Zwiebel: Unterschied zwischen den Versionen
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:„Dieser Knoblauchduft, den der | :„Dieser Knoblauchduft, den er [Anm: der Grippekranke] hat, der bewirkt, dass sein Kopf dumpf wird, weil ein ganz bestimmtes Organ im Kopfe, das man das Sensorium nennt, nicht ordentlich von dem Stoff versorgt wird. Dadurch haben wir den Grippedreck in uns, dass gerade in der Mitte des Kopfes ein Organ nicht ordentlich versorgt wird. In diesem Duft – das kann man also mit einer ganz feinen Nase riechen – ist immer etwas Zwiebel- und Knoblauchduft drinnen. Ja, den macht man ja mit. So wie wir die krächzende und grunzende Stimme des Menschen mitmachen, so machen wir innerlich das mit, was der Mensch da ausdünstet, und wir kriegen dadurch unsern eigenen Astralleib, unsere eigene Tätigkeit in Unordnung. Die bewirkt nun auch, dass ein solcher Boden, wie er geeignet ist für Zwiebeln und Knoblauch, abgesetzt wird, und wir kriegen auch die Grippe. Das hat noch gar nichts mit Bakterien oder Bazillen zu tun; das hat einfach mit der Beziehung von Mensch zu Mensch etwas zu tun.“<ref>Rudolf Steiner: ''Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre.'' GA 348. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7274-3480-5 (Ln), S. 166. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_348.pdf#page=166&view=fit Online])</ref> | ||
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Version vom 10. August 2025, 09:51 Uhr



Die Zwiebel (Allium cepa), auch Küchenzwiebel, Gartenzwiebel, Speisezwiebel, Zibolle (von italienisch cipolla) genannt, gehört botanisch zur Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und ist innerhalb dieser Familie der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) zugeordnet. Der Ausdruck Zwiebel bezeichnet sowohl die Pflanzenart als auch ihren verkürzten Spross, das typische unterirdische Speicherorgan.
Der Spross ist eine prall gefüllte, wässrig-schleimige Knolle mit feinen Würzelchen. Sie bildet sich in mehreren, in sich abgeschlossenen, eng aneinanderhaftenden Schalen. Die äußerste Schale ist eine sehr dünne und trockene Haut. Sie kann einfach abgelöst werden. Im Bild der Zwiebel zeigt sich eine ausgewogene Struktur- und Formkraft.
Die Zwiebel gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie war die Heilpflanze des Jahres 2015.
Aus geistiger Sichtweise prägt die Küchenzwiebel kräftigende Formbildetendenzen aus. Durch ihre zusammenziehende Wirkung wirkt sie heilsam auf den gesamten Körper. Da sie das „Wässrige“ selbst gut organisieren und daraus Formstrukturen erschaffen kann, entfaltet sie auch eine entwässernde Wirkung auf den Menschen.
Etymologie
Das DWDS gibt zur Zwiebel folgende etymologische Angaben:
Zwiebel f., althochdeutsch zwibolla f. (11. Jh.), zibolla f. (Handschrift 12. Jh.), zibollo m. (11. Jh.), zwibollo m. (Handschrift 12. Jh.), mittelhochdeutsch zwibolle, zibolle m. f. (und zahlreiche Varianten) ist entlehnt (wohl in süddeutschen Klöstern) aus spätlateinisch cēpula f. (in Glossen auch cipulla, cibulla, cibula; vgl. italienisch cipolla), dem Deminutivum zu lateinisch cēpa „Zwiebel“.
Die deutschen Formen werden im ersten Bestandteil bereits im Althochdeutschen angelehnt an althochdeutsch zwi- „zweifach, doppelt“, im zweiten Bestandteil an althochdeutsch bolla „Knospe, Fruchtknoten, Flachsknoten, Wasserblase, sich (nach unten) wölbendes Gefäß, Becher“, mittelhochdeutsch bolle „Knospe, kugelförmiges Gefäß“ und im Sinne von „zweifache (vielhäutige) Bolle“ als Kompositum aufgefasst. In der Umgangssprache daher vereinfacht Bolle f. „Zwiebel“; in der Schriftsprache setzt sich dagegen die von Luther bevorzugte Form Zwibel durch; bis ins 19. Jh. stehen femininer und maskuliner Genus nebeneinander.[1]
Beschreibung
Einkeimblättrige Pflanze
Die typische Zwiebel kommt nur bei den Monokotyledonen (Einkeimblättrige Pflanzen) vor. Besonders in den Familien der Liliengewächse (Liliaceae) und der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) treten vermehrt Zwiebelpflanzen auf. Lilie, Tulpe und Hyazinthe, Milchstern u. a. sowie alle Laucharten, zu denen auch die Küchenzwiebel gehört, sind zwiebeltragende Liliengewächse.[2] Zu diesen ausdauernden krautigen Pflanzen zählen weiters Gewürzpflanzen wie beispielsweise Lauch, Knoblauch, Bärlauch, Schnittlauch oder Schalotte.
Charakteristische Merkmale für die Monokotyledonen sind, dass sie mit einem Blatt keimen und ihre Blattadern parallelnervig zueinander verlaufen. Sie entwickeln Büschelwurzeln, d. h. ein Wurzelsystem ohne Hauptwurzel. Die Blüten sind meist 3- bzw. 6-zählig (Anzahl der Blütenblätter). [3]
Zwiebel

