Kurkuma
Einleitung:
Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Curcuma_longa_roots.jpg
Text: Ein Kurkuma-Rhizom und das daraus gewonnene Pulver
Kurkuma, auch Gelbwurz oder Indischer Safran genannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse und stammt aus Südasien. Von den weltweit knapp 100 Kurkumaarten ist „Curcuma longa“ der bekannteste und auch bedeutendste Vertreter.
Im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Gelbwurz bereits seit tausenden Jahren eine bedeutende Heil- und Gewürzpflanze.
Auch die westliche Medizin nimmt Kurkuma mittlerweile als Heilmittel wahr. Studien belegen antioxidative, entzündungshemmende, antibakterielle, sowie schmerzstillende Eigenschaften.
In der Anthroposophie wird das gelbe Gold als bodenständige Wurzel mit innewohnenden kosmischen Kräften von Licht und Wärme beschrieben. <ref>Andrea Zoller, Hellmuth Nordwig: ''Petra Kühne: ‘‘Arbeitskreis für Ernährungsforschung. Gewürze und Kräuter.'' 1. Auflage. Merkur GmbH,Frankfurt 1999, ISBN 3-922290-60-4, S. 57–58.</ref>
Geschichte
Die Geschichte von Curcumin reicht über 5000 Jahre zurück bis in die Blütezeit der indischen Heilkunst Ayurveda. Es wurde nicht nur als Bestandteil von Nahrungsmitteln, sondern auch zur Behandlung verschiedener Beschwerden verwendet. Kurkuma wurde bereits 1280 von Marco Polo in den Berichten seiner Reisen nach China und Indien erwähnt. Das Gewürz wurde im 13. Jahrhundert von arabischen Kaufleuten von Indien nach Europa gebracht. Kurkuma wurde während der britischen Herrschaft in Indien in Kombination mit anderen Gewürzen als Currypulver verwendet.[1]
Name und Beschreibung
Bild https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_closeup_of_Turmeric.JPG?usela
Text: Frisch geerntete Kurkuma Rhizome mit Stängel und Blättern Der Name Kurkuma leitet sich aus dem arabischen Wort „kurkum“ ab, welches „gelb“ bedeutet. Er wird auch Gelbwurz, Safranwurz, Gelber Ingwer, Curcuma und Indischer Safran genannt.
Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Diese Gewürzpflanzenfamilie reiht sich unter den Einkeimblättrigen (Monokotylen) ein. Ingwer, Kardamom, Galgant und Zitwerwurzel zählen ebenso zur Familie der Ingwergewächse. Die vielen Gelbwurzarten gelten als die „Hauptpflanzen“ der Ingwergewächse, hier vor allem Curcuma longa, Gelbwurz. <ref>Wilhelm Pelikan: ''Heilpflanzenkunde 3.'' 3. Auflage. Verlag am Goetheanum 1978, ISBN 3-7235-1066-3, S. 93–98.</ref>
Der verwendete Pflanzenteil ist das Rhizom, der Wurzelstock bzw. die sogenannte Sprossachse. Das Rhizom verbindet Wurzel und Pflanze miteinander.<ref>[https://www.leniundhans.de/ratgeber/gewuerzratgeber/kurkuma/ '' Wirkung und Gesunde Eigenschaften.''] In: ''www.leniundhans.de.'' Abgerufen am 26. August 2025.</ref>
Erscheinungsbild und Blatt
https://commons.wikimedia.org/wiki/Curcuma_longa#/media/File:FleurDeCurcuma1.jpg
Text: Blüte und Blätter der Kurkumapflanze
Kurkuma ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht. Es werden stark verzweigte, gelbe bis orange, zylindrische, aromatische Rhizome als Überdauerungsorgane ausgebildet, die an den Enden Knollen entwickeln.[2]
Die wechselständig und zweizeilig angeordneten, kahlen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Aus den Blattscheiden wird ein Scheinstamm gebildet. Der Blattstiel ist 20 bis 45 Zentimeter lang. Die einfachen Blattspreiten sind bei einer Länge von meist 30 bis 45, selten bis zu 90 Zentimeter und einer Breite von 15 bis 18 Zentimeter länglich bis elliptisch mit sich verschmälernder Spreitenbasis und kurz zugespitztem oberen Ende.[2]
Blütenstand, Blüte und Frucht
Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Curcuma_longa_-_K%C3%B6hler%E2%80%93s_Medizinal-Pflanzen-199.jpg
Text: Illustration zur Gelbwurz aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen. 1897Habitus, Laubblätter und Blütenstand. Unterirdische Pflanzenteile und unterer Bereich der oberirdischen Pflanzenteile
