Depression
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Als Depression (lateinisch depressio von lateinisch deprimere „niederdrücken“) wird in der Medizin allgemein eine Herabsetzung oder Dämpfung körperlicher oder psychischer Funktionen bezeichnet. Im Speziellen ist hier jedoch eine psychische Störung gemeint, die als Erkrankung den affektiven Störungen zugeordnet wird. Typische Symptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, häufiges Grübeln, das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und ein verminderter Antrieb. Häufig verloren gehen Freude und Lustempfinden, Selbstwertgefühl, und das Interesse am Leben insgesamt. Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sind dadurch beeinträchtigt. Die Krankheitsursachen sind bislang wenig verstanden, vor allem der biologische Pathomechanismus (ursächlich wirkende Kausalkette von Körpervorgängen). Psychotherapie und Antidepressiva gehören zum standardmäßigen medizinischen Behandlungsangebot.
Die klinische Depression unterscheidet sich von Trauer oder einer vorübergehend niedergeschlagenen, deprimierten Stimmungslage (Dysphorie) durch eine unverhältnismäßig lange Dauer und Schwere. Als ernste, oft folgenreiche Erkrankung entzieht sie sich der Beeinflussung durch Willenskraft oder Selbstdisziplin des Betroffenen. Die Depression stellt eine wesentliche Ursache für Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung dar und ist der Auslöser für rund die Hälfte der jährlichen Selbsttötungen in Deutschland.
Die seelisch-geistigen Forschungen von Heinz Grill ergeben, dass die Depression eine große Entwicklungsanforderung an den Menschen stellt: „Die Depression, die ein gemütshaftes und gedankliches Herausfallen aus der natürlichen Synthese von Welt und Himmelssphäre offenbart, bringt eine ungewöhnliche Spannung und Anforderung in das individuelle Entwicklungsgeschehen. [...] Die Aufgaben, die in dieser Situation zu bewältigen sind, erfordern eine wahrhaftige und lebendige Zielorientierung und das Denken von bestmöglichen Zielperspektiven. Sie erfordern die ungewöhnlichen Anstrengungen und aktiven Opferleistungen, nicht in das Gemüt zu versinken, sondern in eine rationalere und konkretere Gedankensphäre mit neuen und besseren Perspektiven einzutreten. In der Heilungsphase müssen gerade jene Aktivitäten geschehen, die für das subjektive Empfinden die denkbar schwierigsten sind, denn sie stellen eine Überwindung von Sorgen und leibverhafteten Gefühlen dar. Die Heilung ist immer mit einer Selbstüberwindung durch das aktiv werdende und sich im Gedanken gründende Selbst gegeben.[1]
Soforthilfen für Betroffene
Viele deutsche Online- und Print-Medien fügen bei Berichten im Kontext von Depressionen oder Suizidgefahr deutliche Hinweise[2] auf folgende stets direkt zugängliche Sofort-Hilfsangebote für Betroffene in Deutschland hinzu:
- Bei Suizidgefahr: Notruf 112
- Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33
- Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei)
- Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
- Deutsche Depressionshilfe (regionale Krisendienste und Kliniken, Tipps für Betroffene und Angehörige)
- Deutsche Depressionsliga
Verbreitung

In einer internationalen Vergleichsstudie von 2011 wurde die Häufigkeit von Depressionen in Ländern mit hohem Einkommen verglichen mit der in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Die Lebenszeitprävalenz betrug in der ersten Gruppe (zehn Länder) 14,9 % und in der zweiten Gruppe (acht Länder) 11,1 %. Das Verhältnis von Frauen zu Männern war ungefähr 2:1.[3]
Rund drei bis zehn Prozent der Jugendlichen erkranken an einer Depression. Auch im jüngeren Alter ist die Erkrankung nicht selten.[4]
Die Krankheitslast durch Depressionen, etwa in Form von Arbeitsunfähigkeiten, stationären Behandlungen und Frühverrentungen, ist in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen.[5][6][7] Es wird angenommen, dass sich die tatsächliche Krankheitshäufigkeit deutlich weniger gravierend verändert hat und das vermehrte Auftreten durch eine bessere Erkennung und weniger Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Störungen herrührt.[8] Auch die mit der Zeit niedrigschwelliger gewordenen Diagnose-Kriterien für eine psychische Störung werden als Teilursache kritisch diskutiert.[9] Ergebnisse von Langzeitstudien auf der anderen Seite sprechen jedoch eher für einen echten Anstieg, der mit verschiedenen gesellschaftlichen Einflussfaktoren in Zusammenhang gebracht wird.[10][11][12]
Auch in Deutschland scheinen nach Krankenkassendaten jüngere Generationen gefährdeter zu sein, im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Störung zu leiden.[13] Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer der versicherten Erkrankten belief sich im Jahr 2014 laut Angaben der Techniker Krankenkasse auf 64 Tage (im Vergleich: bei allen Diagnosen durchschnittlich 13 Tage). Von den zehn Gruppen mit den höchsten Erkrankungsraten gehören sieben dem Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung an. Mit Abstand führen Mitarbeiter in Callcentern die Liste an; gefolgt von Alten- und Krankenpflegern, Erziehern und Kinderbetreuern, Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung und Beschäftigten im Bewachungsgewerbe. Vergleichsweise wenig anfällig sind Hochschullehrer, Software-Entwickler und Ärzte. Frauen sind fast doppelt so oft betroffen wie Männer. Von 2000 bis 2013 hat sich die Zahl der verordneten Tagesdosen von Antidepressiva fast verdreifacht. In regionaler Hinsicht führen Hamburg (1,4 Arbeitsunfähigkeitstage pro versichertem Arbeitnehmer), Schleswig-Holstein und Berlin (je 1,3 Tage) die Liste an. In Hamburg sind 9,2 Prozent der gesamten Arbeitsunfähigkeitstage durch Depression bedingt. In Süd- und Ostdeutschland sind die Raten im Durchschnitt geringer.[14] Bei Studierenden, die bisher als relativ gesunde Gruppe galten, sind inzwischen nach Angaben der Barmer GEK 17 Prozent (etwa 470.000 Menschen), vor allem ältere, von einer psychiatrischen Diagnose betroffen.[15]
Anzeichen
Symptome
Im Jahre 2011 wurde von mehreren Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine Versorgungsleitlinie zum Thema Depression erarbeitet. Sie empfiehlt, zur Diagnose nach ICD-10 zwischen drei Haupt- und sieben Zusatzsymptomen zu unterscheiden:[16]
Diagnostische Symptome
Die Hauptsymptome sind:
- gedrückte, depressive Stimmung: Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung oder bei einer schweren Depression (englisch major unipolar depression) das „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. das Gefühl anhaltender innerer Leere.
- Interessensverlust und Freudlosigkeit: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, das heißt, die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen.
- Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit: Ein weiteres typisches Symptom ist die Antriebshemmung. Bei einer schweren depressiven Episode können Betroffene in ihrem Antrieb so stark gehemmt sein, dass sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen nicht mehr verrichten können.[17]
Die Zusatzsymptome sind:
- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen (Insuffizienzgefühl)
- Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit
- Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
- Suizidgedanken oder -handlungen: Schwer Betroffene empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität.[18]
- Schlafstörungen
- verminderter Appetit
Mögliche weitere Symptome
Ferner kann zusätzlich ein somatisches Syndrom vorliegen, wenn mindestens vier der folgenden Symptome eindeutig feststellbar sind:[16]
- mangelnde Fähigkeit, emotional auf die Umwelt zu reagieren
- Interessen- oder Freudeverlust an normalerweise angenehmen Aktivitäten
- frühmorgendliches Erwachen: Der Schlaf ist gestört in Form von vorzeitigem Erwachen, mindestens zwei Stunden vor der gewohnten Zeit. Diese Schlafstörungen sind Ausdruck eines gestörten 24-Stunden-Rhythmus. Die Störung des chronobiologischen Rhythmus ist ebenfalls ein charakteristisches Symptom.
- Morgentief: Häufig geht es dem Kranken vormittags besonders schlecht. Bei einer seltenen Krankheitsvariante verhält es sich umgekehrt: Es tritt ein sogenanntes „Abendtief“ auf, das heißt, die Symptome verstärken sich gegen Abend und das Einschlafen ist erschwert oder erst gegen Morgen möglich.
- psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit: Die Hemmung von Bewegung und Initiative geht häufig mit innerer Unruhe einher, die körperlich als ein Leidgefühl wahrgenommen wird und sehr quälend sein kann (stumme Exzitation, lautlose Panik).[17]
- deutliche Appetitlosigkeit
- Gewichtsabnahme
- auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust).
Depressive Erkrankungen gehen gelegentlich mit körperlichen Symptomen einher, sogenannten Vitalstörungen, und Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust. Während einer depressiven Episode ist die Infektionsanfälligkeit erhöht. Beobachtet wird auch sozialer Rückzug, das Denken ist verlangsamt (Denkhemmung), sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang), Störungen des Zeitempfindens. Häufig bestehen Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Hinzukommen kann eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen.[19]
Wie eine Übersichtsarbeit von 2019 hervorhebt, können zu den Beeinträchtigungen bei Depressionen zusätzlich zu affektiven Merkmalen auch kognitive Merkmale betroffen sein wie Kontrollvorgänge (Exekutivfunktionen), Lernen, Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit. Der Fokus bei der Auseinandersetzung mit Depressionen liege jedoch in der Regel auf affektiven Merkmalen, obwohl insbesondere Aufmerksamkeitsstörungen sich sehr negativ auf das Funktionieren im Alltag auswirke. Im Gegensatz zu anderen Symptomen der Depression verbessere sich die Aufmerksamkeit bei den meisten Patienten durch aktuelle Behandlungsformen, insbesondere SSRIs, nicht. Medikamente, die hingegen auf Katecholamine abzielen (z. B. Dopamin, Noradrenalin), können einer verbesserten Aufmerksamkeitsspanne zugutekommen.[20]
Bild der Depression erweitert mit seelisch-geistigen Zusammenhängen
Auf Basis der vorliegenden Symptomatik entsteht in Verbindung mit einer Erweiterung aus seelisch-geistigen Zusammenhängen ein tiefgehendes Bild der Depression, das Heinz Grill wie folgt beschreibt: „[…] so ist die Erscheinungsform der Depression wie ein Mensch, der die Aufmerksamkeit vom sicheren und vorgegebenen Wege verloren hat und nun in den Wäldern abirrt, mit den Füßen im Schlamme tritt und somit in seinem Gange immer langsamer, eingeschränkter und schwerer wird. Er erschöpft, und der wässrige Schlamm zieht in weiter in den verschlingenden und einsaugenden Sumpf hinein. Sein Bewusstsein empfindet mit der Zeit nur noch die Schwere und Belastung der ihn umgebenden Materie.“[21]
Schweregrad
Der Schweregrad wird nach ICD-10 gemäß der Anzahl der Symptome eingeteilt:[16]
- leichte Depression: zwei Hauptsymptome und zwei Zusatzsymptome
- mittelschwere Depression: zwei Hauptsymptome und drei bis vier Zusatzsymptome
- schwere Depression: drei Hauptsymptome und vier oder mehr Zusatzsymptome
Geschlechtsunterschiede
Untersuchungen weisen darauf hin, dass sich Depressionen bei Männern nicht selten in atypischen, externalisierenden Symptomen zeigen. Anstelle von Traurigkeit oder Antriebslosigkeit stehen häufig Reizbarkeit, Aggression, Feindseligkeit, vermehrter Alkohol- oder Substanzkonsum, riskantes Verhalten oder eine Übersteigerung von Arbeit und Leistung im Vordergrund.[22] Auch somatische Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder gastrointestinale Symptome können die affektive Symptomatik überlagern.[23] Solche Unterschiede im Symptomprofil werden vielfach auf soziokulturelle Faktoren zurückgeführt, etwa auf traditionelle Männlichkeitsnormen, die Gefühlsausdruck, Hilfesuche oder das Eingeständnis von Schwäche hemmen.[24]
Für die beschriebenen Symptomkonstellationen hat sich in der populärwissenschaftlichen Literatur der Begriff männliche Depression etabliert. Der Terminus ist jedoch umstritten. Kritiker betonen, dass es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt, sondern um geschlechtstypisch häufigere Ausdrucksweisen einer Depression, die wesentlich durch kulturelle Rollenerwartungen geprägt sind.[25] Zudem besteht die Gefahr, dass sich stereotype Zuschreibungen verfestigen und vergleichbare Symptomkonstellationen bei Frauen übersehen werden. Als alternative Bezeichnungen finden sich daher Begriffe wie verdeckt verlaufende Depression oder externalisierende Depression[26], die die Symptomatik beschreiben, ohne eine geschlechtsspezifische Sonderform zu implizieren.
