Zwiebel

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Verschiedene Zwiebelsorten
Aufgeblühter Blütenstand

Die Zwiebel (Allium cepa), auch Küchenzwiebel, Gartenzwiebel, Speisezwiebel, Zibolle (von italienisch cipolla) genannt, gehört botanisch zur Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und ist innerhalb dieser Familie der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) zugeordnet. Der Ausdruck Zwiebel bezeichnet sowohl die Pflanzenart als auch ihren verkürzten Spross, das typische unterirdische Speicherorgan.

Der Spross ist eine prall gefüllte, wässrig-schleimige tropfenförmige Knolle mit kleinen feinen Würzelchen. Sie bildet sich in mehreren, in sich abgeschlossenen, eng aneinanderhaftenden Schalen. Die äußerste Schale ist eine sehr dünne und trockene Haut. Sie kann einfach abgelöst werden. Im Bild der Zwiebel zeigt sich eine ausgewogene Struktur- und Formkraft.

Die Zwiebel gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie war die Heilpflanze des Jahres 2015.

Aus geistiger Sichtweise offenbart die Küchenzwiebel, dass sich in ihr eine regelrechte Kraft zur Formverdichtung ausprägt. Ein guter Aufbau von verschiedenen Ringstrukturen, mit denen die relativ stark wässrige Pflanze, das Wasser nach innen hinein organisiert und strukturiert. Die Zwiebel ist ein gutes Hilfsmittel, damit eine erste Entwässerung im Körper eingeleitet wird.

Etymologie

Nach dem Academic Herkunftswörterbuch kommt das Wort Zwiebel von Mittelhochdeutsch zwibel, zwibolle, althochdeutsch zwibollo, cipolle und ist durch romanische Vermittlung aus spätlateinisch cepulla „Zwiebel“ entlehnt. Dies geht auf lateinisch cepula zurück, das eine Verkleinerungsform zu cepa „Zwiebel“ ist. Das lateinische Wort selbst stammt aus einer unbekannten Sprache. Das deutsche Wort wurde wohl schon im Althochdeutschen volksetymologisch als zwie-bolle „zweifache Bolle“ (Bolle „runder Körper, Knolle“) gedeutet. Es bezeichnet auch den knollenartig verdickten „unterirdischen“ Spross der Zwiebelpflanze und anderer Pflanzen.

Das seit dem 17. Jahrhundert bezeugte, von „Zwiebel“ abgeleitete Verb zwiebeln „jemand hart herannehmen, quälen“, ist wohl als „wie eine Zwiebel abblättern, schinden“ zu verstehen.[1]

(Hinweis: Mit dieser Übernahme bin ich noch unsicher, da ich bis jetzt keine Lizenzangaben auf Academic finden kann.)

Beschreibung

Einkeimblättrige Pflanze

Die typische Zwiebel kommt nur bei den Monokotyledonen (Einkeimblättrige Pflanzen) vor. Besonders in den Familien der Liliengewächse (Liliaceae) und der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) häufen sich die Zwiebelpflanzen. Lilie, Tulpe und Hyazinthe, Milchstern u. a. sowie alle Laucharten, zu denen auch die Küchenzwiebel gehört, sind zwiebeltragende Liliengewächse.[2] Zu diesen ausdauernden krautigen Pflanzen gehören weiters Gewürzpflanzen wie beispielsweise Lauch, Knoblauch, Bärlauch, Schnittlauch oder Schalotte.

Innerhalb der Liliengewächse erreichen die Einkeimblättrigen Pflanzen ihre vollkommenste Ausprägung als Blütenpflanzen. Aus anthroposophischer Sicht stellen sie trotz ihrer Mannigfaltigkeit ein gut überschaubares, im Grunde einfaches Motiv des Pflanzenwerdens dar:

  • Die wässrig-schleimige Schwellung ist die eine Seite, in der sich der Typus charakterisiert.
  • In der Zwiebel- und Wurzelstockbildung, botanisch als Rhizom bezeichnet, drückt sich die plastische Stauung und Schwellung unter der Erde aus, also die Fähigkeit, sich unter der Einwirkung von Ätherkräften nach und nach zu verformen und umzuformen bis zur gestalteten sichtbaren Form. Sie greift oft auf den Blattprozess über, der meist an der Region der unterirdischen Organe festgehalten wird und Rosetten formt.[3]

(Hinweis: Habe diese zwei Seiten in eine Auszählung gebracht, verstehe sie aber immer noch nicht. In beiden ist von Schwellung die Rede. Das müsste unbedingt verständlicher, unterscheidender ausgedrückt werden.)

Zwiebel

Zwiebel in der Erde

Der Ausdruck Zwiebel bezeichnet sowohl die Pflanzenart als auch ihren verkürzten Spross, das typische unterirdische Speicherorgan, das auch von anderen Pflanzenarten gebildet wird (siehe Zwiebel als Pflanzenteil). In der Umgangssprache wird die genaue Bedeutung oft nicht beachtet. In der Botanik muss immer klar sein, ob von der Art Allium cepa oder von einem Pflanzenorgan die Rede ist.

Die Zwiebelbildung selbst, die sowohl unter als auch halb in der Erde steckend stattfindet, ist ein im Knospenzustand geschlossenes zurückgehaltenes, angeschwollenes Blatthaftes (im Assimilationsgewebe vergrößert) – gewissermaßen ein festgehaltener Blattschopf – um einen zusammengestauchten Spross- direkt über dem Boden befindliche Abschnitt sogenannten „Sprossgrund“.

(Hinweis: Entschuldige, aber das versteht keiner. Der Satzbau ist auch nicht vollständig. Ich vermisse auch als Grundlage eine vorhergehende klare wissenschaftliche Beschreibung. Die anthroposophische Darstellung würde sich dann – als solche gekennzeichnet und noch verständlicher nahe geführt – viel besser einfügen. Das gilt auch für den folgenden Absatz. Übrigens grundsätzlich: Abkürzungen, wenn möglich vermeiden.)

