Koronare Herzkrankheit: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Francisco de Goya - Self-Portrait with Dr. Arrieta - Google Art Project.jpg|mini|360px|[[w:Francisco de Goya|Francisco de Goya]]: ''Selbstportrait mit Dr. Arrieta'', gemalt nach seinem Herzanfall mit Widmung für den behandelnden Arzt Dr. Arrieta]]
[[Datei:Francisco de Goya - Self-Portrait with Dr. Arrieta - Google Art Project.jpg|mini|360px|[[w:Francisco de Goya|Francisco de Goya]]: ''Selbstportrait mit Dr. Arrieta'',<br>gemalt nach seinem Herzanfall mit Widmung für den behandelnden Arzt Dr. Arrieta]]
Die '''koronare Herzkrankheit''' (von altgriechisch κορώνα ''korona'' „Krone“, „Kranz“), kurz '''KHK''', auch '''ischämische Herzkrankheit''', ist eine Erkrankung der [[w:Herzkranzgefäß|Herzkranzgefäße]], die das Herz versorgen.
Die '''koronare Herzkrankheit''' (von altgriechisch κορώνα ''korona'' „Krone“, „Kranz“), kurz '''KHK''', auch '''ischämische Herzkrankheit''', ist eine Erkrankung der [[w:Herzkranzgefäß|Herzkranzgefäße]], die das Herz selbst versorgen.


Es handelt sich um eine chronische, multifaktorielle Erkrankung degenerativer Art. Funktionale Anforderungen können nicht mehr bewältigt werden und münden in Absonderung, Ver- und Ablagerung, reaktive Entzündungsprozesse mit Gewebeumbau und Gewebeverhärtung, mangelnde Auflösung und Ausscheidung und kaskadenartige, weitere verschlechternde Folgen für die Umgebung.
Es handelt sich um eine chronische, multifaktorielle Erkrankung degenerativer Art. Struktur- und Funktionsverlust der Gefäße setzen kaskadenartige, weitere verschlechternde Folgen frei.


[[Datei:Ischaemic heart disease world map-Deaths per million persons-WHO2012.svg|mini|360px|
Die koronare Herzkrankheit ist mit ihren akuten Manifestationen weltweit die häufigste Todesursache.
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|colspan="2"| Weltweite Todesfälle durch koronare Herzkrankheit<br>im Jahr 2012 (pro 1 Million Menschen):
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Die KHK ist mit ihren akuten Manifestationen die häufigste Todesursache in den Industrienationen.


In den meisten Fällen wird die koronare Herzkrankheit durch [[w:Atherosklerose|Atherosklerose]] (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“) verursacht. Durch sich anhäufende Ablagerungen in und nicht etwa an den Gefäßwänden versteifen diese, verlieren ihre Elastizität und verdicken. Der Gefäßquerschnitt und damit der freie Blutfluss vermindert sich, bis hin zur vollständigen Verstopfung. Die Folge einer Koronarsklerose ist damit eine verminderte Sauerstoffversorgung der [[w:Herzmuskulatur|Herzmuskulatur]].
In den meisten Fällen wird die koronare Herzkrankheit durch [[w:Atherosklerose|Atherosklerose]] (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“) verursacht. Durch sich anhäufende Ablagerungen in und nicht etwa an den Gefäßwänden und Störungen des modulierenden Gefäßmuskeltonus vermindert sich der freie Blutfluss. Es kommt zu wenig Blut zur Belebung des Herzens an und Gewebe kann absterben.


Diese kann in der Folge zu [[w:Herzrhythmusstörungen|Herzrhythmusstörungen]] und [[w:Herzinsuffizienz|Herzinsuffizienz]] sowie akuten lebensbedrohlichen Komplikationen wie [[w:Herzinfarkt|Herzinfarkt]] und [[w:Plötzlicher Herztod|plötzlicher Herztod]] führen. Ein [[w:Leitsymptom|Leitsymptom]] der KHK ist die [[w:Angina pectoris|Angina pectoris]] (Brustenge).
Ein [[w:Leitsymptom|Leitsymptom]] der KHK ist die [[w:Angina pectoris|Angina pectoris]] (Brustenge).


Der Befund der Atherosklerose ist das Ergebnis eines Prozesses über längere Zeit. Was diese chronische Degeneration im individuellen Fall genau verursacht, ist Gegenstand fortdauernder Forschung der verschiedenen Disziplinen und nicht vollständig geklärt.
Der Befund der Atherosklerose ist das Ergebnis eines Prozesses über längere Zeit. Was diese chronische Degeneration im individuellen Fall genau verursacht, ist Gegenstand fortdauernder Forschung der verschiedenen Disziplinen und nicht vollständig geklärt.


Andere Ursachen stehen in Zusammenhang mit der Atherosklerose. Zum einen sind es Belastungen des Blutes, z.&nbsp;B. durch Schadstoffe oder reaktive Stoffwechselprodukte oder Belastungen der Gefäße, z.&nbsp;B. durch [[w:Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]] oder [[Rosmarin#Bei_Diabetes_mellitus|Diabetes mellitus]] oder Belastungen des ganzen Menschen, z.&nbsp;B. durch psychosoziale Einflüsse, durch Einflüsse des Zeitgeists oder der Umweltfaktoren. Zum anderen können die Ursachen in einem Mangel an bestimmten Stoffen, einem Mangel an Bewegung (physisch und mental) oder einem Mangel an selbstbestimmter Lebensführung liegen.
In der Medizin sind einige Ursachen bekannt, die in Zusammenhang stehen mit der Atherosklerose: Zum einen sind es Belastungen des Blutes, z.&nbsp;B. durch Schadstoffe oder reaktive Stoffwechselprodukte oder Belastungen der Gefäße, z.&nbsp;B. durch [[w:Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]] oder [[Rosmarin#Bei_Diabetes_mellitus|Diabetes mellitus]] oder Belastungen des ganzen Menschen, z.&nbsp;B. durch Umweltverschmutzung, psychosoziale Einflüsse oder durch Einflüsse des Zeitgeists. Zum anderen können die Ursachen in einem Mangel an bestimmten Stoffen, einem Mangel an Bewegung (physisch und mental) oder einem Mangel an selbstbestimmter Lebensführung liegen.


Die Geisteswissenschaft erforscht die Logik und die seelischen und geistigen Gesetzmäßigkeiten in Hinblick auf den Menschen. Ausgehend von der individuellen Entwicklung innerhalb einer universellen Entwicklung. Sie erweitert dahingehend die Ursachenforschung mit der Frage nach der Bedeutung des Bewusstseins, der selbstbestimmten Eigenaktivität, der Schöpferkraft des Menschen.<ref>[https://heinz-grill.de/wille-menschliche-waerme/ ''Die Wärme und die Willenserkraftung.''] In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Abgerufen am 1. August 2025.</ref>
Die Geisteswissenschaft erforscht die Logik und die seelischen und geistigen Gesetzmäßigkeiten in Hinblick auf den Menschen, ausgehend von der individuellen Entwicklung innerhalb einer universellen Entwicklung. Sie erweitert die Ursachenforschung mit der Frage nach der Bedeutung des Bewusstseins, der selbstbestimmten Eigenaktivität und der Schöpferkraft des Menschen.<ref>[https://heinz-grill.de/wille-menschliche-waerme/ ''Die Wärme und die Willenserkraftung.''] In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Abgerufen am 1. August 2025.</ref>


Symptomatisch kann die koronare Herzkrankheit medikamentös, durch therapeutische Eingriffe mittels [[w:Herzkatheteruntersuchung|Herzkatheter]] und operativ behandelt werden. Eine zunehmende Verschlechterung kann verzögert oder angehalten werden. Therapeutisch und vorbeugend ist ein Angehen der Belastungen und der Mängel, der Risikofaktoren und die Behandlung bestehender Erkrankungen möglich. Aus der Ursachenforschung heraus ergeben sich eine ganze Reihe von Anregungen, Orientierungen und praktischen Lernfeldern zu selbstaktiven Möglichkeiten, die von einer Ernährungsumstellung bis zur Veränderung der Lebens- und Denkgewohnheiten reichen.
In Behandlung und Prävention ist übergeordnet der Wert der eigenen Aktivität herausgearbeitet. Aus der Ursachenforschung heraus ergeben sich vielfältige Herausforderungen, Anregungen, Orientierungen und praktische Lernfelder zu selbstaktiven Möglichkeiten, die von einer Ernährungsumstellung bis zur Veränderung der Lebens- und Denkgewohnheiten reichen.


== Die Herzkranzgefäße ==
== Die Herzkranzgefäße ==
<div style="text-align:right;">Bild 3 (Herzkranzgefäße)</div>
[[Datei:Herzkranzgefäße.png|mini|Herzkranzgefäße]]
Als Herzkranzgefäße bezeichnet man jene Arterien, die rechts und links als erste aus der Aorta abgehen und sich dann von oben nach unten kranzförmig verzweigen. Über das Blut versorgen sie das Herz mit allen lebensnotwendigen Stoffen wie beispielsweise Sauerstoff oder Nährstoffe.
Als Herzkranzgefäße bezeichnet man jene Arterien, die rechts und links als erste aus der Aorta abgehen und sich dann von oben nach unten kranzförmig verzweigen. Über das Blut versorgen sie das Herz mit allen lebensnotwendigen Inhalten wie beispielsweise Sauerstoff oder Nährstoffe.


