Tat Tvam Asi: Unterschied zwischen den Versionen
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: | :„Ähnlich ist es in dem vedischen Satz «Du bist Das». Um «Das» – den unmanifestierten, allwissenden Atman – mit «Du» – dem manifestierten, wenig wissenden Jiva – gleichsetzen zu können, müssen wir die sich widersprechenden Merkmale, unmanifestiert, allwissend und manifestiert, wenig wissend, die wir mit «Das» und «Du» verbinden, aufgeben und das reine Bewusstsein beider erkennen. Obwohl die Worte «Das» und «Du» auf verschiedene Konzepte hinweisen mögen, so müssen wir sie doch so verstehen, dass sie dieselbe zugrundeliegende Realität, das allgemeine Bewusstsein, bezeichnen.“ | ||
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: | :“In the Vedic sentence, That art Thou or Thou art That, the direct significance of the word That is Maya plus the Brahman reflected therein, plus the pure Brahman, the substratum of Maya. The direct significance of the word Thou is Avidya plus the Self reflected therein plus Kutastha, the substratum of Avidya. The connotation or the real indicative meaning of the word That is pure Brahman. The connotation or the real indicative meaning of the word Thou is the Kutastha. The inconsistent attributes of Maya and Avidya have to be eliminated and the Kutastha whose nature is Existence, Knowledge and Bliss has to be identified with the pure Brahman whose nature is also Existence, Knowledge and Bliss. He who realises the identity through direct intuitive perception attains Moksha. He is a Jivanmukta. This is the emphatic unanimous voice of the Upanishads.”<ref name=":0" /> | ||
: | :„In dem vedischen Satz «Das bist Du» bzw. «Du bist Das» ist die direkte Bedeutung des Wortes «Das» die Maya, in der sich Brahman spiegelt, einschließlich des reinen Brahmans, der die Basis von Maya ist. Die direkte Bedeutung des Wortes «Du» ist Avidya, einschließlich des Selbst, das sich in ihr spiegelt, sowie Kutashtha, der Basis von Avidya. Die wahre Bedeutung, auf die das Wort «Das» hinweist, ist reines Brahman. Die wahre Bedeutung, auf die das Wort «Du» hinweist, ist Kutashtha. Die widersprüchlichen Eigenschaften von Maya und Avidya müssen bei Seite gelassen werden, und Kutashtha, dessen wahre Natur Sein, Wissen und Glückseligkeit (Satchidananda) ist, muss sich mit dem reinen Brahman identifizieren, dessen Natur auch Sein, Wissen und Glückseligkeit ist. Derjenige, der die Einheit mittels direkter, intuitiver Wahrnehmung verwirklicht, erlangt Moksha (Befreiung). Er ist ein Jivanmukta. Dies ist die ausdrückliche und einstimmige Aussage der Upanishaden.“ | ||
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] schreibt hierzu anlässlich einer Gegenüberstellung eines mehr kosmozentrich geprägten im Unterschied zu einem anthropozentrischen Menschenbildes: | [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] schreibt hierzu anlässlich einer Gegenüberstellung eines mehr kosmozentrich geprägten im Unterschied zu einem anthropozentrischen Menschenbildes: | ||
Version vom 9. September 2025, 21:07 Uhr
TEXT WIKIPEDIA
Tat Tvam Asi (Sanskrit: तत् त्वम् असि, oder तत्त्वमसि, „Das bist du“, oder „Du bist das“) ist eine der Mahavakyas (Große Verkündigungen) im Vedantischen Hinduismus. Sie taucht ursprünglich in der Chandogya Upanishad 6.8.7 im Dialog zwischen Uddalaka und seinem Sohn Shvetaketu auf; sie erscheint am Ende des Kapitels und wird am Ende der folgenden Kapitel als Refrain wiederholt. Eine Interpretation des Ausspruches ist, dass das Selbst – in seinem reinen und ursprünglichen Zustand – ganz oder teilweise identisch ist mit der absoluten Realität (Brahman), dem Boden aller Phänomene. Die Erkenntnis (Jnana), dass dies so ist, bewirkt die Erfahrung von Moksha (Befreiung).
Einer anderen Interpretation zufolge wird durch die Formulierung zum Ausdruck gebracht, dass die Außenwelt identisch ist mit dem Ich.
Die drei vedantischen Hauptschulungsrichtungen vertreten verschiedene Interpretationen:
- Die Advaita-Interpretation ist, dass Tat, übersetzt als „Das“, welches sich auf die absolute Realität bezieht (Brahman), und tvam (dies ist das Selbst, Atman) prinzipiell dasselbe sind.
- Die Vishishtadvaita-Interpretation ist, dass das individuelle Selbst ein Teil des Ganzen (Tat) ist.
- Die Dvaita-Interpretation ist, dass es eigentlich atat tvam asi heißen müsste, was „Du bist nicht das“ bedeutet. Das erste a sei wegen der Regeln der Sandhi ausgefallen, weil der Satz davor mit einem langen a endet: sa ātmā, ’tat tvam asi („das ist das Selbst, nicht das bist du“). Wenn im Sanskrit ein kurzes a auf ein langes folgt, fällt das kurze a aus, und die Anhänger des Dvaita behaupten, dies sei hier der Fall.
In der Philosophie Arthur Schopenhauers nimmt dieser Satz eine besondere Stellung ein.
