Ahriman: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Ahriman''' ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch '''Angra Manyu''' (bzw. '''Angra Mainyu''') ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} ''mephiz'' „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} ''tophel'' „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]<ref name="Asuras">In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.</ref>, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen '''Peetiare''' („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird<ref>vgl. U. Hannemann: ''Das Zend-Avesta'', S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&pg=PA154 google]</ref>. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist. | '''Ahriman''' ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch '''Angra Manyu''' (bzw. '''Angra Mainyu''') ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} ''mephiz'' „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} ''tophel'' „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]<ref name="Asuras">In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.</ref>, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen '''Peetiare''' („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird<ref>vgl. U. Hannemann: ''Das Zend-Avesta'', S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&pg=PA154 google]</ref>. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist. | ||
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit. | Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit. | ||
== Wortbedeutung == | == Wortbedeutung == | ||
Version vom 14. Januar 2026, 17:45 Uhr

Ahriman (mittelpersisch „arger Geist“), auch Angra Manyu (bzw. Angra Mainyu) (avestisch) oder Mephistopheles (von Vorlage:HeS mephiz „der Verderber“ und Vorlage:He tophel „der Lügner“) genannt und in der Bibel als Satan bezeichnet, ist nach der urpersischen Überlieferung die Macht der Finsternis, der Geist der Finsternis[1], der sich als Widersacher dem lichten Gott Ormuzd (Ahura Mazdao) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen Peetiare („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird[2]. Nach Rudolf Steiner ist noch in der gegenwärtigen Kulturepoche eine irdische Inkarnation Ahrimans „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der Verstandesseele festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des Ätherleibs entstanden ist.
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.
Wortbedeutung
Angra ist das Gegenteil von Spenta (auch Sepanta), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von Spenta Mainyu ist. Mainyu bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; Spenta wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß Yasna (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen Ascha (asha-) und Drudsch (druj-), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.[3]
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen ascha („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und drudsch („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch ʾhlmn' Ahreman).
Wesensmerkmale
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles Bösen und Erreger der 9999 Krankheiten. Sein Wohnort ist die Unterwelt, aus der er Finsternis, Tod und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem Menschen der Einblick in die geistige Welt, so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die Materie ist das Reich Ahrimans. Er bringt die Todeskräfte in die Welt. Ahriman verführt den Menschen zu Irrtum und Lüge, die zum Keim für Krankheitsursachen in späteren Inkarnationen werden - und er ist der Herr des Intellekts.
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:
- „Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“[4]
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“[5]
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“[6]
Im Avesta
Das Avesta oder Awesta (mittelpersisch transliteriert: ’p(y)st’k, transkribiert: abestāg) ist die heilige Schrift bzw. Schriften- sammlung der zoroastrischen Religion. Es handelt sich bei dem avestischen Kanon um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n. Chr. vorhanden.
In den Gathas
In den Gathas, dem ältesten Teil des Avesta, kommt der Begriff Angra Mainyu nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in Yasna 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht angra mainyu, sondern aka mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom akem manah „böses Denken“ und vom daebaaman „Betrüger“ gesprochen.
Im jüngeren Avesta
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der Vendidâd. In diesen sehr späten Texten der Vendidâd 1 (4. Jahrhundert v. Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd (Ahura Mazdao).[7] Dies belegt ein Zitat des Aristoteles bei Diogenes Laertios (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.
Ahriman in der mythologischen Überlieferung

Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im a:Zurvanismus überliefert wurde, sind a:Ahura Mazdao und Ahriman Zwillinge und Kinder a:Zurvans, der unerschaffenen Zeit, auch a:Zaruana Akarana genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. a:Kain und Abel) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit a:Luzifer in die a:Unterwelt verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte a:diabolische und a:satanische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten (Off 20,1-3 LUT).
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen Areimanios; in der a:Avesta kommt noch die vollere Namensform Anromainyus vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.
In der a:Mithrareligion und im a:Zervanismus wird Ahriman als a:Gott verehrt. Ihm werden Tiere geopfert, die der bösen Macht angehören. Auf Reliefs der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.
In der Anthroposophie

Die a:Anthroposophie sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen a:Luzifer bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten a:Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“[8]
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der alten Sonne, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem alten Mond werden sie dadurch zu Versuchern der a:Angeloi.
Ahriman ist aber nicht als böse im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als a:Opfertat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte a:Weltentwicklung leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die a:Freiheit erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger a:Liebe entgelten kann.
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort „Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :"...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit."[9]
1919 sprach Rudolf Steiner in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.[10]
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :"...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen."[11]
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher- kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:
"Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen."[12]
Ahriman im Schāhnāme

Im Schāhnāme, dem Lebenswerk des persischen Dichters Abū ʾl-Qāsim Firdausī (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder Diws genannt.
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über w:Gayomarth ein:
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“[13]
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, Sijamak, töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick
Über des Schahs und Sijamak's Glück.
...
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“[14]
Am Ende gelingt es Huschang, dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,
Die Welt macht' er dem Dewen eng.
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,
Abschnitt er das Haupt ohn' gleichen ihm;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war's aus.[15]
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.
Siehe auch
- ...
Literatur
- Ulrich Hannemann (Hrsg.): Das Zend-Avesta. Band 1: Allgemeiner Teil. Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.
- Firdausi: Geschichten aus dem Schahnameh (= Diederichs Taschenausgaben. 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).
Einzelnachweise
- ↑ In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die Asuras, die vom rechten Weg abgewichenen Geister der Persönlichkeit, als Geister der Finsternis bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.
- ↑ vgl. U. Hannemann: Das Zend-Avesta, S. 154 google
- ↑ Antonio Panaino: Religionen im antiken Iran. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.
- ↑ Rudolf Steiner: Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. (Online)
- ↑ Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/
- ↑ Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/
- ↑ Vgl. auch Antonio Panaino: Religionen im antiken Iran. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.
- ↑ Walter Bühler: Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.
- ↑ >[[1]]Abgerufen am 28.Dezember 2025
- ↑ 11. Vortrag vom 1. November 1919. In: Rudolf Steiner: Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919. 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.
- ↑ >([2])Abgerufen am 28.Dezember 2025
- ↑ >([3])Abgerufen am 28.Dezember 2025
- ↑ Friedrich Rückert (Übersetzer): Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII. Georg Reimer, Berlin 1890, S. 4.
- ↑ Friedrich Rückert (Übersetzer): Firdosi's Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII. Georg Reimer, Berlin 1890, S. 4 f.
- ↑ Friedrich Rückert (Übersetzer): Firdosi's Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII. Georg Reimer, Berlin 1890, S. 7.
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