Benutzer:Herbstzeitlose/Bhakti-Yoga: Unterschied zwischen den Versionen
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„[…] Das größte Beispiel, wie jemand wirkliche Lehrer gehabt hat, war für mich Rudolf Steiner. Er wendete sich so lange dem evangelischen Geist erkenntnismäßig zu, bis er selbst den inneren Mariengeist oder die sogenannte „Sophia“, wie diese in der esoterischen Sprache genannt wird, authentisch bei sich empfing. Der Lehrer ist deshalb im inneren Sinne derjenige, dem man sich auf seiner Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Einsicht mit tiefster Forschungsintention hinwendet. […]“ | „[…] Das größte Beispiel, wie jemand wirkliche Lehrer gehabt hat, war für mich Rudolf Steiner. Er wendete sich so lange dem evangelischen Geist erkenntnismäßig zu, bis er selbst den inneren Mariengeist oder die sogenannte „Sophia“, wie diese in der esoterischen Sprache genannt wird, authentisch bei sich empfing. Der Lehrer ist deshalb im inneren Sinne derjenige, dem man sich auf seiner Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Einsicht mit tiefster Forschungsintention hinwendet. […]“ | ||
=== Beispiele von verwirklichtem Bhakti-Yoga === | |||
In der Menschheitsgeschichte gibt es viele große Persönlichkeiten die durch ihre Opferbereitschaft und der Kraft zur Hingabe zu tieferen Einsichten in die geistigen Mysterien und in die Phänomene des irdischen Lebens gelangt sind. Durch ihr Leben und in ihren Werken brachten sie diese Erkenntnisse authentisch zum Ausdruck. Einige wenige Beispiele seien hier aufgeführt: | |||
==== Bhakti-Yoga in der Kunst ==== | |||
In den Bildern von Raffael (Raffaello Sanzio da Urbino), so Heinz Grill und Rudolf Steiner, drückt sich Liebe (Bhakti) aus. Damit konnte er mit seinen Bildern der Menschheit geistige Gesetz-mäßigkeiten zur Anschauung bringen. | |||
„ […] Raffaels Bilder sind Liebe. Sie stehen als eine geistige Botschaft vor der Menschheit und tragen die Erfüllung durch ihren Ausdruck in sich. […] " | |||
Rudolf Steiner beschreibt in einem Vortrag über „“Isis und Madonna“, wie sich in dem Bild der Sixtinische Madonna von Raffael eine geistige Botschaft dem Betrachter verkündet. | |||
„ […] Haben wir nicht in der Madonnengestalt der Sixtinischen Madonna des Raffael ein Bild, das herausgeboren wurde aus der göttlich-geistigen Welt? … So haben wir in der Sixtinischen Madonna vor uns ein Bild der menschlichen Seele, herausgeboren aus dem geistigen Universum; entsprungen aus dieser Seele das Höchste, was der Mensch hervorbringen kann, seine geistige Geburt, das, was in ihm ist, eine Wiedererzeugung der Schöpfertätigkeit der Welt. Versuchen wir einmal, in uns zur Empfindung zu erheben, was hellseherisches Bewußtsein tut. […] " | |||
==== Die Asana als Bewegungskunst von Heinz Grill ==== | |||
Der Neue Yogawille ist ein künstlerisch spiritueller Yogaweg der von Heinz Grill 1960 gegründet wurde. Ein übergeordneter Gedanke wird konzentriert und über die Asana, ausgedrückt. Damit ist die Asana keine rein energetische Körperübung, sondern ein künstlerischer Ausdruck einer universalen Gesetzmäßigkeit. Die Körperübung wird Bewegungskunst. | |||
„ […] In dieser fortgeschrittenen Übung verbinden sich zwei große Bewegungsdimensionen. Diese bestehen in einer horizontalen, ausgleitenden, zur Erde hingeneigten Richtung und in einer vertikalen, zum Himmel oder Kosmos gleitenden Dynamik. [...]“ | |||
