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Bhakti-Yoga

Bhakti-Yoga ist einer der drei Yogawege (Bhakti-, Jnana- und Karma-Yoga) der in der Bhagavad Gita gelehrt wird. Seitdem haben sich, vor allem im Osten, viele traditionelle Wege gegründet. Die universale Dimension der geistigen Botschaft von Krishna, die in der Bagvad Gita als Yoga gelehrt wird, ist zeitlos und für die gesamte Menschheitsentwicklung gültig. Die drei Yogawege werden mit Trimarga, als “Der dreigliedrige Yogapfad” bezeichnet. Diese drei spirituellen Pfade- oder Yogawege, finden sich auch in den christlichen spirituellen Wegen wieder. Bhakti-Yoga ist somit bis in unsere Zeit und auch im Westen aktuell und wurde in seiner tiefen Bedeutung immer wieder von spirituellen Persönlichkeiten vorgelebt und gelehrt.

Etymologie

Bhakti-Yoga ( Sanskrit: भक्ति योग ), auch Bhakti Marga ( भक्ति मार्ग , wörtlich „der Pfad der Bhakti“ ) genannt, ist ein spiritueller Weg bzw. eine spirituelle Praxis traditionell im Hinduismus, aber auch im Westen, die sich auf die liebevolle Verehrung (Bhakti) einer persönlichen Gottheit konzentriert. Er ist einer der drei klassischen Wege im Hinduismus, die zur Moksha führen; die anderen Wege sind Jnana-Yoga und Karma-Yoga .

Bhakti

→ Hauptartikel: Bhakti

Das Sanskritwort Bhakti leitet sich von der Wurzel bhaj ab, was so viel wie „teilen, teilen, teilhaben, mitwirken, dazugehören“ bedeutet. Das Wort bedeutet auch „Hingabe, Verehrung, Zuneigung, Verehrung, Glaube oder Liebe, Anbetung, Frömmigkeit gegenüber etwas als spirituellem, religiösem Prinzip oder Mittel zur Erlösung“.

Bhakti wird in der Shvetashvatara Upanishad erwähnt, wo es schlichtweg Teilnahme, Hingabe und Liebe für jedes Vorhaben bedeutet. Bhakti Yoga als einer der drei spirituellen Wege zur Erlösung wird in der Bhagavad Gita ausführlich erörtert .

Der persönliche Gott variiert je nach Gläubigem. Er kann unter anderem einen Gott oder eine Göttin wie Krishna, Radha, Rama, Sita, Vishnu, Shiva, Shakti, Lakshmi, Saraswati, Ganesha, Parvati, Durga und Surya umfassen. In zeitgemäßerer Auffassung von Bhakti wird die Hingabe auch an eine große Persönlichkeit, an einen universalen Gedanken oder auf ein iridsches Phänomen ausgerichtet.

Der Bhakti-Pfad, der diese Gottheiten einbezieht, entwickelte sich mit der Bhakti-Bewegung, die etwa Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. in Tamil Nadu in Südindien ihren Ursprung hatte. Die Bewegung wurde von den Saiva Nayanars und den Vaishnava Alvars angeführt. Ihre Ideen und Praktiken inspirierten die Bhakti-Dichtung und -Verehrung in ganz Indien vom 12. bis zum 18. Jahrhundert n. Chr. Der Bhakti-Pfad ist Bestandteil der religiösen Praxis im Vaishnavismus, Shivaismus und Shaktismus.

Yoga

Der Begriff Yoga wird im Westen hauptsächlich mit den sehr bekannt gewordenen Körperübungen (Asana) des Hata-Yoga in Verbindung gebracht. Traditionell wurde der Begriff Yoga in der Bhagavad Gita eingeführt und beschreibt eine spirituelle Disziplin, die in der Bhagavad Gita ausführlich (zusammen mit Jnana- und Karma-Yoga) beschrieben wird. Das Ziel im traditionellen Sinn ist die Befreiung (Moksha) von Bindungen und die Vereinigung mit dem höchsten Göttlichen.

Yoga: Hindust. yoga, aus aind. yṓga- ‘Anschirrung, Unternehmung, geistige Sammlung’, von daher auch eine philosophische Lehre (zur Wurzel ie. *i̯eu- ‘verbinden, anschirren’, s. Joch), wird im 20. Jh. (vielleicht über engl. frz. Vermittlung, vgl. engl. frz. yoga) ins Dt. übernommen. Yoga indisches philosophisches System, das durch Anspannung der geistigen Kräfte in Versenkung und Kontemplation mit Hilfe von Körperbeherrschung und Askese zur Erlösung der Seele führen will.