Wenn sie sich verengen, bis hin zum kompletten Verschluss, fällt das Herz oder Teilbereiche des Herzens zunächst schleichend, dann immer mehr aus einer gesunden und erhaltenden Versorgung heraus. Es kommt zu wenig Blut zur Belebung des Herzens an und Herzgewebe kann absterben.
Wenn sie sich verengen, bis hin zum kompletten Verschluss, fällt das Herz oder Teilbereiche des Herzens zunächst schleichend, dann immer mehr aus einer gesunden und erhaltenden Versorgung heraus bis hin zum Absterben von Gewebe. Dies kann in der Folge zu [[w:Herzrhythmusstörungen|Herzrhythmusstörungen]] und [[w:Herzinsuffizienz|Herzinsuffizienz]] sowie akuten lebensbedrohlichen Komplikationen wie [[w:Herzinfarkt|Herzinfarkt]] und [[w:Plötzlicher Herztod|plötzlicher Herztod]] führen.<ref>[https://leitlinien.dgk.org/files/08_2024_pocket_leitlinien_chronisches_koronarsyndrom.pdf ''Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms.'']  In: ''DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024'' (PDF). Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
Herzkranzgefäßerkrankungen mit ihren Folgen sind global die häufigste Todesursache und machen circa ein Drittel der Todesursachen aus.<ref name=":3" />


== Symptome ==
== Symptome ==
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== Ursachen und Krankheitsentstehung ==
== Ursachen und Krankheitsentstehung ==
=== Atherosklerose ===
=== Atherosklerose ===
[[Datei:Endothelial dysfunction Atherosclerosis.png|mini|380px|Phasen [[w:Endothel|endothelialer]] Dysfunktion bei Atherosklerose]]
[[Datei:Endothelial dysfunction Atherosclerosis.png|mini|380px|Phasen [[w:Endothel|endothelialer]] Artherosklerose und endothelialer Dysfunktion sind das Ergebnis eines schleichenden Prozesses]]
Als häufigste Ursache wird der pathologische Befund der [[w:Atherosklerose|Atherosklerose]] festgestellt. Atherosklerose (von griechisch ''atheroma'', von ''athērē'' „Brei“ und ''sklērosis'', von ''sklēros'' „hart“)<ref>''[https://www.etymonline.com/word/atherosclerosis atherosclerosis (n.)]'' In: ''etymonline.com.'' Abgerufen am 1. August 2025 (englisch).</ref> ist eine Form der Arteriosklerose und bezeichnet die krankhafte Einlagerung von [[w:Cholesterin#Aufnahme_in_die_Zellen|Cholesterinester]] und anderen Substanzen in die [[w:Tunica intima|innere Wandschicht]] arterieller Blutgefäße.
 
Die Ursachenforschung zur Entstehung der KHK entwickelt sich beständig weiter. Beispielhaft wird in der aktuellen deutschen Leitlinie 2024 zu CCS (chronic coronary syndromes) festgestellt:
:„Das Verständnis der Pathophysiologie des CCS wandelt sich von einem einfachen zu einem komplexeren und dynamischeren Modell.“<ref name=":5">[https://leitlinien.dgk.org/files/08_2024_pocket_leitlinien_chronisches_koronarsyndrom.pdf#page=9&view=fit ''Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms.''] In: ''DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024.'' PDF, S.&nbsp;7. Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
Als häufigste Ursache der KHK wird der pathologische Befund der [[w:Atherosklerose|Atherosklerose]] festgestellt. Atherosklerose (von griechisch ''atheroma'', von ''athērē'' „Brei“ und ''sklērosis'', von ''sklēros'' „hart“)<ref>[https://www.etymonline.com/word/atherosclerosis ''atherosclerosis (n.)''] In: ''etymonline.com.'' Abgerufen am 1.&nbsp;August 2025 (englisch).</ref> ist eine Form der Arteriosklerose und bezeichnet die krankhafte Einlagerung von [[w:Cholesterin#Aufnahme_in_die_Zellen|Cholesterinester]] und anderen Substanzen in die [[w:Tunica intima|innere Wandschicht]] arterieller Blutgefäße.<ref name=":4" />
 
Die dem Blut zugewandte Arterienschicht besteht aus einer feinen, einlagigen Zellschicht, dem [[w:Endothel|Endothel]]. [[w:Low Density Lipoprotein|Low Density Lipoprotein]] (LDL), die Transportform im Blut für Cholesterin und andere gesättigte Fette, kann, wenn sie und ihr Inhalt oxydiert wird, das Endothel verletzen und eindringen. Als Reaktion treten [[w:Fresszellen|Fresszellen]] ([[w:Makrophagen|Makrophagen]] des Immunsystems) auf, nehmen die oxydierten Fette in sich hinein und lagern sich als sogenannte Schaumzellen im Bindegewebe der Arterienwand ab. Dazukommende neue Ablagerungen können immer weiter über die Jahre stattfinden.<ref name=":4" />
 
Dies verursacht eine Entzündungsreaktion, welche im weiteren Verlauf auf tiefere Bereiche der Arterienwand übergreifen kann. Die Folge ist ein allmählicher, degenerativer Gewebeumbau mit Funktionsverlust durch Bindegewebewucherung, Verlagerung von Muskelzellen, Akkumulation von Kollagen und Einlagerung von knochenähnlichem Calciumphospat. Die Differenzierung geht verloren. In der Arterienwand entsteht eine bindegewebeartige Kappe, die im Inneren einen Fettkern aufweist ([[w:Vulnerable Plaque|Plaque]]). Als Reaktion finden entzündliche Prozesse statt, die unvollständig ablaufen. Diese Plaques sind instabil und brüchig, sodass sich Blutgerinnsel [[w:Thrombus|Thromben]] bilden können. Insgesamt wird die Arterie härter und enger. Sie verliert ihre Elastizität.<ref name=":4">[https://www.uniklinikum-jena.de/lbpathphys_media/Downloads/Pathophysiologie/Skripten/e_Herzinfarkt+Anders+f%C3%BCr+Studenten+mit+Kontrollfragen-p-902.pdf ''Pathophysiologie des Herz-Kreislaufsystems. Koronarinsuffizienz – Herzinfarkt.''] (PDF). In: ''Universitätsklinikum Jena.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
Eine vorübergehende Verkrampfung der Herzkranzgefäße (diese krampfartige Gefäßverengung nennt man „Koronarspasmus“) kann z.&nbsp;B. durch Stress, Nikotin, Mineralienverschiebung, Kälte oder körperliche Belastung ausgelöst werden. Ist das Endothel gesund, nimmt es die Schubspannung des Blutes wahr und kann Substanzen freisetzen, die regulierend auf den Gefäßtonus wirken. Durch die Atherosklerose geht jedoch diese Funktion verloren, was die Krampfneigung fördert. Da Krämpfe wiederum die Atherosklerose begünstigen, entsteht eine Abwärtspirale.<ref name=":5" /><ref>[https://www.msdmanuals.com/de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/koronare-herzkrankheit/%C3%BCbersicht-zur-koronaren-herzkrankheit#Pathophysiologie_v934028_de ''Übersicht zur koronaren Herzkrankheit.''] Abschnitt: ''Pathophysiologie der koronaren Herzkrankheit.'' In: ''MSD Manual.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Arteriosklerose und/oder eines Spasmus kann der Herzmuskel bei körperlicher Belastung und psychischer Erregung oder bereits in Ruhe nicht mehr ausreichend durchblutet werden (Koronarinsuffizienz).
 
=== Außeneinflüsse ===
Risikofaktoren aus der Außenwelt können sein: Umweltverschmutzung, Schadstoffe oder biophysikalische Belastungen,<ref>''[https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2023/05/11/ungesunde-umwelt-verursacht-herz-kreislauf-erkrankungen-das-exposom-konzept/ Ungesunde Umwelt verursacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das Exposom-Konzept.]'' In: ''Deutsches GesundheitsPortal.'' Abgerufen am 2. August 2025.</ref> z.&nbsp;B. durch Feinstaub in der Luft und im Wasser,<ref>''[https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/archiv/feinstaub-unterschaetztes-risiko-fuer-herz Feinstaub: unterschätztes Risiko für Herz und Gefäße.]'' In: ''Deutsche Herzstiftung.'' Abgerufen am 2. August 2025.</ref><ref>''[https://healthnewsnet.de/news-2/freie-radikale-die-ursache-fuer-viele-krankheiten-14836/ Freie Radikale: Die Ursache für viele Krankheiten?]'' In: ''HealthNews.'' Abgerufen am 2. August 2025.</ref> in der Erde und in der Nahrung,<ref name=":1">''[https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/herz-kreislauf-erkrankungen/arteriosklerose-uebersicht/herzkreislauf-erkrankungen Diese Ursache für Herzkreislaufkrankheiten kennt kaum jemand.]'' In: ''Zentrum der Gesundheit''. Abgerufen am 2. August 2025.</ref> Lärm am Arbeitsplatz<ref>''[https://www.deutschesgesundheitsportal.de/wp-content/uploads/pdfs/laerm-am-arbeitsplatz-herz.pdf Lärm am Arbeitsplatz erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit.]'' In: ''deutschesgesundheitsportal.de.'' Abgerufen am 2. August 2025 (PDF).</ref> oder Lichtverschmutzung.<ref>[https://www.gelbe-liste.de/kardiologie/umwelt-lebensstilfaktoren-herz-kreislauf-risiko ''Wie Umwelt- und Lebensstilfaktoren das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.''] In: ''Gelbe Liste. Farmindex.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref> Diese können substanziell das Endothel verletzen, in Folge von Stress das vegetative Nervensystem und den Hormonhaushalt belasten und zu einer Verkrampfung und Engstellung der Gefäße führen.
 
=== Weitere Risikofaktoren ===
An weiteren Risikofaktoren, die einerseits in Belastungen und andererseits in Mängeln gründen, sind bekannt:<ref>[https://www.msdmanuals.com/de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/koronare-herzkrankheit/%C3%BCbersicht-zur-koronaren-herzkrankheit#Risikofaktoren_v934040_de ''Übersicht zur koronaren Herzkrankheit.''] Abschnitt: ''Vorliegen von Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit.'' In: ''MSD Manual.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref><ref>[https://leitlinien.dgk.org/files/08_2024_pocket_leitlinien_chronisches_koronarsyndrom.pdf#page=39&view=fit ''Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms.''] In: ''DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024.'' PDF, S.&nbsp;37–38. Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
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* Rauchen kann durch Sympathikusreizung die Gefäße verengen. Es setzt [[w:Radikal_(Chemie)#Radikale_in_der_Biologie|freie Radikale]] frei und enthält viele Schadstoffe.
* [[w:Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]] erhöht die Scherkräfte und die Gefäßwandspannung.
* Diabetes mellitus, da hohe Blutzuckerwerte die Gefäßwände schädigen können.
* Übergewicht
* Fettstoffwechselstörungen mit zu viel Cholesterin und Triglycerieden.
* Chronische entzündliche Erkrankungen wie [[w:Rheumatoide Arthritis|rheumatoide Arthritis]], da Entzündungsprozesse die Zellwände schädigen können.
* Genetische Belastung oder hohes Lebensalter (bei Frauen nach den Wechseljahren)
* Vitamin D Mangel<ref>[https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Vitamin-D-Mangel-geht-aufs-Herz-266706.html ''KHK und Infarkt. Vitamin-D-Mangel geht aufs Herz.''] In: ''ÄrzteZeitung.'' Abgerufen am 8. August 2025.</ref>
* Bewegungsmangel
</div>
 