==== Präzises Hineinversetzen in andere Menschen oder in Geheimnisse der Weltenschöpfung ==== | |||
Heinz Grill sieht die Fähigkeit der Hingabe und liebenden Verehrung, Bhakti, bei Rudolf Steiner auf eine höchste Stufe entwickelt: | |||
: „Rudolf Steiner besaß diese Fähigkeit der Hingabe in einem umfassenden Maße, denn er konnte sich auf feinfühligste, tiefe und präzisierte Weise in die Geheimnisse der Weltenschöpfung und ganz besonders in andere Menschen sowie in wissenschaftliche Gebiete hineinversetzen. Die besondere Gabe, sich selbst zu überwinden und den Wesensurgrund einer anderen Person oder einer Seele, die im Nachtodlichen lebt, wesenhaft und scharfsinnig zu beobachten, entwickelte er auf eine höchste Stufe. Es ist dies eine unmittelbare und reine Form des Bhakti-Yoga. Sie wird für die Zukunft von Bedeutung sein.“ | |||
Die Entwicklungsgeschichte der Erde ist ein Beispiel für Forschung von Rudolf Steiner, die sich tief und präzise in ein Weltengeheimnis hineinversetzen kann. Die folgende Tafelzeichnung zu den planetarischen Weltentwicklungsstufen entstand anlässlich eines Vortrags im Sommer 1924: | |||
Das Tafelbild „Am Anfang war die Wärme“, das Rudolf Steiner im Vortrag vom 30. Juni 1924 entwarf, zeigt auf, dass die Erde verschiedene planetarische Zustände durchgemacht hat und der Mensch am Anfang aller Entwicklung steht. Rudolf Steiner arbeitete mit diesen Entwicklungsstufen die menschlich-kosmische Evolution heraus. Diese Evolution ist ein sehr komplexer Vorgang, der sich über die Zeit von Äonen hinweg vollzogen hat. Innerhalb dieser Entwicklung sonderten sich die Tiere, Pflanzen und das Mineralreich aus dem Menschen heraus. Der Mensch steht nun diesen Reichen gegenüber (die Schöpfung), trägt aber weiterhin die Kräfte aus diesen Reichen in seinen verschiedenen Leibern (Astralleib, Ätherleib, physischer Leib). | |||
==== Die Verkörperung von Liebeskraft ==== | |||
Aus geistiger Forschung zu Sai Baba kommt Heinz Grill zu dem Ergebnis, dass Sai Baba eine Verkörperung von Liebeskraft gewesen sei. Die Begegnung mit ihm spendete dem Menschen in seiner Seele Initiation: | |||
„ [...] Seine Verkörperung ist Liebeskraft und diese ist für die Seele wahrnehmbar. Derjenige, der an einem Darshan teilnimmt, weiß von nun an in seiner Seele, dass er diese Liebe einmal im Laufe dieses Lebens oder auch in einem nächsten Leben verwirklichen möchte. Sathya Sai Baba initiiert durch seine Präsenz die uranfänglichen Keime zur Liebe und vom Augenblick der Begegnung an verändert sich der Schüler. Er weiß von nun an, dass es diese Liebe in einer Verkörperung gibt, und da es seine Seele weiß, will er diese auch einmal selbst erringen. […]“ | |||
Version vom 2. Februar 2026, 15:01 Uhr
Bhakti-Yoga
Bhakti-Yoga ist einer der drei Yogawege (Bhakti-, Jnana- und Karma-Yoga) der in der Bhagavad Gita gelehrt wird. Seitdem haben sich, vor allem im Osten, viele traditionelle Wege gegründet. Die universale Dimension der geistigen Botschaft von Krishna, die in der Bagvad Gita als Yoga gelehrt wird, ist zeitlos und für die gesamte Menschheitsentwicklung gültig. Die drei Yogawege werden mit Trimarga, als “Der dreigliedrige Yogapfad” bezeichnet. Diese drei spirituellen Pfade- oder Yogawege, finden sich auch in den christlichen spirituellen Wegen wieder. Bhakti-Yoga ist somit bis in unsere Zeit und auch im Westen aktuell und wurde in seiner tiefen Bedeutung immer wieder von spirituellen Persönlichkeiten vorgelebt und gelehrt.