Bei Kindern und Jugendlichen
Das Erkennen von Depressionssymptomen bei Vorschulkindern ist inzwischen relativ gut erforscht, erfordert jedoch die Beachtung einiger Besonderheiten. Entsprechendes gilt für Schulkinder und Jugendliche.[27] Bei Kindern liegt die Prävalenz von Depression etwa bei drei Prozent, bei Jugendlichen bei etwa achtzehn Prozent.[28] Die Symptome sind bei Kindern und Jugendlichen oft nur schwer zu erkennen, da sie von alterstypischen Verhaltensweisen überlagert werden. Dies erschwert die Diagnostik.
Für Kinder und Jugendliche gelten die gleichen Diagnoseschlüssel wie für Erwachsene. Allerdings können bei Kindern eine ausgesprochene Verleugnungstendenz und große Schamgefühle vorliegen. In einem solchen Fall kann Verhaltensbeobachtung und die Befragung der Eltern hilfreich sein. Auch die familiäre Belastung in Hinblick auf depressive Störungen sowie anderen Störungen sollte in den Blick genommen werden. Im Zusammenhang mit Depression wird oft eine Anamnese des Familiensystems nach Beziehungs- und Bindungsstörungen sowie frühkindlichen Deprivationen oder auch seelischen, körperlichen und sexuellen Misshandlungen erstellt.[29]
Zu den weiteren diagnostischen Schritten kann auch eine Befragung der Schule oder des Kindergartens hinsichtlich der Befindlichkeit des Kindes oder Jugendlichen zählen. Häufig wird auch eine orientierende Intelligenzdiagnostik durchgeführt, welche eine eventuelle Über- oder Unterforderung aufdecken soll. Spezifische Testverfahren für Depression im Kindes- und Jugendalter sind das Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ) und der Depressions-Test für Kinder (DTK).
Diagnose
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| F32.0 | Leichte depressive Episode (Der Patient fühlt sich krank und sucht ärztliche Hilfe, kann aber trotz Leistungseinbußen seinen beruflichen und privaten Pflichten noch gerecht werden, sofern es sich um Routine handelt.) | |
| F32.1 | Mittelgradige depressive Episode (Berufliche oder häusliche Anforderungen können nicht mehr oder – bei Tagesschwankungen – nur noch zeitweilig bewältigt werden). | |
| F32.2 | Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (Der Patient bedarf ständiger Betreuung. Eine Klinik-Behandlung wird notwendig, wenn das nicht gewährleistet ist). | |
| F32.3 | Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (Wie F.32.2, verbunden mit Wahngedanken, z. B. absurden Schuldgefühlen, Krankheitsbefürchtungen, Verarmungswahn u. a.). | |
| F32.8 | Sonstige depressive Episoden | |
| F32.9 | Depressive Episode, nicht näher bezeichnet | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | ||
Da die Depression eine sehr häufige Störung ist, sollte sie bereits vom Hausarzt erkannt werden, was aber nur in etwa der Hälfte aller Fälle gelingt. Manchmal wird die Diagnose erst von einem Psychiater, von einem Arzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder von einem psychologischen Psychotherapeuten gestellt. Wegen der besonderen Schwierigkeiten der Diagnostik und Behandlung von Depressionen im Kindesalter sollten Kinder und Jugendliche mit einem Verdacht auf eine Depression grundsätzlich von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder von einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten untersucht werden.
Verbreitete Verfahren zur Einschätzung des Schweregrades einer depressiven Episode sind die Hamilton-Depressionsskala (HAMD), ein Fremdbeurteilungsverfahren, das Beck-Depressions-Inventar (BDI), ein Selbstbeurteilungsverfahren, und das Inventar depressiver Symptome (IDS), welches in einer Fremd- und einer Selbstbeurteilungsversion vorliegt.
Mitunter wird eine Depression von einer anderen Erkrankung überdeckt und nicht erkannt.
In der ICD-10 fallen Depressionen unter den Schlüssel F32 und werden als „depressive Episode“ bezeichnet. Im Falle sich wiederholender Depressionen werden diese unter F33 klassifiziert, bei Wechsel zwischen manischen und depressiven Phasen unter F31. Die ICD-10 benennt drei typische Symptome der Depression: depressive Stimmung, Verlust von Interesse und Freude sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit. Entsprechend dem Verlauf unterscheidet man im gegenwärtig verwendeten Klassifikationssystem ICD-10 die depressive Episode und die wiederholte (rezidivierende) depressive Störung.
Unterschiedliche Formen
Gegenwärtig ist das Diagnose-Schema nach ICD-10 in der medizinischen Praxis verbindlich. Die Schwere der Depression wird dort durch die Begriffe leichte, mittelgradige und schwere depressive Episode unterschieden, bei letzterer noch mit dem Zusatz mit oder ohne psychotische Symptome (siehe auch: Diagnose). Mit der Einführung der ICD-11 wird bereits ab der mittelgradigen Episode unterschieden, ob diese mit oder ohne psychotische Symptome auftritt.[30][31]
Nach dem ICD-10-Diagnose-Schema wird die chronische Depression nach Schwere und Dauer eingestuft in Dysthymie oder rezidivierende (wiederholte) Depression. Hier ist das DSM-5 genauer, da zu bestehenden chronischen depressiven Verstimmungen noch phasenweise zusätzliche Depressionen hinzukommen können. Innerhalb der DSM-5 wird dies dann „double depression“ genannt. Dort wurde jedoch auch der Ausschluss von Trauerreaktionen als Diagnosekriterium aufgehoben.[32]
Organische Depression (ICD-10 F06.3 – „Organische affektive Störungen“) nennt man ein depressives Syndrom, das durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen wird, beispielsweise durch Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hypophysen- oder Nebennierenerkrankungen, Schlaganfall oder Frontalhirnsyndrom. Nicht zur organischen Depression zählen hingegen Depressionen im Gefolge von hormonellen Umstellungen, z. B. nach der Schwangerschaft oder in der Pubertät. „Eine depressive Episode muss … von einer organischen depressiven Störung unterschieden werden. Diese Diagnose ist (vorrangig) zu stellen, wenn die Störung des Affekts sehr wahrscheinlich als direkte körperliche Folge eines spezifischen Krankheitsfaktors (z. B. Multiple Sklerose, Schlaganfall, Hypothyreose) angesehen wird.“[33] Dies gibt dem weiterbehandelnden Arzt Hinweise, dass eine somatische Erkrankung als Ursache der Depression zugrunde liegt und bei der Diagnostik und Behandlung zu berücksichtigen ist (und nicht die Depression die Ursache funktioneller oder psychosomatischer Beschwerden ist).
Entlastungsdepression wird laut dem Dorsch eine depressive Episode genannt, die sich nach „seelischer Dauerbelastung“ einstellen kann, wie sie unter anderem Prüfungen, Hafterfahrungen oder Schwangerschaften darstellen. Sie geht insbesondere mit dem Gefühl der inneren Leere einher. Ein „erhöhtes Risiko“ liege für besonders motivierte Menschen vor, „die keine klare Trennung“ zwischen „Freizeit und Arbeit vornehmen und unzureichende Erholungspausen einlegen“.[34]
Historische Formen
Die Entwicklung der Klassifikationssysteme und die verschiedenen Erscheinungsformen der Depression haben zu Bezeichnungen geführt, die heute nicht mehr gebräuchlich sind und in den modernen Klassifikationssystemen nicht verwendet werden.
- Die reaktive Depression wurde als Reaktion auf ein aktuell belastendes Ereignis verstanden und wird heute als mögliches Symptom einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) diagnostiziert.
- Der Begriff endogene Depression umfasste ein depressives Syndrom ohne erkennbare äußere Ursache, das meist auf veränderte Stoffwechselvorgänge im Gehirn und genetische Veranlagungen zurückgeführt wurde (endogen bedeutet innen entstanden). Heute wird sie im klinischen Alltag als eine Form der Affektiven Störung betrachtet.
- Die neurotische Depression oder Erschöpfungsdepression wurde ursächlich auf länger andauernde belastende Erfahrungen in der Lebensgeschichte zurückgeführt.
- Als Sonderform der Depression wurde die anaklitische Depression (Anaklise = Abhängigkeit von einer anderen Person) bei Babys und Kindern angesehen, wenn diese allein gelassen oder vernachlässigt wurden. Die anaklitische Depression äußere sich durch Weinen, Jammern, anhaltendes Schreien und Anklammern und könne in psychischen Hospitalismus übergehen.
- Als larvierte Depression, auch maskierte oder somatisierte (≠ somatische) Depression genannt, wurde eine Depression bezeichnet, bei der körperliche Beschwerden das Krankheitsbild prägen. Die depressive Symptomatik bleibt unterschwellig. Beschwerdeschilderungen in Form von Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Beklemmungen in der Brustregion, Schwindelempfindungen und vieles mehr sind beschrieben. Die Häufigkeit der gestellten Diagnose „maskierte Depression“ betrug in der Hausarztpraxis bis zu 14 %.[35][36] Das Konzept, das in den 1970er bis 1990er Jahren große Verbreitung fand, wurde inzwischen aufgegeben, wird aber von einigen Ärzten, entgegen der Empfehlung, noch heute verwendet.[37]
- Die zur depressiven Symptomatik gehörende innere Unruhe führte zu Erscheinungsformen, die unter agitierter Depression subsumiert wurde. Dabei werde der Patient von einem rastlosen Bewegungsdrang, der ins Leere lief, getrieben, wobei zielgerichtete Tätigkeiten nicht möglich seien. Der Kranke gehe umher, könne nicht still sitzen und auch Arme und Hände nicht still halten, was häufig mit Händeringen und Nesteln einhergehe. Auch das Mitteilungsbedürfnis sei gesteigert und führe zu ständigem, einförmigen Jammern und Klagen. Die agitierte Depression wurde bei älteren Menschen vergleichsweise häufiger beobachtet als in jüngerem und mittlerem Alter.
- Etwa 15–40 % aller depressiven Störungen wurden als atypische Depressionen bezeichnet. „Atypisch“ bezog sich auf die Abgrenzung zur endogenen Depression und nicht auf die Häufigkeit dieses Erscheinungsbildes einer Depression. In einer deutschen Studie aus dem Jahr 2009 betrug der Anteil atypischer Depressionen 15,3 %. Bei Patienten mit atypischer Depression wurde im Vergleich zu den anderen depressiven Patienten ein höheres Risiko ausgemacht, auch an somatischen Angstsymptomen, somatischen Symptomen, Schuldgedanken, Libidostörungen, Depersonalisation und Misstrauen zu leiden.[38]
- Als Spät-/Involutionsdepression galt eine Depression, die erstmals nach dem 45. Lebensjahr auftrat und deren Prodromalphase deutlich länger war als bei den Depressionen mit früherem Beginn. Frauen seien von der Spätdepression häufiger betroffen (gewesen) als Männer. Sie grenze sich u. a. von früher auftretenden Depressionen durch ihre längere Phasendauer, mehr paranoide und hypochondrische Denkinhalte, eine relative Therapieresistenz sowie eine erhöhte Suizidgefahr ab.
- Hiervon unterschieden wurde die Altersdepression, die nach dem 60. Lebensjahr erstmals auftrete. Die Bezeichnung Altersdepression allerdings sei irreführend, da sich eine depressive Episode im Alter nicht von der in jungen Jahren unterscheide, jedoch bei Älteren häufiger Depressionen als bei Jüngeren auftreten.
Disposition zur Depression
Der Tiefenpsychologe Fritz Riemann beschreibt vier Grundformen der Angst, wovon eine die Depression ist. Manche Menschen haben depressive Persönlichkeitsstrukturen aufgrund ihrer mitgebrachten Anlage und / oder aufgrund von bestimmten Kindheitserfahrungen und -traumatisierungen, welche mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können.[39]
In einem Bild, das auf der kosmischen Ordnung basiert, beschreibt er 4 Grundkräfte, die auf harmonische Weise zusammenwirken müssen:
1) Die Erde umkreist die Sonne.