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- “Similarly in the Vedic sentence, Thou art That, to equate That, the omniscient, unmanifested Atman with Thou, the little-knowing, manifested, Jiva, we must abandon the inconsistent attributes such as omniscience and little knowledge etc., associated with That and Thou respectively and take up the pure consciousness which is common to both. Though the words That and Thou may indicate distinct conceptions, they must be taken to connote the same underlying reality or common consciousness.”[1]
- „Ähnlich ist es in dem vedischen Satz «Du bist Das». Um «Das» – den unmanifestierten, allwissenden Atman – mit «Du» – dem manifestierten, wenig wissenden Jiva – gleichsetzen zu können, müssen wir die sich widersprechenden Merkmale, unmanifestiert, allwissend und manifestiert, wenig wissend, die wir mit «Das» und «Du» verbinden, aufgeben und das reine Bewusstsein beider erkennen. Obwohl die Worte «Das» und «Du» auf verschiedene Konzepte hinweisen mögen, so müssen wir sie doch so verstehen, dass sie dieselbe zugrundeliegende Realität, das allgemeine Bewusstsein, bezeichnen.“
(kurze Einleitung)
- “In the Vedic sentence, That art Thou or Thou art That, the direct significance of the word That is Maya plus the Brahman reflected therein, plus the pure Brahman, the substratum of Maya. The direct significance of the word Thou is Avidya plus the Self reflected therein plus Kutastha, the substratum of Avidya. The connotation or the real indicative meaning of the word That is pure Brahman. The connotation or the real indicative meaning of the word Thou is the Kutastha. The inconsistent attributes of Maya and Avidya have to be eliminated and the Kutastha whose nature is Existence, Knowledge and Bliss has to be identified with the pure Brahman whose nature is also Existence, Knowledge and Bliss. He who realises the identity through direct intuitive perception attains Moksha. He is a Jivanmukta. This is the emphatic unanimous voice of the Upanishads.”[1]
- „In dem vedischen Satz «Das bist Du» bzw. «Du bist Das» ist die direkte Bedeutung des Wortes «Das» die Maya, in der sich Brahman spiegelt, einschließlich des reinen Brahmans, der die Basis von Maya ist. Die direkte Bedeutung des Wortes «Du» ist Avidya, einschließlich des Selbst, das sich in ihr spiegelt, sowie Kutashtha, der Basis von Avidya. Die wahre Bedeutung, auf die das Wort «Das» hinweist, ist reines Brahman. Die wahre Bedeutung, auf die das Wort «Du» hinweist, ist Kutashtha. Die widersprüchlichen Eigenschaften von Maya und Avidya müssen bei Seite gelassen werden, und Kutashtha, dessen wahre Natur Sein, Wissen und Glückseligkeit (Satchidananda) ist, muss sich mit dem reinen Brahman identifizieren, dessen Natur auch Sein, Wissen und Glückseligkeit ist. Derjenige, der die Einheit mittels direkter, intuitiver Wahrnehmung verwirklicht, erlangt Moksha (Befreiung). Er ist ein Jivanmukta. Dies ist die ausdrückliche und einstimmige Aussage der Upanishaden.“
Heinz Grill schreibt hierzu anlässlich einer Gegenüberstellung eines mehr kosmozentrich geprägten im Unterschied zu einem anthropozentrischen Menschenbildes:
- „In den vedischen Schriften existiert das Mantra tat tvam asi und dieses will dem Menschen verdeutlichen, dass er, so wie er mit seinem physischen Leib auf der Erde steht, nicht der Wirklichkeit entspricht. Tat tvam asi, die mystisch-mantrische Formel, besagt in der Übersetzung: „Das bist du”. Aber der Hinweis „das bist du” sieht von dem irdischen Menschen ab und deutet hinauf zu den Sternen, zu dem Kosmos und sagt nun dem Menschen im Erdendasein, dass die Kräfte, die Impulse, die nun im Kosmos leben, sein wahres Selbst, seine wahre Wirklichkeit sind. Diese aus den Veden, dem älteren und umfassenden Schriftwerk des Hinduismus, geprägte kosmozentrische Anthropologie ist tatsächlich in Indien wie auch in östlichen Ländern noch mehr enthalten als beispielsweise im Okzident.“[2]
Weitere Quellen für die Ausarbeitung
- Das Tat twam asi in den Upanishaden und der Ethik Schopenhauers. In: arthur-schopenhauer-studienkreis.de. Abgerufen am 25. Mai 2025.
- Upanishaden ( Oupnekhat ) und Arthur Schopenhauer. In: arthur-schopenhauer-studienkreis.de. Abgerufen am 25. Mai 2025.
- Upanishaden : Tat tvam asi. In: schopenhauerphilosophie.wordpress.com. Abgerufen am 25. Mai 2025.
- Philosophy of Sri Aurobindo. Aurobindo’s Interpretation of “Tat-Tvam Asi”: Unifying Individual and Ultimate Reality. In: Philosophy Institute. Abgerufen am 25. Mai 2025 (englisch)
- Tat-Tvam Asi And Aurobindo. Unit 4. In: ignou. The Peoples University. Abgerufen am 25. Mai 2025 (englisch).
Siehe auch
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Einzelnachweise
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Tat Tvam Asi aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren einsehbar.
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