Kurkuma

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Blüte und Blätter der Kurkumapflanze
Kurkuma-Rhizom und das daraus gewonnene Kurkumapulver

Kurkuma, auch Gelbwurz oder Indischer Safran genannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und stammt aus Südasien. Von den weltweit knapp 100 Kurkumaarten ist Curcuma longa der bekannteste und auch bedeutendste Vertreter.

Im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Gelbwurz bereits seit tausenden Jahren eine bedeutende Heil- und Gewürzpflanze.

Auch die westliche Medizin nimmt Kurkuma mittlerweile als Heilmittel wahr. Studien belegen antioxidative, entzündungshemmende, antibakterielle sowie schmerzstillende Eigenschaften.

In der Anthroposophie wird das „gelbe Gold“ als bodenständige Wurzel mit innewohnenden kosmischen Kräften von Licht und Wärme beschrieben.

Geschichte

Mehr als 5000 Jahre findet das gelbe Gold bereits Verwendung als Bestandteil von Nahrungsmitteln und als Heilmittel im Ayurveda, der indischen Heilkunst. Marco Polo erwähnt Kurkuma in seinen Reiseberichten nach China und Indien im Jahr 1280. Durch Arabische Kaufleute gelangt das Gewürz im 13. Jahrhundert nach Europa.[1]

Name und Beschreibung

Frisch geerntete Kurkuma-Rhizome mit Stängeln und Blättern

Der Name Kurkuma leitet sich aus dem arabischen Wort kurkum ab, welches „gelb“ bedeutet. Er wird auch Gelbwurz, Safranwurz, Gelber Ingwer, Curcuma und Indischer Safran genannt.

Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Diese Gewürzpflanzenfamilie reiht sich unter den Einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen) ein. Ingwer, Kardamom, Galgant und Zitwerwurzel zählen ebenso zur Familie der Ingwergewächse. Die vielen Gelbwurzarten gelten als die „Hauptpflanzen“ der Ingwergewächse, hier vor allem Curcuma longa, die Gelbwurz.[2]

Der verwendete Pflanzenteil ist das Rhizom, der Wurzelstock bzw. die sogenannte Sprossachse. Das Rhizom verbindet Wurzel und Pflanze miteinander.[3]

Erscheinungsbild und Blatt

Kurkuma ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht. Es werden stark verzweigte, gelbe bis orange, zylindrische, aromatische Rhizome als Überdauerungsorgane ausgebildet, die an den Enden Knollen entwickeln.[4]

Die wechselständig und zweizeilig angeordneten, kahlen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Aus den Blattscheiden wird ein Scheinstamm gebildet. Der Blattstiel ist 20 bis 45 Zentimeter lang. Die einfachen Blattspreiten sind bei einer Länge von meist 30 bis 45, selten bis zu 90 Zentimeter und einer Breite von 15 bis 18 Zentimeter länglich bis elliptisch mit sich verschmählernder Spreitenbasis und kurz zugespitztem oberen Ende.[4]

Blütenstand, Blüte und Frucht

Illustration zur Gelbwurz aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen (1897), Habitus, Laubblätter und Blütenstand. Unterirdische Pflanzenteile und unterer Bereich der oberirdischen Pflanzenteile

In China liegt die Blütezeit meist im August. Endständig auf dem Scheinstamm sitzt der 12 bis 20 Zentimeter lange Blütenstandsschaft, über dem der Blütenstand steht. Der bei einer Höhe von 12 bis 18 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 4 bis 9 Zentimetern zylindrische, ährige Blütenstand enthält viele Blüten. Die hell-grünen Tragblätter, über denen die Blüten stehen, sind bei einer Länge von 3 bis 5 Zentimetern eiförmig bis länglich und mit stumpfem oberen Ende. Im oberen Bereich des Blütenstandes sind Hochblätter vorhanden, über denen keine Blüten stehen; sie sind abgebreitet, weiß bis grün sowie manchmal auch rötlich-purfurfarben getönt, und ihr oberes Ende ist spitz.[4]