2) die Eigendrehung der Erde
3) die Schwerkraft (wirkt zentripetal)
4) die Fliehkraft (wirkt zentrifugal)
Der Mensch trägt diese vier Kräfte in unterschiedlicher Ausprägung als unbewusste Triebkräfte in sich. Diese zeigen sich folgendermaßen:
1) Sich einordnen in ein größeres Ganzes , eigenes Wollen begrenzen zugunsten Überpersönlichem, Selbsthingabe
2) ein Individuum werden (Individuation), Selbstbewahrung
3) Impuls nach Dauer und Beständigkeit
4) Impuls zur Veränderung und Wandlung[40]
Fehlt der zweite Impuls, der zur Selbstbewahrung, weitgehend oder komplett, so entsteht die Erkrankung der Depression. Der Depressive hat eine Angst vor der Selbstwerdung und lebt stattdessen einseitig den ersten Impuls, den der Selbsthingabe:
„Wenn man, die Individuation vermeidend, die Hingabeseite überwertig lebt, ist, wie wir sahen, die allgemeinste Folge, dass dadurch der jeweilige andere einen Überwert bekommt, man selbst entsprechend an Wert verliert. Positiv ergibt das Zurückstellen des eigenen Ichs zunächst alles, was auf der Linie verstehender Einfühlung, des Mitgefühls und des Mitleids liegt. Man denkt immer erst an den anderen, an dessen Situation und Interessen, fühlt sich in ihn ein bis zur Identifikation. Das ermöglicht ein tiefes Fremdverständnis, ein Sich-in-andere-versetzen-Können, das zunächst etwas sehr Positives ist. Der eigentlich Depressive bleibt aber nun gleichsam in der Identifikation stecken und nimmt sich nicht wieder zu sich selbst zurück; er verliert dadurch zu viel an eigenem Standpunkt und kann zum Echo des anderen werden – man könnte sagen, er missverstehe die christliche Forderung des ‚liebe deinen Nächsten wie Dich selbst‘ als ein ‚mehr als dich selbst‘.“[41]
„Auch für die depressive Persönlichkeitsstruktur gibt es eine Linie von Menschen mit durchaus noch völlig gesund zu nennenden depressiven Einschlägen über leichtere bis zu den schweren und schwersten depressiven Persönlichkeiten; wir können sie folgendermaßen skizzieren: Kontemplation, Beschaulichkeit – stille Introvertierte – Bescheidenheit, Schüchternheit – Gehemmtheit im Fordern und Sich-Behaupten – Bequemlichkeit, rezeptive Passivität – passive Erwartungshaltungen (Schlaraffenerwartungen an das Leben) – Hoffnungslosigkeit – Depression – Melancholie. Nicht selten steht am Ende dieser Linie der Selbstmord oder die völlige Apathie und Indolenz oder es wird ausgewichen in eine Sucht, die aber nur vorübergehend das Ich stärkt, die Depression aufhebt.“[42]
Ursachen
Die Ursachen depressiver Störungen sind komplex und nur teilweise verstanden. Es existieren sowohl anlagebedingte als auch erworbene Anfälligkeiten (Prädispositionen) zur Ausbildung einer Depression. Diese können durch biologische Faktoren und durch lebensgeschichtliche soziale oder psychische Belastungen sowie durch seelisch-geistige Ursachen ausgelöst werden.
Biologische Einflüsse
Genetik
Depressive Störungen treten familiär gehäuft auf. Das Risiko, selbst an einer Depression zu erkranken, ist bei Verwandten ersten Grades etwa 50 % höher als normal.[43] Bei eineiigen Zwillingen (gleiche genetische Ausstattung) lag das Risiko, ebenfalls zu erkranken, bei 50 %, bei zweieiigen Zwillingen nur bei 15–20 %.[43] Bestimmte Genabweichungen, die für die Entstehung von Depression ausschlaggebend sind, konnten jedoch bislang trotz umfangreicher Suche nicht gefunden werden.[44]
Neurophysiologie
Nach der Einführung von Reserpin als Arzneimittel in den 1950er Jahren wurde die Beobachtung gemacht, dass einige Patienten depressive Symptome zeigten, nachdem sie damit behandelt worden waren. Dies wurde auf die Senkung von Neurotransmittern im Gehirn zurückgeführt.[45] Als gesichert gilt, dass die Signalübertragung insbesondere der monoaminergen Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin beteiligt ist. Auch weitere Signalsysteme sind involviert, die sich gegenseitig auf komplexe Weise beeinflussen. Medikamente, die Transmittersysteme beeinflussen, können depressive Symptome verändern (Antidepressiva). Jedoch ist unklar, inwieweit diese Transmittersysteme ursächlich an der Entstehung von Depressionen beteiligt sind.[46][47] So spricht auch etwa ein Drittel der Patienten nicht oder nur unzureichend auf Medikamente an, die monoaminerge Systeme beeinflussen.[48]
Jahreszeit
Die sogenannte Winterdepression (als Untergruppe aller saisonal auftretender Störungen, zusammengefasst englisch Seasonal Affective Disorders – SAD) wird als eine unzureichende Anpassung an Jahresrhythmen und an die jahreszeitlichen Veränderungen des Tagesrhythmus aufgefasst. Daran beteiligt sind mehrere Faktoren, unter anderem die jahreszeitlichen Schwankungen bei der Bildung von Vitamin D durch Sonnenlicht. Auch die antidepressive Wirksamkeit von Therapien, die cirkadiane Systeme beeinflussen, wie Lichttherapie, Schlafentzug oder Lithiumtherapie deutet auf Zusammenhänge hin. Ungeklärt ist, ob ein gestörtes circadianes System die Depression verursacht oder die Depression Ursache des geänderten circadianen Systems ist oder andere Kombinationen verantwortlich sind.[49][50][51]
Infektionen
Auch chronische Infektionen mit Krankheitserregern wie Streptokokken (früher auch das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1)) stehen in Verdacht, Depressionen auslösen zu können.[52] Die depressiven Syndrome bei schweren Infektionen oder anderen schweren Erkrankungen können nach heutigem Kenntnisstand durch Entzündungsprozesse und die dabei wirksamen Zytokine vermittelt und als sickness behaviour bezeichnet werden.[53]
Medikamente und Drogen
Depressive Syndrome können durch die Einnahme oder das Absetzen von Medikamenten oder psychotropen Substanzen verursacht werden. Die Unterscheidung zwischen einer substanzinduzierten Depression und einer von Medikamenteneinnahme unabhängigen Depression kann schwierig sein. Grundlage der Unterscheidung ist eine durch einen Psychiater erhobene ausführliche Krankengeschichte.[54]
Medikamente, die am häufigsten depressive Symptome verursachen können, sind Antikonvulsiva, Benzodiazepine (vor allem nach Entzug), Zytostatika, Glucocorticoide, Interferone, Antibiotika, Statine, Neuroleptika, Retinoide, Sexualhormone und Betablocker. Als Medikamente mit potentiell depressionsauslösender Wirkung wurden z. B. Diazepam, Cimetidin, Amphotericin B und Barbiturate identifiziert.[55]
Ein depressives Syndrom wird häufig auch als typische Entzugserscheinung nach Drogenkonsum beobachtet.[56] Auch beim Absetzen des Dopingmittels Anabolikum im Kraftsport kann es zu einem depressiven Syndrom kommen. Da es sich dabei um illegalen Substanzgebrauch handelt, ist die Bereitschaft von Sportlern oft gering, sich beim Absetzen einem Arzt anzuvertrauen.[57]
Hormonelle Empfängnisverhütung
Die Einnahme hormoneller Kontrazeptiva kann zu Stimmungsschwankungen führen und eine Veränderung der Stimmung ist ein häufiger Grund dafür, dass deren Einnahme beendet wird.[58] Formale depressive Symptome hingegen, werden zwar in den Packungsbeilagen hormoneller Kontrazeptiva als mögliche unerwünschte Nebenwirkung genannt, die Datenlage bezüglich eines kausalen Zusammenhangs zwischen der Einnahme von Kontrazeptiva und dem Auftreten depressiver Verstimmungen bleibt jedoch unklar. Frauen sollte laut der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) geraten werden, sich im Falle von Stimmungsschwankungen oder depressiven Symptomen während einer hormonellen kontrazeptiven Behandlung mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen. Die Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva führt nicht zu einer Verschlechterung bereits existierender Depressionen.[59]
Schwangerschaft
Nach einer groß angelegten britischen Studie sind etwa zehn Prozent aller Frauen von Depressionen während der Schwangerschaft betroffen. Nach einer anderen Studie sind es in der 32. Schwangerschaftswoche 13,5 Prozent. Die Symptome können extrem unterschiedlich sein. Hauptsymptom ist eine herabgesetzte Stimmung, wobei dies nicht Trauer im engeren Sinn sein muss, sondern von den betroffenen Patienten auch oft mit Begriffen wie „innere Leere“, „Verzweiflung“ und „Gleichgültigkeit“ beschrieben wird. Psychosomatische körperliche Beschwerden sind häufig. Es dominieren negative Zukunftsaussichten und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Das Selbstwertgefühl ist niedrig. Die depressive Symptomatik in der Schwangerschaft wird oft von schwangerschaftstypischen „Themen“ beeinflusst. Dies können etwa Befürchtungen in Bezug auf die Mutterrolle oder die Gesundheit des Kindes sein.[60][61]
Wochenbett
Zum Stimmungstief der Mutter im Wochenbett nach einer Geburt („Baby-Blues“) werden verschiedene mögliche neuroendokrinologische Ursachen diskutiert.[62] Mit einer oft zitierten Häufigkeit von ungefähr 10 bis 15 Prozent ist diese sogenannte postnatale Depression weit verbreitet. Allerdings zeigte ein Vergleich von 143 Studien mit Daten aus 40 Staaten, dass die tatsächlichen Häufigkeiten im Bereich von 0 bis 60 % liegen, was mit großen sozioökonomischen Unterschieden in Verbindung gebracht wurde. So war die Häufigkeit in Singapur, Malta, Malaysia, Österreich und Dänemark sehr gering, dagegen in Brasilien, Guyana, Costa Rica, Italien, Chile, Südafrika, Taiwan und Südkorea sehr hoch.[63] Die Symptome können Niedergeschlagenheit, häufiges Weinen, Angstsymptome, Grübeln über die Zukunft, Antriebsminderung, Schlafstörungen, körperliche Symptome und lebensmüde Gedanken bis hin zur Suizidalität umfassen.