=== Psychosoziale Ursachen ===
[[Datei:Die Herzensschmiede, Albrecht Dürer (Ausschnitt).png|mini|<div style="text-align:center;">Gefühle prägen das Herz<br>([[w:Albrecht Dürer|Albrecht Dürer]]: ''Herzensschmiede'')</div>]]
Das Herz-Kreislauf-System wird durch persönliche Erlebnisse und psychische Erregung unmittelbar geprägt. Aus der Forschung der [[w:Psychokardiologie|Psychokardiologie]] sind folgende Zusammenhänge mit vermehrtem Auftreten der koronaren Herzkrankheit bekannt:
 
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* [[Depression]]<ref name=":0">''[https://www.aerzteblatt.de/search/result/866de799-24b7-44ea-a09c-d69f569060eb?q=Psychosomatik+Herzerkrankungen Psychokardiologie: Das Herz als Projektionsort psychischer Konflikte.]'' In: ''Deutsches Ärzteblatt.'' Abgerufen am 2.&nbsp;August 2025.</ref>
* Starker andauernder negativer Stress<ref>''[https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/stress/stress-so-krank-kann-er-machen/ Krankheiten durch Stress: So sehr kann die Belastung dem Körper schaden.]'' In: ''AOK Gesundheitsmagazin.'' Abgerufen am 2.&nbsp;August 2025.</ref>
* Angst über längere Zeit<ref name=":0" />
* Soziale Isolation<ref name=":0" />
* Niedriger Sozialstatus<ref name=":3">''[https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds) Cardiovascular diseases (CVDs).]'' In: ''WHO.'' Abgerufen am 2.&nbsp;August 2025 (englisch).</ref>
</div>Die einzelnen Ursachen oder Risikofaktoren wirken nicht nur additiv, sondern erhöhen zusammen das kardiovasculäre Risiko überproportional (synergistisch). Sie bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.
 
=== Ernährung ===
[[Datei:Mediterranean diet.jpg|mini|Die zur Zeit häufigste Ernährungs&shy;empfehlung bei KHK]]
Eine ungesunde Ernährung, insbesondere der Konsum gesättigter Fettsäuren, welcher den Cholesterinspiegel erhöht, viel Zucker, wenig Obst und Gemüse sowie Schadstoffbelastungen durch Anbau, Herstellung, Zusatzstoffe, Verpackung und Verarbeitung hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entstehung der KHK.<ref name=":1" /><ref name=":2">[https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2024/01/05/ernaehrung-herz-kreislauf-erkrankungen-und-sterblichkeit-in-80-laendern/?indication=koronare-herzkrankheit ''KHK / Herzinfarkt. Ernährung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit in 80 Ländern.''] In: ''Deutsches GesundheitsPortal.'' Abgerufen am 2. August 2025.</ref>
 
Eine Ernährung, die aus mehr Obst und Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten, Fisch sowie Vollmilchprodukten besteht, ballaststoffreich ist und ungesättigte Fette bevorzugt, bewirkt eine Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führt zu einer geringeren Sterblichkeit.<ref name=":2" /><ref>''[https://www.aok.de/pk/magazin/cms/fileadmin/pk/pdf/noindex/dmp/Herzgesund-leben.pdf Herzgesund leben.]'' In: ''AOK.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref>
 
=== Einfluss der Jahreszeit ===
Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass sich im Sommer weniger Herzinfarkte ereignen und ein Maximum in der kalten Jahreszeit auftritt.<ref>[https://dgk.org/pressemitteilungen/2021-jahrestagung-pressemitteilungen/2021-jt-aktuelle-pm/2021-jt-aktuelle-pm-tag-3/kardiogener-schock-die-meisten-patienten-sterben-im-winter/ ''Kardiogener Schock: Die meisten Patienten sterben im Winter.''] In: ''Deutsche Gesellschaft für Kardiologie'' (PDF). Abgerufen am 3.&nbsp;August 2025.</ref>


Die dem Blut zugewandte Arterienschicht besteht aus einer feinen, einlagigen Zellschicht, dem [[w:Endothel|Endothel]]. [[w:Low Density Lipoprotein|Low Density Lipoprotein]] (LDL), die Transportform im Blut für Cholesterin und andere gesättigte Fette, kann, wenn sie und ihr Inhalt oxydiert wird, das Endothel verletzen und eindringen. Als Reaktion treten [[w:Fresszellen|Fresszellen]] ([[w:Makrophagen|Makrophagen]] des Immunsystems) auf, nehmen die oxydierten Fette in sich hinein und lagern sich als sogenannte Schaumzellen im Bindegewebe der Arterienwand ab. Dazukommende neue Ablagerungen können immer weiter über die Jahre stattfinden.
=== Ursachenforschung aus einem geisteswissenschaftlichen Ansatz ===
Zur Forschung und Angabe der verschiedenen Risikofaktoren betont der anthroposophische Arzt und Autor [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] (1921–2003), dass nicht bekannt sei, was diese beim einzelnen Individuum auslösen, da sie durch kollektive Untersuchungen gewonnen sind:
:„Als nicht bekannt gilt, was diese Risikofaktoren auslösen. Sie spielen selbstverständlich eine bedeutende Rolle, sind aber durch kollektive Untersuchungen gewonnen, aus denen sich die individuelle Reaktionsart, die von Geist und Seele, d.&nbsp;h. den höheren Wesensgliedern des Menschen geprägt ist, nicht feststellen läßt.“<ref>Otto Wolff: ''Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst''. Band 3. 4. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1993, ISBN 3-7725-0531-7, S.&nbsp;167.</ref>


Dies verursacht eine Entzündungsreaktion, welche im weiteren Verlauf auf tiefere Bereiche der Arterienwand übergreifen kann. Die Folge ist ein allmählicher, degenerativer Gewebeumbau mit Funktionsverlust durch Bindegewebewucherung, Verlagerung von Muskelzellen, Akkumulation von Kollagen und Einlagerung von knochenähnlichem Calciumphospat. Die Differenzierung geht verloren. In der Arterienwand entsteht eine bindegewebeartige Kappe, die im Inneren einen Fettkern aufweist ([[w:Vulnerable Plaque|Plaque]]). Als Reaktion finden entzündliche Prozesse statt, die unvollständig ablaufen. Diese Plaques sind instabil und brüchig, sodass [[w:Blutgerinnung|Blutgerinnungsreaktionen]] auftreten, die den Gefäßdurchmesser der Arterien weiter verringern. Das Endstadium dieses Prozesses wird umgangssprachlich als „Arterienverkalkung“ bezeichnet. Die Bildung der arteriosklerotischen Plaques, die schon in der Jugend anhand sogenannter ''fatty streaks'' (Fettstreifen) festgestellt werden können, ist bis zur vermehrten Bildung der [[w:Schaumzelle|Schaumzellen]] umkehrbar.
Der geisteswissenschaftliche Ansatz geht in Bezug auf die Gesundheit von der Entwicklung des Menschen aus. Diese Entwicklung wird so verstanden, dass der Mensch eigenständig etwas erschafft, das im Zusammenhang mit einer universalen Gesamtentwicklung steht.<ref>Heinz Grill: ''[https://heinz-grill.de/gesundheit-entwicklung-gesetze/ Logik und Gesetze der Gesundheit XI – Die seelisch-geistige Entwicklung verläuft nicht nach mechanischen Kriterien.]'' In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Abgerufen am 6. August 2025.</ref>


In Abhängigkeit vom Ausmaß der Arteriosklerose kann der Herzmuskel bei körperlicher Belastung und psychischer Erregung oder bereits in Ruhe nicht mehr ausreichend durchblutet werden (Koronarinsuffizienz). Die Arteriosklerose ist das Ergebnis eines in Stadien ablaufenden, schleichenden und fortschreitenden Prozesses, der über viele Jahre bis Jahrzehnte andauert.
1920 regte [[Rudolf Steiner]] Mediziner zu einem vergleichenden Studium der Herztätigkeit an: Einerseits bei Menschen, die sich eigenständig bewegen und auseinandersetzen, z.&nbsp;B. bei einem Bauer, der seinen Acker bearbeitet, andererseits bei Menschen, die viel Auto oder Bahn fahren, sich also passiv fortbewegen. Er selbst hatte durch Beobachtung und Studium der Eurythmistinnen bemerkt, dass sich eine „durchseelte“ Bewegung harmonisierend auf die Herztätigkeit auswirkt:
:„Dieses passive Hingeben des Menschen an die Bewegung ist dasjenige, was alle Prozesse, die sich im Herzen stauen, gewissermaßen deformiert. […] Und da sehen sie die Verwandtschaft der Herztätigkeit mit dem Impuls der Wärme in der Welt, mit welcher der Mensch zusammenhängt. Sie sehen daraus, daß, wenn der Mensch genügend Wärme entwickelt durch seine eigene Tätigkeit, dieses gewisse Maß von genügender Wärmeentwicklung im Lebensprozess durch seine eigene Tätigkeit zu gleicher Zeit das Maß für die Gesundheit des Herzens ist. Man müsste daher bei Herzkranken immer darauf sehen, daß man eine Eigenbewegung, die recht sehr durchlebt wird, erzeugt.“<ref>Rudolf Steiner: ''Geisteswissenschaft und Medizin.'' 6. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, 1985, ISBN 3-7274-6770-32, S.&nbsp;177.</ref>
 
Ein generelles Phänomen ist, dass die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen in den letzten 160 Jahren um 0,6 &nbsp;°C gesunken ist, und die vermeintlichen 37 &nbsp;°C nicht mehr gelten.<ref>[https://www.scinexx.de/news/medizin/koerpertemperatur-des-menschen-ist-gesunken/ ''Medizin. Körpertemperatur des Menschen ist gesunken.''] In: ''scinexx.de.'' Abgerufen am 3. August 2025.</ref>
 
