Hibiskus: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Hibiskus''' oder '''Eibisch''' (''Hibiscus'') ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie [[w:Malvoideae|Malvoideae]] innerhalb der Familie der [[w:Malvengewächse|Malvengewächse]] (''Malvaceae''). Die heute 434 wissenschaftlich akzeptierten Arten gedeihen hauptsächlich in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Erde und in Nordamerika.<ref>[https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:328182-2 ''Malvaceae Hibiscus <small>L.</small>''] In: ''Royal Botanic Gardens. Plants of the World Online.'' Abgerufen am 28. September 2025 (englisch).</ref> | |||
Der Hibiskus wird einerseits für seine gesundheitsförderlichen Eigenschaften geschätzt, andererseits auch als Zier- und Gartenpflanze verwendet aufgrund der Schönheit seiner Blütenform und der großen Varietät und Leuchtkraft der Farben seiner Blütenblätter. | |||
In verschiedenen Kulturen symbolisiert der Hibiskus Zartheit, Ehre und Respekt sowie Ruhm und Reichtum. Aus geistiger Sicht handelt es sich um eine beruhigende Pflanze, die ein unruhiges Stoffwechselleben dem mehr nach Entlastung und Lösung arbeitenden autonomen Nervensystem anpassen will. | |||
== Name == | |||
[[Datei:Hibiscus syriacus kz01.jpg|mini|Frucht des ''Hibiscus syriacus'']] | |||
Der deutschsprachige Name „Eibisch“ (mittelhochdeutsch ''ībesch(e)'', althochdeutsch ''ībisca'') stammt von Altgriechisch ἰβίσκος (''ibískos'') ab, das ihn seinerseits vermutlich aus dem Keltischen entlehnt hat.<ref>Helmut Genaust: ''Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen.'' Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3, S. 194.</ref> Mit Eibisch werden im deutschsprachigen Raum außer der Gattung Hibiskus und einigen ihrer Arten auch die Pflanzengattungen [[w:Bisameibisch|Bisameibisch]] (''Abelmoschus'') und [[w:Eibisch (Gattung)|Eibisch]] (''Althaea''), darunter die Art [[w:Echter Eibisch|Echter Eibisch]] (''Althaea officinalis'') bezeichnet. | |||
== Beschreibung == | |||
=== Vegetative Merkmale === | |||
Die Arten des Hibiskus wachsen als [[w:Einjährige Pflanze|einjährige]] oder [[w:Ausdauernde Pflanze|ausdauernde]] [[w:krautige Pflanze|krautige]] Pflanzen, als Halbsträucher, Sträucher und Bäume. Es gibt Arten, die Stacheln haben und somit „bewehrt“ sind.<ref name=":0">[https://www.kraeuterabc.de/kraeuter/hibiskus/ ''Hibiskus.''] In: ''Kräuter ABC.'' Abgerufen am 28. September 2025.</ref> | |||
Die meist wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und [[w:Blattspreite|Blattspreite]] gegliedert. Die meist einfachen Blattspreiten sind bei manchen Arten gelappt. Es sind [[w:Nebenblatt|Nebenblätter]] vorhanden. | |||
=== Generative Merkmale === | |||
[[Datei:Hibiscus Bokeh (3792357540).jpg|mini|Staubblätter und fünfgliedriger Griffel]] | |||
Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind [[w:Radiärsymmetrie|radiärsymmetrisch]] und fünfzählig. Es ist meist ein [[w:Außenkelch|Außenkelch]] vorhanden, der fünf oder mehr Lappen aufweisen kann. Die fünf [[w:Kelchblatt|Kelchblätter]] sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf [[w:Kronblatt|Kronblätter]] können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie [[w:Malvoideae|Malvoideae]] sind die [[w:Staubblatt#Staubfaden|Staubfäden]] der vielen [[w:Staubblatt|Staubblätter]] zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten [[w:Gynostemium|Columna]]. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht (''contort''); sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf [[w:Fruchtblatt|Fruchtblätter]] sind zu einem oberständigen [[w:Fruchtknoten|Fruchtknoten]] verwachsen. Es sind fünf Griffeläste vorhanden mit kopfigen Narben. | |||
Der Hibiskus bildet fünffächrige [[w:Kapselfrucht|Kapselfrüchte]] aus. | |||
== Verwendung == | |||
=== Zierpflanze === | |||
