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== Jnana-Yoga == | |||
== Jnana-Yoga bedeutet Wissen. Es entsteht durch die Aktivität von Hingabe (Bhakti) und Studium zu einem ausgewählten Objekt als tiefe, empfindsame Erfahrung. Er ist einer der drei Yogawege, der in der Bhagavad Gita beschrieben wird und von Krishna zu Arjuna gelehrt wurde. Durch die bewusste, empfindsame Erfahrung erlebt sich der Übende mit den, für die Sinne unsichtbaren, universalen, kosmisch-geistigen Kräften verbunden. Dieses Wissen, das zur Zeit der Veden teilweise bei den Menschen noch intuitiv vorhanden gewesen war, ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. == | |||
== In den traditionellen Yoga-Wegen wird Jnana-Yoga geübt, um die Einheit des persönlichen Selbst (Atman) mit dem universalen Selbst (Brahman) wiederzufinden. Erweitert gesehen können aber auch durch ein intensives, wissenschaftliches Studium und auch durch ausdauernde Hingabe und Studium der spirituellen Schriften tiefere Empfindungen und Erkenntnisse entstehen, die den Studierenden die inneliegende geistige Kraft in den Objekten der irdischen Welt empfindsam erkennen lassen. Dieser Erkenntnisvorgang wird in der geistigen Schulung als die Entwicklung des Herzzentrums oder in der Anthroposophie auch als “Herzdenken” bezeichnet. == | |||
== Etymologie == | |||
== Jnana, manchmal auch als ''gyaan oder gnan'' transkribiert, bedeutet im Sanskrit „Wissen “ . Die Wurzel jna- ist verwandt mit dem englischen ''Wort know'' sowie mit dem griechischen γνώ- (wie in γνῶσις ''gnosis'' ). Ihr Antonym ist ''ajnana'' „Unwissenheit“. == | |||
== Definition == | |||
Jnana ist Wissen und bezeichnet jedes kognitive Ereignis, das sich über die Zeit als richtig und wahr erweist. Es bezieht sich insbesondere auf Wissen, das untrennbar mit der Gesamterfahrung seines Gegenstandes verbunden ist, insbesondere über die Realität (nicht-theistische Schulen) oder ein höchstes Wesen (theistische Schulen). Im Hinduismus ist es das Wissen, das Moksha, die spirituelle Befreiung, zu Lebzeiten (Jivanmukti) oder nach dem Tod (Videhamukti), ermöglicht. Von den drei verschiedenen Wegen zur Befreiung (Jnana- , Bhakti- und Karma) sind Jnana-Marga und Karma-Marga die älteren und lassen sich bis in die vedische Literatur zurückverfolgen. | |||
=== Das intuitive Erleben und Wissen in der Zeit der Veden === | |||
Die in vedischem Sanskrit verfassten Texte bilden die älteste Schicht der Sanskritliteratur und die ältesten Schriften des Hinduismus . Sie gelten als Offenbarung der göttlichen Schau die ursprünglich mündlich (sruti) weitergegeben wurde. Erst ca. 1000 bis 500 Jahre vor Christus wurden sie niedergeschrieben. Es gibt vier Veden: den Rigveda , den Yajurveda , den Samaveda und den Atharvaveda . | |||
Da die Zeit der Verkündigung der Veden weit zurückreicht, kann man davon ausgehen, dass zu dieser Zeit das Bewusstsein des Menschen und das Erleben seines Umfeldes noch anders waren. Hierzu schreibt aus geisteswissenschaftlicher Sicht Heinz Grill (geb. 1960, Begründer des neuen Yogawillens), dass es eine Zeit der kosmischen Mystik war, die den Menschen das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos noch natürlich erleben ließ: | |||
