Freiheit: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten. <ref>Eintrag ''frei'' in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage.</ref> Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört, <ref>Vedisch 'priyá' = 'Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: 'freien’ (i. S. v. heiraten) und 'Frieden’, vgl. Eintrag ''frei'' in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage und Eintrag ''Freiheit I, Einleitung'' in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: ''Geschichtliche Grundbegriffe'' Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.</ref> zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.<ref>Werner Conze, Eintrag ''Freiheit I, Einleitung'' in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: ''Geschichtliche Grundbegriffe'' Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.</ref> | Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem [[w:Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das [[w:Urgermanische Sprache|germanische]] *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten. <ref>Eintrag ''frei'' in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage.</ref> Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört, <ref>Vedisch 'priyá' = 'Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: 'freien’ (i. S. v. heiraten) und 'Frieden’, vgl. Eintrag ''frei'' in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage und Eintrag ''Freiheit I, Einleitung'' in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: ''Geschichtliche Grundbegriffe'' Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.</ref> zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.<ref>Werner Conze, Eintrag ''Freiheit I, Einleitung'' in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: ''Geschichtliche Grundbegriffe'' Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.</ref> | ||
In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).<ref>[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&lemid=F01207 '' Herders Conversations-Lexikon.''] In: '' https://woerterbuchnetz.de.'' Abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref> | In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).<ref>[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&lemid=F01207 '' Herders Conversations-Lexikon.''] In: '' https://woerterbuchnetz.de.'' Abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref> | ||
== Unterscheidungen == | |||
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|[[w:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[w:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]] | |||
Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.<ref>[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Freiheit+%5B1%5D?hl=freiheit ''Pierer's Universal-Lexikon.''] In: ''zeno.org.'' Abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref> So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden. | |||
Version vom 17. Februar 2026, 15:17 Uhr
Wortherkunft
Das Wort „Freiheit“ ist das Abstraktum zum Adjektiv „frei“, das sich aus dem indogermanischen Wurzelnomen (ig.) *per(e)i- „nahe, bei“ (= „das, was bei mir ist“, das persönliche Eigentum) entwickelt hat. Etymologischen Vermutungen zufolge hat es seine heutige Bedeutung über das germanische *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten. [1] Ebenfalls aus der indogermanischen Wurzel lässt sich herleiten, dass jemand, der frei ist, zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört, [2] zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht und die diesen inneren Frieden gemeinsam gegen Übergriffe von Dritten verteidigen. Somit wäre „Freiheit“ als Rechtsstatus nach damaligem Verständnis relativ zu einer Gruppe und an die Bereiche gebunden, in denen diese normative Herrschaft ausübt.[3] In der Physik bezeichnet man Freiheit als das Vermögen eines Stoffes oder Körpers, seine Kraft ohne äußeres Hindernis zu zeigen (beispielsweise „freie Bewegung“, „freie Luft“etc.).[4]
Unterscheidungen

Am grundlegenden Begriff der Freiheit können zahlreiche Aspekte unterschieden und separat behandelt werden. Eine absolute Freiheit, im Sinne einer Unabhängigkeit von allen äußeren Einflüssen und Motiven, stellt eine reine Idee dar.[5] So kann Freiheit in den verschiedenen Bereichen als Ideal definiert und gleichzeitig ihre Grenzen aufgezeigt werden.
- ↑ Eintrag frei in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage.
- ↑ Vedisch 'priyá' = 'Freund’, sowie vom gleichen Wortstamm: 'freien’ (i. S. v. heiraten) und 'Frieden’, vgl. Eintrag frei in: Kluge, etymologisches Wörterbuch, 24. Auflage und Eintrag Freiheit I, Einleitung in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425.
- ↑ Werner Conze, Eintrag Freiheit I, Einleitung in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck: Geschichtliche Grundbegriffe Bd. 2., Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1, S. 425. In dieser Etymologie klingt allerdings Aristoteles’ Theorie der Freundschaft nach.
- ↑ Herders Conversations-Lexikon. In: https://woerterbuchnetz.de. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Pierer's Universal-Lexikon. In: zeno.org. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