Einige Arten der ''Malvaceae'' werden als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Zimmer verwendet, z. B. die [[w:Weg-Malve|Weg-Malve]], die [[w:Wilde Malve|Wilde Malve]], die [[w:Gewöhnliche Stockrose|Gewöhnliche Stockrose]] oder der [[w:Straucheibisch|Straucheibisch]], auch Garteneibisch genannt. Die Farben der Hibiskusarten reichen von Weiß, Gelb, Orange, Rosa und Rot bis zu Violett und Blau. | |||
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20150521Malva neglecta2.jpg|Weg-Malve | |||
Malva sylvestris 1.jpg|Wilde Malve | |||
2021-06-06 Althaea rosea タチアオイ(立葵、学名:Althaea rosea、シノニム:Alcea rosea)DSCF3025.jpg|Stockrosen | |||
Straucheibisch blaue Blüten.JPG|Straucheibisch | |||
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=== Heilmittel === | |||
[[Datei:Althaea officinalis - flower top (aka).jpg|mini|Echter Eibisch]] | |||
In der Familie der ''Malvaceae'' gibt es Arzneipflanzen, wie den [[w:Echter_Eibisch#Medizinische_Verwendung|Echten Eibisch]] (''Althaea officinalis''), auch Arznei-Eibisch genannt, dessen Wurzeln medizinisch Verwendung finden und der in Europa und Westasien beheimatet ist, und die [[w:Roselle (Pflanze)|Roselle]] (''Hibiscus sabdariffa''), deren Fruchtkelch für heilkundliche Zwecke verwendet wird. | |||
==== Hibiskustee mit den Früchten der Roselle ==== | |||
Aus den getrockneten Fruchtkelchen der '''Roselle''', auch '''Rote Malve''' genannt,<ref name=":0" /> wird der tiefrote, fein-säuerlich schmeckende Hibiskustee zubereitet. Die zur Fruchtzeit geernteten, getrockneten Kelche und Außenkelche enthalten Säuren wie z. B. [[w:Zitronensäure|Zitronensäure]], [[w:Apfelsäure|Apfelsäure]], [[w:Weinsäure|Weinsäure]] und Hibiskussäure (Allohydroxyzitronensäurelacton), die den säuerlichen Geschmack bewirken. Die enthaltenen Anthocyane wie z. B. [[w:Delphinidin|Delphinidin]] und [[w:Cyanidin|Cyanidin]] färben den Teeaufguss dunkelrot. Die Heimat der Roselle ist im tropischen Afrika. | |||
Es ist publiziert worden, dass Tee aus ''Hibiscus sabdariffa'' eine blutdrucksenkende Wirkung hat.<ref>M. Haji Faraji, A. H. Haji Tarkhani: ''The effect of sour tea (Hibiscus sabdariffa) on essential hypertension.'' In: ''Journal of Ethnopharmacology.'' Volume 65, Issue 3, 1999, S. 231–236 (englisch). ([https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874198001573 Online])</ref>Auch in Fernost sagt man ihm eine blutdrucksenkende Wirkung nach und in der afrikanischen Volksmedizin wird Hibiskus ebenfalls als Tee eingesetzt.<ref name=":2">Max Wichtl: ''Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage''. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6.</ref> Indikationen wie Erkältungen, Kreislaufbeschwerden, Ekzeme, mildes [[w:Laxans|Laxans]] sowie Appetitanregung sind nicht belegt, aber in der Volksmedizin weit verbreitet. Hibiskus verfügt über eine hohe Konzentration an [[w:Ascorbinsäure|Vitamin C]].<ref name=":2" /> | |||
Die folgenden Tee-Rezepte wurden von [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] auf der Grundlage geistiger Forschung zur Förderung eines gesunden Schlafes komponiert: | |||
[[Datei:Chukai-chukul.jpg|mini|Fruchtkelch der Roselle]] | |||
:„Bei den nervösen, unruhigen Einschlafstörungen liegt in der Regel eine Reizüberflutung und Verkrampfung im Denken vor, und so können sich die vegetativen Nervensteuerungen nicht von den zentralen Impulsen des Nervensystems lösen. Die Malvenblüte [Anm.: Rote Malve, Hibiskus] ist das sanfte Mittel, das eine bessere Zuordnung der vegetativen Nerven zu den zentralen, dem Bewusstsein unterliegenden Nerven bringt. Die Malve eignet sich deshalb ganz allgemein als ein Abendtee. Bei nervösen Einschlafstörungen ist aber auch in mehr oder minder nachweisbarem Maß die Dünndarmregion und somit das Verdauungs­system in eine Unruhe versetzt. Hier können die Fenchelsamen und der Anis eine sanfte Harmonisierung, Entkrampfung und somit Ruhe innerhalb der autonomen Abläufe in der Verdauung einleiten. Die Melasse, die mit einer Spur Honig ergänzt werden kann, bewirkt ebenfalls eine reinigende und milde Anregung im Stoffwechselbereich des Bauchraumes, so dass auf dieses Getränk eine von innen heraus spürbare Wirkung erfolgt. | |||
