Bhakti-Yoga

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Bhakti-Yoga[1]

Bhakti-Yoga ist einer der drei Yogawege (Bhakti-, Jnana- und Karma-Yoga), die in der Bhagavad Gita gelehrt werden. Daraus haben sich viele traditionelle Wege gegründet, vor allem im Osten. Die Dimension des Yoga in der Bhagavad Gita, die Krishna in einem Gespräch mit Arjuna aufzeigt, ist universal, zeitlos und für die gesamte Menschheitsentwicklung gültig.

Die drei Yogawege werden Trimarga genannt, deutsch „Der dreigliedrige Yogapfad“. Diese drei spirituellen Pfade finden sich auch in den westlichen christlichen spirituellen Wegen wieder. Dort sind sie zwar nicht explizit so benannt, z. B. im Neuen Testament, aber im innersten Kern ihrer Bedeutung enthalten.

Bhakti-Yoga ist somit bis in unsere Zeit auch im Westen aktuell und wurde immer wieder von spirituellen Persönlichkeiten vorgelebt und gelehrt.

Etymologie

Bhakti-Yoga (Sanskrit भक्तियोग, IAST bhaktiyoga, „der Pfad der Bhakti“), auch Bhakti-Marga (Sanskrit भक्तिमार्ग, IAST bhaktimārga) genannt,[2] ist ein spiritueller Weg bzw. eine spirituelle Praxis, traditionell im Hinduismus, aber auch im Westen, die sich auf die liebevolle Verehrung (Bhakti) einer persönlichen Gottheit konzentriert.[3] Er ist einer der drei klassischen Wege im Hinduismus, die zu Moksha (Sanskrit मोक्ष, IAST mokṣa, „Befreiung, Freiheit, Erlösung“) führen.

Bhakti

→ Hauptartikel: Bhakti

Das Sanskritwort Bhakti leitet sich von der Wurzel Bhaj (Sanskrit भज्, IAST bhaj) ab, was so viel wie „teilen, teilen, teilhaben, mitwirken, dazugehören“ bedeutet. Das Wort bedeutet auch „Hingabe, Verehrung, Zuneigung, Verehrung, Glaube oder Liebe, Anbetung, Frömmigkeit gegenüber etwas als spirituellem, religiösem Prinzip oder Mittel zur Erlösung“.[4]

Bhakti wird in der Shvetashvatara Upanishad erwähnt, wo es schlichtweg Teilnahme, Hingabe und Liebe für jedes Vorhaben bedeutet.[5] Bhakti Yoga als einer der drei spirituellen Wege zur Erlösung wird in der Bhagavad Gita ausführlich erörtert.[6]

Der persönliche Gott variiert je nach Gläubigem.[7] Er kann unter anderem einen Gott oder eine Göttin wie Krishna, Radha, Rama, Sita, Vishnu, Shiva, Shakti, Lakshmi, Saraswati, Ganesha, Parvati, Durga und Surya umfassen. In zeitgemäßerer Auffassung von Bhakti wird die Hingabe auch an eine große Persönlichkeit, an einen universalen Gedanken oder auf ein irdisches Phänomen ausgerichtet. [8]

Der Bhakti-Pfad, der diese Gottheiten einbezieht, entwickelte sich mit der Bhakti-Bewegung, die etwa Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. in Tamil Nadu in Südindien ihren Ursprung hatte. Die Bewegung wurde von den Saiva Nayanars und den Vaishnava Alvars angeführt. Ihre Ideen und Praktiken inspirierten die Bhakti-Dichtung und ‑Verehrung in ganz Indien vom 12. bis zum 18. Jahrhundert n. Chr.[9] Der Bhakti-Pfad ist Bestandteil der religiösen Praxis im Vaishnavismus, Shivaismus und Shaktismus.[10]

Yoga

Shiva, der „Herr des Yoga“
„Diese bekannte indische Figur zeigt den tanzenden Śiva im Kreise der Ewigkeit. Er ist der große Wandler und gleichzeitig Zerstörer. Der innere Aspekt des Śiva ist jener der Universalität, die sich in einer unnennbaren, immer fortschreitenden Schöpfung und einer gewaltigen Zerstörung um des Heilens willen zu ihrem Ziele bewegt.“[11]

Der Begriff Yoga wird im Westen hauptsächlich mit den sehr bekannt gewordenen Körperübungen (Asana) des Hatha-Yoga in Verbindung gebracht. Traditionell wurde der Begriff Yoga in der Bhagavad Gita eingeführt und beschreibt eine spirituelle Disziplin, die in der Bhagavad Gita ausführlich beschrieben wird. Das Ziel im traditionellen Sinn ist die Befreiung (Moksha) von Bindungen und die Vereinigung mit dem höchsten Göttlichen.