Wie bei vielen Monokotyledonen ist die Wurzelbildung selbst aber schwach und einfach. Nach der Forschung des anthroposophischen Heilmittelforschers Wilhelm Pelikan zeigt dies, dass sie in einer Frühzeit der Erdenentwicklung und Pflanzenbildung ihr Dasein verdanken, in der noch nicht die mineralische feste Erde von heute, sondern ein weicherer plastisch-flüssiger Boden den Grund abgab. Es findet keine Stärkebildung statt. Der Assimilationsprozess verdichtet zu einer schleimig-zuckrigen Phase, die das Wässrige zäh festhält und es vor dem Verdunsten im Luftbereich bewahrt.[4] Die Zwiebel bleibt sozusagen in der wässrigen Erdsphäre stehen, ohne zu verhärtende Tendenzen in sich aufzunehmen.

Herkunft und Verbreitung

Die Zwiebel ist eine Kulturpflanze in der Obhut des Menschen. Die Abstammung der Zwiebel kann nicht sicher belegt werden, daher werden auch geographische Herkünfte nicht genau zu eruieren sein. So werden Angaben wie „Mittelasien“ oder „Afghanistan“ oftmals angegeben. Eine als nahest verwandte Art Allium vavilovii ist in Turkmenistan und Iran beheimatet.[5]

Kultivierung und Pflanzenentwicklung

Die untersten Teile grünen Blätter verdicken sich zu einem weißen Spross

Die Küchenzwiebeln werden ausgesät oder als Stecklinge vermehrt. Die Samen der Zwiebel beginnen bei etwa 5 °C zu keimen. Von der Aussaat der Zwiebel bis zur Ernte vergehen etwa 4 Monate. Als Zwiebel ist ein in der Erde sich entwickelndes Speicherorgan.

Charakteristisch bei der Küchenzwiebel ist es, dass sie nach Aussaat feine Wurzelhärchen bilden und nur die untersten Teile der röhrenförmig ineinander liegenden grünen Blätter sich zu einem weißen Spross verdicken und Schalen bilden.

Als Steckling vermehrt, treibt die Küchenzwiebel im ersten Jahr in lockeren, durchlässigen humosen Böden an sonnigen, warmen Plätzen aus ihrer Schale einen Schopf aus lufteinschließenden Röhrenblättern oberirdisch aus. Ihr Wachstum dieser Liliaceae baut sich im ersten Jahr im Zwiebelig-Wurzelnahen auf und das Wachstum der Röhrenblätter erfolgt noch mehr bodennah. Diese sammeln das Sonnenlicht in der Photosynthese und speichern die Nährstoffe in der Zwiebel als Speicherorgan.

Zwiebelblüten: offen und geschlossen

Die Blütenbildung setzt erst ein, wenn die Pflanze zunächst eine gewisse Zahl von Blättern entwickelt hat und zudem gegen Ende der vorigen Vegetationsperiode oder in der Ruheperiode für gewisse Zeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt war.

Sind diese Bedingungen erfüllt, streckt sich die Zwiebelscheibe bis zu einem 120 cm langen röhrenförmigen, im unteren Teil bauchigen Schaft und entwickelt im zweiten Vegetationsjahr in luftiger Höhe einen sphärischen Blütenstand, kugelig geformt, wo alle blütentragenden Achsen an einer Spitze des Sprosses ansetzen. Es bilden sich bei der Zwiebel bis zu 100 weißlich-grünlich gefärbte, strahlige Einzelblüten.[6] Dies weist nach dem deutschen Botaniker und Anthroposophen Gerbert Grohmann auf das Wirken kosmischer Bildekräfte hin: Der Blütenstand erscheint frei von den Schwerekräften der Erde, in sich kugelig abgeschlossen.[7]

Die Einzelblütchen haben in den Schwefelverbindungen einen stofflich feurigen Bezug zu Licht und Wärme. Die Pflanze verwandelt und verlagert die sulfurisch-tragende Verbindung von der luftigen Blüte bis hinein in das irdisch-mineralisch flüssige Speicherorgan. Die Zwiebel durchtränkt ihr ganzes Wesen mit dem Blütenprozess. Sie führt das Aroma und eine gewisse weckende Schärfe bis in die Blatt- und Stängelregion. Nun erstarkt die Zwiebel mit der ganzen Pflanze, bis sie prall ausgereift ist und vom Gärtner geerntet wird.[7]

Das Speicherorgan der Zwiebel wird von der Botanik als Zwiebel_(Pflanzenteil)#Aufbau eingestuft, weil sie aus Teilen normaler Laubblätter entsteht, im Unterschied zu Zwiebel_(Pflanzenteil)#Aufbau, die aus Niederblättern hervorgehen. Neben den voll ausgebildeten Laubblättern kommen bei der Küchenzwiebel jedoch auch solche vor, die nur aus dem Unterblatt bestehen. Dadurch ist die Zahl der in einer Zwiebel anzutreffenden Schalen meist größer als die der zuvor ohne weiteres sichtbaren Blätter. Zwischen den Blatt- bzw. Schalenansätzen (achselständig) werden auf der Oberfläche der Zwiebelscheibe außerdem eine oder mehrere Knospen angelegt, die das Wachstum in der nächstfolgenden Vegetationsperiode fortsetzen und dabei die in den vorjährigen Schalen gespeicherten Nährstoffe aufbrauchen.