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die drei 0,8 bis 1,2 Zentimeter langen Kelchblätter sind verwachsen, weiß, flaumig behaart und die drei Kelchzähne ungleich. Die drei hellgelben Kronblätter sind zu einer bis zu 3 Zentimeter langen Kronröhre verwachsen. Die drei Kronlappen von 1 bis 1,5 Zentimeter Länge sind dreieckig mit stachelspitzigem oberen Ende; der mittlere Kronlappen ist größer als die beiden seitlichen. Nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises ist fertil. Der Staubbeutel ist an seiner Basis gespornt. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien umgewandelt. Die äußeren Staminodien sind kürzer als das Labellum. Das Labellum ist gelblich, mit einem gelben Band in seiner Mitte, und es ist bei einer Länge von 1,2 bis 2 cm verkehrt-eiförmig. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen, der spärlich behaart ist.[4]

Die Kapselfrucht öffnet sich mit drei Fächern.[4]

Verbreitung und Taxonomie

Wild wachsender Kurkuma

Über das ursprüngliche Vorkommen ist nichts bekannt.[4] Die ersten Funde als Kulturpflanze Curcuma longa liegen wohl im südwestlichen Indien. Curcuma longa ist in zahlreichen Ländern Südasiens und in Australien, Kuba, Haiti sowie Hawaii ein Neophyt.[5]

Die Erstveröffentlichung von Curcuma longa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Spezies Plantarum, Tomus I, Seite 2.[5]

Inhaltsstoffe

Das Rhizom ähnelt stark dem des Ingwers, ist jedoch intensiv gelb. Es sind bis zu fünf Prozent typische ätherische Öle sowie bis zu drei Prozent des für die gelbe Färbung verantwortlichen Curcumins und dessen Derivate (Curcuminoide) enthalten. Von diesen drei Prozent sind die wichtigsten chemischen Komponenten Curcumin (60 %), Demethoxycurcumin (25 %) und Bisdemethoxycurcumin (15 %). Das ätherische Öl, mit einem Anteil von etwa 2 bis 5 % im getrockneten Gewürz, besteht zu 60 % aus Sesquiterpenen, wie Tumeron (bis 30 %), ar-Turmeron (bis 25 %), Atlanton und Zinigiberen (bis 25 %) und Monoterpenen (Cymen, 1,8-Cineol, Phellandren, Sabinen, Borneol und andere). Weitere Sesquiterpenderivate kommen in verschiedenen Arten vor und sind zum Teil artspezifisch. Einige allgemeine Bestandteile sind Zucker, Proteine und Harze.[6]

Verwendung in Gewürzmischungen

Kurkuma gemahlen

Frisch hat der Wurzelstock einen harzigen, leicht brennenden Geschmack, getrocknet schmeckt er mildwürzig und erdig-bitter. Er wird vor allem gemahlen wegen seiner Färbekraft verwendet, beispielsweise als Bestandteil von Gewürzmischungen wie Currypulver.[7] Kurkuma ist wesentlich preiswerter als der ebenfalls stark gelbfärbende Safran. In Indien ist die Verwendung von Currypulver seit 4000 Jahren belegt.[8] Susanne S. Renner geht davon aus, dass Kurkuma bereits vor 10.000 Jahren genutzt wurde, „als die Menschen im Ganges-Delta mit der Landwirtschaft und Nutzung von Pflanzen begonnen haben“.[9]

Indien ist das weltgrößte Anbauland und verbraucht rund 80 % der Welternte. In der westlichen Küche spielt Kurkuma eine untergeordnete Rolle als Bestandteil von Currypulver, als billiger Safranersatz oder als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, etwa für Senf, Teigwaren oder Kurkuma-Reis.