Etymologie
Bhakti-Yoga ( Sanskrit: भक्ति योग ), auch Bhakti Marga ( भक्ति मार्ग , wörtlich „der Pfad der Bhakti“ ) genannt, ist ein spiritueller Weg bzw. eine spirituelle Praxis traditionell im Hinduismus, aber auch im Westen, die sich auf die liebevolle Verehrung (Bhakti) einer persönlichen Gottheit konzentriert. Er ist einer der drei klassischen Wege im Hinduismus, die zur Moksha führen; die anderen Wege sind Jnana-Yoga und Karma-Yoga .
Bhakti
→ Hauptartikel: Bhakti
Das Sanskritwort Bhakti leitet sich von der Wurzel bhaj ab, was so viel wie „teilen, teilen, teilhaben, mitwirken, dazugehören“ bedeutet. Das Wort bedeutet auch „Hingabe, Verehrung, Zuneigung, Verehrung, Glaube oder Liebe, Anbetung, Frömmigkeit gegenüber etwas als spirituellem, religiösem Prinzip oder Mittel zur Erlösung“.
Bhakti wird in der Shvetashvatara Upanishad erwähnt, wo es schlichtweg Teilnahme, Hingabe und Liebe für jedes Vorhaben bedeutet. Bhakti Yoga als einer der drei spirituellen Wege zur Erlösung wird in der Bhagavad Gita ausführlich erörtert .
Der persönliche Gott variiert je nach Gläubigem. Er kann unter anderem einen Gott oder eine Göttin wie Krishna, Radha, Rama, Sita, Vishnu, Shiva, Shakti, Lakshmi, Saraswati, Ganesha, Parvati, Durga und Surya umfassen. In zeitgemäßerer Auffassung von Bhakti wird die Hingabe auch an eine große Persönlichkeit, an einen universalen Gedanken oder auf ein iridsches Phänomen ausgerichtet.
Der Bhakti-Pfad, der diese Gottheiten einbezieht, entwickelte sich mit der Bhakti-Bewegung, die etwa Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. in Tamil Nadu in Südindien ihren Ursprung hatte. Die Bewegung wurde von den Saiva Nayanars und den Vaishnava Alvars angeführt. Ihre Ideen und Praktiken inspirierten die Bhakti-Dichtung und -Verehrung in ganz Indien vom 12. bis zum 18. Jahrhundert n. Chr. Der Bhakti-Pfad ist Bestandteil der religiösen Praxis im Vaishnavismus, Shivaismus und Shaktismus.
Yoga
Der Begriff Yoga wird im Westen hauptsächlich mit den sehr bekannt gewordenen Körperübungen (Asana) des Hata-Yoga in Verbindung gebracht. Traditionell wurde der Begriff Yoga in der Bhagavad Gita eingeführt und beschreibt eine spirituelle Disziplin, die in der Bhagavad Gita ausführlich (zusammen mit Jnana- und Karma-Yoga) beschrieben wird. Das Ziel im traditionellen Sinn ist die Befreiung (Moksha) von Bindungen und die Vereinigung mit dem höchsten Göttlichen.
Yoga: Hindust. yoga, aus aind. yṓga- ‘Anschirrung, Unternehmung, geistige Sammlung’, von daher auch eine philosophische Lehre (zur Wurzel ie. *i̯eu- ‘verbinden, anschirren’, s. Joch), wird im 20. Jh. (vielleicht über engl. frz. Vermittlung, vgl. engl. frz. yoga) ins Dt. übernommen. Yoga indisches philosophisches System, das durch Anspannung der geistigen Kräfte in Versenkung und Kontemplation mit Hilfe von Körperbeherrschung und Askese zur Erlösung der Seele führen will.