Der Ausdruck Zwiebel bezeichnet sowohl die Pflanzenart als auch ihren verkürzten Spross, das typische unterirdische Speicherorgan, das auch von anderen Pflanzenarten gebildet wird (siehe Zwiebel als Pflanzenteil). In der Umgangssprache wird die genaue Bedeutung oft nicht beachtet. In der Botanik muss immer klar sein, ob von der Art Allium cepa oder von einem Pflanzenorgan die Rede ist.
Bei der Zwiebelbildung selbst, die sowohl unter als auch halb in der Erde stattfindet, ist die Sprossachse sehr stark gestaucht. Diese entwickelt den Zwiebelboden. In mehreren Schichten legen sich die Blätter um den Spross und verdicken sich fleischig. Die Zwiebel entsteht durch eine Metamorphose der Sprossachse.[4]
Wie bei vielen Monokotyledonen ist bei der Zwiebel die Wurzelbildung schwach und einfach. Nach der Forschung des anthroposophischen Heilmittelforschers Wilhelm Pelikan zeigt dies, dass sie ihr Dasein einer Frühzeit der Erdenentwicklung und Pflanzenbildung verdanken. In dieser Zeit gab es noch nicht die mineralische feste Erde von heute, sondern ein weicherer, plastisch-verformbarer, flüssiger Boden bildete den Grund.[5]
Herkunft und Verbreitung
Die Zwiebel ist eine Kulturpflanze in der Obhut des Menschen. Die Abstammung der Zwiebel kann nicht sicher belegt werden, daher werden auch geographische Herkünfte nicht genau zu eruieren sein. Oft wird „Mittelasien“ oder „Afghanistan“ als Herkunft angegeben. Eine nahest verwandte Art, Allium vavilovii, ist in Turkmenistan und im Iran beheimatet.[6]
Kultivierung und Pflanzenentwicklung

Die Küchenzwiebeln werden ausgesät oder als Stecklinge vermehrt. Die Samen der Zwiebel beginnen bei etwa 5 °C zu keimen. Von der Aussaat der Zwiebel bis zur Ernte vergehen etwa 4 Monate. Die Zwiebel ist ein in der Erde sich entwickelndes Speicherorgan.
Charakteristisch bei der Küchenzwiebel ist es, dass sie nach Aussaat feine Wurzelhärchen ausprägt und sich nur der unterste Teil der röhrenförmig ineinander liegenden grünen Blätter zu einem weißen Spross verdickt und Schalen bildet.
Als Steckling vermehrt, treibt die Küchenzwiebel im ersten Jahr in lockeren, durchlässigen humosen Böden an sonnigen, warmen Plätzen aus ihrer Schale einen Schopf aus lufteinschließenden Röhrenblättern oberirdisch aus. Ihr Wachstum baut sich im ersten Jahr im Wurzelnahen auf und das Wachstum der Röhrenblätter erfolgt noch mehr bodennah. Diese sammeln das Sonnenlicht in der Photosynthese und speichern die Nährstoffe in der Zwiebel als Speicherorgan.

Erst entwickeln die Pflanzen eine gewisse Anzahl von Blättern, dann erst setzt die Blütenbildung ein, sofern sie für gewisse Zeit gegen Ende der letzten Vegetationsperiode oder in der Ruhezeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt waren.
Danach streckt sich die Zwiebelscheibe bis zu einem 120 cm langen röhrenförmigen, im unteren Teil bauchigen Schaft und entwickelt im zweiten Vegetationsjahr in luftiger Höhe einen sphärischen Blütenstand, kugelig geformt, wo alle blütentragenden Achsen an einer Spitze des Sprosses ansetzen. Es bilden sich bei der Zwiebel bis zu über 100 weiß-grünlich gefärbte, strahlige Einzelblüten.[7] Dies weist nach dem deutschen Botaniker und Anthroposophen Gerbert Grohmann auf das Wirken kosmischer Bildekräfte hin. Der Blütenstand erscheint frei von den Schwerekräften der Erde, in sich kugelig abgeschlossen.[8]