Die Streifennervigkeit ist ein charakteristisches Kennzeichen des Blattes der Zwiebel und beschreibt den Verlauf der Leitbündel in den Blättern. Es laufen mehrere Nerven parallel oder bogig nebeneinander, ohne sich zu verzweigen und zeigen in der Zwiebel schichtartige Zusammenschlüsse der Zwiebelringe. Im Gegensatz dazu zeigen netznervige Blätter als Kennzeichen der Dikotyledonen, wo ein verzweigtes abgestuftes System nach Haupt-und Nebennerven mit deutlicher Mittelrippe sichtbar ist.[8][9]

Die äußeren abgestorbenen Blatthäutchen vertrocknen zu papierdünnen Häuten, die sich noch lange Zeit halten und eine schützende Hülle um die neue Zwiebel bilden.

In den Zwiebelschalen entwickelt sich das vegetative Wachstum, sobald der Blütenspross abgestorben ist. Die äußeren abgestorbenen Blatthäutchen vertrocknen zu papierdünnen Häuten, die sich noch lange Zeit halten und eine schützende Hülle um den neue Zwiebelspross bilden.[10]

Die Züchtung hat sich darauf orientiert, dass die Küchenzwiebel möglichst nur eine einzige Erneuerungsknospe und damit eine einfache Zwiebel bildet. Bei den als Schalotten bezeichneten Sorten sind dagegen mehrere Knospen und somit Tochterzwiebeln erwünscht, weil sie zur vegetativen Vermehrung benötigt werden.

Inhaltsstoffe der Zwiebel

Nährwert pro 100 g[11]
Brennwert 117 kJ (28 kcal)
Wasser 88,6 g
Eiweiß 1,2 g
Fett 0,3 g
Kohlenhydrate 4,9 g
Ballaststoffe 1,8 g
Mineralstoffe 0,5 g
Vitamin A 1 µg
Vitamin B1 35 µg
Vitamin B2 20 µg
Vitamin B3 200 µg
Vitamin B5 170 µg
Vitamin B6 150 µg
Vitamin B9 7 μg
Vitamin C 7 mg
Vitamin K1 310 µg[12]
Calcium 20 mg
Eisen 0,23 mg
Magnesium 10 mg
Natrium 3 mg
Phosphor 35 mg
Kalium 160 mg
Zink 0,22 mg

Zwiebeln enthalten neben der schwefelhaltige Aminosäure Isoalliin die schwefelhaltige Säure Allicin, die man beim Aufschneiden deutlich riecht und die Tränen und Brennen der Augen auslöst. Im Kontakt mit der Mundschleimhaut bewirkt Allicin einen Tränenreiz bewirkt, auf der Haut ruft sie ein Kribbeln und Kühle hervor.[13]

Die Zwiebel speichert neben Fructanen (Zuckerverbindungen), auf die der süßliche Geschmack der Zwiebel zurückzuführen ist, noch weitere Stoffe wie verschiedene Mineralien, ganz besonders Kalzium, Kalium, Eisen und das Spurenelement Selen.

In allen Pflanzenteilen aromatisch durchschwefelt, trägt die Zwiebel „sulfurische“ Stoffe der verschiedensten Art in sich. Sie ist in allen Teilen aromatisch durchschwefelt.[3]

Schwefel kommt vom lateinischen Wort sulphur „Schwefel“, von sol-ferre (Sol „Sonne“ und ferre „tragen“) und bedeutet wörtlich „Sonnenträger“. Der Schwefel ist durch seine impulsive Licht- und Wärmewirkung charakterisiert.[14] Diese Stoffe gehen aus einem Sulfurprozeß hervor, wobei ein wichtiges Moment dieses Prozesses die Wärme ist. Weitere Inhaltsstoffe, die durch lebendige gestaltbildende Ätherkräfte gebildet werden sind Schleim, Inulin, Zucker und Vitamin C.[15]

Auch eine Reihe homologer Substitutionsprodukte des oxidierten Cysteins, der einfachsten schwefelhaltigen Aminosäure, werden in der Zwiebel gefunden.[16]

Etwa 60 % der Trocken-Masse der Zwiebel sind Kohlehydrate. Die Pflanzen der Gattung Allium bilden und speichern jedoch keine Stärke. Ihre Reserve-Kohlehydrate sind Polymere, bestehend aus vielen Fructose-Einheiten und einem Glucose-Rest am Anfang eines Moleküls. Die Zwiebel ist besonders reich an gelben und zum Teil roten Pigmenten, an Quercetin, Kaempferol, Flavonoiden und Anthocyanen. Auch Kaffeesäure, Ferulasäure, Protocatechusäure sind reichlich vorhanden. Abkochungen der Zwiebel-Schale können deshalb zum Gelbfärben von Textilien und Oster-Eiern benutzt werden.

Die frische Zwiebel ist neben den oben genannten Substanzen relativ reich an Pantothensäure, Nicotinsäure, ferner an Allicin Carotin, Phosphor, und Fluor. Weiters enthält sie B-Vitamine. Rote Zwiebeln haben einen höheren Anteil an Antioxidantien wie Flavonoid, Querecetin und Polyphenol Anthocyanin.[17]

Der Knoblauch (Allium sativum) sammelt seine schwefeligen und aromatischen Substanzen ganz in der Knolle.[14]

Anbau und Ernte

Die Zwiebel ist als Kulturpflanze sehr sortenreich, wobei im deutschsprachigen Raum die Sorten „Rote Braunschweiger“ (rotfleischig), „Stuttgarter Riesen“ (weißfleischig) und „Zittauer Gelbe Riesen“ (weißfleischig) vorwiegend vertreten sind.[18]

Beim Anbau der Küchenzwiebel wird als guter Boden altgedüngtes, humoses, sandig-lehmiges und nicht zu feuchtes Land empfohlen. Auf einem Boden, der noch nicht lange kultiviert wurde („roher Boden“), gedeiht die Zwiebelpflanze nicht gut. Auch ist ein gerade erst tief bearbeitetes, sogenanntes rigoltes Land keine gute Anbaufläche, da die Zwiebel zu dicke Strünke ausbilden, zudem nicht fest genug und zum Lagern geeignet sind.[19]