Leberschwäche und Leberleiden
In der Naturheilkunde wird ein Zusammenhang zwischen Depression und einer Schwächung oder Erkrankung der Leber gesehen.[64]
Psychologische Einflüsse
Erlernte Hilflosigkeit
Nach Seligmans Depressionsmodell werden Depressionen durch Gefühle der Hilflosigkeit bedingt, die auf unkontrollierbare, aversive Ereignisse folgen. Entscheidend für die erlebte Kontrollierbarkeit von Ereignissen sind die Ursachen, auf die die Person ein Ereignis zurückführt. Nach Seligman führt die Ursachenzuschreibung unangenehmer Ereignisse auf interne, globale und stabile Faktoren zu Gefühlen der Hilflosigkeit, die wiederum zu Depressionen führen. Mittels Seligmans Modell lässt sich die hohe Komorbidität zu Angststörungen erklären: Für alle Angststörungen ist es charakteristisch, dass die Personen ihre Angst nicht oder sehr schlecht kontrollieren können, was zu Hilflosigkeits- und im Verlauf der Störung auch zu Hoffnungslosigkeitserfahrungen führt. Diese wiederum sind, laut Seligman, ursächlich für die Entstehung von Depressionen.[65]
Kognitionen als Ursache
Im Zentrum von Aaron T. Becks kognitiver Theorie der Depression stehen kognitive Verzerrungen der Realität durch den Depressiven. Ursächlich dafür sind, laut Beck, negative kognitive Schemata oder Überzeugungen, die durch negative Lebenserfahrungen ausgelöst werden. Kognitive Schemata sind Muster, die sowohl Informationen beinhalten als auch zur Verarbeitung von Informationen benutzt werden und somit einen Einfluss auf Aufmerksamkeit, Enkodierung und Bewertung von Informationen haben. Durch Benutzung dysfunktionaler Schemata kommt es zu kognitiven Verzerrungen der Realität, die im Falle der depressiven Person zu pessimistischen Sichtweisen von sich selbst, der Welt und der Zukunft führen (negative Triade). Als typische kognitive Verzerrungen werden u. a. willkürliche Schlüsse, selektive Abstraktion, Übergeneralisierungen und Über- oder Untertreibungen angesehen. Die kognitiven Verzerrungen verstärken rückwirkend die Schemata, was zu einer Verfestigung der Schemata führt. Unklar ist jedoch, ob kognitive Fehlinterpretationen, bedingt durch die Schemata, die Ursache der Depression darstellen oder ob durch die Depression kognitive Fehlinterpretationen erst entstehen.[65] Für Depressionen bei Kindern und Jugendlichen wurden bisher kaum Hinweise dafür gefunden, dass kognitive Fehlinterpretationen die Ursache für Depression darstellen.[66]
Emotionale Intelligenz
Daniel Goleman sieht im Rahmen des Konzepts der emotionalen Intelligenz bei depressiven Teenagern zwei emotionale Defizite. Erstens zeigten depressive Teenager, wie auch Aaron T. Beck beschreibt, eine Tendenz, Wahrnehmungen negativ, also depressionsverstärkend, zu interpretieren. Zweitens mangele es depressiven Jugendlichen an der Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten (Eltern, Peergroup, Sexualpartner). Kinder, die depressive Neigungen haben, zögen sich bereits in sehr jungem Alter zurück, wichen Sozialkontakten aus und verpassten dadurch soziales Lernen, das sie später nur noch schwer nachholen könnten.[67][68]
Verstärkerverlust
Nach dem Depressionsmodell von Lewinsohn, das auf der operanten Konditionierung der behavioristischen Lerntheorie beruht, entstehen Depressionen aufgrund einer zu geringen Rate an unmittelbar mit dem Verhalten verbundener Verstärkung. Nach Lewinsohn hängt die Menge positiver Verstärkung von der Anzahl verstärkender Ereignisse, von der Menge verfügbarer Verstärker und von den Verhaltensmöglichkeiten einer Person ab, sich so zu verhalten, dass Verstärkung möglich ist.[65] Im weiteren Verlauf kann es zu einer Depressionsspirale kommen, wenn Betroffene sich aufgrund der Interesselosigkeit sozial zurückziehen und der Verlust an Verstärkern wiederum zu einer weiteren Verschlechterung der Stimmung beiträgt.[69] Dieser Entwicklung müsse dann durch Verhaltensänderungen im Sinne einer „Anti-Depressionsspirale“ entgegengewirkt werden.[70] Das entsprechende Konzept ist die Grundlage für die Verhaltensaktivierung in der Behandlung.[71]
Stressoren und Traumata
Anhaltende Stressbelastungen wie etwa Armut können Depressionen auslösen.[72] Auch frühe Traumata können spätere Depression bedingen. Da die Hirnreifung bei Kindern noch nicht abgeschlossen ist, können traumatische Erlebnisse das Entstehen einer schweren Depression im Erwachsenenalter begünstigen.[73] Zu den auslösenden Faktoren von Traumata gehören Deprivation, Vernachlässigung, Trennungs- und Verlusterlebnisse oder auch schwerwiegende Krankheitserfahrungen, invasive medizinische Eingriffe (wie z. B. Miktionszystourethrographie) von der perinatalen bis Kindheitsphase.[74]
Brown und Harris (1978) berichteten in ihrer als Klassiker geltenden Studie an Frauen aus sozialen Brennpunkten in London, dass Frauen ohne soziale Unterstützung ein besonders hohes Risiko für Depressionen aufweisen. Viele weitere Studien haben seitdem dieses Ergebnis gestützt. Menschen mit einem kleinen und wenig unterstützenden sozialen Netzwerk werden besonders häufig depressiv. Gleichzeitig haben Menschen, die erst einmal depressiv geworden sind, Schwierigkeiten, ihr soziales Netzwerk aufrechtzuerhalten. Sie sprechen langsamer und monotoner und halten weniger Blickkontakt, zudem sind sie weniger kompetent beim Lösen interpersonaler Probleme.[75]
Mangelnde soziale Anerkennung
Der Medizinsoziologe Johannes Siegrist hat auf der Grundlage umfangreicher empirischer Studien das Modell der Gratifikationskrise (verletzte soziale Reziprozität) zur Erklärung des Auftretens zahlreicher Stresserkrankungen (wie Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Depression) vorgeschlagen.
Gratifikationskrisen gelten ebenso wie Mobbing als großer psychosozialer Stressfaktor. Gratifikationskrisen können vor allem in der Berufs- und Arbeitswelt, aber auch im privaten Alltag (z. B. in Partnerbeziehungen) als Folge eines erlebten Ungleichgewichtes von wechselseitigem Geben und Nehmen auftreten. Sie äußern sich in dem belastenden Gefühl, sich für etwas engagiert eingesetzt oder verausgabt zu haben, ohne dass dies gebührend gesehen oder gewürdigt wurde. Oft sind solche Krisen mit dem Gefühl des Ausgenutztseins verbunden. Mobbing ist hingegen durch das Erleben von direkter oder versteckter sozialer Ausgrenzung gekennzeichnet.[76] In diesem Zusammenhang kann es bei beiden Formen zu heftigen negativen Emotionen kommen, die bei einem Andauern auch zu einer Depression führen können.
Folgen von elterlichen Depressionen
Eine Depression bei einem Familienmitglied wirkt sich auf Kinder aller Altersgruppen aus. Elterliche Depression ist ein Risikofaktor für Depressionen von deren Kindern. Beispielsweise kann es zu einer sog. transgenerationalen Weitergabe kommen. Viele Studien haben die negativen Folgen der Interaktionsmuster zwischen depressiven Müttern und ihren Kindern belegt. Bei den Müttern wurde mehr Anspannung und weniger verspielte, wechselseitig belohnende Interaktion mit den Kindern beobachtet. Sie zeigten sich weniger empfänglich für die Emotionen ihres Kindes und weniger bestätigend im Umgang mit dessen Erlebnissen. Außerdem boten sich den Kindern Gelegenheiten zum Beobachten depressiven Verhaltens und depressiven Affektes.[77] André Green (1983) beschreibt in seinem Konzept der emotional „toten Mutter“, dass eine Depression die Folge davon sein könnte, dass in wichtigen Entwicklungsphasen eine emotionale Antwort der Eltern fehlte.[78][79]
Unterdrückung eigener Interessen (Aggressionshemmung)
Karl Abraham (1912) beobachtete bei Depressionen eine Aggressionshemmung, was auch von Melanie Klein aufgenommen wurde.[79] Daraufhin wurde zunächst angenommen, diese Aggressionshemmung könne ursächlich für die Depression sein. Zum Teil wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb der Psychoanalyse das Auftreten von Aggression als positives Zeichen interpretiert.[80] Stavros Mentzos geht jedoch davon aus, dass nicht eine sinnlose aggressive Entladung die Depression mildern kann, sondern eine die eigenen Interessen berücksichtigende Lösung eines inneren Konflikts.[80]
Seelisch-geistige Einflüsse
Gewöhnung der Leber an unordentliche astralische Einflüsse
Rudolf Steiner zeigt den Zusammenhang einer spezifischen Schwäche im Leberorgan auf, welche unter bestimmten Bedingungen nicht zu einer chronischen physischen Erkrankung, sondern zur psychischen Erkrankung der Depression führt:
„Nun aber kommt es zur gewöhnlichen physischen chronischen Erkrankung, wenn der ganze Vorgang so im Organ gehalten werden kann, daß astralischer Leib und Ätherleib richtig ihren Anteil nehmen an der Organwirkung und so viel als nötig ist, in die Organwirkung hineinsenden. Ist der Kranke so konstituiert, daß er ertragen kann ein unordentliches Hereinwirken des astralischen Leibes auf dem Umweg durch den Ätherleib in sein Organ, ist der Kranke also so geartet, daß er den abnormen Zusammenhang seines astralischen Leibes mit seiner Leber über einen gewissen kritischen Punkt hinwegbringt, so daß gewissermaßen die Leber nicht merkt, daß der astralische Leib nicht ordentlich in sie hineinwirkt, dann, ich möchte sagen, erholt sich die Leber, aber sie gewöhnt sich an das unordentliche Hineinwirken des astralischen Leibes. Das braucht dann nur lange genug fortzuschreiten und es macht den umgekehrten Weg in das Seelische hinein. Das, was die Leber aufnehmen sollte ins Physische, schiebt sie in das Seelische hinein, und wir haben die Depression, so daß also in einer gewissen Weise dadurch, daß der Mensch chronische Krankheiten über einen gewissen Punkt hin bis zu der abnormen Beziehung zum astralischen Leib hin übersteht, die Anlage gegeben wird zur sogenannten geistigen Erkrankung.“[81]
Metaphysische Schwächung der Leber führt zu Verzögerung im Zuckerstoffwechsel
Auch Heinz Grill weist darauf hin, dass die Leber das bei der Depression am stärksten betroffene Organ ist. Dies zeigt sich jedoch in aller Regel nicht an pathologischen Leberwerten oder einer Vergrößerung der Leber, sondern auf einer metaphysischen Ebene[82]:
„Der zur Leber zugehörige Planet Jupiter ist im Sternenmeer der Regent der hohen Ideale, des Selbstbewusstseins, der Religion und der Protektion. In der Depression ist die Kraft des Jupiters durch bestimmte Fremdeinflüsse abgeschwächt oder gestört. Die Leber, die die Werte des Jupiters benötigt und die nichts mehr als ein konzentriertes und ein kristallklares Denken liebt, beginnt in der Depression auf eine feine pathologische Weise störend in den Gesamtzusammenhang des Körpers einzustrahlen. Die Stoffwechselvorgänge, die im Anabolismus und Katabolismus geregelt sind, geraten zunehmend in eine Disharmonie, und meist sind es die abbauenden, formbildenden, vom Gedanken kommenden Kräfte, die nicht mehr richtig in den Gesamtzusammenhang des physiologischen Wirkens treten.“[83]
Es wird vor allem der Zuckerstoffwechsel, der in der Leber stattfindet, gestört, worunter das gesamte Energieniveau leidet:
„Durch die Schweretendenz in diesem großen Stoffwechsellaboratorium tritt eine Verzögerung vor allem im Zuckerstoffwechsel ein. Diese, wenn auch vielleicht recht minimale Verzögerung, ist der Ausdruck für das Nicht-eingreifen-Können des rechten kosmischen Strahlungsfeldes aus dem Jupiter. In der Folge dieser Verzögerung stört sich das gesamte Energieniveau im Körper und Wohlbefinden, da dem Körper im Moment tatsächlich auch nicht mehr das rechte Maß an Zucker zur Verfügung steht. Das Gehirn benötigt diese Energiesubstanz aus den Kohlenhydraten am meisten, aber auch die Muskulatur und die verschiedenen Gewebe brauchen Zucker. Diese feine, fast nicht nachweisbare Verzögerung des Stoffwechsels bringt eine weitreichende Folge für das gesunde integrative Denken und Handeln und für das positive Interesse an der Außenwelt. Die Leber, die aus dem Zusammenhang geglitten ist und in die Schwere sinkt, bringt dadurch eine Art Lähmung und Passivität in alle weiteren Aktivitäten hinein und strahlt schließlich auf das eigene Bewusstsein eine gefangennehmende Traurigkeit aus, die sich wiederum von dem Menschen bis hinein in die Umwelt verströmt. Alle Handlungen und Gedanken sind von einem sensiblen Ziehen der Müdigkeit und der Hoffnungslosigkeit, die im wahrsten Sinn eine Lebensangst darstellt, begleitet. Dem schwer gewordenen Gedankenleben fehlt das Licht des Jupiters und somit die erhebende und organisierende Kraft eines soliden Selbstwertgefühls. Es fehlt das Licht des Gedankens und somit verschatten Bedrückung, Sorge und Verzagtheit die Wahrnehmung zur Welt.“[84]
Gedankenlähmung
Die bei der Depression häufig auftretende Willenslähmung oder Antriebshemmung ist gemäß den seelisch-geistigen Forschungen von Heinz Grill die Folge einer Gedankenlähmung:
„Der Wille scheint gelähmt zu sein, die ganze Antriebskraft, die Motivation zum Leben, die Begeisterungsfähigkeit zum Leben, das Interesse nach außen, die Bewegungen nach außen sind wie gelähmt und eingeschnürt im eigenen Innenraum. Das Fühlen in der Depression ist aber gar nicht so sehr diese Willenslähmung, sondern es ist, wenn wir sie einmal ganz genau betrachten, mehr eine Gedankenlähmung. Sie wird bezeichnet als Willenslähmung oder als Willensmangel. Der Wille wäre aber in der Depression bereit, vieles zu tun, jedoch scheint sich eine negative Macht, eine sehr schwere, grübelnde Tendenz durch uns so blockierend zu äußern, dass wir nicht weiterschreiten können. Es scheint sich hier etwas Fremdes, etwas Wesenhaftes durch uns bemerkbar zu machen. Dieses Wesenhafte ist eine Art Zeichen des Schlafes. In der Depression haben wir die typische Stimmung des Schlafes. Wir können mit den Gedanken noch nicht erwachen, wir sind, wenn wir es bildhaft beschreiben wollen, in der Depression mit dem Kopf im Leibe versunken. Wir könnten uns die Depression bildhaft so vorstellen, dass der Kopf hineinstürzt nach innen und sich einschnürt in diesen Innenraum. Das zeigt sich beispielsweise an jenen Verhältnissen des Denkens. Das Denken in der Depression ist meistens sehr, sehr schwer zu begeistern, sehr, sehr schwer in ein lichthaftes, in ein freudiges, in ein feuriges Bewusstsein zu führen. Das Denken ist in der Regel versunken im Leibe, und es ist für den, der in solch einer Krise gefangen ist, fast immer eine nervliche Erschöpfung spürbar, in der er einen längeren Satz gar nicht im richtigen Zusammenhang behalten kann. Er vergißt seine Gedanken. Er beginnt einen Satz und ihm geht, wie man sagt, der Faden verloren, ihm geht der Zusammenhang verloren. Er kann sich schwer in die Gedankenebene und in das weite, freie, lichte und natürliche Bewusstsein hineinlassen. Der Kopf begibt sich zu tief in den Leib. Das ist das Empfinden, das man in der Regel in der Depression hat. Dadurch äußert sich die Schwermut, die Melancholie, die Grübelei, das Klagen und das Jammern. Dieses Jammern ist ein Versuch, aus diesem mehr versunkenen Schlafzustand doch in das Licht zu kommen. Normalerweise ist unser Denken ganz automatisch in einem natürlichen Zusammenhang. In der Depression stürzt es aber nach innen hinein, zu stark nach unten, und es ist versunken im Leibe.“[85]
Erwartungshaltung statt gedanklicher Schöpferkraft
Bei der Depression liegt aus einer seelisch-geistigen Sicht eine von Heinz Grill so bezeichnete Selbstlosigkeit ohne Selbst vor:
„Diese falsche Selbstlosigkeit bringt ein unendliches Dilemma von Schwierigkeiten in Bewegung, da sie der Entwicklung des Geistes, der zu einem freien und reifen Individuum aufsteigen möchte, entgegengesetzt ist. So sucht vielleicht das Gemüt in der Phase der Traurigkeit verstärkt in der Außenwelt Rat und Hilfe. […] Eine überbereitwillige Offenheit entsteht gerne gegenüber Ratschlägen und fremden Meinungen sowie auch einer fremden Führung. Ganz besonders innerhalb religiöser Formen imponiert plötzlich die überfromme Hingabe und Bereitschaft zur Aufopferung gegenüber einem göttlichen Ideal, das in einer außenstehenden, fernen Dimension angenommen wird. In einem passiven Hoffen und sehnsüchtigen Bitten ruft das Gebet um Hilfe für das eigene Leben. Die Erwartung und nicht die Schöpferkraft prägen das Gemüt. In den Gebetserwartungen äußern sich aber nur flehende Gefühle, die höchstens eine Depression verstärken, aber niemals heilen können.[86]
Ungünstige Formen von Spiritualität oder Religiosität
Heinz Grill weist darauf hin, dass ungünstige Formen von Spiritualität oder Religiosität Depressionen fördern können:
„Die heutigen religiösen Formen fördern die Depressionen, da sie den Menschen nicht zur praktischen Verwirklichung religiöser Inhalte führen, sondern ihn an Glaubenssysteme fesseln möchten. Wie wenig kann eine katholische Kirche eine wirkliche Auskunft über das nachtodliche Leben und über die Lehren der Reinkarnation und karma geben? Sie aber repräsentiert den höchsten Anspruch der Wahrheit. Der Mensch wird durch diese Lehre auf einen Körper und auf eine Seele reduziert und es wird ihm ein schöpferisches geistiges Bewusstsein in vollkommener Freiheit nicht ausreichend zugestanden.“[87]
„Alle Glaubens- und auch Yogasysteme, die in Form von Sukzession arbeiten, fördern tendenziell depressive Grundstimmungen.“[88]
Materialistische Weltsicht
Rudolf Steiner zeigt auf, dass eine rein materialistische Weltsicht Depressionen fördert:
„Wie leidet heute mancher Mensch praktisch unter den naturwissenschaftlichen Vorurteilen! Da steht ein Mensch, und wenn er ein naturwissenschaftlicher Gläubiger und den Geist Ablehnender ist, so sagt er sich wohl: Da habe ich eine gewisse Art der Individualität an mir; ich schaue hinauf zu meiner Blutsverwandtschaft und muß erkennen, wie ich das Ergebnis der Vererbung seitens dieser meiner Blutsverwandtschaft bin. – Dann senkt sich Depression, Energielosigkeit und Unfähigkeit des Ankämpfens gegen ein Schicksal in manche Seele. Denn wenn es so wäre, daß der Mensch nur das Ergebnis der Vererbung wäre, dann würde es ebenso unmöglich sein, die schlimmen Wirkungen der Vererbung aufzuhalten, wie es unmöglich ist, den Blitz, der gegen einen Menschen zuckt, aufzuhalten. Wenn aber die Geisteswissenschaft nicht bloß eine Theorie bleibt, sondern Kraft der Seele wird, so daß wir wissen: in uns lebt ein seelischer Kern, der das, was die Vererbungslinie gegeben hat, nur als äußere Hülle an sich trägt, und der in sich immer tiefere und tiefere Kräfte suchen muß – dann wächst der Mut, die Hoffnung, die Energie, um das, was sich im äußeren körperlichen Dasein als Schwäche zeigt, durch das Geistige zu beherrschen und zu verbessern. Da gibt es dann keinen Augenblick im Menschenleben mehr, wo man nicht im Hinblick auf die geistigen Kräfte im Menschen die Sicherheit gewinnen kann, äußere Hindernisse zu überwinden.“[89]
Außerdem weist er auf die Depressionen fördernde Wirkung eines rein materialistischen Lebens hin:
„Und wenn es so fortgehen würde, dass das äußere Leben immer angenehmer, immer gesünder würde, wie man es nach den allgemeinen Vorstellungen im rein materialistischen Leben haben kann, dann würden solche Seelen immer weniger Ansporn haben, in sich selber weiterzukommen. Eine Verödung der Seelen würde in gewissem Sinne parallel einhergehen.
Wer sich genauer das Leben ansieht, kann das heute schon bemerken. In kaum einem Zeitalter hat es so viele Menschen gegeben, welche in so angenehmen äußeren Verhältnissen leben, aber mit öden, unbeschäftigten Seelen einhergehen, wie es heute der Fall ist. Diese Menschen eilen darum von Sensation zu Sensation; dann, wenn das Pekuniäre reicht, reisen sie von Stadt zu Stadt, um etwas zu sehen, oder wenn sie in derselben Stadt bleiben müssen, eilen sie jeden Abend von Vergnügen zu Vergnügen. Die Seele bleibt aber darum doch öde, weiß zuletzt selber nicht mehr, was sie aufsuchen soll in der Welt, um einen Inhalt zu bekommen. Namentlich wird durch ein Leben in rein äußeren, physisch annehmlichen Zuständen der Hang erzeugt, nur über das Physische nachzudenken. Und wenn diese Neigung, sich nur mit dem Physischen zu beschäftigen, nicht schon lange vorhanden wäre, so würde auch nicht die Neigung zum theoretischen Materialismus so stark geworden sein, wie es in unserer Zeit der Fall ist. So werden die Seelen leidender, während das äußere Leben gesünder gemacht wird.“[90]
Mangel an Entwicklung
Depressionen können auch entstehen, wenn Menschen aufgrund eines Mangels an geeigneten Zielen zu wenig in einer Entwicklung stehen.[91]
Karmische Einflüsse
Aus einer seelisch-geistigen Sichtweise können einer Depression, insbesondere wenn es sich um eine schwerwiegendere handelt, auch karmische Ursachen zugrunde liegen: „Während in einem früheren Leben zu wenig Bewusstsein aufgebracht wurde und sich der Mensch mehr durch seine eigenen vitalen Gefühle gelenkt hat, so muss er nun auf ganz besondere Weise unter schwierigeren Umständen sein Bewusstsein kreieren. Diese für ihn außergewöhnliche Aktivität bewirkt aber eine wachsende Wertschätzung des realen Gliedes des Geistes.“[92]
Rudolf Steiner erwähnt außerdem einen Bezug der Depression mit einem zukünftigen Leben:
„Der Psychoanalytiker findet irgendeinen Menschen der unter dieser oder jener Depression leidet. Diese Depression braucht ihren Ursprung nicht im gegenwärtigen bewußten Seelenleben zu haben, sondern in der Vergangenheit. In diesem Leben trat einmal irgend etwas im seelischen Erleben auf. Der Mensch ist darüber hinausgekommen, aber nicht vollständig; im Unterbewußten ist ein Rest geblieben. Er hat zum Beispiel Enttäuschungen erlebt. Er ist durch Erziehung, durch andere Vorgänge, mit dem bewußten Seelenleben über diese Enttäuschungen hinweggekommen, aber im Unbewußten, da leben sie. Da wogt sie, diese Enttäuschung, gewissermaßen bis an die Grenze der Bewußtheit heran. […] aber in dem, was da eingebettet ist, birgt sich zu gleicher Zeit eine Keimkraft, welche das darstellt, was – wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen sein wird in das Leben, das zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verläuft, und dann in ein neues Erdenleben eintritt – aus den getäuschten Hoffnungen etwas ganz anderes macht als eine Depression, dasjenige aus ihnen macht, was dann in einem nächsten Leben zur Ent-Täuschung, zur Ertüchtigung führt. In dem, was der Psychoanalytiker in den enttäuschten Lebenshoffnungen in den Untergründen der Seele sucht, liegt, wenn er nur tief genug darauf eingeht, dasjenige, was sich vorbereitet in einem gegenwärtigen Leben, um schicksalsmäßig in ein nächstes Leben einzugreifen.“[93]
Behandlung
Depressionen können bei der Mehrheit der Patienten erfolgreich behandelt werden. Im Vordergrund stehen die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva und die Psychotherapie. Weitere Therapieverfahren, z. B. Lichttherapie, Wachtherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Elektrokonvulsionstherapie ergänzen die Behandlungsmöglichkeiten. Die aktuelle nationale Behandlungsleitlinie wertet bei mittelschweren bis schweren depressiven Perioden Antidepressiva als gleichwertig mit einer Psychotherapie. Bei schweren Depressionen wird eine Kombination von Psychotherapie und antidepressiver Medikation empfohlen.[33]
Durchgeführt wird die Psychotherapie von psychologischen Psychotherapeuten, von ärztlichen Psychotherapeuten, von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, von Heilpraktikern für Psychotherapie. Häufig erfolgt parallel dazu die Gabe von Antidepressiva durch den Hausarzt oder Psychiater. Die Behandlung erfolgt ambulant oder stationär in psychiatrischen Kliniken bzw. Fachkrankenhäusern.
Stationäre Behandlung

Bei hohem Leidensdruck und einem nicht zufriedenstellenden Ansprechen auf ambulante Therapie und Psychopharmaka – insbesondere jedoch bei drohendem Suizid – ist eine Behandlung in einer psychiatrischen Klinik in Erwägung zu ziehen. Die stationäre Behandlung dauert in der Regel vier bis acht Wochen und bietet dem Patienten eine Tagesstruktur sowie die Möglichkeit intensiverer psychotherapeutischer und medizinischer Maßnahmen. Häufig ist auch die medikamentöse Einstellung, beispielsweise bei der Lithiumtherapie, ein Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Dabei ist es auch möglich, sich in einer Tagesklinik tagsüber intensiv behandeln zu lassen, die Nacht aber zu Hause zu verbringen. Psychiatrische Kliniken haben in der Regel offene und geschlossene Stationen, wobei Patienten auch auf geschlossenen Stationen in der Regel Ausgang haben.
Stationäre Depressionsbehandlungen sind in den letzten Jahren sehr viel häufiger geworden. Die Häufigkeit einzelner Krankenhausbehandlungen aufgrund wiederholter (rezidivierender) Depressionen ist zwischen 2001 und 2010 auf mehr als das 2,8fache angestiegen.[94] Der Anstieg der Zahl an Aufnahmen relativiert sich jedoch, wenn man die gleichzeitige Verkürzung der durchschnittlichen Verweildauer im Krankenhaus berücksichtigt. Depressionen verursachten nach Daten der Barmer GEK im Jahre 2010 über sechs Prozent aller Krankenhaustage und liegen damit mit großem Abstand an der Spitze aller Diagnosen. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus kommt es bei etwa 30–40 % der Patienten innerhalb eines Jahres zur erneuten stationären Aufnahme.[5]
Psychotherapie
Zur Behandlung der Depression kann ein breites Spektrum psychotherapeutischer Verfahren wirksam eingesetzt werden (Übersicht über evaluierte Therapieverfahren bei Hautzinger, 2008[95]). Hierzu gehören die kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die analytische Psychotherapie.[96] Auch die Gesprächspsychotherapie, die Gestalttherapie, metakognitive Therapie nach Wells sowie metakognitives Training können zur Behandlung eingesetzt werden. Neuere integrative Ansätze zur Behandlung chronischer bzw. rezidivierender Depressionen sind das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) sowie die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (englisch Mindfulness Based Cognitive Therapy, MBCT).[97] Seit einigen Jahren kommen auch zunehmend Online-Therapieprogramme (Onlineberatung) zum Einsatz[98] (z. B. iFightDepression[99]).
