Eiweiß

Eiweiße oder Proteine (von griechisch πρωτεῖος proteios „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος protos „Erster“) sind biochemisch gesehen aus Aminosäuren aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten Enzyme oder bilden als Strukturproteine (auch Skleroproteine, Faserproteine oder Gerüstproteine)[1] eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem Zellkompartiment vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes Proteom.
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für Peptidbindungshydrolase) Pepsin entstehen, werden als Peptide bezeichnet. Neuropeptide, von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die Endorphine und Enkephaline, die als körpereigene Opioide wirken.
Proteinkomplexe entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.
Im Gesamtwerk von Rudolf Steiner findet man in der Geisteswissenschaft zum Thema „Naturgrundlagen der Ernährung“ über Eiweiß eine Aussage, die besagt, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung.[2]
Aus einer esoterischen Betrachtung erscheint das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.[3]
Aminosäuren
Die Aminosäuren, aus denen sich das Eiweiß aufbaut, enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall (Selenocystein) auch Selen.
Während der Kohlenstoff dem Leben die unmittelbare physische Basis schafft, können durch die Heteroatome auch die übersinnlichen Wesensglieder in den Organismus eingreifen. Der Sauerstoff hängt mit dem Ätherleib zusammen, der Stickstoff mit dem Astralleib und der Wasserstoff mit der Wärme- und Ich-Organisation. Der Schwefel aber vermittelt zwischen dem in der ganzen Welt ausgebreiteten Geistigen und dem Physischen (siehe unten).
- „Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“[4]
Einzelnachweise
- ↑ Ulrich Lehmann: Paläontologisches Wörterbuch. 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S. 100.
- ↑ Rudolf Steiner: Naturgrundlagen der Ernährung. 5. Auflage. Verlag Freies Geistleben 2008, ISBN 978-3-7725-2106-5, S. 102–103.
- ↑ Heinz Grill: Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S. 30–31.
- ↑ Rudolf Steiner: Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene. GA 314. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S. 114–115. (Online)
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-- Vorerst ausgelagerte Fotos -- * Datei:1GZX Haemoglobin.png|mini|Das Hämoglobin ist der eisenhaltige Proteinkomplex, der in den [[w:Erythrozyt|roten Blutkörperchen]] der Wirbeltiere Sauerstoff bindet und ihnen ihre rote Farbe verleiht („Blutfarbstoff“) * Datei:Peptid Bindung.svg|mini|Peptidbindung in einem einfachen Dipeptid aus [[w:Alanin|Alanin]] und [[w:Glycin|Glycin]] mit der entsprechenden ''cis''- bzw. ''trans''-Konfiguration * Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe<br>(Falls diese Datei im Artikel verwendet werden soll, müsste sie zuerst aus AnthroWiki importiert werden) -- Vorerst ausgelagerte Fotos --
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