[[Datei:Ulama 37 (Aguilar).jpg|mini|Der Mensch kann aktiv Wärme erzeugen, indem er durch körperliche Bewegung die Stoffwechselwärme anregt, „die zentrifugal aus seinem Körper aufsteigt und entsprechend, wie es die Schweißbildung anzeigt, an die Peripherie strömt“.<ref>[https://heinz-grill.de/wille-menschliche-waerme/ ''Die Wärme und die Willenserkraftung.''] In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Artikel vom 4. Februar 2021, abgerufen am 3.&nbsp;August 2025.</ref>]]
Auch Forschungen von [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] führen zu einem Zusammenhang zwischen der Wärme und der unabhängigen, bewussten Aktivität:
:„Die vorwiegend imponierenden Zeitkrankheiten, wie beispielsweise die Krebskrankheit, Immunschwächen, Nervenerkrankungen, sklerotische Gefäßprozesse, Infarkte, Abbauprozesse unphysiologischer Art in Knorpelsystemen und allgemein Erschöpfungszustände lassen einen gewissen Temperaturverlust erkennen oder es sind zumindest sehr große Unregelmäßigkeiten in der Verteilung der Wärme und daraus resultierende, immer wiederkehrende, chronisch werdende Entzündungsprozessen gegeben. […] Die meisten Erkrankungen sind durch Kälte verschiedenster Art verursacht, sie sind Folgen von Einseitigkeiten, materialistischen Fixierungen, isolierten Alltagsbedingungen und infolge der mangelnden Wärmeerkraftung fehlt den einzelnen Individuen nicht selten die Kraft, dem Leben mit Sinngehalt und bewusster Beziehung zu begegnen.“<ref>[https://heinz-grill.de/spirituelle-heilkunde-waerme/ ''Die spirituelle Heilkunde und ihre praktische Anwendung im Leben – Teil 2.''] In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Artikel vom 10. Juni 2023, abgerufen am 3. August 2025.</ref>
 
In Bezug auf den Herzinfarkt drückt Heinz Grill aus, dass dieser im übersäuerten Blut beginne, das er als „kaltes“ oder „krankes“ Blut bezeichnet:
:„Der Herzinfarkt beginnt nicht im Herzmuskel selbst, sondern er beginnt im Blut, das einer beständigen Übersäuerung ausgesetzt ist. Die Übersäuerung ist immer ein Ausdruck einer nervlichen oder auch körperlichen Überforderung. Sie ist auch der Ausdruck eines Ungleichgewichtes. […] Die Übersäuerung ist dabei wie ein kaltes oder ein krankes Blut, das das Gewebe nicht mehr richtig versorgen kann. Dieses kalte Blut zeigt sich auch in einer Erkaltung des Gewebes. Die Kälte bewirkt nun wiederum eine Zusammenziehung und somit eine Verengung. Sie bewirkt aber auch eine Verkrampfung und ein Entgleisen der natürlichen Durchströmung. Die Kälte ist ein Ausdruck von fehlendem Leben. Sie ist ein Todeszeichen. Die Kälte ist ein Zeichen dafür, dass die Materie den Platz des Lebens einnehmen möchte, denn die Materie ist von Natur aus kalt. Sie ist nicht von Leben erfüllt. Das Blut dagegen mit seiner Wärme erfüllt das Leben. Ein gesundes Blut ist immer ein Ausdruck von Lebendigkeit, von wirklicher Frische, von Kraft und somit von Empfindung.“<ref>Heinz Grill: ''Kosmos und Mensch.'' 4., vollkommen neu überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9815855-6-8, S.&nbsp;247–248.</ref>
 
[[Datei:Beziehung zwischen Menschen durch ein Thema.png|mini|330px|Eine inhaltliche Beziehung zu einem Gegenüber ist ein Grundbaustein der Wärmeentwicklung]]
Im Unterschied zu einer passiven Wärmebildung, z.&nbsp;B. durch ein Sonnenbad und der Aktivierung der Stoffwechselwärme durch körperliche Bewegung, bei der die Wärme von Innen nach Außen strömt, hebt Heinz Grill die Wärmekraft des Gedankens hervor, der vom Menschen aktiv gedacht wird. Diese Wärme wirkt von Außen nach Innen, von der Peripherie zu einem Zentrum:
:„Eine dritte Form Wärme zu entwickeln, geschieht durch die Regsamkeit des Bewusstseins im Sinne einer intensiven objektiven Anschauungsbildung, Vorstellungstätigkeit und daraus entstehenden Konzentrationsentwicklung. Diese Wärme, die aus dem aktiven bewusstseinsbildenden Regsamsein auf feinste Weise entflammt, sollte nicht mit dem sogenannten Intellektualismus, der mit seinen auszehrenden Anforderungen die heutige Zeit regiert, verwechselt werden. Eine wirkliche bewusste Denktätigkeit […] führt zu einer Erkraftung des [[a:Ätherleib|Ätherleibes]] und fördert die sogenannte ätherische Wärme.<ref>Heinz Grill: ''Bewusstsein und Immunsystem. Beiträge zur anthroposophischen Heilkunde.'' Stephan Wunderlich Verlag, 2021, ISBN ‎978-3-948803-05-6, S.&nbsp;113.</ref>
 
== Behandlung und Prävention ==
=== Medizinischer Standpunkt ===
[[Datei:KHK Ablagerungen.png|mini|330px|Ablagerungen in einem belasteten [[w:Blutserum|Blutserum]]<br><small>(Bildschaffende Methode der Serumkristallisation)</small>]]
[[Datei:KHK Zentrierung und Durchströmen.png|mini|330px|Durchströmung und Zentrierung in einem gesunden Blutserum<br><small>(Bildschaffende Methode der Serumkristallisation)</small>]]
Bei einer Erkrankung der kleinen Gefäße ist bisher außer der medikamentösen Therapie keine invasive Behandlungsmethode erfolgversprechend. Bei Erkrankung der großen Gefäße besteht zusätzlich zur medikamentösen Behandlung die Möglichkeit, einen [[w:Stent|Stent]] (Gefäßstütze) zu setzen oder anderer operativer Maßnahmen.
 
Eine Aufstellung und Beschreibung der medikamentösen und invasiv-chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bei der KHK gibt die „Patientenleitlinie zur [[w:Nationale Versorgungsleitlinie|Nationalen VersorgungsLeitlinie]]“. In Kapitel 7 wird die Behandlung mit Medikamenten dargestellt,<ref>[https://www.herzwegweiser.de/fileadmin/Dateien/user_upload/nvl-004p1_S3_KHK_2023-07.pdf#page=44&view=fit ''Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie.''] Kapitel 7: ''Behandlung mit Medikamenten.'' In: ''AWMF online'' (PDF). Abgerufen am 17. August 2025.</ref> in Kapitel 8 die verschiedenen Möglichkeiten eines operativen Eingriffs.<ref>[https://www.herzwegweiser.de/fileadmin/Dateien/user_upload/nvl-004p1_S3_KHK_2023-07.pdf#page=72&view=fit ''Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie.''] Kapitel&nbsp;8: ''Operative Eingriffe.'' In: ''AWMF online'' (PDF). Abgerufen am 17. August 2025.</ref>
 
Unter Prävention (von lateinisch ''praevenire'' „zuvorkommen“, „verhüten“) versteht man in der Medizin Maßnahmen, die eine Schädigung eines gesunden Organismus verhindern können (''Primärprävention''), die symptomlose Krankheitsfrühstadien aufdecken (''Sekundärprävention'') sowie Maßnahmen, die Rückfälle verhindern oder ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können (''Tertiärprävention'').
 
Bei der Prävention der KHK spielt das Risikofaktoren-Management eine Rolle. Darunter versteht man Maßnahmen, die Risikofaktoren reduzieren oder besser vermeiden können. Zur Prävention gehört damit indirekt die auch medikamentöse Therapie von Begleiterkrankungen wie z.&nbsp;B. [[w:Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]], [[Rosmarin#Bei_Diabetes_mellitus|Diabetes mellitus]] und Fettstoffwechselstörungen, da es sich hier ebenfalls um Risikofaktoren handelt.
 
KHK-Patienten können durch Änderungen ihres Lebensstils, ihrer Art und Weise der Lebensführung, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Verlauf ihrer Erkrankung positiv zu beeinflussen. Zu den erfolgversprechenden Änderungen gehören die Beendigung des Rauchens, eine zielgerichtete Ernährungsumstellung, körperliche Bewegung, eine Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht und Umgangsformen mit Stress.
 
Das Deutsche Ärzteblatt zieht in einem Übersichtsartikel zur Prävention bei KHK das Fazit, dass die Wirksamkeit der angeführten Lebensstilveränderungen in der Summe die Effektivität einer kombinierten medikamentösen Therapie um das Mehrfache überschreitet.<ref name=":7" /> 
 
Der Wert der eigenen Aktivität wird herausgestellt. So heißt es z.&nbsp;B. in einer Patienteninformation der Versorgungsleitlinien zur KHK:
:„Den wichtigsten Teil der Behandlung übernehmen Sie dabei selbst.“<ref name=":8">[https://register.awmf.org/assets/guidelines/Nationale_Versorgungs-Leitlinie/nvl-004pi1_S3_Chronische-KHK_2024-09.pdf ''Koronare Herzkrankheit. Wie schaffe ich es, an meiner Behandlung dranzubleiben?''] In: ''AWMF online. Nationale Versorgungsleitlinien.'' Abgerufen am 17. August 2025.</ref>
 
Es wird von der Vorstellung ausgegangen, dass eine Veränderung des Lebensstils, des Verhaltens, der Einstellung, ein Zurücklassen alter Gewohnheiten und die Entwicklung einer Selbstverantwortung grundsätzlich möglich ist. Diese Vermeidung oder das Angehen von Risikofaktoren ist ein Aspekt, den der Patient angehen kann. Ein anderer Aspekt ist die Schaffung neuer Perspektiven, indem der Mensch lernt, durch eigenen Einsatz Gesundheitskräfte zu aktivieren.<ref name=":6">K. D. Kolenda: [http://www.aerzteblatt.de/pdf/102/26/a1889.pdf ''Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit: Effizienz nachweisbar.''] In: ''Deutsches Ärzteblatt'' (PDF). 102/2005, S.&nbsp;A1889.</ref><ref name=":7">Alfred Wirth: [https://www.aerzteblatt.de/archiv/lebensstilaenderung-zur-praevention-und-therapie-von-arteriosklerotischen-krankheiten-9612a253-53cc-4765-8541-a4f27d8822c5 ''Medizin. Lebensstiländerung zur Prävention und Therapie von arteriosklerotischen Krankheiten.''] In: ''Deutsches Ärzteblatt.'' Abgerufen am 11. August 2025.</ref><ref name=":9">[https://herzschule-muenchen.de/konzept/ ''Integratives Konzept.''] In: ''Herzschule München. Mit integralem Herzverständnis heil werden.'' Abgerufen am 17. August 2025.</ref>
 