Verhaltenstherapie
Die verhaltenstherapeutische Behandlung der Depression wird heutzutage auf der Grundlage der Kognitiven Verhaltenstherapie durchgeführt. In der Therapie sollen die depressionsauslösenden Denkmuster und Verhaltensmuster herausgearbeitet werden, um sie anschließend Schritt für Schritt zu verändern. Zusätzlich wird der Patient zu größerer Aktivität motiviert, um seine persönlichen Verstärkermechanismen wieder zu aktivieren und um die erwiesen positiven Wirkungen größerer körperlicher Aktivität auf die Stimmung zu nutzen. Weitere Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie umfassen die Krisenbewältigung, die Diagnostik, das Erkennen negativer Denkmuster oder das Erkennen des Zusammenhangs von Handeln und Fühlen.[100]
Tiefenpsychologische Therapie
In der tiefenpsychologischen Behandlung sollen durch die Aufdeckung und Bearbeitung unbewusster psychischer Konflikte und verdrängter Erfahrungen die zugrundeliegenden Ursachen für die Erkrankung bewusst gemacht werden. Die im Laufe der Therapie für den Patienten wahrnehmbar werdenden, zugrundeliegenden Motive, Gefühle und Bedürfnisse sollen dadurch in das aktuelle Leben integrierbar werden.
Hinsichtlich der Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener Psychotherapien lassen sich keine pauschalen Empfehlungen geben, sodass hier die Präferenzen, Hauptbeschwerden und auslösende oder aktuell belastende Faktoren des Patienten bei der Auswahl des therapeutischen Verfahrens berücksichtigt werden sollten.[101] Auch die aktuelle nationale Behandlungsleitlinie beinhaltet keine Empfehlung zu spezifischen Psychotherapieverfahren, sondern verweist auf Evidenztabellen mit unterschiedlichen Forschungsergebnissen.[33] Allerdings heißt es dort: „In spezifischen Reviews wurden psychotherapeutische Behandlungsverfahren, die speziell auf die Therapie der Depression abgestimmt sind (z. B. kognitive Verhaltenstherapie oder Interpersonelle Psychotherapie bzw. psychodynamische Psychotherapie), als gleich wirksam wie Antidepressiva beschrieben.“[102] Für die Akuttherapie gilt laut nachfolgendem Abschnitt Effektivität psychotherapeutischer Verfahren in der Akuttherapie: „Die meisten Belege für eine psychotherapeutische Monotherapie liegen für leichte und mittelgradige depressive Störungen vor. Bei mittelschweren bis schweren depressiven Episoden ist eine Differenzialindikation erforderlich.“
Medikamente

Pharmazeutika
Die Wirksamkeit von Antidepressiva ist stark abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Während bei mildem und mäßigem Schweregrad die Wirksamkeit fehlend oder gering ist, ist sie bei schwerer Depression deutlicher.[103] Bei den schwersten Formen profitieren bis zu 30 % der behandelten Patienten über die Placeborate hinaus von Antidepressiva.[33] Ein Drittel bis die Hälfte der Patienten spricht nicht auf die Medikation an nach einer mehrwöchigen Behandlung mit einem ersten Antidepressivum.[104] Metaanalysen weisen darauf hin, dass antidepressive Medikamente in ihrer Wirksamkeit von Patient zu Patient große Unterschiede zeigen und in manchen Fällen eine Kombination verschiedener Medikamente Vorteile haben kann.[105][106] In der Wahrnehmung der (Fach-)Öffentlichkeit wird die Wirksamkeit von Antidepressiva eher überschätzt, da Studien, in denen das Antidepressivum besser als ein Placebo abschnitt, sehr viel häufiger in Fachjournalen publiziert werden, als solche, in denen das Antidepressivum einem Placebo nicht überlegen war.[33]
Unerwünschte Nebenwirkungen sind mit der Einführung der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, siehe unten) in den 80er Jahren deutlich zurückgegangen, jedoch weiterhin zu beachten.[107]
Die Therapietreue (Compliance) der Patienten bei der Anwendung der Medikamente ist wie bei anderen psychiatrischen Medikamenten relativ gering. Nur etwa die Hälfte bleibt in der akuten Phase dabei, und hiervon wiederum nur etwa die Hälfte auch in der Nachfolgephase.[108]
Die bekanntesten Antidepressiva lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Selektive Wiederaufnahmehemmer
Diese Wirkstoffe hemmen die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin in die Präsynapse. Direkte Wirkungen auf andere Neurotransmitter sind bei diesen selektiven Wirkstoffen deutlich schwächer ausgeprägt als bei trizyklischen Antidepressiva.
Die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) werden bei Depressionen heute am häufigsten eingesetzt. Sie wirken ab einer Einnahmedauer von zwei bis drei Wochen. Sie hemmen (weitgehend) selektiv die Wiederaufnahme von Serotonin an der präsynaptischen Membran, wodurch eine „relative“ Vermehrung des Botenstoffs Serotonin bei der Signalübertragung erzielt wird. Ähnlich wirken Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), welche zusätzlich die Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Präsynapse vermindern. Von vergleichbarem Wirkmechanismus sind Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer und selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, welche die Wiederaufnahme von Noradrenalin, bzw. Noradrenalin und Dopamin hemmen. SSRI und SNRI (z. B. Reboxetin) unterscheiden sich in ihrem Nebenwirkungsprofil.[109]
SSRIs werden seit ca. 1986 eingesetzt; seit 1990 sind sie die am häufigsten verschriebene Klasse von Antidepressiva. Wegen des nebenwirkungsärmeren Profils, vor allem in Bezug auf Kreislauf und Herz, werden sie häufig verordnet. Relativ häufige Nebenwirkungen sind jedoch Verdauungsstörungen, erhöhtes Risiko innerer Blutungen, sexuelle Dysfunktion und Anorgasmie.[107]
Trizyklische Antidepressiva
Die trizyklischen Antidepressiva (z. B. Trimipramin, Amitriptylin) wurden bis zum Aufkommen der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer am häufigsten verschrieben. Es handelt sich um eine relativ große Gruppe von Substanzen, die sich in ihren Wirkungen und vor allem in ihren Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Klassen von Antidepressiva markant unterscheiden und daher fundiertes Wissen erfordern.[110] Hauptnachteil sind deren ausgeprägte auftretende Nebenwirkungen (z. B. Mundtrockenheit, Verstopfung, Müdigkeit, Muskelzittern und Blutdruckabfall), wobei es besser verträgliche Ausnahmen gibt (z. B. Amoxapin, Maprotilin). Bei älteren und bei durch Vorerkrankungen geschwächten Menschen ist daher Vorsicht geboten. Zudem wirken einige Trizyklika häufig zunächst antriebssteigernd und erst danach stimmungsaufhellend, wodurch es zu einem höheren Suizidrisiko in den ersten Wochen der Einnahme kommen kann. In den USA müssen sie zusammen mit SSRI einen diesbezüglichen Warnhinweis tragen.
Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)
MAO-Hemmer wirken durch Blockieren der Monoaminoxidase-Enzyme. Diese Enzyme spalten Monoamine wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin – also Neurotransmitter (Botenstoffe zwischen den Nervenzellen im Gehirn) – und verringern dadurch deren Verfügbarkeit zur Signalübertragung im Gehirn. Die MAO-Hemmer hemmen diese Enzyme, wodurch sich die Konzentration der Monoamine und damit der Neurotransmitter erhöht und die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen verstärkt wird.
MAO-Hemmer werden in selektiv oder nichtselektiv sowie reversibel oder irreversibel unterteilt. Selektive Inhibitoren der MAO-A (z. B. Moclobemid, reversibel) hemmen nur den Typ A der Monoaminoxidase und zeigen eine antidepressive Wirkung. Sie sind im Allgemeinen gut verträglich, unter anderem mit deutlich weniger Störungen bei Verdauungs- und Sexualfunktionen als bei SSRI.[111] Die Einnahme von nichtselektiven irreversiblen MAO-Hemmern kann in Verbindung mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel, wie z. B. Käse und Nüssen, zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg führen. Deshalb müssen Patienten, die nichtselektive, irreversible MAO-Hemmer einnehmen, eine strenge, tyraminarme Diät halten. Nichtselektive MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, irreversibel) hemmen MAO-A und MAO-B und werden in der Behandlung von (therapieresistenten) Depressionen und Angststörungen eingesetzt. Irreversible MAO-Hemmer binden die MAO-A bzw. MAO-B dauerhaft. Um die Wirkung aufzuheben, muss das betroffene Enzym vom Körper erst neu gebildet werden, was Wochen dauern kann. Reversible MAO-Hemmer hingegen binden nur schwach an die MAO und geben MAO-A bzw. MAO-B spätestens mit dem Abbau des Medikaments wieder intakt frei.
Neuere Studien weisen auf eine Einsatzmöglichkeit von Ketamin in Akutfällen:
Ketamin
Bei depressiven Notfällen (Suizidgefährdung) bestätigten mehrere Studien eine schnelle antidepressive Wirkung von Ketamin, einem Antagonisten am Glutamat-NMDA-Rezeptorkomplex.[112][113][114][115] Studienergebnisse zeigten bei einmaliger Gabe eine signifikante Besserung über einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen.[116] Es gibt Empfehlungen zur niedrigdosierten Verordnung, welche im Gegensatz zum Gebrauch als Anästhetikum oder Dissoziativum kaum Nebenwirkungen zeigt.[117][118] Seit Dezember 2019 ist ein Nasenspray mit dem Ketamin-Derivat Esketamin (Spravato) in der europäischen Union zugelassen.[119]
Lithium
Lithium wird in erster Linie bei therapieresistenten Depressionen, zur Phasenprophylaxe bei wiederkehrenden Depressionen, zur Verbesserung der Wirkung bei Nichtansprechen auf Antidepressiva (Augmentation) oder als Monotherapie in Akutphasen, und zur Reduzierung einer Suizidgefahr eingesetzt. Aufgrund möglicher schwerer Nebenwirkungen muss eine Lithiumeinnahme streng überwacht werden.[120]
Antiepileptika
Alternativ oder ergänzend zu Lithium werden auch die Antiepileptika Carbamazepin, Lamotrigin und Valproinsäure zur Phasenprophylaxe bei wiederkehrenden Depressionen eingesetzt.[121][122]
Phytotherapeutika
Phytotherapeutika, also pflanzliche Arzneimittel, wie Johanniskrautextrakte werden bei leichten und mittelschweren Depressionen häufig verschrieben und eingenommen. Wirkung und Nebenwirkungen sind aber nicht abschließend geklärt.[123]
Zur Unterstützung und Stärkung der bei einer Depression aus naturheilkundlicher Sicht häufig geschwächten Leber werden zur allgemeinen Tonisierung des Leberorgans Bitterstoffdrogen wie Mariendistel oder Löwenzahn eingesetzt.[124]
Medikation auf Basis der Wesensglieder des Menschen
Anhand eines Patientenfalles stellen Rudolf Steiner und Ita Wegman den Zusammenhang zwischen Symptomatik und den Wesensgliedern des Menschen (Ich, Astralleib, Ätherleib und physischer Leib) dar und leiten hieraus geeignete Stoffe bzw. Medikamente ab, die zur Behandlung indiziert sind. Mit dieser seelisch-geistigen Herangehensweise entsteht eine zusammenhängende Gesamtsicht auf das Wesen der Depression:
„Mit 33 Jahren zeigen sich nach geistiger Überanstrengung Depression, Müdigkeit, Apathie. Diese Zustände verstärken sich fortwährend. Es tritt parallel damit eine geistige Ratlosigkeit auf. Patient steht vor Fragen, die ihm das Negative seines Berufes zeigen – er ist Lehrer –, dem er aber nichts Positives entgegensetzen kann.