Yoga bedeutet wörtlich „Vereinigung, Joch“[12] und bezeichnet in diesem Kontext einen Weg oder eine Praxis zur „Erlösung, Befreiung“. Das hier gemeinte Yoga ist die „Vereinigung“ des Atman (wahres Selbst) mit dem Konzept des Höchsten Brahman (wahre Wirklichkeit).[13][14]

Rudolf Steiner (1861–1925), Begründer der Anthroposophie, spricht in seinem Vortrag Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe über die drei Geistesströme, die als spirituelle Wege in der Bhagavad Gita aufgezeigt werden. Yoga bezeichnet er als einen aktiven seelischen Weg, der die seelische Entwicklung zu immer höheren Stufen führt:

„Anders wiederum ist jene Geistesströmung, die zu uns herüberspricht als der Yoga. Er geht auf das Seelische selbst, unmittelbar auf dieses Seelische und sucht Mittel und Wege, die Seele zu ergreifen im unmittelbaren geistigen Leben, so daß die Seele aufsteigt von dem Punkt, wo sie steht in der Welt, zu immer höheren und höheren Stufen seelischen Seins.“[15]

In neueren zeitgemäßen spirituellen Yogawegen, wie z. B. Neuer Yogawille, Begründer Heinz Grill (* 1960), oder Integraler Yoga, Begründer Sri Aurobindo (1872–1950), wird der Begriff Yoga ebenfalls für eine spirituelle Disziplin verwendet. Die Zielsetzung allerdings hat sich im Laufe der Zeit erweitert, so dass vor allem die Bewusstseinsentwicklung zu universalen Werten und die soziale Integration dieser in das Leben angestrebt wird:

„Der Yoga selbst ist vielmehr eine innere, wachsende Bewusstseinshaltung des Individuums; er ist im genauen Sinne sogar mehr der nach langer Erfahrung entwickelte Reifeschritt des Bewusstseins zur progressiven, spirituellen und universalen Entwicklung einer Weisheit und Liebe, die sich den höheren Welten zunehmend annähert und diese in das Leben integriert.“[16]

Trimarga

Ursprung in der Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita (Ausgabe vom Anfang des 19. Jahrhunderts, Museum of Kangra Art Dharamshala)

Die Bhagavad Gita ist eine spirituelle Schrift des Hinduismus. Die geistige Botschaft, die sich in ihr ausspricht, macht dieses Werk jedoch universal und zeitlos. Bhagavad Gita setzt sich aus den Worten Bhagavan „der Erhabene“ – in neueren Interpretationen auch mit „der Gedanke“ übersetzt[17] – und Gita „der Gesang, das Lied“ zusammen. Somit lautet die wörtliche Übersetzung „Der Gesang des Erhabenen“. Sie ist in Versform geschrieben und berichtet, wie Krishna seinen Schüler Arjuna in den Yoga einweiht. Drei Yogawege Bhakti-, Jnana- und Karma-Yoga werden in der Bhagavad Gita ausführlich dargelegt. Da sie in einem inneren Zusammenhang stehen, werden sie auch als Trimarga (Sanskrit त्रिमार्ग, IAST trimārga) bezeichnet, was wörtlich übersetzt „drei Wege“ bedeutet.

Verständnis aus geistiger Forschung

Rudolf Steiner bezeichnet den dreigliedrigen Pfad als drei Ströme, die unabhängig von der Zeit immerfort auf die Seele wirken. Er überträgt sie in die Begriffe „Wort“, „Gesetz“ und „Andacht“. Diese sind auch im Christentum zu finden und wurden vor allem in den Paulusbriefen, im sogenannten paulinischen Christentum, neu verlebendigt:

„Wort, Gesetz und Andacht, durch das die Seele ihre Entwicklung durchmachen kann. Diese drei Ströme, sie werden immerdar auf die menschliche Seele in irgendeiner Weise wirken. […] Aber die Zeitalter sind verschieden und in der verschiedensten Weise wird das, was also die dreigestaltige Weltauffassung ist, an die Menschenseele herangebracht. Der Krishna spricht vom Weltenwort, von dem Schöpfungswort, von der Gestaltung des Seins, von der andächtigen Vertiefung der Seele, von Yoga.“[18]

Bei Sri Aurobindo benennt die drei Pfade mit Werke, Anbetung und Erkenntnis:

„An diesen Gott in der Einheit all seiner Aspekte müssen wir unsere Werke, unsere Anbetung und unsere Erkenntnis als ein ständiges inneres Opfer richten.“[19]

Diese drei Pfade sind nicht nur als einzeln getrennte Übungswege zu verstehen, sondern stehen für die individuelle spirituelle Entwicklung in einem inneren Zusammenwirken. Wie sich die drei Pfade differenzieren und wie sie auch für seelisch-geistige Entwicklung zusammenwirken, verdeutlicht Heinz Grill:

„Bhakti-Yoga bedeutet Hingabe, Hinwendung in höchster Mühe um edelste Ideale. Er wurzelt in der Tiefe und Liebe zum Geiste, überschreitet durch sanfte und doch unermüdliche Willensaktivtät die Grenze aller Verhaftung und geht in die transzendente Wirklichkeit ein.
Jnana-Yoga ist das Wissen als Resultat aus der Hingabe und dem Studium oder die Verwandlung des Herzens mit seinen äußeren Gefühlen zu tiefen universalen Empfindungen.
Karma-Yoga bildet im besten Sinne die Ausarbeitung einer Idee zu einem praktischen Ideal. Es ist nicht nur die Arbeit im tätigen Sinne, sondern die Mühe um die Erhaltung, Bewahrung und Veredelung aller wertvollen Ziele des Menschseins.“[1]

Laut Samrat Kumar ist Bhakti-Yoga eine indische Tradition der „göttlichen Liebesmystik“, ein spiritueller Weg, der „für ein tiefes Verständnis der Einheit und Harmonie des ewigen Individuums mit dem Göttlichen (dem universellen Sein) und allen Geschöpfen steht – eine beständige Freude“.[20] Der Yoga-Gelehrte David Frawley beschreibt, dass Bhakti-Yoga darin besteht, „den Geist, die Gefühle und die Sinne auf das Göttliche zu konzentrieren“.[21]

Nirguna- und Saguna-Meditation

Maria Magdalena und Jesus Christus
„Im Lukasevangelium wird die Geschichte von Maria Magdalena erzählt, die dem Erlöser die Füße wusch. […] Sie lebte für ihn allein oder, wenn man es im Sinne der höchsten Willens- und Glaubensbestrebungen betrachtet, so gab sie dem Christus den Platz ihrer Mitte.“[22]

Bhakti-Yoga kann in zwei verschiedenen Disziplinen, Nirguna- und Saguna-Meditation, praktiziert werden. Die Nirguna-Meditation richtet sich auf eine unfassbare, abstrakte höchste Wirklichkeit, die Saguna-Meditation ist auf ein konkretes Objekt, ausgerichtet.[22]

Die Hingabe an die persönliche Offenbarung des Göttlichen, in Form der Saguna-Meditation, hat in den östlichen spirituellen Wegen im sogenannten „Guru-Bhakti“, wie z. B. auf Krishna, auf Shiva oder auf einen spirituellen Lehrer, eine lange Tradition. Sie ist auch im Christentum durch die Person Jesu Christi gegeben, wie die Worte des Johannes-Evangeliums zeigen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Joh 14,6)[23]

Auch in unserer Zeit ist Guru-Bhakti, obwohl im Westen oftmals kritisch gesehen, für die spirituelle Entwicklung essentiell. Sie sollte aber nicht mit äußerlichen Emotionen und Schwärmereien verwechselt werden, denn sie ist hauptsächlich eine innere Angelegenheit zwischen Lehrer und Schüler. Diese wichtige Disziplin ist Bhakti-Yoga und erfordert vom Schüler, die Wirklichkeit und Dimension des Lehrers zu erkennen. Sri Aurobindo sieht in dem Guru einen Verbindungsweg des Menschen zum Göttlichen:

„Der Guru ist der Verbindungsweg oder Vertreter oder Offenbarung des Göttlichen, je nach Ausmaß seiner Persönlichkeit oder seiner Vollbringung; aber was er auch sei, man öffnet sich dem Göttlichen, wenn man sich ihm öffnet.“[24]

Rudolf Steiner hatte ebenfalls Lehrer, so Heinz Grill. Er wendete sich ausdauernd dem Geist des Evangeliums hin:

„Das größte Beispiel, wie jemand wirkliche Lehrer gehabt hat, war für mich Rudolf Steiner. Er wendete sich so lange dem evangelischen Geist erkenntnismäßig zu, bis er selbst den inneren Mariengeist oder die sogenannte „Sophia“, wie diese in der esoterischen Sprache genannt wird, authentisch bei sich empfing. Der Lehrer ist deshalb im inneren Sinne derjenige, dem man sich auf seiner Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Einsicht mit tiefster Forschungsintention hinwendet.“[25]

Ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe weist auf die erhebende Wirkung, die die Verehrung auf die Seele bewirkt, hin:

„Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben, daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.“[26]

Beispiele von verwirklichtem Bhakti-Yoga (Auswahl)

Sixtinische Madonna (Raffael)

In der Menschheitsgeschichte gibt es viele große Persönlichkeiten die durch ihre Opferbereitschaft und der Kraft zur Hingabe zu tieferen Einsichten in die geistigen Mysterien und in die Phänomene des irdischen Lebens gelangt sind. Durch ihr Leben und in ihren Werken brachten sie diese Erkenntnisse authentisch zum Ausdruck.

Bhakti-Yoga in der Kunst

In den Bildern von Raffael (Raffaello Sanzio da Urbino), so Heinz Grill und Rudolf Steiner, drückt sich Liebe (Bhakti) aus. Damit steht den Menschen mit seinen Bildern die Möglichkeit der unmittelbaren Erfahrung eines geistigen Ausdrucks oder einer geistigen Wirksamkeit vor Augen.

