Benutzer:Equiseto/Hirse
Hirse ist ein Sammelbegriff für kleinkörnige Gräser aus verschiedenen Unterarten und Gattungen der Familie der Süßgräser (Poaceae).[1]
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres "Göttin des Wachstums", von lat. crescere "wachsen" und das griech. kóros "Sättigung". Hirse wurde als "das Ernährende, das Sättigende" benannt. [2]
Besondere Eigenschaften
Alle Hirsen sind wie Mais und Zuckerrohr C4-Pflanzen. Das bedeutet, dass sie eine optimalere Photosynthese betreiben als C3-Pflanzen (90% aller Pflanzen, darunter auch Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis sind C3-Pflanzen) und dadurch eine sehr gute Trockenheitsresistenz besitzen. Indem sie das CO2 effektiver nützen, können sie bei starker Hitze und Dürreperioden dennoch gut weiter wachsen und Biomasse produzieren.[3]
Verwendung
Die Hirsen werden sowohl als Nahrungsmittel für den Menschen angebaut, sowie als Tierfutter verwendet. Durch das starke Biomassewachstum eigenen sie sich auch sehr gut für die Energieerzeugung aus Biomasse.
Arten der Hirse
Insgesamt umfasst der Sammelbegriff Hirse etwa 10 - 12 Gattungen, die grob in 2 Hauptgruppen, die Millethirsen (Echte Hirsen) und die Sorghumhirsen (große Hirsen) eingeteilt werden.
Millethirsen (Echte Hirsen)
Sorghumhirsen (große Hirsen)
→ Hauptartikel: Sorghumhirsen
Die Sorghumhirsen stehen botanisch dem Mais näher als den Millethirsen. Bereits an der Wuchsart wird dies sichtbar, denn die Sorghumhirsen ähneln in Größe und gesamtem Erscheinungsbild dem Mais, während die Millethirsen kleiner und feiner strukturiert sind. Die Wuchshöhe der Sorghumhirsen reicht von 1 - 5 Meter Höhe.[4] Sie hängt von der Verwendung ab. Körnerhirsen sind niedriger, um eine gute Standfestigkeit zu gewährleisten. Für die Biomassegewinnung sind sie auf starkes Wachstum gezüchtet.[5]
Sorghumhirse (Sorghum bicolor)
Die weltweit bedeutendste Hirseart ist die Sorghum- oder Mohrenhirse (Sorghum bicolor). Sie wird sowohl in tropischen wie auch in subtropischen Klimaregionen angebaut und in Europa in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien und Italien.[6] Diese Sorte ist auf Kornertrag gezüchtet und dient in vielen Regionen der Welt als Grundnahrungsmittel für den Menschen und auch als Tierfutter. Sorghumhirse ist der Spitzenreiter was die Trockenheitsresistenz betrifft. Sie verwurzelt sich sehr tief und kann dadurch Wasser und Nährstoffe aus tieferen Erdschichten nützen. Außerdem besitzt sie eine dicke wachsartige Beschichtung an Blättern und Stängeln, wodurch sie Wasser bei längeren Dürreperioden und großer Hitze speichern kann.[7]
Zuckersorghum (Sorghum bicolor var. saccharatum)
Zuckersorghum bildet kleine Rispen, speichert dafür aber große Mengen Zucker im Stängel. Dient der Futternutzung (Silage), Bioethanol- und Melasseproduktion.
Sudangras (Sorghum bicolor ssp. drummondii)
Sudangras wächst extrem schnell, ist sehr mehrtriebig (mehrschnittig) und wird vor allem als frisches oder siliertes Grünfutter genutzt.
Sorghum-Sudangras-Hybriden
Sorghum-Sudangras-Hybriden sind eine Kreuzung beider Arten. Sie verbinden die hohe Biomasse der einen Art mit der schnellen Regenerationsfähigkeit und Entwicklung der anderen. Sie werden vorwiegend als nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen angebaut.
Hirsen werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.
noch selbst formulieren: Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf.
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Internationales Jahr der Hirse 2023
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.