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Die Rezeptur lautet:<br> | |||
1 Teelöffel Fenschelsamen<br> | |||
1 Teelöffel Anissamen und<br> | |||
einige getrocknete rote Malvenblüten als Tee aufgießen<br> | |||
und 5–10 Minuten ziehen lassen,<br> | |||
1 Teelöffel Melasse in das fertige Getränk einrühren.“<ref name=":1">Heinz Grill: ''Die geistige Bedeutung des Schlafes.'' Verlag für Schriften von Heinz Grill, Soyen 1998, ISBN 3-9805742-6-1, S. 87–88.</ref> | |||
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[[Datei:Flor de Jamaica (Hibiscus sabdariffa).jpg|mini|280px|Blüte von ''Hibiscus sabdariffa'']] | |||
Das zweite Rezept bewirkt eine milde Anregung und damit eine günstigere Gedankengelöstheit. Die Gewürze [[Rosmarin]] und Thymian wirken „aktivierend auf die Loslösevorgänge“, die der Mensch am Abend durch das Denken leisten muss: | |||
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½ Teelöffel Rosmarin,<br> | |||
½ Teelöffel Thymian und<br> | |||
1 Teelöffel rote Malvenblüten heiß aufgießen<br> | |||
und 5 Minuten ziehen lassen.<br> | |||
Dem heißen Getränk dann ½ bis 1 Teelöffel Honig beimischen.<ref name=":1" /> | |||
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==== Metaphysische Bedeutung der Roselle ==== | |||
{{Zitat|Rund wirkt ihre Geometrie, im Sinne eines metaphysischen Überstrahltseins. Die Malve [Anm.: Rote Malve] ist die beruhigende Pflanze, die sich als Tee am Abend eignet und das so oft aufgebrachte und hitzige Stoffwechselleben dem mehr nach Entlastung und Lösung arbeitenden autonomen Nervensystem anpassen will.|Heinz Grill<ref>Heinz Grill: ''Übungen für die Seele.'' 3., erweiterte Auflage. Synergia Verlag, 2022, ISBN 978-3-906873-33-6, S. 78–79.</ref>}} | |||
== Kulturelle Bedeutung des Hibiskus == | |||
[[Datei:Stamps of Romania, 2014-09.jpg|mini|130px|Briefmarke]] | |||
Der Hibiskus symbolisiert in asiatischen Kulturen Zartheit, Ehre und Respekt. In China steht er außerdem für Ruhm und Reichtum. In Japan wird er oft mit der flüchtigen Schönheit des Lebens in Verbindung gebracht.<ref name=":3">''[https://praxistipps.focus.de/hibiskus-als-symbol-diese-bedeutung-wird-dem-bluetenwunder-zugesagt_141604 Hibiskus als Symbol: Diese Bedeutung wird dem Blütenwunder zugesagt.]'' In: ''praxistipps.focus.de.'' Abgerufen am 29. September 2025.</ref> | |||
Auf Hawai wird die Blüte als Zeichen der Gastfreundschaft und der Fröhlichkeit betrachtet. In Südkorea und Malaysia ist die Blume ein Staatssymbol. Vielfach wird die Hibiskusblüte von Frauen dieser Kulturen als Schmuck im Haar getragen. Hinter dem linken Ohr getragen signalisiert, dass die Frau vergeben ist, rechts getragen bedeutet, dass sie in keiner Beziehung steht.<ref name=":3" /> | |||
In Südkorea und Malaysia ist die Blume ein Staatssymbol.<ref name=":3" /> | |||
[[Datei:Auroville symbol.svg|mini|180px|Symbol von Auroville]] | |||
In [[w:Auroville|Auroville]], einer „universellen“ Planstadt, wurde der Hibiskus zur Blume der Stadt gewählt. Auroville, das 150 km südlich von Chennai im Südosten Indiens gelegen ist, basiert auf einer Idee von [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]] und wurde nach seinem Tod von [[w:Mirra Alfassa|Mirra Alfassa]], seiner Gefährtin, auch „Mutter“ genannt, ab 1968 in die Praxis umgesetzt. | |||
