Roggen

Roggen (Secale cereale) ist eine in den gemäßigten Breiten verbreitete Getreideart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae).
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen roggo bzw. mittelhochdeutschen rocke, rogge ab.[1]
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.[2] Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.[3]
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion (in geistiger Sinnbedeutung) genannt wird.
Geschichte
Nach Hans Joachim Conert wird Secale vavilovii als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch Secale montanum vorkommt, kam es zu einer Introgression und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (Secale cereale) entstanden sein.[4]
Der Roggen war im Orient ein Wildgras. Seine Samen wurden in die Weizen- und Gerstenfelder eingeschleppt (Wind, Tiere) und breiteten sich allmählich im Saatgut aus.[5]
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch Sekundärgetreide).[6] In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5. Jh. v. Chr. (also in der Hallstattzeit) auf[7] und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur (Bandkeramik). Die Römer kannten Roggen, Plinius der Ältere bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten Naturalis historia (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.[8] Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns[9] war Siligo.
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker Michael Mitterauer die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der Eisenzeit maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der Spätantike die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.[10]
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.[11] In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.[12] Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz Claviceps purpurea, der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.[13]
- „Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“[13]
Im Jahr 943[14] sollen europaweit – vorwiegend in Frankreich und Spanien – etwa 40.000 Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als Antoniusfeuer,[15] benannt nach dem heiligen Antonius, in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.[16] Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.[15] Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.[17] Zudem gibt es hochmoderne Farbsortierer, welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.[18]
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von Wellerhölzern verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.[19]
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen Populationssorten auch Hybridsorten gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge (Heterosis-Effekt) und eine geringere Auswuchsneigung aufweisen. Frühe Hybridsorten waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für Mutterkorn. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die Triticale, vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.[4]
Generative Merkmale
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne Grannen gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende Ähre. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.[4]
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der Pollen ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des Turgors in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.[20]
Die Tausendkornmasse (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.[21] Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[4]
Ökologie
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.[22]
Roggen ist ein Lichtkeimer. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur Keimung – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des Phytochromsystems.[23][24]
Roggen ist eine Langtagpflanze. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.[25]
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.[26] Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.[27] Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.[28] Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.[29]
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d. h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).[30]
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)[31][32] erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der Milchreife durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens (Gravitropismus) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.[33]
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen (Dichogamie) und außerdem eine gametophytische Selbstinkompatibilität besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die Staubfäden und nach Öffnung der Staubbeutel dann auch die fedrigen Narben aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.[34][35][20]
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.[36] Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.[35] Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.[20]
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.[37] Die Früchte sind Karyopsen, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den Spelzen umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. Fruchtreife ist von Juli bis August.[20]
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.[33]
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem "zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen".[38] Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von Herbiziden.
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.[34]
Der Roggen ist eine Allergiepflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.[20] Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.[39]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1 – 5:
Lichtzahl L = 5 (sehr hell),
Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd),
Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch),
Temperaturzahl T = 3 (montan),
Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich),
Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).[40]
Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht
Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.[41]
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).[42] Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.[43]
Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel Phytase enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.[42]
Angaben je 100 g essbarem Anteil:[44]
| Mineralstoffe | pro 100 g | Tagesbedarf[45] |
|---|---|---|
| Kalium | 510 mg | 2000 mg |
| Magnesium | 90 mg | 375 mg |
| Calcium | 35 mg | 800 mg |
| Mangan | 2,9 mg | 2 mg |
| Eisen | 2,8 mg | 14 mg |
| Kupfer | 0,39 mg | 1 mg |
| Zink | 2,9 mg | 10 mg |
| Phosphor | 335 mg | 700 mg |
| Selen | 0,002 mg | 0,055 mg |
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.
Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200 g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:[46]
| Essentielle Aminosäuren | pro 100 g | Tagesbedarf |
|---|---|---|
| Valin | 0,53 g | 0,80 g |
| Leucin | 0,67 g | 1,10 g |
| Isoleucin | 0,39 g | 0,56 g |
| Methionin + Cystein | 0,33 g | 1,10 g |
| Threonin | 0,36 g | 0,50 g |
| Phenylalanin + Tyrosin | 0,70 g | 1,10 g |
| Tryptophan | 0,11 g | 0,20 g |
| Lysin | 0,40 g | 0,80 g |
Roggenpollen als Heilmittel
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggenpollen (Secale cereale) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden (Miktionsbeschwerden) bei gutartiger Prostatavergrößerung und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen Prostataentzündung. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der Prostata selbst zu beheben.[47]
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen Sterole, Aminosäuren und Fettsäuren enthalten.[47]
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, Mais und Wiesen-Lieschgras wurden in vitro antiproliferative und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden antikongestive und krampflösende Effekte festgestellt.[48]
Roggen aus ganzheitlicher Sicht
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach Hildegard von Bingen (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.[49]
- „Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“[49]
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.[50][51]
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.[52]
Im Ayurveda werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.[53] Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges Kapha reduzieren, jedoch Vata leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen. Bei schwachem Agni (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.[54]
Auch aus anthroposophischer Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist Dr. Udo Renzenbrink auf die Signaturenlehre hin, nach der Paracelsus noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.[55]
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.[28] Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.