Man unterscheidet Steckzwiebel und Saatzwiebel. Steckzwiebeln sind vorgezogene kleine Zwiebeln, die im Frühjahr oder Herbst gesteckt werden und Saatzwiebel werden als Zwiebelsamen die direkt in die Erde gesät. Beide kommen in der einjährigen Kultur zur Anwendung:[20]

Einjährige Kultur

Zwiebelsamen

Bei der einjährigen Kultur sät man die kleinen schwarzen Samen von Allium cepa direkt ins Freiland oder in ein Frühbeet. Die Aussaat erfolgt im zeitigen Frühjahr ins Freiland. Nur in wärmeren Gegenden sät man ab Ende Februar (bis Anfang April) die Zwiebelsamen direkt in die Erde. Saatzwiebeln bieten eine größere Sortenauswahl und sind oft robuster als Steckzwiebeln, benötigen aber eine längere Kulturdauer.

Eine andere Anbaumethode ist die Aussaat Anfang März ins Frühbeet. Auf diese Art entstehen die Steckzwiebeln oder Pflanzzwiebeln, die vorgezogene kleine Zwiebeln sind und im Frühjahr oder Herbst in die Erde gesteckt werden. Diese Kultur empfiehlt sich in einem etwas schweren, kräftigen, feuchten Boden, der sich im Frühjahr spät erwärmt und deshalb zur Aussaat an Ort und Stelle nicht so gut eignet ist, weil die Samen noch langsamer keimen, aufgehen und sich entwickeln.[20]

Zweijährige Kultur

Bei zweijähriger Kultur sät man die Samen gegen Ende April auf ein Beet mit magerem Boden aus. Dadurch bilden sich nur kleine Zwiebelchen (Bulben), welche nach der Abtrocknung des Laubes so bald als möglich geerntet werden müssen. Die kleineren (Haselnussgröße) werden aussortiert, gut getrocknet und über den Winter in luftdurchlässigen Beuteln oder Netzen aufbewahrt. Das sind die sogenannten Steckzwiebeln. Die Überwinterung sollte in einem warmen Raum erfolgen, sonst gehen sie nach dem Pflanzen sofort in die Blüte! und bilden keine Knollen aus.[20]

Nach der Anbaumethode unterscheidet man zwischen „Sommerzwiebeln“ und „Winterzwiebeln“:

  • Sommerzwiebeln (werden als eigentliche Küchenzwiebeln bezeichnet) werden im zeitigen Frühjahr gesät oder, bei Steckzwiebelkultur, gesteckt und zwischen August und Oktober geerntet, wobei insbesondere spätere Sorten von fester Konsistenz bis in den März des Folgejahres lagerfähig sind.
  • Die etwas saftigeren und milderen Winterzwiebeln – genauer ausgedrückt: überwinternd kultivierte Zwiebeln – werden im August gesät, reifen im nächsten Frühjahr heran und können ab Juni geerntet werden, sind jedoch nur kurze Zeit lagerfähig.

Die Ernte aus der zweijährigen Kultur wird als wohlschmeckender eingestuft, als die der einjährigen. Im März des folgenden Jahres werden die Zwiebeln mit einem optimalen Reihenabstand von 20 Zentimeter und einem Pflanzenabstand von 8 bis 10 Zentimeter gesteckt. Dabei sollten die Spitzen noch aus der Erde schauen.

Die zweijährige Kultur wird empfohlen bei langen Wintern oder zu trockenen Sommern.[20]

Ernte

Die Ernte der Zwiebel erfolgt im August, bei Steckzwiebeln schon im Juni und bei überwinterten Zwiebeln im Mai. Ihr Geruch ist scharf und beißend. Der Geschmack der Zwiebel ist beißend würzig und ein wenig süß. Im trockenen Zustand entwickeln sie einen aromatischen Geruch und milden Geschmack.[21]

Kulturelle Bedeutung

Die Zwiebel in der Literatur

In den Xenien, einem Werk von Friedrich Schiller (1759–1805) und Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), das als Reaktion auf üble Rede, verfasst wurden, wird auch die Zwiebel erwähnt:

„Ist denn die Wahrheit ein Zwiebel, von dem man die Häute nur abschält? Was ihr hinein nicht gelegt, ziehet ihr nimmer heraus.“[22]

Johann Wolfgang Goethe erfreute sich am Zwiebelmarkt in Weimar,[23] der seit 1653 bis heute am zweiten Wochenende im Oktober stattfindet. Goethe lobte die gesundheitsfördernde Wirkung der Zwiebel und ließ die vom Weimarer Zwiebelmarkt gekauften Zwiebelrispen an seinem Schreibtisch befestigen.[24]

Die Zwiebel im kulturell-religiösen Sinn

Isis mit weit ausgebreiteten Flügeln

In der Antike, insbesondere im alten Ägypten, wurde die Zwiebel als heilige Pflanze verehrt. Archäologen haben Beweise gefunden, dass Zwiebeln in den Gräbern von Pharaonen platziert wurden. Im pharaonischen Ägypten war die Zwiebel der großen Göttin Isis geweiht.[25]

Nach Rudolf Hauschka (1891–1961), Begründer des Unternehmens Wala Heilmittel GmbH und Entwickler eines rhythmischen Herstellungsprozesses, walten Weisheitskräfte oder eine Mondenweisheit in den Liliengewächsen. Wo sie durch Züchtung zu Nahrungspflanzen wurden, wie bei der Küchenzwiebel, dem Knoblauch und anderen Lauchen (Schnittlauch, Porree usw.) zeigt sich eine Beziehung zum Nervensystem.[26]

Die Zwiebel war in Ägypten wie in Palästina und Israel ein beliebtes Knollengemüse und wird im Talmud beispielsweise im 3. Kapitel mehrfach behandelt,[27] wohingegen sie sie in der Bibel nur einmal Erwähnung findet. Im 4. Buch Mose 11,5 steht:

„Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, an die Gurken und an die Melonen und an den Lauch und an die Zwiebeln und an den Knoblauch;“[28]

Die Zwiebel in der Kunst (Auswahl)

Die Zwiebel in der Bauweise

Taj Mahal (Indien)

Bei einem Zwiebelturm ist die Spitze eines Turms in Zwiebelform ausgestaltet. Im christlich-orthodoxen Kulturraum findet sich diese Bauweise seit dem 15. Jahrhundert. Es gibt runde Bauformen und eckige Turmhauben.