“ … Es war eine Zeit der kosmischen Mystik, in der sich der Einzelne sehr stark als Teil eines Ganzen empfand. Er fühlte den Kosmos als seine Heimat und das irdische Dasein immer und unaufhörlich von kosmischen Impulsen getragen und geführt. Die Welt der Sinne war für ihn nur eine Wiederspiegelung eines kosmischen Einflusses. … Die Überlieferungen aus dieser Zeit des Veda sind auf unpersönliche Weise geschehen. … Nicht ganz zu Unrecht kann man deshalb diese Zeit als eine Zeit des unpersönlichen und intuitiv lebendigen Wissens bezeichnen. Das Wort Veda leitet sich von vid, von Wissen ab. Es ist wie der wissende Weltenatem, der weisheitsvoll in der altindischen Kultur die Menschenseele belebte und ihr das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Ganzen bestätigte.” | |||
Rudolf Steiner benennt das Erleben der Welt bei den Menschen zur Zeit der Veden als „uraltes Hellsehen“: | |||
„ … Wir müssen uns klar sein darüber, dass so, wie uns die Vedenphilosophie und so, wie uns die Sankhyaphilosophie entgegentritt, sie uns nur entgegentreten können, weil sie ausgestaltet sind in jenen alten Zeiten, in denen es noch ein uraltes Hellsehen gegeben hat, wenigsten bis zu einem gewissen Grade. … Die Veden beruhen durchaus auf einer ursprünglichen, noch wie eine Naturanlage in der Urmenschheit vorhandenen Inspiration, waren eingegeben, ohne dass sozusagen der Mensch etwas anderes dazu tat, als dass er sich vorbereitete in seiner ganzen Wesenheit, die von selbst kommende göttliche Inspiration ruhig und gelassen in seinem Inneren zu empfangen. ...“ | |||
=== Die Wissensgesellschaft in der modernen Zeit === | |||
In den Sozialwissenschaften wird häufig mit Bezug auf den Begriff der Wissensgesellschaft die These vertreten, dass sich die gesellschaftliche und ökonomische Rolle von Wissen im 20. Jahrhundert grundsätzlich verändert habe. So erklärt etwa Meinhard Miegel, dass die Entwicklung zur Wissensgesellschaft als der „dritte gewaltige Paradigmenwechsel in der Geschichte der Menschheit“ zu betrachten sei. Nach der Entwicklung von Agrar- zu Industriegesellschaften sei nun der Übergang von Industrie- zu Wissensgesellschaften zu beobachten. | |||
Eine derartige Transformation mache sich zunächst in der Wirtschafts- und Arbeitswelt bemerkbar, so beschreibt etwa Sigrid Nolda, „dass das Konzept der Wissensgesellschaft allgemein von der wachsenden Bedeutung des Wissens als Ressource und Basis sozialen Handelns ausgehe. Arbeit sei seit den 1970er Jahren wesentlich durch ihren kognitiven Wert, also Wissen gekennzeichnet.“ Neben der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung von Wissen ändere sich jedoch auch die Verfügbarkeit von Wissen durch neue Informations- und Kommunikationstechniken und eine veränderte Bildungspolitik. | |||
Eine derartige Begriffsbestimmung bleibt vage, da die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung von Wissen kein exklusives Merkmal von Wissensgesellschaften ist. Grundsätzlich setzt jede Arbeit verschiedene Formen des Wissens voraus, zudem ist auch bereits in antiken Gesellschaften die Verteilung von Wissen ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Unterschiede. In diesem Sinne erklärt etwa der UNESCO World Report ''Towards Knowledge Societies'', dass jede Gesellschaft als Wissensgesellschaft zu betrachten sei. | |||
In seinem Buch „Haben oder Sein“ unterscheidet Erich Fromm sehr eindrücklich das von ihm sogenannte „Ich habe Wissen“, das sich nach seiner Sichtweise hauptsächlich auf Informationen und übernommenes intellektuelles Wissen als Habenwissen bezieht, von einem „Ich weiß“, das nach Erich Fromm ein tieferes Wissen durch eigenständige Annäherung des Menschen zur Wahrheit anstrebt: | |||
