Benutzer:Findus/Luzifer: Unterschied zwischen den Versionen

Aus AuroraWiki
Findus (Diskussion | Beiträge)
Findus (Diskussion | Beiträge)
 
Zeile 81: Zeile 81:
:''Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]
:''Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]


Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]
:''Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]''
 
:'' die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.''<ref>Rudolf Steiner: ''Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.''GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.''<ref>Rudolf Steiner: ''Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.''GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1
, S.&nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&view=Fit Online])</ref>
, S.&nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&view=Fit Online])</ref>



Aktuelle Version vom 31. Mai 2026, 21:05 Uhr

Brunnen des gefallenen Engels, Retiro-Park (Madrid, Spain)
Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)

Luzifer, auch Lucifer, ist der lateinische Name des Morgensterns Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und ferre, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt Luzifer als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen häretischen Bewegungen wie den Bogomilen und Katharern habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der Belletristik taucht Luzifer häufig als Herrscher der Hölle auf.

Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: "Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel", jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche habe uns die Freiheit gebracht.[1]

Der Kunsthistoriker Alastair Sooke stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis sei, dass man die Grenze überschreiten kann. Luzifer beweise die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend  :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).[2]

Luzifer wird von Dr. med. Michaela Glöckler in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart,

„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.»

Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. [3]

Römische Mythologie

In der römischen Mythologie wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den Morgenstern, also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke Φωσφόρος („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. Έωσφόρος („Bringer der Morgenröte“), die etwa in Homers Odyssee oder Hesiods Theogonie auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.

Christentum

Sturz des Luzifer, Illustration von Gustave Doré, 1865

Der babylonische/hebräische Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.[4] In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern Helel bereits mit Φωσφόρος wiedergegeben. Aquila leitet das Wort helel vom Verb yalal (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.[5] Die christlichen Kirchenväter – etwa Hieronymus in seiner Vulgata – übersetzten dies mit Lucifer. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.[6] Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den Apokryphen die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).[4] Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.[4] Im Proömium seiner Schrift De principiis und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte Origenes den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift Leben Adams und Evas – mit dem Teufel bzw. Satan.[4] Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden Engellehre vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit Phaeton verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.[7]

Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von Peter Paul Rubens, ca. 1620

Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von Jesaja 14,12 EU (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.[8][9] Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.[10] Auch Peter Binsfeld unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. Superbia hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach Anselm von Canterbury nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (inordinate), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.[11]

Bei den Katharern

In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als Satanael bezeichnet. Bei den Bogumilen und Euchiten hieß der „Erstgeborene“ Luzifer-Satanael.[12] Für die Katharer war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste Emanation des höchsten Gottes.[13] Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.[14]

Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder Luziferianer bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den wahren Gott, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine intrinsisch schlechte Schöpfung handelt.[15] Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.[16]


Nach Rudolf Steiner wird er identisch mit dem im Koran genannten Iblis, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des Ezechiel auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des Astralleibes entstandenen Empfindungsseele verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.

Herkunft der luziferischen Wesenheiten

Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem alten Mond, der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre Menschheitsstufe, d.h. ihre Ich-Entwicklung durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem Astralleib selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.

Was sind denn die luziferischen Wesen für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht. Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem Astralleib in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten, unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat. In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.

Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich dem Willen der Götter folgen.[17]

An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen Erzengel:

Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.[18]

Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen

Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der dritten Hierarchie unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:

Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]
die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.[19]
Zeichnung aus GA 136, S. 100
Zeichnung aus GA 136, S. 100

Einzelnachweise

  1. [https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel] In: Geisteswissenschaft TV Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel Abgerufen am 30. Mai 2026.
  2. Satan – Luzifer – Belzebub In: ZDFinfo Dokumentation Satan – Luzifer – Belzebub Abgerufen am 30. Mai 2026.
  3. Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman In: Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort Abgerufen am 28. Mai 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Vorlage:Literatur
  5. Vorlage:Literatur
  6. Vorlage:JE
  7. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.
  8. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
  9. Rüdiger Hauth (Hrsg.): Kompaktlexikon Religionen. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.
  10. Vorlage:Internetquelle
  11. Vorlage:Literatur
  12. Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
  13. Willis Barnstone, Marvin Meyer: The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition. Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.
  14. Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.
  15. Vorlage:Literatur
  16. Vorlage:Literatur
  17. Rudolf Steiner: Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S. 91. (Online)
  18. Rudolf Steiner: Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S. 96. (Online)
  19. Rudolf Steiner: Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1 , S. 98. (Online)
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Luzifer in AnthroWiki und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In AnthroWiki ist eine Liste der Autoren einsehbar.


zurück nach oben