Der Krankheitszustand zeigt einen astralischen Leib, der zum Äther- und physischen Leib eine zu geringe Affinität hat und in sich selbst unbeweglich ist. Dadurch machen der physische Leib und der Ätherleib ihre eigenen Eigenschaften geltend. Die Empfindung des nicht richtig mit dem Astralleib verbundenen Ätherleibes erzeugt Depressionen; das nicht richtig Verbundensein mit dem physischen Leib Müdigkeit und Apathie. Daß Patient in geistige Ratlosigkeit verfällt, rührt davon her, dass der Astralleib ohnmächtig ist, den physischen und Ätherleib zu gebrauchen. Mit alledem hängt zusammen, dass der Schlaf gut ist, weil der Astralleib geringen Zusammenhang mit Äther- und physischem Leib hat. Aus demselben Grunde ist aber das Aufwachen schwer. Der Astralleib will in den physischen nicht hinein. Erst wenn der physische und Ätherleib müde sind am Abend, tritt eine normale Verbindung mit demselben ein. Daher wird Patient erst am Abend recht wach.
Der ganze Zustand weist darauf hin, daß man zunächst die Tätigkeit des astralischen Leibes verstärke. Das erreicht man immer, wenn man Arsen in innerlicher Form eines Naturwassers gibt. Man wird nach einiger Zeit bemerken, wie der betreffende Mensch mehr Herrschaft über seinen Körper bekommt. Der Zusammenhang zwischen Astralleib und Ätherleib wird stärker, Depression, Apathie und Müdigkeit hören auf. Man muß nun auch dem physischen Körper, der durch die längere zu geringe Verbindung mit dem Astralleibe träge in bezug auf Beweglichkeit geworden ist, durch eine Phosphorkur in schwacher Dosis zu Hilfe kommen. Der Phosphor unterstützt die Ich-Organisation, so daß diese den Widerstand des physischen Körpers überwinden kann. Rosmarinbäder werden den abgelagerten Stoffwechselprodukten einen Abfluß eröffnen. Heileurythmie kann die Harmonie der einzelnen Glieder (Nerven-Sinnessystem, rhythmisches System, motorisches und Stoffwechselsystem) des menschlichen Organismus, die durch die Untätigkeit des Astralleibes gestört worden sind, wieder herstellen. Gibt man dem Patienten noch Fliedertee, so wird der träge Stoffwechsel, der sich nach und nach durch die Untätigkeit des Astralleibes eingestellt hat, wieder normal gemacht.“[125]
Lichttherapie
Die aktuelle Behandlungsleitlinie empfiehlt Lichttherapie bei Depressionen, die einem saisonalen Muster folgen.[33] Etwa 60–90 % der Patienten profitierten von einer Lichttherapie nach etwa zwei bis drei Wochen.[126] Nach früheren Ergebnissen war Lichttherapie ebenfalls bei nicht jahreszeitlich bedingten Depressionen wirksam.[127] Dabei sollten die Patienten – um einen Effekt zu gewährleisten – täglich für mindestens 30 Minuten in eine spezielle Lichtquelle schauen, die weißes Vollspektrumlicht von mindestens 10.000 Lux abgibt.[128] Es werden 10.000 Lux für 30–40 Minuten als anfängliche Dosis empfohlen, wenigstens zwei bis vier Wochen jeden Morgen und zwar so rasch wie möglich nach dem Erwachen.[129] Nach einer von der Cochrane Collaboration veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeit von 2015 können keine Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit von Lichttherapie zur Prävention (Verhütung) neuer depressiver Episoden gezogen werden.[130]
Stimulationsverfahren
Insbesondere bei schweren und über lange Zeit gegen medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung resistenten Depressionen kommen gerade in jüngerer Zeit wieder stärker Stimulationsverfahren zum Einsatz, deren Wirkmechanismen jedoch noch weitgehend unklar sind.
Das häufigste diesbezüglich eingesetzte Verfahren ist die Elektrokonvulsionstherapie (EKT). In der Epilepsie-Behandlung war aufgefallen, dass bei Patienten, die gleichzeitig an einer Depression litten, nach einem epileptischen Anfall auch eine Verbesserung der Stimmung auftrat. Die Elektrokonvulsionstherapie wird in Narkose durchgeführt und stellt dann, wenn Medikamente und Psychotherapie bei schweren Depressionen nicht wirken, eine mögliche Alternative dar. Signifikante Kurzzeiteffekte konnten nachgewiesen werden.[131] Im Einzelnen noch ungeklärte Wirkungen bei schwerer Depression werden auch mit einem Rückgang der Neigung zum Suizid und verminderten Selbsttötungen in Zusammenhang gebracht.[132][133] Es gibt Hinweise auf die Beeinflussung neuroendokrinologischer Mechanismen.[134][135]
Im Versuchsstadium befinden sich weitere Stimulationsverfahren wie die Magnetkrampftherapie (ein Krampf wird mittels starker Magnetfelder induziert),[136] die Vagusnerv-Stimulation (ein Schrittmacher sendet elektrische Impulse an den Vagusnerv; in den USA als Therapieverfahren zugelassen),[137][138] die Transkranielle Magnetstimulation (Gehirnstimulation durch ein Magnetfeld außerhalb des Kopfes),[139][140][141] die Transkranielle Gleichstromapplikation (tDCS) (schwachelektische Gehirnstimulation durch den Schädelknochen).[142] Nachweise zur Wirksamkeit dieser Verfahren liegen bislang (Stand Dezember 2015) noch nicht vor.
Akupunktur
In einer Übersichtsstudie von 2019 zeigte Akupunktur klinisch signifikante Verringerungen der Schwere von Depressionen. Es wurde dabei eine Korrelation zwischen der Anzahl der durchgeführten Akupunkturbehandlungen und dem Grad der Verringerung der Depression gefunden. Wie die Studienautoren jedoch selbst anmerken, ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse von der chinesischen Bevölkerung auf andere Bevölkerungsgruppen unklar, da die Mehrheit der Studien in China durchgeführt wurde, und in China eine höhere Behandlungsfrequenz und Anzahl von Behandlungen angewendet werden. Die Studie kam zu dem Schluss, dass Akupunktur eine Ergänzung zur üblichen Behandlung und zur Standardmedikation mit Antidepressiva sein kann.[143]
Bewegung
Eine Form der unterstützenden therapeutischen Maßnahmen ist die Sporttherapie. Wenn Sport im gesellschaftlichen Zusammenhang stattfindet, erleichtert er eine Wiederaufnahme zwischenmenschlicher Kontakte. Ein weiterer Effekt der körperlichen Betätigung ist das gesteigerte Selbstwertgefühl und die Ausschüttung von Endorphinen. Positive Effekte des Joggings bei Depressionen sind empirisch durch Studien nachgewiesen; 1976 wurde das erste Buch unter dem Titel The Joy of Running zu diesem Thema veröffentlicht.[144]
Krafttraining beispielsweise konnte in einer Studie für alte Patienten (70+ Jahre) als wirksam erwiesen werden. Nach 10 Wochen angeleiteten Trainings war ein Rückgang der depressiven Symptome im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (die nicht trainiert, sondern angeleitet gelesen hatte) feststellbar. Der Effekt war für einen Teil der Testpersonen auch zwei Jahre nach Ende des geführten Trainings noch nachweisbar.[145]
Es existiert eine Vielzahl von methodisch robusten Studien über den Nutzen von Sport und Bewegung bei Depression. Diese zeigen beispielsweise, dass Sport (unter Anleitung, zuhause) gegen Depression gleich wirksam ist wie eine medikamentöse Therapie (Sertralin) oder Placebo-Medikation.[146][147] Eine Metaanalyse von 2013 bewertet den Effekt zurückhaltender, unterstreicht aber den präventiven Effekt, da „moderate Bewegung im aeroben Bereich von mindestens 150 Minuten pro Woche […] mit einem merklich geringeren Risiko für die Entwicklung einer Depression in Zusammenhang“ steht.[148] Ist das Ziel nicht die Prävention, sondern die Behandlung der Depression, ist laut einer Metaanalyse von 2019 einen Monat lang jede Woche dreimal 45 min Sport notwendig für eine Stimmungsverbesserung.[149]
Ernährung
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist für gesunde Menschen wichtig und für Menschen mit Erkrankungen, ob physisch oder psychisch, umso wichtiger. Bei einer Depression mit Appetitverlust gilt es, diese besonders zu beobachten.[150]
Es gibt bis heute widersprüchliche Ergebnisse zu der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren im Bezug auf die Depression, unter anderem wird hierfür der Publikationsbias verantwortlich gemacht.[151][152][153] Eine Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren wird deshalb in keiner Leitlinien-Behandlung empfohlen.
Die alternativmedizinische „orthomolekulare Medizin“ versucht außerdem über die Aminosäuren Tyrosin, Phenylalanin und Tryptophan bzw. 5-HTP (Oxitriptan) Depressionen günstig zu beeinflussen. Jedoch fehlen wissenschaftliche Belege für eine positive Wirkung gerade von Tryptophangaben (z. B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln).[154]
Schlafhygiene
Depression wirkt sich auf die Qualität des Schlafes aus (s. o.). Umgekehrt gilt, dass eine Verbesserung des Schlafes (Schlafhygiene) sich bessernd auf eine Depression auswirken kann.[155] Dazu gehören regelmäßige Zu-Bett-geh-Zeiten, der Verzicht auf Monitor-Licht am Abend, angepasste Beleuchtung, Abdunklung der Schlafräume und weitere Maßnahmen.
Schlafentzug
Partieller (teilweiser) Schlafentzug in der zweiten Nachthälfte oder gar vollständiger Schlafentzug in einer Nacht ist die einzige antidepressive Therapie mit positiven Wirkungen bei ca. 60 % der Patienten noch am gleichen Tag. Der antidepressive Effekt ist jedoch selten anhaltend. Meistens kehren die depressiven Symptome bereits nach der nächsten Erholungsnacht wieder. Bis zu 15 % der Patienten in klinischen Studien zeigten jedoch eine anhaltende Verbesserung nach völligem Schlafentzug. Die nationale Behandlungsleitlinie empfiehlt, dass die Wachtherapie auf Grund ihrer relativ leichten Umsetzbarkeit, Nichtinvasivität, Kosteneffizienz und raschen Wirkung in bestimmten Fällen als ergänzendes Therapieelement erwogen werden sollte.[33]
Meditation
Klinische Studien deuteten darauf hin, dass achtsamkeitsbasierte Meditation in der Behandlung von Depression der psychiatrischen Leitlinientherapie (kognitiv-behaviorale Therapie) gleichwertig sei.[156][157] Dies gelte insbesondere für den Einsatz als zusätzliche Therapie und zur laufenden Nachsorge ehemaliger Patienten.[158]
Meditation wirkt dem für Depression typischen Grübelzwang entgegen, indem die bewusste Aufmerksamkeitssteuerung trainiert wird. Weiterhin werden Veränderungen in der Emotionswahrnehmung, Emotionssteuerung, kognitiven Bewertung und Belohnungsverarbeitung als antidepressive Wirkmechanismen diskutiert.[157][159] Dies geht einher mit durch Meditationsübungen veränderter Hirnaktivität in Amygdala, Präfrontalem Cortex und Hippocampus, Regionen, die mit Emotionsverarbeitung in Verbindung stehen.[160][161]
Die Wirksamkeit der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie (MBCT) zur Rückfallprävention von Depressionen ist durch aktuelle Metaanalysen[162][163][164] ausreichend belegt und wurde deshalb als Therapieempfehlung in die S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression aufgenommen.[33] Durch Übungen zur Achtsamkeit (mindfulness) wird die Aktivierung depressionsfördernder Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen rechtzeitig erkannt, sodass die Betroffenen sich bewusst hilfreichen Maßnahmen zuwenden können, die einen Rückfall verhindern.[33]
Ein Review verglich 15 Studien zur Wirksamkeit von Entspannungs-Techniken zur Reduktion von Depression und Ängsten bei älteren Erwachsenen (älter als 60 Jahre).[165] Gegen Depressionen wirkte progressive Muskelentspannung am stärksten (siehe Tabelle). Zur Verringerung von Angst eignete sich hingegen Musiktherapie am stärksten, mit deutlichem Abstand gefolgt von Yoga.
Die Tabelle zeigt die Wirksamkeit verschiedener Techniken zur Verringerung von Depression bei Älteren (älter als 60) gemäß einer Übersichtsstudie.[165]
| Zahl der Studien | Durchschnittliche Effektstärke (Hedges g) |
Standardfehler | |
| Progressive Muskelentspannung | 2 | 1.21 | 0.14 |
| Musiktherapie | 4 | 0.84 | 0.16 |
| Yoga | 4 | 0.49 | 0.12 |
| kombiniertes Entspannungstraining | 1 | 0.38 | 0.49 |
| ein Stressbewältigungsprogramm | 1 | 0.09 | 0.36 |
Entwicklungsorientierte Ansätze auf seelisch-geistiger Basis
Entwicklung einer konkreten Gedankenkraft
Das bei einer Depression vorliegende leibverhaftete Versunkensein in den Gefühlen, das mit einer sich selbst aufgebenden Hingabe und Erwartungshaltung und mit tiefer Hoffnungslosigkeit einhergeht, ist nach geisteswissenschaftlichen Forschungen von Heinz Grill mit der Entwicklung einer konkreten Gedankenkraft zu überwinden.