Führend ist dabei der Gedanke, dass der Mensch – auch der erwachsene Mensch – Neues lernen und umsetzen kann.<ref>[https://www.aok.de/pk/magazin/cms/fileadmin/pk/pdf/noindex/dmp/Herzgesund-leben.pdf#page=100&view=fit ''Herzgesund leben. Ein Handbuch für Patientinnen und Patienten mit Koronarer Herzkrankheit.''] In: ''aok.de.'' PDF, S.&nbsp;100. Abgerufen am 17. August 2025.</ref>
 
Zu einer konkreten Umsetzung gibt es vom Kochkurs<ref name=":9" /> über Koronarsport<ref>Dr. med. Julia Hofmann: ''[https://www.navigator-medizin.de/gesundheitsthemen/sport-und-gesundheit/herzsportgruppen.html Herzsportgruppen in meiner Nähe.]'' In: ''Navigator-Medizin.'' Abgerufen am 17. August 2025.</ref> bis zu verhaltenstherapeutischen Methoden<ref>''[https://www.hausaerztlichepraxis.digital/medizin/alternativmedizin/naturheilkunde-bei-khk-43026.html#moderne-ordnungstherapie-und-mind-body-medizin Moderne Ordnungstherapie und Mind-Body-Medizin.]'' In: ''Hausärztliche Praxis.'' Abgerufen am 17. August 2025.</ref> eine Fülle von Empfehlungen, Angeboten, Ratgebern, Kursen und Schulungen. Angeboten werden diese institutionell aus dem Gesundheitssystem,<ref name=":8" /><ref name=":6" />  von fachübergreifenden therapeutischen Zusammenschlüssen<ref name=":9" /> und andere. Sie basieren auf unterschiedlichen Herangehensweisen, Konzepten, Methoden und Verfahren.
 
Gemeinsam sind die Gesetzmäßigkeiten des Lernens:
<div style="margin-left:15px">
* Wissen erwerben
* Kennenlernen und Erfahren
* Ziele setzen
* Praktisches Einüben und Trainieren
* Wiederholung und Ausdauer
* Umsetzung im Alltag
* Korrektur
* Verankerung über einen längeren Zeitraum.
</div>
 
[[Datei:Hildegard von Bingen.jpg|mini|340px|Für [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179), Äbtissin und Heilkundige, ist die Herzenshärte oder Hart&shy;herzigkeit (''obstinatio'') eine tiefere seelische Ursache für Gefäßverhärtung und Arteriosklerose. Sie sieht eine Heilung in der Tugend der Reue (''compunctio cordis''), die die Härte aufbricht. Wenn die Lebenskraft fließt, die sie Grünheit oder Grünkraft (''viriditas'') nennt, ist der Mensch vor Herz- und Kreislauferkrankungen geschützt.<ref>[https://www.symptome.ch/wiki/Hildegardmedizin_Krankheiten_des_Herzen/ ''Krankheiten des Herzens. Hildegardheilkunde in neuer Sicht.''] In: ''symptome.ch.'' Abgerufen am 18. August 2025.</ref> Von ihr stammt der Aphorismus:<br><div style="text-align:center;">„Hat der Mensch die Heiterkeit seines Gemütes wiedererlangt, dann kehren auch die Gefäße<br>in ihren gesunden Zustand zurück.“<ref>[https://www.aphorismen.de/zitat/161347 ''Aphorismus zum Thema Heiterkeit. Hildegard von Bingen.''] In: ''aphorismen.de.'' Abgerufen am 18. August 2025.</ref></div>]]
Im Jahr 1952 gab der indische Arzt, Yogin und spiritueller Meister [[Swami Sivananda]] in seinem Buch ''Practice of Nature Cure'' zur Behandlung von Herzerkrankungen klare und konkrete Angaben. Sein Standpunkt umfasst sowohl medizinisches als auch spirituelles Wissen:
:„Bettruhe, körperliche und geistige Ruhe ist notwendig. Beseitige Verstopfung. Mache einen Einlauf. Beseitige Unreinheiten des Körpers. Vermeide übermäßiges Essen. Gib Zigaretten, Alkohol, Tee und Kaffee auf. Iss Obst und grünes Gemüse und gekeimte Bohnen. Die Ernährung sollte leicht und bekömmlich sein. Milch und Obst sind gut. […] Geregelte Ernährung und gute Gewohnheiten halten gesund. […] Vermeide zu harte Arbeit. Vermeide Überanstrengung und Überlastung. Nimm ein kaltes Bad. Nimm ein Sonnenbad und mache leichte körperliche Übungen. Atme sanft und tief. Wenn man die Körperübungen schrittweise steigert, ist das gut. Überanstrenge dich dabei nicht, so das du nicht in Atemnot gerätst. […] Kultiviere einen besonnenen Geist. Lebe ein regelmäßiges und diszipliniertes Leben. So wird der Körper rein und stark.“<ref>Swami Sivananda: ''Practice of Nature Cure. [With a portrait.]'' Ausgabe 10. Sivananda Publication League, 1952. ([[y:Herzerkrankungen#Behandlung|Online]] mit deutscher Übersetzung auf ''yoga-vidya.de'')</ref>
 
=== Geistiger Standpunkt ===
Der anthroposophische Heilpraktiker und spirituelle Lehrer [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (* 1960) sieht zur Heilung der Skleroseprozesse die „Wärmebildung“ des Menschen als wesentlich an: 
:„Die wichtigste Heilmaßnahme, um die sklerotischen Prozesse im Körper zu verhindern, geschieht durch eine körperliche, seelische und geistige Aktivität, die sinnvoll die gesamte menschliche Entwicklung bereichert. Für diese integrale Entwicklung bedarf es der [[a: Wärmeäther|Wärmebildung]], die jeden Tag erneut durch gesunde Aktivitäten herangebildet werden muss.“<ref>Heinz Grill: ''Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität.'' 4.,&nbsp;vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2025. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S.&nbsp;229.</ref>
 
Für die praktische Umsetzung und konkrete Entwicklung einer wärmebildenden Lebenskraft arbeitete er zehn Lernschritte aus. Wesentlich wird ein Unterscheidungsstudium angeregt zwischen einem Konsumverhalten, wo der Mensch nur für sich aus einer Sache etwas herausholen kann, und dem umfassend aufbauenden Wert, sich erlebend mit einer Sache, einer Idee oder einem Menschen auseinanderzusetzen. Diese eigenständig entwickelte Beziehung – eine seelisch-geistige Tätigkeit – vermehrt die Wärmebildung für eine gesamte Entwicklung.<ref>Heinz Grill: ''[https://heinz-grill.de/lebenskraft-waerme/ Zehn Lernschritte zur Entwicklung der wärmebildenden Lebenskraft.]'' In: ''Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.'' Abgerufen am 17. August 2025.</ref>
 
== Literatur ==
=== Buch ===
* Annette Bopp, Thomas Breitkreuz, Andreas Fried, Jakob Gruber: ''Das Herz stärken. Das ganzheitliche Programm. Ganzheitliche Selbsthilfe bei Infarkt und Herzschwäche.'' Gräfe und Unzer Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8338-2172-1.
* Heinz Grill: ''Kosmos und Mensch.'' 4., vollkommen neu überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9815855-6-8.
* Rudolf Steiner: ''Geisteswissenschaft und Medizin.'' 6. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, 1985, ISBN 3-7274-6770-32.
* Otto Wolff: ''Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst. Band 3.'' 4. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1993, ISBN 3-7725-0531-7.
 
=== Online ===
* [https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-004.html ''Chronische KHK.''] – Nationale Versorgungsleitlinie der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Version 7.0 vom 30. August 2024.
* [https://leitlinien.dgk.org/files/08_2024_pocket_leitlinien_chronisches_koronarsyndrom.pdf ''Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms.''] In: ''DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.'' ESC Pocket Guidelines Version 2024 (PDF).
* Ranya N. Sweis, Arif Jivan / Review von Jonathan G. Howlett: [https://www.msdmanuals.com/de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/koronare-herzkrankheit/%C3%BCbersicht-zur-koronaren-herzkrankheit ''Übersicht zur koronaren Herzkrankheit.''] In: ''MSD Manual.'' Überprüft/überarbeitet Februar 2024, geändert Januar 2025.
* AOK-Bundesverband eGbR (Hrsg.): [https://www.aok.de/pk/magazin/cms/fileadmin/pk/pdf/noindex/dmp/Herzgesund-leben.pdf ''Herzgesund leben. Ein Handbuch für Patientinnen und Patienten mit Koronarer Herzkrankheit.''] In: ''aok.de''. 8. Auflage, April 2025 (PDF).
* Dr. med. Matthias Frank: [https://www.hausaerztlichepraxis.digital/medizin/alternativmedizin/naturheilkunde-bei-khk-43026.html ''Sekundärprävention. Naturheilkunde bei KHK.''] In: ''Hausärztliche Praxis.'' Artikel vom 15. Dezember 2018.
 
== Siehe auch ==
* [[Übersäuerung des Bindegewebes]]
* [[:Kategorie:Heilkunst|Kategorie: Heilkunst]]
{{Gesundheitshinweis}}


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />
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<small>Dieser Artikel basiert teilweise auf den Artikeln [https://de.wikipedia.org/wiki/Koronare_Herzkrankheit Koronare Herzkrankheit] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Atherosklerose Atherosklerose] aus der deutschen freien Enzyklopädie [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International.] Es ist in Wikipedia jeweils eine Liste von Autoren für die Artikel [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Koronare_Herzkrankheit&action=history Koronare Herzkrankheit] und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Atherosklerose&action=history Atherosklerose] einsehbar.</small>
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Aktuelle Version vom 28. Januar 2026, 16:59 Uhr

Francisco de Goya: Selbstportrait mit Dr. Arrieta,
gemalt nach seinem Herzanfall mit Widmung für den behandelnden Arzt Dr. Arrieta

Die koronare Herzkrankheit (von altgriechisch κορώνα korona „Krone“, „Kranz“), kurz KHK, auch ischämische Herzkrankheit, ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, die das Herz selbst versorgen.

Es handelt sich um eine chronische, multifaktorielle Erkrankung degenerativer Art. Struktur- und Funktionsverlust der Gefäße setzen kaskadenartige, weitere verschlechternde Folgen frei.

Die koronare Herzkrankheit ist mit ihren akuten Manifestationen weltweit die häufigste Todesursache.