„Die Seele von Raffael ist eine prophetische Seele, die den Geist Christi verkündet. In den Bildern lebt der Ausdruck einer Liebe, die nicht von dieser Erde ist und die dennoch in einer Art Einheit oder vollkommenen Harmonie die Figuren, Tönungen und Kompositionen offenbart. […] Sie wirken auf das Herz erhebend und auf den ästhetischen Sinn befeuernd.“[27]

Rudolf Steiner beschreibt in einem Vortrag über Isis und Madonna, wie sich in dem Bild Sixtinische Madonna von Raffael dem Betrachter eine geistige Botschaft verkündet:

„So haben wir in der Sixtinischen Madonna vor uns ein Bild der menschlichen Seele, herausgeboren aus dem geistigen Universum; entsprungen aus dieser Seele das Höchste, was der Mensch hervorbringen kann, seine geistige Geburt, das, was in ihm ist, eine Wiedererzeugung der Schöpfertätigkeit der Welt. Versuchen wir einmal, in uns zur Empfindung zu erheben, was hellseherisches Bewußtsein tut.“[28]

Die Asana als Bewegungskunst

Taube (Kapotasana)

Der Neue Yogawille ist ein künstlerisch-spiritueller Yogaweg, der von Heinz Grill gegründet wurde. Ein übergeordneter Gedanke wird erforscht, konzentriert und über die Asana ausgedrückt. Somit werden alle drei Yogadisziplinen, Bhakti-, Jnana- und Karmayoga (Trimarga) in die Umsetzung geführt. Die Asana ist nach diesem Ansatz keine rein energetische Körperübung, sondern wird zu einem künstlerischen Ausdruck einer universalen Gesetzmäßigkeit. Die Körperübung wird Bewegungskunst. Myriam Bayer beschreibt diesen Zusammenhang folgendermaßen: „Es handelt sich hierbei nicht um eine neue Stilform, sondern um eine neue Art des Umgehens mit der Übung. Nicht der eigene Nutzwert steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, anhand der Yogaübung einer seelisch-geistigen Idee einen konkreten Ausdruck zu geben.“[29]

Bei Kapotasana (Taube) drückt sich im Idealfall folgendes geistiges Sinnbild durch den Körper aus:

„Die Yogaübung der Taube mag die Ästhetik aus der geeinten Verbindung von Geist und Materie in die Gegenwart bringen, und sie mag im Bilde der Ausführung zu einem Sinnbild der Einheit des Außerirdischen und des Irdischen werden.“[30]

Präzises Hineinversetzen in andere Menschen oder in Geheimnisse der Weltenschöpfung

Bei Rudolf Steiner war die Fähigkeit der Hingabe und liebenden Verehrung, Bhakti, auf eine gleichzeitig praktische wie höchste Stufe entwickelt. Dies zeigte sich in der Fähigkeit, dass er sich tief und präzise in das Wesen einer Sache oder von Menschen hineinversetzen konnte:

„Rudolf Steiner besaß diese Fähigkeit der Hingabe in einem umfassenden Maße, denn er konnte sich auf feinfühligste, tiefe und präzisierte Weise in die Geheimnisse der Weltenschöpfung und ganz besonders in andere Menschen sowie in wissenschaftliche Gebiete hineinversetzen. Die besondere Gabe, sich selbst zu überwinden und den Wesensurgrund einer anderen Person oder einer Seele, die im Nachtodlichen lebt, wesenhaft und scharfsinnig zu beobachten, entwickelte er auf eine höchste Stufe. Es ist dies eine unmittelbare und reine Form des Bhakti-Yoga. Sie wird für die Zukunft von Bedeutung sein.“[31]

Die Entwicklungsgeschichte der Erde ist ein Beispiel für eine Forschung von Rudolf Steiner, die sich tief und präzise in ein Weltengeheimnis hineinversetzen kann. Die folgende Tafelzeichnung zu den planetarischen Weltentwicklungsstufen entstand anlässlich eines Vortrags im Sommer 1924:

Alter Saturn – Alte Sonne – Alter Mond – Erde Planetarische Weltentwicklungsstufen

Das Tafelbild zeigt auf, dass die Erde verschiedene planetarische Zustände durchgemacht hat und der Mensch am Anfang aller Entwicklung steht. Rudolf Steiner arbeitete mit diesen Entwicklungsstufen die menschlich-kosmische Evolution heraus. Diese Evolution ist ein sehr komplexer Vorgang, der sich über die Zeit von Äonen hinweg vollzogen hat. Innerhalb dieser Entwicklung sonderten sich die Tiere, Pflanzen und das Mineralreich aus dem Menschen heraus. Der Mensch steht nun diesen Reichen einerseits gegenüber (die Schöpfung), trägt aber weiterhin die Kräfte aus diesen Reichen in seinen verschiedenen Leibern (Astralleib, Ätherleib, physischer Leib).[32]

Die Verkörperung von Liebeskraft

Sathya Sai Baba

Aus geistiger Forschung kommt Heinz Grill zu dem Ergebnis, dass Sathya Sai Baba eine Verkörperung von Liebeskraft gewesen ist. Die Begegnung mit ihm spendete dem Menschen in seiner Seele Initiation:

„Seine Verkörperung ist Liebeskraft und diese ist für die Seele wahrnehmbar. Derjenige, der an einem Darshan teilnimmt, weiß von nun an in seiner Seele, dass er diese Liebe einmal im Laufe dieses Lebens oder auch in einem nächsten Leben verwirklichen möchte. Sathya Sai Baba initiiert durch seine Präsenz die uranfänglichen Keime zur Liebe und vom Augenblick der Begegnung an verändert sich der Schüler. Er weiß von nun an, dass es diese Liebe in einer Verkörperung gibt, und da es seine Seele weiß, will er diese auch einmal selbst erringen.“[33]

In der Politik

Mahatma Gandhi trifft 1931 in London ein, um sich mit Politikern, Künstlern und Studenten zu treffen

Mahatma Gandhi (1869–1948), indischer Rechtsanwalt sowie geistiger und politischer Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und Friedensstifter, schreibt über die Konsequenz seiner Hingabe (bhakti) an die Wahrheit, dass sie ihn in das Feld der Politik geführt hat:

„Um den allgemeinen und alles durchdringenden Geist der Wahrheit von Angesicht zu Angesicht zu schauen, muss man fähig sein, das geringste Geschöpf zu lieben wie sich selbst. Und jemand, der danach strebt, kann es sich nicht leisten, sich aus allen Bereichen weltlichen Lebens herauszuhalten. Deshalb hat meine Hingabe an die Wahrheit mich ins Feld der Politik getrieben.“[34]

In der Medizin

In der Medizin wurde Edward Bach mit der nach ihn benannten Bach-Blütentherapie bekannt. Er besaß die Gabe der geistigen Wesensschau zu den Heilpflanzen. Dadurch konnte er die inneliegenden Tugendkräfte der Blüten beschreiben und sie als Heilmittel für die Menschen verfügbar machen:

„Die Blütentherapie mit den englischen Heilmitteln schenkt die Erinnerung über die einmal erschaute Idee des Zusammenhanges von einer Blüte, die in der Natur und im Lichte wächst, zu der menschlichen Seeleneigenschaft. Die Menschen nehmen gerne die Heilmittel zu sich und nehmen nicht nur den potenzierten Blütenextrakt auf, sie nehmen auch die Seele ihres Begründers in einem feinsten Lichtwesen wahr. Die Blütentherapie trägt eine Liebe herab in die irdische Welt und sie ist durch ihren Begründer und seine geistige Intuition und Heilsfähigkeit besonders wirksam. Edward Bach schenkt bis heute noch der Menschheit einen Strom der Heilkraft.“[35]

Srimad Bhagavatam (Bhagavata Purana)

Das Bhagavata Purana ist ein populärer und einflussreicher Text innerhalb der Vaishnavismus-Tradition. Es behandelt Ishvara Pranidhana (die Verehrung eines persönlichen Gottes).[36] Der Sanskrit-Text stellt verschiedene Formen der Bhakti dar, insbesondere in Bezug auf Inkarnationen Vishnus, vor allem Narayana und Krishna. Laut Edwin Bryant und anderen Gelehrten[37] ist das in diesem Text gelehrte Bhakti-Yoga von den Yoga Sutras des Patanjali sowie der Bhagavad Gita inspiriert und konzentriert sich auf „die höchsten Wahrheiten des individuellen Selbst und seine liebevolle Beziehung zu einem persönlichen Gott“. Die Darstellung im Bhagavata Purana erfolgt nicht abstrakt, sondern durch „bezaubernde und fesselnde Geschichten, die Herz und Verstand berühren“, das Ziel des Bhakti-Yoga, so Bryant.

Die Uddhava Gita, das elfte Buch des Bhagavata Purana, behandelt Bhakti in einem Dialog zwischen Krishna und seinem Verehrer Uddhava. Dieser Text hebt die reine Hingabe und Bhakti hervor, die die Gopis von Vrindavan für Krishna empfanden.[38]

Traditionen

Krishna und Radha (Kalighat-Gemälde)

Der Hinduismus unterscheidet in seinen Schriften, wie beispielsweise in der Bhagavad Gita (Kapitel 7), vier Arten von Praktizierenden des Bhakti-Yoga:

Manche praktizieren Bhakti-Yoga, weil sie unter Druck stehen, von Ängsten oder ihren Lebensumständen belastet sind und darin eine Form der Erleichterung sehen. Die zweite Gruppe praktiziert Bhakti-Yoga, um aus Neugier und intellektuellem Interesse mehr über Gott zu erfahren. Die dritte Gruppe sucht durch Bhakti-Yoga Belohnungen im Diesseits oder im Jenseits. Die vierte Gruppe besteht aus jenen, die Gott aus reiner Liebe lieben und nichts anderes kennen und suchen als diese Erfahrung der Liebesvereinigung.[39][40]

