Benutzer:Moniyogika/Anantasana

Anantasana (Sanskrit अनन्तासन, IAST anantāsana), deutsch Liegendes Dreieck, auch Vishnu's pose genannt. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern ananta „ewig, unendlich“[1] und āsana „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.[2]
Mythologischer Hintergrund
In seiner Anleitung zu Anantasana stellt B. K. S. Iyengar folgenden Hintergrund nach hinduistischer Mythologie voran: Ananta bezeichnet auch die Gottheit Vishnu und seine Lagerstätte, die tausendköpfige Schlange, Shesha, auf der Vishnu im Urmeer schläft.[3]
In der Hathapradipika, die im 14. Jhd. verfasst wurde, wird anantasana als Körperübung nicht erwähnt, jedoch kommt man durch die Bedeutung von ananta = unendlich dort ebenfalls auf die Gottheit Vishnue über den Begriff Shesha, der tausendköpfigen Schlange, auf der Vishnu im kosmischen Ozean schläft.
In verschiedenen Videos im Internet findet man Anantasana als Teil der 84 Hauptasana im Hatha Yoga, was die Art der Stellungen und deren Abfolge betrifft ist diese Serie jedoch nicht eindeutig festgelegt.
Heinz Grill, Begründer des Neuen Yoga Willens, schreibt, dass Anantasana so viel wie "die unendliche asana" heißt und der frühere Yogin den Kosmos als unendlichen Raum und wie seine Heimat bezeichnete und suchte.[4]
Körperliche Ausführung

Bei B. K. S. Iyengar dreht sich der Übende aus der ruhenden Rückenlage mit der Ausatmung auf die Seite. In gleicher Linie zum Körper wird der Arm gebeugt und der Kopf oberhalb des Ohres auf die Handfläche gestützt. Nach einigen Sekunden in dieser Haltung bei natürlicher Atmung faßt man mit dem Daumen, Zeige- und Mittelfinger den großen Zeh, dazu kann das Knie zuerst gebeugt werden. Jetzt folgt bei der Ausatmung die Streckung von Arm und Bein gleichzeitig und bei normaler Atmung wird die Stellung 15 bis 20 Sekunden gehalten. Nach dem Zurückrollen auf den Rücken wiederholt man die Übung auf der anderen Seite.[5]
In der Übungsabfolge des Bikram-Yoga ist Anantasana nicht erwähnt, sie ist auch nicht Teil der traditionellen 4 Serien im Ashtanga Vinyasa Yoga.[6]
Im Unterschied zu Iyengar wird bei Heinz Grill der Kopf nicht auf dem gebeugten Arm abgelegt, sondern er ruht auf dem gestreckt am Boden liegenden Arm. Das obere Bein wird nach oben geführt und am Fuß oder Schienbein mit der Hand gefasst. Ein wichtiger Hinweis, um nicht nach hinten zu kippen, ist die intensive Streckung hinein in beide Beine. Der Oberkörper sollte entspannt bleiben.[7]
Variationen
Bei Yoga Vidya wird eine Variation beschrieben, bei der beide Beine in geschlossener Position seitlich angehoben werden und der obere Arm zur Unterstützung dieser "Kraftübung" vor dem Bauch auf dem Boden liegt. Siehe zur Ausführung das Video Anantasana in den Weblinks.

Eine relativ anspruchsvolle Position entwickelt sich, wenn die liegende Dreiecksposition in eine stehende Form abgewandelt wird. Während sich die Beine auch hier dynamisch aufrichten, können sich im Stehen beide Schulterblätter seitlich ausdehnen, wobei ein Arm gebeugt wird und die Finger die Schlüsselbeine berühren.[8]
Führung der Aufmerksamkeit in der Übung
Seelische Bedeutung der Übung
Gesundheitliche Aspekte
Diese Übung ist wertvoll für den Beckenboden und für die Kniesehnen, auch verhindert sie Leistenbrüche und bessert Rückenschmerzen, kann man bei B. K. S. Iyengar zu den Wirkungen von Anantasana lesen.[9]
Neben der Bedeutung als kräftigende Übung für die Leistenbänder, Beinmuskulatur und Beweglichkeit im Hüftgelenk verweist Heinz Grill auf die Erweiterung des Atemvolumens: "Die Ausdehnung der Arme aus der Rückenregion, ganz besonders zwischen den Schulterblättern, begünstigt das Atemvolumen und entstaut zu einem gewissen Grade die Interkostalmuskulatur."[10]
Auch bei Yoga Vidya wird diese Übung der Kategorie zugeschrieben, die sowohl Muskelkraft stärkend als auch dehnend sein können. Die Variation mit beiden Beinen - richtig ausgeführt mit den Beinen nicht nach vorne, sondern möglichst weit nach hinten gehalten - stärkt auch die Tiefenabduktoren im Gesäß und vermeidet so Schmerzen in der Hüftkreuzbeingelenkgegend. Siehe Weblinks.
Siehe auch
- Liste aller Asana in AuroraWiki in der Kategorie: Asana
Weblinks
- Anantasana. Beschreibung von Anantasana und Variationen bei Yoga Vidya.
Einzelnachweise
- ↑ ananta. In: Wilson Sanskrit-English Dictionary. Abgerufen am 15. Februar 2026.
- ↑ Suchergebnisse für „Asana“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 15. Februar 2026.
- ↑ B. K. S. Iyengar: Licht auf Yoga. O.W. Barth Verlag, Neuausgabe 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 224.
- ↑ Heinz Grill: Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität. 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S. 68.
- ↑ B. K. S. Iyengar: Licht auf Yoga. O.W. Barth Verlag, Neuausgabe 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 224–226.
- ↑ Bikram Choudhury & Bonnie Jones Reynolds: Bikram Yoga. Das Praxisbuch. 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0.
- ↑ Heinz Grill: Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität. 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S. 68.
- ↑ Heinz Grill: Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität. 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S. 73.
- ↑ B. K. S. Iyengar: Licht auf Yoga. O.W. Barth Verlag, Neuausgabe 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 226.
- ↑ Heinz Grill: Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität." 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2025, ISBN 978-3-948803-19-3, S. 70.
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