Vom Standpunkt der geistiger Forschung brachten die Architekten auf diese Art intuitiv das Element der Sammlung von Kräften, der Akkumulation oder der Anziehungskräfte in einem Gebäude zum Ausdruck:

„Die Zwiebel am Turm möchte förmlich die kosmischen Kräfte zur Erde hin sammeln und sie dem Menschen bereitwillig übergeben.“[29]

Verwendung

Ernährung

Datei:Zwiebelringe der roten Zwiebel.jpg
Zwiebelringe der roten Zwiebel

Verwendet wird die Zwiebel meist fein gehackt oder in Ringe geschnitten. Sie wird roh oder geröstet gegessen oder beim Garen anderer Speisen, z. B. im Gemüse, mitgedünstet.

Sie kann in verschiedensten Formvariationen geschnitten werden und nach Einlegen für etwa 30 Minuten in Essig als Salatgewürz beigegeben werden. Die Zwiebel sollte nach dem Schneiden nicht allzu lange liegen gelassen werden, da sich bereits allein durch das Schälen und dann durch das Liegen einige Inhaltsstoffe in der Luft verflüchtigen.

Heinz Grill gibt den Hinweis, dass der rohen Zwiebel durch Einlegen in Essig und Salz die „Schärfe der Schwefelverbindung (Allylsulfid)“ genommen wird. Für den Menschen wird sie dadurch bekömmlicher.[14]

Die Nahrung ist aus anthroposophischer Sicht zuerst fremd für den Organismus und muss über Abbau- und Aufbauvorgänge im Verdauungsvorgang dem Menschen eingegliedert werden. Diese Tätigkeit des Auf- und Abbaus führt zur inneren Regsamkeit und stellt das eigentlich Nährende dar. In diesem Prozess wirken die aufgenommenen ätherischen Kräfte. Zur Unterstützung der Verdauung wird die Darmflora als Helfer gesehen.

(Hinweis: Für diesen Gedanken brauchen wir eine Quelle.)

Geschnittene Zwiebel

Die Zwiebel, der Knoblauch, der Lauch, der Schnittlauch und besonders der Meerrettich sind immunstärkende Lebensmittel.[30]

Gemäß Ayurveda sind Zwiebeln schwer verdaulich und erhöhen Pitta, daher sollten sie aus dieser Sicht sparsam verwendet werden. Bei übermäßigem Konsum können sie gemäß der ayurvedischen Sicht zu Trägheit und Ruhelosigkeit führen. Rohe Zwiebeln sollte man ganz meiden, vor allem nachts.

(Hinweis: Für die Aussage der Erhöhung der Pitta, der Trägheit usw. bräuchten wir eine Quelle. Wikipedia können wir erstens nicht verwenden und zweitens stand dort nichts dazu.)

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wird die Geschmacksrichtung der rohen Zwiebel als scharf, süß und der gebratenen Zwiebel als nur süß beschrieben. Da die Zwiebeln durch die Zubereitung nicht ihre Schärfe verlieren sollten, dürfen sie keinesfalls zu lange erhitzt werden.[31]

Ein zentraler Satz der Ernährungslehre der TCM lautet: „Nahrungsmittel und Heildrogen stammen aus derselben Quelle“. In China wurde erkannt, dass die richtige Ernährung die Entstehung von Krankheit verhindert. So wurde die Prävention zum Hauptaspekt.[32]

Zwiebel als Heilpflanze

Die Zwiebel war die Heilpflanze des Jahres 2015.[33]

Mittelalter

Hildegard von Bingen schreibt in ihrem Werk Physica, in dem sie die Pflanzenwelt ihrer Zeit beschreibt, über die Zwiebel:

„Die Zwiebel hat nicht die recht Wärme, sondern eine scharfe Feuchtigkeit, weil sie von dem Thaue des Tagesanbruch, wo seine Kräfte schon sinken, wächst. Im rohen Zustande genossen, ist sie schädlich und giftig, wie der Saft nutzloser Kräuter, gekocht ist sie gesund, selbst denen, welche an Fieber oder an der Gicht leiden; Magenkranken ist sie sowohl roh als gekocht schädlich.“[34]

Aufgrund ihrer Feuchtigkeit empfiehlt Hildegard von Bingen die Zwiebel daher nur bei Fieber und bei Gicht. Erst Paracelsus hebt die Zwiebel im 16. Jahrhundert auf ein Podest. Er hat den Satz geprägt: „Eine Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke.“

(Hinweis: In welchem Werk schreibt dies Paracelsus?)

Schulmedizin

Die Kommission E nennt eine Anwendungsmöglichkeit der Zwiebel gegen Appetitlosigkeit oder auch vorbeugend gegen Arteriosklerose.[35]

(Hinweis: Durch die Setzung von Unterüberschriften wird deutlich, dass der schulmedizinische Aspekt bisher untervertreten ist – ein Punkt, der der umfassenden Sicht, die AuroraWiki vertreten möchte, nicht entgegenkommt. Dies wäre auch schon bei den botanischen Punkten weiter oben (siehe Hinweis) zu beachten.)