Die Einzelblütchen haben in den Schwefelverbindungen einen stofflich feurigen Bezug zu Licht und Wärme. Die Pflanze verwandelt und verlagert die sulfurisch-tragende Verbindung von der luftigen Blüte bis hinein in das irdisch-mineralisch flüssige Speicherorgan. Sie führt das Aroma und eine gewisse weckende Schärfe bis in die Blatt- und Stängelregion. Die Zwiebel reift heran bis sie prall ausgereift vom Gärtner geerntet wird.[8]
Das Speicherorgan der Zwiebel wird als Schalenzwiebel bezeichnet. Es geht aus den Laubblättern hervor, die schichtweise die ganze Zwiebel umgreifen. Die Schuppenzwiebeln hingegen bestehen aus zahlreichen Niederblättern in überlappender Anordnung.
Die Streifennervigkeit beschreibt den Verlauf der Leitbündel in den Blättern. Es laufen mehrere Nerven parallel oder bogig nebeneinander, ohne sich zu verzweigen und zeigen in der Zwiebel schichtartige Zusammenschlüsse der Zwiebelringe. Im Gegensatz dazu zeigen netznervige Blätter als Kennzeichen der Dikotyledonen, wo ein verzweigtes abgestuftes System nach Haupt-und Nebennerven mit deutlicher Mittelrippe sichtbar ist.[9][10]
In den Zwiebelschalen entwickelt sich das vegetative Wachstum, sobald der Blütenspross abgestorben ist. Die äußeren Blatthäutchen vertrocknen zu papierdünnen Häuten, die sich noch lange Zeit halten und eine Hülle um den Zwiebelspross bilden.[11]
Die Küchenzwiebel bildet eine Erneuerungsknospe und damit eine einfache Zwiebel. Sie unterscheidet sich dadurch von den als Schalotten bezeichneten Sorten, die regelmäßig eine Anzahl von Tochterzwiebeln entwickeln.
Inhaltsstoffe der Zwiebel
| Brennwert | 117 kJ (28 kcal) |
| Wasser | 88,6 g |
| Eiweiß | 1,2 g |
| Fett | 0,3 g |
| Kohlenhydrate | 4,9 g |
| Ballaststoffe | 1,8 g |
| Mineralstoffe | 0,5 g |
| Vitamin A | 1 µg |
| Vitamin B1 | 35 µg |
| Vitamin B2 | 20 µg |
| Vitamin B3 | 200 µg |
| Vitamin B5 | 170 µg |
| Vitamin B6 | 150 µg |
| Vitamin B9 | 7 μg |
| Vitamin C | 7 mg |
| Vitamin K1 | 310 µg[13] |
| Calcium | 20 mg |
| Eisen | 0,23 mg |
| Magnesium | 10 mg |
| Natrium | 3 mg |
| Phosphor | 35 mg |
| Kalium | 160 mg |
| Zink | 0,22 mg |
Zwiebeln enthalten neben der schwefelhaltige Aminosäure Isoalliin die schwefelhaltige Säure Allicin, die man beim Aufschneiden deutlich riecht und ein Brennen der Augen auslöst.[14]
Die Zwiebel speichert neben Fructanen (Zuckerverbindungen), auf die der süßliche Geschmack der Zwiebel zurückzuführen ist, noch weitere Stoffe wie verschiedene Mineralien, ganz besonders Kalzium, Kalium, Eisen und das Spurenelement Selen.
In allen Pflanzenteilen ist die Zwiebel von Schwefel durchzogen. Sie bildet verschiedenartige „sulfurische“ Stoffe.[15] Schwefel kommt vom lateinischen Wort sulphur, von sol-ferre (Sol „Sonne“ und ferre „tragen“) und bedeutet wörtlich „Sonnenträger“. „Der Schwefel ist durch seine impulsive Licht- und Wärmewirkung charakterisiert.“[16]
Weitere Inhaltsstoffe, die durch lebendige gestaltbildende Ätherkräfte gebildet werden, sind Schleim, Inulin, Zucker und Vitamin C.[17]
Auch eine Anzahl homologer Substitutionsprodukte des oxidierten Cysteins, der einfachsten schwefelhaltigen Aminosäure, werden in der Zwiebel gefunden. Die Kohlehydrate bilden einen Hauptanteil der Zwiebel. Es kommt jedoch bei der Gattung Allium keine Stärke vor. Die Kohlehydrate, die als Reservestoff gespeichert werden, sind aus Fructose-Einheiten und einem Glucose-Rest gebildet. Die Zwiebel ist besonders reich an gelben und zum Teil roten Pigmenten, an Quercetin, Kaempferol, Flavonoiden und Anthocyanen. Auch Kaffeesäure, Ferulasäure, Protocatechusäure sind reichlich vorhanden. Mit einer Abkochung der Zwiebel-Schale können Textilien oder Ostereier gefärbt werden.[18]
Die frische Zwiebel ist neben den oben genannten Substanzen relativ reich an Pantothensäure, Nicotinsäure, ferner an Allicin, Carotin, Phosphor und Fluor. Weiters enthält sie B-Vitamine. Ein höherer Anteil an Antioxidantien zeichnet die rote Zwiebel aus.[19]
Innerhalb der Lauchgewächse oder Zwiebelgewächse (Allioideae) zeichnet sich vor allem der Knoblauch (Allium sativum) durch schwefelhaltige Verbindungen aus wie das Alliin, das enzymatisch zu Allicin umgewandelt wird. „Der Knoblauch sammelt seine schwefeligen und aromatischen Substanzen ganz in der Knolle.“[16]
Anbau und Ernte
Im deutschsprachigen Raum sind die Sorten „Rote Braunschweiger“ (rotfleischig), „Stuttgarter Riesen“ (weißfleischig) und „Zittauer Gelbe Riesen“ (weißfleischig) vorwiegend vertreten.[20]
Beim Anbau der Küchenzwiebel wird als guter Boden altgedüngtes, humoses, sandig-lehmiges und nicht zu feuchtes Land empfohlen. Auf einem Boden, der noch nicht lange kultiviert wurde („roher Boden“), gedeiht die Zwiebelpflanze nicht gut. Auch ist ein gerade erst tief bearbeitetes, sogenanntes rigoltes Land, keine gute Anbaufläche, da die Zwiebeln zu dicke Stängel ausbilden, zudem zu fest werden und nicht gut zum Lagern geeignet sind.[21]
Man unterscheidet Steckzwiebel und Saatzwiebel. Steckzwiebeln sind vorgezogene kleine Zwiebeln, die im Frühjahr oder Herbst gesteckt werden und Saatzwiebel werden als Zwiebel die direkt in die Erde gesät. Beide kommen in der einjährigen Kultur zur Anwendung.[21]
Einjährige Kultur