In den meisten Fällen wird die koronare Herzkrankheit durch Atherosklerose (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“) verursacht. Durch sich anhäufende Ablagerungen in und nicht etwa an den Gefäßwänden und Störungen des modulierenden Gefäßmuskeltonus vermindert sich der freie Blutfluss. Es kommt zu wenig Blut zur Belebung des Herzens an und Gewebe kann absterben.

Ein Leitsymptom der KHK ist die Angina pectoris (Brustenge).

Der Befund der Atherosklerose ist das Ergebnis eines Prozesses über längere Zeit. Was diese chronische Degeneration im individuellen Fall genau verursacht, ist Gegenstand fortdauernder Forschung der verschiedenen Disziplinen und nicht vollständig geklärt.

In der Medizin sind einige Ursachen bekannt, die in Zusammenhang stehen mit der Atherosklerose: Zum einen sind es Belastungen des Blutes, z. B. durch Schadstoffe oder reaktive Stoffwechselprodukte oder Belastungen der Gefäße, z. B. durch Bluthochdruck oder Diabetes mellitus oder Belastungen des ganzen Menschen, z. B. durch Umweltverschmutzung, psychosoziale Einflüsse oder durch Einflüsse des Zeitgeists. Zum anderen können die Ursachen in einem Mangel an bestimmten Stoffen, einem Mangel an Bewegung (physisch und mental) oder einem Mangel an selbstbestimmter Lebensführung liegen.

Die Geisteswissenschaft erforscht die Logik und die seelischen und geistigen Gesetzmäßigkeiten in Hinblick auf den Menschen, ausgehend von der individuellen Entwicklung innerhalb einer universellen Entwicklung. Sie erweitert die Ursachenforschung mit der Frage nach der Bedeutung des Bewusstseins, der selbstbestimmten Eigenaktivität und der Schöpferkraft des Menschen.[1]

In Behandlung und Prävention ist übergeordnet der Wert der eigenen Aktivität herausgearbeitet. Aus der Ursachenforschung heraus ergeben sich vielfältige Herausforderungen, Anregungen, Orientierungen und praktische Lernfelder zu selbstaktiven Möglichkeiten, die von einer Ernährungsumstellung bis zur Veränderung der Lebens- und Denkgewohnheiten reichen.

Die Herzkranzgefäße

Herzkranzgefäße

Als Herzkranzgefäße bezeichnet man jene Arterien, die rechts und links als erste aus der Aorta abgehen und sich dann von oben nach unten kranzförmig verzweigen. Über das Blut versorgen sie das Herz mit allen lebensnotwendigen Inhalten wie beispielsweise Sauerstoff oder Nährstoffe.

Wenn sie sich verengen, bis hin zum kompletten Verschluss, fällt das Herz oder Teilbereiche des Herzens zunächst schleichend, dann immer mehr aus einer gesunden und erhaltenden Versorgung heraus bis hin zum Absterben von Gewebe. Dies kann in der Folge zu Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz sowie akuten lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzinfarkt und plötzlicher Herztod führen.[2]

Herzkranzgefäßerkrankungen mit ihren Folgen sind global die häufigste Todesursache und machen circa ein Drittel der Todesursachen aus.[3]

Symptome

Ein Leitsymptom der KHK ist die Angina pectoris, die Brustenge, die sich durch dumpfe, drückende, einschnürende Schmerzen in der Herzgegend äußert. Die Schmerzen können ausstrahlen in den linken Arm oder (seltener in beide Arme) oder in den Nacken, Unterkiefer, Oberbauch oder in den Rücken. Bei Frauen äußert sich die KHK eher in Kurzatmigkeit. Die Beschwerden sind oft belastungsabhängig.

Die Erkrankung kann aber auch stumm, d. h. ohne Symptome verlaufen.

Ursachen und Krankheitsentstehung

Atherosklerose

Phasen endothelialer Artherosklerose und endothelialer Dysfunktion sind das Ergebnis eines schleichenden Prozesses

Die Ursachenforschung zur Entstehung der KHK entwickelt sich beständig weiter. Beispielhaft wird in der aktuellen deutschen Leitlinie 2024 zu CCS (chronic coronary syndromes) festgestellt:

„Das Verständnis der Pathophysiologie des CCS wandelt sich von einem einfachen zu einem komplexeren und dynamischeren Modell.“[4]

Als häufigste Ursache der KHK wird der pathologische Befund der Atherosklerose festgestellt. Atherosklerose (von griechisch atheroma, von athērē „Brei“ und sklērosis, von sklēros „hart“)[5] ist eine Form der Arteriosklerose und bezeichnet die krankhafte Einlagerung von Cholesterinester und anderen Substanzen in die innere Wandschicht arterieller Blutgefäße.[6]

Die dem Blut zugewandte Arterienschicht besteht aus einer feinen, einlagigen Zellschicht, dem Endothel. Low Density Lipoprotein (LDL), die Transportform im Blut für Cholesterin und andere gesättigte Fette, kann, wenn sie und ihr Inhalt oxydiert wird, das Endothel verletzen und eindringen. Als Reaktion treten Fresszellen (Makrophagen des Immunsystems) auf, nehmen die oxydierten Fette in sich hinein und lagern sich als sogenannte Schaumzellen im Bindegewebe der Arterienwand ab. Dazukommende neue Ablagerungen können immer weiter über die Jahre stattfinden.[6]

Dies verursacht eine Entzündungsreaktion, welche im weiteren Verlauf auf tiefere Bereiche der Arterienwand übergreifen kann. Die Folge ist ein allmählicher, degenerativer Gewebeumbau mit Funktionsverlust durch Bindegewebewucherung, Verlagerung von Muskelzellen, Akkumulation von Kollagen und Einlagerung von knochenähnlichem Calciumphospat. Die Differenzierung geht verloren. In der Arterienwand entsteht eine bindegewebeartige Kappe, die im Inneren einen Fettkern aufweist (Plaque). Als Reaktion finden entzündliche Prozesse statt, die unvollständig ablaufen. Diese Plaques sind instabil und brüchig, sodass sich Blutgerinnsel Thromben bilden können. Insgesamt wird die Arterie härter und enger. Sie verliert ihre Elastizität.[6]

Eine vorübergehende Verkrampfung der Herzkranzgefäße (diese krampfartige Gefäßverengung nennt man „Koronarspasmus“) kann z. B. durch Stress, Nikotin, Mineralienverschiebung, Kälte oder körperliche Belastung ausgelöst werden. Ist das Endothel gesund, nimmt es die Schubspannung des Blutes wahr und kann Substanzen freisetzen, die regulierend auf den Gefäßtonus wirken. Durch die Atherosklerose geht jedoch diese Funktion verloren, was die Krampfneigung fördert. Da Krämpfe wiederum die Atherosklerose begünstigen, entsteht eine Abwärtspirale.[4][7]

In Abhängigkeit vom Ausmaß der Arteriosklerose und/oder eines Spasmus kann der Herzmuskel bei körperlicher Belastung und psychischer Erregung oder bereits in Ruhe nicht mehr ausreichend durchblutet werden (Koronarinsuffizienz).

Außeneinflüsse

Risikofaktoren aus der Außenwelt können sein: Umweltverschmutzung, Schadstoffe oder biophysikalische Belastungen,[8] z. B. durch Feinstaub in der Luft und im Wasser,[9][10] in der Erde und in der Nahrung,[11] Lärm am Arbeitsplatz[12] oder Lichtverschmutzung.[13] Diese können substanziell das Endothel verletzen, in Folge von Stress das vegetative Nervensystem und den Hormonhaushalt belasten und zu einer Verkrampfung und Engstellung der Gefäße führen.

Weitere Risikofaktoren

An weiteren Risikofaktoren, die einerseits in Belastungen und andererseits in Mängeln gründen, sind bekannt:[14][15]

  • Rauchen kann durch Sympathikusreizung die Gefäße verengen. Es setzt freie Radikale frei und enthält viele Schadstoffe.
  • Bluthochdruck erhöht die Scherkräfte und die Gefäßwandspannung.
  • Diabetes mellitus, da hohe Blutzuckerwerte die Gefäßwände schädigen können.
  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen mit zu viel Cholesterin und Triglycerieden.
  • Chronische entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, da Entzündungsprozesse die Zellwände schädigen können.
  • Genetische Belastung oder hohes Lebensalter (bei Frauen nach den Wechseljahren)
  • Vitamin D Mangel[16]
  • Bewegungsmangel

Psychosoziale Ursachen

Gefühle prägen das Herz
(Albrecht Dürer: Herzensschmiede)

Das Herz-Kreislauf-System wird durch persönliche Erlebnisse und psychische Erregung unmittelbar geprägt. Aus der Forschung der Psychokardiologie sind folgende Zusammenhänge mit vermehrtem Auftreten der koronaren Herzkrankheit bekannt:

Die einzelnen Ursachen oder Risikofaktoren wirken nicht nur additiv, sondern erhöhen zusammen das kardiovasculäre Risiko überproportional (synergistisch). Sie bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.