„ … Wissen bedeutet nicht, im Besitz von Wahrheit zu sein, sondern durch die Oberfläche zu dringen und kritisch und tätig nach größerer Annäherung an die Wahrheit zu streben. … Das höchste Ziel der Existenzweise des Seins ist tieferes Wissen, in der Existensweise des Habens jedoch mehr Wissen. … Unser Bildungssystem ist im allgemeinen bemüht, Menschen mit Wissen als Besitz auszustatten, entsprechend etwa dem Eigentum oder dem sozialen Prestige, über das sie vermutlich im späteren Leben verfügen werden. Das Minimalwissen, das sie erhalten, ist die Informationsmenge, die sie brauchen, um in ihrer Arbeit zu funktionieren. … Von indischer Philosophie und Kunst bis zum Existentialismus und Surrealismus wird ein riesiges „Smörgasbord“ angeboten, aus dem sich jeder Stundent da und dort etwas herauspickt; um seine Spontanität und Freiheit nicht einzuengen, drängt man ihn nicht, sich auf ein Thema zu konzentrieren, ja nicht einmal, je ein Buch zu Ende zu lesen. …“ | |||
=== Naturwissenschaftliches Forschen und Wissen === | |||
Das „uralte Hellsehen“, wie Rudolf Steiner es nannte, ist in unserer Zeit nicht oder kaum mehr möglich. Der moderne Mensch lernt und erlebt die Welt mehr aus einem intellektuellen, von fertigen Begriffen geprägten Denken. Die Begriffe oder die Namen aber sind erst einmal nur wie äußere Hüllen. Sie umhüllen die Substanz oder die eigentliche lebendige Kraft, die hinter den äußeren Erscheinungen ruht. Diese geheimnisvolle, verborgene Seite können wir allein mit dem sog. intellektuellen Denken nicht erschließen. Für Sri Aurobindo ist das Wissen, das aus solcher Art des Denkens entsteht, trügerisch: | |||
„Was der Mensch Wissen nennt, ist nichts anderes als die Hinnahme trügerischer Erscheinungsformen durch den Verstand. Weisheit blickt hinter den Schleier und schaut. Der Verstand erfaßt Einzelheiten und wägt sie gegeneinander ab. Er trennt die Gegensätze, die die Weisheit in harmonischer Ehe vereint.“ | |||
Dringen wir aber tiefer mit unserem Wahrnehmen und Denken in die Materie ein, so können mit der Zeit, durch die Hingabebereitschaft des Forschers an die Sache, tiefere Einsichten, weisheitsvolle Empfindungen und religiöse Erfahrungen entstehen. Albert Einstein kam im Laufe seines Forscherlebens zu folgender Einsicht: | |||
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Version vom 18. April 2026, 16:00 Uhr
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Jnana-Yoga
Jnana-Yoga bedeutet Wissen. Es entsteht durch die Aktivität von Hingabe (Bhakti) und Studium zu einem ausgewählten Objekt als tiefe, empfindsame Erfahrung. Er ist einer der drei Yogawege, der in der Bhagavad Gita beschrieben wird und von Krishna zu Arjuna gelehrt wurde. Durch die bewusste, empfindsame Erfahrung erlebt sich der Übende mit den, für die Sinne unsichtbaren, universalen, kosmisch-geistigen Kräften verbunden. Dieses Wissen, das zur Zeit der Veden teilweise bei den Menschen noch intuitiv vorhanden gewesen war, ist im Laufe der Zeit verloren gegangen.
In den traditionellen Yoga-Wegen wird Jnana-Yoga geübt, um die Einheit des persönlichen Selbst (Atman) mit dem universalen Selbst (Brahman) wiederzufinden. Erweitert gesehen können aber auch durch ein intensives, wissenschaftliches Studium und auch durch ausdauernde Hingabe und Studium der spirituellen Schriften tiefere Empfindungen und Erkenntnisse entstehen, die den Studierenden die inneliegende geistige Kraft in den Objekten der irdischen Welt empfindsam erkennen lassen. Dieser Erkenntnisvorgang wird in der geistigen Schulung als die Entwicklung des Herzzentrums oder in der Anthroposophie auch als “Herzdenken” bezeichnet.
Etymologie
Jnana, manchmal auch als gyaan oder gnan transkribiert, bedeutet im Sanskrit „Wissen “ . Die Wurzel jna- ist verwandt mit dem englischen Wort know sowie mit dem griechischen γνώ- (wie in γνῶσις gnosis ). Ihr Antonym ist ajnana „Unwissenheit“.
