Benutzer:Sonnenschein 40/Sozialer Prozess

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Hier beginnt die Einleitung

Etymologie

Aus deinem Entwurf, wo „Sozial“ und „Prozess“ bereits (zum Teil) ausgearbeitet wurden.

Soziologie

Füge ich ein.

Erweiterungen der Bedeutung

Martin Buber – Ich und Du

Martin Buber (1940/1950)

Ich und Du ist eine der bekanntesten und wichtigsten Schriften des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber (1878–1965), welche im Jahr 1923 erschienen ist.

Bubers philosophischer Ansatz speist sich aus jüdisch-mystischer (Chassidismus) und christlich-mystischer (Meister Eckhart) Theologie sowie aus existentialphilosophischen Ansätzen (v. a. Sören Kierkegaard).[1] In Ich und Du stellt er das dialogische Prinzip heraus:

„Die Welt ist dem Menschen zwiefältig nach seiner zwiefältigen Haltung. Die Haltung des Menschen ist zwiefältig nach der Zwiefalt der Grundworte, die er sprechen kann. Die Grundworte sind nicht Einzelworte, sondern Wortpaare. Das eine Grundwort ist das Wortpaar Ich-Du. Das andre Grundwort ist das Wortpaar Ich-Es; […] Somit ist auch das Ich des Menschen zwiefältig. Denn das Ich des Grundworts Ich-Du ist ein andres als das des Grundworts Ich-Es“.[2]

Somit bildet der Mensch seine Identität vornehmlich in Relation zu dem ihn Umgebenden: Hierbei kann der Mensch seine Umgebung, die darin enthaltenen Dinge und Menschen erfahren oder gebrauchen, dann bildet er sein Ich in Abgrenzung zu einem Es.[3] Oder er begegnet seiner Umgebung in einer lebendigen Beziehung, dann bildet er sein Ich in Abgrenzung zu einem Du.[3] Nur über die Ich-Du-Beziehung sei wirkliches Leben möglich, allerdings sei eine ständige Aufrechterhaltung dieses Zustandes nicht möglich, da der Mensch an dieser Gegenwärtigkeit auf Dauer „verbrenne“.[4] Ein Umgang mit der Umwelt als Es sei daher notwendig, werde diese aber ausschließlich mit dieser Gebrauchshaltung betrachtet, finde kein wirkliches Leben statt.[5]

„Es gibt kein Ich an sich, sondern nur das Ich des Grundworts Ich-Du und das Ich des Grundworts Ich-Es. Wenn der Mensch Ich spricht, meint er eins von beiden. […] Ich sein und Ich sprechen sind eins.“[6]

Die Ich-Du-Beziehung ist jedoch insofern von der Ich-Es-Beziehung unterschieden, als nur erstere Beziehung eine wirkliche Begegnung, ein wahrhaftiges „Gespräch“ zulasse. Solche Beziehungen sind laut Buber in drei Sphären möglich:[7] im „Leben mit der Natur“, im „Leben mit den Menschen“ und im „Leben mit den geistigen Wesenheiten“ (Kunst, Kultur, Religion, Wissenschaft usw.).

Als Dreh- und Angelpunkt des religionsphilosophischen Ansatzes Bubers ist jedoch die Beziehungsfähigkeit des Menschen zum „ewigen Du“ Gottes zu sehen:[8]

„Die verlängerten Linien der Beziehungen schneiden sich im ewigen Du“.[9]

Hierbei ist jedoch nicht von einem naiv-anthropomorphen Gottesbild auszugehen. Vielmehr ist das „ewige Du“ als notwendiger Fluchtpunkt der menschlichen Beziehungshaftigkeit zu sehen, als eine Art Kulmination aller menschlichen Beziehungsgefüge. Aus dieser Wahrnehmung heraus eignet dem Göttlichen – neben unzählbar vielen anderen Attributen – auch das Attribut der Sprachfähigkeit an, sodass der Mensch durchaus in „ein Gespräch mit Gott“ eintreten kann. Ein Hinweis hierfür kann die Begegnung mit einem „menschlichen Du“ sein:

„Jedes geeinzelte Du ist ein Durchblick zu ihm [Anm.: zum ewigen Du]. Durch jedes geeinzelte Du spricht das Grundwort das ewige an.“[9]

Hinsichtlich seines Gottes- bzw. Religionsverständnisses liegt Bubers Ansatz ein Pluralismus zugrunde, denn die vielen, von Menschen erdachten Gottesnamen seien alle lediglich Ausdruck des einen dahinterstehenden „ewigen Du“:

„Ihr ewiges Du haben die Menschen mit vielen Namen angesprochen. […] Aber alle Gottesnamen bleiben geheiligt“.[9]

Joseph Beuys – Soziale Plastik

Joseph Beuys (1921–1986)


Karl-Dieter Bodack – Entwicklung einer größeren Idee im Dialog

Karl-Dieter Bodack (Februar 2011)

Skizze (muss noch ausgearbeitet werden):

An der Staatlichen Hochschule Coburg entwickelte Karl-Dieter Bodack (1938–2025) für Architekturstudenten eine erweiterte Bedeutung des Sozialen Prozesses. Dieser Soziale Prozess findet zwischen verschiedenen Parteien statt, z. B. zwischen Architekt und Bauherrn. Er trägt das Merkmal, dass keiner der Beteiligten bei bisherigen mitgebrachten Vorstellungen und Ideen stehenbleibt, sondern im Dialog eine bessere und größere Idee für das Bauprojekt entwickelt wird. Nach dem Gelingen dieses Prozesses und der Umsetzung des Bauvorhabens blicken sowohl Bauherr als auch Architekt zufrieden auf das Entstandene zurück.


Spirituell sozialer Prozess

Skizze (muss noch ausgearbeitet werden):

Worterklärung „Spirituell“ (analog zum Kapitel Etymologie)

Anlässlich einer Architektur-Tagung mit Karl-Dieter Bodack und Heinz Grill im Jahr 2009 erfuhr die Idee des Sozialen Prozesses eine spirituelle Weiterentwicklung in jenem Sinn, „dass esoterisch gültige und wahre Gedanken so lange bearbeitet werden müssen, bis sie sich selbst durch Prüfung verifizieren und bis sie schließlich mitteilungsfähig und sozial integrierfähig werden. Geistige oder religiöse Inhalte werden häufig auf missionarische Weise den anderen nahegelegt. Sie sind jedoch noch nicht reiflich bearbeitet und verstanden, solange derjenige, der sie gebraucht, diese noch nicht auf konfessionsfreie und praktische Weise in das Leben integrieren kann.“[10]

Der Spirituell soziale Prozess führt zu einer inhaltlichen, gewaltfreien, aufbauenden Begegnung zwischen Menschen.

Zukunftsweisende Hypothese

In eigenen Worten, aus der Beschäftigung gereift, für die Leser, ca. 6 Zeilen.


Einzelnachweise

  1. Hans Joachim Störig: Martin Buber. In: Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1996, S. 609–612.
  2. Martin Buber: Ich und Du. Reclam, Stuttgart 2008, S. 3.
  3. 3,0 3,1 Martin Buber: Das dialogische Prinzip. 1984, S. 10.
  4. Martin Buber: Das dialogische Prinzip. S. 15 ff. und 37.
  5. Martin Buber: Das dialogische Prinzip. S. 37 f.
  6. Martin Buber: Ich und Du. S. 4.
  7. Martin Buber: Das dialogische Prinzip. 12. Auflage. Gütersloher Verlagshaus in der Random House Verlagsgruppe, Gütersloh / München 2012, S. 10.
  8. Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1996, S. 611.
  9. 9,0 9,1 9,2 Martin Buber: Ich und Du. S. 71.
  10. Heinz Grill: Sozialer Prozess. In: Beiträge zu einem Neuen Yogawillen. Artikel vom 26. November 2020, abgerufen am 5. Februar 2026.

Dieser Artikel basiert teilweise auf den Artikeln Sozialer Prozess sowie Ich und Du (Buber) aus der deutschen freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Es ist in Wikipedia jeweils eine Liste von Autoren für die Artikel Sozialer Prozess und Ich und Du (Buber)] einsehbar.


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