Sie schreibt dem Hibiskus die Bedeutung der Schönheit der [[w:Integraler_Yoga#Die_Supramentale_Transformation|supramentalen]] Liebe zu.<ref>[https://auroville.org/page/auroville-flower ''The Auroville Flower. Hibiscus 'Hawaian'.''] In: ''auroville.org.'' Abgerufen am 29. September 2025 (englisch).</ref> | |||
Mirra Alfassa erklärt das Symbolbild, das in seiner Fünfgliedrigkeit den 5 Blütenblättern des Hibiskus nachempfunden ist, wie folgt: | |||
:„Der Punkt in der Mitte repräsentiert die Einheit, das Höchste. Der innere Kreis stellt die Entstehung, die Konzeption der Stadt dar. Die Blütenblätter repräsentieren die Kraft des Ausdrucks und der Erkenntnis.“<ref>[https://auroville.org/page/auroville-symbol ''The Auroville Symbol. Its Significance.''] In: ''auroville.org.'' Abgerufen am 29. September 2025 (englisch).</ref> | |||
== Literatur == | |||
* Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: ''Malvaceae''. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): ''Flora of China.'' Volume 12: ''Hippocastanaceae through Theaceae''. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-64-1, S. 264. ([http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=115438 Online] in ''efloras.org'') | |||
* David Allardice Webb: ''Hibiscus L.'' In: ''Flora Europaea.'' Band 2. Cambridge University Press, 1968, S. 255–256. | |||
* Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: ''Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen.'' Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. | |||
* Max Wichtl: ''Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage.'' 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6. | |||
== Siehe auch == | |||
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== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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Aktuelle Version vom 17. April 2026, 07:08 Uhr
Hibiskus oder Eibisch (Hibiscus) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die heute 434 wissenschaftlich akzeptierten Arten gedeihen hauptsächlich in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Erde und in Nordamerika.[1]
Der Hibiskus wird einerseits für seine gesundheitsförderlichen Eigenschaften geschätzt, andererseits auch als Zier- und Gartenpflanze verwendet aufgrund der Schönheit seiner Blütenform und der großen Varietät und Leuchtkraft der Farben seiner Blütenblätter.
In verschiedenen Kulturen symbolisiert der Hibiskus Zartheit, Ehre und Respekt sowie Ruhm und Reichtum. Aus geistiger Sicht handelt es sich um eine beruhigende Pflanze, die ein unruhiges Stoffwechselleben dem mehr nach Entlastung und Lösung arbeitenden autonomen Nervensystem anpassen will.
Name
Der deutschsprachige Name „Eibisch“ (mittelhochdeutsch ībesch(e), althochdeutsch ībisca) stammt von Altgriechisch ἰβίσκος (ibískos) ab, das ihn seinerseits vermutlich aus dem Keltischen entlehnt hat.[2] Mit Eibisch werden im deutschsprachigen Raum außer der Gattung Hibiskus und einigen ihrer Arten auch die Pflanzengattungen Bisameibisch (Abelmoschus) und Eibisch (Althaea), darunter die Art Echter Eibisch (Althaea officinalis) bezeichnet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Arten des Hibiskus wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, als Halbsträucher, Sträucher und Bäume. Es gibt Arten, die Stacheln haben und somit „bewehrt“ sind.[3]
Die meist wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die meist einfachen Blattspreiten sind bei manchen Arten gelappt. Es sind Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale
Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es ist meist ein Außenkelch vorhanden, der fünf oder mehr Lappen aufweisen kann. Die fünf Kelchblätter sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die Staubfäden der vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht (contort); sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind fünf Griffeläste vorhanden mit kopfigen Narben.
