Übersäuerung des Bindegewebes: Unterschied zwischen den Versionen

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Säure-Basen-Verhältnisse im menschlichen Körper
Geisteswissenschaftliche Aspekte des Säure-Basen-Wirkens im Menschen
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Die verschiedenen Organe des Körpers arbeiten in unterschiedlichen pH-Milieus. Ihr pH-Bereich ist oft breiter eingestellt als beim Blut, je nach Funktion und Einfluss. Beispielsweise schwankt der pH-Wert bei der eher alkalisch eingestellten Galle oder der eher sauer eingestellten Blase, gemäß dem Prozess der Verdauungsstoffwechselleistung, die gerade erbracht wird.<ref name=":1" />
Die verschiedenen Organe des Körpers arbeiten in unterschiedlichen pH-Milieus. Ihr pH-Bereich ist oft breiter eingestellt als beim Blut, je nach Funktion und Einfluss. Beispielsweise schwankt der pH-Wert bei der eher alkalisch eingestellten Galle oder der eher sauer eingestellten Blase, gemäß dem Prozess der Verdauungsstoffwechselleistung, die gerade erbracht wird.<ref name=":1" />


== Geisteswissenschaftliche Aspekte des Säure-Basen-Wirkens im Menschen ==
Der anthroposophische Arzt Dr. [[Otto Wolff]] beschreibt in seinem Buch ''Grundlagen einer geisteswissenschaftlich erweiterten Biochemie'' die Wirkungen von Laugen und Säuren in ihrer Polarität und stellt daraus Bezüge zu dem Äther- oder Lebensbildekräfteleib und dem Astralleib, vereinfacht dem Bewusstsein des Menschen her:
:„Die Extreme von Lauge oder Säure sind – wie alle Extreme – lebensfeindlich. Aufschlussreich ist in diesem Sinne ihr Verhalten gegenüber gesundem Gewebe: Eine starke Lauge bewirkt eine [w:Nekrose#Kolliquationsnekrose|Kolliquationsnekrose]], eine Säure aber eine [[w:Nekrose#Koagulationsnekrose|Koagulationsnekrose]]. Das besagt, dass die Lauge das geformte Gewebe quellen lässt, auflöst, verflüssigt, während die Säure das Eiweiß verfestigt, denaturiert, koaguliert: Eigenschaften wie sie grundsätzlich für den aufbauenden Ätherleib und den abbauenden Astralleib nötig sind, deren Wirken man in der Substanz somit erkennen kann. Im übrigen zeigt sich die Polarisierung bereits am Geschmack: Alkalisches schmeckt dumpf, fade, langweilig, während Saures anregend und attraktiv schmeckt und wirkt.“<ref>Otto Wolff: '#Grundlagen einer geisteswissenschaftlich erweiterten Biochemie.'' 1. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1998, ISBN 377251734X, S. 65.</ref>


 
[[Rudolf Steiner]], Begründer der Anthroposophie, suchte bei seinen Forschungen zu den Lebensvorgängen des Menschen immer nach ihrer geistigen Grundlage. In einem Vortrag vor Medizinern über Säure-Base und Möglichkeiten der Therapie drückt er aus, dass das Basische jene Wirkungen des Menschen unterstützt die von „vorne nach hinten verlaufen“ und das Saure jene, die von „hinten nach vorne verlaufen“. Das Salzige hingegen wirkt von „oben nach unten“:
 
:„Da wird man finden, daß alles Basische eine Tendenz hat, zu unterstützen jene Wirkungen des Menschen, welche beginnen, sagen wir, im Munde und in der Verdauung sich fortsetzen, von vorn nach rückwärts; ebenso haben alle anderen Prozesse damit zu tun, welche von vorn nach rückwärts verlaufen. Basen haben mit dieser Richtung von vorn nach rückwärts etwas zu tun, Säuren mit der umgekehrten. Nur dann, wenn man den Gegensatz des Vorne-Menschen und des rückwärtigen Menschen ins Auge faßt, kommt man eigentlich auf den Gegensatz zwischen dem Basischen und dem Säurehaften. Dazu verhält sich das Salzhafte als zur Erde sich hin richtend, senkrecht stehend auf den beiden. Alle diejenigen Wirkungen, die von oben nach unten verlaufen, sind dasjenige, in das sich das Salzige hineinwirft. […] Da haben Sie auch die ganze Verwandtschaft des Salzigen mit der Erde gegeben, und da haben Sie das Ganze gegeben, was das Basische und das Säurehafte hat, das man etwa so schematisch zeichnen könnte: wenn hier Erde ist, hat das Salzige die Tendenz zur Erde hin und das Basische und das Säurehafte die Tendenz, im Kreise um die Erde herumzulaufen. Und damit hängt es wieder zusammen, daß einfach dadurch, daß man in gewisser Weise mit den im Organismus gegebenen Richtungen des Funktionierens sich bekannt macht, man auch wiederum eingreifen kann in diese Richtungen des Funktionierens.“<ref>Rudolf Steiner: ''Geisteswissenschaft und Medizin.'' GA 312. 7. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3120-2, S. 244–245. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_312.pdf#page=244&view=Fit Online])</ref>


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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Version vom 14. September 2025, 18:04 Uhr

Eine Studentin testet eine Grundwasser­probe auf Säurebelastung

Die Übersäuerung des Bindegewebes wird auch als Gewebsazidose bezeichnet. Azidose, auch Acidose (von lateinisch acidus „sauer“), heißt „Übersäuerung“.