„Das Gedankenprinzip ist das Wichtigste, das der Depressive in seiner gesamten Natur entfalten muß. Indem er mehr und mehr einen Sinn für den konkreten Gedanken und für ein klares, reines Denken entwickelt, ein zielgerichtetes Denken und Wahrnehmen, um so mehr gewinnt er vielleicht auf mühsame, aber doch sichere und langsame Weise eine Kraft der Anschauung, eine Kraft der Zuversicht und Weite, eine Kraft, die ihn heraushebt aus dem Schlafe und aus der Müdigkeit des ganzen Lebens. […] er muss die Kräfte des Hauptes entwickeln, die sonnenhaften Kräfte, die im Haupte lokalisiert sind und die in einem Energiezentrum ausstrahlen, dem „ajna-cakra“ […] Dieses Zentrum, das mit dem konkreten Denken und mit den Gedankenbildekräften, mit der Fähigkeit zum plastizierenden Denken, zur Gedankenkraft und Gedankenmodellierung einhergeht, dieses Haupt muß er entwickeln, er muß seine Gedankenkraft in die Weite entfalten.“[166]
Entscheidung für die klare gedankliche Realisierung eines Ideals
„Mit dieser Krankheit entsteht, gleich welche Ursache zugrunde liegt, eine wachsende Anforderung an das eigene Vermögen und an die mentale Stärke. Gerade aber diese mentale Stärke mit ihrer Konzentrationskraft ist in der Phase des Krankseins am meisten geschwächt. Sie wäre nun zur Heilung am allerwichtigsten. Durch diese Widersprüchlichkeit entsteht die scheinbar so unmenschliche und tragische Anforderung an das Gemüt zur bewussten Entscheidung. Die Heilung erfordert Aktivität, eigene Anteilnahme, Mut, gedankliche Formung, Ausdauer und das gezielte Entwickeln idealerer Gedanken. Der Weg der Depression führt zu einer Gabelung, an der der Angekommene eine Entscheidung treffen muss. Es ist wahrhaftig so, dass der eine Pfad mit den Verlockungen des irdischen Lebens zurückgewiesen werden muss, damit der andere Weg der Individuation und der Freiheit in einem spirituellen Seelenlicht begangen werden kann. Es ist nicht wirklich eine Überwindung der Welt gefordert, es ist vielmehr auf der einen Seite eine bewusste Zurückweisung jener verlockenden Versuchung von lebensabhängigen Gefühlen und sentimentalen, romantisierenden oder infantilen Stimmungen notwendig und auf der anderen Seite die klare gedankliche Realisierung eines Ideals wegweisend.“[167]
Prognose
Depressive Grunderkrankung
Depressive Episoden klingen oft im Laufe der Zeit ab, unabhängig davon, ob sie behandelt werden oder nicht.[168] Ambulante Patienten auf einer Warteliste zeigen innerhalb weniger Monate eine 10–15%ige Reduktion der Symptome, wobei etwa 20 % nicht mehr die Kriterien für eine depressive Störung erfüllen. Die mediane Dauer einer Episode wurde auf 23 Wochen geschätzt, wobei in den ersten drei Monaten die Erholungsrate am höchsten war.[169] Zu einer Chronifizierung der Depression kommt es bei 15 bis 25 % der Patienten.[104]
Die meisten behandelten Patienten berichten über Restsymptome trotz scheinbar erfolgreicher Behandlung. Restsymptome, die bei vorübergehendem oder dauerhaftem Nachlassen der Erkrankung auftreten, haben einen starken prognostischen Wert. Es scheint einen Zusammenhang zwischen diesen Restsymptomen und Vorzeichen einer erneuten Erkrankung zu geben. Es wird daher für behandelnde Ärzte empfohlen, dass das Konzept der Genesung auch psychisches Wohlbefinden beinhalten sollte.[170]
Von Personen, die nie verheiratet waren oder nicht mehr verheiratet sind, kann angenommen werden, dass sie möglicherweise eine geringfügig schlechtere Prognose haben als Verheiratete oder in Partnerschaft lebende Personen.[171] Auch das gleichzeitige Auftreten einer Persönlichkeitsstörung bei einer Depression hat einen negativen Einfluss auf das Behandlungsergebnis. Eine Persönlichkeitsstörung steht etwa doppelt so häufig mit einem schlechten Behandlungsergebnis für die Depression in Verbindung wie bei einer Person ohne Persönlichkeitsstörung.[172]
Therapieresistenz
Bei einer Pharmakotherapie spricht man am häufigsten von Therapieresistenz, wenn durch eine Behandlung mit mindestens zwei unterschiedlich wirkenden Antidepressiva in angemessener Dosierung über eine Dauer von jeweils mindestens vier Wochen sich die Symptome nicht verbessern. Bei einer Psychotherapie liegt eine Therapieresistenz vor, wenn innerhalb von mindestens 2 bis 3 Monaten die Symptome nicht um 50 bis 70 Prozent zurückgegangen sind. Neben dieser pauschalen Definition kann Therapieresistenz aber auch detaillierter mit Abstufungen definiert werden.[173]
Bis zu einem Drittel depressiver Patienten sind bei Psychotherapie therapieresistent.[173] Ein Drittel bis die Hälfte spricht nach einer ersten mehrwöchigen Behandlung nicht auf die Medikation an.[174] Mehr als die Hälfte der Patienten erreicht auch nach acht Wochen medikamentöser Behandlung keine Vollremission. Wenn sich durch Medikamenteneinnahme nach zwei bis vier Wochen keinerlei Besserung zeigt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das ändert.[175]
Suizidgefahr
Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen, die einen Suizid begehen, an einer Depression gelitten haben. Im Jahre 2010 verübten in Deutschland rund 7000 Menschen mit Depression Suizid.[176] Bei der Depression handelt es sich daher um eine sehr ernste Störung, die umfassender Therapie bedarf.[177]
Siehe auch
- Artikel Depression in Wikipedia mit weiteren Informationen zu begleitenden Gesundheitsrisiken und zur gesellschaftlichen Dimension (Volkswirtschaftliche Relevanz, Stigmatisierung, Staatliche Maßnahmen, Interessensvertretung und Selbsthilfe)
Literatur
Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) stellt in seinen Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) mit der Langfassung ihrer S3-Leitlinie nach den Abschnitten über Grundlagen, Diagnostik, Therapie und Methodik[178] eine umfangreiche Literaturliste über unipolare Depressionen mit über 1.500 wissenschaftlichen Literaturstellen zur Verfügung.[179] Unabhängig davon finden sich u. a. Einführungen, psychoanalytische Schriften und Ratgeberliteratur.
Einführungen
- Michael Bauer, Anne Berghöfer, Mazda Adli (Hrsg.): Akute und therapieresistente Depressionen. Pharmakotherapie – Psychotherapie – Innovationen 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-40617-4.
- Tom Bschor (Hrsg.): Behandlungsmanual therapieresistente Depression: Pharmakotherapie – somatische Therapieverfahren – Psychotherapie. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-019465-6.
- Martin Hautzinger: Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen. 8. Auflage. Beltz, Weinheim 2021, ISBN 978-3-621-28814-9.
- Martin Hautzinger: Akute Depression (= Fortschritte der Psychotherapie. Band 40). 2. überarbeitete Auflage, Hogrefe, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8017-3167-0.
- Vorlage:Literatur
- Clark Lawlor: From Melancholia to Prozac: A history of depression. Oxford University Press, Oxford 2012, ISBN 978-0-19-958579-3.
- Rainer Tölle, Klaus Windgassen: Psychiatrie: Einschließlich Psychotherapie. 17., überarbeitete und ergänzte Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54699-0.
Psychoanalytische Schriften
Wissenschaftliche Literatur (Medikamente, TMS)
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- J. W. Kim, K. Suzuki, E. T. Kavalali, L. M. Monteggia: Ketamine: mechanisms and relevance to treatment of depression. In: Annual review of medicine. Band 75, Nr. 1, 2024, S. 129–143.
- J. Downar, S. H. Siddiqi, A. Mitra, N. Williams, C. Liston: Mechanisms of Action of TMS in the Treatment of Depression. In: M. Browning, P. J. Cowen, T. Sharp (eds): Emerging Neurobiology of Antidepressant Treatments. In: Current Topics in Behavioral Neurosciences. Band 66, Springer, Cham 2024, Vorlage:DOI.
Ratgeberliteratur
- Barbara Bojack: Depressionen im Alter: ein Ratgeber für Angehörige. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2003, ISBN 3-88414-359-X.
- Depression erkennen und behandeln. Informationsbroschüre für Patienten und Angehörige, herausgegeben vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit. medcom, Bonn 2013, ISBN 978-3-931281-50-2.
- Pia Fuhrmann, Alexander von Gontard: Depression und Angst bei Klein- und Vorschulkindern: Ein Ratgeber für Eltern und Erzieher. Hogrefe, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8017-2627-0.
- Gunter Groen, Wolfgang Ihle, Maria Elisabeth Ahle, Franz Petermann: Ratgeber Traurigkeit, Rückzug, Depression: Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Hogrefe, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8017-2382-8.
- Ulrich Hegerl, Svenja Niescken: Depressionen bewältigen: Die Lebensfreude wiederfinden. 3. Auflage. TRIAS, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8304-6781-6.
- Ruedi Josuran, Verena Hoehne, Daniel Hell: Mittendrin und nicht dabei: Mit Depressionen leben lernen (= Econ. Band 71021). Econ-Taschenbuch-Verlag, München 2002, ISBN 3-548-36428-4.
- Anke Rohde: Postnatale Depressionen und andere psychische Probleme: Ein Ratgeber für betroffene Frauen und Angehörige. Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-022116-1.
- Larissa Wolkenstein, Martin Hautzinger: Ratgeber Chronische Depression. Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8444-2516-1.
- Martin Hautzinger/Mazda Adli (Hrsg.): Praxishandbuch Depression. Ursachen - Diagnostik - Therapie. Elsevier, München 2023, ISBN 978-3-437-23031-8.
- Martin Hautzinger: Ratgeber Depression. Informationen für Betroffene und Angehörige. 3. aktualisierte Auflage. Hogrefe, Göttingen 2022, ISBN 978-3-8017-3168-7.
S3-Leitlinien
- Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression. Programm für Nationale Versorgungsleitlinien (NVL), Stand 2022, online Auf: awmf.org.
- Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Stand 1. Juli 2013, gültig bis 30. Juni 2018 online Auf: awmf.org
Weblinks
- Artikel Depression in Wikipedia mit weiteren Informationen zu xxx, xxx und xxx.
- Depression – redaktionell betreute Linksammlung im Gemeinschaftsprojekt Psychlinker des Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation und der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek
- Was ist eine Depression? Informationsportal Neurologen und Psychiater im Netz, herausgegeben von mehreren deutschen und schweizerischen Berufsverbänden und Fachgesellschaften.
- Leitliniensynopse für ein DMP Depressionen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG-Berichte, Nr. 502, 4. April 2017.
- Heike Le Ker: Körper und Psyche: Wie Entzündungen Depressionen auslösen. In: Spiegel Online, 17. April 2015.
Labordiagnostik
- IMD Labor Berlin – Diagnostkinformation Nr. 242: Genetische Veränderungen des Neurotransmitter-Haushaltsprädisponieren für depressive Symptomatiken. (PDF; 199 kB) imd-berlin.de; abgerufen am 31. März 2021.
- Depression – Diagnostik per Bluttest. (Nach einer Mitteilung der Medizinischen Universität Wien; aus der Zeitschrift Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie. Band 82, Nr. 6, Juni 2014, S. 303, doi:10.1055/s-0034-1381274) thieme.de; abgerufen am 31. März 2021.
Einzelnachweise
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- ↑ E. Bromet, L. H. Andrade, I. Hwang, N. A. Sampson, J. Alonso, G. de Girolamo, R. de Graaf, K. Demyttenaere, C. Hu, N. Iwata, A. N. Karam, J. Kaur, S. Kostyuchenko, J. P. Lépine, D. Levinson, H. Matschinger, M. E. Mora, M. O. Browne, J. Posada-Villa, M. C. Viana, D. R. Williams, R. C. Kessler: Cross-national epidemiology of DSM-IV major depressive episode. In: BMC Medicine. Band 9, 2011, S. 90, doi:10.1186/1741-7015-9-90. PMID 21791035, Vorlage:PMC (Review).
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