Der Begriff Yoga bedeutet wörtlich „Vereinigung, Joch“ und bezeichnet in diesem Kontext einen Weg oder eine Praxis zur „Erlösung, Befreiung“. Das hier gemeinte Yoga ist die „Vereinigung“ des Atman (wahren Selbst) mit dem Konzept des Höchsten Brahman (wahren Wirklichkeit).
Rudolf Steiner (1861 – 1925, Begründer der Anthroposophie) spricht in seinem Vortrag “Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe” über die drei Geistesströme, die als spirituelle Wege in der Bhagavad Gita aufgezeigt werden. Yoga beschreibt er als einen aktiven seelischen Weg, der die seelische Entwicklung zu immer höheren Stufen führt: " Anders wiederum ist jene Geistesströmung, die zu uns herüberspricht als der Yoga. Er geht auf das Seelische selbst, unmittelbar auf dieses Seelische und sucht Mittel und Wege, die Seele zu ergreifen im unmittelbaren geistigen Leben, so daß die Seele aufsteigt von dem Punkt, wo sie steht in der Welt, zu immer höheren und höheren Stufen seelischen Seins. […] "
In neueren zeitgemäßen, spirituellen Yogawegen wie z.B. Neuer Yogawille (Begründer Heinz Grill 1960), oder Integraler Yoga (Begründer Sri Aurobindo 1872 -1950), wird der Begriff Yoga ebenfalls für eine spirituelle Disziplin verwendet. Die Zielsetzung allerdings hat sich im Laufe der Zeit erweitert so dass, vor allem die Bewusstseinsentwicklung zu universalen Werten und die soziale Integration dieser in das Leben, angestrebt wird.
Heinz Grill schreibt, dazu: “[…] Der Yoga selbst ist vielmehr eine innere, wachsende Bewusstseinshaltung des Individuums; er ist im genauen Sinne sogar mehr der nach langer Erfahrung entwickelte Reifeschritt des Bewusstseins zur progressiven, spirituellen und universalen Entwicklung einer Weisheit und Liebe, die sich den höheren Welten zunehmend annähert und diese in das Leben integriert. […]”
Bhagavad Gita
Die Bhagavad Gita ist eine spirituelle Schrift traditionell im Hinduismus. Die geistige Botschaft, die sich in der Bhagavad Gita ausspricht, macht dieses Werk universal und zeitlos. So richtet sich diese Botschaft an alle Menschen und ist auch in unserer Zeit hoch aktuell. Bhagavad Gita wird übersetzt mit: Bhagavan = der Herr oder der Gedanke, Gita = das Lied, somit „Das Lied des Herrn oder des Gedankens“. Sie ist in Versform geschrieben und berichtet, wie Krisna seinen Schüler Arjuna in den Yoga einweiht. Drei Yogawege (Bhakti-, Jnana-,Karma-Yoga) werden in der Bhagavad Gita ausführlich dargelegt. Da sie in einen inneren Zusammenhang stehen, werden sie auch als Trimarga “Der dreigliedrige Pfad des Yoga” genannt.
In seinen Vorträgen über “Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe” erörtert Rudolf Steiner (1861 – 1925, Begründer der Anthroposophie) die drei Yogawege, die jeweils mit ihren historischen Wurzeln betrachtet werden. Es werden die Veden, die Sankhyaphilosophie und der Yoga besprochen, die in der Bhagavad Gita die Pfade des Jnana-, Karma- und Bhakti-Yogaweg repräsentieren. Rudolf Steiner zeigt auf, dass dieser dreigliedrige Pfad, er bezeichnet sie als: “[…] drei Ströme, die unabhängig von der Zeit, immerfort auf die Seele wirken […]”, auch im Christentum zu finden sind und vor allem in den Paulusbriefen, im sog. paulinischen Christentum neu verlebendigt wurden: “ […] Wort, Gesetz und Andacht, durch das die Seele ihre Entwicklung durchmachen kann. Diese drei Ströme, sie werden immerdar auf die menschliche Seele in irgendeiner Weise wirken. ... Aber die Zeitalter sind verschieden und in der verschiedensten Weise wird das, was also die dreigestaltige Weltauffassung ist, an die Menschenseele herangebracht. Der Krishna spricht vom Weltenwort, von dem Schöpfungswort, von der Gestaltung des Seins, von der andächtigen Vertiefung der Seele, von Yoga. […] "
In diesem Sinne kann man die Begriffe: Jnana-Yoga mit der Erkenntnis des Logos (des Schöpfungswortes), Karma-Yoga mit der Gestaltung des Seins und Bhakti-Yoga mit der andächtigen Vertiefung des Seele zu einem höheren Ideal, gegenüberstellen.