Bei der einjährigen Kultur sät man die kleinen schwarzen Samen von Allium cepa direkt ins Freiland oder in ein Frühbeet. Je nach dem Anbaugebiet wird im zeitigen Frühjahr, in wärmeren Gegenden jedoch bereits ab Ende Februar gesät. Saatzwiebeln sind robuster als Steckzwiebeln, benötigen aber eine längere Zeit in ihrer Kultivierung.
Eine weitere Anbaumethode ist die Aussaat Anfang März ins Frühbeet und die herangewachsenen Steckzwiebeln oder Pflanzzwiebeln können im Frühjahr oder Herbst in die Erde gesteckt werden.[21]
Zweijährige Kultur
Die Samen werden gegen Ende April dicht auf ein Beet mit magerem Boden ausgesät. Kleine Zwiebelchen (Bulben) entwickeln sich und sollten sobald als möglich geerntet werden. Die aussortierten kleineren sind die sogenannten Steckzwiebeln. Diese werden gut getrocknet und über den Winter in einem warmen Raum gelagert.[21]
Je nach Art des Anbaus wird zwischen „Sommerzwiebeln“ und „Winterzwiebeln“ unterschieden:
- Sommerzwiebeln (als eigentliche Küchenzwiebeln bezeichnet) sät oder steckt man im zeitigen Frühjahr. Die Ernte erfolgt dann zwischen August und Oktober. Die Lagerung von späteren Sorten mit fester Konsistenz kann bis in den März des Folgejahres erfolgen.
- Winterzwiebeln – Zwiebeln, die über den Winter kultiviert werden, sät man im August aus. Im nächsten Frühjahr kommen sie zur Reife, ab Juni erfolgt die Erntezeit. Von der Konsistenz sind sie saftiger und vom Geschmack milder als die Sommerzwiebeln. Sie sind nur begrenzt zur Lagerung geeignet.[22]
Beim Pflanzen sollten die Zwiebeln mit einem guten Abstand der Reihen von 20 cm und einem Abstand der Pflanzen von bis zu 10 cm gesteckt werden. Die Spitzen sollten noch etwas aus der Erde ragen. Vom Geschmack ist die Ernte aus der zweijährigen Kultur als wohlschmeckender eingestuft als die der einjährigen.[21]
Ernte
Die Ernte der Zwiebel erfolgt im August, bei Steckzwiebeln schon im Juni und bei überwinterten Zwiebeln im Mai.
Der Geruch der geernteten Zwiebel wird als scharf und beißend beschrieben, ihr Geschmack beißend würzig und ein wenig süß. Ein aromatischer Geruch und ein milder Geschmack entwickelt sie im getrockneten Zustand.[23]
Verwendung
Ernährung

Verwendet wird die Zwiebel meist fein gehackt oder in Ringe geschnitten. Sie wird roh oder geröstet gegessen oder beim Garen anderer Speisen mit gedünstet, z. B. im Gemüse.
Sie kann in verschiedensten Formen geschnitten werden und nach Einlegen für etwa 30 Minuten in Essig als Salatgewürz beigegeben werden. Die Zwiebel sollte nach dem Schneiden nicht allzu lange liegen gelassen werden, da sich bereits allein durch das Schälen und dann durch das Liegen einige Inhaltsstoffe in der Luft verflüchtigen.
Heinz Grill gibt den Hinweis, dass der rohen Zwiebel durch Einlegen in Essig und Salz die „Schärfe der Schwefelverbindung (Allylsulfid)“ genommen wird. Für den Menschen wird die Zwiebel dadurch bekömmlicher.[16]
Bei der Verdauung wird die, für den Menschen zunächst fremde Nahrung abgebaut, was den Organismus zu Aktivität auffordert. Dies führt zu einer Anregung der ätherischen Kräfte und nährt den Menschen im eigentlichen Sinne. Die Darmflora oder Mikrobiota unterstützen die verdauende Tätigkeit. Die Zwiebel wird wie auch der Knoblauch, der Lauch, der Schnittlauch und besonders der Meerrettich als immunstärkendes Lebensmittel bezeichnet.[24]
In Ayurveda wird vom Verzehr roher Zwiebeln vor allem in der Nacht abgeraten. Die Zwiebel ist für die Verdauung schwer und erhöht Pitta. Sie kann Trägheit und Ruhelosigkeit auslösen, sollte sie im Übermaß genossen werden.[25]
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wird die Geschmacksrichtung der rohen Zwiebel als scharf, süß und der gebratenen Zwiebel als nur süß beschrieben. Um die Schärfe der Zwiebel zu erhalten, sollte sie nicht zu lange der Hitze ausgesetzt werden.[26] Ein zentraler Satz der Ernährungslehre der TCM lautet: „Nahrungsmittel und Heildrogen stammen aus derselben Quelle“. Die richtige Ernährung ist eine Vorsorge um ein Auftreten von Erkrankungen zu vermeiden. Dieser Zusammenhang wurde bereits früh in China herausgefunden.[27]
Zwiebel als Heilpflanze
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Die Zwiebel war die Heilpflanze des Jahres 2015.[28]
- Mittelalter
Hildegard von Bingen schreibt in ihrem Werk Physica, in dem sie die Pflanzenwelt ihrer Zeit behandelt, über die Zwiebel (Allium Cepa):
- „Die Sommerzwiebel hat nicht die rechte Wärme, sondern eine scharfe Feuchtigkeit, weil sie von dem Thaue des Tagesanbruch, wo seine Kräfte schon sinken, wächst. Im rohen Zustande genossen, ist sie schädlich und giftig, wie der Saft nutzloser Kräuter, gekocht ist sie gesund, selbst denen, welche an Fieber oder an der Gicht leiden; Magenkranken ist sie sowohl roh als gekocht schädlich.“[29]
Aufgrund ihrer Feuchtigkeit empfiehlt Hildegard von Bingen die Zwiebel daher nur bei Fieber und bei Gicht.
Paracelsus hält die Beigabe von gerösteten Zwiebeln in den Speisen für gesund: „Jede Speise, die mit gerösteten Zwiebeln in Butter gekocht ist, ist gesünder als ohne Zwiebel gekocht.“[30]
- Schulmedizin

