Hibiskus
Hibiskus oder Eibisch (Hibiscus) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die heute 434 wissenschaftlich akzeptierten Arten gedeihen hauptsächlich in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Erde und in Nordamerika.[1]
Der Hibiskus wird einerseits für seine gesundheitsförderlichen Eigenschaften geschätzt, andererseits auch als Zier- und Gartenpflanze aufgrund der Schönheit seiner Blütenform und der großen Varietät und Leuchtkraft der Farben seiner Blütenblätter verwendet.
Name
Der deutschsprachige Name „Eibisch“ (mittelhochdeutsch ībesch(e), althochdeutsch ībisca) stammt von Altgriechisch ἰβίσκος (ibískos) ab, das ihn seinerseits vermutlich aus dem Keltischen entlehnt hat.[2] Mit Eibisch werden im deutschsprachigen Raum außer der Gattung Hibiskus und einigen ihrer Arten auch die Pflanzengattungen Bisameibisch (Abelmoschus) und Eibisch (Althaea), darunter die Art Echter Eibisch (Althaea officinalis) bezeichnet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Arten des Hibiskus wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, als Halbsträucher, Sträucher und Bäume. Es gibt Arten, die stacheln haben und somit „bewehrt“ sind.[3]
Die meist wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die meist einfachen Blattspreiten sind bei manchen Arten gelappt. Es sind Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale
Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es ist meist ein Außenkelch vorhanden, der fünf oder mehr Lappen aufweisen kann. Die fünf Kelchblätter sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die Staubfäden der vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht (contort); sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind fünf Griffeläste vorhanden mit kopfigen Narben.
Der Hibiskus bildet fünffächrige Kapselfrüchte aus.
Verwendung
Zierpflanze
Einige Arten der Malvaceae werden als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Zimmer verwendet, z. B. die Weg-Malve, die Wilde Malve, die Gewöhnliche Stockrose oder der Straucheibisch, auch Garteneibisch genannt. Die Farben der Hibiskusarten reichen von Weiß, Gelb, Orange, Rosa und Rot bis zu Violett und Blau.
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Weg-Malve
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Wilde Malve
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Stockrosen
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Straucheibisch
Medizinische Verwendung
In der Familie der Malvaceae gibt es Arzneipflanzen, wie den Echten Eibisch (Althaea officinalis), auch Arznei-Eibisch genannt, dessen Wurzeln medizinisch Verwendung finden und der in Europa und Westasien beheimatet ist, und die Roselle (Hibiscus sabdariffa), deren Fruchtkelch für heilkundliche Zwecke verwendet wird. Aus den getrockneten Furchtkelchen der Roselle wird der tiefrote, fein-säuerlich schmeckender „Hibiskustee“ zubereitet. Die Heimat von Hibiscus sabdariffa ist im tropischen Afrika.
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Echter Eibisch
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Frucht der Roselle
Kulturelle Bedeutung
Literatur
- Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: Malvaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12: Hippocastanaceae through Theaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-64-1, S. 264. (Online in efloras.org)
- David Allardice Webb: Hibiscus L. In: Flora Europaea. Band 2. Cambridge University Press, 1968, S. 255–256.
- Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
- Max Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6.
Siehe auch
- Roselle – Hibiskusart, deren Früchte für den roten Hibiskustee verwendet werden
- Kategorie: Pflanzenreich
Einzelnachweise
- ↑ Malvaceae Hibiscus L. In: Royal Botanic Gardens. Plants of the World Online. Abgerufen am 28. September 2025.
- ↑ Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3, S. 194.
- ↑ Hibiskus. In: Kräuter ABC. Abgerufen am 28. September 2025.
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