Das eher flüssig, fasrige Bindegewebe umhüllt und verbindet im ganzen Körper alle Organe und verfeinert sich bis an die Berührung der einzelnen Zellen. Es ist der Vermittler zwischen dem Blut und den Zellen. Eine Überlastung des Blutes von Säuren betrifft dieses Grundbindegewebe als erstes. Wenn dann die Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts ungenügend erfolgt, tritt eine Übersäuerung des Bindegewebes oder Teilbereichen davon ein.

Im Bereich der Schulmedizin ist das Krankheitsbild der Azidose streng an die Abweichung des pH-Wert des Blutes gekoppelt. Im Bereich der Naturheilkunde, der biologischen, komplementären oder alternativen Medizin wird unter Übersäuerung oder latenter Übersäuerung eine Störung benannt, bei welcher der pH-Wert des Blutes im Normbereich liegt, aber das Bindegewebe übersäuert und die Mineralpufferreserve angegriffen ist.

Der pH-Wert ist die Maßeinheit für den Säure- und Basengehalt im menschlichen Körper.[1] Im Körper bestehen in den verschiedenen Organen unterschiedliche pH-Bereiche. Am strengsten wird das Blut in einem leicht basischen Bereich gehalten.

Aus geisteswissenschaftlicher Forschung drücken sich in Säuren und Basen weiterreichende Prozesse des Menschseins aus. Die innerleiblichen Säure-Basen-Differenzen müssen ausgeglichen und die über die Außenwelt hereinkommenden Säuren und Basen, z. B. der Nahrung, bewältigt werden. Dies geschieht über eine weise abgestimmte Regulation durch das Blut, die Lunge, die Nieren und die Knochen. Säuren entstehen im Körper bei Belastungen und vielfach über die Verdauung.

Die Milieustörung durch Säureüberlastung im Bindegewebe kann Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche haben. Die Symptome zeigen sich auch im psychischen Bereich. Eine spezielle Diagnostik ist entwickelt worden.

Die Ernährung ist ein wesentlicher Ansatzpunkt der Behandlung. Aus geisteswissenschaftlicher Sicht ist es ausschlaggebend, in welchem Verhältnis das Bewusstsein zur Ernährung steht und diese günstig gestalten kann.

Grundlegendes zum Säure-Basen-Haushalt des Menschen

Eine Aufnahme der Sonne mit Hydrogenfilter. Wasserstoff ist mit 98 % der Hauptbestandteil der Sonne, beim Menschen macht er 10 % seines Gewichts aus.

pH-Wert und Wasserstoff

Säure lässt sich im Lebendigen nicht von Base trennen, da ein beständiger Übergang stattfindet. Der Säure- und Basengehalt in den Körperflüssigkeiten wird mit der Messeinheit pH angegeben, dem negativen dekadischen Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration. pH kommt von potentia Hydrogenii, der „Wirkungskraft des Wasserstoffs“. Eine Substanz, die Wasserstoff (chemisches Zeichen: H) abgibt, wird als Säure bezeichnet, diejenige die H aufnimmt, als Base. Der Wasserstoff, genauer das Hyon H plus (H+), ist ein sehr reaktionsfreudiges Element.

Auf der pH-Skala bedeutet ein Wert von 7 Neutralität, über 7 ist basisch oder alkalisch und unter 7 ist sauer.[2]

Säure-Basen-Verhältnisse im menschlichen Körper

Datei:Säureverteilung.png
pH-Werte der Körperflüssigkeiten:
Dem Bewusstsein zugänglich – sauer
Bei unbewussten Stoffwechselprozessen – basisch[3]

Das Blut wird sehr streng in einem eng begrenzten pH-Bereich gehalten. Dieser ist nicht neutral, sondern leicht alkalisch innerhalb eines pH-Wertes von 7,43–7,37. Ein Abweichen würde zu folgenschweren Struktur- und Funktionsveränderungen von Eiweiß führen, mit welchem der Wasserstoff leicht reagiert.[2]

Nicht jede einzelne Körperzelle wird von einem eigenen Blutgefäß ver- und entsorgt. Diese Verbindung geschieht über das Bindegewebe, in dem sich Blut und auch die Lymphe mit ihren Endstromgebieten bis hin zu den Zellen verströmen – und umgekehrt. Das Bindegewebe, in diesem Zusammenhang auch Matrix oder Grundgewebe genannt, wirkt mit den darin enthaltenen Nerven wie ein Kommunikationssystem, das die Verbindung übernimmt sowie als Austauschmedium und Filter wirkt. Die Lymphe liegt wie das Blut im pH-Bereich 7,4–7,3. Die Zelle selber tendiert zum neutral-sauren Bereich mit einem pH-Wert von ca 6,9. Das Bindegewebe liegt dazwischen.[4][5]