Die Kommission E nennt eine Anwendungsmöglichkeit der Zwiebel gegen Appetitlosigkeit oder auch vorbeugend gegen Arteriosklerose.[31] Positive Effekte der Zwiebel konnten in Studien bei folgenden Erkrankungen nachgewiesen werden:
- fleckige Alopecia areata (Haarausfall)
- Magenkarzinom (vorbeugend)
- Diabetes mellitus
- Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel im Blut)[32]
In kleineren Studien wurden leicht positiv Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System nachgewiesen. Bei Thrombose entfaltet die Zwiebel einen antithrombotischen Effekt.[32]
In einer Pilotstudie wurde bei zwölf Probanden mit leichter Hypercholesterinämie festgestellt, dass der Konsum von täglich 100 ml Zwiebelsaft über einen Zeitraum von 8 Wochen erheblich den Taillenumfang, das Gesamtcholesterin und LDL-c verringerte.[33] Die Zwiebel wird daher zur unterstützenden Behandlung verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen.[34]
In Deutschland wird ein Zwiebelextrakt zusammen mit Heparin und Allantoin als topische Anwendung (direktes Auftragen auf die Haut) zur Narbenreduktion angewendet.[32]
- Naturheilkunde
Die Zwiebel wird in der Naturheilkunde für ein breites Spektrum an Erkrankungen verwendet. Bei den nachstehend angeführten Symptomen wird die Zwiebel lindernd und vorbeugend eingesetzt:
- innerlich bei Atemwegserkrankungen, Magen- und Darmbeschwerden,
- äußerlich bei Mückenstichen und Blutergüssen.
Der Zwiebel wird auch eine vorbeugende Wirkung gegen altersbedingte Gefäßerkrankungen und bei einigen Tumorleiden zugeschrieben. Die Zwiebel, als Saft oder Sirup eingenommen, kann bei Husten und Bronchitis Linderung verschaffen.[35]
Die Zwiebel enthält Schwefelverbindungen, die Schwermetalle aus dem Körper lösen können. Diese werden dann in gebundener Form in Chelaten ausgeleitet.[36]
- Anthroposophische Medizin
In der anthroposophischen Medizin ist der Leitgedanke zur Anwendung, dass die Zwiebel „abschwellende, schmerzstillende sowie antientzündliche Eigenschaften“ hat.[37] Die Zwiebel wirkt abschwellend auf die Schleimhäute und entfaltet durch ihre ätherischen Öle stark antiseptische Wirkungen. Sie hemmt Entzündungen und wirkt schmerzlösend bei Stauungen und Entzündungen verschiedener Genesen, insbesondere in den Atemwegen und der Nasen-Rachenschleimhaut.[37]
In der anthroposophischen Pflege findet die Zwiebel Einsatz für äußere Anwendungen. Bei eitriger Angina werden Halswickel mit der Zwiebel empfohlen, bei Erkältungen und grippalen Infekten Stirn-Fußsohlen Auflagen der Zwiebel. Ohrenschmerzen können nach Abklärung mit dem Arzt mittels Zwiebel-Ohrsäckchen gemildert werden.[37] Die Zwiebel wird als Arzneimittel namens Allium cepa e bulbo bei scharfem Fließschnupfen angewendet.[38]
Die Zwiebel wird auch bei Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen und Neuralgien eingesetzt. Die antientzündliche abschwellende belebende Wirkung der Zwiebel findet für die Herstellung einer Mercurialis-Salbe Verwendung.[39]

Verdauungsfördernde, „stoffwechselbeschleunigende“ und die bereits erwähnte „sulfurische“ Wirkungen sind aus Sicht der anthroposophischen Medizin bei der Zwiebel bedeutsam. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass die Zwiebel die Diurese angeregt und im menschlichen Organismus wässrige Stauungen überwindet bzw. aussondert.[40]
Der Schwefel gehört chemisch zu den aktivsten aller Stoffe und hat Beziehung zu Wärme. Schwefel entstammt aus Gegenden, die vulkanisch durchwärmt sind (z. B. Sizilien, Spanien). Als schwefelsaure Magnesia (Magnesiumsulfat) kommt er im Meer vor. „Er wirkt verbindlich, verbindend, Möglichkeiten schaffend, wärmend oder die Stoffe durchkochend. Er spielt im organischen Leben und so in den Stoffwechselprozessen eine wichtige vermittelnde Rolle.“[41] Diese anthroposophische Sichtweise, dass die Zwiebel durch ihren Schwefelgehalt einen Bezug zur Wärme hat, steht im scheinbaren Gegensatz zur oben erwähnten Aussage von Hildegard von Bingen.
- Traditionelle chinesische Medizin
Gemäß der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird der Organbezug der Zwiebel auf die Lunge, Milz, Magen, Darm, Leber, Herz gewiesen. Die Wirkung der Zwiebel wird als Schweiß treibend, Oberfläche öffnend, Magen kräftigend, den Appetit fördernd, das Qi regulierend und die Mitte freimachend charakterisiert. Sie wird angewendet bei Leere der Mitte, wenn verminderter Appetit, Völlegefühl oder Durchfall auftritt. Nach der Verbindung von westlicher mit chinesischer Medizin wird die Zwiebel auch bei Hypertonie, Hyperlipämie (Störungen des Fettstoffwechsels) und koronaren Herzerkrankungen eingesetzt. Doch Vorsicht ist gemäß TCM geboten bei Lungen-Hitze sowie Magen-Hitze. Auch bei Anzeichen für Yin-Leere wie verschwommener Sicht.[26]
- Homöopathie