Größere Mengen Kurkumapulver finden in manchen Rezepten für „Goldene Milch“ oder Kurkuma Latte Verwendung.[10]

Verwendung als Heilmittel

Halbiertes Kurkuma-Rhizom

Heilwirkungen aus wissenschaftlicher Sicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet Kurkuma bereits seit 1999 offiziell als Heilpflanze gegen Verdauungsbeschwerden und Magenprobleme.[11]

Eine Forschungsarbeit bestätigt, dass bei Kniearthrose eine Therapie mit Kurkuma und Curcumioiden als sicher und klinisch wirksam ist zur Verbesserung von Schmerz und Funktion.[12]

Durch die entzündungshemmende Wirkung hat Curcumin das Potenzial, Arthrose zu lindern, die Blutzuckerregulation bei Diabetes Typ 2 zu verbessern und es kann sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken. In weiterer Folge konnte festgestellt werden, dass anhand der antioxidativen Wirkung, die Blutfettwerte reguliert werden können und das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt sinkt.[13]

Auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder anderen Demenzen kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Kurkuma durch die Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke passieren zu können, das Potenzial hat, zur Linderung oder Verhinderung von Demenz beitragen zu können. Eine chinesische Studie geht sogar bereits von der Schutzwirkung zur Prävention und Therapie von Alzheimer aus.[13]

Eine Untersuchung besagt, dass der Pflanzenstoff als Schalter spezieller Transkriptionsfaktoren wirkt und Gene reguliert, die das Wachstum wie die Ausbreitung der Krebszellen stoppt. Die Membran von gesunden Körperzellen wird erhöht und somit erhöht sich die Widerstandsfähigkeit. Krebszellen hingegen werden durch den Einfluss des Curcumins sogar durchlässiger und verlieren an Stabilität.[13]

Weitere positive Wirkungen von Curcumin konnten belegt werden bei:[13]

  • Migräne
  • Depressionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Gelenksrheuma
  • Schuppenflechte
  • Reizdarm
  • Morbus Crohn

Gelbwurz enthält außer Curcumin viele weitere Pflanzenstoffe, welche sich ebenso positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken und die Wirkung von Curcumin verstärken. Durch die Anregung der Gallentätigkeit sollten Personen mit Gallensteinen den Verzehr von Kurkuma meiden.[14]

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Eine Gelbwurzplantage

Der chinesische Name für Kurkuma lautet jiang huang 姜黄 und heißt übersetzt „gelber Ingwer“.[15]

Der chinesische Arzt Chen Shi-Gong (Ming-Dynastie, 1555–1636) beschreibt in seinem Handbuch der orthodoxen Chirurgie „Wai Ke Zheng Zong“ u. a. die erfolgreiche Behandlung von Gelbsucht, Leberfunktionsstörungen, Rheuma, Anorexie, diabetische Wunden, Tumoren, Menstruationskomplikationen und Schuppenflechte.[16]

Eingeordnet wird Gelbwurz in der TCM den Funktionskreisen Leber und Milz und ist ein Boten-Arzneimittel zu den oberen Extremitäten und zur Schulter. Der Geschmack wird als bitter und scharf und die Eigenschaft als warm beschrieben.[17]

Aus Sicht der TCM wirkt er gegen erhöhte Blutfette, entzündungshemmend, die Galle anregend und den Gallenfluss fördernd, uterusstimulierend und hemmend auf die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien.[17]

Des Weiteren besitzt er eine wärmende und bewegende Wirkung, vor allem auf das Blut und fördert somit das Durchbrechen von Stauungen. Es wird eingesetzt bei allen Arten von Menstruationsbeschwerden und Blutstauungen, die durch Qi entstehen.[18]

Ayurveda

Der Sanskritname von Kurkuma lautet Haridra (हरिद्रा, IAST haridrā) und in Hindi wird er Haldi genannt.

