Benutzer:Findus/Luzifer


Luzifer, auch Lucifer, ist der lateinische Name des Morgensterns (Venus). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu Vorlage:LaS, ‚Licht‘ und ferre, ‚tragen, bringen‘). Im Christentum gilt Luzifer als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen häretischen Bewegungen wie den Bogomilen und Katharern habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der Belletristik taucht Luzifer häufig als Herrscher der Hölle auf.
Römische Mythologie
In der römischen Mythologie wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den Morgenstern, also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke Φωσφόρος („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. Έωσφόρος („Bringer der Morgenröte“), die etwa in Homers Odyssee oder Hesiods Theogonie auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.
Christentum

Der babylonische/hebräische Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.[1] In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern Helel bereits mit Φωσφόρος wiedergegeben. Aquila leitet das Wort helel vom Verb yalal (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.[2] Die christlichen Kirchenväter – etwa Hieronymus in seiner Vulgata – übersetzten dies mit Lucifer. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.[3] Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den Apokryphen die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).[1] Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Lukasevangelium Vorlage:BBK in Verbindung: Vorlage:".[1] Im Proömium seiner Schrift De principiis und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte Origenes den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift Leben Adams und Evas – mit dem Teufel bzw. Satan.[1] Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden Engellehre vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit Phaeton verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.[4]

Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von Jesaja 14,12 EU (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.[5][6] Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.[7] Auch Peter Binsfeld unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. Superbia hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach Anselm von Canterbury nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (inordinate), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.[8]
Bei den Katharern
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als Satanael bezeichnet. Bei den Bogumilen und Euchiten hieß der „Erstgeborene“ Luzifer-Satanael.[9] Für die Katharer war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste Emanation des höchsten Gottes.[10] Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.[11]
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder Luziferianer bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den wahren Gott, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine intrinsisch schlechte Schöpfung handelt.[12] Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.[13]
Luzifer kommt aus dem lateinischen lux „Licht“ und ferre „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des Morgensterns, also der Venus, wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote Teufel, oft auch als Diabolos (griech. Διάβολος, Diàbolos = Durcheinanderwerfer, Verwirrer, von Διά-βαλλειν, dia-balläin = durcheinanderwerfen) bezeichnet.
Nach Rudolf Steiner wird er identisch mit dem im Koran genannten Iblis, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des Ezechiel auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des Astralleibes entstandenen Empfindungsseele verankert Vorlage:GZ und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.
Herkunft der luziferischen Wesenheiten
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem alten Mond, der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre Menschheitsstufe, d.h. ihre Ich-Entwicklung durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem Astralleib selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen Erzengel:
Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der dritten Hierarchie unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Vorlage:Literatur
- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ Vorlage:JE
- ↑ Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.
- ↑ Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
- ↑ Rüdiger Hauth (Hrsg.): Kompaktlexikon Religionen. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.
- ↑ Vorlage:Internetquelle
- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.
- ↑ Willis Barnstone, Marvin Meyer: The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition. Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.
- ↑ Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.
- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ Vorlage:Literatur
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Luzifer in AnthroWiki und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In AnthroWiki ist eine Liste der Autoren einsehbar.
|
| ↑ zurück nach oben |