Die Homöopathie setzt potenzierte Zwiebel bei Ohrenschmerzen, zahlreichen Erkältungssymptomen, bei Asthma und Altersbronchitis ein. Sie wird auch bei Fließschnupfen eingesetzt. Symptomatisch sind wässrige, scharfe Absonderungen aus der Nase, aber der Tränenfluss ist milde. Es besteht ein Rauheitsgefühl und Zusammenschnüren des Kehlkopfes.[42]
Die Zwiebel wird auch bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Nervenschmerzen homöopathisch verwendet.[43]
- Ayurveda und Yoga
Die Eigenschaften der Zwiebel werden in Ayurveda mit scharf, süß, stärkend, aromatisch, antibakteriell, erwärmend, aphrodisierend, schleimlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und harntreibend gelistet. Zwiebeln stimulieren die Verdauung und sind appetitanregend. Bei Verbrennungen, Hautkrankheiten und allergischen Ekzemen kann die Zwiebel auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Dies stoppt auch den Juckreiz.[44]
Nach der ayurvedischen Naturheilpraxis wird die Heilkraft der Zwiebel durch den Schwefel vermittelt und ihr eine entgiftende Wirkung zugeschrieben. Sie fördert die guten Darmbakterien und stärkt das Immunsystem.[45]
Der Yogameister Swami Sivananda riet davon ab, Zwiebeln zu essen, da sie nach seiner Forschung zu den tamasartigen Nahrungsmitteln gehören. Diese haben „einen sehr ungesunden Einfluß auf den menschlichen Geist und erfüllen ihn mit Gefühlen von Zorn, Dunkelheit und Müßiggang.“[46]
Kulturelle Bedeutung
Die Zwiebel in der Literatur
In den Xenien, einem Werk von Friedrich Schiller (1759–1805) und Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), das als Reaktion auf üble Rede verfasst wurde, wird auch die Zwiebel erwähnt:
- „Ist denn die Wahrheit ein Zwiebel, von dem man die Häute nur abschält? Was ihr hinein nicht gelegt, ziehet ihr nimmer heraus.“[47]
Johann Wolfgang Goethe erfreute sich am Zwiebelmarkt in Weimar,[48] der seit 1653 bis heute am zweiten Wochenende im Oktober stattfindet. Er lobte die gesundheitsfördernde Wirkung der Zwiebel und ließ die vom Weimarer Zwiebelmarkt gekauften Zwiebelrispen an seinem Schreibtisch befestigen.[49]
Die Zwiebel im kulturell-religiösen Sinn

In der Antike, insbesondere im alten Ägypten, wurde die Zwiebel als heilige Pflanze verehrt. Archäologen haben Beweise gefunden, dass Zwiebeln in den Gräbern von Pharaonen platziert wurden. Im pharaonischen Ägypten war Allium als Liliengewächs der großen Göttin Isis geweiht.[50]
Nach Rudolf Hauschka (1891–1961), Begründer des Unternehmens Wala Heilmittel GmbH und Entwickler eines rhythmischen Herstellungsprozesses, walten Weisheitskräfte oder eine Mondenweisheit in den Liliengewächsen. Wo sie durch Züchtung zu Nahrungspflanzen wurden, wie bei der Küchenzwiebel, dem Knoblauch und anderen Lauchgewächsen (Schnittlauch, Porree usw.) zeigt sich eine Beziehung zum Nervensystem.[51]
Die Zwiebel war in Ägypten wie in Palästina und Israel ein beliebtes Knollengemüse und wird im Talmud beispielsweise im 3. Kapitel mehrfach behandelt,[52] wohingegen sie in der Bibel nur einmal Erwähnung findet. Im 4. Buch Mose 11,5 steht:
- „Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, an die Gurken und an die Melonen und an den Lauch und an die Zwiebeln und an den Knoblauch;“[53]
Die Zwiebel in der Kunst (Auswahl)
-
Onions (1881)
Sientje van Houten (1834–1909) -
Zwiebeln und Oleander (1948)
Wada Eisaku (1854–1959) -
Schalenzwiebel
Andrea Partheymüller-Gerber (* 1956)
Die Zwiebel in der Baukunst

Bei einem Zwiebelturm ist die Spitze eines Turms in Zwiebelform ausgestaltet. Im christlich-orthodoxen Kulturraum findet sich diese Bauweise seit dem 15. Jahrhundert. Es gibt runde Bauformen und eckige Turmhauben.
Vom Standpunkt der geistigen Forschung brachten die Architekten auf diese Art intuitiv das Element der Sammlung von Kräften, der Akkumulation oder der Anziehungskräfte in einem Gebäude zum Ausdruck:
- „Die Zwiebel am Turm möchte förmlich die kosmischen Kräfte zur Erde hin sammeln und sie dem Menschen bereitwillig übergeben.“[54]
Geschichte
Die Geschichte der Zwiebel als Heil- und Nahrungsmittel reicht weit in das Altertum zurück. Archäologische Funde belegen, dass Zwiebeln schon vor über 5000 Jahren in Mesopotamien angebaut wurden. Die Chaldäer bauten sie bereits 4000 v. Chr. an. Die Zwiebel und auch der Knoblauch hatten bei den alten Ägyptern kulturelle Bedeutung. Als Opfergabe wurde sie den Verstorbenen als Wegbegleitung für die Reise ins Jenseits beigelegt. Den Arbeitern an den Pyramiden wurden täglich Rationen an Lauchgewächsen wie Knoblauch, Lauch oder Zwiebeln zugewiesen.
Die Zwiebel wurde vermutlich bei Landzügen der Römer verbreitet, die sie aus dem asiatischen Raum nach Europa mitgebracht hatten. In Holland wurde im 15. Jahrhundert begonnen, vielfältige Sorten der Zwiebel nach Form, Farbe und Geschmack zu züchten.[55]
Geistige Bedeutung der Zwiebel