- „[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“[55]
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.[55] Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.[55] Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:
- „Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“[55]
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.[55]
Geistige Sichtweise zum Roggen


Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei Rudolf Steiner, dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der Kartoffel und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.
- „Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“[56]
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.
- „Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“[57]
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.
- „Aber der astralische Leib [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“[58]
- „Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.
- Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“[59]
Im 19. Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel[60] und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.
Lichtkraft
freundschaftliche Güte
Achtsamkeit
Festigkeit
körperliche Kraft
Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei Heinz Grill. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d. h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“[Anmerkung 1] und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.[61]
Anbau
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.[62] Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.[63][64]
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine Vernalisation. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze Keimruhe. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke Weizen und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten Sandböden.[65] In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.[66] Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.[4] Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.[4]
Da Roggen ein Lichtkeimer ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, Saatbett und Säzeitpunkt.[67][68]
Fruchtfolge
Roggen ist eine selbstverträgliche (d. h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.[69][70] Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.[71]
Siehe dazu auch den Dauerversuch Ewiger Roggenanbau, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.[72]
Schädlinge
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz Claviceps purpurea befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als Mutterkorn bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform (Sklerotium) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.[73] Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.[17][18]
Schädlich können auch Nematoden (z. B. das Stängelälchen Ditylenchus dipsaci) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. Fritfliege (Oscinella frit) und Gelbe Weizen-Halmfliege (Chlorops pumilionis) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (Griphosphaeria nivalis) und Getreide-Mehltau (Erysiphe graminis) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia triticina) und Schwarzrost (Puccinia graminis) hervorgerufen. Der Roggenstängelbrand (Urocystis occulta) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch Cyclosporella herpotrichoides.[4]
Züchtung
Gezüchtet werden Hybridsorten und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70 %, in Dänemark bei 80 % und in Großbritannien bei 93 %, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.[74]
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und genomische Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. Genetische Marker ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.[75] Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.[76] Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den Heterosiseffekt eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.[77]
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.[78] Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.[2] Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.[79] Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.[80] Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.[81]
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.[82]
Verwendung
Roggen als Nahrungsmittel
Roggen wird vor allem für die Brotherstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in Mittel- und Osteuropa als Brotgetreide für Roggenbrot, Roggen-Mischbrot oder Roggen-Vollkornbrot verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte Pumpernickel (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken.
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als Mischbrot bezeichnet.[83] In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.[84]
Backeigenschaften
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das Gluten (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von Pentosanen (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der Teigführung und des Backvorgangs.[85] Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum Verkleistern, wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.[86] Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.[87] Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise Amylasen) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.[86]
Roggen zur Alkoholherstellung
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von Alkohol verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll Bier generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.[88] Die besseren Wodka-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der Korn, der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine Maische hergestellt, anschließend wird sie vergoren und dann in Brennereien destilliert, d. h. gebrannt. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.[89] Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der Rye Whiskey wird aus Roggen gebrannt.
Roggen als Futtermittel
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze (Grünroggen) kann frisch oder siliert (Ganzpflanzensilage) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste Grünfutter in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-Polysacchariden. Zudem weist Roggen im Dünndarm eine recht niedrige Verdaulichkeit der essentiellen Aminosäuren Threonin, Tryptophan, Lysin und Methionin auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.[90]
Bedeutung als nachwachsender Rohstoff
Roggenkorn und -pflanze sind nachwachsende Rohstoffe, die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von Bioethanol, Biogas, Dämmstoff und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als Biogassubstrat. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form (Ganzpflanzensilage (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den Fermentern der Biogasanlagen verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die Methanausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.[91]
Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.[74]
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen Wallis, Tessin, Graubünden wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.[92][93] Das Roggenbrot hat hier eine AOC-Anerkennung und wird seither vermehrt verkauft.[94][95]
Literatur
- Udo Renzenbrink: Die sieben Getreide. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.