Kurkuma verringert alle drei Doshas. Dosha oder Doscha (von Sanskrit दोष, IAST doṣa) bedeutet übersetzt „Fehler, Gebrechen, Mangel“.[19] Der Geschmack wird mit scharf und bitter beschrieben, die Eigenschaften (Sanskrit Guna, IAST guṇa) mit trocken und leicht, der systemische Effekt nach der Verdauung (Sanskrit Vipaka, IAST vipāka) als scharf und die thermische Potenz (Sanskrit Virya, IAST vīrya) als erhitzend.[20]

Kurkuma ist vor allem ein Hauttherapeutikum und wirkt antiallergisch, entzündungshemmend, juckreizstillend, wundreinigend- und heilend und verbessert die Hautfarbe. Indikationen im Hautbereich sind Juckreiz, Parasiten, Nesselsucht, Gürtelrose, Ekzeme, Schnittwunden, Quetschungen, Prellungen, Allergien. Weitere Wirkungen sind blutreinigend, blutbildend, blutstillend, antiseptisch, verdauungsanregend, schmerzstillend, menstruationsfördernd, wundreinigend und wundheilend, antitoxisch.[20]

Als weitere Indikationen werden angegeben: Vergiftungen, Heuschnupfen, Nervenschmerzen, Bindehautentzündung, Anämie, Asthma, Husten, Bronchitis, Grippe, Herpes, Erkrankungen des Zahnfleisches, Blähungen, Dickdarmentzündung, Hämorrhoiden, Gelbsucht und Vergiftungen.[20]

Anthroposophische Forschung

Illustration von A. Bernecker, Curcuma domestica Valeton (= Curcuma longa), um 1860

Trotz auffälliger Blüte bildet die Pflanze keine Frucht. Sämtliche fruchtbildende Kraft verströmt sich in den Wurzelstock. Durch die Teilung dieser „Fruchtwurzel“ wird die Pflanze vermehrt. Vor der Verwendung muss sie gebrüht werden – dies weist auf die große Lebenskraft der Pflanze hin.

„Bei Kurkuma ist der Prozess des Einsenkens des Blütenhaften in die Wurzelregion besonders nachdrücklich vollzogen.“ (Wilhelm Pelikan)[2]

Wilhelm Pelikan (1893–1981), Chemiker und anthroposophischer Heilmittelforscher, beschreibt auch die Heilkräfte der Pflanze auf Leber und Galle:

„Sie regt das wärmemächtige Stoffwechselorgan, die Leber zu intensiver Tätigkeit an, steigert Gallenbildung und Gallenausscheidung, hält sie flüssig, wirkt Steinbildungen entgegen. Die Leber gibt sich unter ihrem Einfluss der wahrnehmenden schmeckenden Tätigkeit gegenüber den Speisen intensiver hin, Antipathie und Desinteresse werden überwunden. Was durch die Gallentätigkeit im Ernährungsvorgang ergriffen wurde, wird dann in Sympathie in die Wärmeorganisation der Leber eingegliedert. Dass dabei trotz der feurigen Würzkraft der Curcuma kein Durst auftritt, weist darauf hin, dass diese Pflanze, indem sie die Wärmeorganisation der Leber anregt, keineswegs in die ebenso wichtige Flüssigkeitsorganisation (die Leber ist ja die größte Drüse des Körpers) schädigend eingreift.“[2]

Weiters beschreibt Pelikan, dass Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, eine Zubereitung aus Schöllkraut und Kurkuma bei gestörten Leber-Gallen-Funktionen empfiehlt:

„Rudolf Steiner (1861–1925) hat angeregt, ein Grund- und Basismittel für die mannigfaltigen Gallen- und Leberstörungen unserer Zeit durch die Zusammenfügung einer Zubereitung aus der Gelbwurz mit einer solchen aus der Schöllkrautwurzel aufzubauen. Diese Wahl ist aus einer tiefen Einsicht in das Wesen so eigenartiger Pflanzenprozesse, deren einer hier zu schildern versucht wurde, aber auch in das Wesen menschlicher Organprozesse, hervorgegangen. Über das Schöllkraut als Heilpflanze, insbesondere der gestörten Leber-Gallen-Funktion ist bereits im ersten Band dieser Heilpflanzenkunde Wesentliches ausgeführt. Die Kombination mit der Kurkuma verstärkt und ergänzt die Schöllkrautwirkung gerade um die so wesentliche Wärmenote, die dem Schöllkraut nicht eigen ist. So kommt es zu einer echten „Erweiterung der Heilkunst“ nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen.[2]

Petra Kühne, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin des Arbeitskreises für Ernährungsforschung, gibt an, dass die intensive gelbrote Farbe die Sinne anregt, welches eine gute Stimmung beim Essen fördert und somit gute Voraussetzungen zum guten Verdauen schafft. Ebenso beschreibt sie die Licht- und Wärmekräfte in der Pflanze:

„Im psychischen Bereich führt Kurkuma ‚auf die Erde‘, harmonisiert das Verhältnis von Verträumtheit bis zur Weltflucht und der Realität. Als bodenständige Wurzel mit innewohnenden kosmischen Kräften von Licht und Wärme (Farbe, Aroma) hat die Pflanze die Polarität in sich verinnerlicht und gibt sie beim Würzen weiter.“[21]

Sonstige Anwendungen

Kurkumapulver

Außer als Gewürz und zum Färben von Speisen fand Kurkuma bis ins 20. Jahrhundert zum Färben von Papier, Firnissen und Salben beschränkte Anwendung. Die traditionellen Stoffe Timors (Tais) werden mit Kurkuma gefärbt. Je nach Verwendung entstehen so gelbe bis tief orange Farbtöne. Mit Curcumin gelb gefärbtes Papier (Kurkumapapier) diente in der Chemie als Indikatorpapier auf Alkalien, von denen es in Braunrot umgefärbt wird (Umschlagspunkt bei pH = 8,6). Der Kurkumafarbstoff Curcumin wird als Reagenz zum Nachweis von Bor in Form von Borsäure verwendet, mit der es in saurer Lösung den roten Farbstoff Rosocyanin liefert.

Da Kurkuma relativ billig ist, wird es häufig zum Strecken von Safran verwendet. Die obige Reaktion mit Alkalien wie Natronlauge wird dabei zur Überprüfung der Ware genutzt.

Verfälschungen

Um blasses Kurkumapulver optisch aufzuwerten und die vom Konsumenten erwartete Farbe zu intensivieren, kommt es immer wieder zum Einsatz von bleihaltigen Farbstoffen wie Bleichromat.[22] Eine Studie in Bangladesch konnte in 7 der 9 untersuchten Regionen Verfälschungen feststellen, bei denen der Bleigehalt den Grenzwert des Landes in der Spitze um das 500-fache überstieg.[23] Untersuchungsergebnisse aus Deutschland und der Schweiz konnten zuletzt in den zum Verkauf angebotenen Kurkumapulvern keine überhöhten Bleibelastungen feststellen.[24]

Patentkonflikt

Im März 1995 wurde den beiden Forschern Suman K. Das und Hari Har P. Cohly von der medizinischen Fakultät der University of Mississippi ein Patent (US 5.401.504) auf Kurkuma in der Verwendung als Wundmittel erteilt. Nach einer Klage des Indian Council for Scientific and Industrial Research (CSIR) gegen das United States Patent and Trademark Office wurden dieses und weitere mit Kurkuma in Zusammenhang stehende Patente gelöscht. Die Kläger konnten mehrere schriftliche Nachweise erbringen, dass Kurkuma bereits seit Tausenden von Jahren für die Behandlung von Wunden und Ausschlägen verwendet wird und die medizinische Verwendung daher keine neue Erfindung ist. Unter anderem wurde ein alter Sanskrittext herangezogen, der 1953 im Journal of the Indian Medical Association veröffentlicht worden war.[25]