Definition
Jnana ist Wissen und bezeichnet jedes kognitive Ereignis, das sich über die Zeit als richtig und wahr erweist. Es bezieht sich insbesondere auf Wissen, das untrennbar mit der Gesamterfahrung seines Gegenstandes verbunden ist, insbesondere über die Realität (nicht-theistische Schulen) oder ein höchstes Wesen (theistische Schulen). Im Hinduismus ist es das Wissen, das Moksha, die spirituelle Befreiung, zu Lebzeiten (Jivanmukti) oder nach dem Tod (Videhamukti), ermöglicht. Von den drei verschiedenen Wegen zur Befreiung (Jnana- , Bhakti- und Karma) sind Jnana-Marga und Karma-Marga die älteren und lassen sich bis in die vedische Literatur zurückverfolgen.
Das intuitive Erleben und Wissen in der Zeit der Veden
Die in vedischem Sanskrit verfassten Texte bilden die älteste Schicht der Sanskritliteratur und die ältesten Schriften des Hinduismus . Sie gelten als Offenbarung der göttlichen Schau die ursprünglich mündlich (sruti) weitergegeben wurde. Erst ca. 1000 bis 500 Jahre vor Christus wurden sie niedergeschrieben. Es gibt vier Veden: den Rigveda , den Yajurveda , den Samaveda und den Atharvaveda .
Da die Zeit der Verkündigung der Veden weit zurückreicht, kann man davon ausgehen, dass zu dieser Zeit das Bewusstsein des Menschen und das Erleben seines Umfeldes noch anders waren. Hierzu schreibt aus geisteswissenschaftlicher Sicht Heinz Grill (geb. 1960, Begründer des neuen Yogawillens), dass es eine Zeit der kosmischen Mystik war, die den Menschen das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos noch natürlich erleben ließ:
“ … Es war eine Zeit der kosmischen Mystik, in der sich der Einzelne sehr stark als Teil eines Ganzen empfand. Er fühlte den Kosmos als seine Heimat und das irdische Dasein immer und unaufhörlich von kosmischen Impulsen getragen und geführt. Die Welt der Sinne war für ihn nur eine Wiederspiegelung eines kosmischen Einflusses. … Die Überlieferungen aus dieser Zeit des Veda sind auf unpersönliche Weise geschehen. … Nicht ganz zu Unrecht kann man deshalb diese Zeit als eine Zeit des unpersönlichen und intuitiv lebendigen Wissens bezeichnen. Das Wort Veda leitet sich von vid, von Wissen ab. Es ist wie der wissende Weltenatem, der weisheitsvoll in der altindischen Kultur die Menschenseele belebte und ihr das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Ganzen bestätigte.”
Rudolf Steiner benennt das Erleben der Welt bei den Menschen zur Zeit der Veden als „uraltes Hellsehen“:
„ … Wir müssen uns klar sein darüber, dass so, wie uns die Vedenphilosophie und so, wie uns die Sankhyaphilosophie entgegentritt, sie uns nur entgegentreten können, weil sie ausgestaltet sind in jenen alten Zeiten, in denen es noch ein uraltes Hellsehen gegeben hat, wenigsten bis zu einem gewissen Grade. … Die Veden beruhen durchaus auf einer ursprünglichen, noch wie eine Naturanlage in der Urmenschheit vorhandenen Inspiration, waren eingegeben, ohne dass sozusagen der Mensch etwas anderes dazu tat, als dass er sich vorbereitete in seiner ganzen Wesenheit, die von selbst kommende göttliche Inspiration ruhig und gelassen in seinem Inneren zu empfangen. ...“
Die Wissensgesellschaft in der modernen Zeit
In den Sozialwissenschaften wird häufig mit Bezug auf den Begriff der Wissensgesellschaft die These vertreten, dass sich die gesellschaftliche und ökonomische Rolle von Wissen im 20. Jahrhundert grundsätzlich verändert habe. So erklärt etwa Meinhard Miegel, dass die Entwicklung zur Wissensgesellschaft als der „dritte gewaltige Paradigmenwechsel in der Geschichte der Menschheit“ zu betrachten sei. Nach der Entwicklung von Agrar- zu Industriegesellschaften sei nun der Übergang von Industrie- zu Wissensgesellschaften zu beobachten.
