Anjaneyasana: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Anjaneyasana''' (Sanskrit आञ्जनेयासन, [[w:IAST|IAST]] ''āñjaneyāsana''), deutsch '''Halbmond''', ist eine Übung des Yoga. Sie gehört zur Kategorie der Rückwärtsbeugen. Der Sanskritname ''āñjaneyāsana'' setzt sich aus den Wörtern ''āñjaneya'', ein Name für „Hanuman“, dem indischen Gott der Affen,<ref>[https://learnsanskrit.cc/translate?search=AJjaneya&dir=se ''Suchergebnisse für „AJjaneya“.''] In: ''learnsanskrit.cc''. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).</ref> und ''āsana'' „Sitz“<ref>[https://learnsanskrit.cc/translate?search=Asana&dir=au ''Suchergebnisse für „Asana“.''] In: ''learnsanskrit.cc''. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).</ref> oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“ zusammen.
'''Anjaneyasana''' (Sanskrit आञ्जनेयासन, [[w:IAST|IAST]] ''āñjaneyāsana''), deutsch '''Halbmond''', ist eine Übung des Yoga. Sie gehört zur Kategorie der Rückwärtsbeugen. Der Sanskritname ''āñjaneyāsana'' setzt sich aus den Wörtern ''āñjaneya'', ein Name für „Hanuman“, dem indischen Gott der Affen,<ref>[https://learnsanskrit.cc/translate?search=AJjaneya&dir=se ''Suchergebnisse für „AJjaneya“.''] In: ''learnsanskrit.cc''. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).</ref> und ''āsana'' „Sitz“<ref>[https://learnsanskrit.cc/translate?search=Asana&dir=au ''Suchergebnisse für „Asana“.''] In: ''learnsanskrit.cc''. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).</ref> oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“ zusammen.


Bei manchen Yogarichtungen bzw. Yogaautoren, z. B. Yoga Vidya oder Sivananda Yoga ist mit der Bezeichnung Anjaneyasana die Asana „Spagat“ gemeint.<ref>Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): ''Yoga für alle Lebensstufen.'' 11. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S. 140.</ref> [[Swami Vishnudevananda]] nennt sowohl den Halbmond als auch den Spagat Anjaneyasana.<ref>Swami Vishnu-Devananda: ''Das große illustrierte Yoga-Buch.'' 6. Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S. 162 und 189.</ref> Der Name für den Spagat ist jedoch in den meisten Yogastilen [[wen:Hanumanasana|Hanumanasana]].
Bei manchen Yogarichtungen bzw. Yogaautoren, z. B. Yoga Vidya oder Sivananda Yoga ist mit der Bezeichnung Anjaneyasana die Asana „Spagat“ gemeint.<ref>Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): ''Yoga für alle Lebensstufen.'' 11. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S. 140.</ref> [[Swami Vishnudevananda]] nennt sowohl den Halbmond als auch den Spagat Anjaneyasana.<ref name=":1">Swami Vishnu-Devananda: ''Das große illustrierte Yoga-Buch.'' 6. Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S. 162 und 189.</ref> Der Name für den Spagat ist jedoch in den meisten Yogastilen [[wen:Hanumanasana|Hanumanasana]].
 
== Vorbemerkung ==
In den alten Hatha-Yoga-Schriften, beispielsweise in der Hathapradipika (verfasst im 14. Jhd.) und der Gherandasamhita (wahrscheinlich verfasst im 17. Jhd.) ist Anjaneyasana nicht erwähnt.
 
Anjaneyasana wird immer zweimal, d. h. mit einem Wechsel der Beine ausgeführt. Im Folgenden ist sie mit dem zurückgestreckten rechten Fuß beschrieben.


== Körperliche Ausführung ==
== Körperliche Ausführung ==
Swami Vishnudevananda lässt bei der Anleitung zu Anjaneyasana den rechten Fuß so weit wie möglich zurückstrecken und den linken Fuß mit leicht gebeugtem Knie (das Knie ist vertikal gesehen hinter dem Fuß) am Boden platzieren. Dann werden die Hände über den Kopf geführt und langsam der Oberkörper nach hinten gebeugt, bis Hände, Kopf, Rücken und Beine einen Halbkreis bilden.<ref name=":1" />
Erling Petersen behandelt Anjaneyasana nicht als für sich stehende Asana, sondern integriert sie in einen Zyklus von 6 Übungen zum Training des Rückens. Ausgehend vom Kniestand wird der linke Fuß so nach vorne gestellt, dass sich der linke Unterschenkel senkrecht über dem Fuß befindet. Nun wird der Körper nach vorne geschoben und in den Stand eingesunken. Das Fußgelenk wird stark gebeugt, wobei die Ferse in Kontakt zum Boden bleibt. Der Oberkörper ist zunächst aufrecht und die Arme hängen entspannt nach unten. Dann werden die Arme gestreckt nach oben geführt und die Rückwärtsbeuge ausgeführt.<ref name=":2">Erling Petersen: ''Das Yoga Übungsbuch.'' 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S. 78–79.</ref>


== Seelische Bedeutung ==
== Seelische Bedeutung ==


== Gesundheitliche Aspekte ==
== Gesundheitliche Aspekte ==
Erling Petersen sagt, dass die Übung die Hüftgelenke und die Knie trainieren.<ref name=":2" />


== Anjaneyasana als Übung im Sonnengruß ==
== Anjaneyasana als Übung im Sonnengruß ==

Version vom 2. September 2025, 16:20 Uhr

Anjaneyasana (Halbmond)

Anjaneyasana (Sanskrit आञ्जनेयासन, IAST āñjaneyāsana), deutsch Halbmond, ist eine Übung des Yoga. Sie gehört zur Kategorie der Rückwärtsbeugen. Der Sanskritname āñjaneyāsana setzt sich aus den Wörtern āñjaneya, ein Name für „Hanuman“, dem indischen Gott der Affen,[1] und āsana „Sitz“[2] oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“ zusammen.