Auch bei Sri Aurobindo 1872-1950, Begründer des integralen Yoga, begegnen uns für die spirituelle Entwicklung, drei Pfade: " […] An diesen Gott in der Einheit all seiner Aspekte müssen wir unsere Werke, unsere Anbetung und unsere Erkenntnis als ein ständiges inneres Opfer richten. […]"
Diese drei Pfade sind nicht nur als einzeln getrennte Übungswege zu verstehen, sondern stehen für die individuelle spirituelle Entwicklung in einem inneren Zusammenwirken. Wie sich die drei Pfade differenzieren und auch, wie sie für seelisch-geistige Entwicklung zusammenwirken, verdeutlicht Heinz Grill:
“ […] Bhakti-Yoga bedeutet Hingabe, Hinwendung in höchster Mühe um edelste Ideale. Er wurzelt in der Tiefe und Liebe zum Geiste, überschreitet durch sanfte und doch unermüdliche Willensaktivtät die Grenze aller Verhaftung und geht in die transzendente Wirklichkeit ein.
Jnana-Yoga: Es ist das Wissen als Resultat aus der Hingabe und dem Studium oder die Verwandlung des Herzens mit seinen äußeren Gefühlen zu tiefen universalen Empfindungen.
Karma-Yoga: Karma-Yoga bildet im besten Sinne die Ausarbeitung einer Idee zu einem praktischen Ideal. Es ist nicht nur die Arbeit im tätigen Sinne, sondern die Mühe um die Erhaltung, Bewahrung und Veredelung aller wertvollen Ziele des Menschseins. […] ”
Laut Samrat Kumar ist Bhakti-Yoga eine indische Tradition der „göttlichen Liebesmystik“, ein spiritueller Weg, der „für ein tiefes Verständnis der Einheit und Harmonie des ewigen Individuums mit dem Göttlichen (dem universellen Sein) und allen Geschöpfen steht – eine beständige Freude“. Der Yoga-Gelehrte David Frawley schreibt in seinem Buch im Yoga Journal, dass Bhakti- Yoga „darin besteht, den Geist, die Gefühle und die Sinne auf das Göttliche zu konzentrieren“.
Bhakti-Yoga ist einer der drei in der Bhagavad Gita gelehrten Yogawege . Bhakti-Yoga ist die liebevolle Hingabe eines Verehrers an einen persönlichen Gott als spiritueller Weg. Die beiden anderen Wege sind Jnana-Yoga und Karma-Yoga. Jnana-Yoga ist der Weg der Weisheit, auf dem der Einzelne Wissen und introspektive Selbsterkenntnis als spirituelle Praxis anstrebt. Karma-Yoga hingegen ist der Weg des tugendhaften Handelns (Karma), auf dem man handelt, ohne Belohnung oder Konsequenzen zu erwarten, auch bekannt als Nishkama Karma.
Nirguna- und Saguna- Meditiation
Bhakti-Yoga kann in zwei verschiedenen Disziplinen, Nirguna- und Saguna-Meditation, praktiziert werden. Die Nirguna-Meditation richtet sich auf eine unfassbare, abstrakte höchste Wirklichkeit, die Saguna-Meditation ist auf ein konkretes Objekt, ausgerichtet.