Laut diesen hinduistischen Texten ist die höchste spirituelle Stufe die vierte: jene, die sich aufgrund ihrer Liebeserkenntnis hingegeben haben. Die Bhagavad Gita besagt, dass alle vier Arten von Bhakti-Yogis edel sind, da ihr Streben nach Bhakti-Yoga früher oder später den Weg zur Spiritualität einleitet, sie von Negativität und schlechtem Karma fernhält und eine spirituelle Transformation hin zum Ziel des Bhakti-Yoga bewirkt: „Gott als das Wesen in sich selbst zu erkennen und das wahre Selbst stets mit Gott zu verbinden.“[41]

Zu den wichtigsten Traditionen gehören die Shaivas, die den Gott Shiva verehren, die Vaishnavas, die den Gott Vishnu (oder seine Avatare wie Krishna und Rama) verehren und die Shaktas, die die Göttin Shakti (oder ihre Avatare wie Durga, Kali, Lakshmi und Parvati) verehren. Sie alle werden als Manifestationen oder Aspekte derselben metaphysischen Realität betrachtet, die im Hinduismus Brahman genannt wird.[42]

Panchayatana Puja

Panchayatana Puja ist eine Form der Bhakti, die in der Smarta-Tradition des Hinduismus beheimatet ist. Sie besteht aus der gleichzeitigen Verehrung mehrerer Gottheiten: Shiva, Vishnu, Shakti, Surya und einer Ishta Devata wie Ganesha oder Skanda oder einer anderen persönlichen Gottheit nach Wahl des Verehrers. [43]

Philosophisch betont die Smarta-Tradition, dass alle Bilder (Murtis) Ikonen des Saguna Brahman sind, ein Mittel, um über die abstrakte höchste Wirklichkeit, das Nirguna Brahman nachzudenken. Die fünf oder sechs Ikonen werden von den Smartas als vielfältige Darstellungen des einen Saguna Brahman (d. h. eines persönlichen Gottes mit Form) und nicht als eigenständige Wesen betrachtet. Das höchste Ziel dieser Praxis ist es, die Verwendung von Ikonen hinter sich zu lassen und einen philosophischen und meditativen Weg zu beschreiten, um die Einheit von Atman (Seele, Selbst) und Brahman – als „Das bist Du“ (Tat tvam asi) – zu verstehen. [44]

Saiva Siddhanta

Die Śaivasiddhānta-Tradition bevorzugt Bhakti-Yoga und betont die liebevolle Hingabe an Shiva. Ihre Theologie stellt drei universelle Realitäten dar: die Pashu (individuelle Seele), den Pati (Herrn, Shiva) und die Pasha (Seelenbindung) durch Unwissenheit, Karma und Maya. Die Tradition lehrt ethisches Leben, Dienst an der Gemeinschaft und durch die eigene Arbeit, liebevolle Verehrung, Yoga-Praxis und ‑Disziplin, kontinuierliches Lernen und Selbsterkenntnis als Mittel zur Befreiung der individuellen Seele von der Bindung. [45]

Die historische Shaiva-Siddhanta-Literatur umfasst einen umfangreichen Textkorpus. Die Shaiva-Siddhanta-Praktiken konzentrierten sich auf abstrakte spirituelle Vorstellungen, die Verehrung und liebevolle Hingabe an Shiva als SadaShiva und lehrten die Autorität der Veden und Shaiva-Agamas.[46]

Shakti Bhakti

Göttin Durga im Kampf gegen Mahishasura, den Büffel-Dämon

Die Verehrung der Göttin ist eine weitere bedeutende Tradition des Shaktismus. Die Theologie der Einheit von „der göttlichen Göttin und dem Verehrer“, ihrer ewigen, furchtlosen Liebe zueinander, ist ein zentrales Thema der Devi Gita, eines Textes innerhalb des Devi-Bhagavata Purana. Die spezifischen Bhakti-Yoga-Praktiken der Shakta ähneln denen anderer hinduistischer Traditionen.[47] Die Shakta-Verehrung ist in den östlichen Bundesstaaten Indiens, insbesondere in Westbengalen, weit verbreitet. Die verehrten Gottheiten variieren und umfassen laut June McDaniel Durga, Tara Ma (buddhistischer Einfluss), Kali und in geringerem Maße Saraswati, Lakshmi und Bharat Mata (Erdgöttin).[48]

Vaishnava Bhakti

Die Bhakti-Yoga-Tradition ist historisch eng mit dem Vishnuismus verbunden. Der persönliche Gott ist hier Vishnu oder einer seiner Avatare. In vielen Regionen gilt die liebevolle Verehrung entweder Vishnu und Lakshmi (Gott und Göttin) gemeinsam oder Lakshmi, die als Shakti Vishnus gilt.[49] Der jeweilige Avatar variiert je nach Anhänger und Region, am häufigsten werden jedoch Krishna und Rama verehrt.[50]

Chaitanya Mahaprabhu

In den Krishna-orientierten Traditionen des Vaishnavismus interpretiert das Chaitanya Charitamrita von Krishnadasa Kaviraja den Abschnitt 7.5.23-24 des Bhagavata Purana als Lehre von neun Arten der Bhakti-Sadhana, in den Worten Prahladas. David Haberman übersetzt sie wie folgt:

  1. śravaṇa (Hören der heiligen Schriften über Krishna und seine Gefährten)
  2. kīrtana (Lobpreisung; bezieht sich üblicherweise auf ekstatischen Gruppengesang)
  3. smaraṇa (Erinnerung oder Ausrichtung des Geistes auf Vishnu)
  4. pāda-sevana (Dienst)
  5. arcana (Verehrung eines Bildes)
  6. vandana (Huldigung)
  7. dāsya (Dienen)
  8. sākhya (Freundschaft)
  9. ātma-nivedana (vollständige Hingabe des Selbst)

Diese neun Prinzipien des hingebungsvollen Dienstes wurden von Rupa Goswami in Verbindung mit Chaitanya Mahaprabhu als integraler Bestandteil der auf Krishna ausgerichteten spirituellen Praxis aufgenommen. Die Gopis praktizierten diese Formen der Bhakti, als sie von Krishna getrennt waren.[51]

Rupa Goswami und Jiva Goswami haben bedeutende Kommentare zu Bhakti verfasst.[52]

In seinem Werk Bhakti Sandarbha analysiert Jiva Goswami Bhakti-Yoga, indem er zwischen Vaidhi-Bhakti und Raganuga-Bhakti unterscheidet. Vaidhi-Bhakti stellt eine geregelte Form der Hingabe dar, die durch die Befolgung der Schriften und traditioneller Praktiken geprägt ist. Raganuga-Bhakti hingegen repräsentiert eine außergewöhnlichere Form der Hingabe, die spontan aus einer natürlichen, angeborenen Anziehung zu Ishvara (Gott) entsteht, ohne auf formalisierte Praktiken zurückzugreifen. Mit ihrer ausschließlichen Ausrichtung auf Ishvara verkörpert Raganuga-Bhakti die höchste Stufe der yogischen Verwirklichung im Gaudiya-Vaishnavismus .

Bedeutende spätere Heilige wie Bhaktisiddhanta Sarasvati und Jagadguru Kripalu Ji Maharaj bekräftigten die Kerninhalte des Raganuga-Bhakti und dessen Nutzen für die Gotteserkenntnis. Dies steht im Gegensatz zu anderen Yogawegen, wie dem von Patanjali beschriebenen, in denen weltliche Begierden als Hindernisse betrachtet werden.[53]

Jagadguru Kripalu Ji Maharaj

Jagadguru Kripalu Bhaktiyog Tattvadarshan, die Essenz der spirituellen Philosophie von Jagadguru Shri Kripalu Ji Maharaj, besagt, dass das höchste Ziel jedes Lebewesens das Erreichen unendlicher göttlicher Glückseligkeit ist, die ausschließlich in Gott zu finden ist. Materielles Glück ist lediglich vorübergehend und führt unweigerlich zu Leid.[54]

Die Seele, als ewiger Teil Gottes, strebt von Natur aus nach dieser Glückseligkeit. Um dieses höchste Ziel zu erreichen, bedarf es Gottes Gnade, die durch vollkommene Hingabe (Sharanagati) empfangen wird. Diese Hingabe beinhaltet vor allem die Überwindung des Geistes und erfordert die Loslösung von der materiellen Welt, die durch das Verständnis ihrer vergänglichen und illusorischen Natur erlangt wird.

In seinem Buch Prem Ras Siddhant erklärt er, dass neben den Wegen des Handelns (Karma) und des Wissens (Gyan) die Hingabe (Bhakti) das Wesentliche und der direkteste Weg zu Gott sei. Laut den Heiligen der Bhakti-Bewegung wird Bhakti als selbstlose Liebe zu Gott beschrieben und verleiht automatisch göttliches Wissen und Losgelöstheit.[55]

Praktische Hingabe beinhaltet die ausschließliche, liebevolle Erinnerung an Gottes göttliche Gestalt, Namen und Spiele (Roopdhyan-Meditation), die oft neben der Ausübung weltlicher Pflichten (Karmayoga) praktiziert wird. [56] Die Führung durch einen authentischen Heiligen (Guru) ist entscheidend für den spirituellen Weg, und die sorgfältige Vermeidung schlechter Gesellschaft (Kusanga) ist von größter Bedeutung, um spirituellen Niedergang zu verhindern.

