsbiotope möchte Gesellschaft und Natur zu einer synergetischen Einheit verbinden. Die Natur muss dabei nicht vor dem Menschen geschützt werden, sondern es findet eine Kooperation mit der Natur statt. Ausgegangen wird davon, dass die Natur so wie die Menschen beseelt ist und daher eine Kooperation stattfinden kann.
Im Bereich der Landschaftspflege und Gestaltung wurde u.a. in Zusammenarbeit mit Sepp Holzer nach Prinzipien der Permakultur an Wasserrententionslandschaften und Regeneration von Landschaften gearbeitet.
In der Forschungsabteilung für spirituelle Ökologie „Terra Deva“ wird insbesondere an Interspezieskommunikation geforscht und beispielsweise mit Wildschweinen und Pferden gearbeitet. [40] [41] [42]
9. Das Konzept der unverpackt-Läden
Ein Unverpacktladen ist ein Einzelhandelsgeschäft, dessen Waren ohne Einwegverpackungen angeboten werden. Das Sortiment umfasst im Wesentlichen Lebensmittel, Haushaltsprodukte und Kosmetika. Die Produkte werden in Spendern oder anderen größeren Behältern angeboten. Die Kundschaft kann die Ware dann in ihre mitgebrachten eigenen Behältnisse abfüllen und nach Gewicht einkaufen.
Ein wesentliches Ziel ist die Vermeidung von Abfall. Zudem werden überwiegend biologisch erzeugte Produkte angeboten. Der erste deutsche Unverpacktladen öffnete 2014 in Kiel. [43]
Es ist zu beobachten, dass ein Unverpacktladen durch den direkteren Kontakt zu den Lebensmitteln und durch die bewusstere Form des Einkaufs auch ein Ort des Austausches über umweltrelevante Themen ist. Die Wertschätzung und auch die Wahrnehmung zu den Lebensmitteln wird gefördert. [44]
10. Valdibella
Die Kooperative Valdibella ist eine in Sizilien im Juni 1998 in einem stark landwirtschaftlich und ländlich geprägten Gebiet gegründete Initiative. Sie engagiert sich besonders gegen die Ausbeutung von Handel und Arbeit und betreibt eine Landwirtschaft, die sich auf Biodiversität und einheimische Kulturpflanzen konzentriert. Die Produkte werden allesamt biologisch angebaut. Kennzeichnend ist der Zusammenschluss mehrerer Landwirte, die diese Werte vertreten und die Produktion sowie die Handelswege bündeln, damit eine wirtschaftliche Arbeitsweise ermöglicht werden kann. Außerdem werden junge Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten gefördert und so in das Berufsleben eingeführt.
- „Im Grunde genommen ist es ein einfacher Gedanke: Unsere Nahrung kommt aus der Erde und daher ist unsere Gesundheit umso besser, je besser es ihr geht.“[45]
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- ↑ GEN D-Satzung In: gen-deutschland.de. abgerufen am 06. Dezember 2025
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- ↑ Energiewendedörfer In: energiewendedörfer.de." abgerufen am 29. November 2025
- ↑ EU-Taxonomie-Verordnung In: deutscher-nachhaltigkeitskodex.de. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ „ESG-Kriterien Berichterstattungspflicht“ In: dekra-akademie.de. abgerufen am 26. November 2025
- ↑ Ranking der nachhaltigsten Unternehmen In: how-green-works.de. abgerufen am 28. November 2025
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- ↑ Sonnentor Gemeinwohlökonomie. In: sonnentor.com. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Gemeinwohl Zertifizierung Siebenlinden In: siebenlinden.org abgerufen am 29. November.2025
- ↑ Auroville-in-brief In: auroville.org. abgerufen am 29. Januar 2026
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- ↑ Legal and financial structure of Auroville In:auroville.org abgerufen am 30. November.2025
- ↑ [ https://auroville.org/page/the-green-belt The green belt] In: ‚'auroville.org. abgerufen am 30. November2025
- ↑ Sustainable Livelihood Institute In:tnavsli.in abgerufen am 30. November2025
- ↑ Greenbelt area In:’'auroville.org. abgerufen am 30. November 2025
- ↑ Gemeinschaften Deutschland In: gen-deutschland.de. abgerufen am 26. November2025
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- ↑ Tempelhof-Menschen-Land In: schloss-tempelhof.de. abgerufen am 14. Januar 2026
- ↑ Wohnen und Bauen In: schloss-tempelhof.de. abgerufen am 13. Januar 2026
- ↑ Agroforst Tempelhof abgerufen am 28. November .2025
- ↑ Lebendige Landwirtschaft abgerufen am 28. November2025
- ↑ Übersicht der Bioenergiedörfer In:bioenergiedorf.fnr.de abgerufen am 10. Januar 2026
- ↑ ‚'Sensation der regionalen Wärmeversorgung In:menschlichwirtschaften.de.’' abgerufen am 10. Januar 2026
- ↑ Solarwärme Bracht FAQ In:’'solarwaerme-bracht.de. abgerufen am 10. Januar2026
- ↑ Solarwärme Bracht - Technik In:solarwaerme-bracht.de. abgerufen am 10. Januar 2026
- ↑ Aktuelles und Geschichte der SWB In:solarwaerme-bracht.de.’' abgerufen am 10. Januar 2026
- ↑ Bioenergiedorf Bracht In:bioenergiedorf.fnr.de. abgerufen am 06. Dezember 2025
- ↑ l’école du sens In:instagram.com. abgerufen am 14. Januar 2026
- ↑ Ecole du sens In: ma.linkedin.com. abgerufen am 14. Januar2026
- ↑ Morocco - achieving a balance… In:eine-neue-reisekultur.de. abgerufen am 14. Januar 2026
- ↑ Spirituelle Ökologie In: heinz-grill.de. abgerufen am 26. November 2025
- ↑ Naone In:naone.it. abgerufen am 26. November 2025
- ↑ Naone - Gestaltungselemente In: naone.it. abgerufen am 14. Januar 2026
- ↑ Sekem Agrikultur In:sekem.com. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Heliopolis Universität In:sekem.com. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Was ist Solawi In:solidarische-landwirtschaft.org. abgerufen am 31. Januar 2026
- ↑ Geschichte In:tamera.org. abgerufen am 29. Januar 2026
- ↑ Vision In:tamera.org. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Kooperation mit allen Wesen In: tamera.org. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Unsere Zukunft In: tamera.org. abgerufen am 29. November 2025
- ↑ Verpackungsfreier Supermarkt In:’'lead-innovation.com. abgerufen am 30. Januar 2026
- ↑ Fallstudie Unverpackt In: ‚‘schleswig-holstein.de. abgerufen am 31. Januar 2026
- ↑ Valdibella In:valdibella.com. abgerufen am 29. November 2025