Die Hingabe an die persönliche Offenbarung des Göttlichen, in Form der Saguna-Meditation, hat in den östlichen spirituellen Wegen im sogenannten „Guru-Bhakti“, wie z.B. auf Krisna, auf Shiva, auf den spirituellen Lehrer, eine lange Tradition. Sie ist auch im Christentum durch die Person Jesu Christi gegeben. Wie die Worte des Johannes-Evangeliums zeigen, in dem Jesus zu seinen Jüngern spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Jo 14,6)
Auch in unserer Zeit ist Guru-Bhakti, obwohl das im Westen oftmals kritisch gesehen wird, für die spirituelle Entwicklung sehr wichtig. Sie sollte aber nicht mit äußerlichen Emotionen und Schwärmereien verwechselt werden, denn sie ist hauptsächlich eine innere Angelegenheit zwischen Lehrer und Schüler. Diese wichtige Disziplin ist Bhakti-Yoga und erfordert vom Schüler, die Wirklichkeit des Lehrers zu erkennen. Welche Dimension ist mit dem Lehrer gegeben? Was ist durch ihn geoffenbart?
Sri Aurobindo sieht in dem Guru einen Verbindungsweg des Menschen zum Göttlichen: „ [...] Der Guru ist der Verbindungsweg oder Vertreter oder Offenbarung des Göttlichen, je nach Ausmaß seiner Persönlichkeit oder seiner Vollbringung; aber was er auch sei, man öffnet sich dem Göttlichen, wenn man sich ihm öffnet. […] “
Rudolf Steiner hatte ebenfalls Lehrer, so Heinz Grill. Er wendete sich unmittelbar dem evangelischen Geist zu:
„[…] Das größte Beispiel, wie jemand wirkliche Lehrer gehabt hat, war für mich Rudolf Steiner. Er wendete sich so lange dem evangelischen Geist erkenntnismäßig zu, bis er selbst den inneren Mariengeist oder die sogenannte „Sophia“, wie diese in der esoterischen Sprache genannt wird, authentisch bei sich empfing. Der Lehrer ist deshalb im inneren Sinne derjenige, dem man sich auf seiner Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Einsicht mit tiefster Forschungsintention hinwendet. […]“
Beispiele von verwirklichtem Bhakti-Yoga
In der Menschheitsgeschichte gibt es viele große Persönlichkeiten die durch ihre Opferbereitschaft und der Kraft zur Hingabe zu tieferen Einsichten in die geistigen Mysterien und in die Phänomene des irdischen Lebens gelangt sind. Durch ihr Leben und in ihren Werken brachten sie diese Erkenntnisse authentisch zum Ausdruck. Einige wenige Beispiele seien hier aufgeführt:
Bhakti-Yoga in der Kunst
In den Bildern von Raffael (Raffaello Sanzio da Urbino), so Heinz Grill und Rudolf Steiner, drückt sich Liebe (Bhakti) aus. Damit konnte er mit seinen Bildern der Menschheit geistige Gesetz-mäßigkeiten zur Anschauung bringen.
„ […] Raffaels Bilder sind Liebe. Sie stehen als eine geistige Botschaft vor der Menschheit und tragen die Erfüllung durch ihren Ausdruck in sich. […] "
Rudolf Steiner beschreibt in einem Vortrag über „“Isis und Madonna“, wie sich in dem Bild der Sixtinische Madonna von Raffael eine geistige Botschaft dem Betrachter verkündet.
„ […] Haben wir nicht in der Madonnengestalt der Sixtinischen Madonna des Raffael ein Bild, das herausgeboren wurde aus der göttlich-geistigen Welt? … So haben wir in der Sixtinischen Madonna vor uns ein Bild der menschlichen Seele, herausgeboren aus dem geistigen Universum; entsprungen aus dieser Seele das Höchste, was der Mensch hervorbringen kann, seine geistige Geburt, das, was in ihm ist, eine Wiedererzeugung der Schöpfertätigkeit der Welt. Versuchen wir einmal, in uns zur Empfindung zu erheben, was hellseherisches Bewußtsein tut. […] "
Die Asana als Bewegungskunst von Heinz Grill
Der Neue Yogawille ist ein künstlerisch spiritueller Yogaweg der von Heinz Grill 1960 gegründet wurde. Ein übergeordneter Gedanke wird konzentriert und über die Asana, ausgedrückt. Damit ist die Asana keine rein energetische Körperübung, sondern ein künstlerischer Ausdruck einer universalen Gesetzmäßigkeit. Die Körperübung wird Bewegungskunst.
