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'''Luzifer''' (aus [[Latein|lat.]] ''lux'' „Licht“ und ''ferre'' „bringen“; {{ELSalt|Φωσφόρος}} ''[[Phosphor]]os'' „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. {{lang|grc|Ἑωσφόρος}} ''[[Eos]]phoros'' „Bringer der Morgenröte“), im [[Latein]]ischen auch der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als '''Diabolos''' ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, ''Diàbolos'' = ''Durcheinanderwerfer, Verwirrer'', von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, ''dia-balläin'' = ''durcheinanderwerfen'') bezeichnet und nach [[Rudolf Steiner]] identisch mit dem im [[Koran]] genannten '''[[Iblis]]''', wird in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt; in der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.
{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem lateinischen Namen des Teufels, Erzengels und des Morgensterns – zu anderen Bedeutungen, insbesondere in der Schreibweise „Lu'''c'''ifer“, siehe [[Lucifer]].}}
[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern [[Venus (Planet)|Venus]] (links unterhalb des Mondes)]]
 
'''Luzifer''', auch ''Lucifer'', ist der lateinische Name des [[Morgenstern]]s ([[Venus (Planet)|Venus]]). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu {{laS|lux}}, ‚Licht‘ und ''ferre'', ‚tragen, bringen‘). Im Christentum gilt ''Luzifer'' als Name eines Engels, der gegen [[Gott]] rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem [[Himmel (Religion)|Himmel]] verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem [[Teufel]] gleichgesetzt. Nach manchen [[Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[Bogomilen]] und [[Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der [[Welt]] führte. In der [[Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[Hölle]] auf.
 
== Römische Mythologie ==
{{Hauptartikel|Lucifer (römische Mythologie)}}
 
In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den ''Morgenstern,'' also den Planeten [[Venus (Planet)|Venus]], verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der [[Altgriechische Sprache|griechischen]] Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[Homer]]s ''[[Odyssee]]'' oder [[Hesiod]]s ''[[Theogonie]]'' auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin [[Venus (Mythologie)|Venus]] in Verbindung gebracht.
 
== Christentum ==
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[Gustave Doré]], 1865]]Der [[Babylon|babylonische]]/[[Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der [[Bibel]] in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im [[Christentum]] wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der [[Apokalypse|apokalyptischen Literatur]] auf. In ''[[Leben Adams und Evas]]'' (Kap. 14–16) ist es der [[Satan]], der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen [[Adam und Eva|Adam]] zu verneigen.<ref name="Theissen">{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}</ref> In der [[Septuaginta|griechischen Bibelübersetzung]] durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern ''[[Helel]]'' bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort ''helel'' vom Verb ''yalal'' (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.<ref>{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}</ref> Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] – etwa [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner ''[[Vulgata]]'' – übersetzten dies mit ''Lucifer''. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen [[Judentum]] des 1. Jahrhunderts.<ref name="JE">{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}</ref> Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).<ref name="Theissen" />
 
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im [[Evangelium nach Lukas|Lukasevangelium]] {{BBK|Lk|10|18}} in Verbindung: {{"|Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz}}.<ref name="Theissen" /> Im Proömium seiner Schrift ''[[De principiis (Origenes)|De principiis]]'' und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift ''Leben Adams und Evas'' – mit dem Teufel bzw. Satan.<ref name="Theissen" /> Im Zusammenhang mit der im [[Christentum]] aufkommenden [[Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen [[Mythos]] entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines [[Babylon|babylonischen]] Königs. Diesen irdischen Sturz eines [[heidnisch]]en Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den [[Höllensturz|himmlischen Sturz Satans]].<ref>[[Karl R. H. Frick]]: ''Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.'' Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.</ref>[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum [[Synonym]] für den Teufel oder den Satan.<ref>Karl R. H. Frick: ''Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.'' Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.</ref><ref>Rüdiger Hauth (Hrsg.): ''Kompaktlexikon Religionen.'' Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.</ref> Im [[Brauchtum]] und in der [[Literatur]] wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem [[Henker]] unterschieden.<ref>{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&pg=PA47&dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&q=henker&f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}</ref> Auch [[Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem [[Dämon]] des [[Zorn]]s und Luzifer als Dämon des [[Hochmut]]s. ''[[Superbia]]'' hält sich in der mittelalterlichen Tradition als [[Merkmal]] Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf ([[Engel]]) könne Luzifer nach [[Anselm von Canterbury]] nur [[das Gute]] gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (''inordinate''), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.<ref>{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}</ref>
 
== Bei den Katharern ==
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als ''Satanael'' bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ ''Luzifer-Satanael''.<ref>Karl R. H. Frick: ''Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.'' Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.</ref> Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.<ref>[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: ''The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.'' Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.</ref> Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.<ref>Karl R. H. Frick: ''Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.'' Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.</ref>
 
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder ''Luziferianer'' bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den ''wahren Gott'', sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.<ref>{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}</ref> Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.<ref>{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}</ref>
 
 
'''Luzifer''' kommt aus dem lateinischen ''lux'' „Licht“ und ''ferre'' „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als '''Diabolos''' ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, ''Diàbolos'' = ''Durcheinanderwerfer, Verwirrer'', von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, ''dia-balläin'' = ''durcheinanderwerfen'') bezeichnet.
 
