An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Matthäusevangelium bezieht sich der Kontext auf die Prüfung eines Propheten. Im Lukasevangelium ist die Verbindung weniger offensichtlich. Der schottische Minister [[wen:William Robertson Nicoll|William Robertson Nicoll]] legt nahe, dass „der Schlüssel wahrscheinlich in dem Wort ὑποκριτά [Anm.: ''hypokrita'' „heuchlerisch, Heuchler“] zu finden ist, das auf jemanden angewendet wird, der durch seine Tadelsucht behauptet, heilig zu sein, aber in Wirklichkeit ein größerer Sünder ist als diejenigen, die er beschuldigt. Diese Kombination aus Heiliger und Sünder wird durch diese Aussprüche als unmöglich erklärt.“<ref>William Robertson Nicoll: ''[https://biblehub.com/commentaries/egt/luke/6.htm Expositor's Greek Testament on Luke 6.]'' 1897, siehe Vers 6,43. In: ''biblehub.com.'' Abgerufen am 21. Dezember 2025.</ref>
Im Matthäusevangelium bezieht sich der Kontext auf die Prüfung eines Propheten. Im Lukasevangelium ist die Verbindung weniger offensichtlich. Der schottische Minister [[wen:William Robertson Nicoll|William Robertson Nicoll]] legt nahe, dass „der Schlüssel wahrscheinlich in dem Wort ὑποκριτά [Anm.: ''hypokrita'' „heuchlerisch, Heuchler“] zu finden ist, das auf jemanden angewendet wird, der durch seine Tadelsucht behauptet, heilig zu sein, aber in Wirklichkeit ein größerer Sünder ist als diejenigen, die er beschuldigt. Diese Kombination aus Heiliger und Sünder wird durch diese Aussprüche als unmöglich erklärt.“<ref>William Robertson Nicoll: ''[https://biblehub.com/commentaries/egt/luke/6.htm Expositor's Greek Testament on Luke 6.]'' 1897, siehe Vers 6,43. In: ''biblehub.com.'' Abgerufen am 21. Dezember 2025.</ref>


== Theologische Interpretationen ==
== Theologische Interpretationen (Auswahl) ==


Die theologischen Interpretationen des Gleichnisses zeigen unterschiedliche Schwerpunkte.


Der katholische Steyler Missionar P. Michael Kreuzer SVD weist darauf hin, dass falsche Propheten schwer zu erkennen seien, da sie äußerlich harmlos auftreten können. Da Innere eines Menschen sei schwer einsichtig, jedoch kehre sich das Innere im Handeln nach außen und „daran können wir sehr wohl ablesen, ob es Gutes oder Schlechtes bewirkt“. Er nennt als Beispiel das Verhältnis von Eltern zu ihrem Kind. Man könne ein Kind herzen und liebkosen und es kann dabei sowohl aufblühen als auch sich erdrückt fühlen. Gleichermaßen kann das Kind ermahnt und gescholten werden und wieder werde sich beim Kind das Ergebnis, die Frucht, zeigen: es kann wachsen und bewusster werden oder sich erschlagen und eingeschüchtert fühlen. Er kommt aus diesen Überlegungen zu dem Schluss: „Ob ich dir guttue oder nicht, kannst nur du wissen, und ich muss es mir von dir sagen lassen: in deinen Worten, in deiner Gestik, in deiner Mimik, in deiner Körpersprache.“<ref>''[https://www.lebenjetzt.eu/gott-die-welt/detail/an-ihren-fruechten-werdet-ihr-sie-erkennen.html Pater Kreuzer erklärt die Bibel: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.]'' In: Leben jetzt. Abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref>
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== Sichtweise in der Anthroposophie ==
== Sichtweise in der Anthroposophie ==

Version vom 22. Dezember 2025, 17:40 Uhr

Reife Weintrauben am Rebstock

Jesu Christi Gleichnis vom Baum und seinen Früchten findet sich in zwei ähnlichen Passagen im Neuen Testament, in der Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus (Mt 7,15–20) und in der Feldpredigt im Evangelium nach Lukas (Lk 6,43–45).[1]

Die Textstellen zum Gleichnis vom Baum und seinen Früchten

Evangelium nach Matthäus

Datei:Weinrebe ohne Früchte.jpg
Im Herbst trägt diese Weinrebe schöne gelbe Trauben. Zum Zeitpunkt der Aufnahme im Dezember ist nicht erkennbar, dass sie gute Früchte hervorbringen wird.