Ernährung

Die zur Zeit häufigste Ernährungs­empfehlung bei KHK

Eine ungesunde Ernährung, insbesondere der Konsum gesättigter Fettsäuren, welcher den Cholesterinspiegel erhöht, viel Zucker, wenig Obst und Gemüse sowie Schadstoffbelastungen durch Anbau, Herstellung, Zusatzstoffe, Verpackung und Verarbeitung hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entstehung der KHK.[11][19]

Eine Ernährung, die aus mehr Obst und Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten, Fisch sowie Vollmilchprodukten besteht, ballaststoffreich ist und ungesättigte Fette bevorzugt, bewirkt eine Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führt zu einer geringeren Sterblichkeit.[19][20]

Einfluss der Jahreszeit

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass sich im Sommer weniger Herzinfarkte ereignen und ein Maximum in der kalten Jahreszeit auftritt.[21]

Ursachenforschung aus einem geisteswissenschaftlichen Ansatz

Zur Forschung und Angabe der verschiedenen Risikofaktoren betont der anthroposophische Arzt und Autor Otto Wolff (1921–2003), dass nicht bekannt sei, was diese beim einzelnen Individuum auslösen, da sie durch kollektive Untersuchungen gewonnen sind:

„Als nicht bekannt gilt, was diese Risikofaktoren auslösen. Sie spielen selbstverständlich eine bedeutende Rolle, sind aber durch kollektive Untersuchungen gewonnen, aus denen sich die individuelle Reaktionsart, die von Geist und Seele, d. h. den höheren Wesensgliedern des Menschen geprägt ist, nicht feststellen läßt.“[22]

Der geisteswissenschaftliche Ansatz geht in Bezug auf die Gesundheit von der Entwicklung des Menschen aus. Diese Entwicklung wird so verstanden, dass der Mensch eigenständig etwas erschafft, das im Zusammenhang mit einer universalen Gesamtentwicklung steht.[23]

1920 regte Rudolf Steiner Mediziner zu einem vergleichenden Studium der Herztätigkeit an: Einerseits bei Menschen, die sich eigenständig bewegen und auseinandersetzen, z. B. bei einem Bauer, der seinen Acker bearbeitet, andererseits bei Menschen, die viel Auto oder Bahn fahren, sich also passiv fortbewegen. Er selbst hatte durch Beobachtung und Studium der Eurythmistinnen bemerkt, dass sich eine „durchseelte“ Bewegung harmonisierend auf die Herztätigkeit auswirkt:

„Dieses passive Hingeben des Menschen an die Bewegung ist dasjenige, was alle Prozesse, die sich im Herzen stauen, gewissermaßen deformiert. […] Und da sehen sie die Verwandtschaft der Herztätigkeit mit dem Impuls der Wärme in der Welt, mit welcher der Mensch zusammenhängt. Sie sehen daraus, daß, wenn der Mensch genügend Wärme entwickelt durch seine eigene Tätigkeit, dieses gewisse Maß von genügender Wärmeentwicklung im Lebensprozess durch seine eigene Tätigkeit zu gleicher Zeit das Maß für die Gesundheit des Herzens ist. Man müsste daher bei Herzkranken immer darauf sehen, daß man eine Eigenbewegung, die recht sehr durchlebt wird, erzeugt.“[24]

Ein generelles Phänomen ist, dass die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen in den letzten 160 Jahren um 0,6  °C gesunken ist, und die vermeintlichen 37  °C nicht mehr gelten.[25]

Der Mensch kann aktiv Wärme erzeugen, indem er durch körperliche Bewegung die Stoffwechselwärme anregt, „die zentrifugal aus seinem Körper aufsteigt und entsprechend, wie es die Schweißbildung anzeigt, an die Peripherie strömt“.[26]

Auch Forschungen von Heinz Grill führen zu einem Zusammenhang zwischen der Wärme und der unabhängigen, bewussten Aktivität:

„Die vorwiegend imponierenden Zeitkrankheiten, wie beispielsweise die Krebskrankheit, Immunschwächen, Nervenerkrankungen, sklerotische Gefäßprozesse, Infarkte, Abbauprozesse unphysiologischer Art in Knorpelsystemen und allgemein Erschöpfungszustände lassen einen gewissen Temperaturverlust erkennen oder es sind zumindest sehr große Unregelmäßigkeiten in der Verteilung der Wärme und daraus resultierende, immer wiederkehrende, chronisch werdende Entzündungsprozessen gegeben. […] Die meisten Erkrankungen sind durch Kälte verschiedenster Art verursacht, sie sind Folgen von Einseitigkeiten, materialistischen Fixierungen, isolierten Alltagsbedingungen und infolge der mangelnden Wärmeerkraftung fehlt den einzelnen Individuen nicht selten die Kraft, dem Leben mit Sinngehalt und bewusster Beziehung zu begegnen.“[27]

In Bezug auf den Herzinfarkt drückt Heinz Grill aus, dass dieser im übersäuerten Blut beginne, das er als „kaltes“ oder „krankes“ Blut bezeichnet:

„Der Herzinfarkt beginnt nicht im Herzmuskel selbst, sondern er beginnt im Blut, das einer beständigen Übersäuerung ausgesetzt ist. Die Übersäuerung ist immer ein Ausdruck einer nervlichen oder auch körperlichen Überforderung. Sie ist auch der Ausdruck eines Ungleichgewichtes. […] Die Übersäuerung ist dabei wie ein kaltes oder ein krankes Blut, das das Gewebe nicht mehr richtig versorgen kann. Dieses kalte Blut zeigt sich auch in einer Erkaltung des Gewebes. Die Kälte bewirkt nun wiederum eine Zusammenziehung und somit eine Verengung. Sie bewirkt aber auch eine Verkrampfung und ein Entgleisen der natürlichen Durchströmung. Die Kälte ist ein Ausdruck von fehlendem Leben. Sie ist ein Todeszeichen. Die Kälte ist ein Zeichen dafür, dass die Materie den Platz des Lebens einnehmen möchte, denn die Materie ist von Natur aus kalt. Sie ist nicht von Leben erfüllt. Das Blut dagegen mit seiner Wärme erfüllt das Leben. Ein gesundes Blut ist immer ein Ausdruck von Lebendigkeit, von wirklicher Frische, von Kraft und somit von Empfindung.“[28]
Eine inhaltliche Beziehung zu einem Gegenüber ist ein Grundbaustein der Wärmeentwicklung

Im Unterschied zu einer passiven Wärmebildung, z. B. durch ein Sonnenbad und der Aktivierung der Stoffwechselwärme durch körperliche Bewegung, bei der die Wärme von Innen nach Außen strömt, hebt Heinz Grill die Wärmekraft des Gedankens hervor, der vom Menschen aktiv gedacht wird. Diese Wärme wirkt von Außen nach Innen, von der Peripherie zu einem Zentrum:

„Eine dritte Form Wärme zu entwickeln, geschieht durch die Regsamkeit des Bewusstseins im Sinne einer intensiven objektiven Anschauungsbildung, Vorstellungstätigkeit und daraus entstehenden Konzentrationsentwicklung. Diese Wärme, die aus dem aktiven bewusstseinsbildenden Regsamsein auf feinste Weise entflammt, sollte nicht mit dem sogenannten Intellektualismus, der mit seinen auszehrenden Anforderungen die heutige Zeit regiert, verwechselt werden. Eine wirkliche bewusste Denktätigkeit […] führt zu einer Erkraftung des Ätherleibes und fördert die sogenannte ätherische Wärme.[29]

Behandlung und Prävention

Medizinischer Standpunkt

Ablagerungen in einem belasteten Blutserum
(Bildschaffende Methode der Serumkristallisation)
Durchströmung und Zentrierung in einem gesunden Blutserum
(Bildschaffende Methode der Serumkristallisation)

Bei einer Erkrankung der kleinen Gefäße ist bisher außer der medikamentösen Therapie keine invasive Behandlungsmethode erfolgversprechend. Bei Erkrankung der großen Gefäße besteht zusätzlich zur medikamentösen Behandlung die Möglichkeit, einen Stent (Gefäßstütze) zu setzen oder anderer operativer Maßnahmen.

Eine Aufstellung und Beschreibung der medikamentösen und invasiv-chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bei der KHK gibt die „Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie“. In Kapitel 7 wird die Behandlung mit Medikamenten dargestellt,[30] in Kapitel 8 die verschiedenen Möglichkeiten eines operativen Eingriffs.[31]

Unter Prävention (von lateinisch praevenire „zuvorkommen“, „verhüten“) versteht man in der Medizin Maßnahmen, die eine Schädigung eines gesunden Organismus verhindern können (Primärprävention), die symptomlose Krankheitsfrühstadien aufdecken (Sekundärprävention) sowie Maßnahmen, die Rückfälle verhindern oder ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können (Tertiärprävention).

Bei der Prävention der KHK spielt das Risikofaktoren-Management eine Rolle. Darunter versteht man Maßnahmen, die Risikofaktoren reduzieren oder besser vermeiden können. Zur Prävention gehört damit indirekt die auch medikamentöse Therapie von Begleiterkrankungen wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, da es sich hier ebenfalls um Risikofaktoren handelt.

KHK-Patienten können durch Änderungen ihres Lebensstils, ihrer Art und Weise der Lebensführung, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Verlauf ihrer Erkrankung positiv zu beeinflussen. Zu den erfolgversprechenden Änderungen gehören die Beendigung des Rauchens, eine zielgerichtete Ernährungsumstellung, körperliche Bewegung, eine Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht und Umgangsformen mit Stress.

Das Deutsche Ärzteblatt zieht in einem Übersichtsartikel zur Prävention bei KHK das Fazit, dass die Wirksamkeit der angeführten Lebensstilveränderungen in der Summe die Effektivität einer kombinierten medikamentösen Therapie um das Mehrfache überschreitet.[32]

Der Wert der eigenen Aktivität wird herausgestellt. So heißt es z. B. in einer Patienteninformation der Versorgungsleitlinien zur KHK:

„Den wichtigsten Teil der Behandlung übernehmen Sie dabei selbst.“[33]

Es wird von der Vorstellung ausgegangen, dass eine Veränderung des Lebensstils, des Verhaltens, der Einstellung, ein Zurücklassen alter Gewohnheiten und die Entwicklung einer Selbstverantwortung grundsätzlich möglich ist. Diese Vermeidung oder das Angehen von Risikofaktoren ist ein Aspekt, den der Patient angehen kann. Ein anderer Aspekt ist die Schaffung neuer Perspektiven, indem der Mensch lernt, durch eigenen Einsatz Gesundheitskräfte zu aktivieren.[34][32][35]

Führend ist dabei der Gedanke, dass der Mensch – auch der erwachsene Mensch – Neues lernen und umsetzen kann.[36]

Zu einer konkreten Umsetzung gibt es vom Kochkurs[35] über Koronarsport[37] bis zu verhaltenstherapeutischen Methoden[38] eine Fülle von Empfehlungen, Angeboten, Ratgebern, Kursen und Schulungen. Angeboten werden diese institutionell aus dem Gesundheitssystem,[33][34] von fachübergreifenden therapeutischen Zusammenschlüssen[35] und andere. Sie basieren auf unterschiedlichen Herangehensweisen, Konzepten, Methoden und Verfahren.