Bei manchen Yogarichtungen bzw. Yogaautoren, z. B. Yoga Vidya oder Sivananda Yoga ist mit der Bezeichnung Anjaneyasana die Asana „Spagat“ gemeint.[3] Swami Vishnudevananda nennt sowohl den Halbmond als auch den Spagat Anjaneyasana.[4] Der Name für den Spagat ist jedoch in den meisten Yogastilen Hanumanasana.

Vorbemerkung

In den alten Hatha-Yoga-Schriften, beispielsweise in der Hathapradipika (verfasst im 14. Jhd.) und der Gherandasamhita (wahrscheinlich verfasst im 17. Jhd.) ist Anjaneyasana nicht erwähnt.

Anjaneyasana wird immer zweimal, d. h. mit einem Wechsel der Beine ausgeführt. Im Folgenden ist sie mit dem zurückgestreckten rechten Fuß beschrieben.

Körperliche Ausführung

Swami Vishnudevananda lässt bei der Anleitung zu Anjaneyasana den rechten Fuß so weit wie möglich zurückstrecken und den linken Fuß mit leicht gebeugtem Knie (das Knie ist vertikal gesehen hinter dem Fuß) am Boden platzieren. Dann werden die Hände über den Kopf geführt und langsam der Oberkörper nach hinten gebeugt, bis Hände, Kopf, Rücken und Beine einen Halbkreis bilden.[4]

Erling Petersen behandelt Anjaneyasana nicht als für sich stehende Asana, sondern integriert sie in einen Zyklus von 6 Übungen zum Training des Rückens. Ausgehend vom Kniestand wird der linke Fuß so nach vorne gestellt, dass sich der linke Unterschenkel senkrecht über dem Fuß befindet. Nun wird der Körper nach vorne geschoben und in den Stand eingesunken. Das Fußgelenk wird stark gebeugt, wobei die Ferse in Kontakt zum Boden bleibt. Der Oberkörper ist zunächst aufrecht und die Arme hängen entspannt nach unten. Dann werden die Arme gestreckt nach oben geführt und die Rückwärtsbeuge ausgeführt.[5]


Seelische Bedeutung

Gesundheitliche Aspekte

Erling Petersen sagt, dass die Übung die Hüftgelenke und die Knie trainieren.[5]

Anjaneyasana als Übung im Sonnengruß

Anjaneyasana ist die 4. und 9. Stellung des Sonnengrußes oder Sonnengebetes (Surya Namaskara). Je nach Yogatradition werden die Hände bei der Übung in Kontakt zum Boden gelassen und die Arme nicht in die Rückwärtsbeuge integriert. Als Übung im 12-teiligen Zyklus des Surya Namaskara, IAST sūrya namaskāra, trägt sie einen eigenen Namen und wird Ashva Sanchalanasana genannt, Sanskrit अश्वसञ्चालनासन, IAST aśva-sañcālanāsana, von aśva „Pferd“[6] und sañcālana „Bewegung, Schütteln, Zittern“.[7] Yoga Vidya bezeichnet diese Übung als eine Variation von Anjaneyasana.[8]

Halbmond – weitere Asana mit diesem Namen

Mit der deutschen Übersetzung von Anjaneyasana – Halbmond – sind in einigen Yogastilen Übungen bezeichnet, die den Sanskritnamen Ardha Chandrasana tragen, Sanskrit अर्धचन्द्रासन, IAST ardha-candrāsana, von ardha „halb“[9] und chandra „Mond“.[10]

Diese unterscheiden sich in der Ausführung von Anjaneyasana:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Suchergebnisse für „AJjaneya“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  2. Suchergebnisse für „Asana“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  3. Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): Yoga für alle Lebensstufen. 11. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S. 140.
  4. 4,0 4,1 Swami Vishnu-Devananda: Das große illustrierte Yoga-Buch. 6. Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S. 162 und 189.
  5. 5,0 5,1 Erling Petersen: Das Yoga Übungsbuch. 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S. 78–79.
  6. Suchergebnisse für „ashva“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  7. Suchergebnisse für „saJcalana“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  8. Ashva Sanchalanasana. In: yoga-vidya.de. Abgerufen am 2. September 2025.
  9. Suchergebnisse für „ardha“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  10. Suchergebnisse für „candra“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  11. Ardha Chandrasana. In: yoga-vidya.de. Abgerufen am 31. August 2025.
  12. B. K. S. Iyengar: Licht auf Yoga. 7. Auflage. Nikol Verlag, 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S. 66–67.
  13. 13,0 13,1 Selvarajan Yesudian: Hatha-Yoga Übungsbuch. 3. Auflage. Drei Eichen Verlag, München – Engelberg/Schweiz, ISBN 3-7699-0363-3, S. 98.
  14. Jayadev Jaerschky: Yoga des Yogananda, Klassische Texte und Übungen für heute. 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S. 88–89.
  15. Bikram Choudhury & Bonnie Jones Reynolds: Bikram Yoga. Das Praxisbuch. 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S. 27–28.
  16. Bikram Choudhury & Bonnie Jones Reynolds: Bikram Yoga. Das Praxisbuch. 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S. 29–30.


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