Die verschiedenen Organe des Körpers arbeiten in unterschiedlichen pH-Milieus. Ihr pH-Bereich ist oft breiter eingestellt als beim Blut, je nach Funktion und Einfluss. Beispielsweise schwankt der pH-Wert bei der eher alkalisch eingestellten Galle oder der eher sauer eingestellten Blase, gemäß dem Prozess der Verdauungsstoffwechselleistung, die gerade erbracht wird.[4]

Geisteswissenschaftliche Aspekte des Säure-Basen-Wirkens im Menschen

Der anthroposophische Arzt Dr. Otto Wolff beschreibt in seinem Buch Grundlagen einer geisteswissenschaftlich erweiterten Biochemie die Wirkungen von Laugen und Säuren in ihrer Polarität und stellt daraus Bezüge zu dem Äther- oder Lebensbildekräfteleib und dem Astralleib, vereinfacht dem Bewusstsein des Menschen her:

„Die Extreme von Lauge oder Säure sind – wie alle Extreme – lebensfeindlich. Aufschlussreich ist in diesem Sinne ihr Verhalten gegenüber gesundem Gewebe: Eine starke Lauge bewirkt eine [w:Nekrose#Kolliquationsnekrose|Kolliquationsnekrose]], eine Säure aber eine Koagulationsnekrose. Das besagt, dass die Lauge das geformte Gewebe quellen lässt, auflöst, verflüssigt, während die Säure das Eiweiß verfestigt, denaturiert, koaguliert: Eigenschaften wie sie grundsätzlich für den aufbauenden Ätherleib und den abbauenden Astralleib nötig sind, deren Wirken man in der Substanz somit erkennen kann. Im übrigen zeigt sich die Polarisierung bereits am Geschmack: Alkalisches schmeckt dumpf, fade, langweilig, während Saures anregend und attraktiv schmeckt und wirkt.“[6]

Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, suchte bei seinen Forschungen zu den Lebensvorgängen des Menschen immer nach ihrer geistigen Grundlage. In einem Vortrag vor Medizinern über Säure-Base und Möglichkeiten der Therapie drückt er aus, dass das Basische jene Wirkungen des Menschen unterstützt die von „vorne nach hinten verlaufen“ und das Saure jene, die von „hinten nach vorne verlaufen“. Das Salzige hingegen wirkt von „oben nach unten“:

„Da wird man finden, daß alles Basische eine Tendenz hat, zu unterstützen jene Wirkungen des Menschen, welche beginnen, sagen wir, im Munde und in der Verdauung sich fortsetzen, von vorn nach rückwärts; ebenso haben alle anderen Prozesse damit zu tun, welche von vorn nach rückwärts verlaufen. Basen haben mit dieser Richtung von vorn nach rückwärts etwas zu tun, Säuren mit der umgekehrten. Nur dann, wenn man den Gegensatz des Vorne-Menschen und des rückwärtigen Menschen ins Auge faßt, kommt man eigentlich auf den Gegensatz zwischen dem Basischen und dem Säurehaften. Dazu verhält sich das Salzhafte als zur Erde sich hin richtend, senkrecht stehend auf den beiden. Alle diejenigen Wirkungen, die von oben nach unten verlaufen, sind dasjenige, in das sich das Salzige hineinwirft. […] Da haben Sie auch die ganze Verwandtschaft des Salzigen mit der Erde gegeben, und da haben Sie das Ganze gegeben, was das Basische und das Säurehafte hat, das man etwa so schematisch zeichnen könnte: wenn hier Erde ist, hat das Salzige die Tendenz zur Erde hin und das Basische und das Säurehafte die Tendenz, im Kreise um die Erde herumzulaufen. Und damit hängt es wieder zusammen, daß einfach dadurch, daß man in gewisser Weise mit den im Organismus gegebenen Richtungen des Funktionierens sich bekannt macht, man auch wiederum eingreifen kann in diese Richtungen des Funktionierens.“[7]

Einzelnachweise

  1. Bedeutung von pH. In: etymonline.com. Abgerufen am 14. September 2025.
  2. 2,0 2,1 Säure-Basen-Regulation. In: MSD Manual. Abgerufen am 14. September 2025.
  3. Rudolf Hauschka: Ernährungslehre. 10. Auflage. Vittorio Klostermann Verlag, 1999, ISBN 978-3-465-03021-8, S. 209
  4. 4,0 4,1 Michael Worlitschek: Praxis des Säure-Basen-Haushalts. Leseausschnitt (PDF). In: narayana-verlag.de. Abgerufen am 14. September 2025.
  5. Der pH-Wert (Wasserstoffionenkonzentration) – Erklärung und Beispiele. In: ib-rauch.de. Abgerufen am 14. September 2025.
  6. Otto Wolff: '#Grundlagen einer geisteswissenschaftlich erweiterten Biochemie. 1. Auflage. Verlag Freies Geistesleben, 1998, ISBN 377251734X, S. 65.
  7. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und Medizin. GA 312. 7. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3120-2, S. 244–245. (Online)


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