Gemeinsam sind die Gesetzmäßigkeiten des Lernens:

  • Wissen erwerben
  • Kennenlernen und Erfahren
  • Ziele setzen
  • Praktisches Einüben und Trainieren
  • Wiederholung und Ausdauer
  • Umsetzung im Alltag
  • Korrektur
  • Verankerung über einen längeren Zeitraum.
Für Hildegard von Bingen (1098–1179), Äbtissin und Heilkundige, ist die Herzenshärte oder Hart­herzigkeit (obstinatio) eine tiefere seelische Ursache für Gefäßverhärtung und Arteriosklerose. Sie sieht eine Heilung in der Tugend der Reue (compunctio cordis), die die Härte aufbricht. Wenn die Lebenskraft fließt, die sie Grünheit oder Grünkraft (viriditas) nennt, ist der Mensch vor Herz- und Kreislauferkrankungen geschützt.[39] Von ihr stammt der Aphorismus:
„Hat der Mensch die Heiterkeit seines Gemütes wiedererlangt, dann kehren auch die Gefäße
in ihren gesunden Zustand zurück.“[40]

Im Jahr 1952 gab der indische Arzt, Yogin und spiritueller Meister Swami Sivananda in seinem Buch Practice of Nature Cure zur Behandlung von Herzerkrankungen klare und konkrete Angaben. Sein Standpunkt umfasst sowohl medizinisches als auch spirituelles Wissen:

„Bettruhe, körperliche und geistige Ruhe ist notwendig. Beseitige Verstopfung. Mache einen Einlauf. Beseitige Unreinheiten des Körpers. Vermeide übermäßiges Essen. Gib Zigaretten, Alkohol, Tee und Kaffee auf. Iss Obst und grünes Gemüse und gekeimte Bohnen. Die Ernährung sollte leicht und bekömmlich sein. Milch und Obst sind gut. […] Geregelte Ernährung und gute Gewohnheiten halten gesund. […] Vermeide zu harte Arbeit. Vermeide Überanstrengung und Überlastung. Nimm ein kaltes Bad. Nimm ein Sonnenbad und mache leichte körperliche Übungen. Atme sanft und tief. Wenn man die Körperübungen schrittweise steigert, ist das gut. Überanstrenge dich dabei nicht, so das du nicht in Atemnot gerätst. […] Kultiviere einen besonnenen Geist. Lebe ein regelmäßiges und diszipliniertes Leben. So wird der Körper rein und stark.“[41]

Geistiger Standpunkt

Der anthroposophische Heilpraktiker und spirituelle Lehrer Heinz Grill (* 1960) sieht zur Heilung der Skleroseprozesse die „Wärmebildung“ des Menschen als wesentlich an:

„Die wichtigste Heilmaßnahme, um die sklerotischen Prozesse im Körper zu verhindern, geschieht durch eine körperliche, seelische und geistige Aktivität, die sinnvoll die gesamte menschliche Entwicklung bereichert. Für diese integrale Entwicklung bedarf es der Wärmebildung, die jeden Tag erneut durch gesunde Aktivitäten herangebildet werden muss.“[42]

Für die praktische Umsetzung und konkrete Entwicklung einer wärmebildenden Lebenskraft arbeitete er zehn Lernschritte aus. Wesentlich wird ein Unterscheidungsstudium angeregt zwischen einem Konsumverhalten, wo der Mensch nur für sich aus einer Sache etwas herausholen kann, und dem umfassend aufbauenden Wert, sich erlebend mit einer Sache, einer Idee oder einem Menschen auseinanderzusetzen. Diese eigenständig entwickelte Beziehung – eine seelisch-geistige Tätigkeit – vermehrt die Wärmebildung für eine gesamte Entwicklung.[43]

Literatur

Buch

  • Annette Bopp, Thomas Breitkreuz, Andreas Fried, Jakob Gruber: Das Herz stärken. Das ganzheitliche Programm. Ganzheitliche Selbsthilfe bei Infarkt und Herzschwäche. Gräfe und Unzer Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8338-2172-1.
  • Heinz Grill: Kosmos und Mensch. 4., vollkommen neu überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9815855-6-8.
  • Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und Medizin. 6. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, 1985, ISBN 3-7274-6770-32.
  • Otto Wolff: Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst. Band 3. 4. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1993, ISBN 3-7725-0531-7.

Online

Siehe auch

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Einzelnachweise

  1. Die Wärme und die Willenserkraftung. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Abgerufen am 1. August 2025.
  2. Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms. In: DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024 (PDF). Abgerufen am 6. August 2025.
  3. 3,0 3,1 Cardiovascular diseases (CVDs). In: WHO. Abgerufen am 2. August 2025 (englisch).
  4. 4,0 4,1 Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms. In: DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024. PDF, S. 7. Abgerufen am 6. August 2025.
  5. atherosclerosis (n.) In: etymonline.com. Abgerufen am 1. August 2025 (englisch).
  6. 6,0 6,1 6,2 Pathophysiologie des Herz-Kreislaufsystems. Koronarinsuffizienz – Herzinfarkt. (PDF). In: Universitätsklinikum Jena. Abgerufen am 6. August 2025.
  7. Übersicht zur koronaren Herzkrankheit. Abschnitt: Pathophysiologie der koronaren Herzkrankheit. In: MSD Manual. Abgerufen am 6. August 2025.
  8. Ungesunde Umwelt verursacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das Exposom-Konzept. In: Deutsches GesundheitsPortal. Abgerufen am 2. August 2025.
  9. Feinstaub: unterschätztes Risiko für Herz und Gefäße. In: Deutsche Herzstiftung. Abgerufen am 2. August 2025.
  10. Freie Radikale: Die Ursache für viele Krankheiten? In: HealthNews. Abgerufen am 2. August 2025.
  11. 11,0 11,1 Diese Ursache für Herzkreislaufkrankheiten kennt kaum jemand. In: Zentrum der Gesundheit. Abgerufen am 2. August 2025.
  12. Lärm am Arbeitsplatz erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. In: deutschesgesundheitsportal.de. Abgerufen am 2. August 2025 (PDF).
  13. Wie Umwelt- und Lebensstilfaktoren das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. In: Gelbe Liste. Farmindex. Abgerufen am 6. August 2025.
  14. Übersicht zur koronaren Herzkrankheit. Abschnitt: Vorliegen von Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit. In: MSD Manual. Abgerufen am 6. August 2025.
  15. Chronisches Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des chronischen Koronarsyndroms. In: DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. ESC Pocket Guidelines Version 2024. PDF, S. 37–38. Abgerufen am 6. August 2025.
  16. KHK und Infarkt. Vitamin-D-Mangel geht aufs Herz. In: ÄrzteZeitung. Abgerufen am 8. August 2025.
  17. 17,0 17,1 17,2 Psychokardiologie: Das Herz als Projektionsort psychischer Konflikte. In: Deutsches Ärzteblatt. Abgerufen am 2. August 2025.
  18. Krankheiten durch Stress: So sehr kann die Belastung dem Körper schaden. In: AOK Gesundheitsmagazin. Abgerufen am 2. August 2025.
  19. 19,0 19,1 KHK / Herzinfarkt. Ernährung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit in 80 Ländern. In: Deutsches GesundheitsPortal. Abgerufen am 2. August 2025.
  20. Herzgesund leben. In: AOK. Abgerufen am 6. August 2025.
  21. Kardiogener Schock: Die meisten Patienten sterben im Winter. In: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (PDF). Abgerufen am 3. August 2025.
  22. Otto Wolff: Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst. Band 3. 4. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1993, ISBN 3-7725-0531-7, S. 167.
  23. Heinz Grill: Logik und Gesetze der Gesundheit XI – Die seelisch-geistige Entwicklung verläuft nicht nach mechanischen Kriterien. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Abgerufen am 6. August 2025.
  24. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und Medizin. 6. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, 1985, ISBN 3-7274-6770-32, S. 177.
  25. Medizin. Körpertemperatur des Menschen ist gesunken. In: scinexx.de. Abgerufen am 3. August 2025.
  26. Die Wärme und die Willenserkraftung. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Artikel vom 4. Februar 2021, abgerufen am 3. August 2025.
  27. Die spirituelle Heilkunde und ihre praktische Anwendung im Leben – Teil 2. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Artikel vom 10. Juni 2023, abgerufen am 3. August 2025.
  28. Heinz Grill: Kosmos und Mensch. 4., vollkommen neu überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9815855-6-8, S. 247–248.
  29. Heinz Grill: Bewusstsein und Immunsystem. Beiträge zur anthroposophischen Heilkunde. Stephan Wunderlich Verlag, 2021, ISBN ‎978-3-948803-05-6, S. 113.
  30. Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie. Kapitel 7: Behandlung mit Medikamenten. In: AWMF online (PDF). Abgerufen am 17. August 2025.
  31. Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie. Kapitel 8: Operative Eingriffe. In: AWMF online (PDF). Abgerufen am 17. August 2025.
  32. 32,0 32,1 Alfred Wirth: Medizin. Lebensstiländerung zur Prävention und Therapie von arteriosklerotischen Krankheiten. In: Deutsches Ärzteblatt. Abgerufen am 11. August 2025.
  33. 33,0 33,1 Koronare Herzkrankheit. Wie schaffe ich es, an meiner Behandlung dranzubleiben? In: AWMF online. Nationale Versorgungsleitlinien. Abgerufen am 17. August 2025.
  34. 34,0 34,1 K. D. Kolenda: Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit: Effizienz nachweisbar. In: Deutsches Ärzteblatt (PDF). 102/2005, S. A1889.
  35. 35,0 35,1 35,2 Integratives Konzept. In: Herzschule München. Mit integralem Herzverständnis heil werden. Abgerufen am 17. August 2025.
  36. Herzgesund leben. Ein Handbuch für Patientinnen und Patienten mit Koronarer Herzkrankheit. In: aok.de. PDF, S. 100. Abgerufen am 17. August 2025.
  37. Dr. med. Julia Hofmann: Herzsportgruppen in meiner Nähe. In: Navigator-Medizin. Abgerufen am 17. August 2025.
  38. Moderne Ordnungstherapie und Mind-Body-Medizin. In: Hausärztliche Praxis. Abgerufen am 17. August 2025.
  39. Krankheiten des Herzens. Hildegardheilkunde in neuer Sicht. In: symptome.ch. Abgerufen am 18. August 2025.
  40. Aphorismus zum Thema Heiterkeit. Hildegard von Bingen. In: aphorismen.de. Abgerufen am 18. August 2025.
  41. Swami Sivananda: Practice of Nature Cure. [With a portrait.] Ausgabe 10. Sivananda Publication League, 1952. (Online mit deutscher Übersetzung auf yoga-vidya.de)
  42. Heinz Grill: Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2025. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S. 229.
  43. Heinz Grill: Zehn Lernschritte zur Entwicklung der wärmebildenden Lebenskraft. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Abgerufen am 17. August 2025.

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