Die Küchenzwiebel wird von Heinz Grill aus geistiger Sicht wie folgt beschrieben:
- „Der Blick mit geistigem Auge auf eine schöne weiße Küchenzwiebel offenbart, dass sich in ihr erstaunlich kräftigende Formbildetendenzen oder Formbildeentitäten ausprägen. Wie lilafarben, rötlich und bläulich zeigt die weiße Küchenzwiebel eine regelrechte Kraft zur Formverdichtung. Diese Fähigkeit liegt wohl nicht nur an dem Überwiegen der schwefeligen Verbindungen, die in der wässrigen Substanz organisiert sind, sondern in der sehr gut ausgebildeten mineralischen Gesamtkomponente. Gleichzeitig offenbart die Sphäre um die Zwiebel einen hohen hellen Lichtcharakter, der durchaus eine sehr schöne reinigende Sphäre erzeugen kann.
- Aus dieser Sicht heraus, müsste die Zwiebel, wie auch in Maßen der Knoblauch und der Schnittlauch, eine der besten Gewürzlieferanten sein, die eine Speise sowohl festigen als auch in eine wiederum kosmische Leichtigkeit überführen können. Indem die Zwiebel zu einem Getreidegericht, zu einem Gemüse oder eventuell auch als Brotbelag verwendet wird, fördert sie harmonische, sowohl zentripetale als auch zentrifugale Richtungswirkungen. Sie kann in diesem Sinne die gesamten Ätherkrafte in einer Speise ausgleichen. Die Verwendung dieser Pflanzen in der Küche kann eine Heilkunst im feinfühligen und wohlproportionierten ästhetischen Sinne fördern.“[16]

Die 4 Elemente, die gleichsam die 4 Ätherelemente (der Feuer- oder Wärmeäther, der Lichtäther, der chemische oder Zahlenäther und der Lebensäther) darstellen, wurden erstmals von Rudolf Steiner beschrieben. Der Ätherleib trägt das Kennzeichen der Anziehung in sich und kann Kräfte, die in der Umgebung liegen, in sich akkumulieren:
- „Im Querschnitt dieser Frucht sind auf sehr schöne Weise diese einzelnen Ringbildungen erkennbar. Unsichtbar und geheimnisvoll vollzieht sich das ätherische Wachstum, indem sich die inneren Ringe zusammenziehen, um im Äußeren neue Ringe heranzubilden.“[16]
- „Die entwässernde Wirkung der Zwiebel beruht auf der Fähigkeit, dass sie das Wässrige wohl organisieren kann und daraus Formstrukturen erschafft.“[16]