Weblinks
- Roggen – Bilder zu Wachstumsschritten (Fotos 1–17). In: ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR
- Roggen – die dunkle Kraft. In: Land schafft Leben
- Roggen. In: Getreide.org
- Waldstaudenroggen – der Tausendsassa In: terrabc
- Roggen. In: Getreide.org
- 30 Klimafreundliche Fruchtfolge. In: Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden
- Bodengare. In: Landwirt schafft Leben GmbH
- Systematik im Artikel Roggen (Gattung) in Wikipedia
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Anmerkung
- ↑ Zum Verständnis, in welcher Sinnbedeutung Heinz Grill den Begriff Religion denkt, siehe die folgenden Zitate:
- „Wir haben tatsächlich jetzt einen Punkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem wir organisch extrem geschwächt sind und unsere Auswege hieraus darin suchen, daß wir uns entweder passiv oder in rein materieller Form der Religion zuwenden, oder wir suchen einen Ausweg, indem wir uns ganz besonders in Strukturen festsetzen und sichern. Das ist aber gerade das Gegenteil von religiösem Leben. Religiöses Leben und Wachstum der Seele sollten immer ausgehen von Individuation und somit ausgehen von einer innersten Bemühung. Diese innerste Bemühung ist etwas Entscheidendes und etwas Wichtiges. Sie ist die tragende Kraft. Wir werden durch Strukturen keinen Gewinn finden, denn Strukturen haben wir so viele, daß wir sie gar nicht mehr produktiv und wegweisend erleben können. Aber wir haben denkbar wenig innere Individuation, das heißt, innere Wege, die tatsächlich die Beziehung anbahnen zu den geistigen Welten, die letztlich auch mit der Beziehung zur Schöpfung oder zur Natur, zu allem, einhergeht.“
Heinz Grill: Über die Einheit von Körper, Seele und Geist. Lammers-Koll-Verlag 2001, ISBN 978-3-935925-84-6, S. 93.
- „Es ist notwendig, daß wir einmal die Religion, das religiöses Leben mehr vom Seinsgedanken aus entwickeln, vom Seinsgedanken aus verstehen lernen und nicht orientiert sind am mentalen In-Besitz-nehmen. In unserer Kultur herrscht ja das Prinzip des Materialismus und des Konsumierens vor. In unserer Kultur haben wir die Zeichen des Erwerbes und all die ganzen Definitionen, die ganzen Machenschaften des Nutzprinzips. Wir fragen uns: »Was ist nützlich, was ist das Beste für uns?«, und wir verhalten uns auch auf diese Weise nehmend. Religion kann man nicht auf diese Weise praktizieren. Es ist denkbar unmöglich, den Christus Gottes zu nehmen. Es scheint zwar möglich zu sein in manchen Bereichen, aber es ist dies der Anfang des vollkommenen Verfalls, wenn man glaubt in Besitz nehmen zu können, was geistiger Natur ist, was nicht-materieller Natur ist, was nicht einmal substantieller Natur ist. Man kann im Bereich des Geistigen nicht nehmen. Man kann das Geistige nicht kaufen wie ein Auto und es dann als Besitzer für sich in Anspruch nehmen.“
Heinz Grill: Über die Einheit von Körper, Seele und Geist. S. 94.
- „Wir haben tatsächlich jetzt einen Punkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem wir organisch extrem geschwächt sind und unsere Auswege hieraus darin suchen, daß wir uns entweder passiv oder in rein materieller Form der Religion zuwenden, oder wir suchen einen Ausweg, indem wir uns ganz besonders in Strukturen festsetzen und sichern. Das ist aber gerade das Gegenteil von religiösem Leben. Religiöses Leben und Wachstum der Seele sollten immer ausgehen von Individuation und somit ausgehen von einer innersten Bemühung. Diese innerste Bemühung ist etwas Entscheidendes und etwas Wichtiges. Sie ist die tragende Kraft. Wir werden durch Strukturen keinen Gewinn finden, denn Strukturen haben wir so viele, daß wir sie gar nicht mehr produktiv und wegweisend erleben können. Aber wir haben denkbar wenig innere Individuation, das heißt, innere Wege, die tatsächlich die Beziehung anbahnen zu den geistigen Welten, die letztlich auch mit der Beziehung zur Schöpfung oder zur Natur, zu allem, einhergeht.“
Einzelnachweise
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