Mikrobiom

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Einzelnachweise


Einleitung

Das Mikrobiom ist zu einem der bedeutendsten Forschungsfelder der modernen Biologie und Medizin geworden. Es beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die Menschen, Tiere, Pflanzen und sogar ganze Ökosysteme besiedeln. Weit über eine bloße Ansammlung von Bakterien hinaus bildet es beispielsweise beim Menschen ein komplexes, hochdynamisches Netzwerk, das unmittelbar mit Verdauung, Immunfunktion, Stoffwechsel, hormonellen Prozessen sowie dem emotionalen und mentalen Befinden des Menschen verknüpft ist. Der vorliegende Artikel bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft, ergänzt durch naturheilkundliche und geisteswissenschaftliche Perspektiven.

Verschiedene Aspekte, die seitens der Ernährung heilsam auf das Mikrobiom wirken, sind im wissenschaftlichen Konsens präbiotische und probiotische Nahrungsmittel. Um ein Ungleichgewicht der Bakterienstämme im Darm zu lösen, wird aus geisteswissenschaftlicher Sicht auch das Milieu mit in die Betrachtung einbezogen. Menschen um uns herum, ihre emotionalen Einflüsse sowie unsere Interaktionen und Willenshandlungen mit ihnen bilden oft die Ursache von Disharmonien im Darmtrakt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Darm-Hirn-Achse, welche belegen, dass das, was im Darm vor sich geht, wesentlich unsere Gefühle und unser Denken beeinflusst, werden durch die Sichtweise der umgekehrten Richtung ergänzt. Rudolf Steiner und Heinz Grill eröffnen, wie klares, bildhaftes Denken (Denken imaginativer Wahrheiten) Ordnung in das mikroorganische Leben des Darmes bringen kann.

Heinz Grill beschreibt, dass durch Stagnation der natürlichen Weiterentwicklung unserer seelischen Möglichkeiten – sei es durch Traumen oder andere Einflüsse – sich in den dadurch verdunkelnden Regionen des Darmes Mykosen oder andere gesundheitsabträgliche Mikroorganismen leichter ansiedeln und Überhand nehmen. Sich wieder durch Erkenntnis mit jenen Lebenskräften zu verbinden, die auf Höhe des Darmes den Leib durchdringen, vermag eine bessere Immunlage hervorzurufen.

Begriffserklärung: Mikrobiom

Der Begriff Mikrobiom (von griechisch μικρός mikrós = „klein“ und βίος bíos = „Leben“) bezeichnet im weitesten Sinne alle Mikroorganismen, die ein bestimmtes Habitat besiedeln. Ein solches Habitat kann sehr unterschiedliche Ausmaße haben – von kleinen, klar abgegrenzten Bereichen bis hin zu großräumigen Systemen.

So lässt sich etwa die gesamte Erde als ein einziges Habitat betrachten. In dieser Sichtweise umfasst das Mikrobiom der Erde sämtliche Mikroorganismen, die in Erdkruste, Gewässern und Atmosphäre leben.

Der Begriff Mikrobiom bezieht sich dabei auf die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren, Archaeen, Protozoen), die einen Makroorganismus besiedeln.

Allgemeiner Begriffsgebrauch

Häufig versteht man unter dem Begriff Mikrobiom die Gesamtheit jener Mikroorganismen, die ein vielzelliges Lebewesen auf natürliche Weise besiedeln, ohne dabei Krankheitssymptome hervorzurufen. Zudem werden auch Teil-Mikrobiome einzelner Körperregionen beschrieben, etwa das Hautmikrobiom oder das Mundmikrobiom.

Ihre Zusammensetzung und die Wechselwirkungen zwischen diesen mikrobiellen Gemeinschaften innerhalb eines Organismus – ebenso wie zwischen verschiedenen Individuen – sind Gegenstand intensiver Forschung. Wechselwirkungen lassen sich nicht nur zwischen Menschen innerhalb desselben Haushalts nachweisen, sondern sogar zwischen Nachbarn und Bewohnern derselben Ortschaft.

Mutualismus im Mikrobiom

Für Lebewesen, die ein eigenes physiologisches Mikrobiom besitzen, gilt in der Regel das Prinzip des Mutualismus. Der Begriff leitet sich vom lateinischen mutuus („gegenseitig, wechselseitig“) ab und beschreibt eine Beziehung, von der sowohl der Wirt als auch die im oder auf ihm lebenden Mikroorganismen profitieren. Man spricht daher von einer typischen Wirt-Gast-Beziehung.

Für die Mikroorganismen bietet der Organismus des Wirts einen geschützten Lebensraum, der Nahrung, stabile Umweltbedingungen und Möglichkeiten zur Vermehrung bereitstellt. Umgekehrt ist ein gesundes und funktionsfähiges Mikrobiom für den Wirt von erheblicher Bedeutung, da zahlreiche Stoffwechselprozesse ohne die Unterstützung dieser Mikroben nicht stattfinden könnten. So findet beim Menschen beispielsweise die Verarbeitung des ständig anfallenden Bilirubins im Darm durch Bakterien statt, nachdem die roten Blutkörperchen in Milz, Leber oder Knochenmark abgebaut wurden. Das durch die Bakterien verarbeitete Produkt Urobilinogen wird zum größten Teil mit dem Stuhl ausgeschieden und verleiht ihm seine typische bräunliche Farbe.

Auch Umwandlungsprozesse im Verdauungstrakt beruhen auf diesem Zusammenwirken: Die vom Menschen ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte dienen den Mikroorganismen beispielsweise als Nährstoffquelle. Gleichzeitig verhindert dies, dass sich andere – potenziell schädliche – Keime ansiedeln können. Dieser Schutzmechanismus wird als Kolonisationsresistenz bezeichnet.

Darüber hinaus leisten Mikroorganismen weitere wesentliche Beiträge, etwa die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) oder bestimmten Vitaminen. Die funktionale Einheit aus Wirt und Mikrobiom wird in der biologischen Forschung als Holobiont bezeichnet.


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