Der Hibiskus bildet fünffächrige Kapselfrüchte aus.
Verwendung
Zierpflanze
Einige Arten der Malvaceae werden als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Zimmer verwendet, z. B. die Weg-Malve, die Wilde Malve, die Gewöhnliche Stockrose oder der Straucheibisch, auch Garteneibisch genannt. Die Farben der Hibiskusarten reichen von Weiß, Gelb, Orange, Rosa und Rot bis zu Violett und Blau.
-
Weg-Malve
-
Wilde Malve
-
Stockrosen
-
Straucheibisch
Heilmittel
In der Familie der Malvaceae gibt es Arzneipflanzen, wie den Echten Eibisch (Althaea officinalis), auch Arznei-Eibisch genannt, dessen Wurzeln medizinisch Verwendung finden und der in Europa und Westasien beheimatet ist, und die Roselle (Hibiscus sabdariffa), deren Fruchtkelch für heilkundliche Zwecke verwendet wird.
Hibiskustee mit den Früchten der Roselle
Aus den getrockneten Fruchtkelchen der Roselle, auch Rote Malve genannt,[3] wird der tiefrote, fein-säuerlich schmeckende Hibiskustee zubereitet. Die zur Fruchtzeit geernteten, getrockneten Kelche und Außenkelche enthalten Säuren wie z. B. Zitronensäure, Apfelsäure, Weinsäure und Hibiskussäure (Allohydroxyzitronensäurelacton), die den säuerlichen Geschmack bewirken. Die enthaltenen Anthocyane wie z. B. Delphinidin und Cyanidin färben den Teeaufguss dunkelrot. Die Heimat der Roselle ist im tropischen Afrika.
Es ist publiziert worden, dass Tee aus Hibiscus sabdariffa eine blutdrucksenkende Wirkung hat.[4]Auch in Fernost sagt man ihm eine blutdrucksenkende Wirkung nach und in der afrikanischen Volksmedizin wird Hibiskus ebenfalls als Tee eingesetzt.[5] Indikationen wie Erkältungen, Kreislaufbeschwerden, Ekzeme, mildes Laxans sowie Appetitanregung sind nicht belegt, aber in der Volksmedizin weit verbreitet. Hibiskus verfügt über eine hohe Konzentration an Vitamin C.[5]
Die folgenden Tee-Rezepte wurden von Heinz Grill auf der Grundlage geistiger Forschung zur Förderung eines gesunden Schlafes komponiert:
- „Bei den nervösen, unruhigen Einschlafstörungen liegt in der Regel eine Reizüberflutung und Verkrampfung im Denken vor, und so können sich die vegetativen Nervensteuerungen nicht von den zentralen Impulsen des Nervensystems lösen. Die Malvenblüte [Anm.: Rote Malve, Hibiskus] ist das sanfte Mittel, das eine bessere Zuordnung der vegetativen Nerven zu den zentralen, dem Bewusstsein unterliegenden Nerven bringt. Die Malve eignet sich deshalb ganz allgemein als ein Abendtee. Bei nervösen Einschlafstörungen ist aber auch in mehr oder minder nachweisbarem Maß die Dünndarmregion und somit das Verdauungssystem in eine Unruhe versetzt. Hier können die Fenchelsamen und der Anis eine sanfte Harmonisierung, Entkrampfung und somit Ruhe innerhalb der autonomen Abläufe in der Verdauung einleiten. Die Melasse, die mit einer Spur Honig ergänzt werden kann, bewirkt ebenfalls eine reinigende und milde Anregung im Stoffwechselbereich des Bauchraumes, so dass auf dieses Getränk eine von innen heraus spürbare Wirkung erfolgt.
Die Rezeptur lautet:
1 Teelöffel Fenschelsamen
1 Teelöffel Anissamen und
einige getrocknete rote Malvenblüten als Tee aufgießen
und 5–10 Minuten ziehen lassen,
1 Teelöffel Melasse in das fertige Getränk einrühren.“[6]
Das zweite Rezept bewirkt eine milde Anregung und damit eine günstigere Gedankengelöstheit. Die Gewürze Rosmarin und Thymian wirken „aktivierend auf die Loslösevorgänge“, die der Mensch am Abend durch das Denken leisten muss:
½ Teelöffel Rosmarin,
½ Teelöffel Thymian und
1 Teelöffel rote Malvenblüten heiß aufgießen
und 5 Minuten ziehen lassen.