Hirse: Produktionsszenario
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.[8]
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.[9]
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die Millethirsen (Echte Hirsen) und die Sorghumhirsen (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten Rispenhirse (Goldhirse), Kolbenhirse und Perlhirse bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art Sorghumhirse, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die Hühnerhirse, als extrem invasives Unkraut weltweit und die Aleppo-Hirse, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]
Hirsearten
Sorghumhirsen
Sorghum bicolor
noch selbst formulieren Beschreibung Die Mohrenhirse oder das Kaffernkorn Sorghum bicolor zählt zu den wichtigsten Hirsearten der Gattung Sorghum. Das einjährige Gras kann eine Höhe von 5 m erreichen. In ihrem Wuchs erinnert die Mohrenhirse stark an Mais. Die markerfüllten Halme tragen bandförmige zweizeilige Blätter. An den terminalen Enden der Pflanzen sitzen aufrechte, lockere Rispen von 10–60 cm Länge, deren Ästchen jeweils 2 Ährchen tragen. Die unbespelzten Körner zählen zu den Karyopsen und haben einen Durchmesser von 4-8 mm. Je nach der Sorte können sie weiß, gelb oder rot sein.
Die Mohrenhirse ist frostempfindlich, licht- und wärmebedürftig. Mit ihren bescheidenen Wasseransprüchen ist sie äußerst dürreresistent. Bei starker Trockenheit kann sie unter Wachstumsstillstand in eine Trockenstarre übergehen, aus der sie erst nach einsetzenden Regenfällen erwacht. Zu den verschiedenen agronomischen Typen der Mohrenhirse zählen Sudangrastyp, Zuckertyp, Fasertyp, Futtertyp und Körnertyp.
Die Mohrenhirse ist ernährungsphysiologische äußerst wertvoll. Sie besteht zu 60-75 % aus Kohlenhydraten, zu 8-13 % aus Proteinen von guter biologischer Wertigkeit und zu 4-6 % aus Fett. Eines der Ziele der Forschung ist es, den Nährstoffgehalt der Mohrenhirse in Hinblick auf ihren Gehalt an Vitamin A, Zink, Eisen und essentielle Aminosäure weiter zu verbessern.
Ursprung und Verbreitung Ursprünglich stammt die Mohrenhirse aus Äquatorialafrika. Afrikanische Sklaven brachten sie Anfang des 17. Jahrhunderts in die USA. Heute wird sie in allen warmen, tropischen und subtropischen Gebieten der Erde angebaut.
Wirtschaftliche Bedeutung In Entwicklungsländern ist die Mohrenhirse ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Körner sind in ihrer Verwendung ähnlich dem Reis. Aus dem ganzen Korn werden Brei, Grütze und Fladen hergestellt und ebenso Bier gebraut. Zum Backen von Brot ist Hirse wenig geeignet. Daneben wird Hirse vom Fasertyp traditionelle zur Herstellung von Besen, zur Nutzung als Baumaterial oder zur Papierherstellung angebaut. Blätter und Stroh der Mohrenhirse dienen als Viehfutter.[10]
Literatur
Weblinks
- Getreideart Hirse: Hohe Erträge trotz Trockenheit? In: Unser Land
- Silomais-Alternative: Sorghum trotzt Dürrephasen und bringt stabilen Ertrag. In: KWS SAAT SE & Co. KGaA Deutschland.
- Sorghum 101, probieren Sie dies anstelle von Reis! In: SuperfoodEvolution.
Einzelnachweise
- ↑ Rispenhirse – alte Kulturpflanze neu entdeckt. Alternativfrucht in Zeiten des Klimawandels. In: Landwirtschaftliches Wochenblatt. Abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Hirse. In: wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch. Abgerufen am 9. Juni 2026.
- ↑ C4-Pflanzen. In: Pflanzenforschung.de. Abgerufen am 11. Juni 2026.
- ↑ Pflanzensteckbrief Hirse Sorghum bicolor. In: Pflanzenforschung.de. Abgerufen am 11. Juni 2026.
- ↑ Hirse als wertvolle Futtergrundlage. In: Saatbau. Abgerufen am 11. Juni 2026.
- ↑ Hirse Sorghum. In: transparenz Gentechnik. Abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Silomais-Alternative: Sorghum trotzt Dürrephasen und bringt stabilen Ertrag. In: KWS Deutschland. Abgerufen am 11. Juni 2026.
- ↑ Internationales Jahr der Hirse 2023 In: Ambassy of India Berlin. Abgerufen am 9. Juni 2026.
- ↑ Produktion - Hirse. In: USDA Foreign Agricultural Service. Abgerufen am 9. Juni 2026.
- ↑ Hirse Sorghum bicolor In: Pflanzenforschung.de Abgefragt am 10. Juni 2026