(Zeichnung zum Wachstum der Zwiebel aus geistiger Forschung)
Aus geistiger Sicht wächst die Zwiebel also nicht von innen nach außen. Dies ist ein Unterschied zur wissenschaftlichen Sicht. Die Zusammenziehung im Inneren bei gleichzeitigem Aufbau neuer Zwiebelringe in der äußersten Schicht ist nach geistiger Forschung eine Wirkung des sogenannten chemischen Äthers:
- „Die rote wie auch die weiße Zwiebel wirken nach einer ätherischen Sicht zusammenziehend, obwohl sie vom Geschmack her einen schärflichen Charakter besitzen. Diese ätherische Wirkung dürfte wohl für den gesamten Heilscharakter dieses hervorragenden Liliengewächses verantwortlich sein.
- Der sogenannte chemische Äther bildet seine Weiterentwicklung oder in diesem Falle seine Zwiebelringe, in dem er sich nach innen zusammenzieht. Im Querschnitt dieser Frucht sind auf sehr schöne Weise diese einzelnen Ringbildungen erkennbar. Unsichtbar und geheimnisvoll vollzieht sich das ätherische Wachstum, indem sich die inneren Ringe zusammenziehen, um im Äußeren neue Ringe zu heranzubilden.
- Es handelt sich bei der Zwiebel daher nicht um eine Stauung in der Knollenbildung, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, sondern um eine außerordentlich gut organisierte Aufbauarbeit von verschiedenen Ringen. Das Wasser wird organisiert.
- Die Zwiebel wirkt heilsam gerade durch ihre zusammenziehende Wirkung auf den gesamten Körper, insbesondere auf den Wasserhaushalt. Die Ätherkräfte können harmonisch den Stoffwechsel durchdringen.“[16]
Rudolf Steiner wies daraufhin, dass bei Grippeerkrankten interessanterweise ein Duft nach Zwiebeln und Knoblauch zu bemerken sei und bei einer Begegnung dasjenige mitgemacht wird, was in dem Grippeerkrankten stattfindet:
- „Dieser Knoblauchduft, den er [Anm: der Grippekranke] hat, der bewirkt, dass sein Kopf dumpf wird, weil ein ganz bestimmtes Organ im Kopfe, das man das Sensorium nennt, nicht ordentlich von dem Stoff versorgt wird. Dadurch haben wir den Grippedreck in uns, dass gerade in der Mitte des Kopfes ein Organ nicht ordentlich versorgt wird. In diesem Duft – das kann man also mit einer ganz feinen Nase riechen – ist immer etwas Zwiebel- und Knoblauchduft drinnen. Ja, den macht man ja mit. So wie wir die krächzende und grunzende Stimme des Menschen mitmachen, so machen wir innerlich das mit, was der Mensch da ausdünstet, und wir kriegen dadurch unsern eigenen Astralleib, unsere eigene Tätigkeit in Unordnung. Die bewirkt nun auch, dass ein solcher Boden, wie er geeignet ist für Zwiebeln und Knoblauch, abgesetzt wird, und wir kriegen auch die Grippe. Das hat noch gar nichts mit Bakterien oder Bazillen zu tun; das hat einfach mit der Beziehung von Mensch zu Mensch etwas zu tun.“[56]
Literatur
- Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Sonderausgabe der 1. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-437-57271-5
- Heinz Grill: Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung. 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0
- Rudolf Hauschka: Ernährungslehre. Zum Verständnis der Physiologie der Verdauung und der ponderablen und imponderablen Qualitäten der Nahrungsstoffe. 6. Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1951
- Rita Lüder: Grundkurs Pflanzenbestimmung. Eine Praxisanleitung. 5. Auflage. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01497-5
Siehe auch
- Ernährung aus ganzheitlicher Sicht
- Kategorie: Pflanzenreich
- Artikel Zwiebel in Wikipedia mit weiteren Angaben aus wissenschaftlicher Forschung
Weblinks
Commons: Zwiebel – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema- Scheindolde 10 cm im Durchmesser. Küchenzwiebel. In: blumeninschwaben.de
- Zwiebeln. In: obst-gemuese.at (K. Müllner)
Einzelnachweise
- ↑ Zwiebel. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0503-1, S. 109.
- ↑ Dr. Alexander Vögtli: Monokotyledonen. In: pharmawiki.ch. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel. In: sign-lang.uni-hamburg.de. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 343.
- ↑ Zwiebel. Herkunft und Verbreitung. In: de-academic.com. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Speisezwiebel – Allium cepa. In: Pflanzen in Deutschland. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ 8,0 8,1 Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0504-X, S. 125.
- ↑ Nervatur. In: amleto.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0504-X, S. 118.
- ↑ Lob der Zwiebel – Volksnahrungsmittel und Heilpflanze. In: friedrich-verlag.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci · Fachmann · Kraut. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 302.
- ↑ Vitamin K-Gehalt ausgewählter Lebensmittel. In: staff.uni-mainz.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Sonderausgabe der 1. Auflage. Urban&Fischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-437-57271-5, S. 459.
- ↑ Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 348.
- ↑ 16,0 16,1 16,2 16,3 16,4 16,5 16,6 Heinz Grill: Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung. 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S. 99–103.
- ↑ Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 348.
- ↑ Die Küchen-Zwiebel aus chemischer Sicht. Seite 3. In: Universität Bayreuth. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebeln: Die gesunde Schärfe – Heilpflanze mit gesunden Inhaltsstoffen. In: g-netz.com. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel. In: Die Chemie-Schule. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ 21,0 21,1 21,2 21,3 21,4 Zwiebeln (Gemüsezwiebeln) anbauen – Anleitung & Besonderheiten. In: Der kleine Garten. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel. In: de.academic.com. Abgerufen am 22. Juli 2025.
- ↑ Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Sonderausgabe der 1. Auflage. Urban&Fischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-437-57271-5, S. 459.
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- ↑ Die Zwiebel ist Heilpflanze des Jahres 2015. In: NHV Theophrastus. Archivlink, abgerufen am 16. Juli 2025.
- ↑ Dr. J. Berendes: Die Physica der heiligen Hildegard. Seite 33. In: tu-braunschweig.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Paracelsus: Sämtliche Werke. Nach der 10-bändigen Huserschen Gesamtausgabe (1589–1591) zum ersten Mal in neuzeitliches deutsch übersetzt. Band 3. S. 571. (Zitat online einsehbar in Google Books)
- ↑ Allii cepae bulbus (Zwiebel). In: heilpflanzen-welt.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ 32,0 32,1 32,2 Allium cepa. Medizinische Bedeutung. In: doccheck.com. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Hypocholesterolemic Efficacy of Quercetin Rich Onion Juice in Healthy Mild Hypercholesterolemic Adults: A Pilot Study. In: Springer Nature Link. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Warum die Zwiebel gesund ist: Fakten und Beispiele. In: meine-krankenkasse.de. Abgerufen am 21. Juli 2025.
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- ↑ 37,0 37,1 37,2 Zwiebel-Halswickel. In: Vademecum. Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Franziska Roemer: Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin. Karl F. Haug Verlag Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-8304-7708-2, Abschnitt 52.3.
- ↑ Markus Sommer: Heilpflanzen. Ihr Wesen, ihre Wirkung, ihre Anwendung. Verlag freies Geistesleben & Urachhaus GmbH, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7725-5049-2, S. 29.
- ↑ Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 343.
- ↑ Rudolf Hauschka: Substanzlehre. 4. Auflage. Vittorio Klostermann Frankfurt am Main Verlag, 1966, S. 194.
- ↑ Homöopathie. Allium cepa (All-c.) In: heilpraktikerkurse.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel. In: Botanischer Garten. Universität Ulm. Abgerufen am 21. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel. In: Yoga aktuell. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebeln. In: heilkunde-ayurveda.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis. Kapitel Vegetarismus. Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3. (Online)
- ↑ Friedrich Schiller: Sämtliche Werke. Band 1, München 1962, S. 263. (Online in zeno.org)
- ↑ Der Weimarer Zwiebelmarkt und seine literarische Verarbeitung. In: weimar-lese.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Johann Wolfgang von Goethe (28.8.1749-22.3.1832) - und der Zwiebelmarkt in Weimar. In: garten-literatur.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Zwiebel Allium cepa Allii cepae bulbus (M). In: wildkraeuterwerkstatt.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Rudolf Hauschka: Ernährungslehre. Zum Verständnis der Physiologie der Verdauung und der ponderablen und imponderablen Qualitäten der Nahrungsstoffe. 6. Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1951, S. 114.
- ↑ Eruwin Kapitel 3. Der Talmud, Traktat (Massechet) Eruwin in deutscher Übersetzung von Lazarus Goldschmidt. In: talmud.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.
- ↑ 4. Mose 11,5. In: Bibelserver. Elberfelder Bibel. Abgerufen am 16. Juli 2025.
- ↑ Heinz Grill: Das Wesensgeheimnis der Seele. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 311.
- ↑ Zwiebel. In: WALA Arzneimittel. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Rudolf Steiner: Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre. GA 348. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7274-3480-5 (Ln), S. 166. (Online)
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