„ […] In dieser fortgeschrittenen Übung verbinden sich zwei große Bewegungsdimensionen. Diese bestehen in einer horizontalen, ausgleitenden, zur Erde hingeneigten Richtung und in einer vertikalen, zum Himmel oder Kosmos gleitenden Dynamik. [...]“
Präzises Hineinversetzen in andere Menschen oder in Geheimnisse der Weltenschöpfung
Heinz Grill sieht die Fähigkeit der Hingabe und liebenden Verehrung, Bhakti, bei Rudolf Steiner auf eine höchste Stufe entwickelt:
- „Rudolf Steiner besaß diese Fähigkeit der Hingabe in einem umfassenden Maße, denn er konnte sich auf feinfühligste, tiefe und präzisierte Weise in die Geheimnisse der Weltenschöpfung und ganz besonders in andere Menschen sowie in wissenschaftliche Gebiete hineinversetzen. Die besondere Gabe, sich selbst zu überwinden und den Wesensurgrund einer anderen Person oder einer Seele, die im Nachtodlichen lebt, wesenhaft und scharfsinnig zu beobachten, entwickelte er auf eine höchste Stufe. Es ist dies eine unmittelbare und reine Form des Bhakti-Yoga. Sie wird für die Zukunft von Bedeutung sein.“
Die Entwicklungsgeschichte der Erde ist ein Beispiel für Forschung von Rudolf Steiner, die sich tief und präzise in ein Weltengeheimnis hineinversetzen kann. Die folgende Tafelzeichnung zu den planetarischen Weltentwicklungsstufen entstand anlässlich eines Vortrags im Sommer 1924:
Das Tafelbild „Am Anfang war die Wärme“, das Rudolf Steiner im Vortrag vom 30. Juni 1924 entwarf, zeigt auf, dass die Erde verschiedene planetarische Zustände durchgemacht hat und der Mensch am Anfang aller Entwicklung steht. Rudolf Steiner arbeitete mit diesen Entwicklungsstufen die menschlich-kosmische Evolution heraus. Diese Evolution ist ein sehr komplexer Vorgang, der sich über die Zeit von Äonen hinweg vollzogen hat. Innerhalb dieser Entwicklung sonderten sich die Tiere, Pflanzen und das Mineralreich aus dem Menschen heraus. Der Mensch steht nun diesen Reichen gegenüber (die Schöpfung), trägt aber weiterhin die Kräfte aus diesen Reichen in seinen verschiedenen Leibern (Astralleib, Ätherleib, physischer Leib).
Die Verkörperung von Liebeskraft
Aus geistiger Forschung zu Sai Baba kommt Heinz Grill zu dem Ergebnis, dass Sai Baba eine Verkörperung von Liebeskraft gewesen sei. Die Begegnung mit ihm spendete dem Menschen in seiner Seele Initiation:
„ [...] Seine Verkörperung ist Liebeskraft und diese ist für die Seele wahrnehmbar. Derjenige, der an einem Darshan teilnimmt, weiß von nun an in seiner Seele, dass er diese Liebe einmal im Laufe dieses Lebens oder auch in einem nächsten Leben verwirklichen möchte. Sathya Sai Baba initiiert durch seine Präsenz die uranfänglichen Keime zur Liebe und vom Augenblick der Begegnung an verändert sich der Schüler. Er weiß von nun an, dass es diese Liebe in einer Verkörperung gibt, und da es seine Seele weiß, will er diese auch einmal selbst erringen. […]“
Einzelnachweise
Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Bhakti yoga aus der freien Enzyklopädie en.wikipedia.org und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren einsehbar.
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