In China liegt die Blütezeit meist im August. Endständig auf dem Scheinstamm sitzt der 12 bis 20 Zentimeter lange Blütenstandsschaft, über dem der Blütenstand steht. Der bei einer Höhe von 12 bis 18 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 4 bis 9 Zentimetern zylindrische, ährige Blütenstand enthält viele Blüten. Die hell-grünen Tragblätter, über denen die Blüten stehen, sind bei einer Länge von 3 bis 5 Zentimetern eiförmig bis länglich und mit stumpfem oberen Ende. Im oberen Bereich des Blütenstandes sind Hochblätter vorhanden, über denen keine Blüten stehen; sie sind abgebreitet, weiß bis grün sowie manchmal auch rötlich-purfurfarben getönt, und ihr oberes Ende ist spitz.[2]
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die drei 0,8 bis 1,2 Zentimeter langen Kelchblätter sind verwachsen, weiß, flaumig behaart und die drei Kelchzähne ungleich. Die drei hellgelben Kronblätter sind zu einer bis zu 3 Zentimeter langen Kronröhre verwachsen. Die drei Kronlappen von 1 bis 1,5 Zentimeter Länge sind dreieckig mit stachelspitzigem oberen Ende; der mittlere Kronlappen ist größer als die beiden seitlichen. Nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises ist fertil. Der Staubbeutel ist an seiner Basis gespornt. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien umgewandelt. Die äußeren Staminodien sind kürzer als das Labellum. Das Labellum ist gelblich, mit einem gelben Band in seiner Mitte, und es ist bei einer Länge von 1,2 bis 2 cm verkehrt-eiförmig. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen, der spärlich behaart ist.[2]
Die Kapselfrucht öffnet sich mit drei Fächern.[2]
Verbreitung und Taxonomie
Über das ursprüngliche Vorkommen ist nichts bekannt.[2][3] Die ersten Funde als Kulturpflanze Curcuma longa liegen wohl im südwestlichen Indien.[4] Curcuma longa ist in zahlreichen Ländern Südasiens und in Australien, Kuba, Haiti sowie Hawaii ein Neophyt.[4] ie Erstveröffentlichung von Curcuma longa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 2.[2][5][4]

Inhaltsstoffe
Das Rhizom ähnelt stark dem des Ingwers, ist jedoch intensiv gelb. Es sind bis zu fünf Prozent typische ätherische Öle sowie bis zu drei Prozent des für die gelbe Färbung verantwortlichen Curcumins und dessen Derivate (Curcuminoide) enthalten. Von diesen drei Prozent sind die wichtigsten chemischen Komponenten Curcumin (60 %), Demethoxycurcumin (25 %) und Bisdemethoxycurcumin (15 %). Das ätherische Öl, mit einem Anteil von etwa 2 bis 5 % im getrockneten Gewürz, besteht zu 60 % aus Sesquiterpenen, wie Turmeron (bis 30 %), ar-Turmeron (bis 25 %), Atlanton und Zingiberen (bis 25 %) und Monoterpenen (Cymen, 1,8-Cineol, Phellandren, Sabinen, Borneol und andere). Weitere Sesquiterpenderivate kommen in verschiedenen Arten vor und sind zum Teil artspezifisch. Einige allgemeine Bestandteile sind Zucker, Proteine und Harze.[6][7]
Verwendung in Gewürzmischungen
Frisch hat der Wurzelstock einen harzigen, leicht brennenden Geschmack, getrocknet schmeckt er mildwürzig und erdig-bitter. Er wird vor allem gemahlen wegen seiner Färbekraft verwendet, beispielsweise als Bestandteil von Gewürzmischungen wie Currypulver[8]. Kurkuma ist wesentlich preiswerter als der ebenfalls stark gelbfärbende Safran. In Indien ist die Verwendung von Currypulver seit 4000 Jahren belegt.[9] Susanne S. Renner geht davon aus, dass Kurkuma bereits vor 10.000 Jahren genutzt wurde, „als die Menschen im Ganges-Delta mit der Landwirtschaft und Nutzung von Pflanzen begonnen haben“.[10]
Indien ist das weltgrößte Anbauland und verbraucht rund 80 % der Welternte. In der westlichen Küche spielt Kurkuma eine untergeordnete Rolle als Bestandteil von Currypulver, als billiger Safranersatz oder als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, etwa für Senf, Teigwaren oder Kurkuma-Reis.
Größere Mengen Kurkumapulver finden in manchen Rezepten für „Goldene Milch“ oder Kurkuma Latte Verwendung.[11]

Einzelnachweise
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