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten '''[[Iblis]]''', in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.


== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==
[[Datei:DSCI0319.JPG|mini|hochkant|400px|Die drei bisherigen bösen Prinzipien]]
 
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.


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== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==


[[Lüge]] ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich; sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:


{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]
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== Einzelnachweise ==
<references />
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Aktuelle Version vom 23. Mai 2026, 17:12 Uhr

Vorlage:Dieser Artikel

Brunnen des gefallenen Engels, Retiro-Park (Madrid, Spain)
Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)

Luzifer, auch Lucifer, ist der lateinische Name des Morgensterns (Venus). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu Vorlage:LaS, ‚Licht‘ und ferre, ‚tragen, bringen‘). Im Christentum gilt Luzifer als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen häretischen Bewegungen wie den Bogomilen und Katharern habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der Belletristik taucht Luzifer häufig als Herrscher der Hölle auf.

Römische Mythologie

Vorlage:Hauptartikel

In der römischen Mythologie wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den Morgenstern, also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke Φωσφόρος („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. Έωσφόρος („Bringer der Morgenröte“), die etwa in Homers Odyssee oder Hesiods Theogonie auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.

Christentum

Sturz des Luzifer, Illustration von Gustave Doré, 1865

Der babylonische/hebräische Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.[1] In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern Helel bereits mit Φωσφόρος wiedergegeben. Aquila leitet das Wort helel vom Verb yalal (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.[2] Die christlichen Kirchenväter – etwa Hieronymus in seiner Vulgata – übersetzten dies mit Lucifer. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.[3] Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den Apokryphen die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).[1] Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Lukasevangelium Vorlage:BBK in Verbindung: Vorlage:".[1] Im Proömium seiner Schrift De principiis und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte Origenes den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift Leben Adams und Evas – mit dem Teufel bzw. Satan.[1] Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden Engellehre vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit Phaeton verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.[4]

Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von Peter Paul Rubens, ca. 1620

Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von Jesaja 14,12 EU (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.[5][6] Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.[7] Auch Peter Binsfeld unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. Superbia hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach Anselm von Canterbury nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (inordinate), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.[8]

Bei den Katharern

In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als Satanael bezeichnet. Bei den Bogumilen und Euchiten hieß der „Erstgeborene“ Luzifer-Satanael.[9] Für die Katharer war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste Emanation des höchsten Gottes.[10] Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.[11]

Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder Luziferianer bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den wahren Gott, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine intrinsisch schlechte Schöpfung handelt.[12] Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.[13]


Luzifer kommt aus dem lateinischen lux „Licht“ und ferre „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des Morgensterns, also der Venus, wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote Teufel, oft auch als Diabolos (griech. Διάβολος, Diàbolos = Durcheinanderwerfer, Verwirrer, von Διά-βαλλειν, dia-balläin = durcheinanderwerfen) bezeichnet.

Nach Rudolf Steiner wird er identisch mit dem im Koran genannten Iblis, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des Ezechiel auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des Astralleibes entstandenen Empfindungsseele verankert Vorlage:GZ und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.

Herkunft der luziferischen Wesenheiten

Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem alten Mond, der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre Menschheitsstufe, d.h. ihre Ich-Entwicklung durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem Astralleib selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.

Vorlage:GZ

An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen Erzengel:

Vorlage:GZ

Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen

Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der dritten Hierarchie unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:

Vorlage:GZ

Zeichnung aus GA 136, S. 100
Zeichnung aus GA 136, S. 100

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Vorlage:Literatur
  2. Vorlage:Literatur
  3. Vorlage:JE
  4. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.
  5. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
  6. Rüdiger Hauth (Hrsg.): Kompaktlexikon Religionen. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.
  7. Vorlage:Internetquelle
  8. Vorlage:Literatur
  9. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
  10. Willis Barnstone, Marvin Meyer: The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition. Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.
  11. Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.
  12. Vorlage:Literatur
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