Eine derartige Transformation mache sich zunächst in der Wirtschafts- und Arbeitswelt bemerkbar, so beschreibt etwa Sigrid Nolda, „dass das Konzept der Wissensgesellschaft allgemein von der wachsenden Bedeutung des Wissens als Ressource und Basis sozialen Handelns ausgehe. Arbeit sei seit den 1970er Jahren wesentlich durch ihren kognitiven Wert, also Wissen gekennzeichnet.“ Neben der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung von Wissen ändere sich jedoch auch die Verfügbarkeit von Wissen durch neue Informations- und Kommunikationstechniken und eine veränderte Bildungspolitik.
Eine derartige Begriffsbestimmung bleibt vage, da die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung von Wissen kein exklusives Merkmal von Wissensgesellschaften ist. Grundsätzlich setzt jede Arbeit verschiedene Formen des Wissens voraus, zudem ist auch bereits in antiken Gesellschaften die Verteilung von Wissen ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Unterschiede. In diesem Sinne erklärt etwa der UNESCO World Report Towards Knowledge Societies, dass jede Gesellschaft als Wissensgesellschaft zu betrachten sei.
In seinem Buch „Haben oder Sein“ unterscheidet Erich Fromm sehr eindrücklich das von ihm sogenannte „Ich habe Wissen“, das sich nach seiner Sichtweise hauptsächlich auf Informationen und übernommenes intellektuelles Wissen als Habenwissen bezieht, von einem „Ich weiß“, das nach Erich Fromm ein tieferes Wissen durch eigenständige Annäherung des Menschen zur Wahrheit anstrebt:
„ … Wissen bedeutet nicht, im Besitz von Wahrheit zu sein, sondern durch die Oberfläche zu dringen und kritisch und tätig nach größerer Annäherung an die Wahrheit zu streben. … Das höchste Ziel der Existenzweise des Seins ist tieferes Wissen, in der Existensweise des Habens jedoch mehr Wissen. … Unser Bildungssystem ist im allgemeinen bemüht, Menschen mit Wissen als Besitz auszustatten, entsprechend etwa dem Eigentum oder dem sozialen Prestige, über das sie vermutlich im späteren Leben verfügen werden. Das Minimalwissen, das sie erhalten, ist die Informationsmenge, die sie brauchen, um in ihrer Arbeit zu funktionieren. … Von indischer Philosophie und Kunst bis zum Existentialismus und Surrealismus wird ein riesiges „Smörgasbord“ angeboten, aus dem sich jeder Stundent da und dort etwas herauspickt; um seine Spontanität und Freiheit nicht einzuengen, drängt man ihn nicht, sich auf ein Thema zu konzentrieren, ja nicht einmal, je ein Buch zu Ende zu lesen. …“
Naturwissenschaftliches Forschen und Wissen
Das „uralte Hellsehen“, wie Rudolf Steiner es nannte, ist in unserer Zeit nicht oder kaum mehr möglich. Der moderne Mensch lernt und erlebt die Welt mehr aus einem intellektuellen, von fertigen Begriffen geprägten Denken. Die Begriffe oder die Namen aber sind erst einmal nur wie äußere Hüllen. Sie umhüllen die Substanz oder die eigentliche lebendige Kraft, die hinter den äußeren Erscheinungen ruht. Diese geheimnisvolle, verborgene Seite können wir allein mit dem sog. intellektuellen Denken nicht erschließen. Für Sri Aurobindo ist das Wissen, das aus solcher Art des Denkens entsteht, trügerisch:
„Was der Mensch Wissen nennt, ist nichts anderes als die Hinnahme trügerischer Erscheinungsformen durch den Verstand. Weisheit blickt hinter den Schleier und schaut. Der Verstand erfaßt Einzelheiten und wägt sie gegeneinander ab. Er trennt die Gegensätze, die die Weisheit in harmonischer Ehe vereint.“
Dringen wir aber tiefer mit unserem Wahrnehmen und Denken in die Materie ein, so können mit der Zeit, durch die Hingabebereitschaft des Forschers an die Sache, tiefere Einsichten, weisheitsvolle Empfindungen und religiöse Erfahrungen entstehen. Albert Einstein kam im Laufe seines Forscherlebens zu folgender Einsicht:
Einzelnachweise
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Jñāna yoga aus der freien Enzyklopädie en.wikipedia.org und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren einsehbar.
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