Siehe auch

Weblinks

Commons: Kurkuma (Curcuma longa) – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema
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Einzelnachweise

  1. Bharat B. Aggarwal, Chitra Sundaram, Nikita Malani, Haruyo Ichikawa: Curcumin: The Indian Solid Gold. In: Advances in Experimental Medicine and Biology. Band 595. Springer, Boston 2007, S. 1–75. (Online)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Wilhelm Pelikan: Heilpflanzenkunde 3. 3. Auflage. Verlag am Goetheanum 1978, ISBN3-7235-1066-3, S. 93–98.
  3. Wirkung und Gesunde Eigenschaften. In: leniundhans.de. Abgerufen am 26. August 2025.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Delin Wu, Kai Larsen: Zingiberaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 24: Flagellariaceae through Marantaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Peking und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. (Online)
  5. 5,0 5,1 Curcuma longa. In: Royal Botanic Gardens Kew. Abgerufen am 19. November 2025.
  6. Fred Siewek: Exotische Gewürze. Herkunft Verwendung Inhaltsstoffe. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-0348-5239-5, S. 72.
  7. Reinhard Matissek: Lebensmittelchemie. 9. Auflage. Springer-Verlag, 2019, ISBN 978-3-662-59668-5, S. 830.
  8. Andrew Lawler: Where Did Curry Come From? In: Slate. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
  9. So gesund ist das Gewürz Kurkuma tatsächlich. In: ARD alpha. Abgerufen am 19. November 2025.
  10. Gelb und gesund? In: Verbraucherzentrale. Abgerufen am 19. November 2025.
  11. Anwendung und Wirkung von Kurkuma. In: adlerapothekesimmering.at. Abgerufen am 31. August 2025.
  12. Kurkuma- und Curcuminoidbehandlung bei Gonarthrose. In: thieme-connect.de. Abgerufen am 12. September 2025.
  13. 13,0 13,1 13,2 13,3 Kurkuma Wirkung und Anwendung. In: www.zentrum-der-gesundheit.de. Abgerufen am 16. August 2025.
  14. Zutat Kurkuma. In: kochwiki.org. Abgerufen am 12. August 2025.
  15. Die Kurkuma. In: karinwallnoefer.com. Abgerufen am 24. August 2025.
  16. Curcumin. In: Paracelsus. Die Gesundheitsakademien. Abgerufen am 24. August 2025.
  17. 17,0 17,1 Jiang Huang. In: therapeutika.ch. Abgerufen am 12. November 2025.
  18. Die Kurkuma. In: karinwallnoefer.com. Abgerufen am 24. August 2025.
  19. Suchergebnisse für „doSa“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 15. November 2025.
  20. 20,0 20,1 20,2 Andrea Zoller, Hellmuth Nordwig: Heilpflanzenkunde der Ayurvedischen Medizin. 4. Auflage. Narayana Verlag GmbH, ISBN 978 -3-941706-50-7, S. 336–338.
  21. Petra Kühne: Arbeitskreis für Ernährungsforschung. Gewürze und Kräuter. 1. Auflage. Merkur GmbH, Frankfurt 1999, ISBN 3-922290-60-4, S. 57–58.
  22. Kurkuma – mit Schwermetallen verunreinigt? In: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe. Abgerufen am 19. November 2025.
  23. Turmeric means “yellow” in Bengali. In: Environmental Research. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch)
  24. Bleigehalte in Kurkuma – Untersuchungsergebnisse 2020. In: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Abgerufen am 19. November 2025.
  25. Environmental Audit House of Commons – Second Report – APPENDIX 7 – Trade Related Intellectual Property Rights (TRIPs) and Farmers’ Rights, Session 1998–1999. 23. November 1999. (Online in: publications.parliament.uk)
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