Naturheilkunde
Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs sind ähnlich der Zwiebel, aber konzentrierter

In der Naturheilkunde verwendet man die Zwiebel bei Atemwegserkrankungen, besonders gegen Husten und Schnupfen. Die Zwiebel wirkt aber auch im Verdauungsapparat des Menschen: Sie lindert Magen- und Darmbeschwerden. In der Zwiebel sind Inhaltsstoffe enthalten, die dem Knoblauch ähnlich sind, allerdings nicht so hoch konzentriert. Diese beugen altersbedingten Gefäßkrankheiten und auch einigen Tumorleiden vor. Der Saft der Zwiebel wirkt antimikrobiell und wird oft zur äußerlichen Behandlung von Mückenstichen oder Blutergüssen empfohlen. Zwiebelsaft oder Sirup wirkt bei Husten und Bronchitis.[36]

Anthroposophische Medizin

In der anthroposophischen Medizin ist der Leitgedanke zur Anwendung, dass die Zwiebel abschwellende, schmerzstillende sowie antientzündliche Eigenschaften hat. Sie kann durch ihren Schwefelreichtum Stoffwechselprozesse anregen. Neben der abschwellenden Wirkung auf die Schleimhäute besitzt die Zwiebel durch ihre ätherischen Öle auch stark antiseptische Wirkungen. So wie durch das Schneiden der Zwiebel ihre gestauten Kräfte in Bewegung gebracht werden, so geschieht dies auch bei gestauten und entzündeten Krankheitsprozessen, bei denen die Zwiebel zur Anwendung kommt.

Der wässrige Schleim, die Allylsulfensäure Aliin, wirkt entzündungshemmend und schmerzlösend bei Stauungen und Entzündungen verschiedener Genesen, insbesondere in den Atemwegen und der Nasen-Rachenschleimhaut. Akute und stockende chronische Entzündungen werden durch die sulfurischen Wärmeprozesse ausgeleitet..[37]

In der anthroposophischen Pflege findet die Zwiebel Einsatz für Äußere Anwendungen. Bei eitriger Angina werden Halswickel mit der Zwiebel empfohlen, bei Erkältungen und grippalen Infekten, Infekten der oberen Luftwege Stirn-Fußsohlen Auflagen der Zwiebel. Ohrenschmerzen können nach Abklärung mit dem Arzt mittels Zwiebel-Ohrsäckchen gemildert werden.[37]

Die Zwiebel wird auch bei Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen und Neuralgien eingesetzt. Die antientzündliche abschwellende belebende Wirkung der Zwiebel findet für die Herstellung einer Mercurialis-Salbe Verwendung, in der auch die Inhaltsstoffe Ringelblume (Calendula) und Mercurialis (Bingelkraut) enthalten sind. Diese Salbe ist bei Formen eitriger Prozesse im Hautbereich hilfreich.[38]

Die Zwiebel wird als Heilmittel namens Allium cepa e bulbo bei scharfem Fließschnupfen angewendet.[39]

Bei der Zwiebel ist die verdauungsfördernde, stoffwechselbeschleunigende „sulfurische“ Wirkung stark betont. Der Gallenfluss wird gefördert, die Diurese wird kräftig angeregt, wässrige Stauungen, ödeme Ausschwitzungen in die Gewebe überwunden und ausgesondert.[40]

Austritt heißer, schwefeliger Gase (Neuseeland)

Der Schwefel gehört chemisch zu den wohl aktivsten aller Stoffe. Er ist ein Stoff, der Beziehung zu Wärme hat: Schwefel entstammt aus Gegenden, die vulkanisch durchwärmt sind (Sizilien, Spanien). Der Schwefel stammt aus dem Meer, wo er als schwefelsaure Magnesia (Magnesiumsulfat) vorkommt. Er wirkt verbindlich, verbindend, Möglichkeiten schaffend, wärmend oder die Stoffe durchkochend. Er spielt im organischen Leben und so in den Stoffwechselprozessen eine wichtige vermittelnde Rolle.[41]

Aufgrund ihres Schwefelanteils wird die Zwiebel auch zur Lösung von Schwermetallen aus deren Depots im Körper eingesetzt. Die gelösten Schwermetalle können dann in Chelaten gebunden und ausgeschieden werden.[42]

Traditionelle chinesische Medizin

Gemäß der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird der Organbezug der Zwiebel auf die Lunge, Milz, Magen, Darm, Leber, Herz gewiesen. Die Wirkung der Zwiebel wird als Schweiß treibend, Oberfläche öffnend, Magen kräftigend, den Appetit fördernd, das Qi regulierend und die Mitte freimachend charakterisiert. Sie wird angewendet bei Leere der Mitte, wenn verminderter Appetit, Völlegefühl oder Durchfall auftritt. Nach der Verbindung von westlicher mit chinesischer Medizin wird die Zwiebel auch bei Hypertonie, Hyperlipämie und koronaren Herzerkrankungen eingesetzt. Doch Vorsicht ist gemäß TCM geboten, bei Lungen- Hitze, sowie Magen-Hitze. Auch Bei Anzeichen für Yin-Leere, wie verschwommene Sicht.[31]

Homöopathie

Die Homöopathie setzt potenzierte Zwiebel bei Ohrenschmerzen, zahlreichen Erkältungssymptomen, bei Asthma und Altersbronchitis ein. Sie wird auch bei Fließschnupfen eingesetzt. Symptomatisch sind wässrige, scharfe Absonderungen aus der Nase, aber der Tränenfluss ist milde. Es besteht ein Rauheitsgefühl und Zusammenschnüren des Kehlkopfes.[43]

Ayurveda und Yoga

Die Eigenschaften der Zwiebel werden in Ayurveda mit scharf, süß, stärkend, aromatisch, antibakteriell, erwärmend, aphrodisierend, schleimlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und harntreibend gelistet. Zwiebeln stimulieren die Verdauung und sind appetitanregend. Bei Verbrennungen, Hautkrankheiten und allergischen Ekzemen kann die Zwiebel auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Dies stoppt auch den Juckreiz. [44]