Der Begriff Yoga bedeutet wörtlich „Vereinigung, Joch“ und bezeichnet in diesem Kontext einen Weg oder eine Praxis zur „Erlösung, Befreiung“. Das hier gemeinte Yoga ist die „Vereinigung“ des Atman (wahren Selbst) mit dem Konzept des Höchsten Brahman (wahren Wirklichkeit).

Rudolf Steiner (1861 – 1925, Begründer der Anthroposophie) spricht in seinem Vortrag “Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe” über die drei Geistesströme, die als spirituelle Wege in der Bhagavad Gita aufgezeigt werden. Yoga beschreibt er als einen aktiven seelischen Weg, der die seelische Entwicklung zu immer höheren Stufen führt: " Anders wiederum ist jene Geistesströmung, die zu uns herüberspricht als der Yoga. Er geht auf das Seelische selbst, unmittelbar auf dieses Seelische und sucht Mittel und Wege, die Seele zu ergreifen im unmittelbaren geistigen Leben, so daß die Seele aufsteigt von dem Punkt, wo sie steht in der Welt, zu immer höheren und höheren Stufen seelischen Seins. […] "

In neueren zeitgemäßen, spirituellen Yogawegen wie z.B. Neuer Yogawille (Begründer Heinz Grill 1960), oder Integraler Yoga (Begründer Sri Aurobindo 1872 -1950), wird der Begriff Yoga ebenfalls für eine spirituelle Disziplin verwendet. Die Zielsetzung allerdings hat sich im Laufe der Zeit erweitert so dass, vor allem die Bewusstseinsentwicklung zu universalen Werten und die soziale Integration dieser in das Leben, angestrebt wird.

Heinz Grill schreibt, dazu: “[…] Der Yoga selbst ist vielmehr eine innere, wachsende Bewusstseinshaltung des Individuums; er ist im genauen Sinne sogar mehr der nach langer Erfahrung entwickelte Reifeschritt des Bewusstseins zur progressiven, spirituellen und universalen Entwicklung einer Weisheit und Liebe, die sich den höheren Welten zunehmend annähert und diese in das Leben integriert. […]”

Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita ist eine spirituelle Schrift traditionell im Hinduismus. Die geistige Botschaft, die sich in der Bhagavad Gita ausspricht, macht dieses Werk universal und zeitlos. So richtet sich diese Botschaft an alle Menschen und ist auch in unserer Zeit hoch aktuell. Bhagavad Gita wird übersetzt mit: Bhagavan = der Herr oder der Gedanke, Gita = das Lied, somit „Das Lied des Herrn oder des Gedankens“. Sie ist in Versform geschrieben und berichtet, wie Krisna seinen Schüler Arjuna in den Yoga einweiht. Drei Yogawege (Bhakti-, Jnana-,Karma-Yoga) werden in der Bhagavad Gita ausführlich dargelegt. Da sie in einen inneren Zusammenhang stehen, werden sie auch als Trimarga “Der dreigliedrige Pfad des Yoga” genannt.

In seinen Vorträgen über “Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe” erörtert Rudolf Steiner (1861 – 1925, Begründer der Anthroposophie) die drei Yogawege, die jeweils mit ihren historischen Wurzeln betrachtet werden. Es werden die Veden, die Sankhyaphilosophie und der Yoga besprochen, die in der Bhagavad Gita die Pfade des Jnana-, Karma- und Bhakti-Yogaweg repräsentieren. Rudolf Steiner zeigt auf, dass dieser dreigliedrige Pfad, er bezeichnet sie als: “[…] drei Ströme, die unabhängig von der Zeit, immerfort auf die Seele wirken […]”, auch im Christentum zu finden sind und vor allem in den Paulusbriefen, im sog. paulinischen Christentum neu verlebendigt wurden: “ […] Wort, Gesetz und Andacht, durch das die Seele ihre Entwicklung durchmachen kann. Diese drei Ströme, sie werden immerdar auf die menschliche Seele in irgendeiner Weise wirken. ... Aber die Zeitalter sind verschieden und in der verschiedensten Weise wird das, was also die dreigestaltige Weltauffassung ist, an die Menschenseele herangebracht. Der Krishna spricht vom Weltenwort, von dem Schöpfungswort, von der Gestaltung des Seins, von der andächtigen Vertiefung der Seele, von Yoga. […] "

In diesem Sinne kann man die Begriffe: Jnana-Yoga mit der Erkenntnis des Logos (des Schöpfungswortes), Karma-Yoga mit der Gestaltung des Seins und Bhakti-Yoga mit der andächtigen Vertiefung des Seele zu einem höheren Ideal, gegenüberstellen.