Dem heißen Getränk dann ½ bis 1 Teelöffel Honig beimischen.[6]
Metaphysische Bedeutung der Roselle
„Rund wirkt ihre Geometrie, im Sinne eines metaphysischen Überstrahltseins. Die Malve [Anm.: Rote Malve] ist die beruhigende Pflanze, die sich als Tee am Abend eignet und das so oft aufgebrachte und hitzige Stoffwechselleben dem mehr nach Entlastung und Lösung arbeitenden autonomen Nervensystem anpassen will.“
Kulturelle Bedeutung des Hibiskus
Der Hibiskus symbolisiert in asiatischen Kulturen Zartheit, Ehre und Respekt. In China steht er außerdem für Ruhm und Reichtum. In Japan wird er oft mit der flüchtigen Schönheit des Lebens in Verbindung gebracht.[8]
Auf Hawai wird die Blüte als Zeichen der Gastfreundschaft und der Fröhlichkeit betrachtet. In Südkorea und Malaysia ist die Blume ein Staatssymbol. Vielfach wird die Hibiskusblüte von Frauen dieser Kulturen als Schmuck im Haar getragen. Hinter dem linken Ohr getragen signalisiert, dass die Frau vergeben ist, rechts getragen bedeutet, dass sie in keiner Beziehung steht.[8]
In Südkorea und Malaysia ist die Blume ein Staatssymbol.[8]
In Auroville, einer „universellen“ Planstadt, wurde der Hibiskus zur Blume der Stadt gewählt. Auroville, das 150 km südlich von Chennai im Südosten Indiens gelegen ist, basiert auf einer Idee von Sri Aurobindo und wurde nach seinem Tod von Mirra Alfassa, seiner Gefährtin, auch „Mutter“ genannt, ab 1968 in die Praxis umgesetzt.
Sie schreibt dem Hibiskus die Bedeutung der Schönheit der supramentalen Liebe zu.[9]
Mirra Alfassa erklärt das Symbolbild, das in seiner Fünfgliedrigkeit den 5 Blütenblättern des Hibiskus nachempfunden ist, wie folgt:
- „Der Punkt in der Mitte repräsentiert die Einheit, das Höchste. Der innere Kreis stellt die Entstehung, die Konzeption der Stadt dar. Die Blütenblätter repräsentieren die Kraft des Ausdrucks und der Erkenntnis.“[10]
Literatur
- Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: Malvaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12: Hippocastanaceae through Theaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-64-1, S. 264. (Online in efloras.org)
- David Allardice Webb: Hibiscus L. In: Flora Europaea. Band 2. Cambridge University Press, 1968, S. 255–256.
- Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
- Max Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6.
Siehe auch
| Datei:Erste hilfe.svg | Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen! |
Einzelnachweise
- ↑ Malvaceae Hibiscus L. In: Royal Botanic Gardens. Plants of the World Online. Abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3, S. 194.
- ↑ 3,0 3,1 Hibiskus. In: Kräuter ABC. Abgerufen am 28. September 2025.
- ↑ M. Haji Faraji, A. H. Haji Tarkhani: The effect of sour tea (Hibiscus sabdariffa) on essential hypertension. In: Journal of Ethnopharmacology. Volume 65, Issue 3, 1999, S. 231–236 (englisch). (Online)
- ↑ 5,0 5,1 Max Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6.
- ↑ 6,0 6,1 Heinz Grill: Die geistige Bedeutung des Schlafes. Verlag für Schriften von Heinz Grill, Soyen 1998, ISBN 3-9805742-6-1, S. 87–88.
- ↑ Heinz Grill: Übungen für die Seele. 3., erweiterte Auflage. Synergia Verlag, 2022, ISBN 978-3-906873-33-6, S. 78–79.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Hibiskus als Symbol: Diese Bedeutung wird dem Blütenwunder zugesagt. In: praxistipps.focus.de. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ The Auroville Flower. Hibiscus 'Hawaian'. In: auroville.org. Abgerufen am 29. September 2025 (englisch).
- ↑ The Auroville Symbol. Its Significance. In: auroville.org. Abgerufen am 29. September 2025 (englisch).
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