Meher Baba

Meher Baba (Indien 1926)

Eine von Meher Baba angeführte Bewegung erklärt: „Von den zahlreichen Praktiken, die zum höchsten Ziel der Menschheit – der Gotteserkenntnis – führen, ist Bhakti-Yoga eine der wichtigsten. Fast die gesamte Menschheit beschäftigt sich mit Bhakti-Yoga, was, einfach ausgedrückt, die Kunst der Verehrung bedeutet. Doch muss es in all seinen wahren Aspekten verstanden werden und nicht nur in dem engen und oberflächlichen Sinne, in dem der Begriff gemeinhin verwendet und interpretiert wird. Die tiefe Verehrung, die auf den hohen Idealen der Philosophie und Spiritualität beruht und von göttlicher Liebe getragen wird, stellt zweifellos wahres Bhakti-Yoga dar.“[57]

Pashayan stimmt dem zu und sagt, dass man Bhakti-Yogis auf der Yogamatte, beim Pizzaausliefern, in der Wissenschaft sowie in Politik und internationalen Beziehungen findet. Wo man es am wenigsten erwartet, ist ein Bhakti-Yogi anwesend, mit dem man Gemeinsamkeiten finden und produktive Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit entwickeln kann.[58]

Swami Sivananda und die 9 Stufen der Bhakti

Swami Sivananda Saraswati (1887–1963), indischer Arzt, Yogin und spiritueller Meister, beschreibt zur Verwirklichung von Bhakti einen 9-Stufen-Weg, der Stufe für Stufe gegangen und bis zum sogenannten „lebenden Befreiten“ führt:

  1. Satsang, Svadhyaya
  2. Bewunderung
  3. Shraddha (Glaube)
  4. Hingabe (Sadhana Bhakti)
  5. Nishtha (Frömmigkeit)
  6. Ruchi (Geschmack)
  7. Rati (starke Bindung)
  8. Sthayi Bhava (Beständigkeit)
  9. Maha Bhava (Prem Maya)

Durch Satsang und Svadhyaya (Studium spiritueller Schriften) entsteht Bewunderung für Gott. Aus Bewunderung entsteht Shraddha (Glaube), aus Shraddha entsteht Hingabe an Gott. Dann praktiziert der Bhakta Sadhana Bhakti, wie Japa, Smarana und Kirtan. Durch diese Praxis vernichtet er seine Sünden und überwindet Hindernisse, um Hingabe zu erlangen. Durch Sadhana Bhakti entwickelt der Bhakta sich Nishtha (Frömmigkeit), aus Nishtha entsteht Ruchi, Liebe zum Hören und Singen der Namen Gottes zu Seiner Herrlichkeit. Darauf folgt Rati (starke Bindung zu Gott). Rati erweicht das Herz. Wenn sich Rati verstärkt, wird sie Sthayi Bhava genannt (Beständigkeit oder permanente Form von Bhakti Rasa). Wenn sich Sthayi Bhava verstärkt, wird er Maha Bhava oder Prema Maya genannt. Nun trinkt der Bhakta den Prema Rasa und weilt in Gott. Für solch einen Bhakta sind die Welt und ihre Attraktionen gestorben. Er kümmert sich auch nicht um die Aktivitäten seines Körpers. Er hat den Zustand eines Jivanmukti erreicht, eines lebend Befreiten.[59]

Zukunftsweisende Hypothese

Mit Bhakti-Yoga entwickelt sich eine innigliche seelische Beziehung zum gewählten Objekt. Die Vereinzelung und Abspaltung zum Leben und zu den Mitmenschen, die viele Menschen gerade in unserer modernen Zeit erleben, wird mit der Beziehungsentwicklung durch ausdauernde Hinwendung (Hingabe) zum Objekt überwunden. Die entstehende Einheit und sich daraus eröffnende objektive Erkenntnis der Sache selbst ist eine Notwendigkeit, damit ein erneuernder, schöpferischer Prozess durch den Menschen für die Kultur entstehen kann. Der geeinte Mensch steht und wirkt als authentische Persönlichkeit im sozialen und allgemeinen äußeren Leben. Für Bhakti-Yoga können uns deshalb als Vorbilder heilige Personen, spirituelle Lehrer, große Künstler, Wissenschaftler und große Persönlichkeiten dienen.

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Steiner: Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe. Rudolf Steiner Verlag, ISBN 3-7274-6260-4.
  • Sri Aurobindo: Essays über die Gita. Verlag Hinder + Deelmann, ISBN 3-87348-153-7.
  • Heinz Grill: Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita. Stephan Wunderlich Verlag, ISBN 978-3-948803-18-6.
  • Swami Vivekananda: Bhakti-Yoga. Der Pfad der Liebe. Phänomen-Verlag 2009, ISBN 3-933321-59-X.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Heinz Grill: Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita. Stephan Wunderlich Verlag, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 211.
  2. Suchbegriff für „bhaktiyoga“. In: learnsanskrit.cc. Abgerufen am 5. Februar 2026.
  3. Karen Pechelis: The Embodiment of Bhakti. Oxford University Press, 2014, ISBN 978-0195351903, S. 19–24.
  4. Monier-Williams: Sanskrit Dictionary. 1899.
  5. Paul Deussen: Sixty Upanishads of the Veda. Band 1. Motilal Banarsidass, ISBN 978-8120814684, S. 326.
  6. John Lochtefeld: The Illustrated Encyclopedia of Hinduism. Rosen Publishing New York, 2014, ISBN 978-0823922871, S. 98–100.
  7. Bhakti. In: Encyclopedia Britannica. 2009.
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