Auch bei Sri Aurobindo 1872-1950, Begründer des integralen Yoga, begegnen uns für die spirituelle Entwicklung, drei Pfade: " […] An diesen Gott in der Einheit all seiner Aspekte müssen wir unsere Werke, unsere Anbetung und unsere Erkenntnis als ein ständiges inneres Opfer richten. […]"

Diese drei Pfade sind nicht nur als einzeln getrennte Übungswege zu verstehen, sondern stehen für die individuelle spirituelle Entwicklung in einem inneren Zusammenwirken. Wie sich die drei Pfade differenzieren und auch, wie sie für seelisch-geistige Entwicklung zusammenwirken, verdeutlicht Heinz Grill:

“ […] Bhakti-Yoga bedeutet Hingabe, Hinwendung in höchster Mühe um edelste Ideale. Er wurzelt in der Tiefe und Liebe zum Geiste, überschreitet durch sanfte und doch unermüdliche Willensaktivtät die Grenze aller Verhaftung und geht in die transzendente Wirklichkeit ein.

Jnana-Yoga: Es ist das Wissen als Resultat aus der Hingabe und dem Studium oder die Verwandlung des Herzens mit seinen äußeren Gefühlen zu tiefen universalen Empfindungen.

Karma-Yoga: Karma-Yoga bildet im besten Sinne die Ausarbeitung einer Idee zu einem praktischen Ideal. Es ist nicht nur die Arbeit im tätigen Sinne, sondern die Mühe um die Erhaltung, Bewahrung und Veredelung aller wertvollen Ziele des Menschseins. […] ”

Laut Samrat Kumar ist Bhakti-Yoga eine indische Tradition der „göttlichen Liebesmystik“, ein spiritueller Weg, der „für ein tiefes Verständnis der Einheit und Harmonie des ewigen Individuums mit dem Göttlichen (dem universellen Sein) und allen Geschöpfen steht – eine beständige Freude“. Der Yoga-Gelehrte David Frawley schreibt in seinem Buch im Yoga Journal, dass Bhakti- Yoga „darin besteht, den Geist, die Gefühle und die Sinne auf das Göttliche zu konzentrieren“.

Bhakti-Yoga ist einer der drei in der Bhagavad Gita gelehrten Yogawege . Bhakti-Yoga ist die liebevolle Hingabe eines Verehrers an einen persönlichen Gott als spiritueller Weg. Die beiden anderen Wege sind Jnana-Yoga und Karma-Yoga. Jnana-Yoga ist der Weg der Weisheit, auf dem der Einzelne Wissen und introspektive Selbsterkenntnis als spirituelle Praxis anstrebt. Karma-Yoga hingegen ist der Weg des tugendhaften Handelns (Karma), auf dem man handelt, ohne Belohnung oder Konsequenzen zu erwarten, auch bekannt als Nishkama Karma.

Nirguna- und Saguna- Meditiation

Bhakti-Yoga kann in zwei verschiedenen Disziplinen, Nirguna- und Saguna-Meditation, praktiziert werden. Die Nirguna-Meditation richtet sich auf eine unfassbare, abstrakte höchste Wirklichkeit, die Saguna-Meditation ist auf ein konkretes Objekt, ausgerichtet.

Die Hingabe an die persönliche Offenbarung des Göttlichen, in Form der Saguna-Meditation, hat in den östlichen spirituellen Wegen im sogenannten „Guru-Bhakti“, wie z.B. auf Krisna, auf Shiva, auf den spirituellen Lehrer, eine lange Tradition. Sie ist auch im Christentum durch die Person Jesu Christi gegeben. Wie die Worte des Johannes-Evangeliums zeigen, in dem Jesus zu seinen Jüngern spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Jo 14,6)

Auch in unserer Zeit ist Guru-Bhakti, obwohl das im Westen oftmals kritisch gesehen wird, für die spirituelle Entwicklung sehr wichtig. Sie sollte aber nicht mit äußerlichen Emotionen und Schwärmereien verwechselt werden, denn sie ist hauptsächlich eine innere Angelegenheit zwischen Lehrer und Schüler. Diese wichtige Disziplin ist Bhakti-Yoga und erfordert vom Schüler, die Wirklichkeit des Lehrers zu erkennen. Welche Dimension ist mit dem Lehrer gegeben? Was ist durch ihn geoffenbart?

Sri Aurobindo sieht in dem Guru einen Verbindungsweg des Menschen zum Göttlichen: „ [...] Der Guru ist der Verbindungsweg oder Vertreter oder Offenbarung des Göttlichen, je nach Ausmaß seiner Persönlichkeit oder seiner Vollbringung; aber was er auch sei, man öffnet sich dem Göttlichen, wenn man sich ihm öffnet. […] “





Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Bhakti yoga aus der freien Enzyklopädie en.wikipedia.org und steht dort unter der Lizenz Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren einsehbar.


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