In der ayurvedischen Naturheilpraxis steht die Heilkraft der Zwiebel mit dem Schwefel in Verbindung. Die Zwiebel wirkt entgiftend auf den ganzen Organismus. Außerdem wirkt sie probiotisch, indem die „guten Bakterien“ im Darm gefördert und das Immunsystem gestärkt wird.[45]

Der Yogameister Swami Sivananda empfahl, keine Zwiebeln zu essen, da sie zu den tamasartigen Nahrungsmittel gehören. Diese haben „einen sehr ungesunden Einfluß auf den menschlichen Geist und erfüllen ihn mit Gefühlen von Zorn, Dunkelheit und Müßiggang.“[46]

Geschichte

Die Geschichte der Zwiebel als Heil- und Nahrungsmittel reicht weit in das Altertum zurück. Archäologische Funde belegen, dass Zwiebeln schon vor über 5000 Jahren in Mesopotamien angebaut wurden. Die Chaldäer bauten sie bereits 4000 v. Chr. an. Die Zwiebel und auch der Knoblauch hatten bereits bei den alten Ägyptern kulturelle Bedeutung. Als Opfergabe wurde sie den Verstorbenen als Wegbegleitung für die Reise in Jenseits beigelegt. Im Grab des altägyptischen Pharaos Tutanchamun (regierte bis etwa 1332 v. Chr.) wurden Überreste von Zwiebeln gefunden. Den Arbeitern an den Pyramiden wurden täglich Rationen an Lauchgewächsen wie Knoblauch, Lauch, Zwiebeln zugewiesen.

Die Römer brachten die Zwiebel vermutlich aus dem asiatischen Raum mit nach Europa. Sie wurde zu einer der häufigsten Gemüsearten in Europa. Im 15. Jahrhundert begannen die Holländer vielfältige Sorten zu züchten, die sich in Form, Farbe und Geschmack unterscheiden.[47]

Geistige Bedeutung der Zwiebel

Die Küchenzwiebel wird von Heinz Grill aus geistiger Sicht wie folgt beschrieben:

„Der Blick mit geistigem Auge auf eine schöne weiße Küchenzwiebel offenbart, dass sich in ihr erstaunlich kräftigende Formbildetendenzen oder Formbildeentitäten ausprägen.“ (Heinz Grill)
„Der Blick mit geistigem Auge auf eine schöne weiße Küchenzwiebel offenbart, dass sich in ihr erstaunlich kräftigende Formbildetendenzen oder Formbildeentitäten ausprägen. Wie lilafarben, rötlich und bläulich zeigt die weiße Küchenzwiebel eine regelrechte Kraft zur Formverdichtung. Diese Fähigkeit liegt wohl nicht nur an dem Überwiegen der schwefeligen Verbindungen, die in der wässrigen Substanz organisiert sind, sondern in der sehr gut ausgebildeten mineralischen Gesamtkomponente. Gleichzeitig offenbart die Sphäre um die Zwiebel einen hohen hellen Lichtcharakter, der durchaus eine sehr schöne reinigende Sphäre erzeugen kann.
Aus dieser Sicht heraus, müsste die Zwiebel, wie auch in Maßen der Knoblauch und der Schnittlauch, eine der besten Gewürzlieferanten sein, die eine Speise sowohl festigen als auch in eine wiederum kosmische Leichtigkeit überführen können. Indem die Zwiebel zu einem Getreidegericht, zu einem Gemüse oder eventuell auch als Brotbelag verwendet wird, fördert sie harmonische, sowohl zentripetale als auch zentrifugale Richtungswirkungen. Sie kann in diesem Sinne die gesamten Ätherkrafte in einer Speise ausgleichen. Die Verwendung dieser Pflanzen in der Küche kann eine Heilkunst im feinfühligen und wohlproportionierten ästhetischen Sinne fördern.“[14]

Die 4 Elemente, die gleichsam die 4 Ätherelemente (der Feuer- oder Wärmeäther, der Lichtäther, der chemische oder Zahlenäther und der Lebensäther) darstellen, wurden erstmals von Rudolf Steiner beschrieben. Der Ätherleib trägt das Kennzeichen der Anziehung in sich und kann Kräfte, die in der Umgebung liegen, in sich akkumulieren.[14]

Der Querschnitt durch eine Zwiebel zeigt eine nach innen organisierte Ringstruktur. Die Zwiebel ist eine relativ stark wässrige Pflanze, die jedoch mit den Ringstrukturen dieses Wasser nach innen hinein organisiert und strukturiert ist. Sie ist ein sehr gutes Hilfsmittel, damit eine erste Entwässerung im Körper durch eine bessere Flüssigkeitsorganisierung eingeleitet wird:

„Die entwässernde Wirkung der Zwiebel beruht auf der Fähigkeit, dass sie das Wässrige wohl organisieren kann und daraus Formstrukturen erschafft.“[14]
(Foto: Einzelne Ringbildungen der Zwiebel und Foto: Zusammenziehung der inneren Ringe, im Äußeren Heranbilden neuer Ringe. Hinweis: Kommt noch eine eigene Zeichnung? Es wäre wünschenswert.)