Das Gleichnis vom Baum und seinen Früchten ist Teil der Bergpredigt (Mt 5,1–7,29). Es steht im letzten der sieben Teile der Bergpredigt.

Jesus Christus spricht im 7. Kapitel verschiedene ernste Worte aus und warnt in diesem Gleichnis vor falschen Propheten. Er vergleicht einen falschen Propheten mit einem faulen Baum, der schlechte Früchte bringt:

„Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7,15–20)[2]

Parallelstelle im Evangelium nach Lukas

Das Bild vom Baum mit den Früchten ist auch Teil des Lukasevangeliums. Es steht dort in der Feldrede, und weist deutliche Parallelen zur Bergpredigt auf. Die Übereinstimmungen sind zum Teil wörtlich. Im dritten Teil der Feldrede finden sich verschiedene Gleichnisse, darunter jenes vom unfruchtbaren Baum:

„Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, noch andererseits einen faulen Baum, der gute Frucht bringt; denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen noch liest man von einem Dornbusch eine Traube. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse bringt aus dem bösen das Böse hervor; denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.“ (Lk 6,43–45)[3]

Lukas weitet die Bedeutung des Gleichnisses auf die Beurteilung von allen Menschen, die „böse“ sind, aus.[4]

Im Matthäusevangelium bezieht sich der Kontext auf die Prüfung eines Propheten. Im Lukasevangelium ist die Verbindung weniger offensichtlich. Der schottische Minister William Robertson Nicoll legt nahe, dass „der Schlüssel wahrscheinlich in dem Wort ὑποκριτά [Anm.: hypokrita „heuchlerisch, Heuchler“] zu finden ist, das auf jemanden angewendet wird, der durch seine Tadelsucht behauptet, heilig zu sein, aber in Wirklichkeit ein größerer Sünder ist als diejenigen, die er beschuldigt. Diese Kombination aus Heiliger und Sünder wird durch diese Aussprüche als unmöglich erklärt.“[5]

Theologische Interpretationen (Auswahl)

Die theologischen Interpretationen des Gleichnisses zeigen unterschiedliche Schwerpunkte.

Der katholische Steyler Missionar P. Michael Kreuzer SVD weist darauf hin, dass falsche Propheten schwer zu erkennen seien, da sie äußerlich harmlos auftreten können. Da Innere eines Menschen sei schwer einsichtig, jedoch kehre sich das Innere im Handeln nach außen und „daran können wir sehr wohl ablesen, ob es Gutes oder Schlechtes bewirkt“. Er nennt als Beispiel das Verhältnis von Eltern zu ihrem Kind. Man könne ein Kind herzen und liebkosen und es kann dabei sowohl aufblühen als auch sich erdrückt fühlen. Gleichermaßen kann das Kind ermahnt und gescholten werden und wieder werde sich beim Kind das Ergebnis, die Frucht, zeigen: es kann wachsen und bewusster werden oder sich erschlagen und eingeschüchtert fühlen. Er kommt aus diesen Überlegungen zu dem Schluss: „Ob ich dir guttue oder nicht, kannst nur du wissen, und ich muss es mir von dir sagen lassen: in deinen Worten, in deiner Gestik, in deiner Mimik, in deiner Körpersprache.“[6]

Sichtweise in der Anthroposophie

Standpunkt aus geistiger Forschung

Die Persönlichkeitsstruktur im 7. Chakra als Frucht

Analogie des Mantra Yad bhavan tad bhavati zum Gleichnis

Verwendung als Redewendung

Ungenauigkeit beim Zitieren des Gleichnisses

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Millar Burrows: Jesus in the first three Gospels. 1977, ISBN 0-687-20089-X, S. 122 und 195.
  2. Matthäus 7. In: Elberfelder Übersetzung. Edition CSV. Abgerufen am 21. Dezember 2025.
  3. Lukas 6. In: Elberfelder Übersetzung. Edition CSV. Abgerufen am 21. Dezember 2025.
  4. Jemanden oder etwas an seinen Früchten erkennen. In: logo-buch.de. Abgerufen am 21. Dezember 2025.
  5. William Robertson Nicoll: Expositor's Greek Testament on Luke 6. 1897, siehe Vers 6,43. In: biblehub.com. Abgerufen am 21. Dezember 2025.
  6. Pater Kreuzer erklärt die Bibel: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. In: Leben jetzt. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel The Tree and Its Fruits aus der freien Enzyklopädie en.wikipedia.org und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren einsehbar.


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