Das Wirken der roten wie auch der weißen Zwiebel beschreibt Heinz Grill aus metaphysischer Sicht wie folgt:

„Die rote wie auch die weiße Zwiebel wirken nach einer ätherischen Sicht zusammenziehend, obwohl sie vom Geschmack her einen schärflichen Charakter besitzen. Diese ätherische Wirkung dürfte wohl für den gesamten Heilscharakter dieses hervorragenden Liliengewächses verantwortlich sein.
Der sogenannte chemische Äther bildet seine Weiterentwicklung oder in diesem Falle seine Zwiebelringe, in dem er sich nach innen zusammenzieht. Im Querschnitt dieser Frucht sind auf sehr schöne Weise diese einzelnen Ringbildungen erkennbar. Unsichtbar und geheimnisvoll vollzieht sich das ätherische Wachstum, indem sich die inneren Ringe zusammenziehen, um im Äußeren neue Ringe zu heranzubilden.
Es handelt sich bei der Zwiebel daher nicht um eine Stauung in der Knollenbildung, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, sondern um eine außerordentlich gut organisierte Aufbauarbeit von verschiedenen Ringen. Das Wasser wird organisiert.
Die Zwiebel wirkt heilsam gerade durch ihre zusammenziehende Wirkung auf den gesamten Körper. Insbesondere auf den Wasserhaushalt, Die Ätherkräfte können harmonisch den Stoffwechsel durchdringen.“[14]

Rudolf Steiner wies daraufhin, dass bei Grippeerkrankten interessanterweise ein Duft nach Zwiebeln und Knoblauch zu bemerken sei und bei einer Begegnung dasjenige mitgemacht wird, was in dem Grippeerkrankten stattfindet.

„Dieser Knoblauchduft, den der [Grippekranke] hat, der bewirkt, dass sein Kopf dumpf wird, weil ein ganz bestimmtes Organ im Kopfe, das man das Sensorium nennt, nicht ordentlich von dem Stoff versorgt wird. Dadurch haben wir den Grippedreck in uns, dass gerade in der Mitte des Kopfes ein Organ nicht ordentlich versorgt wird. In diesem Duft – das kann man also mit einer ganz feinen Nase riechen – ist immer etwas Zwiebel- und Knoblauchduft drinnen. Ja, den macht man ja mit. So wie wir die krächzende und grunzende Stimme des Menschen mitmachen, so machen wir innerlich das mit, was der Mensch da ausdünstet, und wir kriegen dadurch unsern eigenen Astralleib, unsere eigene Tätigkeit in Unordnung. Die bewirkt nun auch, dass ein solcher Boden, wie er geeignet ist für Zwiebeln und Knoblauch, abgesetzt wird, und wir kriegen auch die Grippe. Das hat noch gar nichts mit Bakterien oder Bazillen zu tun; das hat einfach mit der Beziehung von Mensch zu Mensch etwas zu tun.“[48]

Literatur

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Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das Herkunftswörterbuch. Zwiebel. In: Academic. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  2. Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0503-1, S. 109.
  3. 3,0 3,1 Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 348.
  4. Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 343.
  5. Zwiebel. Herkunft und Verbreitung. In: de-academic.com. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  6. Speisezwiebel – Allium cepa. In: Pflanzen in Deutschland. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  7. 7,0 7,1 Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0504-X, S. 125.
  8. Nervatur. In: amleto.de. Abgerufen am 19. JUlli 2025.
  9. Gerbert Grohmann: Die Pflanze. Ein Weg zum Verständnis ihres Wesens. Band 2. 7. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1991, ISBN 3-7725-0504-X, S. 118.
  10. Lob der Zwiebel – Volksnahrungsmittel und Heilpflanze. In: friedrich-verlag.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  11. Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci · Fachmann · Kraut. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 302.
  12. Vitamin K-Gehalt ausgewählter Lebensmittel. In: staff.uni-mainz.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  13. Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Sonderausgabe der 1. Auflage. Urban&Fischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-437-57271-5, S. 459.
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 14,6 Heinz Grill: Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung. 7. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2013, ISBN 978-3-9815855-0-6, S. 100–102.
  15. Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 348.
  16. Die Küchen-Zwiebel aus chemischer Sicht. Seite 3. In: Universität Bayreuth. Abgerufen am 19. Juli 2025.
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  18. Zwiebel. In: Die Chemie-Schule. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  19. Zwiebeln (Gemüsezwiebeln) anbauen – Anleitung & Besonderheiten. In: Der kleine Garten. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  20. 20,0 20,1 20,2 20,3 Steckzwiebeln oder Saatzwiebeln: Welche Wahl treffen? In: samen.de. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  21. Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Sonderausgabe der 1. Auflage. Urban&Fischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-437-57271-5.
  22. Friedrich Schiller: Sämtliche Werke. Band 1, München 1962, S. 263. (Online in zeno.org)
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  27. Eruwin Kapitel 3. Der Talmud, Traktat (Massechet) Eruwin in deutscher Übersetzung von Lazarus Goldschmidt. In: talmud.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.
  28. 4. Mose 11,5. In: Bibelserver. Elberfelder Bibel. Abgerufen am 16. Juli 2025.
  29. Heinz Grill: Das Wesensgeheimnis der Seele. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 311.
  30. Petra Kühne: Immunsystem stärken durch Ernährung. In: Arbeitskreis für Ernährungsforschung. Abgerufen am 19. Juli 2025.
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  38. Markus Sommer: Heilpflanzen. Ihr Wesen, ihre Wirkung, ihre Anwendung. Verlag freies Geistesleben & Urachhaus GmbH, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7725-5049-2, S. 29.
  39. Franziska Roemer: Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin. Karl F. Haug Verlag Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-8304-7708-2. S. xxx
  40. Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde Band I. 4. Auflage. Verlag Goetheanum, Dornach 1980, ISBN 3-7235-0084-6, S. 343.
  41. Rudolf Hauschka: Substanzlehre. 4. Auflage. Vittorio Klostermann Frankfurt am Main Verlag, 1966, S.194.
  42. Chrischta Ganz: Heilpflanze des Jahres 2015: Zwiebel (Allium cepa). In: Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin. Abgerufen am 19. Juli 2025.
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  46. Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis. Kapitel Vegetarismus. Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3. (Online)
  47. Zwiebel. In: WALA Arzneimittel. Abgerufen am 19. Juli 2025.
  48. Rudolf Steiner: Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre. GA 348. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7274-3480-5 (Ln), S. 166. (Online)
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